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Fragen & Antworten

Die häufigsten Fragen an den katholischen Glauben – kurz beantwortet

Die Fragen, die im Gespräch zwischen Katholiken und evangelischen Christen immer wieder fallen: zuerst die Antwort der Kirche, dann die Bibelstelle, die sie trägt, und der stärkste Einwand.

Alle Fragen, nach Thema geordnet

68 Antworten

Eucharistie und Messopfer

Ist die Eucharistie nur ein Symbol?

Nein. In der Eucharistie ist Christus mit Leib und Blut, Seele und Gottheit wahrhaft, wirklich und substanzhaft gegenwärtig: Nach der Konsekration sind Brot und Wein in Wirklichkeit sein Leib und sein Blut, auch wenn ihre Gestalten bleiben (KKK 1374; 1376). Wer die Kommunion empfängt, hat darum wirkliche Teilhabe an Christus, an seinem hingegebenen Leib und seinem vergossenen Blut. Sein einmaliges Kreuzesopfer wird darin sakramental gegenwärtig, ohne wiederholt zu werden. Das Konzil von Trient hat diesen Glauben der Kirche verbindlich erklärt.

Die Begründung in der Schrift

Die Einsetzungsworte lauten: „Das ist mein Leib“ (Lk 22,19; 1 Kor 11,24). Wer unwürdig isst, „macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn“, und wer isst, „ohne den Leib zu unterscheiden“, zieht sich das Gericht zu (1 Kor 11,27.29): Paulus misst den Empfang am Leib und Blut des Herrn selbst. Er nennt das gebrochene Brot „Teilhabe am Leib Christi“ (1 Kor 10,16), und Johannes 6 führt die Rede vom Brot des Lebens zur Gabe seines Fleisches für das Leben der Welt.

Der stärkste Einwand

„Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lk 22,19) könne heißen, dass Brot und Wein nur an Christi Hingabe erinnern, so wie er sich auch bildlich „die Tür“ nennt (Joh 10,9).

Ausführlich verstehen: Die wirkliche Gegenwart Christi in der EucharistieThema: Eucharistie und Messopfer
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Was hat Maleachi mit der Messe zu tun?

Maleachi verheißt eine reine Opfergabe, die an jedem Ort unter den Völkern dargebracht wird. Die Kirche erkennt darin die Eucharistie, in der das eine Opfer Christi unter den Völkern gegenwärtig wird. Der Prophet sieht voraus, dass die Völker selbst am wahren Gottesdienst teilnehmen.

Die Begründung in der Schrift

Maleachi 1,10–11 stellt die Opfer, an denen Gott kein Gefallen hat, der „reinen Opfergabe“ gegenüber, die an jedem Ort unter den Völkern dargebracht wird; der Prophet spricht damit von einer Opfergabe, nicht bloß von Gebet. Erfüllt sieht die Kirche diese Verheißung im Kreuzesopfer Christi und in der Danksagung, die er seiner Kirche aufgetragen hat.

Der stärkste Einwand

Maleachi nennt weder Brot und Wein noch die Eucharistie; die reine Opfergabe könne das geistliche Opfer des Gebets meinen, das die Völker Gott darbringen.

Ausführlich verstehen: Das reine Opfer unter den VölkernThema: Eucharistie und Messopfer
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Die Stellen im Zusammenhang

Warum kann ein Diakon den eucharistischen Segen erteilen?

Im eucharistischen Segen segnet Christus selbst, der in der konsekrierten Hostie gegenwärtig ist; der Spender macht mit dem Allerheiligsten das Kreuzzeichen über die Gläubigen. Wer diesen Dienst übernimmt, regelt das Kirchenrecht: Aussetzung und Segen sind Aufgabe des Priesters oder des Diakons; ein Akolyth oder ein anderer Beauftragter darf das Allerheiligste unter bestimmten Umständen aussetzen, aber nicht den Segen erteilen (CIC can. 943). Nicht der Diakon ersetzt Christus; Christus segnet durch seinen Dienst.

Die Begründung in der Schrift

Die Schrift bezeugt die Anbetung des auferstandenen Christus (Mt 28,9.17) und bekennt den Namen Jesu, der größer ist als alle Namen (Phil 2,9–11). Daraus folgen die Anbetung und der Segen mit dem Allerheiligsten; wer den Segen erteilt, legt die Ordnung der Kirche fest.

Der stärkste Einwand

Ein Diakon hat nicht die Priesterweihe; einen Segen mit dem Allerheiligsten zu erteilen, scheint über seinen Dienst hinauszugehen.

Ausführlich verstehen: Aussetzung und eucharistischer SegenThema: Eucharistie und Messopfer
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Maria: Seligpreisung, Fürbitte und die Mutter des Herrn

Beten Katholiken Maria an?

Nein. Die Anbetung gebührt Gott allein (Mt 4,10). Maria ehren Katholiken mit einer besonderen Verehrung, die sich wesentlich von der Anbetung unterscheidet (LG 66; KKK 971). Wenn Katholiken „zu Maria beten“, bitten sie sie um ihre Fürsprache, wie Christen einander um ihr Gebet bitten; sie beten sie nicht als Gott an. Diese Bitte bleibt auf Christus hin geordnet, den einzigen Mittler.

Die Begründung in der Schrift

Die Schrift verbietet, ein Geschöpf anzubeten: „Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen“ (Mt 4,10; vgl. Offb 22,8–9). Zugleich sagt Maria voraus: „Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter“ (Lk 1,48), und Elisabet preist sie selig, weil sie geglaubt hat (Lk 1,45). Aus diesem Zeugnis unterscheidet die Kirche die Ehre, die Maria erwiesen wird, von der Anbetung, die Gott allein gilt.

Der stärkste Einwand

Gebete, Lieder und Kniebeugen vor einem Marienbild scheinen einem Geschöpf die Ehre zu erweisen, die nach Mt 4,10 Gott allein gebührt.

Ausführlich verstehen: Maria wird seliggepriesen: Die Schriftstellen und die Lehre der KircheThema: Maria: Seligpreisung, Fürbitte und die Mutter des Herrn
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Die Stellen im Zusammenhang

Warum verehren Katholiken Maria?

Die Kirche verehrt Maria, weil Gott sie erwählt und begnadet hat: Durch sie ist der Sohn Gottes Mensch geworden, und sie hat als erste geglaubt. Ihre Verehrung ist die Antwort auf Gottes Werk an ihr und bleibt auf Christus bezogen, von dem sie alles empfangen hat.

Die Begründung in der Schrift

Elisabet preist Maria selig, weil sie geglaubt hat (Lk 1,42–45). Maria selbst sagt voraus: „Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter“ (Lk 1,48), denn „der Mächtige hat Großes an mir getan“ (Lk 1,49). Wenn die Kirche Maria ehrt, erfüllt sie dieses Wort und ehrt die, an der Gott selbst Großes getan hat.

Der stärkste Einwand

Die Ehre gebührt Gott allein; wer Maria verehrt, scheint den Blick von Christus auf ein Geschöpf zu lenken.

Ausführlich verstehen: Maria wird seliggepriesen: Die Schriftstellen und die Lehre der KircheThema: Maria: Seligpreisung, Fürbitte und die Mutter des Herrn
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Die Stellen im Zusammenhang

Warum heißt Maria Mutter Gottes?

Maria heißt Mutter Gottes, weil der, den sie geboren hat, wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Der Titel bezeichnet nicht Maria als Ursprung der Gottheit, sondern bekennt die Einheit der Person Christi. Das Konzil von Ephesus hat diese Sprache 431 bestätigt, um den einen Sohn Gottes zu schützen.

Die Begründung in der Schrift

Elisabet nennt Maria die Mutter des Herrn (Lk 1,43); Maria selbst preist den Herrn, der an ihr Großes getan hat (Lk 1,49). Die Kirche bekennt damit, dass Gott selbst in Jesus von Nazareth Mensch geworden ist.

Der stärkste Einwand

Maria ist die Mutter des Menschen Jesus; der Titel „Mutter Gottes“ scheint sie über Gott zu stellen, als stamme die Gottheit Christi von ihr.

Ausführlich verstehen: Wahrer Gott und wahrer Mensch: GottesgebärerinThema: Maria: Seligpreisung, Fürbitte und die Mutter des Herrn
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Ist Maria immer Jungfrau geblieben?

Die Kirche bekennt Maria als immerwährende Jungfrau: Sie ist vor, in und nach der Geburt Christi wirklich, auch leiblich, Jungfrau geblieben (KKK 499). Darin zeigt sich, dass ihr ganzes Leben dem einen Sohn gehört, den Gott ihr anvertraut hat. Die Schrift nennt sie durchgehend die Mutter Jesu und nennt keine weiteren Kinder Marias.

Die Begründung in der Schrift

Marias Frage „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ (Lk 1,34) führt zur Antwort des Engels: Jesus wird ohne Zutun eines Mannes durch den Heiligen Geist empfangen. Jakobus und Josef, die Matthäus „Brüder“ Jesu nennt (Mt 13,55), sind Söhne einer anderen Maria, die bei der Kreuzigung von Weitem zusieht (Mt 27,56; vgl. Mk 15,40; KKK 500); „Bruder“ bezeichnet wie im Alten Testament auch nahe Verwandte (Gen 13,8). Nur Jesus heißt „der Sohn der Maria“ (Mk 6,3). Zeugnis der Kirche: Hieronymus hat im vierten Jahrhundert gegen Helvidius begründet, dass die Brüder Jesu Verwandte sind.

Der stärkste Einwand

Die Evangelien nennen Jakobus, Josef, Simon und Judas Brüder Jesu und erwähnen auch seine Schwestern (Mt 13,55–56; Mk 6,3); das klingt nach weiteren Kindern Marias.

Ausführlich verstehen: Ist Maria immer Jungfrau geblieben?Thema: Maria: Seligpreisung, Fürbitte und die Mutter des Herrn
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Die Stellen im Zusammenhang

Steht die Unbefleckte Empfängnis in der Bibel?

Die Kirche hat 1854 als von Gott geoffenbarte Wahrheit definiert, dass Maria im ersten Augenblick ihrer eigenen Empfängnis im Hinblick auf die Verdienste Christi von jedem Makel der Erbsünde bewahrt wurde; auch sie ist also durch Christus erlöst, und zwar auf vorbeugende Weise (KKK 491–492). Gemeint ist nicht die jungfräuliche Empfängnis Jesu. Der Ausdruck steht nicht in der Schrift; die Kirche hat diese Wahrheit im Lauf der Jahrhunderte tiefer erkannt (KKK 491).

Die Begründung in der Schrift

Der Engel grüßt Maria als die Begnadete (Lk 1,28), Elisabet nennt sie die Gesegnete unter den Frauen (Lk 1,42). Aus diesem Zeugnis und der apostolischen Überlieferung entfaltet die Kirche, dass die Erlösung Christi Maria von Anfang an ergriffen hat.

Der stärkste Einwand

„Alle haben ja gesündigt“ (Röm 3,23), und Maria nennt Gott ihren Retter (Lk 1,47); eine Bewahrung vor der Erbsünde scheint sie aus der Erlösung durch Christus herauszunehmen.

Ausführlich verstehen: Maria, durch Christus vorbeugend erlöstThema: Maria: Seligpreisung, Fürbitte und die Mutter des Herrn
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Die Stellen im Zusammenhang

Ist Maria die Bundeslade des neuen Bundes?

Die Kirche erkennt in Maria die Bundeslade des neuen Bundes (KKK 2676): Wie die Lade den Bund barg, so trägt Maria den fleischgewordenen Sohn Gottes. Die Typologie ist aus der Schrift selbst gewonnen und sagt zuerst etwas über den, den Maria trägt. Maria bleibt darin ganz auf Christus hingeordnet.

Die Begründung in der Schrift

Lukas erzählt den Besuch Marias mit Zügen aus der Überführung der Bundeslade: David fragt „Wie soll die Lade des HERRN jemals zu mir kommen?“ (2 Sam 6,9), Elisabet „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ (Lk 1,43). David hüpft und tanzt vor dem HERRN, als die Lade in die Davidstadt kommt (2 Sam 6,16), das Kind hüpft in Elisabets Leib (Lk 1,41.44); die Lade bleibt drei Monate im Haus Obed-Edoms (2 Sam 6,11), Maria etwa drei Monate bei Elisabet (Lk 1,56). In der Offenbarung wird die Lade im himmlischen Tempel sichtbar, unmittelbar bevor die Frau mit dem Kind erscheint (Offb 11,19–12,1).

Der stärkste Einwand

Lukas nennt Maria nirgends Bundeslade; die Anklänge an 2 Samuel 6 könnten zufällig sein und keine Typologie tragen.

Ausführlich verstehen: Maria als Bundeslade des neuen BundesThema: Maria: Seligpreisung, Fürbitte und die Mutter des Herrn
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Heilige und Fürbitte: Gemeinschaft unter dem einen Mittler

Darf man Heilige anrufen?

Die Kirche bittet die Heiligen um ihre Fürsprache, weil sie mit Christus leben und mit der pilgernden Kirche verbunden bleiben. Diese Bitte ist keine Anbetung und keine Totenbeschwörung: Sie richtet sich an lebende Glieder des Leibes Christi und erfleht ihr Gebet. Allwissend sind die Heiligen nicht; Gott lässt sie an seiner Erkenntnis und an seiner Sorge für die Kirche teilhaben: „Sie betrachten Gott, loben ihn und sorgen unablässig für jene, die sie auf Erden zurückließen“ (KKK 2683). Gott allein gebührt die Anbetung; die Heiligen werden als Zeugen seiner Gnade verehrt.

Die Begründung in der Schrift

Offenbarung 5,8 und 8,3–4 zeigen die Gebete der Heiligen vor Gottes Thron; 2 Makkabäer 15,12–16 schildert den verstorbenen Jeremia als Fürsprecher. Nach Lukas 15,7.10 herrscht im Himmel Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt. Aus dieser Gemeinschaft entfaltet die Kirche die Bitte um ihre Fürsprache.

Der stärkste Einwand

Nur Gott ist allwissend. Wie sollen verstorbene Heilige die Bitten unzähliger Menschen hören, ohne dass man ihnen göttliche Eigenschaften zuschreibt?

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Die Stellen im Zusammenhang

Ist Jesus nicht der einzige Mittler?

Christus ist der eine Mittler zwischen Gott und den Menschen, und die Fürbitte der Heiligen tritt nicht neben ihn. Sie lebt von seiner Mittlerschaft und wird von ihm getragen, wie auch die Fürbitte der Christen auf Erden. Die Heiligen sind keine zweite Instanz, sondern Glieder des Leibes, deren Gebet durch Christus zu Gott gelangt.

Die Begründung in der Schrift

1 Timotheus 2,5 bekennt den einen Mittler, und 1 Timotheus 2,1 fordert zugleich die Fürbitte für alle Menschen. Beide Aussagen gehören zusammen: Menschliche Fürbitte ist ein Dienst unter der einen Mittlerschaft Christi.

Der stärkste Einwand

„Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und Menschen: der Mensch Christus Jesus“ (1 Tim 2,5). Wer Heilige um ihre Fürsprache bittet, scheint neben Christus weitere Mittler zu setzen.

Ausführlich verstehen: Christus ist der eine MittlerThema: Heilige und Fürbitte: Gemeinschaft unter dem einen Mittler
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Die Stellen im Zusammenhang

Beten die Heiligen für uns?

Die Kirche bekennt, dass die Heiligen für die Lebenden bitten, weil der Tod die Gemeinschaft in Christus nicht trennt. Die Schrift zeigt betende Gerechte vor Gottes Thron und die Gebete der Heiligen als Teil der himmlischen Liturgie. Die Kirche bittet sie deshalb um ihr Gebet und vertraut darauf, dass diese Gemeinschaft die Kirche auf Erden erreicht.

Die Begründung in der Schrift

Offenbarung 5,8 und 8,3–4 nennen die Gebete der Heiligen vor Gott; 2 Makkabäer 15,12–16 zeigt den verstorbenen Jeremia, der für Volk und Stadt betet. Tobit 12,12 bezeugt, dass Gebete vor die Herrlichkeit des Herrn getragen werden.

Der stärkste Einwand

Offenbarung 5,8 könne die Gebete der Christen auf Erden meinen, die vor Gott getragen werden; dass verstorbene Heilige selbst für die Lebenden bitten, sage die Stelle nicht.

Ausführlich verstehen: Gebete der Heiligen vor Gottes ThronThema: Heilige und Fürbitte: Gemeinschaft unter dem einen Mittler
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Was zeigt 2 Makkabäer 15?

2 Makkabäer 15 zeigt den verstorbenen Propheten Jeremia, der für das Volk und die heilige Stadt betet. Damit bezeugt der Text, dass ein Gerechter nach seinem Tod für die Lebenden eintritt. Die Kirche zählt das zweite Makkabäerbuch zu den Büchern des Alten Testaments (KKK 120) und sieht darin ein biblisches Zeugnis für die Fürbitte der Heiligen.

Die Begründung in der Schrift

Der Text schildert Jeremia als Freund seiner Brüder, der viel für das Volk und die heilige Stadt betet (2 Makk 15,12–16). Zusammen mit 2 Makkabäer 12,43–45 bezeugt das Buch Gebet und Sühne über den Tod hinaus.

Der stärkste Einwand

Das zweite Makkabäerbuch steht nicht in der hebräischen Bibel, und die Kirchen der Reformation zählen es nicht zum Alten Testament; eine Lehre könne darauf nicht gestützt werden.

Ausführlich verstehen: Jeremia bittet für Volk und heilige StadtThema: Heilige und Fürbitte: Gemeinschaft unter dem einen Mittler
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Die Stellen im Zusammenhang

Können Verstorbene für uns beten?

Ja. Die Schrift zeigt die Verstorbenen als lebendig bei Gott und in die eine Gemeinschaft des Heils eingeordnet; Jesus bezeugt, dass Gott der Gott der Lebenden ist. Aus dieser Gemeinschaft bekennt die Kirche, dass die vollendeten Gerechten für die Kirche auf Erden bitten. Der Tod trennt die Gemeinschaft der Heiligen nicht.

Die Begründung in der Schrift

Hebräer 12,1 nennt die Wolke der Zeugen, Hebräer 12,22–24 die Geister der vollendeten Gerechten; Lukas 20,38 bezeugt, dass für Gott alle leben. Offenbarung 6,9–11 zeigt die Getöteten vor Gottes Thron.

Der stärkste Einwand

„Die Toten aber erkennen nichts mehr“ (Koh 9,5); Verstorbene scheinen darum nicht für die Lebenden beten zu können.

Ausführlich verstehen: Für Gott leben die VerstorbenenThema: Heilige und Fürbitte: Gemeinschaft unter dem einen Mittler
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Petrus und Papstamt

Wo steht der Papst in der Bibel?

Jesus gibt Petrus unter den Zwölfen eine besondere Aufgabe: Er nennt ihn den Felsen, verheißt ihm die Schlüssel des Himmelreichs und vertraut ihm nach der Auferstehung die ganze Herde an. Die Kirche lehrt verbindlich, dass dieses Amt nach dem Willen Christi in den Bischöfen von Rom fortdauert: Das Erste Vatikanische Konzil hat es definiert, und das Zweite Vatikanische Konzil hat die Lehre über Einrichtung, Dauer und Gewalt dieses Primats erneut „allen Gläubigen fest zu glauben“ vorgelegt (LG 18; KKK 881–882). Das Wort „Papst“ steht nicht in der Bibel; der Dienst, den es bezeichnet, wird aus den Petrustexten und ihrer Weitergabe in der Kirche von Rom begründet.

Die Begründung in der Schrift

Matthäus 16,18–19 nennt Felsen und Schlüssel, Lukas 22,31–32 die Stärkung der Brüder, Johannes 21,15–17 den Hirtenauftrag. Die Apostelgeschichte zeigt Petrus als Sprecher der Apostel (Apg 1,15; 2,14; 15,7). Zeugnis der Kirche: Die frühe Kirche bezeugt, dass dieser Dienst im Bischof von Rom weitergeführt wird.

Der stärkste Einwand

Das Neue Testament nennt weder einen Papst noch einen Nachfolger des Petrus in Rom; die Aufträge Jesu könnten Petrus persönlich gegolten haben.

Ausführlich verstehen: Der Fels und die Schlüssel des HimmelreichsThema: Petrus und Papstamt
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Die Stellen im Zusammenhang

Sichtbare Kirche und Lehramt

Ist die katholische Kirche die einzige wahre Kirche?

Ja. Die eine Kirche Christi, die das Glaubensbekenntnis als die eine, heilige, katholische und apostolische bekennt, „ist verwirklicht in der katholischen Kirche, die vom Nachfolger Petri und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird“ (LG 8; KKK 816); nur durch sie kann man „die ganze Fülle der Heilsmittel erlangen“ (UR 3; KKK 816). Zugleich lehrt das Konzil, dass außerhalb ihres Gefüges „vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit zu finden sind“ (LG 8), darunter das geschriebene Wort Gottes, das Leben der Gnade, Glaube, Hoffnung und Liebe (UR 3; KKK 819). Der Geist Christi bedient sich der getrennten Kirchen und Gemeinschaften als Mittel zum Heil; ihre Kraft kommt aus der Fülle, die Christus der katholischen Kirche anvertraut hat (KKK 819). Wer in ihnen geboren ist und an Christus glaubt, trägt keine Schuld an der Trennung; er ist durch die Taufe Christus eingegliedert, und die Katholiken erkennen ihn als Bruder im Herrn an (UR 3; KKK 818).

Die Begründung in der Schrift

Jesus sagt zu Petrus: „auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“ (Mt 16,18), und er bittet den Vater für alle, die durch das Wort der Apostel an ihn glauben: „Alle sollen eins sein“ (Joh 17,20–21). Der Epheserbrief beschreibt diese Einheit konkret: „Ein Leib und ein Geist“, „ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“ (Eph 4,4–5).

Der stärkste Einwand

Viele Christen außerhalb der katholischen Kirche glauben an Christus, sind getauft und leben aus der Schrift; die Frucht des Geistes ist in ihrem Leben sichtbar. Der Anspruch, die eine Kirche Christi zu sein, scheint ihren Glauben und ihr christliches Leben zu übergehen.

Ausführlich verstehen: Ein Leib, ein Glaube, eine TaufeThema: Sichtbare Kirche und Lehramt
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Die Stellen im Zusammenhang

Schrift und Tradition

Reicht die Bibel allein?

Die Heilige Schrift ist Gottes inspiriertes Wort, und die Kirche empfängt sie zusammen mit der apostolischen Überlieferung: Beide „bilden den einen der Kirche überlassenen heiligen Schatz des Wortes Gottes“ (DV 10), und darum schöpft die Kirche ihre Gewissheit über alles Geoffenbarte nicht aus der Schrift allein (DV 9; KKK 80–82). Die Bibel lehrt selbst nicht, dass sie allein die Regel des Glaubens sei. 2 Tim 3,16 bezeugt ihre göttliche Eingebung und ihren Nutzen, und mit den heiligen Schriften, die Timotheus von Kindheit an kennt, sind dem Zusammenhang nach die Schriften Israels gemeint (2 Tim 3,15). Welche Bücher zur Schrift gehören, nennt die Bibel ebenfalls nicht; durch die Überlieferung „wird der Kirche der vollständige Kanon der Heiligen Bücher bekannt“ (DV 8), und wer die Schrift als einzige Norm nennt, setzt dieses Urteil schon voraus. Das Lehramt ist dabei „nicht über dem Wort Gottes, sondern dient ihm“ (DV 10): Es lehrt nur, was überliefert ist.

Die Begründung in der Schrift

Paulus mahnt: „Seid also standhaft, Brüder und Schwestern, und haltet an den Überlieferungen fest, in denen wir euch unterwiesen haben, sei es mündlich, sei es durch einen Brief!“ (2 Thess 2,15). Er trägt Timotheus auf, das Gehörte „zuverlässigen Menschen“ anzuvertrauen, „die fähig sein werden, auch andere zu lehren“ (2 Tim 2,2), und nennt die Kirche des lebendigen Gottes „Säule und Fundament der Wahrheit“ (1 Tim 3,15).

Der stärkste Einwand

Paulus schreibt: „Jede Schrift ist, als von Gott eingegeben, auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit“ (2 Tim 3,16). Wenn Gott selbst in der Schrift spricht, scheint sie alles zu enthalten, was zum Glauben und zum Leben nötig ist; jede weitere Überlieferung wäre Menschenwort, das sich an der Schrift messen lassen muss.

Ausführlich verstehen: Mündlich und brieflich: Paulus ruft zum Festhalten an der Überlieferung aufThema: Schrift und Tradition
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Dogma und Glaubenslehre

Stehen Dogmen in der Bibel?

Nicht jedes Dogma steht ausdrücklich in der Bibel, aber keines ist eine neue Offenbarung: Dogmen legen verbindlich vor, was Gott in Christus ein für alle Mal geoffenbart hat (KKK 66; 88). Manche stehen deutlich in der Schrift, etwa die Gottheit Christi; andere sind dort grundgelegt und wurden in der Überlieferung der Kirche tiefer verstanden, etwa die Unbefleckte Empfängnis (KKK 94; 491). Denn die Kirche schöpft „ihre Gewißheit über alles Geoffenbarte nicht aus der Heiligen Schrift allein“ (DV 9). Neue Wörter wie „wesensgleich“ schützen dabei die biblische Wahrheit gegen eine Verkürzung.

Die Begründung in der Schrift

Apostelgeschichte 15 zeigt eine verbindliche Entscheidung der apostolischen Kirche, Apostelgeschichte 16,4–5 ihre Übermittlung an die Gemeinden. Judas 3 nennt den Glauben, der ein für alle Mal übergeben ist.

Der stärkste Einwand

Was nicht in der Schrift steht, könne nicht verbindlich zu glauben sein; Begriffe wie „wesensgleich“ oder die Unbefleckte Empfängnis stehen nicht im Neuen Testament.

Ausführlich verstehen: Das Apostelkonzil entscheidet verbindlichThema: Dogma und Glaubenslehre
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Die Stellen im Zusammenhang

Hat die Kirche die Dogmen erfunden?

Die Kirche hat die Dogmen formuliert, nicht erfunden: Sie spricht verbindlich aus, was sie als offenbarte Wahrheit empfangen hat. Der Glaube ist ein für alle Mal übergeben; die Kirche bewahrt ihn und klärt ihn, wenn er bestritten wird. Die spätere Formulierung dient der treuen Bewahrung des Ursprungs.

Die Begründung in der Schrift

Judas 3 nennt den ein für alle Mal übergebenen Glauben; 2 Timotheus 1,13–14 und 2 Thessalonicher 2,15 sprechen vom Festhalten an der überlieferten Lehre. Die Kirche bewahrt dieses Gut durch die Jahrhunderte.

Der stärkste Einwand

Dogmen wie die Unbefleckte Empfängnis wurden erst Jahrhunderte nach den Aposteln verkündet; was so spät verbindlich wird, scheint eine Neuerung zu sein.

Ausführlich verstehen: Der Glaube ist ein für alle Mal übergebenThema: Dogma und Glaubenslehre
Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Ist der Papst immer unfehlbar?

Nein. Unfehlbar lehrt der Papst nur, wenn er als Hirte und Lehrer aller Christen mit seiner höchsten Autorität eine Lehre über Glauben oder Sitten in einem endgültigen Akt verkündet, sodass die ganze Kirche sie festhalten muss (LG 25). Seine übrige amtliche Lehre verlangt religiösen Gehorsam des Willens und des Verstandes, ist aber nicht unfehlbar; private Meinungen, Interviews und historische Einschätzungen haben diesen Rang nicht. Unfehlbarkeit bedeutet auch nicht, dass der Papst ohne Sünde wäre.

Die Begründung in der Schrift

Matthäus 16,18–19 überträgt Petrus die Schlüssel und die Binde- und Lösegewalt, Lukas 22,31–32 den Auftrag, die Brüder im Glauben zu stärken, und 1 Timotheus 3,15 nennt die Kirche Säule und Fundament der Wahrheit. Lehrklärung der Kirche: Seit 1870 ist genau bestimmt, wann dieser Dienst unfehlbar ausgeübt wird: als Hirte und Lehrer aller Christen, mit höchster apostolischer Autorität, in einer für die ganze Kirche zu haltenden Lehre über Glauben oder Sitten und in einem endgültigen Entscheid. Lumen gentium 25 und der Lehrmäßige Kommentar zur Professio fidei unterscheiden davon die endgültig festzuhaltenden Wahrheiten, die mit der Offenbarung verbunden sind, ohne als formell geoffenbart vorgelegt zu werden, und die nicht endgültige authentische Lehrverkündigung.

Der stärkste Einwand

Wenn ein Mensch unfehlbar lehrt, scheint er an die Stelle Gottes zu treten. Außerdem hat die Kirche schwere Fehler und Irrtümer ihrer Amtsträger erlebt; wie kann dann ein päpstlicher Lehrakt unfehlbar sein?

Ausführlich verstehen: Das Dogma der Unfehlbarkeit ist eine spätere PräzisierungThema: Dogma und Glaubenslehre
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Die Stellen im Zusammenhang

Steht die Dreifaltigkeit wörtlich in der Bibel?

Das Wort „Dreifaltigkeit“ steht nicht in der Bibel; die Wirklichkeit, die es benennt, bezeugt sie deutlich. Die Schrift zeigt den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist in ihrem gemeinsamen Wirken, und die Kirche hat diese Wahrheit in der Taufe und im Bekenntnis von Anfang an gelebt. Die spätere Formel schützt, was die apostolische Kirche schon bekannte.

Die Begründung in der Schrift

Die Taufe geschieht auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (Mt 28,19), und der Segen nennt die drei zusammen (2 Kor 13,13). Lehrklärung der Kirche: Das Konzil von Nizäa bekannte 325 den Sohn als „eines Wesens mit dem Vater“; das Konzil von Konstantinopel bekannte 381 auch den Heiligen Geist als den Herrn, der lebendig macht und aus dem Vater hervorgeht (KKK 242; 245).

Der stärkste Einwand

Das Wort „Dreifaltigkeit“ kommt in der Bibel nicht vor; die Lehre von drei Personen in einem Gott scheint erst von späteren Konzilien eingeführt worden zu sein.

Ausführlich verstehen: Der Sohn ist wahrhaft Gott: was die Schriftstellen bezeugen und wie die Kirche es bekenntThema: Dogma und Glaubenslehre
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Die Stellen im Zusammenhang

Können Konzilien irren?

Ein ökumenisches Konzil, das vom Nachfolger Petri bestätigt oder wenigstens angenommen ist, lehrt unfehlbar, wenn es eine Glaubens- oder Sittenlehre als endgültig verpflichtend vorlegt; seinen Definitionen ist mit Glaubensgehorsam anzuhangen (LG 22; 25; KKK 891). Seine disziplinären Beschlüsse und seine nicht endgültigen Lehraussagen sind verbindlich, aber nicht unfehlbar; als unfehlbar definiert gilt eine Lehre nur, wenn dies offensichtlich feststeht (CIC can. 749 § 3). Die Kirche vertraut dabei nicht auf die Klugheit einer Versammlung, sondern auf die Zusage Christi, der seiner Kirche den Geist der Wahrheit verheißen hat (Joh 16,13).

Die Begründung in der Schrift

Apostelgeschichte 15 zeigt die erste verbindliche Entscheidung der apostolischen Kirche, die den Gemeinden überbracht wird (Apg 16,4–5). Christus verheißt seiner Kirche den Geist, der in die ganze Wahrheit führt (Joh 16,13).

Der stärkste Einwand

Alle Synoden und Konzilien seit der Zeit der Apostel können irren, und viele haben geirrt (Westminster-Bekenntnis 31,3); eine unwiderrufliche Autorität scheint darum keinem Konzil zuzukommen.

Ausführlich verstehen: Das Apostelkonzil entscheidet verbindlichThema: Dogma und Glaubenslehre
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Die Stellen im Zusammenhang

Glaube, Gnade und Werke: Leben aus der Gemeinschaft mit Christus

Was bedeutet allein aus Gnade?

Allein aus Gnade heißt: Gott handelt zuerst. Niemand kann die erste Gnade verdienen, aus der Bekehrung, Vergebung und Rechtfertigung hervorgehen (KKK 2010). Der Mensch empfängt sie im Glauben und wird so mit Christus verbunden; aus dieser Gemeinschaft wachsen Liebe und konkrete Werke. Weil Gott in Freiheit verfügt hat, den Menschen mit seiner Gnade mitwirken zu lassen, sind diese Werke nach der Lehre der Kirche wirklich verdienstlich, ein „Recht aus Gnade“ (KKK 2008–2009): Wer in der Gnade lebt, kann sich, vom Heiligen Geist und von der Liebe angetrieben, die Gnaden verdienen, die zum Wachstum der Gnade und zum Erlangen des ewigen Lebens beitragen (KKK 2010). Auch dieses Verdienst ist Gottes Geschenk: „Die Verdienste unserer guten Werke sind Geschenke der göttlichen Güte“ (KKK 2009).

Die Begründung in der Schrift

Paulus schließt das Rühmen aus (Röm 3,27) und lehrt, dass der Mensch „gerecht wird durch Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes“ (Röm 3,28). „Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft“ (Eph 2,8); zugleich sind die Glaubenden „in Christus Jesus zu guten Werken erschaffen“ (Eph 2,10).

Der stärkste Einwand

Wenn die Werke des Gerechtfertigten verdienstlich sind, scheint das Heil am Ende doch an der eigenen Leistung zu hängen. Paulus sagt aber: „nicht aus Werken, damit keiner sich rühmen kann“ (Eph 2,9).

Ausführlich verstehen: Aus Gnade gerettet und zu guten Werken geschaffenThema: Glaube, Gnade und Werke: Leben aus der Gemeinschaft mit Christus
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Die Stellen im Zusammenhang

Rettet der Glaube allein?

Der Mensch wird aus Gnade durch den Glauben gerechtfertigt, aber nicht durch einen Glauben ohne Hoffnung und Liebe: „Der Glaube ohne Hoffnung und Liebe vereint den Gläubigen nicht voll mit Christus und macht ihn nicht zu einem lebendigen Glied seines Leibes“ (KKK 1815). Gott spricht den Sünder nicht nur frei; die Rechtfertigung ist „nicht nur Vergebung der Sünden …, sondern auch Heiligung und Erneuerung des inneren Menschen“ (KKK 1989), und Gott gewährt sie in der Taufe, dem Sakrament des Glaubens (KKK 1992). Auch die Liebe, die diesen Glauben lebendig macht, ist Gottes Gabe, denn sie „ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist“ (Röm 5,5). Darum widersprechen sich Paulus und Jakobus nicht: Paulus schließt Werke aus, die der Mensch Gott als eigene Leistung vorweisen könnte, Jakobus verlangt die Werke des Glaubens, der durch die Liebe wirkt. Das Konzil von Trient hat verbindlich gelehrt, dass der Sünder nicht durch den Glauben allein gerechtfertigt wird, wenn das heißen soll, dass zur Erlangung der Gnade der Rechtfertigung nichts anderes mitwirken muss (Sitzung VI, Kanon 9; DH 1559).

Die Begründung in der Schrift

Jakobus stellt die Frage selbst: „Was nützt es, meine Brüder und Schwestern, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten?“ (Jak 2,14). Seine Antwort lautet: „Ihr seht, dass der Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein“ (Jak 2,24). Paulus schließt die Werke des Gesetzes als Grund der Rechtfertigung aus (Röm 3,28) und nennt den Glauben, auf den es ankommt: „der Glaube, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6).

Der stärkste Einwand

Paulus schreibt: „Dem aber, der keine Werke tut, sondern an den glaubt, der den Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet“ (Röm 4,5). Darum lehrt das Augsburger Bekenntnis, dass der Mensch vor Gott nicht durch sein Verdienst, Werk und Genugtuung gerecht wird, sondern aus Gnade um Christi willen durch den Glauben (Art. 4). Wenn Liebe und Werke zur Rechtfertigung gehören, scheint das Heil am Ende doch an der menschlichen Leistung zu hängen.

Ausführlich verstehen: Jakobus nennt den toten Glauben beim NamenThema: Glaube, Gnade und Werke: Leben aus der Gemeinschaft mit Christus
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Die Stellen im Zusammenhang

Kann ein Katholik sicher sein, gerettet zu sein?

Ein Katholik darf fest auf Gottes Treue hoffen; eine Glaubensgewissheit, dass er selbst gerechtfertigt ist und bis zum Ende ausharrt, beansprucht er nicht. Das Konzil von Trient lehrt beides: An Gottes Barmherzigkeit, am Verdienst Christi und an der Wirksamkeit der Sakramente soll kein Gläubiger zweifeln, doch mit irrtumsfreier Glaubensgewissheit weiß niemand, dass er die Gnade erlangt hat (Sitzung VI, Kap. 9 und 13). Da die Gnade übernatürlich ist, „entzieht sie sich unserer Erfahrung und ist nur durch den Glauben zu erkennen“; darum gilt: „Wir können uns also nicht auf unsere Gefühle oder Werke verlassen, um daraus zu folgern, daß wir gerechtfertigt und gerettet sind“ (KKK 2005). Die Zusage des Johannesbriefs gilt denen, die an den Namen des Sohnes Gottes glauben (1 Joh 5,13), und niemand entreißt sie Christus; doch ein Mensch kann sich selbst von der Gnade abwenden: „Wer also zu stehen meint, der gebe Acht, dass er nicht fällt“ (1 Kor 10,12). Wer die Gnade durch schwere Sünde verliert, kann sie im Bußsakrament wiedererlangen (KKK 1861; 1446). So erhofft der Christ „die Gnade der Beharrlichkeit bis zum Ende“ (KKK 2016) in einer „Haltung vertrauender Armut“; Jeanne d’Arc antwortete ihren Richtern auf die Frage, ob sie in der Gnade Gottes sei: „Falls ich nicht in ihr bin, wolle Gott mich in sie versetzen; falls ich in ihr bin, möge Gott mich in ihr bewahren“ (KKK 2005).

Die Begründung in der Schrift

Paulus verbindet Mahnung und Zusage: „Wirkt mit Furcht und Zittern euer Heil! Denn Gott ist es, der in euch das Wollen und das Vollbringen bewirkt zu seinem Wohlgefallen“ (Phil 2,12–13). Der Christ baut also auf Gottes Wirken, nicht auf seine Selbstbeobachtung. Zugleich rechnet der Apostel für sich selbst damit, dass ein Glaubender fallen kann: Er unterwirft seinen Leib, „damit ich nicht anderen verkünde und selbst verworfen werde“ (1 Kor 9,27).

Der stärkste Einwand

Der erste Johannesbrief schreibt den Glaubenden: „Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt“ (1 Joh 5,13), und Jesus sagt von seinen Schafen: „niemand wird sie meiner Hand entreißen“ (Joh 10,28). Darum lehrt das Westminster-Bekenntnis, dass ein wahrer Gläubiger schon in diesem Leben mit einer untrüglichen Glaubensgewissheit wissen kann, im Stand der Gnade zu sein (18,1–2). Ohne diese Gewissheit, so der Einwand, bliebe der Christ in der Angst, ob seine Reue echt und seine Liebe genug ist.

Ausführlich verstehen: Die Gnade trägt die freie AntwortThema: Glaube, Gnade und Werke: Leben aus der Gemeinschaft mit Christus
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Die Stellen im Zusammenhang

Taufe und Kindertaufe

Warum werden Kinder getauft?

Die Kirche tauft Kinder, weil auch sie mit einer gefallenen, durch die Erbsünde befleckten Menschennatur zur Welt kommen und der Wiedergeburt in der Taufe bedürfen (KKK 1250). Die Taufe ist wirksam, und weil die Gnade Gottes nicht an das Alter gebunden ist, tritt gerade in der Kindertaufe hervor, dass das Heil ganz ungeschuldet ist. Das Kind wird im Glauben der Kirche getauft, den Eltern und Paten bekennen; sein eigener Glaube soll aus der empfangenen Gnade wachsen (KKK 1253). Ausdrücklich bezeugt ist die Kindertaufe seit dem 2. Jahrhundert (KKK 1252).

Die Begründung in der Schrift

Petrus verbindet Taufe und Geistgabe mit der Verheißung: „Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung“ (Apg 2,39); Apostelgeschichte 16,15 und 16,33 berichten von getauften Häusern. Kolosser 2,11–12 stellt Taufe und Beschneidung zusammen: Wie die Beschneidung im alten Bund die Kinder einschloss, so gehört die Taufe dem Bund zu, in den Gott auch die Kinder hineinruft.

Der stärkste Einwand

In der Apostelgeschichte lassen sich die taufen, die das Wort angenommen haben (Apg 2,41), und Jesus sagt: „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet“ (Mk 16,16). Ein Kind, das noch nicht glauben kann, scheint die Taufe darum nicht empfangen zu können.

Ausführlich verstehen: Beschneidung und Taufe: wie die Verheißung die Kinder erreichtThema: Taufe und Kindertaufe
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Beichte und Sündenvergebung

Braucht man einen Priester für die Beichte?

Christus selbst vergibt die Sünden, und er tut es durch einen Dienst, den er seiner Kirche anvertraut hat; der Priester handelt als sein Werkzeug und als Diener der Versöhnung. Wer nach der Taufe schwer gesündigt hat, empfängt die Vergebung auf dem ordentlichen Weg im Bußsakrament: Alle schweren Sünden, deren er sich bewusst ist, bekennt er einem Priester und empfängt die Lossprechung (KKK 1456–1457). Vollkommene Reue aus Liebe zu Gott erlangt schon vorher Vergebung, wenn sie den festen Entschluss einschließt, so bald wie möglich zu beichten (KKK 1452). Lässliche Sünden müssen nicht gebeichtet werden; die Kirche empfiehlt ihr Bekenntnis aber nachdrücklich (KKK 1458).

Die Begründung in der Schrift

Johannes 20,21–23 verbindet die Sendung der Jünger, die Gabe des Heiligen Geistes und die Vollmacht, Sünden zu vergeben oder zu behalten. Matthäus 18,17–18 zeigt dieselbe Vollmacht in der Gemeinde, und 2 Korinther 5,18 nennt den Dienst der Versöhnung.

Der stärkste Einwand

Nur Gott kann Sünden vergeben: „Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?“ (Mk 2,7). Wer seine Sünden im Gebet bereut und bekennt, dem scheint Gott unmittelbar zu vergeben, ohne Bekenntnis vor einem Priester.

Ausführlich verstehen: Warum Gott durch einen anvertrauten Versöhnungsdienst handeltThema: Beichte und Sündenvergebung
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Die Stellen im Zusammenhang

Kann man sich den Himmel kaufen?

Der Himmel ist nicht käuflich. Das Heil ist Geschenk der Gnade Gottes, das niemand erkaufen kann. Der Ablass erlässt zeitliche Sündenstrafen für Sünden, deren Schuld bereits vergeben ist; die Kirche wendet dabei den Schatz der Verdienste Christi und der Heiligen zu (KKK 1471; 1478). Er setzt voraus, dass der Gläubige mit reuigem Herzen die vorgeschriebene Handlung vollzieht; zum vollkommenen Ablass gehören Beichte, Kommunion, Gebet nach der Meinung des Papstes und die Abkehr von jeder Anhänglichkeit an die Sünde. Den Ablasshandel hat die Kirche selbst als Missbrauch verurteilt: Das Konzil von Trient bekräftigte die Vollmacht, Ablässe zu gewähren, und verlangte zugleich, alle schädlichen Geldgewinne dabei abzuschaffen.

Die Begründung in der Schrift

Die Schrift bezeugt, dass die Vergebung Geschenk bleibt, und zeigt zugleich, dass auf die Vergebung konkrete Folgen und Buße folgen können (2 Sam 12,13–14). Hebräer 12,5–11 beschreibt die Erziehung Gottes an seinen Kindern als heilende Zucht.

Der stärkste Einwand

Im 16. Jahrhundert wurden Ablässe gegen Geld angeboten; die Kirche scheint damit doch Vergebung und Himmel verkauft zu haben.

Ausführlich verstehen: Was ein Ablass erlässt und warum er niemals käufliche Erlösung sein kannThema: Beichte und Sündenvergebung
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Wo steht der Ablass in der Bibel?

Das Wort „Ablass“ steht nicht in der Schrift, und seine heutige Form hat sich erst im Lauf der Kirchengeschichte entwickelt. Die Vollmacht dazu führt die Kirche aber auf Christus zurück: Sie gewährt Ablässe kraft der Binde- und Lösegewalt, die er ihr gegeben hat (Mt 16,19; Joh 20,23; KKK 1478), und hält verbindlich fest, dass Ablässe heilsam sind und dass sie die Vollmacht hat, sie zu gewähren (Konzil von Trient; Indulgentiarum doctrina 8). Die Kirche erlässt darin zeitliche Sündenstrafen, nicht die Schuld selbst, die allein Gott vergibt.

Die Begründung in der Schrift

Matthäus 16,18–19 und Johannes 20,21–23 zeigen die Vollmacht des Bindens und Lösens; nach 2 Korinther 2,6–10 verzeihen Paulus und die Gemeinde einem reuigen Sünder nach der auferlegten Strafe „im Angesicht Christi“. Paulus ergänzt, „was an den Bedrängnissen Christi noch fehlt an seinem Leib, der die Kirche ist“ (Kol 1,24), und 2 Makkabäer 12,43–45 bezeugt Gebet und Sühnopfer für Verstorbene. Aus diesem Zusammenhang entfaltet die Kirche die Lehre vom Ablass.

Der stärkste Einwand

Das Wort „Ablass“ kommt in der Bibel nicht vor; eine Praxis, die die Schrift nicht kennt, könne nicht verbindlich sein.

Ausführlich verstehen: Was ein Ablass erlässt und warum er niemals käufliche Erlösung sein kannThema: Beichte und Sündenvergebung
Weitere Fragen und Bibelstellen

Wie hängen Ablass und Fegefeuer zusammen?

Das Fegefeuer ist die abschließende Läuterung eines Menschen, der in Gottes Gnade stirbt, aber noch nicht vollkommen geläutert ist (KKK 1030). Was jede Sünde an schädlicher Bindung an die Geschöpfe zurücklässt, wird entweder auf Erden oder nach dem Tod geläutert; diese Läuterung befreit von der zeitlichen Sündenstrafe (KKK 1472). Der Ablass erlässt solche zeitlichen Strafen für Sünden, deren Schuld bereits vergeben ist. Weil die Verstorbenen zur selben Gemeinschaft der Heiligen gehören, können die Lebenden ihnen durch Gebet, das eucharistische Opfer und Ablässe helfen (KKK 1032; 1479). Beides setzt die vergebene Schuld voraus und bleibt Geschenk der Gnade.

Die Begründung in der Schrift

1 Korinther 3,12–15 zeigt das geprüfte Werk und die gerettete Person, 2 Makkabäer 12,43–45 bezeugt Gebet und Sühne für Verstorbene. Die Kirche verbindet beides: die Läuterung nach dem Tod und die Hilfe der Lebenden für die Verstorbenen.

Der stärkste Einwand

Wenn Christus die ganze Strafe getragen hat, scheint nach der Vergebung keine Strafe mehr zu bleiben, die im Fegefeuer geläutert oder durch einen Ablass erlassen werden müsste.

Ausführlich verstehen: Was ein Ablass erlässt und warum er niemals käufliche Erlösung sein kannThema: Beichte und Sündenvergebung
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Die sieben Sakramente als biblische Gesamtstruktur

Warum gibt es sieben Sakramente?

In der Kirche gibt es sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Weihe und Ehe (KKK 1113). Die Kirche hat diese Zahl nicht festgesetzt, sondern erkannt: Durch den Geist, der sie in die ganze Wahrheit führt, „hat die Kirche nach und nach dieses von Christus erhaltene kostbare Vermächtnis erkannt“, so wie sie den Kanon der heiligen Schriften erkannt hat, und unter ihren liturgischen Feiern sieben gefunden, „die im eigentlichen Sinn vom Herrn eingesetzte Sakramente sind“ (KKK 1117). Ausdrückliche Einsetzungsworte sind darum nicht der einzige Weg, auf dem die Schrift eine Einsetzung durch Christus bezeugt: Auch die Handlungen, die die Apostel in seinem Auftrag vollziehen und an die die Schrift die Gabe des Geistes, die Vergebung der Sünden oder die Gnade des Amtes bindet, hat die Kirche als seine Gabe empfangen. Das Konzil von Trient hat verbindlich gelehrt, dass alle Sakramente des Neuen Bundes von Jesus Christus eingesetzt sind und dass es weder mehr noch weniger als sieben sind (Sitzung VII, Kanon 1; DH 1601).

Die Begründung in der Schrift

Neben Taufe und Herrenmahl bezeugt das Neue Testament weitere Handlungen, an die Gott seine Gnade bindet. Die Apostel legen den Getauften in Samarien die Hände auf, „und sie empfingen den Heiligen Geist“ (Apg 8,17). Der Auferstandene gibt den Jüngern mit dem Heiligen Geist die Vollmacht, Sünden zu erlassen (Joh 20,22–23). Die Ältesten salben den Kranken, und „wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben“ (Jak 5,15). Durch die Auflegung der Hände des Paulus ist Timotheus „die Gnade Gottes“ zuteilgeworden (2 Tim 1,6).

Der stärkste Einwand

Ausdrückliche Einsetzungsworte Christi überliefert die Schrift für die Taufe und das Herrenmahl (Mt 28,19; Lk 22,19). Darum zählen die reformierten, anglikanischen und methodistischen Bekenntnisse zwei Sakramente; die Zahl sieben erscheint als spätere Zählung, die der Schrift etwas hinzufügt.

Ausführlich verstehen: Die Siebenzahl als kirchlich erkannte OrdnungThema: Die sieben Sakramente als biblische Gesamtstruktur
Weitere Fragen und Bibelstellen

Priestertum und apostolische Sukzession

Hat Jesus das Priestertum abgeschafft?

Jesus hat das levitische Priestertum des alten Bundes beendet, weil er selbst der eine und ewige Hohepriester ist. Beim Letzten Abendmahl stiftet er die Eucharistie als Gedächtnis seines Opfers und beauftragt die Apostel: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lk 22,19); damit setzt er sie zu Priestern des Neuen Bundes ein (KKK 611). Das Priestertum ist also nicht abgeschafft, sondern von Christus her neu begründet: Die Priester des Neuen Bundes feiern sein eines Opfer und leiten die Gemeinde in seinem Auftrag.

Die Begründung in der Schrift

Hebräer 7,11–28 und 10,1–18 zeigen das Ende des levitischen Priestertums und das eine Opfer Christi. Hebräer 8,1–2 nennt Christus den Hohepriester, der im wahren Heiligtum dient.

Der stärkste Einwand

Der Hebräerbrief kennt im Neuen Bund nur noch einen Priester, Christus; das levitische Priestertum ist mit seinen Opfern zu Ende gekommen (Hebr 7–10).

Ausführlich verstehen: Was mit dem levitischen Priestertum endetThema: Priestertum und apostolische Sukzession
Weitere Fragen und Bibelstellen

Ist Christus nicht der einzige Priester?

Christus ist der einzige Priester, der das eine Opfer darbringt; jedes andere Priestertum lebt von ihm. Die Getauften nehmen an seinem Priestertum teil, und der geweihte Dienst handelt in seinem Auftrag. Der Amtspriester ersetzt Christus nicht, sondern macht sein Werk gegenwärtig.

Die Begründung in der Schrift

Psalm 110,4 und Hebräer 7,11–28 nennen Christus den ewigen Priester; Johannes 20,21–23 zeigt die Sendung, in der die Kirche handelt. 1 Petrus 2,9 nennt das ganze Volk priesterlich.

Der stärkste Einwand

Das Neue Testament nennt nur Christus Hohepriester und das ganze Volk „eine königliche Priesterschaft“ (1 Petr 2,9); für einen besonderen Priesterstand scheint kein Platz zu bleiben.

Ausführlich verstehen: Christus bleibt der ewige HohepriesterThema: Priestertum und apostolische Sukzession
Weitere Fragen und Bibelstellen

Widerspricht der Hebräerbrief dem Priestertum?

Der Hebräerbrief widerspricht nicht dem Priestertum, sondern dem Gedanken, dass ein wiederholtes Opfer nötig wäre. Er zeigt Christus als den einen Hohepriester, dessen Opfer ein für alle Mal gilt. Der Priester vollzieht in der Person Christi das eucharistische Opfer und bringt es „im Namen des ganzen Volkes Gott dar“ (LG 10); es ist kein anderes als das eine Opfer Christi.

Die Begründung in der Schrift

Hebräer 7,11–28 und 10,1–18 betonen die Einmaligkeit des Opfers Christi. Apostelgeschichte 14,23 zeigt, dass die Apostel in den Gemeinden Älteste einsetzen; dass deren Dienst auf das eine Opfer bezogen ist, gründet im Auftrag „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lk 22,19).

Der stärkste Einwand

„Wo also die Sünden vergeben sind, da gibt es kein Opfer für die Sünden mehr“ (Hebr 10,18). Ein Priester, der in der Messe opfert, scheint dem Hebräerbrief zu widersprechen.

Ausführlich verstehen: Christus bleibt der ewige HohepriesterThema: Priestertum und apostolische Sukzession
Weitere Fragen und Bibelstellen

Ist das Priestertum nach Hebräer 7,24 nicht übertragbar?

Hebräer 7,24 sagt, dass das Priestertum Christi bleibt, weil er ewig lebt; es geht nicht auf einen Nachfolger über, der an seine Stelle träte. Der kirchliche Dienst leitet sich deshalb nicht von einem Nachfolger Christi ab, sondern handelt in seinem Auftrag. Christus bleibt der eine Priester, und die Kirche dient ihm.

Die Begründung in der Schrift

Hebräer 7,23–25 stellt die sterblichen Priester dem ewigen Priester gegenüber. Apostelgeschichte 1,20–26 und 2 Timotheus 2,2 zeigen, dass die apostolische Kirche ihre Dienste dennoch weitergibt.

Der stärkste Einwand

Hebräer 7,24 schreibt Christus ein „unvergängliches Priestertum“ zu, und das griechische Wort kann auch „nicht übertragbar“ bedeuten. Dann gäbe es kein Priestertum, das an andere weitergegeben wird.

Ausführlich verstehen: Ein Priestertum, das bleibtThema: Priestertum und apostolische Sukzession
Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Warum gibt es Priester im Neuen Bund?

Im Neuen Bund gibt es Priester, weil Christus seine Sendung an Menschen weitergibt und sein Opfer in der Eucharistie gegenwärtig sein lässt. Beim Letzten Abendmahl beauftragt er die Apostel: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lk 22,19); nach der Lehre der Kirche setzt er sie damit als Priester des Neuen Bundes ein, um die Eucharistie bis zu seiner Wiederkunft zu feiern (KKK 1337). Der Priester handelt darum in der Sendung Christi und nicht aus eigener Vollmacht; sein Dienst ist ganz auf Christus und auf die Gemeinde bezogen.

Die Begründung in der Schrift

Johannes 20,21–23 zeigt die Sendung der Jünger, Römer 15,15–16 beschreibt den Dienst des Paulus am Evangelium mit priesterlicher Sprache. Hebräer 7,11–28 begründet, dass dieser Dienst von Christus lebt.

Der stärkste Einwand

Der Auftrag der Apostel war einmalig; dass Christus auch nach ihnen Priester will, sagt das Neue Testament nicht ausdrücklich.

Ausführlich verstehen: Christus sendet seine Jünger in seine SendungThema: Priestertum und apostolische Sukzession
Weitere Fragen und Bibelstellen

Sind alle Christen Priester?

Ja, alle Getauften sind wirklich priesterlich: Sie haben am Priestertum Christi Anteil, bringen ihr Leben als geistliches Opfer dar und wirken an der Darbringung der Eucharistie mit (1 Petr 2,5.9; LG 10). Davon unterscheidet sich das Amtspriestertum der Bischöfe und Priester, das durch das Sakrament der Weihe übertragen wird: Sie handeln in der Person Christi, des Hauptes, feiern das eucharistische Opfer und vergeben Sünden. Beide unterscheiden sich „dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach“ und sind einander zugeordnet; das Amtspriestertum steht im Dienst des gemeinsamen Priestertums (LG 10; KKK 1547).

Die Begründung in der Schrift

1 Petrus 2,9 und Exodus 19,6 nennen das ganze Volk priesterlich; Römer 12,1 beschreibt das Leben als Opfer. Darauf gründet das gemeinsame Priestertum aller Getauften, dem das Amtspriestertum dient.

Der stärkste Einwand

Petrus nennt alle Glaubenden „eine königliche Priesterschaft“ (1 Petr 2,9); ein besonderes Priestertum scheint dieses gemeinsame Priestertum zu entwerten.

Ausführlich verstehen: Das gemeinsame Priestertum und der besondere Dienst stehen nebeneinanderThema: Priestertum und apostolische Sukzession
Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Hat das Kreuz alle Opfer beendet?

Das Kreuz hat alle Opfer des alten Bundes beendet, weil die Hingabe Christi das eine und vollkommene Opfer ist. Die Eucharistie ist deshalb kein neues Opfer, sondern die sakramentale Gegenwärtigung dieses einen Opfers. Die Kirche bringt nichts Zusätzliches dar, sondern das, was Christus ein für alle Mal vollbracht hat.

Die Begründung in der Schrift

Hebräer 10,1–18 bezeugt die Beendigung der wiederholten Opfer durch das eine Opfer Christi. 1 Korinther 10,14–22 ordnet die Eucharistie als Teilhabe an diesem Opfer ein.

Der stärkste Einwand

Christus hat „durch ein einziges Opfer“ die Geheiligten für immer zur Vollendung geführt (Hebr 10,14); jedes weitere Opfer scheint ausgeschlossen.

Ausführlich verstehen: Das eine Opfer und der Dienst der EucharistieThema: Priestertum und apostolische Sukzession
Weitere Fragen und Bibelstellen

Warum heißt ein Presbyter Priester?

Der Amtsträger heißt Priester, weil sein Dienst auf das Opfer Christi und die Eucharistie bezogen ist. Das Neue Testament nennt ihn Presbyter oder Ältester; die Bezeichnung Priester kam auf, als die Kirche seinen Dienst von Christus und seinem Opfer her verstand. Damit wird keine neue Würde behauptet, sondern der Bezug zum einen Priestertum Christi benannt.

Die Begründung in der Schrift

Apostelgeschichte 20,17–28 nennt die Ältesten, die die Gemeinde Gottes hüten; Römer 15,15–16 und 1 Korinther 10,14–22 sprechen mit priesterlicher Sprache vom Dienst am Evangelium und am Altar.

Der stärkste Einwand

Das Neue Testament nennt die Gemeindeleiter Älteste und nie Opferpriester; der Hebräerbrief kennt als Priester des Neuen Bundes nur Christus.

Ausführlich verstehen: Verkündigung, Opfermahl und AltarThema: Priestertum und apostolische Sukzession
Weitere Fragen und Bibelstellen

Nennt das Neue Testament Gemeindeleiter Priester?

Das Neue Testament nennt die Gemeindeleiter Presbyter, Älteste oder Hirten; das Wort Priester gebraucht es für Christus, für die Getauften und für den alten Kult. Die Kirche hat den Titel später auf den Amtsträger angewandt, weil sie seinen Dienst vom Opfer Christi her versteht. Die Sache ist damit älter als das Wort.

Die Begründung in der Schrift

Römer 15,15–16 beschreibt den Dienst des Paulus mit priesterlicher Sprache, Apostelgeschichte 20,17–28 nennt die Ältesten als Hirten. Titus 1,5 zeigt die Einsetzung der Ältesten in den Gemeinden.

Der stärkste Einwand

Wenn das Neue Testament das Wort Priester nie für Gemeindeleiter gebraucht, scheint die spätere Bezeichnung ein Amt einzuführen, das die Apostel nicht kannten.

Ausführlich verstehen: Die apostolische Kirche gibt Dienste weiterThema: Priestertum und apostolische Sukzession
Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Braucht man nach dem zerrissenen Vorhang noch Priester?

Der zerrissene Vorhang zeigt, dass der Zugang zu Gott durch Christus offen ist; niemand muss durch ein irdisches Heiligtum zu Gott gelangen. Der kirchliche Dienst widerspricht dem nicht, weil er nicht eine neue Trennung errichtet, sondern das eine Opfer Christi und sein Wort weitergibt. Christus bleibt der Zugang, und der Dienst verweist auf ihn.

Die Begründung in der Schrift

Matthäus 27,45–54 berichtet den zerrissenen Vorhang; Hebräer 10,1–18 erklärt, dass Christus den Zugang eröffnet hat. Johannes 20,21–23 und Apostelgeschichte 14,23 zeigen dennoch die Weitergabe des Dienstes.

Der stärkste Einwand

Beim Tod Jesu riss der Vorhang im Tempel entzwei (Mt 27,51), und nach dem Hebräerbrief haben alle die Zuversicht, durch das Blut Jesu in das Heiligtum einzutreten (Hebr 10,19). Ein Priester als Vermittler scheint damit überflüssig.

Ausführlich verstehen: Die Einsetzung der ÄltestenThema: Priestertum und apostolische Sukzession
Weitere Fragen und Bibelstellen

Ist die Messe ein neues Opfer?

Nein. Die Messe ist kein neues oder zusätzliches Opfer, sondern dasselbe eine Opfer Christi: Derselbe Christus, der sich am Kreuz ein für alle Mal blutig dargebracht hat, bringt sich in der Messe durch den Dienst des Priesters unblutig dar, und die Kirche wird in seine Hingabe hineingenommen (KKK 1367–1368). Die Messe ist darum Opfer und Mahl zugleich: Kreuz und Danksagung Christi gehören zusammen.

Die Begründung in der Schrift

Hebräer 10,1–18 betont die Einmaligkeit des Opfers Christi; 1 Korinther 10,14–22 und die Einsetzungsworte zeigen die Teilhabe an seinem Leib und Blut. Die Kirche versteht die Messe von dieser Gegenwart her.

Der stärkste Einwand

Der Hebräerbrief betont, dass Christus sich „ein für alle Mal“ dargebracht hat (Hebr 7,27); eine Messe, die täglich als Opfer gefeiert wird, scheint dieses eine Opfer zu wiederholen.

Ausführlich verstehen: Das eine Opfer und der Dienst der EucharistieThema: Priestertum und apostolische Sukzession
Weitere Fragen und Bibelstellen

Warum heiraten katholische Priester nicht?

Der Zölibat der Priester ist eine Ordnung der lateinischen Kirche, die eine Gabe Christi aufnimmt; er ist „nicht vom Wesen des Priestertums selbst gefordert, wie die Praxis der frühesten Kirche und die Tradition der Ostkirchen zeigt“ (PO 16). Die lateinische Kirche wählt ihre Priester normalerweise unter Männern, die ehelos leben und den Willen haben, den Zölibat um des Himmelreiches willen beizubehalten; so widmen sie sich ungeteilt dem Herrn und seiner „Sache“, und ihr Zölibat ist ein Zeichen des neuen Lebens, das das Reich Gottes ankündigt (KKK 1579). Die Ostkirchen weihen rechtmäßig auch verheiratete Männer zu Diakonen und Priestern, wählen ihre Bischöfe aber nur unter Unverheirateten (KKK 1580). „Mann einer einzigen Frau“ setzt der Ehe eines Amtsträgers eine Grenze, schreibt sie aber nicht vor, und die Kirche verbietet niemandem die Ehe: Der Zölibat wird vor der Weihe frei übernommen (CIC can. 1037).

Die Begründung in der Schrift

Jesus spricht von denen, die ehelos leben „um des Himmelreiches willen“, und fügt hinzu: „Wer es erfassen kann, der erfasse es“ (Mt 19,12). Paulus lebt selbst unverheiratet und begründet es: „Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen“ (1 Kor 7,32; vgl. 7,7–8). Zugleich nennt der erste Timotheusbrief den Bischof „Mann einer einzigen Frau“ (1 Tim 3,2): Das Neue Testament kennt verheiratete und ehelose Diener der Kirche.

Der stärkste Einwand

Der erste Timotheusbrief verlangt, der Bischof solle „Mann einer einzigen Frau“ sein (1 Tim 3,2), und nennt es ein Kennzeichen von Irrlehrern: „Sie verbieten die Heirat“ (1 Tim 4,3). Wenn das Neue Testament verheiratete Amtsträger kennt, scheint die lateinische Kirche den Zugang zum Amt enger zu fassen, als die Schrift es tut.

Ausführlich verstehen: Eine besondere Berufung: Ehelosigkeit um des Himmelreiches willenThema: Priestertum und apostolische Sukzession
Weitere Fragen und Bibelstellen

Krankensalbung

Wer darf die Krankensalbung spenden?

Nur Priester, also Bischöfe und Presbyter, sind die Spender der Krankensalbung (KKK 1516). Das Konzil von Trient hat diese Lehre ausgesprochen, und die Glaubenskongregation hat 2005 bekräftigt, dass sie endgültig festzuhalten ist (Note vom 11. Februar 2005; DH 1719). Die Ältesten, die Jakobus rufen lässt, sind die von den Aposteln eingesetzten Vorsteher der Gemeinde, nicht einfach ältere Gläubige; in ihrem Dienst erkennt die Kirche das Priesteramt. Das nimmt dem Gebet jedes Christen für einen Kranken nichts: Die Seelsorger und die ganze Pfarrgemeinde sollen die Kranken „mit Gebet und brüderlicher Aufmerksamkeit begleiten“ (KKK 1516). Die Salbung selbst gehört zu dem Dienst, in dem Christus durch den Priester an dem Kranken handelt.

Die Begründung in der Schrift

Der Jakobusbrief weist den Kranken an: „dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben“ (Jak 5,14). Älteste sind im Neuen Testament die Vorsteher, die die Apostel einsetzen: Paulus und Barnabas setzten „in jeder Gemeinde Älteste ein und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn“ (Apg 14,23).

Der stärkste Einwand

Für Kranke zu beten, ist Sache jedes Christen: „Betet füreinander, damit ihr geheilt werdet!“ (Jak 5,16). Die „Ältesten“ in Jak 5,14 seien die erfahrenen Glieder der Gemeinde, keine geweihten Priester; die Bindung der Salbung an das Priesteramt erscheint so als Vorrecht eines Standes.

Ausführlich verstehen: Empfangenes Sakrament, geordneter Dienst, Gnade für den KrankenThema: Krankensalbung
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Die Stellen im Zusammenhang

Ehe

Ist eine Annullierung eine katholische Scheidung?

Nein. Eine zwischen Getauften geschlossene und vollzogene Ehe kann nie aufgelöst werden, und es liegt nicht in der Macht der Kirche, sich gegen diese Verfügung Gottes auszusprechen (KKK 1640). Was umgangssprachlich Annullierung heißt, ist die Erklärung der Ehenichtigkeit: Das zuständige kirchliche Gericht prüft, ob die Ehe bei der Trauung gültig zustande gekommen ist, und die Kirche kann dann erklären, „daß die Ehe nie bestanden hat“ (KKK 1629). Die Ehe kommt durch den Konsens der Brautleute zustande; fehlt er, kommt es nicht zur Ehe (KKK 1626), und ebenso machen andere Gründe eine Eheschließung null und nichtig (KKK 1629). Eine Scheidung beansprucht, ein bestehendes Band zu lösen; die Nichtigkeitserklärung stellt fest, dass ein solches Band nie entstanden ist. Die Partner sind danach frei zu heiraten, müssen aber die natürlichen Verpflichtungen einhalten, die sich aus ihrer früheren Verbindung ergeben (KKK 1629).

Die Begründung in der Schrift

Jesus antwortet auf die Frage nach der Scheidung mit dem Anfang der Schöpfung und schließt: „Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen“ (Mt 19,6; vgl. Mk 10,9). Eine Ehe, die Gott verbunden hat, kann kein Mensch auflösen; zu prüfen bleibt nur, ob eine solche Verbindung zustande gekommen ist.

Der stärkste Einwand

Wenn ein kirchliches Gericht Jahre nach der Hochzeit erklärt, es habe nie eine Ehe bestanden, wirkt das wie eine Scheidung unter anderem Namen. Jesus hat die Scheidung verworfen (Mt 19,6); die Annullierung scheint einen Umweg um sein Wort zu öffnen.

Ausführlich verstehen: Warum Jesus auf die Frage nach der Scheidung mit der Schöpfung antwortetThema: Ehe
Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Gebet für Verstorbene und Fegefeuer

Ist das Fegefeuer eine zweite Chance?

Das Fegefeuer ist keine zweite Chance und kein Ort, an dem jemand nach dem Tod noch umkehren könnte. Es ist die abschließende Reinigung eines Menschen, der in Gottes Gnade stirbt und zur vollen Heiligkeit geführt wird. Sie lebt ganz aus der Erlösung Christi, die nichts Unreines in die Gemeinschaft mit Gott eintreten lässt.

Die Begründung in der Schrift

1 Korinther 3,12–15 zeigt, dass das Werk geprüft wird und die Person doch gerettet wird, „doch so wie durch Feuer hindurch“. Matthäus 12,32 spricht von einer Sünde, die „weder in dieser noch in der zukünftigen Welt“ vergeben wird; daraus folgert schon Gregor der Große, dass manche Sünden auch in der kommenden Welt vergeben werden können (KKK 1031). Die Kirche lehrt deshalb eine Reinigung nach dem Tod für die, die schon zu Gott gehören.

Der stärkste Einwand

Dem Menschen ist bestimmt, ein einziges Mal zu sterben, „worauf dann das Gericht folgt“ (Hebr 9,27). Eine Läuterung nach dem Tod scheint wie eine zweite Chance, die die Entscheidung dieses Lebens aufhebt.

Ausführlich verstehen: Die Läuterung eines bereits geretteten MenschenThema: Gebet für Verstorbene und Fegefeuer
Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Wie erklärt Katharina von Genua das Fegefeuer?

Katharina von Genua versteht das Fegefeuer von der Liebe Gottes her: Der Mensch wird von dem gereinigt, was sich der vollkommenen Liebe entgegenstellt. Nicht eine äußere Strafe steht im Zentrum, sondern die Verwandlung durch die Nähe Gottes. Ihre Deutung setzt voraus, dass der Mensch bereits gerechtfertigt und Christi Erlösung ihm zugeeignet ist.

Die Begründung in der Schrift

Die Schrift bezeugt die Läuterung des Werks (1 Kor 3,12–15) und die Fürbitte für Verstorbene (2 Makk 12,43–45). Die Kirche hat Katharinas geistliche Deutung als Zeugnis für die abschließende Reinigung aufgenommen, ohne aus ihr ein Dogma zu machen.

Der stärkste Einwand

Die Schau einer Mystikerin sei eine private Erfahrung; auf sie könne sich keine Lehre der Kirche stützen.

Ausführlich verstehen: Die Läuterung eines bereits geretteten MenschenThema: Gebet für Verstorbene und Fegefeuer
Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Steht das Fegefeuer in der Bibel?

Das Wort Fegefeuer steht nicht in der Bibel, wohl aber die Wirklichkeit, die es bezeichnet: Wer in der Gnade und Freundschaft Gottes stirbt, aber noch nicht vollkommen geläutert ist, wird nach dem Tod geläutert, um in die Freude des Himmels eingehen zu können (KKK 1030). Es handelt sich um eine Glaubenslehre, die die Kirche auf den Konzilien von Florenz und Trient formuliert hat (KKK 1031); Trient trägt den Bischöfen auf, dass die überlieferte Lehre vom Fegefeuer geglaubt, festgehalten und gelehrt wird (Sitzung XXV). Die Lehre stützt sich auf die Praxis, für die Verstorbenen zu beten, von der schon das zweite Makkabäerbuch spricht (KKK 1032); dieses Buch gehört zu den Schriften, die die Kirche in der apostolischen Überlieferung als kanonisch erkannt hat (KKK 120). In 1 Kor 3 prüft das Feuer tatsächlich das Werk der Lehrer; Paulus unterscheidet aber das Werk, das verbrennt, von dem Menschen, der „so wie durch Feuer hindurch“ gerettet wird (1 Kor 3,15), und im Anschluss an diese Stelle spricht die Überlieferung der Kirche von einem Läuterungsfeuer (KKK 1031).

Die Begründung in der Schrift

Das zweite Makkabäerbuch berichtet, dass Judas für die Gefallenen ein Sündopfer in Jerusalem darbringen ließ, und hält fest: „Darum ließ er die Toten entsühnen, damit sie von der Sünde befreit werden“ (2 Makk 12,45). Das Gebet setzt voraus, dass Verstorbene noch von Sünde befreit werden können. Warum diese Befreiung nötig ist, sagt die Offenbarung von der Stadt Gottes: „Aber nichts Unreines wird hineinkommen“ (Offb 21,27).

Der stärkste Einwand

Das zweite Makkabäerbuch gehört nicht zum Kanon der reformatorischen Kirchen; eine Lehre, die sich darauf stützt, ruht für sie nicht auf der Schrift. Und 1 Kor 3,12–15 handelt vom Werk der Lehrer, die auf dem Fundament Christus bauen: Am Tag des Gerichts prüft das Feuer ihr Werk, nicht die Seele eines Verstorbenen.

Ausführlich verstehen: Das Werk wird geprüft, die Person wird gerettetThema: Gebet für Verstorbene und Fegefeuer
Weitere Fragen und Bibelstellen

Warum beten Katholiken für Verstorbene?

Katholiken beten für ihre Verstorbenen, weil die Gemeinschaft der Heiligen mit dem Tod nicht endet: Wer in Gottes Gnade gestorben, aber noch nicht vollkommen geläutert ist, empfängt durch das Gebet der Gläubigen Hilfe (KKK 1030; Kompendium 211). Seit frühester Zeit hält die Kirche das Andenken an die Verstorbenen in Ehren und bringt für sie Fürbitten und besonders das eucharistische Opfer dar, „damit sie geläutert werden und zur beseligenden Gottesschau gelangen können“; sie empfiehlt auch Almosen, Ablässe und Bußwerke zugunsten der Verstorbenen (KKK 1032). Diese Läuterung ist kein dritter Ort neben Himmel und Hölle, sondern die abschließende Läuterung der Auserwählten auf dem Weg in den Himmel (KKK 1031); die Zusage an den Schächer und das Verlangen des Paulus nennen genau dieses Ziel. Wie lange sie dauert, lässt sich nach Benedikt XVI. „nicht mit Zeitmaßen unserer Weltzeit messen“ (Spe salvi 47), und eine Bekehrung aus glühender Liebe kann schon in diesem Leben zur völligen Läuterung führen (KKK 1472).

Die Begründung in der Schrift

Judas der Makkabäer ließ für die Gefallenen ein Sündopfer darbringen, „denn er dachte an die Auferstehung“; hätte er nicht erwartet, dass sie auferstehen, „wäre es überflüssig und sinnlos gewesen, für die Toten zu beten“ (2 Makk 12,43–44). Jesus bezeugt, dass die Verstorbenen vor Gott leben: „Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn leben sie alle“ (Lk 20,38).

Der stärkste Einwand

Jesus sagt dem Schächer am Kreuz: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lk 23,43), und Paulus will „aus dem Leib auszuwandern und daheim beim Herrn zu sein“ (2 Kor 5,8). Nach dem Westminster-Bekenntnis werden die Seelen der Gerechten im Tod in der Heiligkeit vollendet und in den Himmel aufgenommen; einen dritten Ort neben Himmel und Hölle kenne die Schrift nicht (32,1). Dann gäbe es niemanden, dem das Gebet für Verstorbene noch helfen könnte.

Ausführlich verstehen: Gebet und Sühne für die Verstorbenen: was 2 Makkabäer bezeugtThema: Gebet für Verstorbene und Fegefeuer
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Die Stellen im Zusammenhang

Todsünde, lässliche Sünde und Heil

Gibt es schwere und leichte Sünden?

Ja. Die schon in der Schrift erkennbare Unterscheidung zwischen Todsünde und lässlicher Sünde hat die Überlieferung der Kirche übernommen (KKK 1854). Die Todsünde zerstört die Liebe im Herzen des Menschen durch einen schweren Verstoß gegen Gottes Gesetz; sie liegt vor, wenn eine schwerwiegende Materie mit vollem Bewusstsein und bedachter Zustimmung gewählt wird (KKK 1855; 1857). Die lässliche Sünde lässt die Liebe bestehen, verletzt sie aber (KKK 1855). Verharmlost wird damit nichts: Auch die lässliche Sünde schwächt die Liebe, und wer sie mit Bedacht begeht und nicht bereut, wird „allmählich bereit, Todsünden zu begehen“ (KKK 1863). Jedes Unrecht bleibt Sünde (1 Joh 5,17).

Die Begründung in der Schrift

Der erste Johannesbrief unterscheidet ausdrücklich: „Denn es gibt Sünde, die zum Tod führt“, und er fügt hinzu: „Jedes Unrecht ist Sünde; aber es gibt Sünde, die nicht zum Tod führt“ (1 Joh 5,16–17). Paulus zählt Werke auf, von denen er sagt: „Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben“ (Gal 5,21).

Der stärkste Einwand

Jede Übertretung steht unter dem Gericht Gottes: „Denn wer das ganze Gesetz hält, aber gegen ein einziges Gebot verstößt, der hat sich gegen alle verfehlt“ (Jak 2,10). Eine Unterscheidung zwischen schweren und leichten Sünden scheint zu verharmlosen, was Gott verbietet, und dem Menschen bei halbem Gehorsam ein gutes Gewissen zu lassen.

Ausführlich verstehen: Die Sünde zum Tod und die Sünde nicht zum TodThema: Todsünde, lässliche Sünde und Heil
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Die Stellen im Zusammenhang

Bilder und Reliquien: Verehrung ohne Vergöttlichung

Betet die Kirche Bilder an?

Die Kirche betet Bilder nicht an. Das Bilderverbot richtet sich gegen die Anbetung geschaffener Dinge, und diese Anbetung gebührt Gott allein. Durch die Menschwerdung ist der unsichtbare Gott in Christus sichtbar geworden (Kol 1,15; Joh 14,9); darum hat das Zweite Konzil von Nizäa 787 die Verehrung der Bilder Christi, der Gottesmutter, der Engel und der Heiligen verteidigt (KKK 2131). Bilder und Reliquien werden verehrt, weil sie auf Christus und auf die Menschen verweisen, an denen Gott gehandelt hat; die Ehre, die einem Bild erwiesen wird, gilt der dargestellten Person (KKK 2132).

Die Begründung in der Schrift

Exodus 20 verbietet das Götterbild, während Gott selbst Kerubim für die Bundeslade anordnet (Ex 25,18–22). Numeri 21,8–9 und 2 Könige 13,20–21 zeigen von Gott gegebene Zeichen und durch Materie vermittelte Heilung.

Der stärkste Einwand

Gott kann und darf in keiner Weise abgebildet werden; Bilder von Geschöpfen sind zwar möglich, sollen aber weder verehrt noch zum Gottesdienst gebraucht werden (Heidelberger Katechismus, Frage 97).

Ausführlich verstehen: Was Exodus 20 verbietetThema: Bilder und Reliquien: Verehrung ohne Vergöttlichung
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Warum haben Kirchen Statuen?

Statuen und Bilder erinnern an die Menschen und Ereignisse, durch die Gott gewirkt hat; sie sind keine Gottheiten. Die Kirche verehrt in ihnen die dargestellte Person und Gott in seinen Heiligen, während die Anbetung allein Gott gilt. Das Zweite Konzil von Nizäa hat diese Unterscheidung 787 verbindlich festgehalten.

Die Begründung in der Schrift

Gott selbst ordnet Bilder für das Heiligtum an (Ex 25,18–22), und die Schrift kennt Zeichen, durch die Gott Heil wirkt (Num 21,8–9). Daraus folgt die Unterscheidung von Verehrung und Anbetung: Bilder dürfen geehrt werden, angebetet wird Gott allein.

Der stärkste Einwand

Wer vor Statuen kniet, Kerzen anzündet und sie schmückt, scheint zu tun, was Exodus 20,5 verbietet: sich vor Bildern niederzuwerfen und ihnen zu dienen.

Ausführlich verstehen: Gott ordnet Kerubim aus Gold für die Bundeslade anThema: Bilder und Reliquien: Verehrung ohne Vergöttlichung
Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Sind Reliquien Magie?

Reliquien sind keine Zaubermittel. Die Kirche verehrt in ihnen die Menschen, die Gott gehören, und vertraut darauf, dass Gott durch sie wirken kann, wenn er will. Nicht die Materie und nicht eine Formel bewirkt etwas, sondern Gott allein.

Die Begründung in der Schrift

2 Könige 13,20–21 berichtet, dass ein Toter durch die Berührung der Gebeine Elischas lebendig wird; Apostelgeschichte 19,11–12 erzählt von Heilungen durch Gegenstände, die Paulus berührt hat. Beide Stellen zeigen Gott als den Handelnden.

Der stärkste Einwand

Heilungen durch Gebeine oder Tücher erinnern an Magie: Ein Gegenstand scheint aus sich heraus Kraft zu haben.

Ausführlich verstehen: Gott wirkt durch die Gebeine ElischasThema: Bilder und Reliquien: Verehrung ohne Vergöttlichung
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Die Stellen im Zusammenhang

Verbietet Exodus 20 alle Bilder?

Exodus 20 verbietet das Götterbild, das angebetet wird, und die Anbetung geschaffener Dinge. Dasselbe Gesetz ordnet kurz darauf Kerubim aus Gold für die Bundeslade an. Verboten ist also die Vergöttlichung des Bildes, nicht das Bild als solches.

Die Begründung in der Schrift

Exodus 20,3–5 verbietet andere Götter und ihr Bild; Exodus 25,18–22 befiehlt die Kerubim über der Lade. Numeri 21,8–9 zeigt ein von Gott gegebenes Zeichen, das Heilung vermittelt.

Der stärkste Einwand

Das Gebot lautet allgemein: „Du sollst dir kein Kultbild machen und keine Gestalt von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde“ (Ex 20,4). Es scheint jede Darstellung auszuschließen.

Ausführlich verstehen: Was Exodus 20 verbietetThema: Bilder und Reliquien: Verehrung ohne Vergöttlichung
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Die Stellen im Zusammenhang

Warum durften Kerubim die Bundeslade schmücken?

Gott selbst hat die Kerubim für die Bundeslade angeordnet, obwohl das Bilderverbot gilt. Sie gehörten zum Heiligtum, in dem Gott seinem Volk begegnete, und wurden nicht als Gottheiten verehrt. Die Kirche sieht darin bestätigt, dass Bilder und Zeichen ihren Platz haben, solange die Anbetung Gott allein gilt.

Die Begründung in der Schrift

Exodus 25,18–22 beschreibt die goldenen Kerubim über der Sühneplatte, von wo Gott zu Mose spricht. Das Bilderverbot zielt auf die Anbetung fremder Götter, nicht auf die Ausstattung des Heiligtums.

Der stärkste Einwand

Wenn Gott jede Gestalt verbietet (Ex 20,4), scheinen die Kerubim eine Ausnahme zu sein, die nur für das Heiligtum Israels galt.

Ausführlich verstehen: Gott ordnet Kerubim aus Gold für die Bundeslade anThema: Bilder und Reliquien: Verehrung ohne Vergöttlichung
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Die Stellen im Zusammenhang

Was bedeutet die bronzene Schlange?

Die bronzene Schlange war ein von Gott gegebenes Zeichen: Wer von einer Schlange gebissen wurde und sie anblickte, blieb am Leben. Sie wirkte nicht aus sich selbst, sondern weil Gott es so verheißen hatte. Jesus selbst bezieht sie auf seine Erhöhung am Kreuz: „Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden“ (Joh 3,14). Als Israel ihr später Räucheropfer darbrachte, zerschlug König Hiskija sie (2 Kön 18,4): Verboten ist die Anbetung des Zeichens, nicht das von Gott gegebene Zeichen.

Die Begründung in der Schrift

Numeri 21,8–9 erzählt das Zeichen und seine Wirkung; 2 Könige 13,20–21 zeigt, dass Gott auch durch die Gebeine seines Dieners Heil wirkt. Beide Stellen halten fest, dass Gott selbst der Handelnde bleibt.

Der stärkste Einwand

König Hiskija zerschlug die bronzene Schlange, weil Israel ihr Räucheropfer darbrachte (2 Kön 18,4); das scheint zu zeigen, dass religiöse Bilder beseitigt werden müssen.

Ausführlich verstehen: Ein materielles Zeichen zur HeilungThema: Bilder und Reliquien: Verehrung ohne Vergöttlichung
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Die Stellen im Zusammenhang

Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und Rosenkranz

Ist der Rosenkranz leeres Geplapper?

Der Rosenkranz ist kein leeres Geplapper, weil er die Geheimnisse des Evangeliums betrachtet und auf Christus hin ordnet. Jesus verwirft in Matthäus 6,7 die vielen Worte der Heiden, die auf ihre Menge vertrauen; er selbst betet wiederholt und beharrlich. Die Wiederholung wird zum Betrachten, wenn sie aus dem Glauben der Kirche vollzogen wird.

Die Begründung in der Schrift

Matthäus 6,7 kritisiert das Vertrauen auf die Menge der Worte, nicht die Wiederholung; Matthäus 26,44 zeigt Jesus, der dreimal dasselbe Gebet spricht. Offenbarung 4,8 zeigt den unablässigen Lobgesang des Himmels.

Der stärkste Einwand

Jesus sagt: „Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden“ (Mt 6,7); fünfzig Ave Maria nacheinander scheinen genau dieses Plappern zu sein.

Ausführlich verstehen: Was Jesus in Mt 6,7 kritisiertThema: Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und Rosenkranz
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Die Stellen im Zusammenhang

Warum nennt die Kirche den Priester Vater?

Jesus warnt in Matthäus 23,9 vor der Selbstüberhöhung, die sich an Gottes Stelle setzt. Zugleich nennt Paulus sich selbst Vater der Gemeinden und bezeugt damit geistliche Vaterschaft. Die Kirche versteht den Titel deshalb als Dienst und nicht als Anmaßung: Der Priester vertritt nicht sich selbst, sondern gibt das Wort Gottes weiter.

Die Begründung in der Schrift

Matthäus 23,8–12 richtet sich gegen die Selbstherrlichkeit der Schriftgelehrten. 1 Korinther 4,15 und 1 Thessalonicher 2,11 zeigen Paulus als geistlichen Vater, der die Gemeinde zum Glauben geführt hat und jeden Einzelnen wie ein Vater seine Kinder ermahnt.

Der stärkste Einwand

Jesus sagt: „Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel“ (Mt 23,9). Die Anrede „Vater“ für einen Priester scheint dem unmittelbar zu widersprechen.

Ausführlich verstehen: Jesu Warnung vor religiöser SelbstüberhöhungThema: Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und Rosenkranz
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Die Stellen im Zusammenhang

Verbietet Matthäus 23,9 die Anrede „Vater“?

Matthäus 23,9 verbietet, einen Menschen an die Stelle des einen Vaters im Himmel zu setzen. Jesus richtet die Warnung gegen die Sucht nach Ehrentiteln und nennt in einem Atemzug auch die Anreden „Rabbi“ und „Lehrer“ (Mt 23,8.10); ein wörtliches Verbot jeder Anrede müsste darum ebenso jeden „Lehrer“ treffen. Die Kirche gebraucht das Wort „Vater“ für geistliche Vaterschaft, die auf Gott verweist.

Die Begründung in der Schrift

Matthäus 23,8–12 verurteilt die Sucht nach Ehrentiteln. Die Schrift selbst nennt Menschen „Väter“: Stephanus redet den Hohen Rat mit „Brüder und Väter“ an (Apg 7,2), und Paulus schreibt: „In Christus Jesus habe ich euch durch das Evangelium gezeugt“ (1 Kor 4,15).

Der stärkste Einwand

Der Wortlaut von Matthäus 23,9 ist eindeutig; wer den Vers vom Zusammenhang her auslegt, scheint ein klares Gebot Jesu abzuschwächen.

Ausführlich verstehen: Jesu Warnung vor religiöser SelbstüberhöhungThema: Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und Rosenkranz
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Die Stellen im Zusammenhang

Warum wiederholen Katholiken Gebete?

Die Wiederholung ist ein biblisches Gebetsmuster: Jesus selbst betet dreimal dasselbe Gebet, und der Himmel lobt Gott unablässig. Katholische Gebete wie der Rosenkranz wiederholen, um zu verweilen und zu betrachten, nicht um Gott durch Wortmenge zu bewegen. Entscheidend bleibt der Glaube, mit dem gebetet wird.

Die Begründung in der Schrift

Matthäus 26,44 zeigt Jesu wiederholtes Gebet in Getsemani, Offenbarung 4,8 den unablässigen Lobgesang. Matthäus 6,7 verwirft das Vertrauen auf viele Worte, nicht die Beharrlichkeit.

Der stärkste Einwand

Der Vater weiß, was die Menschen brauchen, noch ehe sie ihn bitten (Mt 6,8); dieselben Worte immer wieder zu sagen, scheint darum überflüssig.

Ausführlich verstehen: Dieselben Worte, ein beharrliches GebetThema: Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und Rosenkranz
Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Ist der Rosenkranz biblisch?

Der Rosenkranz ist biblisch in seinem Inhalt: Das Vaterunser stammt von Jesus, der erste Teil des Ave Maria aus dem Lukasevangelium, und die Geheimnisse betrachten das Leben Christi. Die Wiederholung folgt dem Muster beharrlichen Betens, das die Schrift bezeugt. Die Kirche empfiehlt ihn als Weg, das Evangelium zu betrachten.

Die Begründung in der Schrift

Lukas 1,28 und 1,42 liefern die Worte des Ave Maria, Matthäus 6,9–13 das Vaterunser. Matthäus 26,44 zeigt, wie Jesus in Getsemani beharrlich mit denselben Worten betet.

Der stärkste Einwand

Der Rosenkranz ist erst im Mittelalter entstanden und kommt in der Bibel nicht vor.

Ausführlich verstehen: Wiederholung als BetrachtungThema: Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und Rosenkranz
Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Segnet der Priester oder Gott?

Gott segnet, und der Priester spricht den Segen in seinem Auftrag. Der aaronitische Segen ist dafür das Muster: Der Diener legt den Namen Gottes auf das Volk, und Gott gibt den Segen. Die Kirche regelt, wer welche Segnung spendet; die Wirkung kommt aber nicht aus der Kraft des Spenders, sondern von Gott, den die Kirche im Segen lobt und um seine Gaben bittet (KKK 1669; 1671).

Die Begründung in der Schrift

Numeri 6,22–27 beauftragt die Priester, den Namen Gottes auf das Volk zu legen, und verheißt, dass Gott segnet. Epheser 1,3 nennt Gott als den, der in Christus segnet.

Der stärkste Einwand

Segnen kann nur Gott; wenn ein Priester segnet, scheint er sich eine Macht zuzuschreiben, die Gott allein zukommt.

Ausführlich verstehen: Der aaronitische Segen: Der Diener spricht, Gott segnetThema: Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und Rosenkranz
Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Kann ein Laie segnen?

Jeder Getaufte ist zum Segnen berufen, weil er am Priestertum Christi Anteil hat. Die Kirche unterscheidet dabei den Segen, den jeder Christ im Alltag spricht, von den geordneten Segnungen, die ein beauftragter Amtsträger im Namen der Kirche spendet. Beides richtet sich auf Gott, der allein segnet.

Die Begründung in der Schrift

Numeri 6,22–27 ordnet den priesterlichen Segen, während die Schrift auch den Segen der Glaubenden kennt (Lk 6,27–28; Röm 12,14; 1 Petr 3,9). Die Kirche regelt, wer welche Segnung in ihrem Namen spendet (KKK 1669).

Der stärkste Einwand

Wenn jeder Getaufte segnen kann, scheinen besondere Segnungen durch Priester und Diakone überflüssig.

Ausführlich verstehen: Alle Getauften sind zum Segnen berufenThema: Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und Rosenkranz
Weitere Fragen und Bibelstellen

Was bedeutet: Gottes Namen auf das Volk legen?

Gottes Namen auf das Volk legen heißt, das Volk unter die Zusage und den Schutz Gottes zu stellen. Der Priester spricht den Segen nicht aus eigener Macht, sondern im Auftrag Gottes, der ihn verheißen hat. Darin liegt die Würde des Segens: Gott selbst wendet sein Angesicht dem Volk zu.

Die Begründung in der Schrift

Numeri 6,22–27 verbindet das Aussprechen des Namens mit der Zusage, dass Gott segnet. Deuteronomium 10,8 beschreibt die Leviten als die, die im Namen des Herrn dienen.

Der stärkste Einwand

Den Namen Gottes auf ein Volk zu legen, klingt nach einer Formel, die aus sich selbst wirkt.

Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Ist der aaronitische Segen katholisch?

Der aaronitische Segen stammt aus der Schrift und gehört zum gemeinsamen Erbe der Christen. Die Kirche gebraucht ihn in der Liturgie, weil er Gottes Zuwendung zuspricht. Er ist damit nicht konfessionell erfunden, sondern biblisch begründet.

Die Begründung in der Schrift

Numeri 6,22–27 enthält den Segen, mit dem die Priester den Namen des HERRN auf das Volk legen. 2 Korinther 13,13 zeigt die trinitarische Segensform, die ihn fortsetzt.

Der stärkste Einwand

Viele kennen den aaronitischen Segen als Schlusssegen des evangelischen Gottesdienstes; in der katholischen Liturgie scheint er fremd zu sein.

Ausführlich verstehen: Der aaronitische Segen: Der Diener spricht, Gott segnetThema: Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und Rosenkranz
Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Ist ein Segen Magie?

Ein Segen ist keine Magie, weil er nicht durch eine Formel oder die Macht des Sprechers wirkt, sondern auf Gottes Zusage vertraut. Magie will die Macht Gottes verfügbar machen; der Segen bittet dagegen um Gottes Zuwendung. Die Wirkung bleibt Gottes freies Handeln.

Die Begründung in der Schrift

Epheser 1,3 nennt Gott als den, der segnet; Numeri 6,22–27 bindet den Segen an Gottes Verheißung, nicht an eine Technik. Darum ist jede Segnung der Kirche Lobpreis Gottes und Gebet um seine Gaben (KKK 1671).

Der stärkste Einwand

Gesegnete Gegenstände, Weihwasser und Segensgesten scheinen eine Kraft zu besitzen, die unabhängig vom Glauben wirkt; das gleicht Magie.

Ausführlich verstehen: Gott ist der Ursprung jeder SegnungThema: Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und Rosenkranz
Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Was hat Numeri 6 mit dem eucharistischen Segen zu tun?

Beide Segen haben denselben Grund: Gott selbst segnet sein Volk. Numeri 6 legt den Namen Gottes auf Israel; im eucharistischen Segen macht der Priester oder Diakon mit dem Allerheiligsten das Kreuzzeichen über die Gläubigen, und Christus, der in den Gestalten gegenwärtig ist, segnet sie. Der Segen bleibt damit ganz auf Gott bezogen.

Die Begründung in der Schrift

Numeri 6,22–27 verbindet den Namen Gottes mit der Zusage, dass Gott segnet; Philipper 2,9–11 bezeugt die Erhöhung des Namens Jesu und Matthäus 28,9.17 die Anbetung des auferstandenen Christus.

Der stärkste Einwand

Numeri 6 spricht vom Wortsegen der Priester Israels; mit dem Segen mit der konsekrierten Hostie scheint dieser Text nichts zu tun zu haben.

Ausführlich verstehen: Christlicher Segen im Namen des dreieinen GottesThema: Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und Rosenkranz
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Die Stellen im Zusammenhang

Bibelkanon

Warum hat die katholische Bibel mehr Bücher?

Die katholische Bibel zählt 46 Schriften des Alten und 27 des Neuen Testaments (KKK 120); zum Alten Testament gehören für die Kirche auch Tobit, Judit, die beiden Makkabäerbücher, die Weisheit, Jesus Sirach und Baruch sowie die griechischen Teile von Ester und Daniel. Welche Schriften in das Verzeichnis der heiligen Bücher gehören, hat die apostolische Überlieferung die Kirche unterscheiden lassen (KKK 120). Es ist dieselbe Überlieferung, aus der alle Christen die 27 Bücher des Neuen Testaments empfangen haben: Durch sie „wird der Kirche der vollständige Kanon der Heiligen Bücher bekannt“ (DV 8). Diese Bücher sind keine spätere Erweiterung: Die Mehrzahl der christlichen Schriftsteller seit dem 2. Jahrhundert und die Bibelhandschriften des 4. Jahrhunderts verwenden oder enthalten sie, und Konzilien zu Beginn des 5. Jahrhunderts machten sich das Urteil des Augustinus zu eigen, der sich auf die durchgängige Praxis der Kirche stützte (Päpstliche Bibelkommission, Nr. 18). Die Konzilien von Florenz (1442) und Trient (1546) haben diesen Kanon verbindlich festgestellt (KKK 120); die Reformation hat Bücher, die die Kirche seit Jahrhunderten empfangen hatte, neu eingeordnet.

Die Begründung in der Schrift

Die Schrift bezeugt, dass sie „von Gott eingegeben“ ist (2 Tim 3,16), führt aber kein vollständiges Verzeichnis ihrer Bücher auf. Das Neue Testament greift auch auf deuterokanonische Schriften zurück: Hebräer 11,35 spricht von Gefolterten, die den Loskauf nicht annahmen, „um eine bessere Auferstehung zu erlangen“, und erinnert damit wahrscheinlich an die Märtyrer von 2 Makkabäer 6–7, die bekennen, dass der König der Welt sie „zu einem neuen, ewigen Leben auferstehen lassen“ wird (2 Makk 7,9).

Der stärkste Einwand

Der hebräische Bestand der Schriften Israels enthält Tobit, Judit, die Makkabäerbücher, die Weisheit, Jesus Sirach und Baruch nicht, ebenso wenig die griechischen Teile von Ester und Daniel. Die Reformatoren hielten sich an diesen kürzeren Bestand; die Lutherbibel von 1534 druckt die übrigen Bücher gesondert als Apokryphen. Die zusätzlichen Bücher erscheinen so als eine Erweiterung, die die Kirche später an der Schrift vorgenommen hat.

Ausführlich verstehen: Die Geschichte des Kanons führt zurück zu Christus und seiner KircheThema: Bibelkanon
Weitere Fragen und Bibelstellen

Die Stellen im Zusammenhang

Die Antworten mit einer KI prüfen

Wer die Antworten unabhängig prüfen will, findet faire Fragen für ChatGPT, Claude oder Gemini, die Bibelstellen und frühe Quellen mit Fundstelle verlangen.

KI befragen

Rückmeldung, Gebet oder Unterstützung

Für eine Rückmeldung, eine Gebetszusage oder Unterstützung steht ein eigener Gesprächsbereich bereit.