Maria bringt die Not nach Kana
Maria weist Jesus auf den Mangel an Wein hin. Danach geschieht in Kana das erste Zeichen Jesu.
Kernaussage
Maria weist Jesus auf den Mangel an Wein hin. Danach geschieht in Kana das erste Zeichen Jesu.
Schlüsselfrage
Warum nimmt Maria im katholischen Glauben einen so besonderen Platz ein?
Katholische Auslegung
Maria empfängt Gottes Gnade, trägt den menschgewordenen Sohn Gottes und steht in den Evangelien an entscheidenden Stationen seines Lebens. Die katholische Kirche ehrt sie als Mutter Gottes, als bleibendes Zeichen der Kirche und als Fürsprecherin. Die Lehren von ihrer immerwährenden Jungfräulichkeit, ihrer unbefleckten Empfängnis und ihrer Aufnahme in den Himmel werden als verbindliche katholische Dogmen verstanden. Ihre biblische Grundlage liegt in mehreren miteinander verbundenen biblischen Aussagen und Bezügen, nicht in einem einzelnen Beweisvers.
Im Zusammenhang
Aussage und Kontext
Jesus, seine Mutter und seine Jünger nehmen an einer Hochzeit teil. Maria benennt die Not, ohne Jesus zu einem bestimmten Handeln zu zwingen.
Die Szene zeigt eine biblische Grundlage für die katholische Sicht auf Marias Fürsprache. Sie handelt nicht an Jesu Stelle und verfügt nicht unabhängig über seine Macht. Sie bringt eine konkrete Not vor ihn. Das Zeichen bleibt Jesu Zeichen.
Joh 2,1–11
Maria bringt die Not bei der Hochzeit vor Jesus; darauf folgt das erste Zeichen.
Bibeltext in der EÜ 2016 öffnenEinwand und Antwort
Den Einwand prüfen
Wenn Christus der einzige Mittler ist, braucht es keine Fürsprache Marias.
Katholische Antwort
Christus bleibt der einzige Erlöser und der eigentliche Ursprung jeder Gnade. Die Fürsprache Marias wird katholisch als Teilnahme an Christi Wirken verstanden, nicht als Konkurrenz zu ihm.
Was die Kirche nicht meint
Der Text sagt nicht, dass jede Bitte Marias automatisch erfüllt wird. Er beschreibt auch kein vollständiges Gebetsmodell für jede spätere Praxis.
Biblischer Zusammenhang
Die ganze Argumentation
Maria wird seliggepriesen
Lukas nennt Maria in besonderer Weise begnadet, gesegnet unter den Frauen und Mutter des Herrn. Maria selbst sagt: Alle Generationen werden sie seligpreisen.
Maria bringt die Not nach Kana
Maria weist Jesus auf den Mangel an Wein hin. Danach geschieht in Kana das erste Zeichen Jesu.
Mutter und Jünger unter dem Kreuz
Jesus vertraut seine Mutter dem geliebten Jünger an und den Jünger seiner Mutter.
Die biblischen Bezüge von Eva zu Maria
Die Frau aus Gen 3,15, Maria bei Kana und unter dem Kreuz sowie die Frau aus Offb 12 bilden eine typologische Folge.
Maria als neue Bundeslade
Zwischen der Bundeslade in 2 Sam 6 und Maria in Lk 1 bestehen mehrere erzählerische Parallelen.
Die immerwährende Jungfräulichkeit
Die katholische Kirche bekennt Maria als immerwährende Jungfrau. Die biblische Argumentation berücksichtigt die Verwandtschaftssprache der Bibel, weitere Angaben zu Jakobus und Josef sowie die Szene unter dem Kreuz.
Zwei verbindliche katholische Dogmen
Die unbefleckte Empfängnis und die Aufnahme Marias in den Himmel sind verbindliche katholische Dogmen. Die Bibel enthält keinen einzelnen Satz, der eines dieser Dogmen technisch vollständig definiert.
Quellen und HinweiseKKK 74–1419, 1472–1553 · EÜ 2016 · KKK 484–511, 963–975
Schrift
- Einheitsübersetzung 2016EÜ 2016
Verlinkte Schriftgrundlage; geschützte Langzitate werden nicht übernommen.
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 74–1419, 1472–1553
Offizieller Gesamttext; die verwendeten Themenbereiche sind mit konkreten Absatzangaben verknüpft.
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 484–511, 963–975
Maria im Christusgeheimnis und in der Kirche.
Konzilien und Lehramt
- Lumen gentiumLG 10, 18–29, 49–69
Lehramtliche Grundlage zu Kirche, Amt, Heiligen und Maria.
- Lumen gentiumLG 52–69
Maria im Geheimnis Christi und der Kirche.