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Zwei verbindliche katholische Dogmen

Die unbefleckte Empfängnis und die Aufnahme Marias in den Himmel sind verbindliche katholische Dogmen. Die Bibel enthält keinen einzelnen Satz, der eines dieser Dogmen technisch vollständig definiert.

Kernaussage

Die unbefleckte Empfängnis und die Aufnahme Marias in den Himmel sind verbindliche katholische Dogmen. Die Bibel enthält keinen einzelnen Satz, der eines dieser Dogmen technisch vollständig definiert.

Schlüsselfrage

Warum nimmt Maria im katholischen Glauben einen so besonderen Platz ein?

Katholische Auslegung

Maria empfängt Gottes Gnade, trägt den menschgewordenen Sohn Gottes und steht in den Evangelien an entscheidenden Stationen seines Lebens. Die katholische Kirche ehrt sie als Mutter Gottes, als bleibendes Zeichen der Kirche und als Fürsprecherin. Die Lehren von ihrer immerwährenden Jungfräulichkeit, ihrer unbefleckten Empfängnis und ihrer Aufnahme in den Himmel werden als verbindliche katholische Dogmen verstanden. Ihre biblische Grundlage liegt in mehreren miteinander verbundenen biblischen Aussagen und Bezügen, nicht in einem einzelnen Beweisvers.

Im Zusammenhang

Aussage und Kontext

Die katholische Begründung verbindet die Gnadenfülle Marias, die neue Eva, die Frau aus Offb 12 und die Bundesladen-Typologie mit der apostolischen Tradition.

Die Dogmen werden aus der Gesamtschau der Offenbarung und ihrer kirchlichen Überlieferung verstanden. Maria steht dabei vollständig unter der Gnade Christi; ihre besondere Stellung ist kein selbst erworbener Rang.

Gen 3,15

Die Feindschaft zwischen der Schlange und der Frau bildet den Ausgangspunkt der Neue-Eva-Typologie.

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Lk 1,28

Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

Der Engel spricht Maria als in einzigartiger Weise Begnadete an.

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Offb 12

Die Frau, das Kind und der Drache bündeln Israel-, Messias- und Marienbezüge typologisch.

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Einwand und Antwort

Den Einwand prüfen

Ohne einen ausdrücklichen Vers können diese Lehren keine verbindliche Glaubensaussage sein.

Katholische Antwort

Die katholische Kirche versteht die Offenbarung zusammen mit der apostolischen Tradition und der verbindlichen Auslegung der Kirche. Die fehlende technische Ein-Satz-Formulierung in der Bibel wird nicht geleugnet; die Begründung wird anders bestimmt.

Was die Kirche nicht meint

Die biblische Grundlage ist kumulativ und typologisch. Sie darf nicht als scheinbar eindeutiger Prooftext ausgegeben werden.

Biblischer Zusammenhang

Die ganze Argumentation

  1. 06Ergänzender Beleg

    Die immerwährende Jungfräulichkeit

    Die katholische Kirche bekennt Maria als immerwährende Jungfrau. Die biblische Argumentation berücksichtigt die Verwandtschaftssprache der Bibel, weitere Angaben zu Jakobus und Josef sowie die Szene unter dem Kreuz.

Quellen und HinweiseKKK 74–1419, 1472–1553 · EÜ 2016 · KKK 484–511, 963–975

Schrift

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Lumen gentiumLG 10, 18–29, 49–69

    Lehramtliche Grundlage zu Kirche, Amt, Heiligen und Maria.

  • Lumen gentiumLG 52–69

    Maria im Geheimnis Christi und der Kirche.