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Bibelstelle · EÜ 2016

1 Tim 3,15

Paulus bezeichnet die Kirche als Säule und Fundament der Wahrheit und überträgt ihr damit öffentliche Verantwortung. Die Kirche versteht ihr Lehramt als Dienst am Wort Gottes, der die apostolische Lehre bewahrt und verbindlich auslegt.

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Auszug

Auszug aus 1 Tim 3,15

Bibeltext

Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Haus Gottes verhalten muss, welches die Kirche des lebendigen Gottes ist, Säule und Fundament der Wahrheit.

Auszug aus 1 Tim 3,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016

In den Themen

Warum diese Stelle hier wichtig ist

Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.

  1. Direkter BelegSchritt 3 von 4

    Die Kirche als Säule und Fundament der Wahrheit

    Die Stelle gibt der Kirche eine öffentliche Verantwortung für die Wahrheit.

  2. Starker GesamtbefundSchritt 3 von 3

    Die Lehre wird öffentlich weitergegeben

    Stützt die Kirche als öffentliche Trägerin und Zeugnisinstanz der Wahrheit.

  3. Direkter BelegSchritt 2 von 2

    Die Kirche als Säule und Fundament der Wahrheit

    Der Text weist der sichtbaren Kirche eine tragende Verantwortung für die Wahrheit zu.

  4. Starker GesamtbefundSchritt 2 von 6

    Der Kanon wird in der apostolischen Kirche empfangen

    Baustein für die Kirche als öffentliche Zeugnisinstanz; nächste Prämisse: Apg 15.

  5. Starker GesamtbefundSchritt 1 von 5

    Eine Kirche in Christus

    Die Stelle verbindet kirchliche Einheit mit einer öffentlichen Wahrheitsverantwortung.

  6. Starker GesamtbefundSchritt 6 von 6

    Wie die Kirche den Kanon erkennt

    Baustein für öffentliche Verbindlichkeit; nächste Prämisse: 2 Tim 3,16.

  7. Starker GesamtbefundSchritt 4 von 6

    Die apostolische Überlieferung wird öffentlich bewahrt

    Die Stelle gibt der Kirche eine öffentliche Rolle beim Bewahren und Bezeugen des Glaubens.

  8. Starker GesamtbefundSchritt 5 von 5

    Die Kirche trägt das Wort amtlich weiter

    Stützt die Kirche als amtliche Trägerin und öffentliche Bewahrerin des Wortes.

Verwandte Bibelstellen

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.

  • Kirchenlehrerca. 180

    Irenäus von Lyon

    Irenäus von Lyon beschreibt um 180 in Adversus haereses III,4,1–2 die von den Aposteln an die Kirchen übergebene Ordnung der Überlieferung.

    Wenn die Apostel uns keine Schriften hinterlassen hätten, müsste man dann nicht der Ordnung der Überlieferung folgen, die sie denen anvertrauten, denen sie die Kirchen übergaben? Dieser Ordnung stimmen viele Völker unter den Barbaren zu, die an Christus glauben und die Rettung durch den Geist ohne Papier und Tinte in ihren Herzen tragen.

    Gegen die Häresien, Buch III, Kapitel 4 · Adversus haereses III,4,1–2 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Apostolische Überlieferung wird den Kirchen anvertraut und auch ohne schriftliche Texte von vielen glaubenden Völkern aufgenommen.

    Die Grenze: Die Stelle selbst argumentiert mit der Ordnung der Überlieferung; die von den Aposteln eingesetzten Bischöfe und ihre Nachfolger zählt Irenäus im unmittelbar vorausgehenden Kapitel auf (III,3,1).

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Irenäus verteidigt die öffentliche apostolische Überlieferung gegen geheime gnostische Lehren. Er beschreibt die Kirche als Schatzkammer, in die die Apostel die ganze Wahrheit gelegt haben, verweist im Streitfall auf die ältesten apostolischen Kirchen und fragt dann, wie die Kirche handeln müsste, wenn die Apostel keine Schriften hinterlassen hätten; als Beispiel nennt er Völker, die den Glauben ohne Papier und Tinte bewahren.

    Historischer Text

    Die Wahrheit kann man leicht von der Kirche empfangen, denn die Apostel haben wie in eine reiche Schatzkammer alles in größter Fülle in sie hineingelegt, was zur Wahrheit gehört, sodass jeder, der will, aus ihr den Trank des Lebens schöpfen kann. […] Wie aber, wenn auch nur über eine geringe Frage Streit entstünde: Müsste man dann nicht auf die ältesten Kirchen zurückgehen, in denen die Apostel gewirkt haben, und von ihnen in der strittigen Frage das Sichere und Klare empfangen? Wenn die Apostel uns keine Schriften hinterlassen hätten, müsste man dann nicht der Ordnung der Überlieferung folgen, die sie denen anvertrauten, denen sie die Kirchen übergaben? Dieser Ordnung stimmen viele Völker unter den Barbaren zu, die an Christus glauben und die Rettung durch den Geist ohne Papier und Tinte in ihren Herzen tragen. Sie bewahren die alte Überlieferung sorgfältig und glauben an den einen Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Christus Jesus, den Sohn Gottes. Obwohl ihre Sprache verschieden ist, bleibt die Überlieferung dieselbe; durch diese alte Überlieferung der Apostel bewahren sie ihren Glauben.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Irenäus beschreibt apostolische Überlieferung als öffentliche, kirchlich anvertraute und über verschiedene Völker hinweg erkennbare Glaubensordnung. Sein Argument richtet sich gegen geheime Sonderlehren.

    Quelle
    Gegen die Häresien, Buch III, Kapitel 4 · Adversus haereses III,4,1–2
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus der lateinischen Überlieferung; verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1885). Die lateinische Überlieferung und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Irenäus von Lyon
  • Kirchenlehrerca. 375

    Basilius der Große

    Basilius unterscheidet schriftlich überlieferte Lehren und kirchliche Überlieferungen, die er apostolisch verortet.

    Von den bewahrten Lehren und Einrichtungen in der Kirche nehmen wir einige aus der schriftlichen Überlieferung, andere haben wir — von der apostolischen Überlieferung geheimnisvoll übergeben — im Glauben empfangen. Beide haben dieselbe Kraft für die Frömmigkeit, und niemand widerspricht ihnen, der auch nur ein wenig Erfahrung mit kirchlichen Angelegenheiten hat.

    Über den Heiligen Geist · De Spiritu Sancto 27,66–67 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Eine selbstverständliche Unterscheidung zwischen schriftlicher und ungeschriebener apostolischer Überlieferung.

    Die Grenze: Nicht jeder Brauch, den Basilius nennt, gehört zum unveränderlichen Glaubensgut; die Kirche unterscheidet die apostolische Überlieferung von kirchlichen Traditionen, die sie unter der Leitung des Lehramtes beibehalten, abändern oder aufgeben kann (KKK 83).

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Basilius verteidigt in De Spiritu Sancto die Gottheit des Heiligen Geistes und begründet dabei, dass die Kirche neben den schriftlich überlieferten Lehren nicht-schriftliche apostolische Überlieferungen bewahrt.

    Historischer Text

    Von den bewahrten Lehren und Einrichtungen in der Kirche nehmen wir einige aus der schriftlichen Überlieferung, andere haben wir — von der apostolischen Überlieferung geheimnisvoll übergeben — im Glauben empfangen. Beide haben dieselbe Kraft für die Frömmigkeit, und niemand widerspricht ihnen, der auch nur ein wenig Erfahrung mit kirchlichen Angelegenheiten hat. Denn wollten wir die ungeschriebenen Bräuche verwerfen, als hätten sie nur geringe Bedeutung, so würden wir unversehens das Evangelium in seinen Hauptpunkten verletzen.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Basilius nennt liturgische Gebete, die Segnung von Taufwasser und Chrisam sowie das dreimalige Untertauchen bei der Taufe als ungeschriebene apostolische Überlieferung. Er unterscheidet sie von der Schrift und schreibt beiden dieselbe Kraft für die Frömmigkeit zu.

    Quelle
    Über den Heiligen Geist · De Spiritu Sancto 27,66–67
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Reihe Nicene and Post-Nicene Fathers (1895). Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zu dieser englischen Übersetzung.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Basilius der Große
Quellen und HinweiseKKK 748–975 · KKK 74–100 · KKK 65–67, 84–95, 232–267, 464–469, 888–892

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Lumen gentiumLG 18–29Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Apostolisches Amt und Bischöfe.

  • Dei VerbumDV 10Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Lehramt als Diener des Wortes Gottes.

  • Dei VerbumDV 7–10Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Gemeinsamer Ursprung und Überlieferung der Offenbarung.

  • Dei VerbumDV 4, 7–10Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Offenbarung, apostolische Überlieferung und Lehramt.

  • Lumen gentiumLG 25Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Grenzen und Träger der kirchlichen Unfehlbarkeit.

  • Lehrmäßiger Kommentar zur Professio fideiNr. 5–11Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Unterscheidung der lehramtlichen Verbindlichkeitsstufen.

  • Dei VerbumDV 7–10, 21Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Schrift in apostolischer Überlieferung und Kirche.

  • Codex des Kanonischen Rechtes: Dienst am Wort GottesCIC can. 747 §1Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Geltendes Kirchenrecht zum anvertrauten Glaubensgut und zum Auftrag der Kirche.

  • Codex des Kanonischen Rechtes: HomilieCIC can. 767Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Geltendes Kirchenrecht zur Homilie als Teil der Liturgie und zur Zuständigkeit von Priester und Diakon.

Fachdokumente und Studien

  • Das jüdische Volk und seine Heilige Schrift in der christlichen BibelNr. 16–18Sekundäranalyse · Offizielle kirchliche Quelle

    Offizielle historische Studie zur Entwicklung jüdischer und christlicher Schriftensammlungen.

  • Luther Bible 1534Apocrypha sectionSekundäranalyse · Wissenschaftliche Sekundärquelle

    Die vollständige Lutherbibel von 1534 druckt die deuterokanonischen Bücher gesondert als Apokryphen und verweigert ihnen denselben kanonischen Rang.

Historische Primärquellen

  • Konzil von Florenz, Cantate DominoDekret für die Jakobiten, 4. Februar 1442 (DH 1334–1336)Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Vor der Reformation bezeugte kirchliche Bestätigung des empfangenen Kanons.

  • Konzil von Trient, Sitzung IV4. Sitzung, 8. April 1546: Dekret über die kanonischen Schriften (DH 1501–1504)Transkription bei Hanover Historical Texts Collection

    Dogmatische Definition des empfangenen katholischen Kanons in der Reformationskontroverse.

  • Festbriefe39Übersetzung · Primärtext / Edition

    Athanasius bietet eine wichtige, aber nicht abschließende Kanonliste.

  • Über die christliche LehreII,8–9Übersetzung · Primärtext / Edition

    Augustinus listet einen breiteren alttestamentlichen Kanon.

  • Gegen die Häresien, Buch IIIIII,3,1–3Übersetzung · Primärtext / Edition

    Irenäus argumentiert mit öffentlicher apostolischer Sukzession und der besonderen Bedeutung Roms.

  • Gegen die Häresien, Buch III, Kapitel 4III,4,1Übersetzung · Primärtext / Edition

    Irenäus begründet die öffentliche apostolische Tradition der Kirche.

Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen

  • Statement of Scriptural and Confessional PrinciplesThe Authority of Scripture; The Lutheran ConfessionsPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Lutherische Position zur höchsten Norm der Schrift und zu Bekenntnissen.

  • Westminster Confession of FaithWCF I.9–10Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Reformierte Position zur Auslegung der Schrift durch die Schrift.

  • Augsburger BekenntnisCA IV, VI, IX, X, XX, XXIVPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle lutherische Bekenntnisquelle zu Rechtfertigung, guten Werken, Taufe, Abendmahl und Messe.

  • Westminster Confession of FaithWCF I.10; XI.1–3; XVI.2,5–6; XXV.1–6; XXXI.1–3Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle reformierte Bekenntnisquelle zu Rechtfertigung, guten Werken, Kirche, Schrift, Synoden und Konzilien.

  • Baptist Faith and Message 2000Articles IV, VIIPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle baptistische Quelle für Heil, Taufe und Herrenmahl.

  • Basis des GlaubensGlaubensbasis 2018Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle gemeinsame evangelikale Glaubensbasis; Einzelgemeinden können abweichen.

  • Statement of Fundamental TruthsArticles 5–7, 12Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle Lehrgrundlage der Assemblies of God; charismatische Gemeinden sind darüber hinaus vielfältig.

  • Articles of ReligionArticles IX–XVIIPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle methodistische Lehrquelle.

  • Articles of ReligionArticles XXV–XXXIPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle anglikanische Bekenntnisquelle; die inneranglikanische Breite bleibt sichtbar.