Bibelstelle · EÜ 2016
Joh 1,1.14
Das ewige Wort ist Gott, bei Gott und wird Fleisch, um unter den Menschen zu wohnen. Die Kirche fasst diesen Befund in der Lehre von der Gottheit Christi und seiner wirklichen Menschwerdung zusammen.
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Auszug
Auszug aus Joh 1,1.14
Bibeltext
Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. … Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
Auszug aus Joh 1,1.14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
In den Themen
Warum diese Stelle hier wichtig ist
Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.
Lade, Zeichen und Christus: Die Bundeszeichen weisen auf den, den Maria trägt
Die Menschwerdung liefert den christologischen Bezugspunkt dafür, dass Christus als das Wort die Ladezeichen erfüllt.
Der Sohn ist wahrhaft Gott: was die Schriftstellen bezeugen und wie die Kirche es bekennt
Der Prolog bezeugt die Gottheit und Menschwerdung des Wortes und liefert damit den christologischen Grund, auf dem die kirchliche Dreifaltigkeitslehre den Sohn mit dem Vater zusammenliest.
Wahrer Gott und wahrer Mensch: Gottesgebärerin
Der Prolog trägt die Aussage, dass der menschgewordene Jesus mit dem göttlichen Wort identisch ist; dadurch schützt der Titel Gottesgebärerin die Einheit Christi.
Das Wort wird Fleisch
Die Passage trägt direkt den christologischen Mittelpunkt des Angelus: die Menschwerdung des Wortes.
Beten mit dem Rosenkranz
Im Gebetstext
- Apostolisches Glaubensbekenntnis: Bekenntnis des Glaubens
- Ave Maria: Mutter Gottes
- Bitte um Glauben: Mutter Gottes
- Bitte um Hoffnung: Mutter Gottes
- Bitte um Liebe: Mutter Gottes
Beten mit dem Angelus
Im Gebetstext
- Der Engel des Herrn: Mutter Gottes (dreimal im Gebet)
- Der Engel des Herrn: Menschwerdung
- Der Engel des Herrn: Schlussgebet
Verwandte Bibelstellen
Stellen, die mit dieser zusammen gelesen werden
Kirchliche Zeugen
Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte
Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.
Konzil von Ephesus
Das Konzil von Ephesus präzisiert 431 den christologischen Glauben mit dem Titel Theotokos für Maria. Der Titel schützt die Einheit der Person Jesu Christi: Der von Maria geborene Jesus Christus ist derselbe Sohn Gottes. Die Aussage richtet sich damit auf die Identität Christi und nicht auf einen Ursprung der Gottheit in Maria.
Wenn jemand nicht bekennt, dass Emmanuel wahrhaft Gott ist und dass deshalb die heilige Jungfrau Gottesgebärerin [Θεοτόκος; Theotokos, etwa: te-o-TO-kos] ist, weil sie dem Fleisch nach das Wort Gottes, das Fleisch geworden ist, geboren hat, so sei er mit dem Anathema belegt.
Konzil von Ephesus · Kyrill von Alexandrien, Dritter Brief an Nestorius, Anathematismen 1–2; auf dem Konzil von Ephesus (431) verlesen · Primärtext↗Einordnung der Quelle
Der Text zeigt: Ephesus bezeugt Theotokos als christologische Präzisierung der einen Person des Sohnes.
Die Grenze: Ephesus bekennt die Gottesmutterschaft als Aussage über die eine Person des Sohnes; die späteren Mariendogmen definiert es nicht. Darin gründet die einzigartige Würde Marias, die ganz von Christus herkommt und auf ihn hinführt (LG 53).
Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Das Konzil von Ephesus entscheidet in der Auseinandersetzung mit Nestorius eine christologische Frage: Ist der aus Maria Geborene eine mit dem Logos nur verbundene menschliche Person oder der eine göttliche Sohn im Fleisch? Kyrills an das Konzil übergebene Anathemen beantworten diese Frage.
Historischer Text
Wenn jemand nicht bekennt, dass Emmanuel wahrhaft Gott ist und dass deshalb die heilige Jungfrau Gottesgebärerin [Θεοτόκος; Theotokos, etwa: te-o-TO-kos] ist, weil sie dem Fleisch nach das Wort Gottes, das Fleisch geworden ist, geboren hat, so sei er mit dem Anathema belegt. Wenn jemand nicht bekennt, dass das Wort Gottes des Vaters hypostatisch mit dem Fleisch vereint ist und dass er mit seinem eigenen Fleisch ein einziger Christus, zugleich Gott und Mensch, ist, so sei er mit dem Anathema belegt.
Vollständigen historischen Text öffnen: Konzil von EphesusWarum diese Stelle wichtig ist
Theotokos ist hier vor allem eine Aussage über Jesus Christus: Der aus Maria geborene ist nicht ein bloßer Mensch neben dem Logos, sondern der eine göttliche Sohn, der Fleisch geworden ist. Das Konzil schützt damit die Einheit der Person Christi.
Paul VI.
Der Angelus bewahrt durch seine schlichte, biblische Form, seinen Tagesrhythmus und seinen Bezug auf das Pascha seine geistliche Kraft.
Der „Engel des Herrn“ bedarf keiner Erneuerung: seine einfache Struktur, der biblische Charakter, der geschichtliche Ursprung, der ihn (den Engel des Herrn) mit der innigen Bitte um die Erhaltung des Friedens verbindet, der fast liturgische Rhythmus, der verschiedene Augenblicke des Tages heiligt, die Ausrichtung auf das österliche Geheimnis, weshalb wir, während wir der Menschwerdung des Sohnes Gottes gedenken, darum bitten, „durch sein Leiden und sein Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung“ geführt zu werden, bewirken, daß dieses Gebet noch nach Jahrhunderten unverändert seinen Wert und seine ursprüngliche Frische bewahrt.
Marialis cultus · MC 41 · Primärtext↗Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Paul VI. empfiehlt den Angelus wegen seiner einfachen biblischen Struktur, seines Tagesrhythmus und seiner Ausrichtung auf das österliche Geheimnis.
Historischer Text
Der „Engel des Herrn“ bedarf keiner Erneuerung: seine einfache Struktur, der biblische Charakter, der geschichtliche Ursprung, der ihn (den Engel des Herrn) mit der innigen Bitte um die Erhaltung des Friedens verbindet, der fast liturgische Rhythmus, der verschiedene Augenblicke des Tages heiligt, die Ausrichtung auf das österliche Geheimnis, weshalb wir, während wir der Menschwerdung des Sohnes Gottes gedenken, darum bitten, „durch sein Leiden und sein Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung“ geführt zu werden, bewirken, daß dieses Gebet noch nach Jahrhunderten unverändert seinen Wert und seine ursprüngliche Frische bewahrt.
Vollständigen historischen Text öffnen: Paul VI.Warum diese Stelle wichtig ist
Die Quelle kennzeichnet den Angelus ausdrücklich als biblisch geprägtes Christusgebet mit einem Rhythmus, der Morgen, Mittag und Abend heiligt.
Quellen und HinweiseKKK 484–511, 963–975 · KKK 65–67, 84–95, 232–267, 464–469, 888–892 · KKK 2558–2865
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- Direktorium über Volksfrömmigkeit und LiturgieNr. 195–196Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
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- Marialis cultusMC 49Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Marialis cultus beschreibt Angelus und Rosenkranz als biblisch und christologisch geprägte Gebetsformen und wahrt die innere Freiheit gegenüber der konkreten Rosenkranzpraxis.
- Angelus, 16. November 1980Angelusgebet, 16. November 1980Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
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- Marialis cultusMC 41Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
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Historische Primärquellen
- Glaubensbekenntnis von NizäaNicaea 325Transkription bei New Advent
Konziliare Präzisierung der Gottheit Christi gegen arianische Verkürzung.
- Konzil von ChalcedonChalcedon 451Transkription bei New Advent
Präzisierung der christologischen Sprache über eine Person und zwei Naturen.