Christus ist der eine Mittler
Paulus fordert Fürbitten und nennt Christus den einen Mittler zwischen Gott und den Menschen.
Kernaussage
Paulus fordert Fürbitten und nennt Christus den einen Mittler zwischen Gott und den Menschen.
Schlüsselfrage
Wie kann die Fürbitte der Heiligen mit der Aussage vereinbar sein, dass Christus der eine Mittler ist?
Katholische Auslegung
Christus ist der einzige Erlöser und Mittler aus eigener Vollmacht. Die Fürbitte der Christen auf Erden und der Heiligen im Himmel erhält ihre Wirksamkeit von ihm. Die Heiligen ersetzen Christus nicht; sie leben in Gott und bitten in seiner Gegenwart.
Im Zusammenhang
Aussage und Kontext
Die Aufforderung zur Fürbitte steht unmittelbar im Zusammenhang mit der Aussage über Christi einzigartige Mittlerschaft.
Wenn jede nachgeordnete Fürbitte Christi Mittlerschaft ausschlösse, dürfte Paulus keine Fürbitte anordnen. Der Text unterscheidet vielmehr zwischen Christi einzigartiger Erlösung und der Fürbitte von Christen.
1 Tim 2,1
Paulus fordert ausdrücklich Fürbitten für alle Menschen.
Bibeltext in der EÜ 2016 öffnen1 Tim 2,5
Christus ist der eine Mittler des Heils zwischen Gott und Menschen.
Bibeltext in der EÜ 2016 öffnenEinwand und Antwort
Den Einwand prüfen
1 Tim 2,5 sagt ausdrücklich, dass es nur einen Mittler gibt.
Katholische Antwort
Christus ist der einzige Mittler, der aus eigener Macht erlöst und zwischen Gott und Mensch versöhnt. Die Fürbitte anderer wirkt katholisch verstanden nur durch Teilnahme an seinem Werk.
Was die Kirche nicht meint
Der Text beschreibt nicht jede Form späterer Heiligenanrufung. Er legt jedoch den Grundsatz nahe, dass eine abgeleitete Fürbitte Christi Mittlerschaft nicht rivalisieren muss.
Biblischer Zusammenhang
Die ganze Argumentation
Christus ist der eine Mittler
Paulus fordert Fürbitten und nennt Christus den einen Mittler zwischen Gott und den Menschen.
Gebete vor Gottes Thron
Die Offenbarung beschreibt himmlische Gestalten, die Gebete der Heiligen vor Gott bringen.
Für Gott leben die Verstorbenen
Die Bibel beschreibt die Glaubenden als von einer Wolke von Zeugen umgeben und sagt, dass für Gott alle leben.
Fürsprache der Gerechten nach dem Tod
In 2 Makk 15 erscheinen der verstorbene Onias und Jeremia als Gerechte; Jeremia wird als einer beschrieben, der für Volk und heilige Stadt betet.
Raphael und die Gebete der Menschen
Tob 12,12 beschreibt Raphael als einen Engel, der das Gebet vor die Herrlichkeit Gottes bringt.
Quellen und HinweiseKKK 74–1419, 1472–1553 · EÜ 2016 · KKK 946–962, 2634–2636
Schrift
- Einheitsübersetzung 2016EÜ 2016
Verlinkte Schriftgrundlage; geschützte Langzitate werden nicht übernommen.
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 74–1419, 1472–1553
Offizieller Gesamttext; die verwendeten Themenbereiche sind mit konkreten Absatzangaben verknüpft.
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 946–962, 2634–2636
Gemeinschaft der Heiligen und Fürbitte.
Konzilien und Lehramt
- Lumen gentiumLG 10, 18–29, 49–69
Lehramtliche Grundlage zu Kirche, Amt, Heiligen und Maria.
- Lumen gentiumLG 49–51
Gemeinschaft der pilgernden und vollendeten Kirche.