Bibelstelle · EÜ 2016
Mt 12,32
Jesus unterscheidet zwischen der Vergebung einer Lästerung in dieser Welt und in der kommenden Welt. Die Kirche erkennt darin einen Hinweis darauf, dass Schuld und Reinigung auch über das irdische Leben hinaus im Licht von Gottes Gericht zu verstehen sind.
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Auszug
Auszug aus Mt 12,32
Bibeltext
Wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.
Auszug aus Mt 12,32 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Woran die Auslegung am Wort hängt
In den Themen
Warum diese Stelle hier wichtig ist
Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.
In dieser und in der kommenden Welt
Unterstützende Folgerung aus einer Redeweise, in der Vergebung in der kommenden Welt mitgedacht werden kann; nächste Prämisse: 2 Makk 12.
Kirchliche Zeugen
Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte
Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.
Katharina von Genua
Katharina von Genua steht als später geistlicher Zeuge für die Läuterung auf dem Weg zur vollen Gemeinschaft mit Gott. Das Bild vom Feuer, das den Rost verzehrt, macht anschaulich, wie die Kirche die endgültige Läuterung als Reinigung und Vollendung auf Gott hin versteht. Benedikt XVI. ordnet in seiner Generalaudienz vom 12. Januar 2011 zugleich ein, dass Katharina keine besonderen Offenbarungen über das Fegefeuer oder die dort geläuterten Seelen empfing.
Das Feuer verzehrt den Rost
Traktat vom Fegefeuer der hl. Katharina von Genua · Treatise on Purgatory, Kapitel II, S. 6–7 (Übersetzung 1858) · Primärtext↗Einordnung der Quelle
Der Text zeigt: Katharina beschreibt die Läuterung mit dem Bild „Das Feuer verzehrt den Rost“.
Die Grenze: Katharina spricht in einem geistlichen Bild; die Lehre von der Läuterung hat die Kirche im Anschluss an die Schrift und ihre Überlieferung vor allem auf den Konzilien von Florenz und Trient formuliert (KKK 1030–1032).
Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Der kurze Auszug stammt aus Kapitel II der gemeinfreien englischen Ausgabe von 1858. Er gehört zu einer Überlieferung, deren endgültige Fassung 1551 in drei Teilen veröffentlicht wurde und bei der Cattaneo Marabotto als Verfasser oder Redaktor der endgültigen Fassung genannt wird. Die späteren Ausgaben machen die zusammengesetzte Überlieferung und die Zuschreibung an Marabotto und Vernazza sichtbar, entscheiden die Autorschaftsfrage aber nicht endgültig.
Historischer Text
Im englischen Quellauszug heißt es: the fire consumes the rust. Die eigene deutsche Übersetzung dieser gemeinfreien englischen Ausgabe von 1858 lautet: „Das Feuer verzehrt den Rost“.
Vollständigen historischen Text öffnen: Katharina von GenuaWarum diese Stelle wichtig ist
Der Rost steht für das, was der Reinigung bedarf; das Feuer verzehrt ihn. So macht das Bild die Läuterung durch die Liebe Gottes verständlich.
Quellen und HinweiseKKK 1030–1032, 1472–1473
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 1030–1032, 1472–1473Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Reinigung nach dem Tod und Gebet für Verstorbene.