Gebet in der katholischen Praxis
Das Wort Vater, der Rosenkranz, der Engel des Herrn und der Segen
Verbietet Jesus, Menschen „Vater“ zu nennen, und sind wiederholte Gebete wie der Rosenkranz leeres Geplapper? Die katholische Praxis antwortet mit dem Zusammenhang, in dem Jesus spricht: Seine Warnung gilt der Selbstüberhöhung und dem gedankenlosen Gerede. Die Fürsorge, die das Wort Vater meint, und das beharrliche Beten bleiben davon unberührt. Vier Schritte führen durch diesen Zusammenhang: von der Mahnung Jesu und der Anrede über den Rosenkranz und den Engel des Herrn bis zur biblischen Theologie des Segens.
4 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Unterthema 1 von 4 · Niemanden Vater nennen
Jesus warnt davor, aus dem Vaternamen Ansehen und Herrschaft zu machen
Das Wort Vater Bibel und Textverständnis
Niemanden Vater nennen
Die Mahnung Jesu wird erst im Zusammenhang verständlich.
Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.
Auszug aus Mt 23,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Welche Folgerung der Text begrenzt
Jesus warnt vor religiösen Titeln und Selbstüberhöhung und verweist auf den einen Vater.
Die Mahnung, niemanden auf Erden Vater zu nennen, steht in einer Kritik an religiösen Titeln und an der Selbstüberhöhung. Darum verbietet die Stelle nicht jede gewöhnliche oder geistliche Verwendung des Wortes Vater.
Hättet ihr nämlich auch unzählige Erzieher in Christus, so doch nicht viele Väter. Denn in Christus Jesus habe ich euch durch das Evangelium gezeugt.
Auszug aus 1 Kor 4,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus nennt sich durch das Evangelium den geistlichen Vater der Korinther.
Ihr wisst auch, dass wir, wie ein Vater seine Kinder, jeden Einzelnen von euch ermahnt, ermutigt und beschworen haben zu leben, wie es Gottes würdig ist, der euch zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit beruft.
Auszug aus 1 Thess 2,11–12 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus beschreibt seine Begleitung wie ein Vater, der ermutigt und ermahnt.
Stephanus antwortete: Brüder und Väter, hört mich an!
Auszug aus Apg 7,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Stephanus redet seine Zuhörer als »Brüder und Väter« an.
Das Neue Testament gebraucht die Sprache von Vaterschaft weiter. Paulus nennt sich gegenüber den Korinthern einen Vater in Christus, und gegenüber den Thessalonichern beschreibt er seinen Umgang mit ihnen als den eines Vaters gegenüber seinen Kindern. In der Apostelgeschichte redet Stephanus die Mitglieder des Hohen Rates als „Brüder und Väter“ an (Apg 7,2). Vaterschaft und väterliche Begleitung gehören also zur Sprache des Glaubens, in geistlichen wie in gewöhnlichen Zusammenhängen. In dieser Spur spricht die Kirche Ordenspriester als „Pater“ und den Papst als „Heiligen Vater“ an und nennt die frühen Lehrer des Glaubens „Kirchenväter“.
Das Wort Vater bleibt ein Dankwort an Gott, der den Menschen auch irdische und geistliche Väter an die Seite stellt; wer selbst Vater ist oder als Älterer im Glauben einen Jüngeren begleitet, trägt diesen Namen zu Recht. Die Warnung Jesu bleibt dabei stehen und behält ihre Aufgabe: sie hütet davor, aus einem Titel Ansehen und aus Ansehen Herrschaft zu machen. Im Ganzen des Glaubens ist das eine nachgeordnete Frage, denn wichtiger als jedes Wort ist der, auf den es hinweist. Wer um diese Ordnung weiß, gebraucht das Wort mit gutem Gewissen.
Weiterführende Erklärungen
Jesu Warnung vor religiöser SelbstüberhöhungGrenze einer GegenfolgerungJesu Warnung richtet sich gegen religiöse Selbstüberhöhung. Damit stellt sich die Frage, wie Paulus und die Apostel dennoch von sich als Vätern sprechen können.
Vaterschaft als Dienst: was Paulus und die Apostel bezeugenUnterstützender positiver BelegUnterthema 2 von 4
Rosenkranz
Der Rosenkranz Glaube und Überlieferung
Wie wird Wiederholung im Gebet zur Betrachtung Christi?
Wiederholte Worte sind nicht dasselbe wie leeres Gerede.
In der Bergpredigt warnt Jesus vor leerem, heidnischem Geplapper im Gebet; seine Mahnung steht unmittelbar vor dem Vaterunser. Er kritisiert Worte, mit denen der Beter Gott nicht sucht und durch deren Menge er eine Wirkung erzwingen will. Damit verleiht die Zahl der Gebete keine magische Kraft. Die Warnung richtet sich gegen mechanisches Vielreden, nicht gegen die Wiederholung als solche.
Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.
Auszug aus Mt 6,7 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Welche Folgerung der Text begrenzt
Jesus warnt vor leerem, heidnischem Geplapper im Gebet.
Jesus selbst betet im Garten Getsemani zum dritten Mal mit denselben Worten. Angesichts seiner Passion drücken die wiederholten Worte eine anhaltende Bitte und seine Hingabe an den Vater aus. Jesu wiederholtes Gebet zeigt, dass Wiederholung mit echter Sammlung und ernsthafter Hinwendung zu Gott verbunden sein kann. Die konkrete Gestalt des Rosenkranzes entfaltet diese Verbindung in der Betrachtung der Geheimnisse Christi.
Und er ließ sie, ging wieder weg und betete zum dritten Mal mit den gleichen Worten.
Auszug aus Mt 26,44 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Jesus betet in Getsemani zum dritten Mal mit denselben Worten.
Auch die Offenbarung beschreibt Wiederholung als Anbetung. Die vier Lebewesen rufen vor dem Thron Gottes ohne Unterlass: „Heilig, heilig, heilig“. Diese symbolische Vision zeigt, wie wiederkehrende Worte Gottes Größe bekennen und dem Lob dienen können. Zusammen mit Jesu Gebet in Getsemani bildet sie den biblischen Grund für die Unterscheidung zwischen Anbetung und leerem Geplapper.
Heilig, heilig, heilig ist der Herr.
Auszug aus Offb 4,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Die vier Lebewesen rufen unablässig: Heilig, heilig, heilig.
Der Rosenkranz greift diese Gestalt auf. Er ist eine meditative und christusbezogene Gebetsform, in der wiederholte Gebete die Betrachtung der Geheimnisse begleiten: der Ereignisse aus dem Leben Jesu, bei denen der Beter verweilt. Die geordnete Betrachtung verbindet die Wiederholung mit Christus und seinem Heilswerk. Die Kirche versteht den Rosenkranz als biblisch und christologisch geprägte Gebetsform; Marialis cultus beschreibt ihn so. Maria wird als Mutter Jesu und als Fürsprecherin angerufen; so führt sie zum Sohn und tritt nicht an seine Stelle. Als Form der Volksfrömmigkeit bleibt der Rosenkranz dem liturgischen Leben zugeordnet und führt in die Betrachtung des Evangeliums hinein.
Das häufige Ave Maria kann äußerlich und leer werden, wenn die Worte ohne innere Aufmerksamkeit gesprochen werden. Im Verständnis der Kirche geben die wiederholten Gebete der Betrachtung jedoch eine feste Form und einen verlässlichen Rhythmus.
Der Rosenkranz lebt von wiederkehrenden Worten, und gerade darin kann ein Mensch bei Christus bleiben: Die Wiederholung öffnet einen Raum, in dem die Geheimnisse seines Lebens betrachtet werden und das Herz zur Ruhe kommt. Ein solches Gebet hat teil am Lob des Himmels, das nie aufhört, und es folgt dem Beten, das Jesus selbst geübt hat. Im Gefüge des Glaubens hat der Rosenkranz einen dienenden Platz: Er ist eine von der Kirche sehr empfohlene Andachtsübung, die mit der Liturgie zusammenstimmt, gewissermaßen aus ihr herausfließt und zu ihr hinführt, ohne ihr gleichgestellt zu werden (SC 13; MC 48).
Weiterführende Erklärungen
Was Jesus in Mt 6,7 kritisiertGrenze einer GegenfolgerungJesus warnt vor dem leeren Geplapper, das Gott nicht sucht. Dass Worte wiederkehren, ist damit nicht verurteilt: Jesus selbst betet im Garten Getsemani mit denselben Worten.
Dieselben Worte, ein beharrliches GebetDirekter positiver BelegJesus betet wiederholt mit denselben Worten. Die Offenbarung zeigt dieselbe Wiederholung im Lob des Himmels, wo die vier Lebewesen „Heilig, heilig, heilig“ rufen.
Die Liturgie des HimmelsUnterstützender positiver BelegDer Himmel lobt Gott in wiederkehrenden Worten. Der Rosenkranz nimmt diese Gestalt auf: Wiederholte Gebete begleiten die Betrachtung der Geheimnisse Christi.
Wiederholung als BetrachtungUnterstützender positiver BelegUnterthema 3 von 4
Engel des Herrn
Engel des Herrn Glaube und Überlieferung
Wie führt der Angelus von Marias Fiat zur Menschwerdung Christi?
Der Angelus nimmt Marias Antwort auf und führt zur Menschwerdung Christi.
Der Engel des Herrn, lateinisch Angelus und vollständig Angelus Domini, beginnt mit der kirchlichen Wiedergabe der Verkündigung an Maria. Die Kirche nimmt die Botschaft des Engels in eine kurze, regelmäßig gebetete Ordnung auf und erinnert am Morgen, Mittag und Abend an das Kommen Christi. Die Verkündigung bildet den biblischen Inhalt des Angelus; die Gebetsform fügt ihr keine neue Offenbarung hinzu, sondern sammelt das biblische Geschehen, damit die Kirche es im Gebet gegenwärtig hält und auf Christus hin betrachtet. Der Zweck des Angelus beantwortet die Frage, warum es diese eigene Form gibt: Sie lässt die Kirche die Menschwerdung Christi regelmäßig betrachten und in dieses Geheimnis eintreten.
Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben.
Auszug aus Lk 1,26–38 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Der Engel verkündet Maria die Geburt Jesu.
Auf die Botschaft des Engels folgt Marias glaubende Antwort, ihr Fiat: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ Der Angelus bewahrt diese Antwort als Schriftwort und ordnet sie in das göttliche Heilswirken ein. Maria stimmt aus der Gnade Gottes zu; ihre Antwort steht im Dienst des Kommens des Sohnes und verweist auf Gottes Handeln und den menschgewordenen Christus. Maria ist in diesem Gebet nicht das Ziel der Menschwerdung, sondern die glaubende Magd: Gott wollte, dass sie vor der Menschwerdung ihr Ja sagte, und mit diesem Ja wirkte sie in freiem Glauben und Gehorsam am Kommen des Sohnes mit (LG 56; KKK 2617).
Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. … Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
Auszug aus Joh 1,1.14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Das Wort ist Gott und wird Fleisch.
Von der Botschaft des Engels und Marias Fiat führt der Angelus zur Mitte des christlichen Glaubens: Das ewige Wort ist bei Gott und selbst Gott; es wird Fleisch und wohnt unter den Menschen. Johannes 1,1.14 bezeugt diesen Mittelpunkt ausdrücklich; die Form des Angelus empfängt daraus ihren Inhalt und ihre Ausrichtung. Die Kirche verbindet die Menschwerdung Christi in diesem Gebet mit seinem Leiden, seinem Kreuz und seiner Auferstehung. Die feste Formel soll das Hören auf das Schriftwort zur Betrachtung führen und den Glauben an die Menschwerdung wachhalten. Wer den Angelus betet, hört die Botschaft des Engels, antwortet mit Maria im Glauben und bittet um Gottes Beistand. Er tritt damit in das Gespräch zwischen Gott und dem Menschen ein, das mit dem Wort des Engels beginnt und in der Menschwerdung des Sohnes endet.
Quellen zu dieser Frage 2
Wer den Angelus betet, tritt in einen Zusammenhang ein, der größer ist als ein einzelner Gebetsmoment: Die Kirche legt ihm die Botschaft des Engels vor, sie lässt ihn mit Maria glauben und führt ihn zur Menschwerdung des Wortes, des ewigen Sohnes. Darin liegt die bleibende Kraft dieses Gebets: Es richtet den Blick auf die Mitte, von der her sich alles erschließt. Zugleich ordnet sich der Angelus ein. Er ist eine Andacht, ein Gebet neben der Liturgie, das auf diese Mitte hinweist; er steht damit unter der Feier der Sakramente. Der Angelus verliert nichts von seinem Gewicht, wenn er an dieser Stelle eingeordnet wird.
Weiterführende Erklärungen
Die Botschaft des EngelsUnterstützender positiver BelegDer Angelus beginnt mit der Botschaft des Engels an Maria. Auf diese Botschaft antwortet Maria im Glauben, und diese Antwort hat im Gebet ihren festen Ort.
Marias glaubende AntwortUnterstützender positiver BelegMarias glaubende Antwort ist die Antwort auf Gottes Wort. Der Angelus führt von ihr zur Mitte des Glaubens: Das Wort Gottes ist in Jesus Christus Fleisch geworden.
Das Wort wird FleischDirekter positiver BelegUnterthema 4 von 4 · Biblische Theologie des Segens
Der Segen kommt von Gott und wird in Christus durch Menschen weitergegeben
Segen und Weitergabe Glaube und Überlieferung
Biblische Theologie des Segens
Segen hat seinen Ursprung in Gott und wird von Menschen weitergegeben.
Gott ist der Ursprung jedes Segens. Menschen empfangen seine Gabe, preisen Gott und werden wie Abraham zu einem Segen für andere; in Christus schenkt der Vater den Glaubenden den geistlichen Segen. Menschliches Segnen nimmt an Gottes Handeln teil: Der Mensch erbittet und vermittelt den Segen im Glauben, während Gott selbst der Segnende bleibt.
Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.
Auszug aus Gen 12,1–3 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Gott segnet Abraham und macht ihn zum Segen für alle Sippen der Erde.
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
Auszug aus Eph 1,3 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Der Vater segnet die Glaubenden in Christus mit jedem geistlichen Segen.
Der aaronitische Segen macht sichtbar, wie dieser Dienst geordnet ist. Aaron und seine Söhne legen Gottes Namen auf das Volk, und Gott selbst verheißt, dass er Israel segnen wird. Auch der Stamm Levi wird für den Dienst im Namen des Herrn ausgesondert; darin zeigt sich ein öffentlicher, beauftragter Segensdienst, dessen Kraft aus Gottes Auftrag und Verheißung kommt.
So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen.
Auszug aus Num 6,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Aaron und seine Söhne legen Gottes Namen auf Israel; Gott selbst verheißt: »Ich werde sie segnen.«
Damals sonderte der HERR den Stamm Levi aus, damit er die Lade des Bundes des HERRN trage, vor dem HERRN stehe, vor ihm Dienst tue und in seinem Namen den Segen spreche.
Auszug aus Dtn 10,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Levi wird ausgesondert, im Namen des Herrn zu segnen.
Im Neuen Bund hat der Segen seine Mitte in Jesus Christus. Jesus nimmt die Kinder in seine Arme, legt ihnen die Hände auf und segnet sie; vor seiner Himmelfahrt erhebt der Auferstandene die Hände über seine Jünger und segnet sie. Die Kirche versteht ihre Segnungen deshalb als Handeln, das von Christus ausgeht; die Kirche bittet in seinem Namen um den Segen, den er selbst mitteilt.
Er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.
Auszug aus Mk 10,13–16 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Jesus legt Kindern die Hände auf und segnet sie.
Dort erhob er seine Hände und segnete sie.
Auszug aus Lk 24,50–53 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Der Auferstandene segnet die Jünger vor der Himmelfahrt.
Diese Gabe wird zum Auftrag für alle Getauften. Jesus ruft dazu auf, auch die zu segnen, die verfluchen, und Paulus sowie der Erste Petrusbrief bestätigen diese Berufung zum Segen. Persönliches Segensgebet und kirchlich geordnete Segnung gehören dabei auf verschiedene Weise zu derselben christlichen Berufung: Alle Getauften dürfen Segen erbitten und weitergeben, während einzelne öffentliche Segnungen einer besonderen Zuständigkeit folgen.
Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch beschimpfen!
Auszug aus Lk 6,27–28 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Jesus gebietet, auch Verflucher zu segnen.
Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht!
Auszug aus Röm 12,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Paulus ruft auf, Verfolger zu segnen und nicht zu verfluchen.
Segnet, denn dazu seid ihr berufen worden, dass ihr Segen erbt.
Auszug aus 1 Petr 3,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Christen sollen segnen, um Segen zu erben.
Diesen Dienst übt die Kirche geordnet aus. Die apostolischen Gemeinden setzen Älteste ein, sorgen für verlässliche Dienste und verlangen, dass im Gottesdienst alles in Anstand und Ordnung geschieht; der Erste Timotheusbrief nennt die Kirche des lebendigen Gottes Säule und Fundament der Wahrheit. Diese Ordnung verbindet die allgemeine Berufung der Getauften mit Zuständigkeiten, die dem geweihten Amt zugeordnet sind oder nach den liturgischen Büchern auch geeigneten Laien übertragen werden können.
Doch alles soll in Anstand und Ordnung geschehen.
Auszug aus 1 Kor 14,40 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus fordert, dass alles im Gottesdienst anständig und geordnet geschehe.
Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten.
Auszug aus Apg 14,23 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus und Barnabas setzen in den Gemeinden Älteste ein.
Tit 1,5: Zusammenhang und ÜbersetzungIch habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst und in den einzelnen Städten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe, wenn einer unbescholten und Mann einer einzigen Frau ist, mit gläubigen Kindern, die nicht unter dem Vorwurf der Liederlichkeit stehen oder ungehorsam sind.
Auszug aus Tit 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
1 Tim 3,15: Zusammenhang und ÜbersetzungFalls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Haus Gottes verhalten muss, welches die Kirche des lebendigen Gottes ist, Säule und Fundament der Wahrheit.
Auszug aus 1 Tim 3,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Zu dieser Ordnung gehören die Sakramentalien: heilige Zeichen, durch die in einer gewissen Nachahmung der Sakramente Wirkungen, besonders geistlicher Art, bezeichnet und kraft der Fürbitte der Kirche erlangt werden (SC 60; KKK 1667). Sie verleihen die Gnade nicht nach Art der Sakramente, bereiten aber durch das Gebet der Kirche darauf vor, die Gnade zu empfangen und mit ihr mitzuwirken (KKK 1670). Je näher eine Segnung mit dem kirchlichen und sakramentalen Leben verbunden ist, desto stärker ist ihr Vollzug dem geweihten Amt zugeordnet; andere Segnungen können geeignete Laien übernehmen, wenn die kirchliche Ordnung es vorsieht.
Der christliche Segen geschieht im Namen des dreieinen Gottes und ist auf Jesus Christus ausgerichtet. Der Name des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes wird im Taufauftrag genannt; der apostolische Segensgruß verbindet die Gnade Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Weil es in keinem anderen Namen Heil gibt und sich jedes Knie vor dem Namen Jesu beugt, ruft die Kirche bei der Segnung den Namen Jesu an und macht gewöhnlich das Kreuzzeichen Christi.
Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Auszug aus Mt 28,19–20 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Jesus nennt den Taufnamen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!
Auszug aus 2 Kor 13,13 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus schließt mit dem trinitarischen Segensgruß von Gnade, Liebe und Gemeinschaft.
In keinem anderen ist das Heil zu finden.
Auszug aus Apg 4,12 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Es gibt kein Heil in einem anderen Namen als dem Namen Jesu.
Damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu.
Auszug aus Phil 2,9–11 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Der Name Jesu ist über alle Namen erhöht; vor ihm beugt sich jedes Knie.
So geht der Segen von Gottes Ursprung über den beauftragten Dienst und das Handeln Christi zur Berufung aller Getauften und zur Ordnung der Kirche. Der Segen begleitet den Alltag durch Gebet und Zeichen, bleibt auf die Sakramente hingeordnet und hat in dem dreieinen Gott seinen Ursprung und sein Ziel. Wer segnet, spricht Gottes Namen aus, bittet um seine Gaben und überlässt Gott das Gelingen; daraus wachsen Lobpreis, Dienst am Nächsten und die Weitergabe des empfangenen Segens.
Der Segen ist kein Randthema der Frömmigkeit. Er reicht von Gott zu den Menschen und von ihnen zu anderen weiter, und in Christus hat dieses Handeln seine Mitte. Im Gefüge des Glaubens hat der Segen seinen festen, geordneten Platz: Er gehört zu den Sakramentalien, die den Alltag begleiten, und bleibt auf die Sakramente hingeordnet, in denen Gott sein Heil wirkt. So wird sichtbar, was von Anfang an gilt: Alle Segnung kommt von Gott und kehrt als Lob und als Dienst am Nächsten zu ihm zurück.
Weiterführende Erklärungen
Gott ist der Ursprung jeder SegnungDirekter positiver BelegGott ist der Ursprung jedes Segens. Der aaronitische Segen zeigt, wie dieser Ursprung im Gottesdienst Gestalt gewinnt: Der beauftragte Diener spricht Gottes Namen über das Volk, und Gott selbst segnet.
Der aaronitische Segen: Der Diener spricht, Gott segnetDirekter positiver BelegIm aaronitischen Segen spricht der beauftragte Diener Gottes Namen aus. Der Alte Bund kennt diesen Dienst als öffentliche, übertragene Aufgabe, die im Namen des Herrn geschieht.
Segen im Namen des Herrn: beauftragter Dienst und geordnete Zuständigkeit in der KircheUnterstützender positiver BelegDer Alte Bund kennt einen beauftragten Segensdienst. Im Neuen Bund geht der Segen von Christus selbst aus: Er legt Kindern die Hände auf und segnet seine Jünger.
Christus segnet seine JüngerDirekter positiver BelegChristus segnet seine Jünger. Sein Segen bleibt nicht auf sein irdisches Wirken beschränkt: Alle Getauften sind berufen, Segen zu erbitten und einander zu segnen.
Alle Getauften sind zum Segnen berufenDirekter positiver BelegDer Ruf zum Segnen gilt allen Getauften. Die Kirche ordnet diesen Dienst: Sie vollzieht die Sakramentalien nach einer eigenen Ordnung aus Gebet und Zeichen.
Warum die Kirche Segnungen ordnetUnterstützender positiver BelegDie Sakramentalien folgen der Ordnung der Kirche. Ihr Segen ruft den Namen Christi an und steht im Glauben an den dreieinen Gott, in den die Kirche tauft.
Christlicher Segen im Namen des dreieinen GottesUnterstützender positiver BelegWiderspricht die Anrufung Marias in Ave Maria und Angelus dem einen Mittler Christus?
Der Einwand
Ave Maria und Angelus bitten Maria um ihre Fürsprache: „bitte für uns Sünder“, „Bitte für uns, heilige Gottesmutter“. Das Augsburger Bekenntnis hält dem entgegen: „Aus der Hl. Schrift kann man aber nicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll. ‚Denn es ist nur ein einziger Versöhner und Mittler gesetzt zwischen Gott und den Menschen, Jesus Christus‘ (1.Tim 2,5).“ (Artikel 21) Auch der Heidelberger Katechismus verlangt nach dem ersten Gebot, „das Anrufen der Heiligen oder anderer Geschöpfe“ zu meiden (Frage 94).
Die Antwort der Kirche
Wer einen anderen um seine Fürbitte bittet, setzt keine zweite Mittlerschaft neben Christus; er nimmt an der einen Mittlerschaft Christi teil. Der Satz vom einen Mittler folgt in 1 Tim 2 unmittelbar auf die Aufforderung zu „Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung“ für alle Menschen, und gerade dieses BegriffGebetDie Hinwendung des Menschen zu Gott in Bitte, Dank, Lob, Klage oder Betrachtung.Glossareintrag öffnen füreinander nennt der Brief „recht und wohlgefällig vor Gott“ (1 Tim 2,1.3.5). „Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten“ (Jak 5,16), und die Offenbarung zeigt die Gebete der Heiligen vor Gottes Thron (Offb 5,8). Darum lehrt die Kirche: Marias mütterliche Aufgabe „verdunkelt oder mindert diese einzige Mittlerschaft Christi in keiner Weise, sondern zeigt ihre Wirkkraft“; jeder heilsame Einfluss Marias „hängt von ihr vollständig ab“ (LG 60). Die Heiligen, die bei Gott vollendet sind, können wir „bitten, für uns und für die ganze Welt einzutreten“ (KKK 2683); wer Maria um ihr Gebet bittet, überlässt sich mit ihr dem Willen Gottes (KKK 2677). Die volle Herleitung der Fürbitte der Heiligen entfaltet das Thema „Heilige und Fürbitte“.
Was andere Christen dazu glauben
Die christlichen Traditionen vergleichen
Katholisch
- Offizielle Lehrposition
- Gebet richtet sich an Gott durch Christus. Die Heiligen können um Fürsprache gebeten werden. Der Rosenkranz ist eine meditative, christusbezogene Gebetsform.
Lutherisch
- Offizielle Lehrposition
- Das Augsburgische Bekenntnis XXI lehrt, dass die Schrift weder die Anrufung der Heiligen noch die Bitte um ihre Hilfe lehrt, und stellt Christus als den einen Mittler und Fürsprecher vor die Kirche. Zugleich bejaht es das Gedenken der Heiligen als Beispiele des Glaubens.
Reformiert / calvinistisch
- Offizielle Lehrposition
- Der Heidelberger Katechismus verlangt nach dem ersten Gebot, „auch das Anrufen der Heiligen oder anderer Geschöpfe“ zu meiden (Frage 94), und lehrt, dass ein Gott wohlgefälliges Gebet „allein den wahren Gott“ von Herzen anruft (Frage 117). Zugleich nennt er das Gebet „die wichtigste Gestalt der Dankbarkeit“ und bekennt, dass Gott seine Gnade denen geben will, die ihn „herzlich und unaufhörlich“ darum bitten (Frage 116).
Methodistisch / wesleyanisch
- Offizielle Lehrposition
- Artikel XIV der United Methodist Church verwirft die Anrufung der Heiligen sowie die dort beschriebene Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien.
Anglikanisch
- Offizielle Lehrposition
- Artikel XXII verwirft die dort beschriebene Anrufung der Heiligen sowie die Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien.
| Tradition | Offizielle Lehrposition | Quelle |
|---|---|---|
| Katholisch | Gebet richtet sich an Gott durch Christus. Die Heiligen können um Fürsprache gebeten werden. Der Rosenkranz ist eine meditative, christusbezogene Gebetsform. | Offizielle Quelle: Katholisch |
| Lutherisch | Das Augsburgische Bekenntnis XXI lehrt, dass die Schrift weder die Anrufung der Heiligen noch die Bitte um ihre Hilfe lehrt, und stellt Christus als den einen Mittler und Fürsprecher vor die Kirche. Zugleich bejaht es das Gedenken der Heiligen als Beispiele des Glaubens. | Offizielle Quelle: Lutherisch |
| Reformiert / calvinistisch | Der Heidelberger Katechismus verlangt nach dem ersten Gebot, „auch das Anrufen der Heiligen oder anderer Geschöpfe“ zu meiden (Frage 94), und lehrt, dass ein Gott wohlgefälliges Gebet „allein den wahren Gott“ von Herzen anruft (Frage 117). Zugleich nennt er das Gebet „die wichtigste Gestalt der Dankbarkeit“ und bekennt, dass Gott seine Gnade denen geben will, die ihn „herzlich und unaufhörlich“ darum bitten (Frage 116). | Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch |
| Methodistisch / wesleyanisch | Artikel XIV der United Methodist Church verwirft die Anrufung der Heiligen sowie die dort beschriebene Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien. | Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch |
| Anglikanisch | Artikel XXII verwirft die dort beschriebene Anrufung der Heiligen sowie die Verehrung oder Anbetung von Bildern und Reliquien. | Offizielle Quelle: Anglikanisch |
30 Bibelstellen · Gebet
Was die Schrift selbst sagt
Alle Bibelstellen dieses Themas im Wortlaut, geordnet nach den Fragen, für die sie zeugen. Jede führt zu ihrer Erklärung.
Niemanden Vater nennen
Mt 23,9Jesu Warnung vor religiöser Selbstüberhöhung
Jesus sagt seinen Jüngern: „Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.“ Das Wort steht in seiner Rede über die Schriftgelehrten und Pharisäer, die Ehrenplätze und Ehrentitel suchen, zusammen mit den Worten über „Rabbi“ und „Lehrer“. Die Kirche versteht es als Warnung vor geistlichem Stolz, nicht als Verbot jeder Anrede „Vater“, denn Paulus nennt sich selbst Vater der Gemeinde, die er durch das Evangelium gezeugt hat (1 Kor 4,15).
Bibeltext
Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.
Auszug aus Mt 23,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
1 Kor 4,15Vaterschaft als Dienst: was Paulus und die Apostel bezeugen
Paulus unterscheidet die vielen Erzieher in Christus von dem einen Vater, der die Gemeinde in Korinth durch das Evangelium gezeugt hat. Die Stelle zeigt geistliche Vaterschaft als Weitergabe des Lebens aus dem Evangelium; die Kirche versteht sie als Dienst am Glauben, der die einzigartige Vaterschaft Gottes nicht verdrängt.
Bibeltext
Hättet ihr nämlich auch unzählige Erzieher in Christus, so doch nicht viele Väter. Denn in Christus Jesus habe ich euch durch das Evangelium gezeugt.
Auszug aus 1 Kor 4,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
1 Thess 2,11Vaterschaft als Dienst: was Paulus und die Apostel bezeugen
Paulus erinnert die Gemeinde in Thessalonich daran, dass er jeden Einzelnen wie ein Vater seine Kinder ermahnt, ermutigt und beschworen hat, so zu leben, wie es Gottes würdig ist. Die Stelle zeigt geistliche Vaterschaft als persönliche Begleitung jedes Einzelnen auf dem Weg zu Gott, der zu seinem Reich und seiner Herrlichkeit beruft.
Bibeltext
Ihr wisst auch, dass wir, wie ein Vater seine Kinder, jeden Einzelnen von euch ermahnt, ermutigt und beschworen haben zu leben, wie es Gottes würdig ist, der euch zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit beruft.
Auszug aus 1 Thess 2,11–12 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Apg 7,2Vaterschaft als Dienst: was Paulus und die Apostel bezeugen
Stephanus spricht die Mitglieder des Hohen Rates, vor den man ihn gebracht hat (Apg 6,12.15), als „Brüder und Väter“ an und spricht im selben Satz von „unserem Vater Abraham“. Er gebraucht die Anrede „Väter“ gerade gegenüber religiösen Autoritäten als Ausdruck der Achtung. Die Kirche versteht Jesu Warnung vor religiöser Selbstüberhöhung darum nicht als Verbot jeder Anrede „Vater“.
Bibeltext
Stephanus antwortete: Brüder und Väter, hört mich an!
Auszug aus Apg 7,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Rosenkranz
Mt 6,7Was Jesus in Mt 6,7 kritisiert
Jesus warnt vor dem leeren Plappern der Heiden, die sich durch viele Worte eine Erhörung sichern wollen. Die Kirche versteht die Warnung als Kritik an mechanischem Beten, während wiederholte Gebete mit innerer Sammlung verbunden bleiben können.
Bibeltext
Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.
Auszug aus Mt 6,7 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Mt 26,44Dieselben Worte, ein beharrliches Gebet
Jesus zieht sich in Getsemani erneut zurück und betet zum dritten Mal mit denselben Worten. Die Stelle zeigt, dass wiederholtes Gebet zu echter Sammlung und Hingabe führen kann; daran knüpft die kirchliche Gebetspraxis an.
Bibeltext
Und er ließ sie, ging wieder weg und betete zum dritten Mal mit den gleichen Worten.
Auszug aus Mt 26,44 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Offb 4,8Die Liturgie des Himmels
In der Offenbarung preisen die vier Lebewesen Gott ohne Unterlass mit dem dreifachen Ruf „Heilig, heilig, heilig“. Die wiederholte Anbetung zeigt, dass Wiederholung im Gebet dem Lob Gottes dienen kann.
Bibeltext
Heilig, heilig, heilig ist der Herr.
Auszug aus Offb 4,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Lk 2,19Wiederholung als Betrachtung
Nach dem Bericht der Hirten bewahrt Maria alle Worte über das Kind und erwägt sie in ihrem Herzen; die Kirche sieht darin das Urbild betrachtenden Gebets.
Bibeltext
Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.
Lk 2,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Lk 2,51Wiederholung als Betrachtung
Nach der Rückkehr aus Jerusalem lebt Jesus gehorsam in Nazaret; Lukas bezeugt ein zweites Mal, dass seine Mutter alle Worte in ihrem Herzen bewahrte.
Bibeltext
Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte all die Worte in ihrem Herzen.
Lk 2,51 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Engel des Herrn
Lk 1,26–38Die Botschaft des Engels
Der Engel Gabriel verkündet Maria die Geburt Jesu, des Sohnes Gottes, und Maria antwortet mit ihrer Zustimmung zu Gottes Wort. Die Kirche erkennt darin Marias glaubenden Gehorsam und ihre Rolle in der Menschwerdung Christi.
Bibeltext
Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben.
Auszug aus Lk 1,26–38 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Joh 1,1.14Das Wort wird Fleisch
Das ewige Wort ist Gott, bei Gott und wird Fleisch, um unter den Menschen zu wohnen. Die Kirche fasst diesen Befund in der Lehre von der Gottheit Christi und seiner wirklichen Menschwerdung zusammen.
Bibeltext
Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. … Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
Auszug aus Joh 1,1.14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Biblische Theologie des Segens
Gen 12,1–3Gott ist der Ursprung jeder Segnung
Gott verheißt Abraham seinen Segen und macht ihn selbst zum Segen für andere Völker. Die Kirche lehrt, dass jeder Segen von Gott ausgeht, durch Christus mitgeteilt wird und den Menschen zum Lob und zum Dienst an anderen führt.
Bibeltext
Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.
Auszug aus Gen 12,1–3 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Eph 1,3Gott ist der Ursprung jeder Segnung
Paulus preist den Vater, der die Gläubigen in Christus mit allem geistlichen Segen beschenkt. Die Kirche versteht den Segen als göttliche Gabe, die in Christus vollkommen offenbart und in der Liturgie mitgeteilt wird.
Bibeltext
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
Auszug aus Eph 1,3 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Num 6,22–27Der aaronitische Segen: Der Diener spricht, Gott segnet
Aaron und seine Söhne legen Gottes Namen auf Israel, doch Gott selbst spricht den Segen zu. Die Kirche verbindet diese beauftragte Segenshandlung mit dem Priestertum aller Getauften und einer geordneten Zuständigkeit für kirchliche Segnungen.
Bibeltext
So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen.
Auszug aus Num 6,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Dtn 10,8Segen im Namen des Herrn: beauftragter Dienst und geordnete Zuständigkeit in der Kirche
Der Stamm Levi wird für den Dienst vor Gott ausgesondert und spricht in seinem Namen den Segen. Die Kirche unterscheidet deshalb zwischen der Berufung aller Getauften zum Segnen und Segnungen, die wegen ihrer Nähe zum Gottesdienst dem geweihten Amt zugeordnet sind.
Bibeltext
Damals sonderte der HERR den Stamm Levi aus, damit er die Lade des Bundes des HERRN trage, vor dem HERRN stehe, vor ihm Dienst tue und in seinem Namen den Segen spreche.
Auszug aus Dtn 10,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Mk 10,13–16Christus segnet seine Jünger
Jesus nimmt die Kinder in seine Arme, legt ihnen die Hände auf und segnet sie. Die Kirche versteht jeden christlichen Segen als Gabe, die von Christus ausgeht, in seinem Namen erbeten wird und unter seiner Wirksamkeit steht.
Bibeltext
Er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.
Auszug aus Mk 10,13–16 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Lk 24,50–53Christus segnet seine Jünger
Der auferstandene Jesus hebt seine Hände und segnet die Jünger, bevor er von ihnen genommen wird. Die Kirche sieht darin Christus als Quelle des Segens des Neuen Bundes und ruft bei kirchlichen Segnungen seinen Namen an.
Bibeltext
Dort erhob er seine Hände und segnete sie.
Auszug aus Lk 24,50–53 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Lk 6,27–28Alle Getauften sind zum Segnen berufen
Jesus gebietet seinen Jüngern, Menschen zu segnen, die sie verfluchen, und für jene zu beten, die sie beschimpfen. Die Kirche versteht dies als Berufung jedes Getauften, Segen zu erbitten und anderen zum Segen zu werden.
Bibeltext
Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch beschimpfen!
Auszug aus Lk 6,27–28 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Röm 12,14Alle Getauften sind zum Segnen berufen
Paulus fordert die Christen auf, ihre Verfolger zu segnen und nicht zu verfluchen. Die Kirche sieht darin die Berufung jedes Getauften zum segnenden Gebet, während einzelne kirchliche Segnungen einer geordneten Zuständigkeit folgen.
Bibeltext
Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht!
Auszug aus Röm 12,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
1 Petr 3,9Alle Getauften sind zum Segnen berufen
Petrus verbindet die Berufung der Christen zum Segnen mit der Verheißung, selbst Segen zu erben. Die Kirche lehrt, dass jeder Getaufte berufen ist, Segen zu sein und zu segnen, auch wenn einzelne Riten geordneten Diensten vorbehalten sind.
Bibeltext
Segnet, denn dazu seid ihr berufen worden, dass ihr Segen erbt.
Auszug aus 1 Petr 3,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
1 Kor 14,40Warum die Kirche Segnungen ordnet
Paulus verlangt, dass alles im Gottesdienst anständig und geordnet geschieht. Die Kirche ordnet deshalb die gemeinsame Feier der Liturgie.
Bibeltext
Doch alles soll in Anstand und Ordnung geschehen.
Auszug aus 1 Kor 14,40 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Apg 14,23Warum die Kirche Segnungen ordnet
Auf dem Rückweg durch Lystra, Ikonion und Antiochia setzen die Apostel Paulus und Barnabas in jeder Gemeinde Älteste ein und empfehlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn (Apg 14,14.21–23). Die Kirche sieht darin einen besonderen, von den Aposteln übertragenen Dienst, der dem gemeinsamen Priestertum aller Getauften dient.
Bibeltext
Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten.
Auszug aus Apg 14,23 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Jak 5,14–15Warum die Kirche Segnungen ordnet
Der Kranke ruft die Ältesten, die über ihm beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben; der Text verbindet dies mit Rettung, Aufrichtung und Vergebung. Die Kirche erkennt darin die biblische Grundlage der Krankensalbung als Sakrament.
Bibeltext
Auszug aus Jak 5,14–15 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 14: Ist einer unter euch krank, dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben.
Vers 15: Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.
1 Tim 4,4–5Warum die Kirche Segnungen ordnet
Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, wenn es mit Dank empfangen wird; es wird durch Gottes Wort und das Gebet geheiligt. Die Kirche nennt die Stelle als biblischen Grund für die Segnung von Geschaffenem.
Bibeltext
Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut und nichts ist verwerflich, wenn es mit Dank genossen wird; es wird geheiligt durch Gottes Wort und durch das Gebet.
1 Tim 4,4–5 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Mt 28,19Christlicher Segen im Namen des dreieinen Gottes
Der auferstandene Jesus sendet seine Jünger zu allen Völkern und verbindet ihren Auftrag mit der Taufe auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Die Kirche erkennt darin ihren dreifaltigen Taufauftrag.
Bibeltext
Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Auszug aus Mt 28,19–20 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
2 Kor 13,13Christlicher Segen im Namen des dreieinen Gottes
Der apostolische Schlusssegen nennt die Gnade Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Die Kirche erkennt darin die trinitarische Gestalt des christlichen Segens und betet durch Christus um die Gnade des Geistes.
Bibeltext
Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!
Auszug aus 2 Kor 13,13 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Apg 4,12Christlicher Segen im Namen des dreieinen Gottes
Petrus verkündet, dass das Heil in keinem anderen Namen als dem Namen Jesu Christi zu finden ist. Die Kirche ruft bei christlichen Segnungen diesen Namen an und bekennt Christus als den, durch den der Vater seinen Segen schenkt.
Bibeltext
In keinem anderen ist das Heil zu finden.
Auszug aus Apg 4,12 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Phil 2,9–11Christlicher Segen im Namen des dreieinen Gottes
Vor dem Namen Jesu beugen sich alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde, und jede Zunge bekennt ihn als Herrn. Die Kirche versteht darin die universale Anbetung Christi und ruft in ihrem Segen seinen Namen an.
Bibeltext
Damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu.
Auszug aus Phil 2,9–11 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Tit 1,5Titus soll in jeder Stadt Älteste einsetzen und damit die Gemeinden geordnet leiten. Die Kirche versteht diese Einsetzung als biblische Grundlage eines kirchlichen Amtes, das in der apostolischen Sukzession weitergegeben wird.
Titus soll in jeder Stadt Älteste einsetzen und damit die Gemeinden geordnet leiten. Die Kirche versteht diese Einsetzung als biblische Grundlage eines kirchlichen Amtes, das in der apostolischen Sukzession weitergegeben wird.
Bibeltext
Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst und in den einzelnen Städten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe, wenn einer unbescholten und Mann einer einzigen Frau ist, mit gläubigen Kindern, die nicht unter dem Vorwurf der Liederlichkeit stehen oder ungehorsam sind.
Auszug aus Tit 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
1 Tim 3,15Paulus bezeichnet die Kirche als Säule und Fundament der Wahrheit und überträgt ihr damit öffentliche Verantwortung. Die Kirche versteht ihr Lehramt als Dienst am Wort Gottes, der die apostolische Lehre bewahrt und verbindlich auslegt.
Paulus bezeichnet die Kirche als Säule und Fundament der Wahrheit und überträgt ihr damit öffentliche Verantwortung. Die Kirche versteht ihr Lehramt als Dienst am Wort Gottes, der die apostolische Lehre bewahrt und verbindlich auslegt.
Bibeltext
Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Haus Gottes verhalten muss, welches die Kirche des lebendigen Gottes ist, Säule und Fundament der Wahrheit.
Auszug aus 1 Tim 3,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Wie die Kirche diese Frage durch die Jahrhunderte bezeugt
Kirchenväter, Konzilien und Kirchenlehrer zeigen, wie Christen die Schrift zu dieser Frage gelesen und gelebt haben. Ihr Wortlaut steht jeweils bei der Frage, die er stützt.
Jede Frage zu Gebet einzeln geprüft
Jeder Schritt prüft eine Bibelstelle genau: was sie sagt, was sie zum Argument beiträgt und welcher Einwand sich an ihr festmacht.
Niemanden Vater nennen
Rosenkranz
Engel des Herrn
Biblische Theologie des Segens
- Zusammenhang: Biblische Theologie des Segens
- Gott ist der Ursprung jeder Segnung
- Der aaronitische Segen: Der Diener spricht, Gott segnet
- Segen im Namen des Herrn: beauftragter Dienst und geordnete Zuständigkeit in der Kirche
- Christus segnet seine Jünger
- Alle Getauften sind zum Segnen berufen
- Warum die Kirche Segnungen ordnet
- Christlicher Segen im Namen des dreieinen Gottes
Die Begriffe dieses Themas kurz erklärt
Wo das Argument weiterführt
Betrachten und beten
Welche Haltung macht aus wiederholten Worten ein echtes Gebet?
Herr Jesus Christus, lehre deine Kirche zu beten. Bewahre sie vor leeren Worten und schenke ihren Gebeten Aufmerksamkeit, Vertrauen und Liebe zu dir.