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Bibelstelle · EÜ 2016

Offb 5,8

Die himmlischen Ältesten bringen Schalen mit den Gebeten der Heiligen vor Gott. Die Kirche lehrt, dass die Fürsprache der Heiligen ihre Wirksamkeit vollständig von Christus erhält, dem einzigen Erlöser und Mittler.

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Auszug

Auszug aus Offb 5,8

Bibeltext

Vers 8: Als es das Buch empfangen hatte, fielen die vier Lebewesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder; alle trugen Harfen und goldene Schalen voll von Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen.

Auszug aus Offb 5,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016

In den Themen

Warum diese Stelle hier wichtig ist

Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.

  1. Ergänzender BelegSchritt 2 von 5

    Gebete der Heiligen vor Gottes Thron

    Baustein für die himmlische Darbringung von Gebeten; nächste Prämisse: die Lehre von der Gemeinschaft der Heiligen.

  2. Starker GesamtbefundSchritt 5 von 6

    Wie die Heiligkeit der Kirche dem reuigen Sünder hilft

    Die Stelle stützt die biblische Vorstellung, dass die Gebete der Heiligen in der Gemeinschaft vor Gott stehen.

  3. TypologieSchritt 3 von 3

    Die Kenntnis der Heiligen gründet in Gottes Leben

    Baustein für die himmlische Aufnahme und Darbringung von Gebeten; nächste Prämisse: die Gemeinschaft der Heiligen.

  4. Gebetsvertiefung

    Beten mit dem Rosenkranz

    Im Gebetstext

    • Ave Maria: Bitte der Kirche
    • Bitte um Glauben: Bitte der Kirche
    • Bitte um Hoffnung: Bitte der Kirche
    • Bitte um Liebe: Bitte der Kirche
  5. Gebetsvertiefung

    Beten mit dem Angelus

    Im Gebetstext

    • Der Engel des Herrn: Bitte der Kirche (viermal im Gebet)

Verwandte Bibelstellen

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.

  • Frühchristliches Zeugnisca. 155–160

    Martyrium des Polykarp

    Der Text unterscheidet zwischen der Anbetung Christi als Sohn Gottes und der Liebe zu den Märtyrern als Jüngern und Nachahmern des Herrn.

    Wir können Christus niemals verlassen und keinen anderen anbeten. Ihn beten wir als den Sohn Gottes an; die Märtyrer aber lieben wir als Jünger und Nachahmer des Herrn wegen ihrer außerordentlichen Liebe zu ihrem König und Meister.

    Martyrium des Polykarp · Martyrium Polycarpi 17–18 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Schon um die Mitte des 2. Jahrhunderts unterscheidet eine Gemeinde die Anbetung, die Christus gebührt, von der Liebe zu den Märtyrern als Jüngern und Nachahmern des Herrn.

    Die Grenze: Eine Anrufung der Märtyrer um ihre Fürsprache beschreibt der Bericht nicht; er ehrt sie wegen ihrer Liebe zu Christus und als Vorbild für die, die ihnen folgen sollen.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Der Bericht aus Smyrna beschreibt nach Polykarps Tod, wie die Gemeinde Christus und die Märtyrer unterscheidet. Im selben Zusammenhang erzählt er von der Sammlung der Gebeine und dem jährlichen Gedächtnis des Todestages.

    Historischer Text

    Wir können Christus niemals verlassen und keinen anderen anbeten. Ihn beten wir als den Sohn Gottes an; die Märtyrer aber lieben wir als Jünger und Nachahmer des Herrn wegen ihrer außerordentlichen Liebe zu ihrem König und Meister. […] Danach sammelten wir seine Gebeine, die uns kostbarer als die wertvollsten Edelsteine und reiner als Gold erschienen, und legten sie an einem geeigneten Ort nieder. Dort werden wir uns, soweit es möglich ist, mit Freude versammeln, um den Jahrestag seines Martyriums zu feiern: zum Gedächtnis derer, die ihren Weg vollendet haben, und zur Übung und Vorbereitung derer, die ihnen folgen sollen.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Der frühe Bericht hält die Unterscheidung ausdrücklich fest: Christus wird angebetet, Märtyrer werden als Jünger geliebt und geehrt. Zugleich bezeugt derselbe Text die ehrende Sorge um die Gebeine und das jährliche Gedächtnis des Martyriums.

    Quelle
    Martyrium des Polykarp · Martyrium Polycarpi 17–18
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1885). Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Martyrium des Polykarp
  • Kirchenlehrer4. Jahrhundert

    Cyrill von Jerusalem

    Cyrill bezeugt, dass die Kirche im Hochgebet der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer gedenkt, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten hin das Anliegen der Gemeinde annehme; für die übrigen Verstorbenen betet sie anschließend.

    Dann gedenken wir auch derer, die vor uns entschlafen sind: zuerst der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten unser Anliegen annehme.

    Katechetische Vorträge · Mystagogische Katechese 5,9 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Im Hochgebet stützt sich die Bitte der Gemeinde auf die Fürbitte der Heiligen.

    Die Grenze: Die Gemeinde richtet ihre Bitte an Gott und stützt sie auf die Gebete der Heiligen; eine unmittelbare Anrede an die Heiligen enthält der Satz nicht.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Cyrill von Jerusalem erklärt in der mystagogischen Katechese die Anaphora, also das eucharistische Hochgebet. Im Anschluss an die Darbringung nennt er das Gedenken der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer. Die Mystagogischen Katechesen stammen aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts; einige Handschriften schreiben sie Cyrills Nachfolger Johannes von Jerusalem zu.

    Historischer Text

    Nachdem das geistliche Opfer, der unblutige Gottesdienst, vollendet ist, bitten wir über diesem Opfer der Versöhnung Gott um den Frieden der Kirchen, um das Wohl der Welt und um alle, die Hilfe nötig haben, und wir beten und bringen dieses Opfer dar. Dann gedenken wir auch derer, die vor uns entschlafen sind: zuerst der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten unser Anliegen annehme. Dann beten wir für die bereits entschlafenen heiligen Väter und Bischöfe und überhaupt für alle unsere Verstorbenen.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Cyrill bezeugt im 4. Jahrhundert eine konkrete liturgische Praxis: Die Kirche gedenkt der vollendeten Heiligen und verbindet dieses Gedenken mit ihrer Fürbitte.

    Quelle
    Katechetische Vorträge · Mystagogische Katechese 5,9
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Reihe Nicene and Post-Nicene Fathers (1894). Der letzte Satz folgt dem Wortlaut des Katechismus (KKK 1371). Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
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Quellen und HinweiseKKK 946–962, 2634–2636 · KKK 1420–1498 · KKK 2677

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