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Bibelstelle · EÜ 2016

Joh 17,20–23

Jesus betet für alle, die durch das apostolische Wort glauben, und bittet um ihre Einheit, damit die Welt seine Sendung erkennt. Die Kirche versteht diese Einheit als Gabe Christi und bleibenden Auftrag.

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Auszug

Auszug aus Joh 17,20–23

Bibeltext

Alle sollen eins sein … damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.

Auszug aus Joh 17,21 · EÜ 2016 · © KBA 2016

In den Themen

Warum diese Stelle hier wichtig ist

Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.

  1. Starker GesamtbefundSchritt 1 von 5

    Eine Kirche in Christus

    Die Stelle verbindet kirchliche Einheit mit dem öffentlichen Zeugnis für Christus.

  2. Starker GesamtbefundSchritt 5 von 5

    Eine gemeinsame Bekenntnisformel

    Die Stelle trägt das Kennzeichen der Einheit im Credo.

    Ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.

    Auszug aus Joh 17,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016
  3. Starker GesamtbefundSchritt 5 von 6

    Einheit und sakramentales Leben bilden eine kirchliche Wirklichkeit

    Die Stelle begründet die Einheit als sichtbares Zeugnis der Kirche.

  4. Direkter BelegSchritt 1 von 6

    Christus betet um die Einheit aller, die durch das apostolische Wort glauben

    Christus will die Einheit seiner Jünger und verbindet sie mit dem Zeugnis vor der Welt.

  5. Ergänzender BelegSchritt 5 von 6

    Einheit und Wahrheit gehören zusammen

    Die Bitte Jesu zeigt, dass Einheit zur sichtbaren Sendung der Glaubenden gehört. Sie trägt hier den positiven Zusammenhang von Einheit, Christusgemeinschaft und Zeugnis; welche konkrete Lehre wahr ist, muss an den jeweiligen Lehrfragen geprüft werden.

    So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast.

    Auszug aus Joh 17,23 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Verwandte Bibelstellen

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.

  • Kirchenlehrerca. 396/397

    Augustinus

    Augustinus verbindet weltweite Übereinstimmung, Alter, Sukzession vom Sitz Petri und kirchliche Autorität mit dem Zugang zum Evangelium.

    Die Zustimmung der Völker und Nationen hält mich in der Kirche; so auch ihre Autorität, begründet durch Wunder, genährt durch Hoffnung, erweitert durch Liebe, gefestigt durch Alter. Die Sukzession der Priester hält mich, beginnend vom Stuhle des Apostels Petrus, dem der Herr nach seiner Auferstehung auftrug, seine Schafe zu weiden, bis zum gegenwärtigen Episkopat. ... Ich sollte das Evangelium nicht glauben, wenn mich nicht die Autorität der katholischen Kirche dazu bewegt hätte.

    Gegen den „Fundament-Brief“ der Manichäer · Contra epistulam Manichaei 4,5; 5,6 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Augustinus nennt, was ihn in der katholischen Kirche hält: die Zustimmung der Völker, ihre durch das Alter gefestigte Autorität und die Bischofsfolge seit dem Stuhl Petri. Diese Autorität der Kirche hat ihn zum Glauben an das Evangelium bewogen; der Katechismus zitiert diesen Satz (KKK 119).

    Die Grenze: Dass das Evangelium nur gelte, weil die Kirche es sage, behauptet Augustinus damit nicht; die Sukzession vom Sitz Petri dient ihm als historisches Argument gegen die Neuheit Manis.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Augustinus schreibt um 396/397 gegen die Manichäer, die sich mit Manis „Fundament-Epistel“ als wahre Kirche Christi ausgeben. Er zählt die Gründe, die ihn in der katholischen Kirche halten, und wendet sie argumentativ gegen den Neuheitsanspruch Manis.

    Historischer Text

    Die Zustimmung der Völker und Nationen hält mich in der Kirche; so auch ihre Autorität, begründet durch Wunder, genährt durch Hoffnung, erweitert durch Liebe, gefestigt durch Alter. Die Sukzession der Priester hält mich, beginnend vom Stuhle des Apostels Petrus, dem der Herr nach seiner Auferstehung auftrug, seine Schafe zu weiden, bis zum gegenwärtigen Episkopat. ... Ich sollte das Evangelium nicht glauben, wenn mich nicht die Autorität der katholischen Kirche dazu bewegt hätte.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Augustinus verbindet weltweite katholische Übereinstimmung, Alter, Sukzession vom Sitz Petri und kirchliche Autorität mit dem Zugang zum Evangelium — Evangelium und Kirche erscheinen nicht isoliert.

    Quelle
    Gegen den „Fundament-Brief“ der Manichäer · Contra epistulam Manichaei 4,5; 5,6
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Lateinischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Reihe Nicene and Post-Nicene Fathers (1887). Der lateinische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zu dieser englischen Übersetzung.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Augustinus
Quellen und HinweiseKKK 748–975

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Nizäno-Konstantinopolitanisches GlaubensbekenntnisKKK 195Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Der Katechismus ordnet das Bekenntnis den ersten beiden ökumenischen Konzilien von 325 und 381 zu.

  • Lumen gentiumLG 18–29Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Apostolisches Amt und Bischöfe.

  • Unitatis redintegratioUR 1–3, 7, 11Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Einheit, Trennung, heutige Christen, Umkehr und Wahrheit im ökumenischen Dialog.

  • Ut unum sintUUS 6–10, 18–20, 32Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Reale unvollkommene Gemeinschaft und sichtbare volle Gemeinschaft ohne Preisgabe der Wahrheit.

Historische Primärquellen

  • Brief an die Smyrnäer7–8Übersetzung · Primärtext / Edition

    Ignatius verbindet Eucharistie und Inkarnation sowie die legitime Feier mit dem Bischof.

  • Erste Apologie61, 65–67Übersetzung · Primärtext / Edition

    Justin beschreibt Taufe, sonntägliche Eucharistiefeier und den Realitätsanspruch der Gaben.

Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen

  • Westminster Confession of FaithWCF I.10; XI.1–3; XVI.2,5–6; XXV.1–6; XXXI.1–3Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle reformierte Bekenntnisquelle zu Rechtfertigung, guten Werken, Kirche, Schrift, Synoden und Konzilien.