Bibelstelle · EÜ 2016
Gen 3,15
Gott setzt Feindschaft zwischen der Schlange und der Frau sowie zwischen ihren Nachkommen; der Nachkomme der Frau wird der Schlange den Kopf zertreten. Die Kirche liest diese Verheißung typologisch als Ausgangspunkt der neuen Eva in Maria.
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Auszug
Auszug aus Gen 3,15
Bibeltext
Und Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen. Er trifft dich am Kopf und du triffst ihn an der Ferse.
Auszug aus Gen 3,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
In den Themen
Warum diese Stelle hier wichtig ist
Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.
Von Eva zu Maria: die Frau in Genesis, unter dem Kreuz und in der Offenbarung
Die Stelle bildet den alttestamentlichen Ausgangspunkt für die typologische Gestalt der Frau in der Heilsgeschichte.
Dogmen bewahren den Zusammenhang des apostolischen Glaubens
Die Stelle liefert einen typologischen Baustein für die marianische Einordnung innerhalb des Christusgeschehens.
Maria, durch Christus vorbeugend erlöst
Die Stelle eröffnet die typologische Verbindung der Frau mit dem heilsgeschichtlichen Sieg über die Schlange.
Maria, die neue Eva: Glaube und Gehorsam als Antwort auf Gottes Wort
Die Stelle eröffnet die typologische Verbindung von Eva und der Frau im heilsgeschichtlichen Konflikt, die auf Marias gehorsamen Glauben hin gelesen wird.
Beten mit dem Rosenkranz
In den Geheimnissen
- Glorreicher Rosenkranz: Aufnahme Mariens
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Kirchliche Zeugen
Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte
Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.
Justin der Märtyrer
Justin der Märtyrer stellt um 155 im Dialog mit Tryphon (Kap. 100) Eva und Maria einander typologisch gegenüber.
Eva, die Jungfrau und unversehrt war, empfing das Wort der Schlange und brachte Ungehorsam und Tod hervor. Die Jungfrau Maria aber empfing Glauben und Freude, als der Engel Gabriel ihr die frohe Botschaft brachte, dass der Geist des Herrn über sie kommen und die Kraft des Höchsten sie überschatten werde.
Dialog mit Tryphon · Dialog mit Tryphon 100 · Primärtext↗Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Justin deutet im Gespräch mit Tryphon die Menschwerdung Christi mit einem Gegenüber von Eva und Maria. Der Vergleich steht im Zusammenhang der Verkündigung an Maria und führt die Rettung auf den von ihr geborenen Sohn zurück.
Historischer Text
Eva, die Jungfrau und unversehrt war, empfing das Wort der Schlange und brachte Ungehorsam und Tod hervor. Die Jungfrau Maria aber empfing Glauben und Freude, als der Engel Gabriel ihr die frohe Botschaft brachte, dass der Geist des Herrn über sie kommen und die Kraft des Höchsten sie überschatten werde. Deshalb ist das Heilige, das aus ihr geboren wurde, der Sohn Gottes; und sie antwortete: „Mir geschehe nach deinem Wort.“ Durch sie ist er geboren, durch den Gott die Schlange und alle, die ihr gleichen, zerstört und denjenigen, die umkehren und an ihn glauben, Rettung vom Tod schenkt.
Vollständigen historischen Text öffnen: Justin der MärtyrerWarum diese Stelle wichtig ist
Justin bezeugt bereits in der Mitte des 2. Jahrhunderts die Eva-Maria-Typologie: Evas Ungehorsam und Marias Glaube werden einander gegenübergestellt. Der heilsgeschichtliche Mittelpunkt bleibt der von Maria geborene Sohn Gottes.
Irenäus von Lyon
Irenäus von Lyon deutet um 180 in Adversus haereses III,22,4 Maria und Eva typologisch aufeinander.
Maria, die Jungfrau, wird in diesem Heilsplan als gehorsam gefunden, wenn sie sagt: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.“ Eva aber war ungehorsam.
Gegen die Häresien, Buch III, Kapitel 22 · Adversus haereses III,22,4 · Primärtext↗Einordnung der Quelle
Der Text zeigt: Maria wird im Heilsplan als gehorsam gefunden, während Eva ungehorsam war.
Die Grenze: „Ursache des Heils“ meint bei Irenäus Marias gläubige Mitwirkung an der Menschwerdung; das Heil selbst wirkt Christus.
Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Irenäus liest im Rahmen seiner Rekapitulationslehre Eva und Maria als Gegenbilder. Der Zusammenhang führt vom Ungehorsam Evas über Marias Gehorsam zur Menschwerdung und zum Heil in Christus.
Historischer Text
Maria, die Jungfrau, wird in diesem Heilsplan als gehorsam gefunden, wenn sie sagt: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.“ Eva aber war ungehorsam. […] Wie Eva durch ihren Ungehorsam zur Ursache des Todes für sich und das ganze Menschengeschlecht wurde, so wurde Maria durch ihren Gehorsam zur Ursache des Heils für sich und das ganze Menschengeschlecht. […] Der Knoten von Evas Ungehorsam wurde durch den Gehorsam Marias gelöst; was die Jungfrau Eva durch ihren Unglauben gebunden hatte, das machte die Jungfrau Maria durch ihren Glauben frei.
Vollständigen historischen Text öffnen: Irenäus von LyonWarum diese Stelle wichtig ist
Irenäus formuliert die Neue-Eva-Typologie sehr früh und verbindet sie mit Marias Gehorsam gegenüber Gottes Wort. Die Aussage macht den heilsgeschichtlichen Kontrast sichtbar, ohne Maria von Christus zu lösen.
Quellen und HinweiseKKK 484–511, 963–975 · KKK 65–67, 84–95, 232–267, 464–469, 888–892 · KKK 966
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 484–511, 963–975Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Maria im Christusgeheimnis und in der Kirche.
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 65–67, 84–95, 232–267, 464–469, 888–892Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Offenbarung, Glaubensgut, Dogma und Lehramt.
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 966Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
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Historische Primärquellen
- Dialog mit Tryphon89–108Übersetzung · Primärtext / Edition
Justin entfaltet die Maria-Eva-Typologie und christologische Kontinuität.
- Gegen die Häresien, Buch III, Kapitel 22III,22,4Übersetzung · Primärtext / Edition
Irenäus entfaltet die Maria-Eva-Typologie.