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Bibelstelle · EÜ 2016

Mt 18,17–18

Jesus weist einen ungelösten Konflikt an die Kirche und spricht ihr die Vollmacht des Bindens und Lösens zu. Die Kirche versteht diese sichtbare, ansprechbare Gemeinschaft als Trägerin verbindlicher Entscheidungen unter Christus.

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Auszug

Auszug aus Mt 18,17–18

Bibeltext

Vers 17: Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde! Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.

Vers 18: Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 18,17–18 · EÜ 2016 · © KBA 2016

In den Themen

Warum diese Stelle hier wichtig ist

Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.

  1. Direkter BelegSchritt 1 von 4

    Ein Konflikt soll der Kirche vorgetragen werden

    Die Stelle zeigt, dass die Kirche als sichtbare Gemeinschaft verbindlich urteilen kann.

  2. Starker GesamtbefundSchritt 1 von 3

    Christus sendet seine Kirche und verheißt ihr den Geist

    Der Text stützt die sichtbare Kirche als Instanz, die verbindlich über gemeinschaftliche Fragen urteilt.

  3. Ergänzender BelegSchritt 2 von 3

    Wie Christus seiner Kirche das Binden und Lösen anvertraut

    Die Stelle zeigt, dass die kirchliche Gemeinschaft Verantwortung für Schuld, Wiederherstellung und verbindliche Entscheidungen trägt.

  4. Starker GesamtbefundSchritt 4 von 6

    Wie Christus seiner Kirche Vollmacht zur Wiederherstellung anvertraut

    Die Stelle erweitert die Verantwortung vom besonderen Petrusdienst auf die apostolische Gemeinschaft und ihre Ordnung.

  5. Starker GesamtbefundSchritt 1 von 5

    Eine Kirche in Christus

    Die Stelle zeigt eine sichtbare Gemeinschaft mit verbindlicher Entscheidungsfunktion.

Verwandte Bibelstellen

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.

  • Frühchristliches Zeugnisum 100 (Datierung umstritten)

    Didache

    Die Didache verbindet das Sündenbekenntnis mit der kirchlichen Versammlung und mit dem Gebet in reinem Gewissen.

    In der Kirche sollst du deine Übertretungen bekennen, und du sollst nicht zum Gebet mit einem schlechten Gewissen herantreten. Dies ist der Weg des Lebens.

    Didache · Didache 4,14; 14,1 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Gemeinsames Sündenbekenntnis in der Gemeinde vor dem Gebet als frühe Buß- und Bekenntnispraxis.

    Die Grenze: Wer der Versammlung vorsteht und die Versöhnung zuspricht, sagt die Didache an diesen Stellen nicht; die spätere Einzelbeichte beschreibt sie noch nicht.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Die Didache führt am Ende des Zwei-Wege-Traktats das Bekenntnis der Übertretungen in der Gemeinde als Voraussetzung reinen Gebets an; Kapitel 14 verbindet es mit der sonntäglichen Eucharistiefeier. Die Didache wird meist um das Jahr 100 datiert; der genaue Zeitpunkt ist umstritten.

    Historischer Text

    In der Kirche sollst du deine Übertretungen bekennen, und du sollst nicht zum Gebet mit einem schlechten Gewissen herantreten. Dies ist der Weg des Lebens. ... Am Herrentag aber versammelt euch, brecht Brot und sagt Dank, nachdem ihr zuvor eure Übertretungen bekannt habt, damit euer Opfer rein sei.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Die Didache bezeugt das Sündenbekenntnis als festen Bestandteil der kirchlichen Versammlung und Eucharistie und ist damit einer der frühesten Zeugen kirchlicher Bußpraxis.

    Quelle
    Didache · Didache 4,14; 14,1
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1886). Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Didache
  • Kirchenvaterca. 107–110

    Ignatius von Antiochien

    Ignatius verbindet die Einheit der Gemeinde mit dem Bischof und bezeugt: Wo Jesus Christus ist, dort ist die katholische, also die allumfassende Kirche. Das Zeugnis zeigt die frühe Verbindung von Christusgegenwart, kirchlicher Einheit und geordnetem Dienst.

    Wo immer der Bischof erscheint, dort soll auch die Gemeinde sein; ebenso ist dort, wo Jesus Christus ist, die katholische Kirche.

    Brief an die Smyrnäer · Brief an die Smyrnäer 8,1–2 · Primärtext
    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Ignatius von Antiochien bindet die Eucharistie und das Leben der Gemeinde an den Bischof und verbindet dessen Gegenwart mit der Gegenwart Jesu Christi und der katholischen Kirche.

    Historischer Text

    Folgt alle dem Bischof wie Jesus Christus dem Vater und den Presbytern wie den Aposteln; die Diakone aber achtet wie Gottes Gebot. Niemand tue ohne den Bischof etwas, was die Kirche betrifft. Als gültige Eucharistie gelte die, die unter dem Bischof stattfindet oder unter dem, dem er sie überträgt. Wo immer der Bischof erscheint, dort soll auch die Gemeinde sein; ebenso ist dort, wo Jesus Christus ist, die katholische Kirche. Ohne den Bischof ist es nicht erlaubt zu taufen oder ein Liebesmahl zu feiern. Was immer er billigt, das ist auch Gott wohlgefällig, damit alles, was geschieht, sicher und gültig sei.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Ignatius bezeugt früh den Zusammenhang von Bischof, versammeltem Volk, der Gegenwart Christi, der katholischen Kirche und geordnetem sakramentalem Dienst: Als gültig gilt ihm die Eucharistie, die unter dem Bischof oder durch seinen Beauftragten gefeiert wird.

    Quelle
    Brief an die Smyrnäer · Brief an die Smyrnäer 8,1–2
    Textfassung und Rechte
    Eigene deutsche Übertragung der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (Edition von 1885). Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Ignatius von Antiochien
  • Weitere historische Zeugnisse (1)
    • Kirchenvaterca. 200

      Tertullian

      Tertullian beschreibt die kirchliche Exomologesis als öffentliche Bußhandlung mit Sündenbekenntnis, Genugtuung und Fürbitte der Brüder.

      Diese Handlung, die gewöhnlich mit einem griechischen Namen bezeichnet und ausgesprochen wird, ist die Exomologesis, durch die wir dem Herrn unsere Sünden bekennen — nicht als ob er sie nicht kennte, sondern weil durch das Bekenntnis die Genugtuung geregelt wird, aus dem Bekenntnis die Buße geboren wird, durch die Buße Gott versöhnt wird.

      Über die Buße · De paenitentia 9,2–4 · Primärtext
      Einordnung der Quelle

      Der Text zeigt: Eine zweite, nur einmal mögliche Buße nach der Taufe, die öffentlich vor den Presbytern geleistet wird und die Tertullian bereits mit dem Begriff der Genugtuung (satisfactio) verbindet.

      Die Grenze: Tertullian beschreibt noch nicht die spätere, wiederholbare Einzelbeichte mit Lossprechungsformel; die von ihm bezeugte Buße ist öffentlich und nur einmal möglich.

      Quelle im Zusammenhang lesen

      Worum es hier geht

      Tertullian behandelt in De paenitentia die zweite Bußmöglichkeit nach der Taufe und beschreibt in Kapitel 9 die kirchliche Exomologesis als öffentliche Bußhandlung.

      Historischer Text

      Diese Handlung, die gewöhnlich mit einem griechischen Namen bezeichnet und ausgesprochen wird, ist die Exomologesis, durch die wir dem Herrn unsere Sünden bekennen — nicht als ob er sie nicht kennte, sondern weil durch das Bekenntnis die Genugtuung geregelt wird, aus dem Bekenntnis die Buße geboren wird, durch die Buße Gott versöhnt wird. ... Sie gebietet, das Gebet häufig durch Fasten zu stärken, zu seufzen, zu weinen und Tag und Nacht zum Herrn zu rufen, vor den Presbytern niederzufallen, vor den Lieblingen Gottes die Knie zu beugen und alle Brüder um ihre Fürbitte zu bitten.

      Warum diese Stelle wichtig ist

      Tertullian bezeugt die kirchliche Vermittlung der Vergebung zwischen Taufe und Tod als geordneten Prozess mit Bekenntnis, Genugtuung und Fürbitte der Brüder.

      Quelle
      Über die Buße · De paenitentia 9,2–4
      Textfassung und Rechte
      Eigene Übersetzung aus dem Lateinischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1885). Der lateinische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
      Vollständigen historischen Text öffnen: Tertullian
Quellen und HinweiseKKK 748–975 · KKK 65–67, 84–95, 232–267, 464–469, 888–892 · KKK 1420–1498

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Lumen gentiumLG 18–29Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

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  • Lumen gentiumLG 8, 10–11, 14–15, 18–29, 49–69Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

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  • Konzil von Trient, Sitzung XIVSessio XIV, Kap. VIII–IXTranskription bei Konzil von Trient / Hanover Historical Texts Collection

    Trient erläutert die kirchliche Lehre über Buße und Genugtuung.

  • Indulgentiarum doctrina§§1–2, 5–10; Normen 1–3Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Paul VI. entfaltet biblische Grundlage, kirchliche Entwicklung, Schatz der Kirche und die Definition des Ablasses.

Fachdokumente und Studien

  • Johann Tetzel, Sermon on IndulgencesSermon on Indulgences, ca. 1517Sekundäranalyse · Wissenschaftliche Sekundärquelle

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Historische Primärquellen

Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen

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  • Westminster Confession of FaithWCF XI.1–3; XVI.2,5–6Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Reformierte Bekenntnistexte zu Rechtfertigung, guten Werken und gnadenhaftem Lohn.

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  • Westminster Confession of FaithWCF I.10; XI.1–3; XVI.2,5–6; XXV.1–6; XXXI.1–3Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

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