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Bibelstelle · EÜ 2016

Lk 1,28

Der Engel begrüßt Maria als die Begnadete und bezeugt, dass der Herr mit ihr ist. Die Kirche versteht diese Anrede als Zeugnis für Marias einzigartige Gnade und ehrt sie als Mutter des menschgewordenen Sohnes Gottes.

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Auszug

Auszug aus Lk 1,28

Bibeltext

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

Auszug aus Lk 1,28 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Wer hier spricht und in welcher Lage

Lukas erzählt, wie Gott den Engel Gabriel nach Nazaret in Galiläa zu einer Jungfrau sendet, die Maria heißt und mit Josef aus dem Haus David verlobt ist (Lk 1,26–27). Der Engel tritt bei ihr ein und grüßt sie; Maria erschrickt über die Anrede und überlegt, was dieser Gruß zu bedeuten habe (1,28–29). Darauf kündigt der Engel ihr den Sohn an, antwortet auf ihre Frage mit dem Wirken des Heiligen Geistes, und Maria spricht ihr Ja: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (1,30–38).

In den Themen

Warum diese Stelle hier wichtig ist

Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.

  1. Direkter BelegSchritt 1 von 3

    Maria wird seliggepriesen: Die Schriftstellen und die Lehre der Kirche

    Die Stelle bezeugt unmittelbar Marias besondere Gnadenstellung.

  2. Starker GesamtbefundSchritt 3 von 3

    Dogmen bewahren den Zusammenhang des apostolischen Glaubens

    Die Anrede trägt die biblische Grundlage für die besondere Gnadenstellung Marias im Zusammenhang des Heilswerks Christi bei.

  3. TypologieSchritt 2 von 3

    Maria, durch Christus vorbeugend erlöst

    Der Gruß ist der biblische Ansatzpunkt, von dem her die Kirche Marias Bewahrung bekennt: Ihre freie Zustimmung ruht ganz auf der Gnade, die ihr zuvorkommt (KKK 490).

  4. TypologieSchritt 1 von 2

    Tochter Zion empfängt den Messias

    Die Stelle verbindet Marias Verkündigung mit der prophetischen Sprache von der Gegenwart des Herrn bei der Tochter Zion.

  5. Gebetsvertiefung

    Beten mit dem Rosenkranz

    Im Gebetstext

    • Ave Maria: Gruß des Engels
    • Bitte um Glauben: Gruß des Engels
    • Bitte um Hoffnung: Gruß des Engels
    • Bitte um Liebe: Gruß des Engels
  6. Gebetsvertiefung

    Beten mit dem Angelus

    Im Gebetstext

    • Der Engel des Herrn: Gruß des Engels (dreimal im Gebet)

Verwandte Bibelstellen

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.

  • Kirchenvaterca. 155

    Justin der Märtyrer

    Justin der Märtyrer stellt um 155 im Dialog mit Tryphon (Kap. 100) Eva und Maria einander typologisch gegenüber.

    Eva, die Jungfrau und unversehrt war, empfing das Wort der Schlange und brachte Ungehorsam und Tod hervor. Die Jungfrau Maria aber empfing Glauben und Freude, als der Engel Gabriel ihr die frohe Botschaft brachte, dass der Geist des Herrn über sie kommen und die Kraft des Höchsten sie überschatten werde.

    Dialog mit Tryphon · Dialog mit Tryphon 100 · Primärtext
    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Justin deutet im Gespräch mit Tryphon die Menschwerdung Christi mit einem Gegenüber von Eva und Maria. Der Vergleich steht im Zusammenhang der Verkündigung an Maria und führt die Rettung auf den von ihr geborenen Sohn zurück.

    Historischer Text

    Eva, die Jungfrau und unversehrt war, empfing das Wort der Schlange und brachte Ungehorsam und Tod hervor. Die Jungfrau Maria aber empfing Glauben und Freude, als der Engel Gabriel ihr die frohe Botschaft brachte, dass der Geist des Herrn über sie kommen und die Kraft des Höchsten sie überschatten werde. Deshalb ist das Heilige, das aus ihr geboren wurde, der Sohn Gottes; und sie antwortete: „Mir geschehe nach deinem Wort.“ Durch sie ist er geboren, durch den Gott die Schlange und alle, die ihr gleichen, zerstört und denjenigen, die umkehren und an ihn glauben, Rettung vom Tod schenkt.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Justin bezeugt bereits in der Mitte des 2. Jahrhunderts die Eva-Maria-Typologie: Evas Ungehorsam und Marias Glaube werden einander gegenübergestellt. Der heilsgeschichtliche Mittelpunkt bleibt der von Maria geborene Sohn Gottes.

    Quelle
    Dialog mit Tryphon · Dialog mit Tryphon 100
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1885). Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Justin der Märtyrer
  • Kirchenlehrerca. 180

    Irenäus von Lyon

    Irenäus von Lyon deutet um 180 in Adversus haereses III,22,4 Maria und Eva typologisch aufeinander.

    Maria, die Jungfrau, wird in diesem Heilsplan als gehorsam gefunden, wenn sie sagt: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.“ Eva aber war ungehorsam.

    Gegen die Häresien, Buch III, Kapitel 22 · Adversus haereses III,22,4 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Maria wird im Heilsplan als gehorsam gefunden, während Eva ungehorsam war.

    Die Grenze: „Ursache des Heils“ meint bei Irenäus Marias gläubige Mitwirkung an der Menschwerdung; das Heil selbst wirkt Christus.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Irenäus liest im Rahmen seiner Rekapitulationslehre Eva und Maria als Gegenbilder. Der Zusammenhang führt vom Ungehorsam Evas über Marias Gehorsam zur Menschwerdung und zum Heil in Christus.

    Historischer Text

    Maria, die Jungfrau, wird in diesem Heilsplan als gehorsam gefunden, wenn sie sagt: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.“ Eva aber war ungehorsam. […] Wie Eva durch ihren Ungehorsam zur Ursache des Todes für sich und das ganze Menschengeschlecht wurde, so wurde Maria durch ihren Gehorsam zur Ursache des Heils für sich und das ganze Menschengeschlecht. […] Der Knoten von Evas Ungehorsam wurde durch den Gehorsam Marias gelöst; was die Jungfrau Eva durch ihren Unglauben gebunden hatte, das machte die Jungfrau Maria durch ihren Glauben frei.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Irenäus formuliert die Neue-Eva-Typologie sehr früh und verbindet sie mit Marias Gehorsam gegenüber Gottes Wort. Die Aussage macht den heilsgeschichtlichen Kontrast sichtbar, ohne Maria von Christus zu lösen.

    Quelle
    Gegen die Häresien, Buch III, Kapitel 22 · Adversus haereses III,22,4
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus der lateinischen Überlieferung; verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1885). Die Auslassungen sind sichtbar markiert. Die lateinische Überlieferung und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Irenäus von Lyon
  • Weitere historische Zeugnisse (1)
    • Lehramt1974

      Paul VI.

      Ave Maria und die Betrachtung der Geheimnisse gehören zusammen. Ohne die Betrachtung kann das wiederholte Gebet zu einer mechanischen Wiederholung von Formeln werden.

      Man hat ebenso mit größerer Dringlichkeit die Notwendigkeit gespürt, neben dem Wert des preisenden und fürbittenden Elementes auch noch die Bedeutung eines anderen wesentlichen Bestandteiles des Rosenkranzes zu betonen: die Betrachtung. Ohne sie ist der Rosenkranz ein Körper ohne Seele, und das rezitierende Gebet läuft Gefahr, zu einer mechanischen Wiederholung von Formeln zu werden und zur Ermahnung Jesu in Gegensatz zu treten: „Wenn ihr betet, so plappert nicht wie die Heiden! Die meinen, sie fänden Erhörung, wenn sie viele Worte machen“ (Mt 6, 7).

      Marialis cultus · Marialis cultus 46–47 (1974) · Primärtext
      Quelle im Zusammenhang lesen

      Worum es hier geht

      Paul VI. behandelt in Marialis cultus den Rosenkranz als biblisches, christologisch geprägtes Gebet. Die Absätze 46–47 erklären das Verhältnis von Ave Maria und Betrachtung und warnen vor einer bloß mechanischen Wiederholung.

      Historischer Text

      Als biblisches Gebet, das auf das Geheimnis der erlösenden Menschwerdung ausgerichtet ist, ist der Rosenkranz also ein Gebet, das zutiefst christologisch geprägt ist. In der Tat wird sein charakteristisches Element – die litaneiartige Wiederholung des „Gegrüßet seist du, Maria“ – selbst zu einem unaufhörlichen Lobpreis Christi, dem Endziel der Verkündigung des Engels und des Grußes der Mutter des Täufers: „Gebenedeit ist die Frucht deines Leibes“ (Lk 1, 42). Wir möchten noch mehr sagen: die Wiederholung des Ave-Maria bildet die Kette, entlang der sich die Betrachtung der Geheimnisse entfaltet.

      Man hat ebenso mit größerer Dringlichkeit die Notwendigkeit gespürt, neben dem Wert des preisenden und fürbittenden Elementes auch noch die Bedeutung eines anderen wesentlichen Bestandteiles des Rosenkranzes zu betonen: die Betrachtung. Ohne sie ist der Rosenkranz ein Körper ohne Seele, und das rezitierende Gebet läuft Gefahr, zu einer mechanischen Wiederholung von Formeln zu werden und zur Ermahnung Jesu in Gegensatz zu treten: „Wenn ihr betet, so plappert nicht wie die Heiden! Die meinen, sie fänden Erhörung, wenn sie viele Worte machen“ (Mt 6, 7).

      Warum diese Stelle wichtig ist

      Der Text nennt die Betrachtung einen wesentlichen Bestandteil des Rosenkranzes und erklärt, wie die Wiederholung des Ave Maria diese Betrachtung trägt.

      Quelle
      Marialis cultus · Marialis cultus 46–47 (1974)
      Textfassung und Rechte
      Offizielle deutsche Fassung auf vatican.va (HTML, 1974). © Copyright – Dikasterium für Kommunikation. Als kurzer amtlicher Quellenauszug mit Link gezeigt.
      Vollständigen historischen Text öffnen: Paul VI.
Quellen und HinweiseKKK 484–511, 963–975 · KKK 65–67, 84–95, 232–267, 464–469, 888–892 · KKK 2676

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Lumen gentiumLG 52–69Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Maria im Geheimnis Christi und der Kirche.

  • Dei VerbumDV 4, 7–10Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Offenbarung, apostolische Überlieferung und Lehramt.

  • Lehrmäßiger Kommentar zur Professio fideiNr. 5–11Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Unterscheidung der lehramtlichen Verbindlichkeitsstufen.

  • Ineffabilis Deus1854Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Spätere dogmatische Definition der Unbefleckten Empfängnis.

Historische Primärquellen