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Jesu Warnung vor religiöser Selbstüberhöhung

Mt 23,9 steht in einer Kritik an religiösen Titeln und Selbstüberhöhung. Die Stelle verbietet nicht jede gewöhnliche oder geistliche Verwendung des Wortes „Vater“.

Kernaussage

Mt 23,9 steht in einer Kritik an religiösen Titeln und Selbstüberhöhung. Die Stelle verbietet nicht jede gewöhnliche oder geistliche Verwendung des Wortes „Vater“.

Schlüsselfrage

Verbietet Jesus das Wort „Vater“ für Menschen und wiederholte Gebete wie den Rosenkranz?

Katholische Auslegung

Mt 23,9 kritisiert religiöse Selbstüberhöhung, nicht jede Verwendung des Wortes „Vater“. Mt 6,7 warnt vor leerem, mechanischem Geplapper. Jesus selbst wiederholt im Garten Getsemani dieselben Worte, und Offb 4,8 beschreibt die wiederholte Anbetung der himmlischen Wesen. Der Rosenkranz verbindet wiederholte Gebete mit der Betrachtung von Geheimnissen aus dem Leben Christi.

Im Zusammenhang

Aussage und Kontext

Jesus kritisiert Schriftgelehrte und Pharisäer, die Ehrenplätze und Titel suchen und sich über andere erheben.

Der Sinn der Warnung liegt in der Anerkennung Gottes als des höchsten Vaters und Ursprungs. Das Wort wird im Neuen Testament dennoch in anderen Zusammenhängen verwendet.

Mt 23,9

Jesus warnt vor religiöser Selbsterhöhung durch ehrende Titel.

Bibeltext in der EÜ 2016 öffnen

Einwand und Antwort

Den Einwand prüfen

Jesus sagt wörtlich: „Nennt niemanden euren Vater auf Erden.“

Katholische Antwort

Der unmittelbare Zusammenhang muss mitgelesen werden. Paulus nennt sich in 1 Kor 4,15 geistlicher Vater, und 1 Thess 2,11 verwendet den Vergleich von Vater und Kindern. Apg 7,2 spricht die Zuhörer als „Brüder und Väter“ an. Das Verbot kann daher nicht jede Verwendung des Wortes umfassen.

Was die Kirche nicht meint

Jesu Warnung darf nicht abgeschwächt oder auf bloße Höflichkeit reduziert werden. Sie richtet sich wirklich gegen religiösen Stolz und die Aneignung einer Stellung, die Gott vorbehalten ist.

Biblischer Zusammenhang

Die ganze Argumentation

Quellen und HinweiseKKK 74–1419, 1472–1553 · EÜ 2016 · KKK 2558–2865

Schrift

Katechismus