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Gebet · Gebetsanleitung

Engel des Herrn

Der Angelus verbindet die Verkündigung und die Menschwerdung Christi mit dem Ave Maria. Er führt vom Geheimnis der Menschwerdung über das Leiden und das Kreuz zur Auferstehung und wird traditionell am Morgen, am Mittag und am Abend gebetet (Direktorium über Volksfrömmigkeit und Liturgie, Nr. 195).

Gebet beginnen

Zur Einordnung im Thema Gebet

Zwei Hände halten einen fünfgesätzigen Rosenkranz mit Medaille und Kreuz; fünf Evangeliumsszenen umgeben ein zentrales Christuslicht.
GebetKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Gebetsvertiefung

Beten mit dem Angelus

Im Mittelpunkt steht Jesus Christus: seine Menschwerdung, sein Leiden, sein Kreuz und seine Auferstehung. Maria erscheint dabei im Zusammenhang mit der Verkündigung und ihrem Fiat.

Gebetstext

Biblische Herkunft

Der Engel des Herrn

  1. Ave Maria

  2. Ave Maria

  3. Ave Maria

  4. Schlussgebet

  1. Biblische GrundlageVerkündigung

    „Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft“ ist eine biblische Synthese aus Lk 1,26–35 und kein direktes Bibelzitat. „Und sie empfing vom Heiligen Geist“ fasst die Verkündigung der Empfängnis Jesu zusammen.

  2. Biblische GebetsspracheGruß des Engels

    Dieser erste Teil bewahrt den Gruß Gabriels an Maria in traditioneller Gebetssprache. Er verkündet ihre Gnadenfülle und die Gegenwart des Herrn bei ihr.

  3. Biblische GebetsspracheGruß Elisabets

    Die zweite Anrede stammt aus dem Lobpreis Elisabets. Mit ihr spricht das Gebet die Würde Marias und die gesegnete Frucht ihres Leibes, Jesus, aus.

  4. Biblische GrundlageMutter Gottes

    „Heilige Maria, Mutter Gottes“ bekennt, was das Konzil von Ephesus 431 verbindlich ausgesprochen hat: Maria ist wirklich Mutter Gottes, weil der, den sie empfangen und geboren hat, kein anderer ist als der ewige Sohn des Vaters (KKK 466; 495). Schon Elisabet grüßt sie als „die Mutter meines Herrn“ (Lk 1,43).

  5. Gebet der KircheBitte der Kirche

    Die abschließende Bitte ist kein Bibelzitat. Die Kirche vertraut sich Maria als Fürsprecherin an: in der Gegenwart und in der Stunde des Todes. Diese Fürsprache „verdunkelt oder mindert“ die einzige Mittlerschaft Christi „in keiner Weise“ und „hängt von ihr vollständig ab“ (LG 60).

  6. Biblische GebetsspracheMarias Antwort

    „Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe nach deinem Wort“ ist eine traditionelle Wiedergabe von Lk 1,38. Das Ave Maria verwendet eine bestehende kirchliche Gebetsformel aus biblischen Anreden und kirchlicher Bitte.

  7. Biblische GebetsspracheGruß des Engels

    Dieser erste Teil bewahrt den Gruß Gabriels an Maria in traditioneller Gebetssprache. Er verkündet ihre Gnadenfülle und die Gegenwart des Herrn bei ihr.

  8. Biblische GebetsspracheGruß Elisabets

    Die zweite Anrede stammt aus dem Lobpreis Elisabets. Mit ihr spricht das Gebet die Würde Marias und die gesegnete Frucht ihres Leibes, Jesus, aus.

  9. Biblische GrundlageMutter Gottes

    „Heilige Maria, Mutter Gottes“ bekennt, was das Konzil von Ephesus 431 verbindlich ausgesprochen hat: Maria ist wirklich Mutter Gottes, weil der, den sie empfangen und geboren hat, kein anderer ist als der ewige Sohn des Vaters (KKK 466; 495). Schon Elisabet grüßt sie als „die Mutter meines Herrn“ (Lk 1,43).

  10. Gebet der KircheBitte der Kirche

    Die abschließende Bitte ist kein Bibelzitat. Die Kirche vertraut sich Maria als Fürsprecherin an: in der Gegenwart und in der Stunde des Todes. Diese Fürsprache „verdunkelt oder mindert“ die einzige Mittlerschaft Christi „in keiner Weise“ und „hängt von ihr vollständig ab“ (LG 60).

  11. Biblische GebetsspracheMenschwerdung

    „Und das Wort ist Fleisch geworden. Und hat unter uns gewohnt“ ist eine traditionelle Wiedergabe von Joh 1,14. Der Angelus richtet den Blick damit auf die Menschwerdung Christi.

  12. Biblische GebetsspracheGruß des Engels

    Dieser erste Teil bewahrt den Gruß Gabriels an Maria in traditioneller Gebetssprache. Er verkündet ihre Gnadenfülle und die Gegenwart des Herrn bei ihr.

  13. Biblische GebetsspracheGruß Elisabets

    Die zweite Anrede stammt aus dem Lobpreis Elisabets. Mit ihr spricht das Gebet die Würde Marias und die gesegnete Frucht ihres Leibes, Jesus, aus.

  14. Biblische GrundlageMutter Gottes

    „Heilige Maria, Mutter Gottes“ bekennt, was das Konzil von Ephesus 431 verbindlich ausgesprochen hat: Maria ist wirklich Mutter Gottes, weil der, den sie empfangen und geboren hat, kein anderer ist als der ewige Sohn des Vaters (KKK 466; 495). Schon Elisabet grüßt sie als „die Mutter meines Herrn“ (Lk 1,43).

  15. Gebet der KircheBitte der Kirche

    Die abschließende Bitte ist kein Bibelzitat. Die Kirche vertraut sich Maria als Fürsprecherin an: in der Gegenwart und in der Stunde des Todes. Diese Fürsprache „verdunkelt oder mindert“ die einzige Mittlerschaft Christi „in keiner Weise“ und „hängt von ihr vollständig ab“ (LG 60).

  16. Gebet der KircheBitte der Kirche

    Die Bitte an die heilige Gottesmutter ist ein Gebet der Kirche und kein Bibelzitat. Sie bittet um Fürsprache im Blick auf die Verheißung Christi.

  17. Gebet der KircheSchlussgebet

    Das Schlussgebet ist ein Gebet der Kirche und kein Bibelzitat. Es verbindet Verkündigung, Menschwerdung, Leiden, Kreuz und Auferstehung Christi.

Zum Gebetsablauf

Gebetsanleitung

Der Angelus im Tagesrhythmus

Die Abfolge verbindet biblische Sätze, das Ave Maria, die Bitte der Kirche und das Schlussgebet zu einer kurzen Betrachtung des Heilshandelns Christi.

  1. 1×Optional

    Morgens

    Morgen, Mittag und Abend gliedern für die meisten Menschen den Tag; der Angelus macht diese Einschnitte zu einem kurzen Verweilen im Gebet (vgl. Marialis cultus 41).

    Der Engel des Herrn
  2. 1×Optional

    Mittags

    Die zweite Gebetszeit liegt am Mittag.

    Der Engel des Herrn
  3. 1×Optional

    Abends

    Die dritte Gebetszeit liegt am Abend.

    Der Engel des Herrn

Geschichte und geistliche Überlieferung

Wie der Angelus gewachsen ist

Der Angelus ist eine traditionelle christozentrische Volksfrömmigkeit. Er entwickelte sich schrittweise aus dem Läuten von Glocken und dem Gebet des Ave Maria.

  1. Mittelalter bis Neuzeit

    Historische Entwicklung

    Schrittweise gewachsen

    Der Angelus entstand allmählich aus dem Läuten von Glocken und dem damit verbundenen Ave-Maria-Gebet.

    Einordnung und Quellen

    Die historische Entwicklung führt nicht auf einen einzelnen Erfinder oder einen apostolischen Ursprung zurück. Abend-, Morgen- und Mittagsform haben je eine eigene Entwicklungsgeschichte; Paul VI. nennt ausdrücklich den „geschichtlichen Ursprung, der ihn (den Engel des Herrn) mit der innigen Bitte um die Erhaltung des Friedens verbindet“ (Marialis cultus 41).

    Was diese Station zeigt: Die Station beschreibt den Angelus als gewachsene Gebetsform und nicht als unverändert überlieferte apostolische Ordnung.

    Beleggrenze: Die historische Rekonstruktion bestimmt weder einen einzelnen Gründer noch den geistlichen Wert des heutigen Gebets.

    Quellen und Hinweise2 Hinweise

    Konzilien und Lehramt

    • Marialis cultusMC 41Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

      Paul VI. verbindet den geschichtlichen Ursprung des Angelus mit der Bitte um Frieden.

    Fachdokumente und Studien

    • Herbert Thurston: AngelusHistory: Evening, Morning, Noon AngelusSekundäranalyse · Verlässliche Transkription

      Die historische Übersicht unterscheidet die schrittweise Entwicklung der drei Tageszeiten.

  2. Überlieferte Praxis

    Historisch belegt

    Morgen, Mittag und Abend

    Der traditionelle Rhythmus ist morgens, mittags und abends.

    Einordnung und Quellen

    Der Angelus unterbricht den Alltag dreimal mit dem Gedächtnis der Menschwerdung und bewahrt damit einen einfachen Rhythmus der Betrachtung Christi.

    Was diese Station zeigt: Die Station ordnet den Tagesrhythmus als traditionelle Volksfrömmigkeit ein.

    Beleggrenze: Der Rhythmus ist keine allgemeine liturgische Pflicht und zwingt nicht zu einer bestimmten individuellen Gebetspraxis.

    Quellen und Hinweise2 Hinweise

    Konzilien und Lehramt

    • Direktorium über Volksfrömmigkeit und LiturgieNr. 195Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

      Das Direktorium beschreibt den Angelus ausdrücklich für Morgen, Mittag und Abend.

    • Marialis cultusMC 41Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

      Paul VI. hebt den Tagesrhythmus und den Paschabezug des Angelus hervor.

  3. Osterzeit

    Historisch belegt

    Regina caeli

    In der Osterzeit tritt das Regina caeli an die Stelle des Angelus; diese Ordnung geht auf Benedikt XIV. (1742) zurück (Direktorium über Volksfrömmigkeit und Liturgie, Nr. 196).

    Einordnung und Quellen

    Während der Angelus die Menschwerdung betrachtet, verkündet das Regina caeli die Auferstehung; so verbindet die überlieferte Gebetspraxis im Lauf des Kirchenjahres die Menschwerdung mit dem Ostergeheimnis.

    Der Wortlaut nach dem Kompendium des Katechismus (Anhang A): „O Himmelskönigin, frohlocke. Halleluja. Denn er, den du zu tragen würdig warst, Halleluja, ist erstanden, wie er sagte. Halleluja. Bitt Gott für uns, Maria. Halleluja. – Freu dich und frohlocke, Jungfrau Maria. Halleluja. – Denn der Herr ist wahrhaft auferstanden, Halleluja. – Lasset uns beten. Allmächtiger Gott, durch die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, hast du die Welt mit Jubel erfüllt. Lass uns durch seine jungfräuliche Mutter Maria zur unvergänglichen Osterfreude gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.“

    Was diese Station zeigt: Die Station erklärt die österliche Alternative als Teil der überlieferten Andachtspraxis.

    Beleggrenze: Das Regina caeli ist wie der Angelus eine Andachtsübung und keine liturgische Verpflichtung.

    Quellen und HinweiseKompendium, Anhang A

    Katechismus

    • Kompendium des KatechismusKompendium, Anhang APrimärtext · Offizielle kirchliche Quelle

      Amtliche deutsche Fassung des Regina caeli.

    Konzilien und Lehramt

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Bibelstellen stehen am Anfang der Argumentation. Historische Zeugnisse zeigen, wie Christen dieselben Glaubensfragen in den folgenden Generationen verstanden, praktiziert und später präzisiert haben.

  • Lehramt1974

    Paul VI.

    Der Angelus bewahrt durch seine schlichte, biblische Form, seinen Tagesrhythmus und seinen Bezug auf das Pascha seine geistliche Kraft.

    Der „Engel des Herrn“ bedarf keiner Erneuerung: seine einfache Struktur, der biblische Charakter, der geschichtliche Ursprung, der ihn (den Engel des Herrn) mit der innigen Bitte um die Erhaltung des Friedens verbindet, der fast liturgische Rhythmus, der verschiedene Augenblicke des Tages heiligt, die Ausrichtung auf das österliche Geheimnis, weshalb wir, während wir der Menschwerdung des Sohnes Gottes gedenken, darum bitten, „durch sein Leiden und sein Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung“ geführt zu werden, bewirken, daß dieses Gebet noch nach Jahrhunderten unverändert seinen Wert und seine ursprüngliche Frische bewahrt.

    Marialis cultus · MC 41 · Primärtext
    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Paul VI. empfiehlt den Angelus wegen seiner einfachen biblischen Struktur, seines Tagesrhythmus und seiner Ausrichtung auf das österliche Geheimnis.

    Historischer Text

    Der „Engel des Herrn“ bedarf keiner Erneuerung: seine einfache Struktur, der biblische Charakter, der geschichtliche Ursprung, der ihn (den Engel des Herrn) mit der innigen Bitte um die Erhaltung des Friedens verbindet, der fast liturgische Rhythmus, der verschiedene Augenblicke des Tages heiligt, die Ausrichtung auf das österliche Geheimnis, weshalb wir, während wir der Menschwerdung des Sohnes Gottes gedenken, darum bitten, „durch sein Leiden und sein Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung“ geführt zu werden, bewirken, daß dieses Gebet noch nach Jahrhunderten unverändert seinen Wert und seine ursprüngliche Frische bewahrt.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Die Quelle kennzeichnet den Angelus ausdrücklich als biblisch geprägtes Christusgebet mit einem Rhythmus, der Morgen, Mittag und Abend heiligt.

    Quelle
    Marialis cultus · MC 41
    Textfassung und Rechte
    Offizielle deutsche Fassung von Marialis cultus auf vatican.va. Kurzer zitierter Auszug aus der offiziellen deutschen Fassung; Copyright und Quelle werden durch den direkten Link kenntlich gemacht.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Paul VI.

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