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Tochter Zion

Tochter Zion empfängt den Messias

Zefanja und Sacharja richten die Freudenbotschaft an Tochter Zion. In der Verkündigung an Maria klingt dieser Ruf wieder auf: Der Engel grüßt sie als die Begnadete, Elisabet nennt sie die Mutter des Herrn. Die Kirche liest diese Stellen im Zusammenhang der Schrift und nennt Maria die Tochter Zion und die Bundeslade.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Eine Marienfigur im blauen Mantel hält warmes Licht; dahinter liegen Gartenbogen, zwölf kleine Lichter und ein Weg zum Sonnenaufgang.
MariaKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Die Empfängerin des Messias Bibel und Textverständnis

Die Schriftstellen

Was die angeführten Stellen bezeugen.

Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem!

Auszug aus Zef 3,14–17 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Tochter Zion wird zum Jubel gerufen; der Herr ist in ihrer Mitte.

Zef 3,14–17: Zusammenhang und Übersetzung

Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir.

Auszug aus Sach 9,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Tochter Zion soll jubeln, weil ihr König zu ihr kommt.

Sach 9,9: Zusammenhang und Übersetzung

Zefanja 3,14–17 und Sacharja 9,9 richten eine Freudenbotschaft an Tochter Zion. Zion ist in diesen Worten die angeredete Tochter, und auf sie hin ist die Freude ausgesprochen; der Zionsbezug bleibt der unmittelbare Sinn der Propheten. Die Kirche liest die Verkündigung an Maria als Aufnahme dieses Rufs.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

Auszug aus Lk 1,28 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Engel spricht Maria als Begnadete an und verkündet, dass der Herr mit ihr ist.

Lk 1,28: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 41b: Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt

Vers 42: und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.

Auszug aus Lk 1,41b–42 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Elisabet preist Maria als die Gesegnete unter den Frauen.

Lk 1,42: Zusammenhang und Übersetzung

Der Engel grüßt Maria als die Begnadete (Lukas 1,28), Elisabet nennt sie gesegnet (Lukas 1,42) und die Mutter des Herrn (Lukas 1,43). Der Gruß des Engels, das Wirken des Heiligen Geistes bei der Ankündigung der Empfängnis und die Anrede Elisabets bilden zusammen eine Aussage über Christus: Maria empfängt den Herrn und bringt ihn zur Welt. Der Gruß des Engels beginnt im griechischen Text mit χαῖρε (chaíre, ungefähr „chai-re“), wörtlich „Freue dich“; die Einheitsübersetzung gibt ihn mit „Sei gegrüßt“ wieder. Mit diesem Freudenruf wendet sich Zefanja an die Tochter Zion: „Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! ... Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte“ (Zef 3,14.17). Der Engel sagt Maria: „Der Herr ist mit dir.“ Was die Propheten Zion verheißen, wird an Maria wirklich: Der Herr kommt, um in ihr Wohnung zu nehmen.

Zion und Bundeslade Glaube und Überlieferung

Die Lehre

Wie die Kirche diese Stellen liest.

Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) nennt Maria im Zusammenhang des Ave Maria, des Gebets, das mit dem Gruß des Engels beginnt, die Tochter Zion, die Bundeslade und die Wohnung Gottes unter den Menschen (KKK 2676). Die Bundeslade ist in der Sprache der Schrift das Zeichen der Gegenwart Gottes unter seinem Volk; auf Maria angewandt, sagt der Name, dass der Herr in ihr Wohnung nimmt. Lumen gentium, die Kirchenkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils, sagt von Maria: „Mit ihr als der erhabenen Tochter Sion ist schließlich nach langer Erwartung der Verheißung die Zeit erfüllt und die neue Heilsökonomie begonnen“ (LG 55).

Der Katechismus erklärt, dass Maria mit und durch den Heiligen Geist den Sohn Gottes empfängt und gebiert (KKK 723). Die Kirche empfängt diese Lehre als christologische Entfaltung der Verkündigung: Die Würde Marias kommt aus der Gegenwart und Sendung ihres Sohnes. Mit den Namen Tochter Zion und Bundeslade benennt sie, wie die lukanischen Aussagen in der Geschichte Gottes mit Israel stehen; diese Namen gehören der Sprache der Kirche, die das Evangelium im Licht der Propheten liest. Damit steht vor Augen, dass Marias Größe aus ihrem Sohn erwächst. Offen ist noch, wie diese Namen zu den lukanischen Anreden Magd und Mutter passen.

Quellen zu dieser Frage 2

Die Namen Marias Glaube und Überlieferung

Lukas nennt Maria Magd und Mutter – woher kommt der Name Tochter Zion?

Das Evangelium nennt Maria die Magd des Herrn und die Mutter des Herrn; die Kirche nennt sie Tochter Zion und Bundeslade. Der Einwand fragt, wie diese Namen zusammenkommen.

Der Einwand nimmt die beiden Aussagen nebeneinander: hier die Magd des Herrn, die auf den Ruf Gottes antwortet, dort die Tochter Zion, der die Freudenbotschaft der Propheten gilt. Daraus erwächst die Frage, wie die Kirche beide Aussagen auf dieselbe Frau bezieht.

Die Kirche antwortet mit der Verbindung, die die Schrift selbst eröffnet. Typologie ist die Verbindung einer früheren Stelle der Schrift mit einer späteren, in der jene als Vorausbild aufgenommen wird: Der Ruf an Tochter Zion und das Wohnen Gottes in der Bundeslade bezeichnen die Gegenwart des Herrn, die in Maria Mensch wird. Der Katechismus liest die lukanischen Aussagen in diesem Zusammenhang und nennt dafür die Namen Tochter Zion und Bundeslade (KKK 2676). So klingt die Freudenbotschaft an Tochter Zion in der Verkündigung an Maria an, und die Kirche erkennt darin Maria als Tochter Zion in Person.

Quellen zu dieser Frage 2
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