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Raphael und die Gebete der Menschen

Tob 12,12 beschreibt Raphael als einen Engel, der das Gebet vor die Herrlichkeit Gottes bringt.

Kernaussage

Tob 12,12 beschreibt Raphael als einen Engel, der das Gebet vor die Herrlichkeit Gottes bringt.

Schlüsselfrage

Wie kann die Fürbitte der Heiligen mit der Aussage vereinbar sein, dass Christus der eine Mittler ist?

Katholische Auslegung

Christus ist der einzige Erlöser und Mittler aus eigener Vollmacht. Die Fürbitte der Christen auf Erden und der Heiligen im Himmel erhält ihre Wirksamkeit von ihm. Die Heiligen ersetzen Christus nicht; sie leben in Gott und bitten in seiner Gegenwart.

Im Zusammenhang

Aussage und Kontext

Raphael spricht am Ende seiner Begleitung von Tobit und Tobias über Gottes Gegenwart und die Gebete der Menschen.

Die Stelle verbindet menschliches Gebet mit einer himmlischen Vermittlung vor Gott. Zusammen mit Offb 5,8 und Offb 8,3–4 bezeugt sie, dass Gebete in der biblischen Darstellung vor Gott dargebracht werden.

Tob 12,12

Raphael berichtet, er habe das Gebet vor Gott gebracht.

Bibeltext in der EÜ 2016 öffnen

Einwand und Antwort

Den Einwand prüfen

Ein Engel als Bote Gottes ist etwas anderes als ein Heiliger, der um Fürbitte angerufen wird.

Katholische Antwort

Das ist eine reale Unterscheidung. Tob 12,12 wird deshalb als ergänzende Stelle verwendet. Die katholische Begründung entsteht aus mehreren Zeugnissen über Gebet, himmlisches Leben und Fürsprache.

Was die Kirche nicht meint

Raphael ist ein Engel, nicht ein verstorbener Mensch. Die Stelle beweist daher nicht allein die gesamte katholische Praxis der Heiligenanrufung.

Biblischer Zusammenhang

Die ganze Argumentation

Quellen und HinweiseKKK 74–1419, 1472–1553 · EÜ 2016 · KKK 946–962, 2634–2636

Schrift

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Lumen gentiumLG 10, 18–29, 49–69

    Lehramtliche Grundlage zu Kirche, Amt, Heiligen und Maria.

  • Lumen gentiumLG 49–51

    Gemeinschaft der pilgernden und vollendeten Kirche.