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Fürbitte der Heiligen

Der eine Mittler und die Fürbitte der Heiligen

Wie lässt sich die Fürbitte der Heiligen mit der Aussage vereinbaren, dass Christus der eine Mittler ist? Die Kirche hält beides zusammen: Der eine Mittler trägt jede Bitte, und die Gemeinschaft der Heiligen, die sie im Apostolischen Glaubensbekenntnis bekennt, steht nicht als zweite Instanz neben ihm. Dass es gut und nützlich ist, die Heiligen um ihre Fürsprache anzurufen, hat das Konzil von Trient 1563 gegen die reformatorische Bestreitung festgehalten (Sitzung XXV); das Zweite Vatikanische Konzil hat diese Lehre zusammen mit den Beschlüssen des II. Konzils von Nizäa und des Konzils von Florenz erneut vorgelegt (LG 50–51). Der Weg führt zuerst durch die Schrift, in der betende Heilige vor Gottes Thron erscheinen, und danach zur Frage, wie die Bitte um ihre Fürsprache zu verstehen ist.

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2 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Eine helle Christusgestalt verbindet Himmel und Erde; oben tragen Gestalten Lichtschalen, unten versammeln sich Menschen zum Gebet.
HeiligeKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Unterthema 1 von 2 · Gemeinschaft der Heiligen

Christus führt die Seinen in eine Gemeinschaft, die der Tod nicht trennt

Gemeinschaft der Heiligen Bibel und Textverständnis

Gemeinschaft der Heiligen

Die Schrift zeigt eine Gemeinschaft, die über den Tod hinausreicht, und Fürbitte, die vor Gottes Thron getragen wird.

Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.

Auszug aus 1 Tim 2,1–2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus fordert Fürbitten für alle Menschen.

1 Tim 2,1: Zusammenhang und Übersetzung

er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.

Auszug aus 1 Tim 2,4 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Tim 2,3–6: Zusammenhang und Übersetzung

Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und Menschen: der Mensch Christus Jesus, der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit, als dessen Verkünder und Apostel ich eingesetzt wurde – ich sage die Wahrheit und lüge nicht –, als Lehrer der Völker im Glauben und in der Wahrheit.

Auszug aus 1 Tim 2,5–7 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Christus ist der eine Mittler zwischen Gott und den Menschen.

1 Tim 2,5: Zusammenhang und Übersetzung

Als Heilige gelten alle, die durch Christus Gott gehören, die Lebenden und die Verstorbenen. Fürbitte meint, dass einer für andere bittet. Der erste Timotheusbrief fordert die Gemeinde auf, für alle Menschen zu beten (1 Tim 2,1), und begründet dies mit Gottes Heilswillen, dass alle Menschen gerettet werden (1 Tim 2,4). Im selben Gedankengang bekennt Paulus Christus als den einen Mittler zwischen Gott und den Menschen (1 Tim 2,5). Beide Aussagen gehören zusammen: Die Fürbitte der Christen ist ein Dienst, den der eine Mittler trägt und auf sich hinordnet. Sie tritt nicht neben ihn, sondern lebt von ihm. Der nächste Schritt fragt, ob diese Gemeinschaft über den Tod hinausreicht.

Darum wollen auch wir, die wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, alle Last und die Sünde abwerfen.

Auszug aus Hebr 12,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Glaubenden sind von einer Wolke von Zeugen umgeben.

Hebr 12,1: Zusammenhang und Übersetzung

und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt.

Auszug aus Hebr 12,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Blick der Glaubenden wird auf Jesus gelenkt, den Urheber und Vollender des Glaubens.

Hebr 12,2: Zusammenhang und Übersetzung

Ihr seid vielmehr zum Berg Zion hinzugetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung.

Auszug aus Hebr 12,22–23a · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Glaubenden treten zur himmlischen Versammlung und zu den vollendeten Gerechten hinzu.

Hebr 12,22–24: Zusammenhang und Übersetzung

Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn leben sie alle.

Auszug aus Lk 20,38 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus sagt, dass die Verstorbenen für Gott leben.

Lk 20,38: Zusammenhang und Übersetzung

Als das Lamm das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen aller, die hingeschlachtet worden waren wegen des Wortes Gottes.

Auszug aus Offb 6,9a · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Seelen der Hingeschlachteten rufen unter dem Altar.

Offb 6,9–11: Zusammenhang und Übersetzung

Der Hebräerbrief stellt die Glaubenden in eine Gemeinschaft, die nicht mit ihnen beginnt. Sie sind umgeben von einer Wolke von Zeugen, die den Lauf des Glaubens schon gegangen sind (Hebr 12,1), und der Blick wird auf Jesus gelenkt, den Urheber und Vollender des Glaubens (Hebr 12,2). Dieselbe Gemeinschaft erscheint als himmlische Versammlung, als Stadt des lebendigen Gottes, in der die Geister der vollendeten Gerechten gegenwärtig sind (Hebr 12,22–24). Jesus selbst bezeugt gegenüber den Sadduzäern, dass Gott der Gott der Lebenden ist; für ihn leben alle (Lk 20,38). Die Offenbarung des Johannes zeigt dieselbe Wirklichkeit von der anderen Seite: Die um des Glaubens willen Getöteten sind vor Gottes Thron und rufen dort (Offb 6,9–11). Der Tod trennt die Gemeinschaft der Heiligen also nicht, sondern führt die Gerechten in die vollendete Nähe Gottes. Damit steht die nächste Frage im Raum: Beten diese Vollendeten für die Kirche auf Erden?

Dass Gott die Fürbitte der Gerechten will, zeigt die Schrift schon lange vor der Offenbarung. Gott selbst sagt Abimelech im Traum über Abraham: „Denn er ist ein Prophet. Er wird für dich beten, sodass du am Leben bleibst“ (Gen 20,7). Die Freunde Ijobs verweist Gott auf ihren Beter: „Mein Knecht Ijob aber soll für euch Fürbitte einlegen, denn auf ihn nehme ich Rücksicht“ (Ijob 42,8). Die Bitte an einen Gerechten ist darum kein Umweg an Gott vorbei, sondern der Weg, den Gott selbst zeigt; das eigene Gebet zu Gott behält dabei seinen Ort, denn die Freunde Ijobs bringen selbst ihr Brandopfer dar. Der Jakobusbrief fasst es zusammen: „Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten“ (Jak 5,16), und er nennt Elija, der „ein Mensch wie wir“ war (Jak 5,17). Es sind dieselben Gerechten, die der Hebräerbrief in der himmlischen Versammlung als vollendet sieht. Israel kannte auch den Gedanken, dass Verstorbene vor Gott für das Volk eintreten: Gott sagt durch Jeremia, selbst wenn Mose und Samuel vor sein Angesicht träten, würde er sich diesem Volk nicht mehr zuwenden (Jer 15,1). Der Satz ist eine Gerichtsrede im Bedingungsfall und schildert kein Gebet; er setzt aber voraus, dass man sich die verstorbenen Fürsprecher Mose und Samuel vor Gottes Angesicht denken kann.

Vers 8: Als es das Buch empfangen hatte, fielen die vier Lebewesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder; alle trugen Harfen und goldene Schalen voll von Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen.

Auszug aus Offb 5,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Ältesten tragen die Gebete der Heiligen in goldenen Schalen vor den Thron.

Offb 5,8: Zusammenhang und Übersetzung

Aus der Hand des Engels stieg der Weihrauch mit den Gebeten der Heiligen zu Gott empor.

Auszug aus Offb 8,3–4 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Ein Engel bringt Weihrauch mit den Gebeten der Heiligen vor den Thron.

Offb 8,3–4: Zusammenhang und Übersetzung

Onias begann zu reden und sagte: Das ist der Freund seiner Brüder, der viel für das Volk und die heilige Stadt betet, Jeremia, der Prophet Gottes.

Auszug aus 2 Makk 15,12–16 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Der verstorbene Jeremia erscheint als Fürsprecher für das Volk und die heilige Stadt.

2 Makk 15,12–16: Zusammenhang und Übersetzung

Als ihr gebetet habt, du und Sara, war ich es, der euer Gebet vor die Herrlichkeit des Herrn getragen hat.

Auszug aus Tob 12,12 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Raphael berichtet, er habe das Gebet von Tobit und Sara vor die Herrlichkeit des Herrn getragen.

Tob 12,12: Zusammenhang und Übersetzung

Die Offenbarung nennt die Gebete der Heiligen ausdrücklich. In der himmlischen Liturgie tragen die vierundzwanzig Ältesten goldene Schalen, und die Schalen werden als die Gebete der Heiligen bezeichnet (Offb 5,8). In Kapitel 8 steigt der Weihrauch mit den Gebeten aller Heiligen aus der Hand des Engels zu Gott empor (Offb 8,3–4). Das Gebet der Glaubenden ist damit vor Gottes Thron gegenwärtig und gehört zur Anbetung des Lammes. Das zweite Buch der Makkabäer schildert den verstorbenen Propheten Jeremia, der für das Volk und für die heilige Stadt betet (2 Makk 15,12–16). So bezeugt die Schrift, dass ein verstorbener Gerechter für sein Volk bei Gott eintritt. Im Buch Tobit trägt der Engel Raphael das Gebet Tobits und Saras vor die Herrlichkeit des Herrn und ruft es dort in Erinnerung (Tob 12,12). Auch hier bringt ein Engel die Gebete der Menschen vor Gott. Beten auf der Erde und Beten im Himmel gehören also zusammen: Die Vollendeten sind in die eine Gemeinschaft des Heils eingeordnet, und ihr Gebet reicht vor Gott.

Die drei Schritte ergeben zusammen einen Zusammenhang: Der eine Mittler trägt jede Fürbitte, die Gemeinschaft der Heiligen reicht über den Tod hinaus, und die Vollendeten sind mit ihrem Gebet vor Gott gegenwärtig. Die Bitte an einen bestimmten Heiligen setzt voraus, dass die Gemeinschaft der Heiligen das Gebet der Kirche auf Erden erreicht und dass der angerufene Heilige daran Anteil hat. Offen ist noch, worin diese Bitte gründet und wodurch sie sich von verbotener Totenbeschwörung unterscheidet.

In der Ordnung der Wahrheiten des Glaubens hat die Gemeinschaft der Heiligen ihren Ort: Sie ruht auf Christus, dem einen Mittler, und geht aus ihm hervor; aus diesem Zentrum empfängt sie ihr Maß. Was die Schrift an einzelnen Stellen bezeugt, fügt sich zu einem Bild: Christus führt die Seinen in eine Gemeinschaft, die der Tod nicht trennt. Wer einen Heiligen um seine Fürsprache bittet, betet nicht allein; seine Bitte schließt sich an das Gebet an, das vor Gottes Thron schon geschieht. So wächst eine Hoffnung, die sich an Christus festhält und auch durch den Tod hindurch trägt.

Weiterführende Erklärungen

Christus ist der eine MittlerUnterstützender positiver Beleg

Der erste Schritt zeigt, dass die Fürbitte der Christen an der einen Mittlerschaft Christi teilhat. Die Offenbarung des Johannes führt nun vor Augen, wohin dieses Gebet gelangt: vor den Thron Gottes, in die himmlische Liturgie.

Gebete der Heiligen vor Gottes ThronUnterstützender positiver Beleg

Die Bilder der himmlischen Liturgie zeigen das Gebet vor Gottes Thron. Wer gehört zu dieser betenden Gemeinschaft? Auch die Vollendeten, die mit den Lebenden durch den Glauben verbunden bleiben.

Für Gott leben die VerstorbenenUnterstützender positiver Beleg

Der Hebräerbrief und die Offenbarung zeigen die Gemeinschaft der Vollendeten mit den Lebenden. Das zweite Buch der Makkabäer bezeugt, dass ein verstorbener Gerechter tatsächlich für sein Volk bittet.

Jeremia bittet für Volk und heilige StadtDirekter positiver Beleg

Jeremia betet in der Erscheinung für das Gottesvolk. Das Buch Tobit zeigt ergänzend, dass auch ein Engel das Gebet der Menschen vor die Herrlichkeit Gottes trägt und es dort in Erinnerung ruft.

Raphael und die Gebete der MenschenUnterstützender positiver Beleg

Unterthema 2 von 2

Die Heiligen um Fürsprache bitten

Bitte um Fürsprache Glaube und Überlieferung

Wie die Bitte an Heilige unter der einen Mittlerschaft Christi steht

Die Bitte um Fürsprache ist Verehrung innerhalb der Kirche und bleibt auf Christus bezogen: Die Heiligen treten durch ihn, mit ihm und in ihm für die Kirche ein.

Wer vor einer Heiligenstatue betet, bittet den Heiligen, bei Gott für ihn einzutreten; anbeten will er ihn nicht. Fürsprache bedeutet, bei Gott für andere zu bitten. Die Heiligen tragen die Anliegen der Lebenden vor Gott, weil sie als Vollendete mit ihrem Gebet vor ihm stehen. Anbetung dagegen gebührt allein Gott. Die Bitte um Fürsprache hat ihren Wert und ihre Wirksamkeit allein durch Christus, den einen Mittler. Diese Bitte ist etwas anderes als Totenbeschwörung, also das Herbeirufen eines Verstorbenen, um von ihm Auskunft zu erhalten oder über ihn zu verfügen. Sie richtet sich an einen Glaubenden, der mit Gott lebt, und erbittet sein Gebet. Die Kirche kann und soll die Heiligen bitten, für sie und für die ganze Welt einzutreten; der Katechismus nennt dabei besonders die von der Kirche anerkannten Heiligen (KKK 2683). Mit der Heiligsprechung erklärt die Kirche feierlich, dass ein Gläubiger die Tugenden heldenhaft geübt und in Treue zur Gnade Gottes gelebt hat, und gibt ihn den Gläubigen als Vorbild und Fürsprecher (KKK 828); nach der Glaubenskongregation gehören Heiligsprechungen zu den Wahrheiten, die endgültig zu halten sind (Lehrmäßiger Kommentar zur Professio fidei, 1998, Nr. 11). So wird die Gemeinschaft der Heiligen greifbar: Die Glieder auf Erden und die Vollendeten beten füreinander.

Die Schrift gründet diese Gebetsgemeinschaft in einem Wort des Paulus: Er fordert die Gemeinde auf, für alle Menschen, für Herrscher und für alle, die Macht ausüben, zu bitten und Fürsprache einzulegen. 1 Tim 2,1–2 zeigt damit die direkte Bitte füreinander; im selben Zusammenhang führt die Kirche jede solche Bitte zur einen Mittlerschaft Christi. Die Gemeinschaft der Heiligen ordnet diese Fürbitte über den Tod hinaus ein. Die Schrift bezeugt die Fürbitte, die Gemeinschaft der Heiligen und die Bindung jeder Vermittlung an Christus; in dieser Gemeinschaft hat die Kirche, wie das Zweite Vatikanische Konzil sagt, immer die fürbittende Hilfe der Apostel und Märtyrer erbeten (LG 50).

Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.

Auszug aus 1 Tim 2,1–2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus fordert Fürbitten für alle Menschen.

1 Tim 2,1: Zusammenhang und Übersetzung

Die Bitte um die Fürsprache der Heiligen gehört innerhalb dieser Gemeinschaft zur Verehrung. Sie erweist dem Heiligen Achtung, weil Gott in ihm gewirkt hat, während die Anbetung allein dem dreifaltigen Gott gilt. Schon der Bericht über das Martyrium Polykarps (um 155–160) hält diese Unterscheidung fest, und Hieronymus verteidigt sie 406, indem er die Verehrung der Märtyrer von der Anbetung Gottes abgrenzt. Die Anrufung hat ihren Sinn in der Bitte um Fürsprache; der Heilige empfängt die Gnade des Heils von Gott und bittet aus dieser Gnade für die Kirche. Verbindlich ausgesprochen hat die Kirche die Unterscheidung auf dem II. Konzil von Nizäa (787), das auch die orthodoxen Kirchen anerkennen: Im Streit um die Bilder unterschied es die ehrfürchtige Verehrung von der Anbetung, die allein Gott zusteht (KKK 2131–2132); das Zweite Vatikanische Konzil legt diesen Beschluss für die Verehrung der Heiligen erneut vor (LG 51). Die Anbetung bleibt auf Gott gerichtet, während die Bitte um Fürsprache in seiner Gnade gründet.

Die Frage, wie die Heiligen die Bitten der Kirche hören können, führt zur himmlischen Liturgie. Die himmlische Liturgie verortet die Gebetsgemeinschaft im Gottesdienst vor Gottes Thron. Die Lehre von der Gemeinschaft der Heiligen verbindet diese Darbringung mit der Fürsprache der Vollendeten und mit der himmlischen Teilnahme am Gebet der Kirche. Die Bilder führen so zur Gemeinschaft des Leibes Christi, in der die Gerechten bei Gott für die Kirche eintreten.

Vers 8: Als es das Buch empfangen hatte, fielen die vier Lebewesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder; alle trugen Harfen und goldene Schalen voll von Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen.

Auszug aus Offb 5,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Ältesten tragen die Gebete der Heiligen vor Gottes Thron.

Offb 5,8: Zusammenhang und Übersetzung

Aus der Hand des Engels stieg der Weihrauch mit den Gebeten der Heiligen zu Gott empor.

Auszug aus Offb 8,3–4 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Ein Engel bringt die Gebete der Heiligen vor Gottes Thron.

Offb 8,3–4: Zusammenhang und Übersetzung

Die Kirche bekennt, dass in dieser Gemeinschaft „die barmherzige Liebe Gottes und seiner Heiligen stets unseren Gebeten Gehör schenkt“ (KKK 962). Die Theologie erklärt dies damit, dass Gott die Heiligen in seiner Herrlichkeit an seiner Erkenntnis und an seiner Sorge für die Kirche teilhaben lässt. Ihre Fürsprache bleibt vollständig von seiner Gnade abhängig.

Quellen zu dieser Frage 3

Wer die Bitte um Fürsprache in dieser Ordnung versteht, gewinnt mehr als eine Antwort auf eine einzelne Frage: eine Kirche, in der die Lebenden und die Heiligen im Himmel miteinander verbunden bleiben, und ein Vertrauen, das sich nicht auf eigene Kraft stützt. Alles, was der Bittende empfängt, kommt von Gott. Darum steht die Bitte um Fürsprache nicht im Zentrum des Glaubens. Sie ist ein Ausdruck des einen Glaubens, der in Christus gründet, und ordnet sich dem unter, was größer ist: der Liebe Gottes, die dem Menschen in der Gemeinschaft der Kirche zukommt.

Weiterführende Erklärungen

Die Heiligen bitten bei Gott für die Kirche – darf die Kirche sie darum bitten?Unterstützender positiver Beleg

Der erste Schritt zeigt, dass die Bitte an einen Heiligen unter der einen Mittlerschaft Christi steht und sich von Totenbeschwörung unterscheidet. Daraus ergibt sich die Frage, welchen Platz diese Bitte im Verhältnis zur Anbetung Gottes hat.

Die Verehrung der Heiligen ist keine AnbetungUnterstützender positiver Beleg

Die Unterscheidung von Verehrung und Anbetung wahrt die Ehre Gottes. Wie aber können die Heiligen die Bitten der Kirche überhaupt hören?

Die Kenntnis der Heiligen gründet in Gottes LebenUnterstützender positiver Beleg

Darf man verstorbene Heilige anrufen, wenn Christus der eine Mittler und Fürsprecher ist?

Der Einwand

Christen sollen füreinander beten (1 Tim 2,1). Aus der Schrift lässt sich aber nicht beweisen, dass man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll; Christus ist der einzige Mittler (1 Tim 2,5) und tritt beim Vater für uns ein (Röm 8,34; 1 Joh 2,1; Augsburger Bekenntnis, Art. 21). Für eine Anrufung der Heiligen kennt die Schrift weder Gebot noch Verheißung, und der Heidelberger Katechismus rechnet sie zu dem, was das erste Gebot verbietet (Frage 94).

Die Antwort der Kirche

Christus ist „der einzige Fürsprecher beim Vater für alle Menschen“, und gerade an seiner BegriffFürbitteFürbitte ist das Gebet, mit dem jemand vor Gott für andere eintritt. Die Fürbitte der Christen hat teil an der Fürbitte Christi, des einzigen Fürsprechers beim Vater, und ist Ausdruck der Gemeinschaft der Heiligen; auch die Heiligen im Himmel treten für die Gläubigen ein (KKK 2634–2635, 956).Glossareintrag öffnen haben die Christen teil (KKK 2634–2635). Derselbe Brief, der Christus als den bekennt, der zur Rechten Gottes für uns eintritt (Röm 8,34), enthält die Bitte des Paulus: „Kämpft mit mir in den Gebeten für mich vor Gott“ (Röm 15,30). Die Bitte an einen Heiligen ist dieselbe Bitte, gerichtet an ein Glied des Leibes Christi, das bei Gott lebt (Lk 20,38) und von dem gilt: „Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten“ (Jak 5,16). Wer einen Heiligen bittet, betet weiter zu Gott, auf dessen Verheißung er vertraut, und bittet einen Bruder im Glauben, mit ihm zu beten. Die einzige Mittlerschaft Christi schließt solche Teilnahme nicht aus, sondern weckt sie (LG 62); darum können und sollen Christen die Heiligen um ihre Fürsprache bitten (KKK 2683).

Was andere Christen dazu glauben

Die christlichen Traditionen vergleichen

Katholisch

Offizielle Lehrposition
Die Heiligen leben in Christus, bitten für die Kirche und können um Fürsprache angerufen werden. Christus bleibt der einzige Erlöser und Mittler aus eigener Macht.
Offizielle Quelle: Katholisch

Lutherisch

Offizielle Lehrposition
Das Augsburgische Bekenntnis (Art. XXI) bejaht das Gedenken der Heiligen als Beispiele des Glaubens, lehrt aber, dass sich aus der Schrift nicht beweisen lasse, dass man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen solle, weil Christus der eine Mittler und Fürsprecher ist. Die Apologie räumt ein, dass die Heiligen im Himmel für die Kirche im Allgemeinen beten, bestreitet aber, dass ihre Anrufung ein Gebot, eine Verheißung oder ein Beispiel in der Schrift habe.
Offizielle Quelle: Lutherisch

Reformiert / calvinistisch

Offizielle Lehrposition
Der Heidelberger Katechismus zählt in Frage 94 zu dem, was das erste Gebot verbietet, „auch das Anrufen der Heiligen oder anderer Geschöpfe“. In Frage 30 verneint er, dass diejenigen an den einzigen Heiland Jesus glauben, „die Heil und Seligkeit bei den Heiligen, bei sich selbst oder anderswo suchen“.
Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch

Methodistisch / wesleyanisch

Offizielle Lehrposition
Artikel XIV der United Methodist Church verwirft die Anrufung der Heiligen sowie die dort beschriebene Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien.
Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch

Anglikanisch

Offizielle Lehrposition
Artikel XXII verwirft die dort beschriebene Anrufung der Heiligen sowie die Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien.
Offizielle Quelle: Anglikanisch

Orthodox / byzantinisch

Offizielle Lehrposition
Nach der Orthodoxen Kirche in Amerika betet die orthodoxe Kirche auch zu den Heiligen, nicht in derselben Weise wie zu den Personen der Dreifaltigkeit, sondern zu ihnen als Helfern, Fürsprechern und Mitgliedern der Kirche, die schon bei Gott verherrlicht sind. Die erste unter ihnen und Anführerin der Fürsprecher vor Gott ist Maria, die Gottesgebärerin.
Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch
Lehrpositionen aus offiziellen Quellen sowie, wo gesondert belegt, heutige Praxis und innerkonfessionelle Unterschiede
TraditionOffizielle LehrpositionQuelle
KatholischDie Heiligen leben in Christus, bitten für die Kirche und können um Fürsprache angerufen werden. Christus bleibt der einzige Erlöser und Mittler aus eigener Macht.Offizielle Quelle: Katholisch
LutherischDas Augsburgische Bekenntnis (Art. XXI) bejaht das Gedenken der Heiligen als Beispiele des Glaubens, lehrt aber, dass sich aus der Schrift nicht beweisen lasse, dass man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen solle, weil Christus der eine Mittler und Fürsprecher ist. Die Apologie räumt ein, dass die Heiligen im Himmel für die Kirche im Allgemeinen beten, bestreitet aber, dass ihre Anrufung ein Gebot, eine Verheißung oder ein Beispiel in der Schrift habe.Offizielle Quelle: Lutherisch
Reformiert / calvinistischDer Heidelberger Katechismus zählt in Frage 94 zu dem, was das erste Gebot verbietet, „auch das Anrufen der Heiligen oder anderer Geschöpfe“. In Frage 30 verneint er, dass diejenigen an den einzigen Heiland Jesus glauben, „die Heil und Seligkeit bei den Heiligen, bei sich selbst oder anderswo suchen“.Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch
Methodistisch / wesleyanischArtikel XIV der United Methodist Church verwirft die Anrufung der Heiligen sowie die dort beschriebene Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien.Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch
AnglikanischArtikel XXII verwirft die dort beschriebene Anrufung der Heiligen sowie die Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien.Offizielle Quelle: Anglikanisch
Orthodox / byzantinischNach der Orthodoxen Kirche in Amerika betet die orthodoxe Kirche auch zu den Heiligen, nicht in derselben Weise wie zu den Personen der Dreifaltigkeit, sondern zu ihnen als Helfern, Fürsprechern und Mitgliedern der Kirche, die schon bei Gott verherrlicht sind. Die erste unter ihnen und Anführerin der Fürsprecher vor Gott ist Maria, die Gottesgebärerin.Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch
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17 Bibelstellen · Heilige

Was die Schrift selbst sagt

Alle Bibelstellen dieses Themas im Wortlaut, geordnet nach den Fragen, für die sie zeugen. Jede führt zu ihrer Erklärung.

Gemeinschaft der Heiligen

1 Tim 2,1Christus ist der eine Mittler

Paulus fordert vor allem zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung für alle Menschen auf, auch für die Herrscher; wenige Verse später begründet er das mit dem einen Gott und dem einen Mittler zwischen Gott und Menschen, Christus Jesus (1 Tim 2,5). Die Kirche sieht in der Fürbitte der Christen eine Teilhabe an der Fürbitte Christi und einen Ausdruck der Gemeinschaft der Heiligen (KKK 2635); auch die Fürbitte der Heiligen empfängt ihre Wirksamkeit allein von Christus.

Bibeltext

Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.

Auszug aus 1 Tim 2,1–2 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Tim 2,5Christus ist der eine Mittler

Paulus bekennt Christus als den einen Mittler zwischen Gott und den Menschen. Die Kirche lehrt, dass die Fürbitte der Christen und der Heiligen diese einzigartige Mittlerschaft nicht ersetzt, sondern von ihr lebt.

Bibeltext

Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und Menschen: der Mensch Christus Jesus, der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit, als dessen Verkünder und Apostel ich eingesetzt wurde – ich sage die Wahrheit und lüge nicht –, als Lehrer der Völker im Glauben und in der Wahrheit.

Auszug aus 1 Tim 2,5–7 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Offb 5,8Gebete der Heiligen vor Gottes Thron

Die himmlischen Ältesten bringen Schalen mit den Gebeten der Heiligen vor Gott. Die Kirche lehrt, dass die Fürsprache der Heiligen ihre Wirksamkeit vollständig von Christus erhält, dem einzigen Erlöser und Mittler.

Bibeltext

Vers 8: Als es das Buch empfangen hatte, fielen die vier Lebewesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder; alle trugen Harfen und goldene Schalen voll von Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen.

Auszug aus Offb 5,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Offb 8,3–4Gebete der Heiligen vor Gottes Thron

Ein Engel bringt den Weihrauch mit den Gebeten der Heiligen vor Gottes Thron. Die Kirche lehrt, dass die Fürsprache der Heiligen in die Anbetung Gottes eintritt und von der Mittlerschaft Christi abhängt.

Bibeltext

Aus der Hand des Engels stieg der Weihrauch mit den Gebeten der Heiligen zu Gott empor.

Auszug aus Offb 8,3–4 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 12,1Für Gott leben die Verstorbenen

Die Glaubenden sind von einer Wolke von Zeugen umgeben und sollen deshalb Last und Sünde abwerfen. Die Kirche lehrt, dass die Heiligen in Gott leben und für die Glaubenden bitten, während Christus der einzige Erlöser bleibt.

Bibeltext

Darum wollen auch wir, die wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, alle Last und die Sünde abwerfen.

Auszug aus Hebr 12,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 12,2Für Gott leben die Verstorbenen

Der Blick der Glaubenden richtet sich auf Jesus, den Urheber und Vollender des Glaubens, der das Kreuz auf sich nahm und sich zur Rechten Gottes gesetzt hat. Die Kirche liest die Wolke der Zeugen von diesem Ziel her: Die Heiligen leben aus Christus und weisen auf ihn hin.

Bibeltext

und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt.

Auszug aus Hebr 12,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 12,22–24Für Gott leben die Verstorbenen

Der Hebräerbrief beschreibt die Glaubenden als zum himmlischen Jerusalem, zu Engeln, den vollendeten Gerechten und Jesus, dem Mittler des neuen Bundes, hinzugetreten. Damit zeigt er die Gemeinschaft des Gottesvolkes über die sichtbare Welt hinaus.

Bibeltext

Ihr seid vielmehr zum Berg Zion hinzugetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung.

Auszug aus Hebr 12,22–23a · EÜ 2016 · © KBA 2016
Offb 6,9–11Für Gott leben die Verstorbenen

Johannes sieht unter dem Altar die Seelen derer, die wegen des Wortes Gottes hingeschlachtet worden sind; sie rufen mit lauter Stimme zu Gott, er möge Gericht halten, und jeder von ihnen erhält ein weißes Gewand. Die Stelle zeigt die Getöteten lebendig bei Gott, wissend um das Geschehen auf der Erde und betend; die Kirche sieht darin ein Zeugnis für die Gemeinschaft der Heiligen, deren Gebet vor Gott kommt.

Bibeltext

Als das Lamm das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen aller, die hingeschlachtet worden waren wegen des Wortes Gottes.

Auszug aus Offb 6,9a · EÜ 2016 · © KBA 2016
Lk 20,38Für Gott leben die Verstorbenen

Jesus erklärt, dass Abraham, Isaak und Jakob für Gott leben, weil Gott der Gott der Lebenden ist. Die Stelle bezeugt die fortdauernde Gemeinschaft der Gerechten mit Gott über den Tod hinaus.

Bibeltext

Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn leben sie alle.

Auszug aus Lk 20,38 · EÜ 2016 · © KBA 2016
2 Makk 15,12–16Jeremia bittet für Volk und heilige Stadt

Judas erzählt seinen Kämpfern einen Traum: Der frühere, bereits getötete Hohepriester Onias breitet seine Hände aus und betet für das ganze jüdische Volk; dann stellt er den Propheten Jeremia vor als den, „der viel für das Volk und die heilige Stadt betet“. Die Kirche sieht darin ein Zeugnis für die Fürsprache der Heiligen im Himmel.

Bibeltext

Onias begann zu reden und sagte: Das ist der Freund seiner Brüder, der viel für das Volk und die heilige Stadt betet, Jeremia, der Prophet Gottes.

Auszug aus 2 Makk 15,12–16 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Tob 12,12Raphael und die Gebete der Menschen

Der Engel Raphael erklärt, dass er die Gebete von Tobit und Sara vor Gottes Herrlichkeit getragen hat. Die Kirche sieht darin ein Zeugnis für die Fürsprache der Engel und Heiligen, deren Wirken von Christus herkommt.

Bibeltext

Als ihr gebetet habt, du und Sara, war ich es, der euer Gebet vor die Herrlichkeit des Herrn getragen hat.

Auszug aus Tob 12,12 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Tim 2,3–6Paulus begründet die Fürbitte für alle Menschen mit Gottes Heilswillen: Gott will, dass alle Menschen gerettet werden, und Christus, der eine Mittler, hat sich als Lösegeld für alle hingegeben.

Paulus begründet die Fürbitte für alle Menschen mit Gottes Heilswillen: Gott will, dass alle Menschen gerettet werden, und Christus, der eine Mittler, hat sich als Lösegeld für alle hingegeben.

Bibeltext

er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.

Auszug aus 1 Tim 2,4 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Die Heiligen um Fürsprache bitten

Röm 15,30–32Die Heiligen bitten bei Gott für die Kirche – darf die Kirche sie darum bitten?

Paulus bittet die Gemeinde in Rom, mit ihm im Gebet für ihn vor Gott zu kämpfen, damit er gerettet wird und sein Dienst angenommen wird. Die Stelle zeigt die ausdrückliche Bitte eines Apostels an Mitchristen um ihre Fürbitte.

Bibeltext

Ich bitte euch aber, Brüder und Schwestern, bei unserem Herrn Jesus Christus und bei der Liebe des Geistes: Kämpft mit mir in den Gebeten für mich vor Gott, dass ich vor den Ungehorsamen in Judäa gerettet werde, dass mein Dienst an Jerusalem von den Heiligen dankbar aufgenommen wird und dass ich, wenn es Gottes Wille ist, voll Freude zu euch kommen kann, um mit euch eine Zeit der Ruhe zu verbringen!

Röm 15,30–32 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Röm 14,8Die Heiligen bitten bei Gott für die Kirche – darf die Kirche sie darum bitten?

Paulus bekennt, dass die Christen im Leben und im Sterben dem Herrn gehören. Die Kirche liest den Vers als Zeugnis dafür, dass der Tod die Glieder Christi nicht aus seiner Gemeinschaft löst.

Bibeltext

Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.

Röm 14,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Joh 12,26Die Verehrung der Heiligen ist keine Anbetung

Jesus verheißt dem, der ihm nachfolgt und dient, dass der Vater ihn ehren wird. Die Ehre der Diener Christi hat ihren Ursprung im Handeln des Vaters.

Bibeltext

Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren.

Joh 12,26 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Lk 1,48Die Verehrung der Heiligen ist keine Anbetung

Maria kündigt an, dass sie von allen Geschlechtern seliggepriesen werden wird, und verbindet diese Zukunft mit Gottes großen Taten an ihr. Die Kirche erfüllt dieses biblische Wort in ihrer dauernden Verehrung Marias.

Bibeltext

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Auszug aus Lk 1,48 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 13,7Die Verehrung der Heiligen ist keine Anbetung

Die Gemeinde soll ihrer Vorsteher gedenken, die ihr das Wort Gottes verkündet haben, den Ertrag ihres Lebens betrachten und ihren Glauben nachahmen; LG 50 führt die Stelle an, wo es lehrt, dass das Leben der Heiligen einen verlässlichen Weg zur Heiligkeit weist.

Bibeltext

Gedenkt eurer Vorsteher, die euch das Wort Gottes verkündet haben! Betrachtet den Ertrag ihres Lebenswandels! Ahmt ihren Glauben nach!

Hebr 13,7 · EÜ 2016 · © KBA 2016
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Wie die Kirche diese Frage durch die Jahrhunderte bezeugt

Kirchenväter, Konzilien und Kirchenlehrer zeigen, wie Christen die Schrift zu dieser Frage gelesen und gelebt haben. Ihr Wortlaut steht jeweils bei der Frage, die er stützt.

Jede Frage zu Heilige einzeln geprüft

Jeder Schritt prüft eine Bibelstelle genau: was sie sagt, was sie zum Argument beiträgt und welcher Einwand sich an ihr festmacht.

Die Begriffe dieses Themas kurz erklärt

Betrachten und beten

Die Heiligen gehören nicht zu einer entfernten Nebenwelt. In Christus bleibt die Kirche über den Tod hinaus eine Gemeinschaft. Wer die Heiligen um Fürsprache bittet, bekennt damit Gottes Wirken an seinen Freunden. Jede solche Bitte bleibt auf Christus hingeordnet, durch den allein die Kirche Zugang zum Vater hat.

Herr Jesus Christus, du bist der eine Mittler zwischen Gott und den Menschen. Vereine deine Kirche im Himmel und auf Erden, lehre uns die Heiligen als deine Freunde zu ehren und schenke uns ein Gebet, das immer zu dir führt.