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Themenüberblick

Die Kirche als sichtbare und lehrende Gemeinschaft

Ist die Kirche nur eine unsichtbare Gemeinschaft der Glaubenden, oder hat Christus ihr eine sichtbare, lehrende Gestalt gegeben? Die Kirche antwortet: Die sichtbare, mit Ämtern ausgestattete Gemeinschaft und der geheimnisvolle Leib Christi sind nicht zwei verschiedene Größen, sondern eine einzige Wirklichkeit; wie die angenommene menschliche Natur dem göttlichen Wort als Heilsorgan dient, so dient das sichtbare Gefüge der Kirche dem Geist Christi (LG 8). Diese Antwort wächst aus den Zeugnissen der Schrift: Christus sendet Gesandte, die in seinem Auftrag sprechen, er stiftet eine Gemeinschaft, die verbindlich entscheidet, und er bleibt bei ihr bis zum Ende des Zeitalters.

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4 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Apostel und Älteste sitzen an einem runden Tisch; über ihrer Versammlung steigt eine helle Flammenform auf, fern liegt eine Stadt.
KircheKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Unterthema 1 von 4 · Sichtbare Kirche

Christus hat seiner Kirche eine sichtbare Gestalt gegeben, in der Streitfragen entschieden werden

Kirche mit Adresse Bibel und Textverständnis

Wo zeigt die Schrift die Kirche als sichtbare Gemeinschaft?

Die Schrift zeigt die Kirche als Gemeinschaft mit Adresse: mit Gesandten, die in Christi Vollmacht sprechen, und mit einem Ort, an dem eine Lehrfrage entschieden wird.

Vers 17: Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde! Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.

Vers 18: Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 18,17–18 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Jesus verweist einen ungelösten Streit an die Kirche; die Vollmacht zu binden und zu lösen spricht er den Jüngern zu, an die er sich wendet. Die Kirche versteht sie als Vollmacht, die Petrus gegeben und auch dem mit ihm verbundenen Apostelkollegium zugeteilt ist (LG 22; KKK 553).

Mt 18,17–18: Zusammenhang und Übersetzung

Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.

Auszug aus Lk 10,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Wer die von Christus Gesandten hört, hört Christus; wer sie zurückweist, weist ihn zurück.

Lk 10,16: Zusammenhang und Übersetzung

Im Matthäusevangelium trägt Jesus auf, einen Konflikt der Kirche vorzutragen (Mt 18,17–18). Damit rechnet er mit einer sichtbaren Gemeinschaft, an die ein konkreter Streit verbindlich herangetragen werden kann, und er verbindet diesen Weg mit Vollmacht. Die Gesandten Christi handeln in seiner Sendungsautorität (Lk 10,16). Dieses verbindliche Sprechen der Kirche im Namen Christi heißt Lehramt. Es spricht in abgestuften Formen, als geoffenbarte Wahrheit, als endgültig vorgelegte Lehre und als authentische Lehre, und jeder Form entspricht eine eigene Zustimmung der Gläubigen (KKK 88; 892).

Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Haus Gottes verhalten muss, welches die Kirche des lebendigen Gottes ist, Säule und Fundament der Wahrheit.

Auszug aus 1 Tim 3,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Die Kirche ist Säule und Fundament der Wahrheit.

1 Tim 3,15: Zusammenhang und Übersetzung

Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge: Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!

Auszug aus Apg 15,28–29 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Apostel und Älteste beraten über einen Lehrstreit und beschließen eine für die Gemeinden verbindliche Regelung.

Apg 15,1–29: Zusammenhang und Übersetzung

So soll man uns betrachten: als Diener Christi und als Verwalter von Geheimnissen Gottes.

Auszug aus 1 Kor 4,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Amtsträger Christi werden als Verwalter der Geheimnisse Gottes bezeichnet.

1 Kor 4,1: Zusammenhang und Übersetzung

Die Kirche wird als Säule und Fundament der Wahrheit bezeichnet (1 Tim 3,15). In der Apostelgeschichte beraten Apostel und Älteste einen konkreten Lehrstreit; die Entscheidung wird als gemeinsamer Beschluss unter dem Wirken des Heiligen Geistes weitergegeben (Apg 15). In diesen Zeugnissen zeigt sich der Dienst der Apostel als Dienst Christi und als Verwaltung der Geheimnisse Gottes, den Paulus beschreibt (1 Kor 4,1).

Zusammengenommen zeigt sich die Kirche als der von Christus gewollte Ort, an dem ein Streit zur Entscheidung kommt, an dem Gesandte in seiner Vollmacht sprechen, an dem die Wahrheit ein Fundament hat und ein Lehrstreit im gemeinsamen Beschluss unter dem Heiligen Geist eine Antwort findet. Im Gefüge der Glaubenswahrheiten hat dieser Satz seinen Ort bei der Mitte: den Wahrheiten über Gott, über Christus und über die Gnade, die den Menschen erreicht. Dass die Kirche sichtbar ist und verbindlich lehrt, gehört zu den Wahrheiten, die dieser Mitte dienen — sie halten den Weg offen, auf dem der Glaube bei Christus bleibt.

Weiterführende Erklärungen

Ein Konflikt soll der Kirche vorgetragen werdenDirekter positiver Beleg

Jesus setzt eine sichtbare Kirche voraus, an die ein Streit verbindlich herangetragen werden kann. In dieser Gemeinschaft handeln die Gesandten Christi in seiner Sendungsautorität: Wer sie hört, hört ihn.

Die Gesandten Christi handeln in seiner SendungsautoritätDirekter positiver Beleg

Die Gesandten sprechen in der Vollmacht Christi. Darum wird die Kirche selbst als Säule und Fundament der Wahrheit bezeichnet, an der die apostolische Lehre ihren Halt hat.

Die Kirche als Säule und Fundament der WahrheitDirekter positiver Beleg

Die Kirche trägt und bewahrt die Wahrheit. Wie diese Verantwortung ausgeübt wird, zeigt die Apostelgeschichte: Apostel und Älteste beraten einen Lehrstreit und entscheiden gemeinsam unter dem Wirken des Heiligen Geistes.

Wie die Kirche eine Glaubensfrage gemeinsam und verbindlich klärtUnterstützender positiver Beleg

Unterthema 2 von 4 · Dass sie alle eins seien

Die Einheit, um die Christus betet, hat Gestalt in einem Leib, einem Glauben und einer Taufe

Konkrete Einheit der Glaubenden Glaube und Überlieferung

Wie wird die Einheit der Kirche als gemeinsamer Glaube und sichtbare Gemeinschaft erkennbar?

Die Einheit, um die Christus betet, ist eine konkrete Gemeinschaft mit gemeinsamem Glauben und gemeinsamem Bekenntnis.

Jesus Christus betet darum, dass alle, die durch das Wort der Apostel an ihn glauben, in Einheit leben; diese Einheit gehört zu seinem Zeugnis vor der Welt. In diesem Gebet verbindet er die Glaubenden mit dem Vater und mit sich selbst. Zugleich erhält die Einheit eine konkrete kirchliche Gestalt: Derselbe Herr, der um die Einheit bittet, nennt Petrus den Felsen, auf dem er seine Kirche baut, und überträgt ihm die Schlüssel des Himmelreichs mit der Vollmacht des Bindens und Lösens. Manche Ausleger beziehen den Felsen allein auf das Bekenntnis des Petrus oder auf Christus selbst und lösen ihn von der Person des Petrus; die Schlüssel sehen sie dem Kreis der Apostel insgesamt gegeben. Die Kirche hält zusammen, was diese Deutung trennt: Auf dem Grund des Glaubens, den Petrus bekannt hat, bleibt Petrus selbst der Fels der Kirche (KKK 424; 552), und ihm allein übergibt Jesus ausdrücklich die Schlüssel (KKK 553; LG 22). So gehören das Einheitsgebet und der Auftrag an Petrus zu demselben Werk Christi; wie dieser Petrusdienst in den Nachfolgern des Petrus fortdauert, zeigt das letzte Unterthema.

Alle sollen eins sein … damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.

Auszug aus Joh 17,21 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Jesus betet für die Einheit aller, die durch das Wort der Apostel glauben, damit die Welt seine Sendung erkennt.

Joh 17,20–23: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 18: Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Vers 19: Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 16,18–19 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus nennt Petrus den Felsen, auf dem er seine Kirche bauen will, und überträgt ihm die Schlüssel des Himmelreichs mit der Vollmacht des Bindens und Lösens.

Mt 16,18–19: Zusammenhang und Übersetzung

Paulus beschreibt diese Einheit in fassbaren Größen: ein Leib, getragen vom einen Geist, unter dem einen Herrn, im einen Glauben und in der einen Taufe. Die Gläubigen sind viele Glieder dieses einen Leibes, mit verschiedenen Gaben und in gegenseitiger Abhängigkeit. Damit umfasst christliche Einheit mehr als eine innere Verbundenheit; sie wird im gemeinsamen apostolischen Bekenntnis, im Gottesdienst, im sakramentalen Leben und im geordneten Dienst sichtbar. Der Vergleich mit dem einen Leib zeigt die gemeinsame Wirklichkeit der Kirche und weist auf den einen Glauben hin. Die genauere rechtliche Gestalt dieser Einheit wird im weiteren Zeugnis durch Gemeinde, Apostel und gemeinsame Beschlüsse sichtbar.

Vers 3: und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens!

Vers 4: Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung:

Vers 5: ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,

Vers 6: ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

Auszug aus Eph 4,3–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus nennt einen Leib, einen Geist, einen Herrn, einen Glauben und eine Taufe.

Eph 4,3–6: Zusammenhang und Übersetzung

Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm.

Auszug aus 1 Kor 12,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus beschreibt die Gläubigen als einen Leib mit vielen voneinander abhängigen Gliedern.

1 Kor 12,12–27: Zusammenhang und Übersetzung

Spaltet sich eine apostolische Gemeinschaft in Parteien, wiegt das theologisch schwer. Paulus weist die Parteiungen in Korinth zurück und fragt, ob Christus geteilt sei. Zusammen mit dem Gebet Christi wird sichtbar, dass die Einheit auch für das Zeugnis der Jünger vor der Welt Gewicht hat. Die korinthischen Parteien dürfen dabei nicht mechanisch mit heutigen Konfessionen gleichgesetzt werden, und die persönliche Verantwortung derer, die in einer getrennten Gemeinschaft leben, ist von der objektiven Trennung zu unterscheiden. Der Grundgedanke bleibt: Eine Spaltung innerhalb der Gemeinschaft um Christus verletzt die von ihm gewollte Einheit, erschwert die Verkündigung des Evangeliums und ruft nach Heilung.

Vers 10: Ich ermahne euch aber, Brüder und Schwestern, im Namen unseres Herrn Jesus Christus: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid vielmehr eines Sinnes und einer Meinung!

Auslassung im Bibeltext.

Vers 12: Ich meine damit, dass jeder von euch etwas anderes sagt: Ich halte zu Paulus - ich zu Apollos - ich zu Kephas - ich zu Christus.

Vers 13: Ist denn Christus zerteilt? Wurde etwa Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden?

Auszug aus 1 Kor 1,10.12–13 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

1 Kor 1,10–13 zeigt unmittelbar, wie Paulus Parteiungen in der apostolischen Gemeinde zurückweist und die Frage nach der Teilung Christi stellt.

1 Kor 1,10–13: Zusammenhang und Übersetzung

Die Heiligkeit der Kirche gründet in Christi Liebe und Selbsthingabe. Er heiligt und reinigt seine Kirche; deshalb bleibt ihre Heiligkeit auch dann gegründet, wenn ihre sündigen Glieder der fortwährenden Reinigung, Buße und Erneuerung bedürfen. Die Kirche umfasst Sünder in ihrem Schoß (LG 8): Katholiken sind aufgerufen, Sünden gegen die Einheit zu bekennen und um Vergebung zu bitten (UR 7). So wird kein konkretes Unrecht verdeckt und keine historische oder institutionelle Verantwortungsfrage abgewiesen. Die Schuld eines Mitglieds bleibt dessen Schuld; sie entscheidet nicht über die Wahrheit der kirchlichen Lehre oder die sakramentale Ordnung.

Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, da er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort!

Auszug aus Eph 5,25–26 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Eph 5,25–27 zeigt Christus in seiner Liebe zur Kirche und in seiner Hingabe, durch die er sie heiligt und reinigt.

Eph 5,25–27: Zusammenhang und Übersetzung

Die Einheit der Glaubenden gehört zur Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn und hat ihren Inhalt im gemeinsamen Glauben. Darum gehören Einheit und Wahrheit zusammen. Die Kirche sucht volle Gemeinschaft und bewahrt zugleich die Glaubenswahrheit; institutioneller Frieden kann nicht durch das Verschweigen einer wirklichen Lehrdifferenz erkauft werden. Jede behauptete Lehrdifferenz ist deshalb am Zeugnis von Schrift und Überlieferung zu prüfen, wie das Lehramt der Kirche es verbindlich auslegt (DV 10). Wo sich eine solche Differenz als Missverständnis oder persönliche Vorliebe erweist, wird die fortdauernde Trennung selbst zu einer Gewissensfrage.

Der eine Glaube bindet die Kirche gemeinsam, verlangt aber nicht dieselbe persönliche Ausübung jeder legitimen Andacht. Die Kirche unterscheidet zwischen verbindlicher Lehre und einzelnen Formen der Frömmigkeit. Rosenkranz, Wallfahrt oder eine Messintention können das Glaubensleben fördern, begründen jedoch keine allgemeine persönliche Pflicht. Ebenso ist es eine eigene Frage, ob jemand den heiligen Antonius anruft oder den Rosenkranz betet, und eine andere, ob er die zugrunde liegende Lehre von der Fürsprache der Heiligen annimmt. Die persönliche Freiheit gegenüber einer Andachtsform hebt die verbindliche Lehre nicht auf.

Quellen zu dieser Frage 3

Zusammengenommen zeigt sich die Einheit der Christen als das Anliegen, um das Christus selbst betet und das in dem einen Leib, dem einen Glauben und der einen Taufe Gestalt hat. Sie ist Gabe Christi, und in der Trennung der Christen wird sichtbar, wie sehr diese Gemeinschaft seiner heilenden Kraft bedarf. Wo Glieder der Kirche schuldig werden, bleibt Christi reinigendes Werk wirksam, und die Heiligkeit der Kirche ruht in seiner Selbsthingabe. In der Rangordnung der Glaubenswahrheiten steht diese Einheit nahe am Fundament des Glaubens, weil ihr Urbild die Einheit des dreifaltigen Gottes ist (UR 2; UR 11); darum bleibt sie auf die Wahrheit verwiesen. So darf die Kirche um Einheit bitten mit der ganzen Zuversicht, die aus dem Gebet Christi selbst kommt.

Weiterführende Erklärungen

Christus betet um die Einheit aller, die durch das apostolische Wort glaubenDirekter positiver Beleg

Christus betet um die Einheit seiner Jünger, und diese Einheit gehört zu seinem Zeugnis vor der Welt. Paulus beschreibt, worin sie gründet: ein Leib, ein Geist, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe.

Ein Leib, ein Glaube, eine TaufeUnterstützender positiver Beleg

Die Einheit ist ein Leib mit vielen Gliedern. Wo sich die Gemeinde in Parteien spaltet, ist diese Einheit verletzt; Paulus weist die Spaltung in Korinth deshalb nicht als Nebensache zurück.

Die Spaltung der Christen ist theologisch nicht neutralDirekter positiver Beleg

Die Spaltung widersteht dem Willen Christi. Zugleich ist die Kirche heilig, weil Christus sie liebt und reinigt, während ihre sündigen Glieder der Reinigung bedürfen.

Heilig und stets der Reinigung bedürftigUnterstützender positiver Beleg

Die Heiligkeit der Kirche ruht in Christi Hingabe. Die Einheit ist darum keine bloße Verbundenheit, sondern Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn, die die Wahrheit einschließt.

Einheit und Wahrheit gehören zusammenUnterstützender positiver Beleg

Einheit und Wahrheit gehören zusammen. Daraus folgt die Unterscheidung zwischen der verbindlichen Lehre der Kirche und einer einzelnen Andachtsform, die keine allgemeine Pflicht ist.

Der eine Glaube bindet, die Andachtsform wählt der GläubigeUnterstützender positiver Beleg

Unterthema 3 von 4 · Die vier Kennzeichen der Kirche

Christus eint sein Volk, heiligt es, sendet es zu allen Völkern und führt es durch den Dienst der Apostel

Einheit, Heiligkeit, Katholizität, Apostolizität Glaube und Überlieferung

Wie Christus seine eine, heilige, katholische und apostolische Kirche gestaltet

Das Glaubensbekenntnis von 381 nennt vier Eigenschaften, die zusammen die Gestalt der Kirche beschreiben: Sie ist eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.

Die Einheit beginnt in Jesu Gebet für alle, die durch das apostolische Zeugnis zum Glauben kommen. Er bittet den Vater, dass sie eins seien, damit die Welt erkennt, dass der Vater ihn gesandt hat. Diese Einheit verbindet den Glauben der Christen mit einem öffentlichen Zeugnis für Christus. Paulus beschreibt sie als den einen Leib mit einem Geist, einem Herrn, einem Glauben, einer Taufe und dem einen Gott und Vater. Deshalb gehört zur Einheit ein gemeinsamer geistlicher Grund und ein gemeinsames Bekenntnis. Paulus weist Parteiungen zurück und ruft die Gemeinde zu einmütigem Reden; sichtbare Spaltung widerspricht dem Zusammenhalt des Leibes Christi. Die Parteien in Korinth werden dabei nicht einfach mit heutigen Konfessionen gleichgesetzt, doch sie machen deutlich, dass kirchliche Einheit nicht gleichgültig gegenüber Trennungen sein kann. Auch Jesu Bild vom geteilten Reich zeigt, dass eine Gemeinschaft durch innere Spaltung ihren Bestand gefährdet. Die Einheit der Kirche braucht daher eine positiv bestimmte, gemeinsam erkennbare Gestalt.

Alle sollen eins sein … damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.

Auszug aus Joh 17,21 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus betet für die Einheit der Glaubenden, damit die Welt glaubt.

Joh 17,20–23: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 3: und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens!

Vers 4: Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung:

Vers 5: ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,

Vers 6: ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

Auszug aus Eph 4,3–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Gemeinde wird zu bewahrter Einheit in einem Leib, einem Glauben und einer Taufe aufgerufen.

Eph 4,3–6: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 10: Ich ermahne euch aber, Brüder und Schwestern, im Namen unseres Herrn Jesus Christus: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid vielmehr eines Sinnes und einer Meinung!

Auslassung im Bibeltext.

Vers 12: Ich meine damit, dass jeder von euch etwas anderes sagt: Ich halte zu Paulus - ich zu Apollos - ich zu Kephas - ich zu Christus.

Vers 13: Ist denn Christus zerteilt? Wurde etwa Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden?

Auszug aus 1 Kor 1,10.12–13 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus fordert einmütiges Reden und tadelt Parteiungen in der Gemeinde.

1 Kor 1,10–13: Zusammenhang und Übersetzung

Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden und eine Stadt und eine Familie, die in sich gespalten ist, wird keinen Bestand haben.

Auszug aus Mt 12,25 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus bezeichnet ein in sich geteiltes Reich als dem Untergang geweiht.

Mt 12,25: Zusammenhang und Übersetzung

Diese Gestalt wird in der sichtbaren Kirche konkret. Jesus verweist einen Streit an die Kirche und spricht seinen Jüngern die Vollmacht zu, zu binden und zu lösen; die Kirche versteht sie als Vollmacht, die Petrus gegeben und auch dem mit ihm verbundenen Apostelkollegium zugeteilt ist (LG 22). Damit erscheint die Kirche als ansprechbare Gemeinschaft mit verbindlicher Entscheidungsfunktion. In Jerusalem beraten Apostel und Älteste gemeinsam und übermitteln den Gemeinden eine Entscheidung, die sie als notwendig befolgen sollen. Paulus und seine Begleiter geben diese Beschlüsse auf ihrer Reise weiter; so verbindet sich die Einheit mit gemeinsamer Lehre, verbindlicher Entscheidung und geordneter Weitergabe. Die Kirche lehrt deshalb, dass Christus sie durch den Heiligen Geist zur einen Kirche macht und dass ihre Einheit in der Einheit des dreifaltigen Gottes, im einen Glauben, in den Sakramenten und in der apostolischen Leitung gründet. Spaltungen und Spannungen in der Geschichte der Christen widersprechen dieser Gabe. Jesu Gebet zielt auf eine Einheit, die die Welt sehen soll: Sein öffentliches Zeugnis, die Kirche, vor die ein Streit gebracht wird, und die gemeinsam übermittelten Beschlüsse zeigen, wie diese Einheit sichtbar Gestalt gewinnt. Die Kirche wird zudem als Haus des lebendigen Gottes, als Säule und Fundament der Wahrheit bezeichnet. Ihre öffentliche Wahrheitsverantwortung führt von der Einheit zur Frage nach verbindlicher Lehre.

Vers 17: Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde! Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.

Vers 18: Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 18,17–18 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus verweist einen ungelösten Streit an die Kirche und spricht seinen Jüngern die Vollmacht zu, zu binden und zu lösen.

Mt 18,17–18: Zusammenhang und Übersetzung

Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge: Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!

Auszug aus Apg 15,28–29 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Apostel und Älteste beraten und übermitteln den Gemeinden eine verbindliche Entscheidung.

Apg 15,1–29: Zusammenhang und Übersetzung

Als sie nun durch die Städte zogen, überbrachten sie ihnen die von den Aposteln und den Ältesten in Jerusalem gefassten Beschlüsse und trugen ihnen auf, sich daran zu halten.

Auszug aus Apg 16,4–5 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus und seine Begleiter überbringen den Gemeinden die Beschlüsse der Apostel und Ältesten.

Apg 16,4–5: Zusammenhang und Übersetzung

Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Haus Gottes verhalten muss, welches die Kirche des lebendigen Gottes ist, Säule und Fundament der Wahrheit.

Auszug aus 1 Tim 3,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Kirche wird als Säule und Fundament der Wahrheit bezeichnet.

1 Tim 3,15: Zusammenhang und Übersetzung

Die Kirche ist heilig, weil Christus sie liebt, sich für sie hingibt und sie heiligt, um sie heilig und makellos vor sich hinzustellen. Ihre Heiligkeit stammt aus seinem eigenen Handeln. Die Schrift bezeichnet die Glaubenden als auserwähltes Geschlecht, königliche Priesterschaft, heiligen Stamm und als Volk, das sein besonderes Eigentum wurde. Die kirchliche Gemeinschaft ist für Gott ausgesondert und empfängt daraus eine konkrete Berufung. Der Wille Gottes ist die Heiligung der Christen; sie betrifft das konkrete Leben, den Umgang mit dem eigenen Leib, die Treue in der Ehe und den fairen Umgang mit dem Bruder. Die Getauften sind als heiliges Volk zu einem Leben der Heiligung gerufen. Die Kirche besitzt heilige Mittel und eine heilige Berufung, und der Heilige Geist wirkt in ihr. Ihre Glieder bleiben zur ständigen Reinigung, Umkehr, Wiedergutmachung und Erneuerung gerufen. Sünde und Skandal widersprechen dieser Berufung, heben aber nicht die Heiligkeit auf, die Christus seiner Kirche schenkt und zu deren Vollendung er sie führt. Die Heiligkeit einzelner Glieder und der Heiligen verweist daher auf die Heiligkeit Christi, aus der jede kirchliche Heiligkeit stammt.

Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, da er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort!

Auszug aus Eph 5,25–26 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Christus liebt die Kirche und heiligt sie, um sie heilig und makellos vor sich hinzustellen.

Eph 5,25–27: Zusammenhang und Übersetzung

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde.

Auszug aus 1 Petr 2,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Glaubenden werden als heiliges Volk und als Eigentumsvolk Gottes bezeichnet.

1 Petr 2,9: Zusammenhang und Übersetzung

Das ist es, was Gott will: eure Heiligung - dass ihr die Unzucht meidet, dass jeder von euch lernt, mit seiner Frau in heiliger und achtungsvoller Weise zu verkehren, nicht in leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen, und dass keiner seinen Bruder bei Geschäften betrügt und übervorteilt, denn all das rächt der Herr, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben.

Auszug aus 1 Thess 4,3–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Heiligung wird als Wille Gottes bezeichnet.

1 Thess 4,3: Zusammenhang und Übersetzung

Die Kirche ist katholisch, weil ihre Sendung allen Völkern gilt und Christus bei ihr bleibt, bis das Ende des Zeitalters erreicht ist. Der auferstandene Christus sendet seine Jünger zu allen Völkern, damit sie Menschen zu seinen Jüngern machen, sie taufen und sie alles halten lehren, was er geboten hat. Seine Gegenwart begleitet diese Sendung bis zum Ende der Welt. Die Jünger sollen als Zeugen Christi von Jerusalem aus bis an die Grenzen der Erde wirken. In der Offenbarung erscheint das vollendete Gottesvolk als eine unzählbare Schar aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Sprachen. »Katholisch« heißt damit allumfassend und universal: Die Kirche ist zu allen Völkern und in alle Zeiten gesandt, wird in der Geschichte ausgebreitet und in der Einheit des Gottesvolkes vollendet. Die Kirche lehrt, dass Christus in ihr gegenwärtig ist und sie mit der Fülle der von ihm geschenkten Heilsmittel zu allen Völkern sendet. Die Universalität beantwortet die Frage nach der weltweiten Sendung; die Verbindung mit Einheit, Heiligkeit und apostolischer Kontinuität gehört zum Gesamtbild der Kirche. Zur vollen Katholizität gehört nach der Lehre der Kirche die Gemeinschaft mit der Kirche von Rom: Die Teilkirchen sind im Vollsinn katholisch durch die Gemeinschaft mit ihr (KKK 834). Wie der Dienst des Petrus diese Gemeinschaft trägt, zeigt das letzte Unterthema.

Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Auszug aus Mt 28,19–20 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Der auferstandene Christus sendet die Jünger zu allen Völkern und verheißt seine Gegenwart.

Mt 28,18–20: Zusammenhang und Übersetzung

ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.

Auszug aus Apg 1,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Die Jünger sollen als Zeugen Christi bis an die Grenzen der Erde wirken.

Apg 1,6–11: Zusammenhang und Übersetzung

Danach sah ich und siehe, eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen.

Auszug aus Offb 7,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Vor Gottes Thron steht eine unzählbare Menge aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Sprachen.

Offb 7,9: Zusammenhang und Übersetzung

Damit diese Sendung durch die Zeiten getragen wird, ist die Kirche apostolisch. Christus sendet die Apostel, wie der Vater ihn gesandt hat, haucht ihnen den Geist ein und überträgt ihnen Vollmacht. Apostolizität bedeutet deshalb Herkunft aus der Sendung der Apostel, Treue zu ihrer Lehre und Kontinuität des von ihnen empfangenen Dienstes. Das Apostelamt des Judas wird durch die Wahl eines anderen ergänzt. In den Gemeinden setzen Paulus und Barnabas Älteste ein, und Titus erhält den Auftrag, in den einzelnen Städten Älteste einzusetzen. In den von den Aposteln gegründeten Gemeinden gibt es damit geordnete lokale Dienste. Timotheus empfängt eine geistliche Gabe durch prophetisches Wort und die Handauflegung der Ältesten; Paulus erinnert ihn an die Gabe, die ihm durch die Auflegung seiner Hände zuteilgeworden ist. Die Übergabe des Dienstes ist damit an konkrete Personen gebunden. Zugleich soll Timotheus das von Paulus Empfangene zuverlässigen Menschen anvertrauen, die fähig sein werden, auch andere zu lehren. Apostolische Lehre wird so über mehrere Generationen weitergegeben. Die Einheit des Glaubens und die apostolische Sendung sind in der Nachfolge der Apostel verankert; die Belegschritte entfalten, wie die Kirche sie bewahrt. Der apostolische Dienst wird durch die Weihe weitergegeben; das Lehramt dient dem Wort Gottes und steht unter ihm. Die Schriftstellen zeigen die Nachbesetzung des Apostelamts, die Einsetzung von Ältesten, die Handauflegung und die personale Weitergabe der Lehre. Die spätere Sukzessionslehre wird darin als geordnete Verbindung von Lehre, Sendung und Dienst vorbereitet. Irenäus bezeugt diese Verbindung in der frühen Kirche.

Vers 21: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Vers 22: Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Vers 23: Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Auszug aus Joh 20,21–23 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Auferstandene sendet die Apostel, haucht ihnen den Geist ein und überträgt ihnen Vollmacht.

Joh 20,21–23: Zusammenhang und Übersetzung

Sein Amt soll ein anderer erhalten!

Auszug aus Apg 1,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Das Apostelamt des Judas wird durch die Wahl eines anderen ergänzt.

Apg 1,20–26: Zusammenhang und Übersetzung

Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten.

Auszug aus Apg 14,23 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus und Barnabas setzen in den Gemeinden Älteste ein.

Apg 14,23: Zusammenhang und Übersetzung

Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten!

Auszug aus 1 Tim 4,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Timotheus empfängt eine geistliche Gabe durch prophetisches Wort und Handauflegung des Ältestenkollegiums.

1 Tim 4,14: Zusammenhang und Übersetzung

Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist!

Auszug aus 2 Tim 1,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Timotheus soll die Gabe Gottes erinnern, die durch die Handauflegung des Paulus in ihm ist.

2 Tim 1,6: Zusammenhang und Übersetzung

Was du vor vielen Zeugen von mir gehört hast, das vertraue zuverlässigen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren!

Auszug aus 2 Tim 2,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Timotheus soll das Empfangene zuverlässigen Menschen anvertrauen, die fähig sein werden, auch andere zu lehren.

2 Tim 2,2: Zusammenhang und Übersetzung

Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst und in den einzelnen Städten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe, wenn einer unbescholten und Mann einer einzigen Frau ist, mit gläubigen Kindern, die nicht unter dem Vorwurf der Liederlichkeit stehen oder ungehorsam sind.

Auszug aus Tit 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Titus soll in den Städten Älteste einsetzen.

Tit 1,5: Zusammenhang und Übersetzung

Einheit, Heiligkeit, Katholizität und Apostolizität sind biblisch bezeugt. Das Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis von 381 bündelt diese Bezüge in der Formel von der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. »Katholisch« bezeichnet dabei die auf alle Völker gerichtete Sendung und die Sammlung des Ganzen; »apostolisch« bezeichnet die Herkunft von den Aposteln und die Weitergabe ihres Dienstes. Sie fassen Christi Gebet um die Einheit, die Heiligung seiner Kirche, ihre weltweite Sendung und die apostolische Weitergabe von Lehre und Dienst zusammen. In einem gemeinsamen Bekenntnis spricht die Christenheit damit aus, wie sie die Kirche empfängt. Verbindlich ist die Formel, weil sie aus den ersten beiden Ökumenischen Konzilien von Nizäa (325) und Konstantinopel (381) hervorgegangen ist; darin fasst die Kirche die biblischen Bezüge zusammen und spricht ihre empfangene Gestalt aus (KKK 195). Dass bis heute die großen Kirchen des Ostens und des Westens diese Worte sprechen, bezeugt die Reichweite dieses Bekenntnisses. Die eine Kirche Christi, die das Credo bekennt, ist nach der Lehre der Kirche in der katholischen Kirche verwirklicht, die vom Nachfolger Petri und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird; außerhalb ihres Gefüges finden sich vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit, die als Gaben der Kirche Christi auf die katholische Einheit hindrängen (LG 8; KKK 816).

Quellen zu dieser Frage 2

Die vier Kennzeichen ergeben zusammen eine einzige Bewegung: Christus eint sein Volk, heiligt es, sendet es zu allen Völkern und führt es durch den Dienst der Apostel. In der Ordnung des Glaubens stehen sie nahe an der Mitte, dort, wo von Christus und seiner Kirche die Rede ist; sie entfalten, was die Kirche aus ihm empfängt. Darin liegt ihr Gewicht: Wer die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche bekennt, bekennt zuerst den, der sie so macht. Alles Weitere ordnet sich dieser Mitte zu. Deshalb ist die Formel von Nizäa und Konstantinopel ein gemeinsames Wort der ganzen Christenheit geblieben, ein Bekenntnis, das den Glauben an Christus in der Gestalt seines Volkes ausspricht.

Weiterführende Erklärungen

Eine Kirche in ChristusUnterstützender positiver Beleg

Die Einheit gründet in Christi Gebet und im einen Leib. Dasselbe Zeugnis zeigt die Kirche als heilig: Christus liebt sie, gibt sich für sie hin und heiligt sie.

Heiligkeit aus ChristusUnterstützender positiver Beleg

Die Kirche ist heilig, weil Christus sie heiligt. Diese Heiligkeit ist nicht auf ein Volk begrenzt: Die Sendung gilt allen Völkern, und die Vollendung umfasst Menschen aus allen Nationen.

Für alle Völker gesandtDirekter positiver Beleg

Die Sendung reicht zu allen Völkern. Damit sie diese Weite durch die Zeiten trägt, ist die Kirche apostolisch: Christus sendet die Apostel, und Lehre und Dienst werden geordnet weitergegeben.

Aus der Sendung der ApostelUnterstützender positiver Beleg

Einheit, Heiligkeit, Katholizität und Apostolizität sind biblisch bezeugt. Die Bekenntnisformel von 381 fasst sie in einem gemeinsamen Wort zusammen und macht sie zum Bekenntnis der ganzen Christenheit.

Eine gemeinsame BekenntnisformelUnterstützender positiver Beleg

Unterthema 4 von 4

Die eine Kirche in Lehre, Amt und Sakrament

Sichtbare und bleibende Kirche Glaube und Überlieferung

Wie trägt die sichtbare Kirche Christi Sendung durch die Geschichte?

Die einzelnen Zeugnisse fügen sich zu einem Gesamtbild: Christus hat eine sichtbare und bleibende Kirche gestiftet, die seine Sendung durch die Geschichte trägt — in verbindlicher Lehre, geordnetem apostolischem Dienst, bewahrter Überlieferung, sichtbarer Einheit und sakramentalem Leben.

Warum gehört zum Glauben an Christus eine Kirche mit Amt, Überlieferung und Sakramenten? Sichtbar meint eine konkrete Gemeinschaft, die auf Erden gegenwärtig bleibt und über die Zeiten hinweg fortbesteht. Das Amt bezeichnet die Vollmacht, in Christi Namen zu sprechen und die Gemeinschaft in seinem Dienst zu leiten. Ein Sakrament ist ein sichtbares Zeichen, in dem Christus an den Seinen handelt; sakramental heißt die Kirche, weil Christus in ihr durch sichtbare Zeichen gegenwärtig wirkt. Der Weg durch die Zeugnisse führt von der Sammlung der Kirche über ihre verbindliche Lehre, den geordneten Dienst, die bewahrte Überlieferung und die sichtbare Einheit bis zur spezifisch katholischen Frage nach dem Petrusdienst.

Christus sammelt eine sichtbare und bleibende Kirche, die seinen Auftrag durch die Geschichte trägt. Der auferstandene Herr sendet seine Jünger zu allen Völkern: Sie sollen Menschen zu Jüngern machen, sie taufen und sie alles halten lehren, was er geboten hat. Damit verbindet sein Auftrag öffentliche Verkündigung, sichtbare sakramentale Handlungen und eine dauerhafte Gemeinschaft. Zu Pfingsten tritt diese vom Heiligen Geist getragene Gemeinschaft öffentlich hervor: Die versammelten Jünger werden erfüllt und verkünden verständlich in anderen Sprachen. Apostel werden gesandt, Menschen werden getauft, Lehre wird weitergegeben und Gemeinden werden gesammelt; so wird eine erkennbare Kirche sichtbar, die ihren Glauben bewahrt und öffentlich vertritt.

Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Auszug aus Mt 28,19–20 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Der auferstandene Christus gibt den Jüngern den Auftrag, alle Völker zu lehren und zu taufen.

Mt 28,18–20: Zusammenhang und Übersetzung

Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

Auszug aus Apg 2,1–4 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Der Heilige Geist kommt auf die versammelten Jünger herab und macht ihre Verkündigung öffentlich verständlich.

Apg 2,1–4: Zusammenhang und Übersetzung

Eine solche Gemeinschaft entscheidet auch in Lehrfragen verbindlich. In Jerusalem beraten Apostel und Älteste über die Zugehörigkeit und Praxis der Heidenchristen und fassen ihren Beschluss mit den Worten: Der Heilige Geist und sie selbst hätten beschlossen, keine weitere Last aufzuerlegen als die notwendigen Dinge. Paulus überbringt diesen Beschluss den Gemeinden und trägt ihnen auf, sich daran zu halten. So zeigt sich ein öffentliches Muster kirchlicher Lehre: Apostel und Älteste beraten, fällen ein Urteil und übermitteln es den Gemeinden zur gemeinsamen Befolgung. Aus der weiteren Ordnung dieses apostolischen Dienstes erwächst die spätere Gestalt des Lehramts.

Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge: Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!

Auszug aus Apg 15,28–29 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Apostel und Älteste beraten und entscheiden einen Streit über die Zugehörigkeit und Praxis der Heidenchristen.

Apg 15,1–29: Zusammenhang und Übersetzung

Als sie nun durch die Städte zogen, überbrachten sie ihnen die von den Aposteln und den Ältesten in Jerusalem gefassten Beschlüsse und trugen ihnen auf, sich daran zu halten.

Auszug aus Apg 16,4–5 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Paulus überbringt den Gemeinden die Beschlüsse der Apostel und Ältesten.

Apg 16,4–5: Zusammenhang und Übersetzung

Damit die apostolische Vollmacht die Zeiten überdauert, wird der Dienst geordnet weitergegeben. Das Apostelamt des Judas wird ergänzt, Christus gibt seiner Kirche Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer, und in den Gemeinden werden Älteste eingesetzt. Timotheus hat durch Handauflegung eine Gnadengabe Gottes für seinen Dienst empfangen: 1 Tim 4,14 nennt die Handauflegung der Ältesten, 2 Tim 1,6 die Auflegung der Hände des Paulus, und die Kirche führt 2 Tim 1,6 als Zeugnis für das Sakrament der Weihe an (KKK 1590). Titus soll in den einzelnen Städten Älteste einsetzen. Das Neue Testament verbindet Amt und Lehre ausdrücklich: Amtsträger bewahren die empfangene Lehre, geben sie weiter und ordnen die Gemeinde. Die Kirche versteht diese geordnete Weitergabe als Grundlage ihrer apostolischen Kontinuität; der Erste Clemensbrief bezeugt früh, dass eingesetzte Vorsteher und ihre Nachfolge zu dieser Ordnung gehören. Die Autorität des Amtes empfängt ihre Kraft aus der apostolischen Sendung, die es fortführt, und dient der Bewahrung des Glaubens, der Sakramente und der kirchlichen Einheit.

Sein Amt soll ein anderer erhalten!

Auszug aus Apg 1,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Das Apostelamt des Judas wird durch die Wahl eines anderen ergänzt.

Apg 1,20–26: Zusammenhang und Übersetzung

Und er setzte die einen als Apostel ein, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer.

Auszug aus Eph 4,11 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Christus gibt der Kirche verschiedene Dienste, damit sie aufgebaut und zur Einheit geführt wird.

Eph 4,11–16: Zusammenhang und Übersetzung

Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten.

Auszug aus Apg 14,23 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

In den Gemeinden werden Älteste eingesetzt.

Apg 14,23: Zusammenhang und Übersetzung

Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten!

Auszug aus 1 Tim 4,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Timotheus empfängt eine geistliche Gabe durch Handauflegung des Ältestenkollegiums.

1 Tim 4,14: Zusammenhang und Übersetzung

Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist!

Auszug aus 2 Tim 1,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Timotheus soll die durch Handauflegung empfangene Gabe neu entfachen.

2 Tim 1,6: Zusammenhang und Übersetzung

Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst und in den einzelnen Städten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe, wenn einer unbescholten und Mann einer einzigen Frau ist, mit gläubigen Kindern, die nicht unter dem Vorwurf der Liederlichkeit stehen oder ungehorsam sind.

Auszug aus Tit 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Titus soll in den Städten Älteste einsetzen.

Tit 1,5: Zusammenhang und Übersetzung

Die Kirche empfängt die apostolische Überlieferung — die Weitergabe des Glaubens von den Aposteln her, den ersten von Christus gesandten Zeugen — in schriftlicher und mündlicher Form. Paulus fordert die Gemeinden auf, an den Überlieferungen festzuhalten, in denen sie unterwiesen wurden, mündlich ebenso wie durch einen Brief, und lobt die Korinther, weil sie an den übergebenen Weisungen festhalten. Die Kirche des lebendigen Gottes wird als Säule und Fundament der Wahrheit bezeichnet; empfangene Lehre soll zuverlässigen Menschen anvertraut werden, die fähig sein werden, auch andere zu lehren. So bewahrt die Kirche die apostolische Überlieferung öffentlich und erkennt innerhalb dieser lebend empfangenen Gemeinschaft die Schriften des Kanons als inspiriertes Wort Gottes. Ein Buch gehört zur Heiligen Schrift, weil es unter der Einwirkung des Heiligen Geistes geschrieben ist und Gott zum Urheber hat (DV 11); die Kirche erkennt und bezeugt seine Zugehörigkeit zum Kanon, der festen Liste der biblischen Bücher, und empfängt die Schrift in der Gemeinschaft des apostolischen Glaubens.

Seid also standhaft, Brüder und Schwestern, und haltet an den Überlieferungen fest, in denen wir euch unterwiesen haben, sei es mündlich, sei es durch einen Brief!

Auszug aus 2 Thess 2,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Gemeinde soll an mündlichen und schriftlichen Überlieferungen festhalten.

2 Thess 2,15: Zusammenhang und Übersetzung

Ich lobe euch, dass ihr in allem an mich denkt und an den Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch übergeben habe.

Auszug aus 1 Kor 11,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus lobt das Festhalten an den überlieferten Weisungen.

1 Kor 11,2: Zusammenhang und Übersetzung

Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Haus Gottes verhalten muss, welches die Kirche des lebendigen Gottes ist, Säule und Fundament der Wahrheit.

Auszug aus 1 Tim 3,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Kirche wird als Säule und Fundament der Wahrheit bezeichnet.

1 Tim 3,15: Zusammenhang und Übersetzung

Was du vor vielen Zeugen von mir gehört hast, das vertraue zuverlässigen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren!

Auszug aus 2 Tim 2,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Empfangene Lehre soll zuverlässigen Menschen zur weiteren Weitergabe anvertraut werden.

2 Tim 2,2: Zusammenhang und Übersetzung

Die bewahrte Überlieferung wird in einer konkreten Einheit sichtbar. Jesus betet für die Einheit der Glaubenden in ihm und im Vater, damit die Welt glaubt, dass der Vater ihn gesandt hat; Paulus verbindet diese Einheit mit einem Leib, einem Geist, einem Herrn, einem Glauben und einer Taufe. Einheit meint deshalb gemeinsames Leben im apostolischen Glauben, im geordneten Dienst und in sichtbarer Gemeinschaft. Dazu tritt die Eucharistie: Der Kelch des Segens ist Teilhabe am Blut Christi, und das gebrochene Brot ist Teilhabe am Leib Christi. In der Feier verkündet die Gemeinde den Tod des Herrn; wer unwürdig vom Brot isst und aus dem Kelch trinkt, macht sich am Leib und am Blut des Herrn schuldig. Die Eucharistie verbindet die Glieder mit Christus und untereinander und ist Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens.

Alle sollen eins sein … damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.

Auszug aus Joh 17,21 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus betet für die Einheit der Glaubenden in ihm und im Vater.

Joh 17,20–23: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 3: und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens!

Vers 4: Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung:

Vers 5: ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,

Vers 6: ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

Auszug aus Eph 4,3–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Ein Leib, ein Geist, ein Herr, ein Glaube und eine Taufe gehören zusammen.

Eph 4,3–6: Zusammenhang und Übersetzung

Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?

Auszug aus 1 Kor 10,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Kelch und das Brot der Eucharistie werden als Teilhabe am Blut und Leib Christi beschrieben.

1 Kor 10,16–21: Zusammenhang und Übersetzung

Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.

Auszug aus 1 Kor 11,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Gemeinde verkündet im Mahl den Tod des Herrn und soll den Leib unterscheiden.

1 Kor 11,26–29: Zusammenhang und Übersetzung

Die frühen Zeugnisse bestätigen, dass Einheit, Bischofsamt, Taufe, Sonntagsversammlung und Eucharistie früh zusammengehören. Damit wird die Kirche als sichtbare Gemeinschaft im apostolischen Glauben, im geordneten Dienst und im sakramentalen Leben erkennbar. Diese apostolische Gestalt der Kirche umfasst die apostolische Lehre, die Weitergabe des Amtes, Schrift und Überlieferung, die Eucharistie und das gemeinsame Beraten und Entscheiden in konziliarer Gestalt. Jede spätere dogmatische Präzisierung erhält ihre eigene biblische und apostolische Begründung und führt die empfangene Wirklichkeit in klarerer Sprache weiter.

Innerhalb dieser apostolischen Gestalt steht der Dienst des Petrus, an dem sich die Frage nach der vollen Einheit der Kirche entscheidet. Jesus spricht Simon Petrus persönlich an, verheißt den Bau seiner Kirche auf diesem Felsen und verheißt ihm die Schlüssel. Er betet besonders für Petrus, dass sein Glaube nicht erlischt, und beauftragt ihn, nach seiner Umkehr die Brüder zu stärken. Der Auferstandene trägt ihm wiederholt auf, die Lämmer und Schafe Christi zu weiden. Diese Worte umschreiben einen besonderen Dienst des Petrus innerhalb des apostolischen Kollegiums: Er dient dem Glauben und der Einheit der Brüder und trägt besondere Sorge für die Herde Christi.

Vers 18: Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Vers 19: Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 16,18–19 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus spricht Simon Petrus persönlich an, verheißt den Bau seiner Kirche auf diesem Felsen und verheißt ihm die Schlüssel.

Mt 16,18–19: Zusammenhang und Übersetzung

Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du wieder umgekehrt bist, dann stärke deine Brüder!

Auszug aus Lk 22,31–32 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus betet besonders für Petrus und beauftragt ihn, seine Brüder zu stärken.

Lk 22,31–32: Zusammenhang und Übersetzung

Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! … Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! … Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

Auszug aus Joh 21,15–17 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Auferstandene beauftragt Petrus wiederholt, seine Lämmer und Schafe zu weiden.

Joh 21,15–17: Zusammenhang und Übersetzung

Die katholische Lehre versteht diesen Petrusdienst als bleibend, weil Christus den Primat in Petrus und seinen Nachfolgern gestiftet hat. Der Bischof von Rom ist als Nachfolger des Petrus gegenüber den Bischöfen sichtbares Prinzip und Fundament der Einheit; Pastor aeternus, Kapitel 3, definiert für ihn die volle, höchste und unmittelbare Jurisdiktion, in Verbindung mit der Lehre von Lumen gentium 22–23 und dem Katechismus der Katholischen Kirche 880–882. Die biblischen Petrusworte werden mit apostolischer Sukzession, bischöflicher Kontinuität, der Einheit der Kirche und dem frühen Zeugnis für die besondere Bedeutung Roms verbunden. Chalcedon, Rom und die universale Lehrautorität führen die Frage universaler Einheit weiter aus. Diese Wirklichkeit bleibt dienend auf Christus hingeordnet und berührt deshalb den Kern des Glaubens: Sie fragt, wo der Glaubende Christus begegnet und in welcher Gemeinschaft er Heimat findet.

Diese Kirche ist sichtbar versammelt, durch die Entscheidung der Apostel verbindlich gelehrt, in geordnetem apostolischem Dienst geleitet, in Überlieferung und Kanon bewahrt und im sakramentalen Leben gegenwärtig. Die Kirche empfängt von Christus ihre Kraft und bleibt ganz auf ihn hingeordnet. Darum bilden Amt, Überlieferung, Einheit und Sakramente keine voneinander gelösten Merkmale, sondern die geschichtliche Gestalt der einen Sendung, die Christus seiner Kirche anvertraut hat.

Quellen zu dieser Frage 2

Die Zeugnisse greifen ineinander und tragen gemeinsam eine einzige Wirklichkeit: die Kirche als die konkrete Gemeinschaft, in der Christus seine Sendung durch die Geschichte führt — sichtbar versammelt, durch die Entscheidung der Apostel verbindlich gelehrt, im apostolischen Dienst geordnet weitergegeben, in Überlieferung und Kanon bewahrt und sakramental gegenwärtig.

So erkennt die Kirche in den biblischen und frühchristlichen Zeugnissen ihre eigene apostolische Gestalt: eine sichtbare Gemeinschaft in der apostolischen Lehre, mit der Weitergabe des Amtes, mit Schrift und Überlieferung, mit der Eucharistie und mit konziliarem Leben, also dem gemeinsamen Beraten und Entscheiden. Ein solches Verständnis der Kirche mit Bischofsamt, Eucharistie und Konzilien vertreten auch die orthodoxen Kirchen, die orientalisch-orthodoxen Kirchen und die Assyrische Kirche des Ostens; bei den Kirchen des Ostens erkennt die katholische Kirche die apostolische Sukzession, das Priestertum und die Eucharistie an (UR 15). Auch Anglikaner und Altkatholiken berufen sich auf das Bischofsamt; die anglikanischen Weihen hat Leo XIII. für ungültig erklärt (Apostolicae curae, 1896).

Der Petrusdienst steht am Ende des gezeigten Weges: In der Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri besteht die eine Kirche Christi mit allen von ihm eingesetzten Elementen fort (LG 8); Chalcedon, wo die Kirche die Frage universaler Einheit verhandelte, Rom und die universale Lehrautorität führen diese Gestalt weiter aus.

Im Gefüge der Glaubenswahrheiten hat diese Wirklichkeit ihren dienenden Rang: Sie steht ganz auf Christus hin und empfängt von ihm ihre Kraft. Darum berührt die Frage nach der Kirche den Kern des Glaubens; sie fragt, wo der Glaubende Christus selbst begegnet und wie er in dieser Gemeinschaft Heimat findet.

Weiterführende Erklärungen

Christus sammelt eine sichtbare und bleibende KircheDirekter positiver Beleg

Christus sammelt eine sichtbare und bleibende Kirche. Damit diese Gemeinschaft in Lehrfragen nicht auseinanderfällt, entscheiden die Apostel verbindlich und übermitteln ihren Beschluss den Gemeinden.

Eine Entscheidung der Apostel, die die Gemeinden erreichtDirekter positiver Beleg

Die apostolische Entscheidung verpflichtet die Gemeinden. Damit diese Vollmacht die Zeiten überdauert, wird der apostolische Dienst geordnet weitergegeben.

Der apostolische Dienst wird geordnet weitergegebenUnterstützender positiver Beleg

Der Dienst wird durch Handauflegung und Einsetzung weitergegeben. Neben dem Amt trägt die Kirche die apostolische Überlieferung, in der sie Schrift und mündliche Lehre bewahrt.

Die apostolische Überlieferung wird öffentlich bewahrtUnterstützender positiver Beleg

Überlieferung und Kanon halten den Glauben fest. In der Einheit von apostolischem Glauben, geordnetem Dienst und sakramentalem Leben wird die Kirche als konkrete Wirklichkeit sichtbar.

Einheit und sakramentales Leben bilden eine kirchliche WirklichkeitUnterstützender positiver Beleg

Einheit und sakramentales Leben tragen die Kirche. Am Ende steht die Frage, die die katholische Gestalt von anderen unterscheidet: der Petrusdienst, der die Brüder stärkt und die Herde hütet.

Der Petrusdienst markiert die spezifisch katholische FrageUnterstützender positiver Beleg

Können nicht auch Konzilien und Bischöfe irren?

Der Einwand

Eine sichtbare Kirche mit Ämtern und gemeinsamer Beratung bestreitet der Einwand nicht, wohl aber eine bleibende unfehlbare Lehrvollmacht: Die Verheißung, der Geist werde in der ganzen Wahrheit leiten (Joh 16,13), galt den Aposteln; ihre Nachfolger sind nicht in gleicher Weise vor Irrtum bewahrt. Alle Synoden und Konzilien seit der Zeit der Apostel können irren, und viele haben geirrt; darum sind sie nicht Norm des Glaubens (Westminster-Bekenntnis, Kap. XXXI).

Die Antwort der Kirche

Die BegriffUnfehlbarkeitUnfehlbarkeit ist die von Christus geschenkte Gabe, durch die die Kirche in Fragen des Glaubens und der Sitten vor Irrtum bewahrt wird; auch der Glaubenssinn des ganzen Gottesvolkes hat an ihr teil (LG 12; KKK 889). Unfehlbar lehren der Papst, wenn er als oberster Hirte aller Gläubigen eine Lehre über Glauben oder Sitten in einem endgültigen Akt verkündet, und die Bischöfe in Gemeinschaft mit ihm, wenn sie eine Lehre übereinstimmend als endgültig verpflichtend vorlegen, besonders auf einem ökumenischen Konzil (LG 25; KKK 890–891). Unfehlbarkeit bedeutet weder Sündlosigkeit noch neue Offenbarung und gilt nicht für jede Äußerung eines Papstes oder Bischofs.Glossareintrag öffnen , die die BegriffKircheDie Kirche ist das von Christus gerufene Volk Gottes und sein Leib, zugleich sichtbare, hierarchisch geordnete Gemeinschaft und geistliche Wirklichkeit. Die eine Kirche Christi, die im Glaubensbekenntnis als eine, heilige, katholische und apostolische bekannt wird, ist verwirklicht in der katholischen Kirche, die vom Nachfolger Petri und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird. Auch außerhalb ihres sichtbaren Gefüges finden sich vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit, die zur katholischen Einheit hindrängen (LG 8; KKK 816, 819).Glossareintrag öffnen lehrt, hat einen genau bestimmten Ort. Einzelne Bischöfe besitzen sie nicht, und Amtsträger können sündigen und in anderen Urteilen irren. Unfehlbar lehren die Bischöfe in Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri, vor allem auf einem Ökumenischen BegriffKonzilEin Konzil ist eine Versammlung von Bischöfen zu Fragen des Glaubens und der kirchlichen Ordnung, wobei ein ökumenisches Konzil nur gemeinsam mit dem Papst höchste Lehrautorität ausübt.Glossareintrag öffnen , und der BegriffPapstDer Papst ist der Bischof von Rom und Nachfolger des heiligen Petrus, das immerwährende und sichtbare Prinzip und Fundament der Einheit von Bischöfen und Gläubigen (LG 23). Als Hirte der ganzen Kirche hat er kraft seines Amtes die volle, höchste und allgemeine Vollmacht über die Kirche (LG 22; KKK 882) und lehrt unter genau bestimmten Bedingungen unfehlbar. Diese Lehre über seinen Primat und sein unfehlbares Lehramt hat das Erste Vatikanische Konzil definiert; das Zweite Vatikanische Konzil legt sie allen Gläubigen erneut fest zu glauben vor (LG 18).Glossareintrag öffnen , wenn er als oberster Hirt und Lehrer eine Lehre über Glauben oder Sitten in einem endgültigen Akt verkündet; diese Unfehlbarkeit reicht so weit wie die Hinterlage der göttlichen Offenbarung (LG 25; KKK 891). Lehren, die nicht endgültig vorgelegt werden, verlangen religiösen Gehorsam des Willens und des Verstandes, der sich von der Glaubenszustimmung unterscheidet (KKK 892).

Der Grund liegt nicht in der Qualität der Amtsträger, sondern in der Verheißung Christi an seine bleibende Kirche: Die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen (Mt 16,18), er ist mit ihr alle Tage bis zum Ende der Welt (Mt 28,20), und der Beistand soll für immer bei ihr bleiben und sie in der ganzen Wahrheit leiten (Joh 14,16; 16,13). Darum nennt die Schrift die Kirche Säule und Fundament der Wahrheit (1 Tim 3,15), und Christus lässt sie an seiner eigenen Unfehlbarkeit teilhaben, damit sie im überlieferten Glauben bleibt (KKK 889). Das BegriffLehramtDas Lehramt ist der Auftrag, das geschriebene oder überlieferte Wort Gottes verbindlich auszulegen. Christus hat ihn den Bischöfen in Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri, dem Bischof von Rom, anvertraut; sie üben ihn in seinem Namen aus (DV 10; KKK 85). Das Lehramt steht nicht über dem Wort Gottes, sondern dient ihm, indem es nur lehrt, was überliefert ist.Glossareintrag öffnen steht dabei nicht über dem Wort Gottes, sondern dient ihm und lehrt nichts, als was überliefert ist (DV 10). Wie dieser Dienst von den Aposteln an ihre Nachfolger übergeht, zeigt der Lesepfad bei der Apostolizität der Kirche.

Was andere Christen dazu glauben

Die christlichen Traditionen vergleichen

Katholisch

Offizielle Lehrposition
Christus hat seiner Kirche eine sichtbare Gestalt mit verbindlichem Lehramt gegeben. Die eine Kirche Christi ist in der katholischen Kirche verwirklicht („subsistit in“), auch wenn sich außerhalb ihres Gefüges vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit finden (LG 8).
Offizielle Quelle: Katholisch

Orthodox / byzantinisch

Offizielle Lehrposition
Die Orthodoxe Kirche in Amerika (OCA) beschreibt die Kirche als synodale Gemeinschaft gleichrangiger Bischöfe. Ein Primat dient der Einheit, begründet aber keine Überordnung eines Bischofs über alle anderen.
Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch

Lutherisch

Offizielle Lehrposition
Nach dem Augsburger Bekenntnis ist die Kirche die Versammlung aller Gläubigen, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die Sakramente dem Evangelium gemäß gereicht werden; das genügt zur wahren Einheit der Kirche (Artikel VII). Den Bischöfen steht nach göttlichem Recht zu, Sünden zu vergeben, Lehre zu beurteilen und dem Evangelium widersprechende Lehre zu verwerfen; darin schuldet ihnen die Gemeinde Gehorsam, nicht aber, wenn sie etwas gegen das Evangelium lehren (Artikel XXVIII).
Offizielle Quelle: Lutherisch

Reformiert / calvinistisch

Offizielle Lehrposition
Einzelne Kirchen sind mehr oder weniger rein, je nachdem, wie rein in ihnen das Evangelium gelehrt und angenommen, die Sakramente verwaltet und der öffentliche Gottesdienst gefeiert werden (Westminster-Bekenntnis XXV,4). Alle Synoden und Konzilien seit der Zeit der Apostel können irren; sie sind deshalb nicht Regel des Glaubens, sondern eine Hilfe (XXXI,3).
Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch

Baptistisch

Offizielle Lehrposition
Nach der Baptist Faith and Message (2000) ist eine neutestamentliche Gemeinde eine eigenständige Ortsgemeinde getaufter Gläubiger, die durch einen Bund im Glauben verbunden ist, die zwei Ordnungen Christi hält und unter seiner Herrschaft ihre Angelegenheiten in demokratischen Verfahren ordnet. Zugleich spricht das Neue Testament von der Kirche als Leib Christi, zu dem alle Erlösten aller Zeiten gehören (Artikel VI).
Offizielle Quelle: Baptistisch

Methodistisch / wesleyanisch

Offizielle Lehrposition
Nach Artikel XIII der methodistischen Articles of Religion ist die sichtbare Kirche Christi eine Gemeinde von Gläubigen, in der das reine Wort Gottes gepredigt wird und die Sakramente nach Christi Anordnung in allem, was dazu notwendig gehört, recht verwaltet werden.
Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch

Anglikanisch

Offizielle Lehrposition
Nach Artikel XIX der 39 Artikel der Kirche von England ist die sichtbare Kirche Christi eine Gemeinde von Gläubigen, in der das reine Wort Gottes gepredigt wird und die Sakramente nach Christi Anordnung recht verwaltet werden. Ihre Amtsträger handeln nicht im eigenen Namen, sondern in Christi Auftrag und Vollmacht; darum hebt ihre Unwürdigkeit die Wirkung der Sakramente nicht auf (Artikel XXVI).
Offizielle Quelle: Anglikanisch
Lehrpositionen aus offiziellen Quellen sowie, wo gesondert belegt, heutige Praxis und innerkonfessionelle Unterschiede
TraditionOffizielle LehrpositionQuelle
KatholischChristus hat seiner Kirche eine sichtbare Gestalt mit verbindlichem Lehramt gegeben. Die eine Kirche Christi ist in der katholischen Kirche verwirklicht („subsistit in“), auch wenn sich außerhalb ihres Gefüges vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit finden (LG 8).Offizielle Quelle: Katholisch
Orthodox / byzantinischDie Orthodoxe Kirche in Amerika (OCA) beschreibt die Kirche als synodale Gemeinschaft gleichrangiger Bischöfe. Ein Primat dient der Einheit, begründet aber keine Überordnung eines Bischofs über alle anderen.Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch
LutherischNach dem Augsburger Bekenntnis ist die Kirche die Versammlung aller Gläubigen, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die Sakramente dem Evangelium gemäß gereicht werden; das genügt zur wahren Einheit der Kirche (Artikel VII). Den Bischöfen steht nach göttlichem Recht zu, Sünden zu vergeben, Lehre zu beurteilen und dem Evangelium widersprechende Lehre zu verwerfen; darin schuldet ihnen die Gemeinde Gehorsam, nicht aber, wenn sie etwas gegen das Evangelium lehren (Artikel XXVIII).Offizielle Quelle: Lutherisch
Reformiert / calvinistischEinzelne Kirchen sind mehr oder weniger rein, je nachdem, wie rein in ihnen das Evangelium gelehrt und angenommen, die Sakramente verwaltet und der öffentliche Gottesdienst gefeiert werden (Westminster-Bekenntnis XXV,4). Alle Synoden und Konzilien seit der Zeit der Apostel können irren; sie sind deshalb nicht Regel des Glaubens, sondern eine Hilfe (XXXI,3).Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch
BaptistischNach der Baptist Faith and Message (2000) ist eine neutestamentliche Gemeinde eine eigenständige Ortsgemeinde getaufter Gläubiger, die durch einen Bund im Glauben verbunden ist, die zwei Ordnungen Christi hält und unter seiner Herrschaft ihre Angelegenheiten in demokratischen Verfahren ordnet. Zugleich spricht das Neue Testament von der Kirche als Leib Christi, zu dem alle Erlösten aller Zeiten gehören (Artikel VI).Offizielle Quelle: Baptistisch
Methodistisch / wesleyanischNach Artikel XIII der methodistischen Articles of Religion ist die sichtbare Kirche Christi eine Gemeinde von Gläubigen, in der das reine Wort Gottes gepredigt wird und die Sakramente nach Christi Anordnung in allem, was dazu notwendig gehört, recht verwaltet werden.Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch
AnglikanischNach Artikel XIX der 39 Artikel der Kirche von England ist die sichtbare Kirche Christi eine Gemeinde von Gläubigen, in der das reine Wort Gottes gepredigt wird und die Sakramente nach Christi Anordnung recht verwaltet werden. Ihre Amtsträger handeln nicht im eigenen Namen, sondern in Christi Auftrag und Vollmacht; darum hebt ihre Unwürdigkeit die Wirkung der Sakramente nicht auf (Artikel XXVI).Offizielle Quelle: Anglikanisch
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37 Bibelstellen · Kirche

Was die Schrift selbst sagt

Alle Bibelstellen dieses Themas im Wortlaut, geordnet nach den Fragen, für die sie zeugen. Jede führt zu ihrer Erklärung.

Sichtbare Kirche

Mt 18,17–18Ein Konflikt soll der Kirche vorgetragen werden

Jesus weist einen ungelösten Konflikt an die Kirche und spricht ihr die Vollmacht des Bindens und Lösens zu. Die Kirche versteht diese sichtbare, ansprechbare Gemeinschaft als Trägerin verbindlicher Entscheidungen unter Christus.

Bibeltext

Vers 17: Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde! Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.

Vers 18: Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 18,17–18 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Dtn 17,8–10Ein Konflikt soll der Kirche vorgetragen werden

Für Streitfälle, die vor Ort nicht zu entscheiden sind, verweist das Deuteronomium an die levitischen Priester und den Richter an der erwählten Stätte; ihr Spruch ist zu halten. Israel kennt damit eine verbindliche Instanz für strittige Fragen.

Bibeltext

Wenn bei einem Verfahren wegen Mord, Eigentumsdelikt oder Körperverletzung - also wegen Streitsachen, über die in deinen Stadtbereichen entschieden werden darf - der Fall für dich zu ungewöhnlich liegt, dann sollst du dich aufmachen, zu der Stätte hinaufziehen, die der HERR erwählen wird, und vor die levitischen Priester und den Richter treten, der dann amtiert. Du sollst genaue Ermittlungen anstellen lassen und sie sollen dir den Urteilsspruch verkünden. Dann sollst du dich an den Wortlaut des Spruchs halten, den sie dir an dieser Stätte, die der HERR erwählen wird, verkünden, und du sollst alles, was sie dich lehren, genau bewahren und es halten.

Dtn 17,8–10 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Mt 23,2–3Ein Konflikt soll der Kirche vorgetragen werden

Jesus erkennt die Lehrautorität derer an, die auf dem Stuhl des Mose sitzen, und tadelt zugleich ihre Taten. Die Verbindlichkeit der Lehre hängt am Amt, nicht an der persönlichen Heiligkeit des Amtsträgers.

Bibeltext

Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und die Pharisäer. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach ihren Taten; denn sie reden nur, tun es aber nicht.

Mt 23,2–3 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Lk 10,16Die Gesandten Christi handeln in seiner Sendungsautorität

Jesus erklärt, dass derjenige, der seine Gesandten hört, ihn selbst hört, und wer sie verwirft, auch ihn verwirft. Die Kirche versteht darin die verbindliche Bedeutung des apostolischen Auftrags und seiner Weitergabe.

Bibeltext

Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.

Auszug aus Lk 10,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Tim 3,15Die Kirche als Säule und Fundament der Wahrheit

Paulus bezeichnet die Kirche als Säule und Fundament der Wahrheit und überträgt ihr damit öffentliche Verantwortung. Die Kirche versteht ihr Lehramt als Dienst am Wort Gottes, der die apostolische Lehre bewahrt und verbindlich auslegt.

Bibeltext

Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Haus Gottes verhalten muss, welches die Kirche des lebendigen Gottes ist, Säule und Fundament der Wahrheit.

Auszug aus 1 Tim 3,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 4,1Die Kirche als Säule und Fundament der Wahrheit

Paulus beschreibt die Amtsträger als Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes. Ihr Dienst besteht deshalb darin, das von Christus empfangene Glaubensgut treu zu bewahren und weiterzugeben.

Bibeltext

So soll man uns betrachten: als Diener Christi und als Verwalter von Geheimnissen Gottes.

Auszug aus 1 Kor 4,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 15,1–29Wie die Kirche eine Glaubensfrage gemeinsam und verbindlich klärt

Apostel und Älteste beraten in Jerusalem einen Lehrstreit und teilen den Gemeinden ihren gemeinsamen Beschluss als Entscheidung des Heiligen Geistes mit. Die Kirche erkennt darin das biblische Muster einer verbindlichen apostolischen Lehrentscheidung.

Bibeltext

Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge: Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!

Auszug aus Apg 15,28–29 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Dass sie alle eins seien

Joh 17,20–23Eine Kirche in Christus

Jesus betet für alle, die durch das apostolische Wort glauben, und bittet um ihre Einheit, damit die Welt seine Sendung erkennt. Die Kirche versteht diese Einheit als Gabe Christi und bleibenden Auftrag.

Bibeltext

Alle sollen eins sein … damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.

Auszug aus Joh 17,21 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Mt 16,18–19Der Petrusdienst markiert die spezifisch katholische Frage

Auf das Bekenntnis des Simon antwortet Jesus mit der Verheißung: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“; er verspricht ihm die Schlüssel des Himmelreichs und die Vollmacht, zu binden und zu lösen. Die Kirche erkennt darin, dass Christus Petrus zum Felsen seiner Kirche bestimmt, und versteht von hier aus den bleibenden Petrusdienst für die Einheit der ganzen Kirche (KKK 881).

Bibeltext

Vers 18: Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Vers 19: Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 16,18–19 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Eph 4,3–6Eine Kirche in Christus

Paulus verbindet die Einheit des Geistes mit einem Leib, einem Geist, einem Herrn, einem Glauben und einer Taufe. Die Kirche lehrt, dass Christus seine eine Kirche in diesem gemeinsamen Glauben, den Sakramenten und der apostolischen Leitung erhält.

Bibeltext

Vers 3: und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens!

Vers 4: Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung:

Vers 5: ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,

Vers 6: ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

Auszug aus Eph 4,3–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 12,12–27Ein Leib, ein Glaube, eine Taufe

Paulus beschreibt die vielen Christen als einen Leib in Christus, dessen Glieder aufeinander angewiesen sind. Die Kirche lehrt, dass diese Einheit in einem apostolischen Glauben, gemeinsamen Gottesdienst, den Sakramenten und apostolischer Nachfolge sichtbar wird.

Bibeltext

Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm.

Auszug aus 1 Kor 12,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 1,10–13Eine Kirche in Christus

Paulus ruft die Gemeinde zur Einmütigkeit auf und fragt, ob Christus geteilt sei. Die Kirche lehrt, dass Christus seine eine Kirche durch den einen Glauben, die Sakramente und die apostolische Leitung in Einheit hält.

Bibeltext

Vers 10: Ich ermahne euch aber, Brüder und Schwestern, im Namen unseres Herrn Jesus Christus: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid vielmehr eines Sinnes und einer Meinung!

Auslassung im Bibeltext.

Vers 12: Ich meine damit, dass jeder von euch etwas anderes sagt: Ich halte zu Paulus - ich zu Apollos - ich zu Kephas - ich zu Christus.

Vers 13: Ist denn Christus zerteilt? Wurde etwa Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden?

Auszug aus 1 Kor 1,10.12–13 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Eph 5,25–27Heiligkeit aus Christus

Christus liebt die Kirche, gibt sich für sie hin und heiligt sie, damit sie heilig und makellos vor ihm steht. Die Kirche lehrt, dass ihre Heiligkeit aus Christus stammt, während ihre Glieder zur ständigen Erneuerung gerufen bleiben.

Bibeltext

Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, da er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort!

Auszug aus Eph 5,25–26 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Die vier Kennzeichen der Kirche

Mt 12,25Eine Kirche in Christus

Jesus erklärt, dass ein Reich, ein Haus oder eine Stadt durch innere Spaltung nicht bestehen kann. Das Bild unterstreicht im kirchlichen Argument die Bedeutung sichtbarer Einheit und die zerstörerische Kraft dauernder Spaltungen.

Bibeltext

Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden und eine Stadt und eine Familie, die in sich gespalten ist, wird keinen Bestand haben.

Auszug aus Mt 12,25 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 16,4–5Eine Kirche in Christus

Paulus überbringt den Gemeinden die Beschlüsse der Apostel und Ältesten, die sie befolgen sollen; dadurch werden sie im Glauben gestärkt. Die Kirche sieht darin, wie eine apostolische Entscheidung verbindlich an die Gemeinden weitergegeben wird.

Bibeltext

Als sie nun durch die Städte zogen, überbrachten sie ihnen die von den Aposteln und den Ältesten in Jerusalem gefassten Beschlüsse und trugen ihnen auf, sich daran zu halten.

Auszug aus Apg 16,4–5 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Thess 4,3Heiligkeit aus Christus

Paulus nennt die Heiligung ausdrücklich den Willen Gottes für die Glaubenden. Die Kirche lehrt, dass jeder Getaufte zur Heiligkeit und zur Vollkommenheit der Liebe berufen ist.

Bibeltext

Das ist es, was Gott will: eure Heiligung - dass ihr die Unzucht meidet, dass jeder von euch lernt, mit seiner Frau in heiliger und achtungsvoller Weise zu verkehren, nicht in leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen, und dass keiner seinen Bruder bei Geschäften betrügt und übervorteilt, denn all das rächt der Herr, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben.

Auszug aus 1 Thess 4,3–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Petr 2,9Heiligkeit aus Christus

Petrus nennt die Getauften ein auserwähltes Volk, eine königliche Priesterschaft und Gottes besonderes Eigentum. Die Kirche lehrt, dass alle Getauften am Priestertum Christi teilhaben und zugleich ein besonderes Amtspriestertum besteht.

Bibeltext

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde.

Auszug aus 1 Petr 2,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Mt 28,18–20Für alle Völker gesandt

Christus erklärt seine umfassende Vollmacht, sendet die Jünger zu allen Völkern und verheißt ihnen seine Gegenwart bis zum Ende der Zeit. Die Kirche versteht daraus ihren bleibenden missionarischen und apostolischen Auftrag.

Bibeltext

Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Auszug aus Mt 28,19–20 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 1,6–11Für alle Völker gesandt

Jesus wird vor den Aposteln in den Himmel aufgenommen, während Engel seine Wiederkunft ankündigen. Die Kirche versteht die Sendung der Apostel als Auftrag an alle Völker und ihre eigene Katholizität als weltweite, von Christus getragene Sendung.

Bibeltext

Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.

Auszug aus Apg 1,6–11 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Offb 7,9Für alle Völker gesandt

Johannes sieht vor Gottes Thron eine unzählbare Schar aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Sprachen. Die Kirche lehrt, dass ihre Sendung allen Völkern gilt und ihre Katholizität in der Einheit des Gottesvolkes vollendet wird.

Bibeltext

Danach sah ich und siehe, eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen.

Auszug aus Offb 7,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Eph 2,20Aus der Sendung der Apostel

Die Gemeinde ist auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut, und Christus Jesus ist der Eckstein. Der Katechismus nennt den Vers als ersten Grund der Apostolizität der Kirche (KKK 857).

Bibeltext

Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Eckstein ist Christus Jesus selbst.

Eph 2,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Offb 21,14Aus der Sendung der Apostel

Die Mauer des himmlischen Jerusalem hat zwölf Grundsteine mit den Namen der zwölf Apostel des Lammes. Die Apostel bleiben der Grund der Kirche bis in ihre Vollendung.

Bibeltext

Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.

Offb 21,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Joh 20,21–23Aus der Sendung der Apostel

Der Auferstandene sendet die Apostel, haucht ihnen den Heiligen Geist ein und überträgt ihnen die Vollmacht, Sünden zu vergeben oder zu behalten. Die Kirche erkennt darin die biblische Grundlage des Bußsakraments.

Bibeltext

Vers 21: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Vers 22: Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Vers 23: Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Auszug aus Joh 20,21–23 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 1,20–26Aus der Sendung der Apostel

Nach dem Ausscheiden des Judas besetzen die Apostel dessen Amt neu und ordnen die Nachfolge durch Gebet und Losentscheid. Die Kirche erkennt darin ein fortführbares apostolisches Amt und die geordnete Weitergabe kirchlicher Verantwortung.

Bibeltext

Sein Amt soll ein anderer erhalten!

Auszug aus Apg 1,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 14,23Aus der Sendung der Apostel

Auf dem Rückweg durch Lystra, Ikonion und Antiochia setzen die Apostel Paulus und Barnabas in jeder Gemeinde Älteste ein und empfehlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn (Apg 14,14.21–23). Die Kirche sieht darin einen besonderen, von den Aposteln übertragenen Dienst, der dem gemeinsamen Priestertum aller Getauften dient.

Bibeltext

Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten.

Auszug aus Apg 14,23 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Tim 4,14Aus der Sendung der Apostel

Eine geistliche Gabe wird Timotheus im Zusammenhang mit der Handauflegung der Ältesten anvertraut. Die Kirche erkennt darin die Übertragung und Stärkung eines kirchlichen Dienstes innerhalb geordneter apostolischer Gemeinschaft.

Bibeltext

Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten!

Auszug aus 1 Tim 4,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016
2 Tim 1,6Aus der Sendung der Apostel

Paulus erinnert Timotheus an die geistliche Gabe, die durch seine Handauflegung verliehen wurde. Die Kirche sieht darin zusammen mit weiteren Stellen die biblische Grundlage eines geordneten, durch Handauflegung weitergegebenen kirchlichen Dienstes.

Bibeltext

Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist!

Auszug aus 2 Tim 1,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016
2 Tim 2,2Aus der Sendung der Apostel

Paulus gibt die empfangene Lehre an Timotheus weiter, der sie zuverlässigen Lehrern anvertrauen soll. Die Kirche erkennt darin das biblische Grundmuster der Weitergabe, das sie in der apostolischen Nachfolge bewahrt sieht: Die Apostel haben Bischöfe als ihre Nachfolger zurückgelassen und ihnen ihr eigenes Lehramt übergeben (DV 7; KKK 77).

Bibeltext

Was du vor vielen Zeugen von mir gehört hast, das vertraue zuverlässigen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren!

Auszug aus 2 Tim 2,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Tit 1,5Aus der Sendung der Apostel

Titus soll in jeder Stadt Älteste einsetzen und damit die Gemeinden geordnet leiten. Die Kirche versteht diese Einsetzung als biblische Grundlage eines kirchlichen Amtes, das in der apostolischen Sukzession weitergegeben wird.

Bibeltext

Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst und in den einzelnen Städten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe, wenn einer unbescholten und Mann einer einzigen Frau ist, mit gläubigen Kindern, die nicht unter dem Vorwurf der Liederlichkeit stehen oder ungehorsam sind.

Auszug aus Tit 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Die eine Kirche in Lehre, Amt und Sakrament

Apg 2,1–4Christus sammelt eine sichtbare und bleibende Kirche

Am Pfingsttag erfüllt der Heilige Geist die versammelten Jünger, die in fremden Sprachen Gottes große Taten verkünden. Die Kirche erkennt darin Christi Stiftung einer sichtbaren Gemeinschaft mit gemeinsamem Glauben, Lehre und sakramentalem Leben.

Bibeltext

Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

Auszug aus Apg 2,1–4 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Eph 4,11–16Der apostolische Dienst wird geordnet weitergegeben

Christus gibt seiner Kirche Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zum Dienst zugerüstet werden und der Leib Christi wächst. Die Kirche erkennt darin verschiedene geordnete Dienste zum Aufbau der Einheit.

Bibeltext

Und er setzte die einen als Apostel ein, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer.

Auszug aus Eph 4,11 · EÜ 2016 · © KBA 2016
2 Thess 2,15Die apostolische Überlieferung wird öffentlich bewahrt

Paulus fordert die Gemeinde auf, an den mündlich und schriftlich überlieferten apostolischen Lehren festzuhalten. Die Kirche versteht darin die gemeinsame Bedeutung von Heiliger Schrift und lebendiger apostolischer Überlieferung.

Bibeltext

Seid also standhaft, Brüder und Schwestern, und haltet an den Überlieferungen fest, in denen wir euch unterwiesen haben, sei es mündlich, sei es durch einen Brief!

Auszug aus 2 Thess 2,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 11,2Die apostolische Überlieferung wird öffentlich bewahrt

Paulus lobt die Gemeinde, weil sie an den Überlieferungen festhält, die er ihr anvertraut hat. Die Kirche sieht darin den Auftrag, den apostolischen Glauben als empfangene Gabe treu zu bewahren und weiterzugeben.

Bibeltext

Ich lobe euch, dass ihr in allem an mich denkt und an den Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch übergeben habe.

Auszug aus 1 Kor 11,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 10,16–21Einheit und sakramentales Leben bilden eine kirchliche Wirklichkeit

Paulus nennt Kelch und Brot eine wirkliche Teilhabe am Blut und Leib Christi und stellt den Tisch des Herrn anderen Opfermahlzeiten gegenüber. Die Kirche sieht darin die biblische Grundlage für die Eucharistie als Gemeinschaft mit Christus und seinem Opfer.

Bibeltext

Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?

Auszug aus 1 Kor 10,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 11,26–29Einheit und sakramentales Leben bilden eine kirchliche Wirklichkeit

Paulus erinnert die Gemeinde in Korinth an die Feier des Herrenmahls: Sooft sie von diesem Brot isst und aus dem Kelch trinkt, verkündet sie den Tod des Herrn, bis er kommt; wer unwürdig isst und trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn, und wer isst und trinkt, ohne den Leib zu unterscheiden, zieht sich das Gericht zu. Die Kirche lehrt, dass Christi Leib und Blut im Sakrament wirklich gegenwärtig sind und ein unwürdiger Empfang den Menschen schuldig macht.

Bibeltext

Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.

Auszug aus 1 Kor 11,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Lk 22,31–32Der Petrusdienst markiert die spezifisch katholische Frage

Jesus sagt Petrus, dass er für ihn gebetet hat, damit sein Glaube nicht erlischt, und beauftragt ihn, nach seiner Umkehr die Brüder zu stärken. Die Kirche erkennt darin eine besondere Verantwortung des Petrus für den Glauben seiner Brüder.

Bibeltext

Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du wieder umgekehrt bist, dann stärke deine Brüder!

Auszug aus Lk 22,31–32 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Joh 21,15–17Der Petrusdienst markiert die spezifisch katholische Frage

Der auferstandene Christus beauftragt Petrus, seine Lämmer und Schafe zu weiden. Die Kirche versteht darin den besonderen Petrusdienst, der unter Christus der Einheit der ganzen Kirche dient.

Bibeltext

Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! … Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! … Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

Auszug aus Joh 21,15–17 · EÜ 2016 · © KBA 2016
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Wie die Kirche diese Frage durch die Jahrhunderte bezeugt

Kirchenväter, Konzilien und Kirchenlehrer zeigen, wie Christen die Schrift zu dieser Frage gelesen und gelebt haben. Ihr Wortlaut steht jeweils bei der Frage, die er stützt.

Jede Frage zu Kirche einzeln geprüft

Jeder Schritt prüft eine Bibelstelle genau: was sie sagt, was sie zum Argument beiträgt und welcher Einwand sich an ihr festmacht.

Die Begriffe dieses Themas kurz erklärt

Betrachten und beten

Woran lässt sich verbindliche kirchliche Lehre von persönlicher Meinung unterscheiden?

Heiliger Geist, bewahre deine Kirche in der Wahrheit. Gib ihren Lehrern Klarheit, ihren Hirten Treue und allen Christen ein hörendes Herz. Amen.