Was Jesus in Mt 6,7 kritisiert
Jesus warnt vor leerem, heidnischem Geplapper im Gebet.
Kernaussage
Jesus warnt vor leerem, heidnischem Geplapper im Gebet.
Schlüsselfrage
Verbietet Jesus das Wort „Vater“ für Menschen und wiederholte Gebete wie den Rosenkranz?
Katholische Auslegung
Mt 23,9 kritisiert religiöse Selbstüberhöhung, nicht jede Verwendung des Wortes „Vater“. Mt 6,7 warnt vor leerem, mechanischem Geplapper. Jesus selbst wiederholt im Garten Getsemani dieselben Worte, und Offb 4,8 beschreibt die wiederholte Anbetung der himmlischen Wesen. Der Rosenkranz verbindet wiederholte Gebete mit der Betrachtung von Geheimnissen aus dem Leben Christi.
Im Zusammenhang
Aussage und Kontext
Die Warnung steht in der Bergpredigt und führt zum Vaterunser. Jesus richtet sich gegen eine Gebetsweise, die viele Worte als religiöse Technik verwendet.
Die Qualität des Gebets hängt nicht von seiner bloßen Länge oder der Zahl der Wiederholungen ab. Entscheidend ist, ob die Worte als leere Formel benutzt werden oder in einer wirklichen Hinwendung zu Gott stehen.
Mt 6,7
Jesus verwirft leeres heidnisches Plappern, nicht jede Wiederholung.
Bibeltext in der EÜ 2016 öffnenEinwand und Antwort
Den Einwand prüfen
Der Rosenkranz verwendet immer wieder dieselben Gebete und fällt deshalb unter Jesu Warnung.
Katholische Antwort
Wiederholung und leeres Geplapper sind nicht dasselbe. Der Rosenkranz verbindet die wiederholten Worte mit der Betrachtung von Christus und seinen Mysterien. Wie bei jeder Gebetsform kann auch eine Wiederholung äußerlich und leer werden; das ist die Gefahr, vor der Jesus warnt.
Was die Kirche nicht meint
Mt 6,7 sagt nicht, dass jede Wiederholung verboten ist. Der Text unterscheidet nicht mathematisch nach Wortzahl oder Gebetsdauer.
Biblischer Zusammenhang
Die ganze Argumentation
Was Jesus in Mt 6,7 kritisiert
Jesus warnt vor leerem, heidnischem Geplapper im Gebet.
Jesus spricht dieselben Worte
Jesus betet im Garten Getsemani wiederholt mit denselben Worten.
Die Liturgie des Himmels
Die vier Lebewesen wiederholen in der Offenbarung das Lob „Heilig, heilig, heilig“.
Jesu Warnung vor religiöser Selbstüberhöhung
Mt 23,9 steht in einer Kritik an religiösen Titeln und Selbstüberhöhung. Die Stelle verbietet nicht jede gewöhnliche oder geistliche Verwendung des Wortes „Vater“.
Paulus und die Apostel sprechen von Vaterschaft
Das Neue Testament verwendet die Sprache von Vaterschaft und väterlicher Begleitung in geistlichen und gewöhnlichen Zusammenhängen.
Wiederholung als Betrachtung
Der Rosenkranz ist eine meditative und christusbezogene Gebetsform, in der wiederholte Gebete die Betrachtung der Geheimnisse Christi begleiten.
Quellen und HinweiseKKK 74–1419, 1472–1553 · EÜ 2016 · KKK 2558–2865
Schrift
- Einheitsübersetzung 2016EÜ 2016
Verlinkte Schriftgrundlage; geschützte Langzitate werden nicht übernommen.
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 74–1419, 1472–1553
Offizieller Gesamttext; die verwendeten Themenbereiche sind mit konkreten Absatzangaben verknüpft.
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 2558–2865
Christliches Gebet und Vaterunser.