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Bibelstelle · EÜ 2016

1 Tim 2,1

Paulus fordert vor allem zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung für alle Menschen auf, auch für die Herrscher; wenige Verse später begründet er das mit dem einen Gott und dem einen Mittler zwischen Gott und Menschen, Christus Jesus (1 Tim 2,5). Die Kirche sieht in der Fürbitte der Christen eine Teilhabe an der Fürbitte Christi und einen Ausdruck der Gemeinschaft der Heiligen (KKK 2635); auch die Fürbitte der Heiligen empfängt ihre Wirksamkeit allein von Christus.

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Auszug

Auszug aus 1 Tim 2,1

Bibeltext

Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.

Auszug aus 1 Tim 2,1–2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

In den Themen

Warum diese Stelle hier wichtig ist

Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.

  1. Direkter BelegSchritt 1 von 5

    Christus ist der eine Mittler

    Baustein für Fürbitte unter der einen Mittlerschaft Christi; nächste Prämisse: 1 Tim 2,5.

  2. Ergänzender BelegSchritt 1 von 3

    Die Heiligen bitten bei Gott für die Kirche – darf die Kirche sie darum bitten?

    Baustein für die direkte Bitte füreinander unter Christi Mittlerschaft; nächste Prämisse: die Gemeinschaft der Heiligen.

  3. Gebetsvertiefung

    Beten mit dem Rosenkranz

    Im Gebetstext

    • Ave Maria: Bitte der Kirche
    • Bitte um Glauben: Bitte der Kirche
    • Bitte um Hoffnung: Bitte der Kirche
    • Bitte um Liebe: Bitte der Kirche
  4. Gebetsvertiefung

    Beten mit dem Angelus

    Im Gebetstext

    • Der Engel des Herrn: Bitte der Kirche (viermal im Gebet)

Verwandte Bibelstellen

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.

  • Kirchenlehrer4. Jahrhundert

    Cyrill von Jerusalem

    Cyrill bezeugt, dass die Kirche im Hochgebet der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer gedenkt, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten hin das Anliegen der Gemeinde annehme; für die übrigen Verstorbenen betet sie anschließend.

    Dann gedenken wir auch derer, die vor uns entschlafen sind: zuerst der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten unser Anliegen annehme.

    Katechetische Vorträge · Mystagogische Katechese 5,9 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Im Hochgebet stützt sich die Bitte der Gemeinde auf die Fürbitte der Heiligen.

    Die Grenze: Die Gemeinde richtet ihre Bitte an Gott und stützt sie auf die Gebete der Heiligen; eine unmittelbare Anrede an die Heiligen enthält der Satz nicht.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Cyrill von Jerusalem erklärt in der mystagogischen Katechese die Anaphora, also das eucharistische Hochgebet. Im Anschluss an die Darbringung nennt er das Gedenken der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer. Die Mystagogischen Katechesen stammen aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts; einige Handschriften schreiben sie Cyrills Nachfolger Johannes von Jerusalem zu.

    Historischer Text

    Nachdem das geistliche Opfer, der unblutige Gottesdienst, vollendet ist, bitten wir über diesem Opfer der Versöhnung Gott um den Frieden der Kirchen, um das Wohl der Welt und um alle, die Hilfe nötig haben, und wir beten und bringen dieses Opfer dar. Dann gedenken wir auch derer, die vor uns entschlafen sind: zuerst der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten unser Anliegen annehme. Dann beten wir für die bereits entschlafenen heiligen Väter und Bischöfe und überhaupt für alle unsere Verstorbenen.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Cyrill bezeugt im 4. Jahrhundert eine konkrete liturgische Praxis: Die Kirche gedenkt der vollendeten Heiligen und verbindet dieses Gedenken mit ihrer Fürbitte.

    Quelle
    Katechetische Vorträge · Mystagogische Katechese 5,9
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Reihe Nicene and Post-Nicene Fathers (1894). Der letzte Satz folgt dem Wortlaut des Katechismus (KKK 1371). Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Cyrill von Jerusalem
Quellen und HinweiseKKK 946–962, 2634–2636 · KKK 2677 · Kompendium, Anhang A

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Lumen gentiumLG 49–51Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Gemeinschaft der pilgernden und vollendeten Kirche.

  • Marialis cultusMC 49Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Marialis cultus beschreibt Angelus und Rosenkranz als biblisch und christologisch geprägte Gebetsformen und wahrt die innere Freiheit gegenüber der konkreten Rosenkranzpraxis.

  • Angelus, 16. November 1980Angelusgebet, 16. November 1980Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Deutscher Wortlaut des Angelus, wie ihn Johannes Paul II. am 16. November 1980 in Osnabrück betete, mit den drei Versikeln, dem Ave Maria, der kirchlichen Bitte und dem Schlussgebet.

Fachdokumente und Studien

  • P. Ryl. III 470: Sub tuum praesidiumP. Ryl. III 470; Roberts 1938, S. 46–47Sekundäranalyse · Wissenschaftliche Sekundärquelle

    Universitäre Forschungsseite zum Papyrus und zur Forschungsgeschichte. Der Text bezeugt eine direkte Anrede an die Gottesgebärerin; die paläographische Datierung bleibt umstritten und wird nicht auf ein einzelnes Jahr festgelegt.