Bibelstelle · EÜ 2016
Mt 23,9
Jesus sagt seinen Jüngern: „Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.“ Das Wort steht in seiner Rede über die Schriftgelehrten und Pharisäer, die Ehrenplätze und Ehrentitel suchen, zusammen mit den Worten über „Rabbi“ und „Lehrer“. Die Kirche versteht es als Warnung vor geistlichem Stolz, nicht als Verbot jeder Anrede „Vater“, denn Paulus nennt sich selbst Vater der Gemeinde, die er durch das Evangelium gezeugt hat (1 Kor 4,15).
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Auszug
Auszug aus Mt 23,9
Bibeltext
Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.
Auszug aus Mt 23,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
In den Themen
Warum diese Stelle hier wichtig ist
Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.
Jesu Warnung vor religiöser Selbstüberhöhung
Die Warnung begrenzt die Folgerung, jede Anrede »Vater« sei verboten: Im Blick steht Selbstüberhöhung, nicht jede Vaterschaftssprache.
Quellen und HinweiseKKK 2558–2865
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 2558–2865Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Christliches Gebet und Vaterunser.
Konzilien und Lehramt
- Codex Iuris Canonici: SakramentalienCIC cc. 1166–1169Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Das Kirchenrecht regelt die Spender und Grenzen kirchlicher Segnungen.
Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen
- Martin Luther: Der Große Katechismus (in: Unser Glaube. Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche)Auslegung des vierten Gebots, S. 544Übersetzung · Offizielle konfessionelle Quelle
Lutherische Bekenntnisschrift in heutigem Deutsch: Luther zählt neben leiblichen Vätern, Hausvätern und Vätern in öffentlichen Ämtern auch geistliche Väter auf, die durch Gottes Wort Wegweisung geben, und begründet das mit 1 Kor 4,15; geprüft am 21. Oktober 2026.