Die immerwährende Jungfräulichkeit
Die katholische Kirche bekennt Maria als immerwährende Jungfrau. Die biblische Argumentation berücksichtigt die Verwandtschaftssprache der Bibel, weitere Angaben zu Jakobus und Josef sowie die Szene unter dem Kreuz.
Kernaussage
Die katholische Kirche bekennt Maria als immerwährende Jungfrau. Die biblische Argumentation berücksichtigt die Verwandtschaftssprache der Bibel, weitere Angaben zu Jakobus und Josef sowie die Szene unter dem Kreuz.
Schlüsselfrage
Warum nimmt Maria im katholischen Glauben einen so besonderen Platz ein?
Katholische Auslegung
Maria empfängt Gottes Gnade, trägt den menschgewordenen Sohn Gottes und steht in den Evangelien an entscheidenden Stationen seines Lebens. Die katholische Kirche ehrt sie als Mutter Gottes, als bleibendes Zeichen der Kirche und als Fürsprecherin. Die Lehren von ihrer immerwährenden Jungfräulichkeit, ihrer unbefleckten Empfängnis und ihrer Aufnahme in den Himmel werden als verbindliche katholische Dogmen verstanden. Ihre biblische Grundlage liegt in mehreren miteinander verbundenen biblischen Aussagen und Bezügen, nicht in einem einzelnen Beweisvers.
Im Zusammenhang
Aussage und Kontext
Mt 13,55 nennt „Brüder“ Jesu. Biblische und semitische Verwandtschaftssprache kann auch weitere verwandtschaftliche Beziehungen bezeichnen. Andere Evangelienstellen verbinden Jakobus und Josef mit einer anderen Maria. Joh 19,26–27 ist eine zusätzliche Beobachtung.
Die katholische Argumentation berücksichtigt die ganze Schrift und die apostolische Überlieferung. Joh 19,26–27 wirft dabei die Frage auf, warum Jesus Maria dem geliebten Jünger anvertraut, falls sie weitere leibliche Söhne gehabt hätte.
Mt 13,55
Die genannten Brüder Jesu verlangen eine Klärung antiker Verwandtschaftssprache.
Bibeltext in der EÜ 2016 öffnenJoh 19,26–27
Jesus vertraut Maria und den geliebten Jünger einander an.
Bibeltext in der EÜ 2016 öffnenEinwand und Antwort
Den Einwand prüfen
Mt 13,55 spricht ausdrücklich von Brüdern Jesu.
Katholische Antwort
Die katholische Antwort verweist auf den weiteren Gebrauch von Verwandtschaftsbezeichnungen und auf die Identifizierung von Jakobus und Josef mit Söhnen einer anderen Maria. Die Entscheidung beruht auf der Gesamtschau und der apostolischen Tradition, nicht auf einer Behauptung, der Vers existiere nicht.
Was die Kirche nicht meint
Kein einzelner Vers beweist die immerwährende Jungfräulichkeit vollständig. Direkter Text, kumulative Schriftdeutung und apostolische Tradition müssen voneinander unterschieden werden.
Biblischer Zusammenhang
Die ganze Argumentation
Maria wird seliggepriesen
Lukas nennt Maria in besonderer Weise begnadet, gesegnet unter den Frauen und Mutter des Herrn. Maria selbst sagt: Alle Generationen werden sie seligpreisen.
Maria bringt die Not nach Kana
Maria weist Jesus auf den Mangel an Wein hin. Danach geschieht in Kana das erste Zeichen Jesu.
Mutter und Jünger unter dem Kreuz
Jesus vertraut seine Mutter dem geliebten Jünger an und den Jünger seiner Mutter.
Die biblischen Bezüge von Eva zu Maria
Die Frau aus Gen 3,15, Maria bei Kana und unter dem Kreuz sowie die Frau aus Offb 12 bilden eine typologische Folge.
Maria als neue Bundeslade
Zwischen der Bundeslade in 2 Sam 6 und Maria in Lk 1 bestehen mehrere erzählerische Parallelen.
Die immerwährende Jungfräulichkeit
Die katholische Kirche bekennt Maria als immerwährende Jungfrau. Die biblische Argumentation berücksichtigt die Verwandtschaftssprache der Bibel, weitere Angaben zu Jakobus und Josef sowie die Szene unter dem Kreuz.
Zwei verbindliche katholische Dogmen
Die unbefleckte Empfängnis und die Aufnahme Marias in den Himmel sind verbindliche katholische Dogmen. Die Bibel enthält keinen einzelnen Satz, der eines dieser Dogmen technisch vollständig definiert.
Quellen und HinweiseKKK 74–1419, 1472–1553 · EÜ 2016 · KKK 484–511, 963–975
Schrift
- Einheitsübersetzung 2016EÜ 2016
Verlinkte Schriftgrundlage; geschützte Langzitate werden nicht übernommen.
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 74–1419, 1472–1553
Offizieller Gesamttext; die verwendeten Themenbereiche sind mit konkreten Absatzangaben verknüpft.
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 484–511, 963–975
Maria im Christusgeheimnis und in der Kirche.
Konzilien und Lehramt
- Lumen gentiumLG 10, 18–29, 49–69
Lehramtliche Grundlage zu Kirche, Amt, Heiligen und Maria.
- Lumen gentiumLG 52–69
Maria im Geheimnis Christi und der Kirche.