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Heilige und Fürbitte: Gemeinschaft unter dem einen Mittler

Die Bibel fordert Christen zur Fürbitte auf, beschreibt Gebete vor Gott in der himmlischen Welt und bezeugt das Leben der Gerechten bei Gott. Die katholische Anrufung der Heiligen versteht sich als Teilnahme an Christi einziger Mittlerschaft.

Von Anfang an

Kernaussage

Die Bibel fordert Christen zur Fürbitte auf, beschreibt Gebete vor Gott in der himmlischen Welt und bezeugt das Leben der Gerechten bei Gott. Die katholische Anrufung der Heiligen versteht sich als Teilnahme an Christi einziger Mittlerschaft.

Schlüsselfrage

Wie kann die Fürbitte der Heiligen mit der Aussage vereinbar sein, dass Christus der eine Mittler ist?

Katholische Lesart

Christus ist der einzige Erlöser und Mittler aus eigener Vollmacht. Die Fürbitte der Christen auf Erden und der Heiligen im Himmel erhält ihre Wirksamkeit von ihm. Die Heiligen ersetzen Christus nicht; sie leben in Gott und bitten in seiner Gegenwart.

Verstehen

Die Argumentation

Die Schritte bauen aufeinander auf: Jede Bibelstelle beantwortet eine Frage und bereitet die nächste vor.

Gemeinschaft der Heiligen

Einwand und Antwort

Der stärkste Einwand

1 Tim 2,5 sagt ausdrücklich, dass es nur einen Mittler gibt.

Katholische Antwort

Christus ist der einzige Mittler, der aus eigener Macht erlöst und zwischen Gott und Mensch versöhnt. Die Fürbitte anderer wirkt katholisch verstanden nur durch Teilnahme an seinem Werk.

Begriffe klären

Was die Kirche nicht meint

  • Heilige sind keine eigenständigen Götter und keine parallelen Erlöser.
  • Die katholische Kirche lehrt keine unabhängige Macht der Heiligen.
  • Die Anrufung der Heiligen bedeutet nicht, dass Christus übergangen wird.

Christliche Traditionen

Lesarten im Vergleich

Die Lehrpositionen stammen aus offiziellen Quellen. Angaben zu heutiger Praxis und innerkonfessionellen Unterschieden stehen nur dort, wo eigene Quellen sie belegen.

Katholisch

Offizielle Lehrposition
Die Heiligen leben in Christus, bitten für die Kirche und können um Fürsprache angerufen werden. Christus bleibt der einzige Erlöser und Mittler aus eigener Macht.
Offizielle Quelle ↗

Lutherisch

Offizielle Lehrposition
Das Augsburgische Bekenntnis XXI lehrt, dass die Schrift weder die Anrufung der Heiligen noch die Bitte um ihre Hilfe lehrt, und stellt Christus als den einen Mittler und Fürsprecher vor die Kirche. Zugleich bejaht es das Gedenken der Heiligen als Beispiele des Glaubens.
Offizielle Quelle ↗

Reformiert / calvinistisch

Offizielle Lehrposition
Die Fragen 94–98 des Heidelberger Katechismus behandeln Anbetung, Vertrauen, Götzendienst und Bilder. Sie bilden keine vollständige reformierte Marien- oder Reliquientheologie.
Offizielle Quelle ↗

Methodistisch / wesleyanisch

Offizielle Lehrposition
Artikel XIV der United Methodist Church verwirft die Anrufung der Heiligen sowie die dort beschriebene Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien. Offizielles methodistisches Material erinnert dennoch an Heilige als Zeugen und Beispiele des Glaubens.
Offizielle Quelle ↗

Anglikanisch

Offizielle Lehrposition
Artikel XXII verwirft die dort beschriebene Anrufung der Heiligen sowie die Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien. Gegenwärtiges anglikanisches liturgisches Gedenken und die Praxis variieren, ohne diese Bekenntnisaussage aufzuheben.
Offizielle Quelle ↗
Lehrpositionen aus offiziellen Quellen sowie, wo gesondert belegt, heutige Praxis und innerkonfessionelle Unterschiede
TraditionOffizielle LehrpositionQuelle
KatholischDie Heiligen leben in Christus, bitten für die Kirche und können um Fürsprache angerufen werden. Christus bleibt der einzige Erlöser und Mittler aus eigener Macht.Offizielle Quelle ↗
LutherischDas Augsburgische Bekenntnis XXI lehrt, dass die Schrift weder die Anrufung der Heiligen noch die Bitte um ihre Hilfe lehrt, und stellt Christus als den einen Mittler und Fürsprecher vor die Kirche. Zugleich bejaht es das Gedenken der Heiligen als Beispiele des Glaubens.Offizielle Quelle ↗
Reformiert / calvinistischDie Fragen 94–98 des Heidelberger Katechismus behandeln Anbetung, Vertrauen, Götzendienst und Bilder. Sie bilden keine vollständige reformierte Marien- oder Reliquientheologie.Offizielle Quelle ↗
Methodistisch / wesleyanischArtikel XIV der United Methodist Church verwirft die Anrufung der Heiligen sowie die dort beschriebene Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien. Offizielles methodistisches Material erinnert dennoch an Heilige als Zeugen und Beispiele des Glaubens.Offizielle Quelle ↗
AnglikanischArtikel XXII verwirft die dort beschriebene Anrufung der Heiligen sowie die Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien. Gegenwärtiges anglikanisches liturgisches Gedenken und die Praxis variieren, ohne diese Bekenntnisaussage aufzuheben.Offizielle Quelle ↗
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Weiterdenken

Welche Bedeutung gewinnt christliche Fürbitte, wenn die Kirche als Gemeinschaft über den Tod hinaus verstanden wird?

Herr Jesus Christus, einziger Erlöser und Mittler, vereine deine Kirche im Gebet. Lass die Heiligen für die Kirche eintreten und schenke allen Gläubigen ein Herz für die Not der anderen.

Vertiefen

Quellen und HinweiseKKK 946–962, 2634–2636

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Lumen gentiumLG 49–51

    Gemeinschaft der pilgernden und vollendeten Kirche.