SCRIPTURA PLENA

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Sakrament der Buße

Wenn Gott vergibt, warum dann die Beichte?

Niemand muss Gott erst überreden, damit er vergibt. Warum also kennt die Kirche die Beichte? Die Antwort der Kirche lautet: Gott allein vergibt die Sünden, und er tut es durch Christus im Sakrament der Buße. Der auferstandene Christus sendet seine Apostel im Heiligen Geist und beauftragt sie, Sünden zu vergeben und zu behalten. Der Weg dieser Seite führt zuerst zum Versöhnungsdienst der Kirche und dann zu der Frage, was nach der Vergebung bleibt.

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5 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Der auferstandene Christus sendet versammelte Apostel aus; im Vordergrund liegen ein großer Schlüssel und gelöste Knoten.
BeichteKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Das Geschenk Glaube und Überlieferung

Was Christus in der Beichte schenkt

In der Beichte gibt Christus, was nur Gott geben kann: die Vergebung der Sünden und die Versöhnung mit ihm und mit seiner Kirche.

Gott allein vergibt die Sünden. Er tut es durch Christus, und Christus tut es in seiner Kirche: Im Sakrament der Buße kommt der Sünder mit seiner Schuld zu Christus und empfängt von ihm die Vergebung. Darum versteht die Kirche die Beichte als Geschenk ihres Herrn, das er seiner Kirche anvertraut hat.

Der Priester ist Christi Diener, und durch ihn spricht Christus die Vergebung. Wer beichtet, empfängt die Versöhnung mit Gott und mit der Kirche, in deren Gemeinschaft er lebt. In beidem wird sichtbar: Christus gibt, was nur Gott geben kann.

Katechismus der Katholischen Kirche

KKK 1461

Buße, Versöhnung und kirchlicher Dienst.

Die Bischöfe und die Priester haben kraft des Sakramentes der Weihe die Vollmacht erhalten, »im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes« alle Sünden zu vergeben.

Originalquelle öffnen

Was an der Beichte verbindliche Lehre ist und was kirchliche Ordnung, hat die Kirche klar unterschieden. Dass die Buße ein von Christus eingesetztes Sakrament ist und das Bekenntnis aller schweren Sünden nach göttlichem Recht notwendig ist, hat das Konzil von Trient 1551 gegen die Reformatoren als Glaubenslehre definiert, ebenso 1563 die Vollmacht der Kirche, Ablässe zu gewähren. Die jährliche Beichtpflicht, die einzelnen Ablassbestimmungen und die äußere Form der Feier gehören zur kirchlichen Ordnung; in der Rangordnung der Wahrheiten steht der Ablass weit nach der Vergebung durch Christus, aus der er lebt.

Quellen zu dieser Frage 6

Unterthema 1 von 2 · Versöhnungsdienst

Gott allein vergibt Sünden, und er tut es durch Menschen, die er dazu sendet

Der Auftrag Bibel und Textverständnis

Wie Christus seiner Kirche den Dienst der Versöhnung anvertraut

Die Kirche vergibt Sünden in einem Auftrag, den Christus ihr übertragen hat: Gott versöhnt durch Christus und handelt dabei durch den apostolischen Dienst der Kirche.

Die Frage „Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?“ (Mk 2,7) beantwortet Jesus, indem er als Menschensohn die Vollmacht ausübt, „auf der Erde Sünden zu vergeben“ (Mk 2,10); Matthäus hält fest, dass die Leute daraufhin Gott priesen, „der solche Vollmacht den Menschen gegeben hat“ (Mt 9,8). Dass Jesus diese Vollmacht weitergibt, sagt Johannes ausdrücklich: Der auferstandene Christus sendet seine Apostel im Heiligen Geist und verbindet ihre Sendung mit dem Vergeben und Behalten von Sünden. Johannes 20,21–23 ist damit der unmittelbare biblische Grund für die kirchliche Vollmacht zur Sündenvergebung und für die geistliche Unterscheidung im Umgang mit Sünde. Die Kirche erkennt in dieser Sendung die Einsetzung des Bußsakraments durch Christus. Die Vollmacht wird durch die Apostel an den kirchlichen Dienst weitergegeben; im Priester handelt Christus selbst. Darum ist die Lossprechung ein wirksames sakramentales Zeichen: Sie spricht nicht lediglich eine bereits vollzogene Vergebung aus, sondern Christus schenkt darin die Versöhnung mit Gott und mit der Kirche. Weil der Priester wissen muss, worin die Schuld besteht, gehört das Bekenntnis der Sünden zum Wesen der Buße. So kann die Kirche im Auftrag Christi Sünden vergeben, sie behalten und eine angemessene Buße auferlegen. Gott allein ist der eigentliche Urheber der Vergebung; Christus überträgt den Aposteln dennoch eine reale Vollmacht und handelt im Sakrament durch den Priester, der in der Person Christi (in persona Christi) als Werkzeug seiner Barmherzigkeit handelt.

Vers 21: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Vers 22: Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Vers 23: Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Auszug aus Joh 20,21–23 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Jesus sendet die Apostel, haucht ihnen den Heiligen Geist ein und nennt ausdrücklich das Vergeben und Behalten von Sünden.

Joh 20,21–23: Zusammenhang und Übersetzung

Christus vertraut seiner Kirche diese Verantwortung an. Er verheißt, seine Kirche auf dem Felsen zu bauen, und sagt Petrus die Schlüssel des Himmelreichs mit der Vollmacht des Bindens und Lösens zu. Darin erkennt die Kirche eine besondere Verantwortung des Petrus für die Einheit und eine verbindliche Verantwortung der Kirche für Ordnung und Zugehörigkeit. Die Versöhnung mit Gott führt den Sünder in das Volk Gottes zurück; die kirchliche Entscheidung über die Gemeinschaft steht unter Christi Verheißung. Die Schlüsselvollmacht bleibt deshalb an Christus gebunden und ist kein unabhängiger Besitz kirchlicher Amtsträger.

Vers 18: Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Vers 19: Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 16,18–19 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus verheißt, seine Kirche auf dem Felsen zu bauen und Petrus die Schlüssel des Himmelreichs zu geben, mit der Vollmacht des Bindens und Lösens.

Mt 16,18–19: Zusammenhang und Übersetzung

Diese Verantwortung gilt zugleich der apostolischen Gemeinschaft. Jesus führt Schuld in einen kirchlichen Entscheidungsweg hinein und spricht seinen Jüngern die Vollmacht des Bindens und Lösens zu. Die sichtbare Gemeinschaft trägt damit Verantwortung für Schuld, Wiederherstellung und verbindliche Entscheidungen. Binden und Lösen umfasst die Lehre der Kirche, ihre Ordnung, ihre Zugehörigkeit und ihren Umgang mit Schuld und Vergebung. Die spätere sakramentale Form bewahrt diesen apostolischen Auftrag und gestaltet ihn verbindlich aus; das Konzil von Trient beschreibt Bekenntnis und Genugtuung als verbindliche Ordnung des Bußsakraments. So ist die persönliche Beichte vor dem Priester Teil jenes Auftrags, den Johannes ausdrücklich als Vollmacht zum Vergeben und Behalten von Sünden beschreibt.

Vers 17: Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde! Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.

Vers 18: Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 18,17–18 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus führt Schuld in einen kirchlichen Entscheidungsweg hinein und spricht den Jüngern die Vollmacht des Bindens und Lösens zu.

Mt 18,17–18: Zusammenhang und Übersetzung

Paulus beschreibt, wie dieser Auftrag von Gott her kommt: Gott versöhnt die Menschen durch Christus und vertraut den Aposteln den Dienst der Versöhnung an. Die Kirche erkennt darin, wie Christus seine Versöhnung durch die Apostel gegenwärtig macht, die er mit diesem Dienst beauftragt hat. Die ganze Kirche ist in Gebet, Leben und Handeln Zeichen und Werkzeug der Vergebung; Christus vertraut dem apostolischen Dienst jedoch die Ausübung der Absolution an. Der Priester hört das Bekenntnis der Sünden an, prüft die Reue, erteilt die Lossprechung und legt eine angemessene Buße auf.

Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat.

Auszug aus 2 Kor 5,18 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Gott versöhnt die Menschen durch Christus und vertraut den Aposteln den Dienst der Versöhnung an.

2 Kor 5,18: Zusammenhang und Übersetzung

So gehören Vergebung und Gemeinschaft in der Kirche zusammen. Christus führt sein Werk der Versöhnung fort, erlässt Schuld und führt den Menschen in die Gemeinschaft mit Gott und mit der Kirche zurück. Weil Christus das Bußsakrament eingesetzt hat und im Priester selbst handelt, bleibt die Lossprechung Christi Tat. Der Dienst der Versöhnung gilt der ganzen Kirche und hält die Gemeinschaft lebendig, in die der Sünder zurückkehrt. Die Kirche lebt damit selbst von der Versöhnung, die sie im Auftrag Christi empfängt und weitergibt.

Das Bekenntnis Glaube und Überlieferung

Warum nicht Gott allein bekennen?

Die Schrift kennt das Bekenntnis vor Gott, und sie kennt die Vollmacht, die Christus Menschen gegeben hat; im Bußsakrament gehören beide zusammen.

Ein Christ betet den 32. Psalm und hört darin, wie ein Mensch seine Schuld vor Gott ausspricht: „Da bekannte ich dir meine Sünde und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir. Ich sagte: Meine Frevel will ich dem HERRN bekennen. Und du hast die Schuld meiner Sünde vergeben.“ (Ps 32,5) Dieselbe Zusage gibt der erste Johannesbrief allen Gläubigen: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht.“ (1 Joh 1,9) Der erste Timotheusbrief nennt den Grund, auf dem alles ruht: „Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und Menschen: der Mensch Christus Jesus“ (1 Tim 2,5). Aus diesen Stellen erwächst eine Frage, die viele Christen bewegt: Wenn das Bekenntnis vor Gott Vergebung findet und Christus der eine Mittler ist, welchen Platz hat dann das Bekenntnis vor einem Priester?

Die Kirche bejaht das Bekenntnis vor Gott. Sie lehrt, dass die Reue aus Liebe zu Gott die lässlichen Sünden nachlässt und auch die Vergebung der Todsünden erlangt, wenn sie mit dem festen Entschluss verbunden ist, sobald als möglich das sakramentale Bekenntnis nachzuholen (KKK 1452). Wer mit dem Psalmisten oder mit 1 Joh 1,9 seine Schuld vor Gott ausspricht, tut also, was die Schrift lehrt. Bei schwerer Schuld führt gerade diese Reue zum Sakrament, weil sie den Entschluss zur Beichte einschließt.

Der Weg über den Priester gründet in einer Vollmacht, die Christus selbst gegeben hat, als er die Apostel sandte (Joh 20,21–23). Der Katechismus hält dabei beides zusammen, Gottes alleiniges Recht und den Auftrag an Menschen: „Gott allein kann Sünden vergeben … kraft seiner göttlichen Autorität gibt er Menschen diese Vollmacht, damit sie diese in seinem Namen ausüben.“ (KKK 1441)

Ambrosius von Mailand stand im vierten Jahrhundert vor einem verwandten Einwand der Novatianer. Sie verweigerten Gefallenen die Wiederaufnahme und meinten, Gott besonders zu ehren, wenn sie ihm allein die Macht vorbehielten, Sünden zu vergeben. Ambrosius hielt ihnen entgegen: „In Wirklichkeit kann aber Niemand Gott größere Schmach anthun, als derjenige, welcher Gottes Aufträge einschränken und das von ihm übertragene Amt wirkungslos machen möchte.“ (Ambrosius, De paenitentia I,2) Unmittelbar danach beruft er sich auf Joh 20,22–23 und fragt, wer den Herrn mehr ehre: wer seinen Weisungen folgt oder wer sich ihnen widersetzt. Als Zeugnis eines Kirchenvaters zeigt dieses Wort, wie die Kirche seiner Zeit die Vollmacht aus Joh 20 verstand.

Der eine Mittler bleibt Christus. Der Priester tritt nicht als zweiter Mittler neben ihn, denn er handelt kraft der Weihe „in der Person Christi des Hauptes“ (KKK 1548); in diesem Dienst begegnet der Sünder Christus selbst, der die Sünden vergibt. Darin liegt auch der Grund für das persönliche Bekenntnis: „Christus handelt in jedem Sakrament. Er wendet sich an jeden Sünder persönlich: ‚Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!‘ (Mk 2,5).“ (KKK 1484) Darum nennt der Katechismus das persönliche Bekenntnis „die bezeichnendste Form der Versöhnung mit Gott und der Kirche“ (KKK 1484).

Quellen zu dieser Frage 3

Weiterführende Erklärungen

Warum Christus der Kirche Vollmacht zur Vergebung gibtDirekter positiver Beleg

Der Auferstandene sendet die Apostel und verbindet ihre Sendung mit dem Vergeben und Behalten der Sünden. Matthäus zeigt dieselbe Vollmacht als Schlüsselgewalt und als Binden und Lösen in der Gemeinde.

Wie Christus seiner Kirche das Binden und Lösen anvertrautUnterstützender positiver Beleg

Binden und Lösen ist eine Vollmacht, die Christus seiner Kirche gibt. Paulus nennt den Dienst, in dem diese Vollmacht ausgeübt wird, den Dienst der Versöhnung.

Warum Gott durch einen anvertrauten Versöhnungsdienst handeltUnterstützender positiver Beleg

Unterthema 2 von 2 · Vergebung, Folgen, Buße und Ablass

Gott vergibt die Schuld und heilt auch, was die Sünde im Menschen hinterlässt

Was bleibt Glaube und Überlieferung

Was nach der Vergebung bleibt und was der Ablass ist

Die Schuld ist vergeben; was danach bleibt, ist ein Weg der Heilung, und hier hat der Ablass seinen Ort.

Die Vergebung stellt die Gemeinschaft mit Gott wieder her und nimmt die Schuld sowie die ewige Trennung von ihm hinweg. Zugleich können eine verletzte Ordnung, entstandener Schaden und eine ungeordnete Bindung an das Geschaffene bestehen bleiben. Diese Folgen sind keine zweite Verurteilung; Gottes Barmherzigkeit führt den Menschen durch sie zur Heilung.

Der HERR hat dir deine Sünde vergeben; du wirst nicht sterben.

Auszug aus 2 Sam 12,13 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Der Herr nimmt David die Sünde weg, während zugleich eine angekündigte Konsequenz bestehen bleibt.

2 Sam 12,13–14: Zusammenhang und Übersetzung

Davids Geschichte hält beides zusammen: Er bekennt seine Sünde, Natan sagt ihm Gottes Vergebung zu, während eine angekündigte Folge seiner Tat eintritt. So unterscheidet die Kirche zwischen der vergebenen Schuld und den zeitlichen Folgen der Sünde; die verbleibende Läuterung stellt Gottes Vergebung nicht infrage, sondern gehört zur Wiederherstellung der durch die Sünde verletzten Ordnung.

Echte Umkehr bleibt nicht bei Worten stehen, sondern nimmt im Leben Gestalt an. Zachäus verbindet seine Begegnung mit Jesus mit großzügiger Wiedergutmachung, die Gemeinde in Ephesus bekennt ihre bisherigen Praktiken und wendet sich von ihnen ab, und Paulus beschreibt gottgewollte Trauer als Bewegung zu Ernst, Eifer und geordnetem Handeln; auch in Korinth führt kirchliche Zurechtweisung bei einem reuigen Gemeindeglied zu Vergebung, Trost und Wiederaufnahme.

Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten.

Auszug aus Jak 5,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jakobus verbindet das Bekenntnis der Sünden mit dem Gebet füreinander.

Jak 5,16: Zusammenhang und Übersetzung

Viele, die gläubig geworden waren, kamen und bekannten offen, was sie früher getan hatten.

Auszug aus Apg 19,18 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Viele Gläubige bekennen ihre bisherigen Praktiken und wenden sich von ihnen ab.

Apg 19,18: Zusammenhang und Übersetzung

Wem ihr aber verzeiht, dem verzeihe auch ich. Denn auch ich habe, wenn hier etwas zu verzeihen war, im Angesicht Christi um euretwillen verziehen.

Auszug aus 2 Kor 2,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus ordnet gegenüber einem bestraften und reuigen Gemeindeglied Vergebung, Trost und Wiederaufnahme an.

2 Kor 2,6–10: Zusammenhang und Übersetzung

Siehe, Herr, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.

Auszug aus Lk 19,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Zachäus nimmt Jesus auf und verbindet diese Begegnung mit der Bereitschaft zur Wiedergutmachung.

Lk 19,1–10: Zusammenhang und Übersetzung

Die gottgewollte Traurigkeit verursacht nämlich Sinnesänderung zum Heil, die nicht bereut zu werden braucht; die weltliche Traurigkeit aber führt zum Tod.

Auszug aus 2 Kor 7,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus beschreibt gottgemäße Trauer als Bewegung zu Ernst, Eifer und geordnetem Handeln.

2 Kor 7,9–11: Zusammenhang und Übersetzung

Solche Schritte sind Frucht der Gnade und kein Preis für Gottes Vergebung. Zur sakramentalen Buße gehören Reue, Bekenntnis, Lossprechung und Genugtuung; Genugtuung antwortet dem begangenen Unrecht durch eine angemessene Buße, etwa durch Wiedergutmachung oder Gebet, und wirkt an der Heilung der verletzten Ordnung mit.

Gott führt seine Kinder selbst zur Heiligkeit. Der Hebräerbrief beschreibt seine väterliche Zucht als Erziehung, deren Frucht Gerechtigkeit und Frieden ist, und die Prüfung des menschlichen Werkes lässt sich von der Rettung der Person unterscheiden; so kann ein Mensch in Gottes Gnade leben und dennoch einer heilenden Umgestaltung bedürfen, bis sein Leben ganz auf Gott ausgerichtet ist.

Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er.

Auszug aus Hebr 12,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Gott erzieht seine Kinder durch väterliche Zucht mit dem Ziel von Heiligkeit, Gerechtigkeit und Frieden.

Hebr 12,5–11: Zusammenhang und Übersetzung

Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch.

Auszug aus 1 Kor 3,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus beschreibt die Prüfung des Werks durch Feuer und unterscheidet dabei zwischen dem geretteten Menschen und dem, was sein Werk erleidet.

1 Kor 3,12–15: Zusammenhang und Übersetzung

Für dieses Werk hat Christus seiner Kirche die Vollmacht gegeben. Er verheißt Petrus die Schlüssel und den Aposteln die Vollmacht des Bindens und Lösens, überträgt ihnen im Heiligen Geist ausdrücklich das Vergeben und Behalten von Sünden und lässt kirchliche Zurechtweisung in Vergebung und Wiederherstellung münden; die Kirche führt diesen apostolischen Dienst durch die Nachfolger der Apostel fort.

Vers 18: Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Vers 19: Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 16,18–19 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus verheißt Petrus die Schlüssel und die Vollmacht des Bindens und Lösens.

Mt 16,18–19: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 17: Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde! Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.

Vers 18: Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 18,17–18 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus ordnet den Umgang mit Schuld in der kirchlichen Gemeinschaft und spricht den Jüngern Binde- und Lösevollmacht zu.

Mt 18,17–18: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 21: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Vers 22: Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Vers 23: Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Auszug aus Joh 20,21–23 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus sendet die Apostel im Heiligen Geist und überträgt ihnen ausdrücklich das Vergeben und Behalten von Sünden.

Joh 20,21–23: Zusammenhang und Übersetzung

Diese Vollmacht wirkt in der Gemeinschaft der Heiligen, die aus dem einen Leben Christi lebt. Die Gläubigen bilden als viele Glieder einen Leib, empfangen verschiedene Gaben zum gemeinsamen Dienst, und die Gebete der Heiligen stehen vor Gott; deshalb können Gebet, Buße und geistliche Hilfe füreinander eingesetzt werden, ohne dass die Heiligen an die Stelle Christi treten, denn jede Gnade und jedes gute Werk empfängt seine Kraft aus ihm.

Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm.

Auszug aus 1 Kor 12,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus beschreibt die Gläubigen als einen Leib mit vielen Gliedern, die einander zugehören und füreinander Verantwortung tragen.

1 Kor 12,12–27: Zusammenhang und Übersetzung

so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, als Einzelne aber sind wir Glieder, die zueinander gehören.

Auszug aus Röm 12,5 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Gläubigen bilden einen Leib und empfangen unterschiedliche Gaben zum gemeinsamen Dienst.

Röm 12,4–8: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 8: Als es das Buch empfangen hatte, fielen die vier Lebewesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder; alle trugen Harfen und goldene Schalen voll von Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen.

Auszug aus Offb 5,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Gebete der Heiligen erscheinen vor Gott in der himmlischen Anbetung.

Offb 5,8: Zusammenhang und Übersetzung

Der Ablass bezeichnet den Erlass der zeitlichen Sündenstrafe für bereits vergebene Schuld und ist deshalb keine Sündenvergebung und kein eigenes Sakrament. Er setzt die Umkehr voraus, ein vollkommener Ablass sogar die Abkehr von jeder Anhänglichkeit an die Sünde. Er hebt die Pflicht zur Wiedergutmachung gegenüber dem Geschädigten nicht auf und wird unter den von der Kirche bestimmten Bedingungen aus der Vollmacht Christi und aus dem geistlichen Schatz der Gemeinschaft der Heiligen zugewendet. Jeder Gläubige kann einen Ablass für sich selbst gewinnen oder ihn fürbittweise Verstorbenen zuwenden.

Die Vergebung selbst empfängt der Sünder aus Gottes Gnade durch Christus; der Ablass setzt sie voraus. Die spätere Lehre der Kirche über den Ablass entfaltet die biblisch bezeugte Vollmacht, zu binden und zu lösen, Sünden zu vergeben und den Sünder wieder aufzunehmen; sie setzt die Schrift dabei nicht mit dieser Fachsprache gleich. Das Konzil von Trient klärt Buße, Bekenntnis und Genugtuung, Paul VI. bestimmt den Ablass in „Indulgentiarum doctrina“. Eine Reform der Praxis war nötig, weil sich im Spätmittelalter Ablasspredigt, finanzielle Interessen, Druck und irreführende Zusicherungen vermischt hatten. So bleibt der Ablass im Opfer Christi, in den Sakramenten und in der tätigen Liebe verwurzelt und führt die empfangene Vergebung in den Weg einer umfassenden Heilung hinein.

Quellen zu dieser Frage 2

Gott vergibt die Schuld, und er heilt den Menschen, den er zu seinem Kind gemacht hat. Buße, väterliche Erziehung, die Vollmacht der Kirche, das Füreinander der Heiligen und der Ablass dienen dieser einen Heilung, die Christus trägt und die auf die Eucharistie und die tätige Liebe hinführt.

Weiterführende Erklärungen

Warum nach der Vergebung Folgen bleiben könnenDirekter positiver Beleg

David erfährt, dass Gott die Schuld vergibt und dennoch eine zeitliche Folge bestehen bleibt. Die Umkehr antwortet darauf nicht mit Worten allein, sondern mit konkreter Wiedergutmachung.

Warum echte Umkehr verletztes Leben wieder in Ordnung bringtUnterstützender positiver Beleg

Die Umkehr des Menschen nimmt Gestalt an. Der Hebräerbrief zeigt die andere Seite: Gott selbst führt seine Kinder durch Erziehung zur Heiligkeit.

Warum Gottes Kinder weiter zur Heiligkeit geformt werdenUnterstützender positiver Beleg

Gott läutert und erzieht seine Kinder. In dieses Werk ordnet Christus die Vollmacht seiner Kirche ein, Sünden zu vergeben und den Sünder wieder aufzunehmen.

Wie Christus seiner Kirche Vollmacht zur Wiederherstellung anvertrautUnterstützender positiver Beleg

Die Vollmacht der Kirche steht im Dienst der Versöhnung. Sie wird getragen von der Gemeinschaft der Heiligen, in der die Gläubigen füreinander eintreten.

Wie die Heiligkeit der Kirche dem reuigen Sünder hilftUnterstützender positiver Beleg

Vergebung und Fürbitte wirken in der ganzen Gemeinschaft der Heiligen. Der Ablass knüpft daran an: Er tilgt die zeitliche Strafe bereits vergebener Schuld und setzt die Umkehr voraus.

Was ein Ablass erlässt und warum er niemals käufliche Erlösung sein kannUnterstützender positiver Beleg

Das Leben Glaube und Überlieferung

Wie ein Christ aus der Versöhnung lebt

Aus der Versöhnung wächst ein Leben, das die Umkehr trägt.

Für die schwere Sünde sind das persönliche, vollständige Bekenntnis und die Lossprechung der einzige ordentliche Weg der Versöhnung; nur wenn ein solches Bekenntnis physisch oder moralisch unmöglich ist, kann die Versöhnung auf andere Weise erlangt werden. Wer aus Liebe zu Gott bereut, empfängt schon vor der Beichte die Vergebung; zu dieser Reue gehört der feste Vorsatz, so bald wie möglich zu beichten. Wer seine Sünden bereut, weil er ihre Abscheulichkeit erkennt oder die ewige Verdammnis fürchtet, und sich mit dem Vorsatz zur Besserung von ihnen abwendet, empfängt die Vergebung schwerer Sünden im Sakrament. Auch diese „unvollkommene Reue“ ist schon ein Geschenk Gottes und ein Anstoß des Heiligen Geistes.

Die Beichte führt zur Eucharistie: Wer sich einer schweren Sünde bewusst ist, empfängt die heilige Kommunion erst nach der sakramentalen Lossprechung (vgl. 1 Kor 11,27–29); eine Ausnahme gilt nur, wenn ein schwerer Grund zur Kommunion vorliegt und keine Möglichkeit zur Beichte besteht. Die Kirche schreibt vor, schwere Sünden wenigstens einmal im Jahr zu beichten, und empfiehlt, auch lässliche Sünden regelmäßig zu bekennen, weil dieses Bekenntnis hilft, das Gewissen zu bilden und im geistlichen Leben zu wachsen. Aus der empfangenen Versöhnung wächst ein Leben der Dankbarkeit und der tätigen Liebe, in dem die Umkehr das ganze Leben trägt.

Quellen zu dieser Frage 5

Warum alle schweren Sünden einzeln bekennen?

Der Einwand

Nach reformierter Lehre übt die Kirche das Amt der Schlüssel aus Mt 16,19 und Joh 20,23 durch die Predigt des Evangeliums und die christliche Bußzucht aus: Allen Gläubigen wird die Vergebung öffentlich zugesagt, sooft sie die Verheißung im Glauben annehmen; ein Bußsakrament mit Einzelbekenntnis vor dem Priester kennt diese Lehre nicht (Heidelberger Katechismus, Fragen 83–84). Die lutherische Kirche behält die Einzelabsolution bei, hält aber das Aufzählen aller Sünden weder für nötig noch für möglich, weil niemand alle seine Verfehlungen kennt: „Versehentliche Fehler, wer nimmt sie wahr?“ (Ps 19,13; Augsburger Bekenntnis, Art. 11).

Die Antwort der Kirche

Christus gibt den Aposteln die Vollmacht, Sünden zu erlassen oder zu behalten (Joh 20,23). Die Predigt sagt allen dieselbe Vergebung zu; das Behalten verlangt dagegen ein Urteil über den einzelnen Menschen, und ein solches Urteil setzt voraus, dass die Sünde bekannt ist. Darum gehört das Bekenntnis aller schweren Sünden, deren sich der Beichtende nach gewissenhafter Prüfung bewusst ist, zum BegriffSakramentEin Sakrament ist ein von Christus eingesetztes und der Kirche anvertrautes wirksames Zeichen der Gnade, durch das göttliches Leben geschenkt wird; es bewirkt, was es bezeichnet (KKK 1131). Die Sakramente wirken „ex opere operato“, das heißt kraft des ein für alle Mal vollbrachten Heilswerkes Christi und nicht kraft der Heiligkeit des Spenders; ihre Frucht hängt aber auch von der inneren Verfassung des Empfängers ab (KKK 1128). Die Kirche kennt sieben Sakramente.Glossareintrag öffnen .

Die Kirche verlangt dabei keine unmögliche Vollständigkeit: Eine ohne Schuld vergessene Sünde ist in der Lossprechung mitvergeben. Wer aber wissentlich etwas zurückhält, legt es der Barmherzigkeit Gottes nicht vor. Das Konzil von Trient nimmt dafür ein Wort des Hieronymus auf: „Wenn sich nämlich der Kranke schämt, dem Arzt seine Wunde zu entblößen, so heilt die Arznei nicht, was sie nicht kennt“ (KKK 1456). Auch die Schrift kennt das Bekenntnis vor Menschen: „Darum bekennt einander eure Sünden“ (Jak 5,16).

Was andere Christen dazu glauben

Die christlichen Traditionen vergleichen

Katholisch

Offizielle Lehrposition
Christus handelt im Bußsakrament durch den Priester; bei Todsünde sind das persönliche, vollständige Bekenntnis und die Lossprechung der einzige ordentliche Weg der Versöhnung.
Offizielle Quelle: Katholisch

Lutherisch

Offizielle Lehrposition
Das Augsburger Bekenntnis hält die private Absolution in der Kirche fest, verlangt aber nicht, alle Sünden aufzuzählen, weil niemand alle seine Verfehlungen kennt (CA XI; Ps 19,13). Buße besteht nach CA XII aus Reue und dem Glauben an die Absolution; eine Vergebung durch eigene Genugtuung wird verworfen. Die Apologie nennt die Absolution das Sakrament der Buße (Apol. XIII,4); nach dem Kleinen Katechismus empfängt der Beichtende die Absolution vom Beichtiger „als von Gott selbst“.
Offizielle Quelle: Lutherisch

Reformiert / calvinistisch

Offizielle Lehrposition
Der Heidelberger Katechismus versteht das Amt der Schlüssel als Predigt des Evangeliums und christliche Bußzucht: Allen Gläubigen wird öffentlich bezeugt, dass ihnen um Christi willen vergeben ist, sooft sie die Zusage im Glauben annehmen; wer unchristlich lehrt oder lebt, wird nach wiederholter Ermahnung durch Versagung der Sakramente ausgeschlossen und bei Besserung wieder aufgenommen (Fragen 83–85). Ein Bußsakrament mit Einzelbekenntnis vor dem Priester kennt er nicht.
Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch

Baptistisch

Offizielle Lehrposition
Die Southern Baptist Convention betont die persönliche Umkehr und den Glauben an Christus; ein sakramentales Priesteramt zur Absolution wird nicht gelehrt.
Offizielle Quelle: Baptistisch

Pfingstlich / charismatisch

Offizielle Lehrposition
Nach den Assemblies of God empfängt der Mensch das Heil durch Umkehr zu Gott und Glauben an den Herrn Jesus Christus; das innere Zeugnis des Heils ist das unmittelbare Zeugnis des Geistes. Ein Bußsakrament mit Lossprechung durch einen Priester kennt ihr Bekenntnis nicht.
Offizielle Quelle: Pfingstlich / charismatisch

Methodistisch / wesleyanisch

Offizielle Lehrposition
Nach Artikel XII der methodistischen Articles of Religion darf denen, die nach der Rechtfertigung in Sünde fallen, die Umkehr nicht verweigert werden; durch Gottes Gnade können sie wieder aufstehen und ihr Leben bessern. Die Buße zählt Artikel XVI nicht zu den Sakramenten des Evangeliums.
Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch

Anglikanisch

Offizielle Lehrposition
Die 39 Artikel der Kirche von England zählen die Buße zu den fünf gemeinhin so genannten Sakramenten, unterscheiden sie aber von Taufe und Abendmahl als Sakramenten des Evangeliums (Artikel XXV).
Offizielle Quelle: Anglikanisch

Orthodox / byzantinisch

Offizielle Lehrposition
Die Orthodoxe Kirche in Amerika (OCA) feiert die Buße als Sakrament mit aufrichtiger Reue, offenem Sündenbekenntnis und einem Lossprechungsgebet, durch das Gottes Vergebung durch Christus dem reuigen Sünder sakramental geschenkt wird. Bei schweren Sünden oder langem Fernbleiben von der Kommunion ist sie vor dem Empfang der Eucharistie notwendig; das einst öffentliche Bekenntnis geschieht heute gewöhnlich vor dem Priester.
Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch
Lehrpositionen aus offiziellen Quellen sowie, wo gesondert belegt, heutige Praxis und innerkonfessionelle Unterschiede
TraditionOffizielle LehrpositionQuelle
KatholischChristus handelt im Bußsakrament durch den Priester; bei Todsünde sind das persönliche, vollständige Bekenntnis und die Lossprechung der einzige ordentliche Weg der Versöhnung.Offizielle Quelle: Katholisch
LutherischDas Augsburger Bekenntnis hält die private Absolution in der Kirche fest, verlangt aber nicht, alle Sünden aufzuzählen, weil niemand alle seine Verfehlungen kennt (CA XI; Ps 19,13). Buße besteht nach CA XII aus Reue und dem Glauben an die Absolution; eine Vergebung durch eigene Genugtuung wird verworfen. Die Apologie nennt die Absolution das Sakrament der Buße (Apol. XIII,4); nach dem Kleinen Katechismus empfängt der Beichtende die Absolution vom Beichtiger „als von Gott selbst“.Offizielle Quelle: Lutherisch
Reformiert / calvinistischDer Heidelberger Katechismus versteht das Amt der Schlüssel als Predigt des Evangeliums und christliche Bußzucht: Allen Gläubigen wird öffentlich bezeugt, dass ihnen um Christi willen vergeben ist, sooft sie die Zusage im Glauben annehmen; wer unchristlich lehrt oder lebt, wird nach wiederholter Ermahnung durch Versagung der Sakramente ausgeschlossen und bei Besserung wieder aufgenommen (Fragen 83–85). Ein Bußsakrament mit Einzelbekenntnis vor dem Priester kennt er nicht.Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch
BaptistischDie Southern Baptist Convention betont die persönliche Umkehr und den Glauben an Christus; ein sakramentales Priesteramt zur Absolution wird nicht gelehrt.Offizielle Quelle: Baptistisch
Pfingstlich / charismatischNach den Assemblies of God empfängt der Mensch das Heil durch Umkehr zu Gott und Glauben an den Herrn Jesus Christus; das innere Zeugnis des Heils ist das unmittelbare Zeugnis des Geistes. Ein Bußsakrament mit Lossprechung durch einen Priester kennt ihr Bekenntnis nicht.Offizielle Quelle: Pfingstlich / charismatisch
Methodistisch / wesleyanischNach Artikel XII der methodistischen Articles of Religion darf denen, die nach der Rechtfertigung in Sünde fallen, die Umkehr nicht verweigert werden; durch Gottes Gnade können sie wieder aufstehen und ihr Leben bessern. Die Buße zählt Artikel XVI nicht zu den Sakramenten des Evangeliums.Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch
AnglikanischDie 39 Artikel der Kirche von England zählen die Buße zu den fünf gemeinhin so genannten Sakramenten, unterscheiden sie aber von Taufe und Abendmahl als Sakramenten des Evangeliums (Artikel XXV).Offizielle Quelle: Anglikanisch
Orthodox / byzantinischDie Orthodoxe Kirche in Amerika (OCA) feiert die Buße als Sakrament mit aufrichtiger Reue, offenem Sündenbekenntnis und einem Lossprechungsgebet, durch das Gottes Vergebung durch Christus dem reuigen Sünder sakramental geschenkt wird. Bei schweren Sünden oder langem Fernbleiben von der Kommunion ist sie vor dem Empfang der Eucharistie notwendig; das einst öffentliche Bekenntnis geschieht heute gewöhnlich vor dem Priester.Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch
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15 Bibelstellen · Beichte

Was die Schrift selbst sagt

Alle Bibelstellen dieses Themas im Wortlaut, geordnet nach den Fragen, für die sie zeugen. Jede führt zu ihrer Erklärung.

Versöhnungsdienst

Joh 20,21–23Warum Christus der Kirche Vollmacht zur Vergebung gibt

Der Auferstandene sendet die Apostel, haucht ihnen den Heiligen Geist ein und überträgt ihnen die Vollmacht, Sünden zu vergeben oder zu behalten. Die Kirche erkennt darin die biblische Grundlage des Bußsakraments.

Bibeltext

Vers 21: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Vers 22: Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Vers 23: Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Auszug aus Joh 20,21–23 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Mt 16,18–19Wie Christus seiner Kirche das Binden und Lösen anvertraut

Auf das Bekenntnis des Simon antwortet Jesus mit der Verheißung: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“; er verspricht ihm die Schlüssel des Himmelreichs und die Vollmacht, zu binden und zu lösen. Die Kirche erkennt darin, dass Christus Petrus zum Felsen seiner Kirche bestimmt, und versteht von hier aus den bleibenden Petrusdienst für die Einheit der ganzen Kirche (KKK 881).

Bibeltext

Vers 18: Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Vers 19: Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 16,18–19 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Mt 18,17–18Wie Christus seiner Kirche das Binden und Lösen anvertraut

Jesus weist einen ungelösten Konflikt an die Kirche und spricht ihr die Vollmacht des Bindens und Lösens zu. Die Kirche versteht diese sichtbare, ansprechbare Gemeinschaft als Trägerin verbindlicher Entscheidungen unter Christus.

Bibeltext

Vers 17: Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde! Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.

Vers 18: Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 18,17–18 · EÜ 2016 · © KBA 2016
2 Kor 5,18Warum Gott durch einen anvertrauten Versöhnungsdienst handelt

Gott versöhnt die Menschen durch Christus und vertraut den Aposteln den Dienst der Versöhnung an. Die Kirche erkennt darin, dass Gott seine Versöhnung durch beauftragte Gesandte zuspricht; die Vollmacht zur sakramentalen Lossprechung gründet sie auf Joh 20,22–23.

Bibeltext

Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat.

Auszug aus 2 Kor 5,18 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Vergebung, Folgen, Buße und Ablass

2 Sam 12,13–14Warum nach der Vergebung Folgen bleiben können

David erhält die Vergebung seiner Sünde, doch die angekündigte Folge seiner Tat bleibt bestehen. Die Kirche unterscheidet darin zwischen der vergebenen Schuld und den zeitlichen Folgen der Sünde.

Bibeltext

Der HERR hat dir deine Sünde vergeben; du wirst nicht sterben.

Auszug aus 2 Sam 12,13 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Jak 5,16Warum echte Umkehr verletztes Leben wieder in Ordnung bringt

Jakobus verbindet das gegenseitige Sündenbekenntnis und das Gebet füreinander mit Heilung und der wirksamen Fürsprache des Gerechten. Die Kirche sieht darin, dass das Bekenntnis der Sünden zur Heilung des Sünders in der Gemeinschaft gehört.

Bibeltext

Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten.

Auszug aus Jak 5,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 19,18Warum echte Umkehr verletztes Leben wieder in Ordnung bringt

Viele Gläubige in Ephesus bekennen öffentlich ihre bisherigen Praktiken und wenden sich davon ab. Die Kirche versteht solche konkrete Umkehr als Ausdruck echter Reue, die in geordnetem Handeln und gegebenenfalls Wiedergutmachung Gestalt annimmt.

Bibeltext

Viele, die gläubig geworden waren, kamen und bekannten offen, was sie früher getan hatten.

Auszug aus Apg 19,18 · EÜ 2016 · © KBA 2016
2 Kor 2,6–10Warum echte Umkehr verletztes Leben wieder in Ordnung bringt

Paulus ordnet an, einem bestraften und reuigen Gemeindeglied zu vergeben und es wieder aufzunehmen. Die Kirche sieht darin ein biblisches Zeugnis für die Vollmacht der kirchlichen Gemeinschaft zu Vergebung und Wiederaufnahme.

Bibeltext

Wem ihr aber verzeiht, dem verzeihe auch ich. Denn auch ich habe, wenn hier etwas zu verzeihen war, im Angesicht Christi um euretwillen verziehen.

Auszug aus 2 Kor 2,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Lk 19,1–10Warum echte Umkehr verletztes Leben wieder in Ordnung bringt

Zachäus antwortet auf die Begegnung mit Jesus mit Großzügigkeit und Wiedergutmachung: Die Hälfte seines Vermögens gibt er den Armen, und wem er zu viel abgefordert hat, dem gibt er das Vierfache zurück; Jesus sagt darauf: „Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden.“ Die Kirche versteht solche Schritte als Frucht echter Umkehr, nicht als Preis, mit dem die Vergebung erkauft wird.

Bibeltext

Siehe, Herr, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.

Auszug aus Lk 19,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016
2 Kor 7,9–11Warum echte Umkehr verletztes Leben wieder in Ordnung bringt

Paulus beschreibt gottgewollte Trauer als eine Bewegung zur Umkehr, zum Eifer und zu geordnetem Handeln. Die Kirche lehrt, dass Buße zur Umkehr gehört und in konkreten Früchten sichtbar wird.

Bibeltext

Die gottgewollte Traurigkeit verursacht nämlich Sinnesänderung zum Heil, die nicht bereut zu werden braucht; die weltliche Traurigkeit aber führt zum Tod.

Auszug aus 2 Kor 7,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 12,5–11Warum Gottes Kinder weiter zur Heiligkeit geformt werden

Der Hebräerbrief beschreibt Gottes väterliche Zucht als Erziehung, deren Frucht Gerechtigkeit und Frieden ist. Die Kirche versteht diese Läuterung als heilende Umgestaltung und unterscheidet sie von der Vergebung der Schuld.

Bibeltext

Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er.

Auszug aus Hebr 12,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 12,12–27Wie die Heiligkeit der Kirche dem reuigen Sünder hilft

Paulus beschreibt die vielen Christen als einen Leib in Christus, dessen Glieder aufeinander angewiesen sind. Die Kirche lehrt, dass diese Einheit in einem apostolischen Glauben, gemeinsamen Gottesdienst, den Sakramenten und apostolischer Nachfolge sichtbar wird.

Bibeltext

Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm.

Auszug aus 1 Kor 12,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Röm 12,4–8Wie die Heiligkeit der Kirche dem reuigen Sünder hilft

Paulus erklärt, dass die vielen Glieder in Christus ein Leib sind und verschiedene Gaben zum Dienst empfangen. Die Kirche versteht diese Gaben als aufeinander bezogene Dienste zum Aufbau des einen Leibes.

Bibeltext

so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, als Einzelne aber sind wir Glieder, die zueinander gehören.

Auszug aus Röm 12,5 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Offb 5,8Wie die Heiligkeit der Kirche dem reuigen Sünder hilft

Die himmlischen Ältesten bringen Schalen mit den Gebeten der Heiligen vor Gott. Die Kirche lehrt, dass die Fürsprache der Heiligen ihre Wirksamkeit vollständig von Christus erhält, dem einzigen Erlöser und Mittler.

Bibeltext

Vers 8: Als es das Buch empfangen hatte, fielen die vier Lebewesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder; alle trugen Harfen und goldene Schalen voll von Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen.

Auszug aus Offb 5,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 3,12–15Was ein Ablass erlässt und warum er niemals käufliche Erlösung sein kann

Das Feuer prüft das Werk des Bauenden: Das Werk kann verbrennen, während der Mensch selbst gerettet wird. Die Kirche liest diese Läuterung im Zusammenhang ihrer Lehre von der Reinigung derer, die in Gottes Gnade sterben.

Bibeltext

Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch.

Auszug aus 1 Kor 3,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016
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Wie die Kirche diese Frage durch die Jahrhunderte bezeugt

Kirchenväter, Konzilien und Kirchenlehrer zeigen, wie Christen die Schrift zu dieser Frage gelesen und gelebt haben. Ihr Wortlaut steht jeweils bei der Frage, die er stützt.

Jede Frage zu Beichte einzeln geprüft

Jeder Schritt prüft eine Bibelstelle genau: was sie sagt, was sie zum Argument beiträgt und welcher Einwand sich an ihr festmacht.

Die Begriffe dieses Themas kurz erklärt

Betrachten und beten

Was bedeutet es, dass Christus seine Vergebung durch das hörbare Wort eines beauftragten Menschen zuspricht?

Herr Jesus Christus, du hast deiner Kirche den Dienst der Versöhnung anvertraut. Schenke Reue, Wahrheit und Vertrauen in deine barmherzige Vergebung. Amen.