Maria wird seliggepriesen
Lukas nennt Maria in besonderer Weise begnadet, gesegnet unter den Frauen und Mutter des Herrn. Maria selbst sagt: Alle Generationen werden sie seligpreisen.
Kernaussage
Lukas nennt Maria in besonderer Weise begnadet, gesegnet unter den Frauen und Mutter des Herrn. Maria selbst sagt: Alle Generationen werden sie seligpreisen.
Schlüsselfrage
Warum nimmt Maria im katholischen Glauben einen so besonderen Platz ein?
Katholische Auslegung
Maria empfängt Gottes Gnade, trägt den menschgewordenen Sohn Gottes und steht in den Evangelien an entscheidenden Stationen seines Lebens. Die katholische Kirche ehrt sie als Mutter Gottes, als bleibendes Zeichen der Kirche und als Fürsprecherin. Die Lehren von ihrer immerwährenden Jungfräulichkeit, ihrer unbefleckten Empfängnis und ihrer Aufnahme in den Himmel werden als verbindliche katholische Dogmen verstanden. Ihre biblische Grundlage liegt in mehreren miteinander verbundenen biblischen Aussagen und Bezügen, nicht in einem einzelnen Beweisvers.
Im Zusammenhang
Aussage und Kontext
Die Aussagen stehen im Zusammenhang der Verkündigung und der Begegnung Marias mit Elisabeth. Maria antwortet mit dem Magnifikat auf Gottes Handeln an ihr.
Die besondere Stellung Marias beginnt im biblischen Text selbst. Sie ist nicht erst durch eine spätere religiöse Entwicklung entstanden. Lk 1,43 unterstützt die Lehre von der göttlichen Mutterschaft, wenn die Stelle mit dem neutestamentlichen Bekenntnis zur göttlichen Identität Christi gelesen wird; für sich allein ist sie keine vollständige christologische Definition.
Lk 1,28
Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
Der Engel spricht Maria als in einzigartiger Weise Begnadete an.
Bibeltext in der EÜ 2016 öffnenLk 1,42
Elisabet nennt Maria gesegnet unter den Frauen.
Bibeltext in der EÜ 2016 öffnenLk 1,43
Elisabet nennt Maria die Mutter ihres Herrn.
Bibeltext in der EÜ 2016 öffnenLk 1,48
Maria kündigt an, dass alle Geschlechter sie seligpreisen.
Bibeltext in der EÜ 2016 öffnenEinwand und Antwort
Den Einwand prüfen
Maria wird geehrt, obwohl die Anbetung allein Gott zusteht.
Katholische Antwort
Der katholische Glaube unterscheidet zwischen Anbetung und Verehrung. Anbetung gebührt Gott allein. Maria wird wegen Gottes Gnade und ihres einzigartigen Dienstes geehrt.
Was die Kirche nicht meint
Lk 1,28 definiert allein noch nicht die unbefleckte Empfängnis. Lk 1,48 schreibt nicht jede spätere Form marianischer Frömmigkeit vor. Ein Protestant erfüllt diesen Vers teilweise, wenn er Maria tatsächlich selig und gesegnet nennt. Eine pauschale Behauptung, Protestanten würden Maria grundsätzlich vernachlässigen, wäre unzutreffend.
Biblischer Zusammenhang
Die ganze Argumentation
Maria wird seliggepriesen
Lukas nennt Maria in besonderer Weise begnadet, gesegnet unter den Frauen und Mutter des Herrn. Maria selbst sagt: Alle Generationen werden sie seligpreisen.
Maria bringt die Not nach Kana
Maria weist Jesus auf den Mangel an Wein hin. Danach geschieht in Kana das erste Zeichen Jesu.
Mutter und Jünger unter dem Kreuz
Jesus vertraut seine Mutter dem geliebten Jünger an und den Jünger seiner Mutter.
Die biblischen Bezüge von Eva zu Maria
Die Frau aus Gen 3,15, Maria bei Kana und unter dem Kreuz sowie die Frau aus Offb 12 bilden eine typologische Folge.
Maria als neue Bundeslade
Zwischen der Bundeslade in 2 Sam 6 und Maria in Lk 1 bestehen mehrere erzählerische Parallelen.
Die immerwährende Jungfräulichkeit
Die katholische Kirche bekennt Maria als immerwährende Jungfrau. Die biblische Argumentation berücksichtigt die Verwandtschaftssprache der Bibel, weitere Angaben zu Jakobus und Josef sowie die Szene unter dem Kreuz.
Zwei verbindliche katholische Dogmen
Die unbefleckte Empfängnis und die Aufnahme Marias in den Himmel sind verbindliche katholische Dogmen. Die Bibel enthält keinen einzelnen Satz, der eines dieser Dogmen technisch vollständig definiert.
Quellen und HinweiseKKK 74–1419, 1472–1553 · EÜ 2016 · KKK 484–511, 963–975
Schrift
- Einheitsübersetzung 2016EÜ 2016
Verlinkte Schriftgrundlage; geschützte Langzitate werden nicht übernommen.
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 74–1419, 1472–1553
Offizieller Gesamttext; die verwendeten Themenbereiche sind mit konkreten Absatzangaben verknüpft.
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 484–511, 963–975
Maria im Christusgeheimnis und in der Kirche.
Konzilien und Lehramt
- Lumen gentiumLG 10, 18–29, 49–69
Lehramtliche Grundlage zu Kirche, Amt, Heiligen und Maria.
- Lumen gentiumLG 52–69
Maria im Geheimnis Christi und der Kirche.