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Bibelstelle · EÜ 2016

Mt 16,18–19

Auf das Bekenntnis des Simon antwortet Jesus mit der Verheißung: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“; er verspricht ihm die Schlüssel des Himmelreichs und die Vollmacht, zu binden und zu lösen. Die Kirche erkennt darin, dass Christus Petrus zum Felsen seiner Kirche bestimmt, und versteht von hier aus den bleibenden Petrusdienst für die Einheit der ganzen Kirche (KKK 881).

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Auszug

Auszug aus Mt 16,18–19

Bibeltext

Vers 18: Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Vers 19: Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 16,18–19 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Wer hier spricht und in welcher Lage

Im Gebiet von Cäsarea Philippi fragt Jesus seine Jünger zuerst, für wen die Menschen den Menschensohn halten, und dann, für wen sie selbst ihn halten; Simon Petrus antwortet: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ (Mt 16,13–16). Jesus preist ihn selig, weil der Vater im Himmel ihm das offenbart hat, und antwortet mit einer Verheißung, die er in der zweiten Person Singular an Simon richtet (16,17–19). Unmittelbar danach kündigt Jesus zum ersten Mal sein Leiden an und weist den Widerspruch des Petrus scharf zurück (16,21–23).

In den Themen

Warum diese Stelle hier wichtig ist

Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.

  1. Direkter BelegSchritt 1 von 5

    Der Fels und die Schlüssel des Himmelreichs

    Die Stelle bezeugt eine herausgehobene, mit Schlüsselgewalt verbundene Sendung des Petrus im Dienst an der Kirche.

  2. TypologieSchritt 2 von 5

    Der Schlüssel des Hauses David

    Die neutestamentliche Schlüsselverheißung nimmt das Motiv des davidischen Hausverwalters auf und führt es auf den Dienst an Christi Kirche hin.

  3. Starker GesamtbefundSchritt 1 von 3

    Christus sendet seine Kirche und verheißt ihr den Geist

    Der Text trägt den Zusammenhang von kirchlicher Vollmacht, Petrusdienst und der von Christus gestifteten Kirche bei.

  4. Ergänzender BelegSchritt 2 von 3

    Wie Christus seiner Kirche das Binden und Lösen anvertraut

    Die Stelle begründet die besondere Verantwortung des Petrus und der Kirche für verbindliche Ordnung und Zugehörigkeit.

  5. Starker GesamtbefundSchritt 4 von 6

    Wie Christus seiner Kirche Vollmacht zur Wiederherstellung anvertraut

    Die Stelle fügt sich in das biblische Gesamtzeugnis einer von Christus verliehenen kirchlichen Vollmacht ein.

  6. Ergänzender BelegSchritt 5 von 5

    Das Dogma der Unfehlbarkeit ist eine spätere Präzisierung

    Die Stelle bildet den biblischen Grund des petrinischen Dienstes, den die spätere kirchliche Lehre hinsichtlich seines Schutzes und seiner Ausübung präzisiert.

  7. Starker GesamtbefundSchritt 6 von 6

    Der Petrusdienst markiert die spezifisch katholische Frage

    Die Stelle trägt die besondere Stellung und Vollmacht des Petrus im Apostelkreis.

  8. Direkter BelegSchritt 1 von 6

    Christus betet um die Einheit aller, die durch das apostolische Wort glauben

    In dieser Route zeigt die Stelle die Gestalt, die Christus der Einheit seiner Kirche selbst gibt: die Bitte um Einheit und die Übertragung der Schlüssel kommen aus einem Auftrag desselben Herrn, und darum liest die Route das Einheitsgebet und das Amt an Petrus als zwei Seiten dieses Auftrags.

Verwandte Bibelstellen

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.

  • Frühchristliches Zeugnisum 100 (Datierung umstritten)

    Didache

    Die Didache verbindet das Sündenbekenntnis mit der kirchlichen Versammlung und mit dem Gebet in reinem Gewissen.

    In der Kirche sollst du deine Übertretungen bekennen, und du sollst nicht zum Gebet mit einem schlechten Gewissen herantreten. Dies ist der Weg des Lebens.

    Didache · Didache 4,14; 14,1 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Gemeinsames Sündenbekenntnis in der Gemeinde vor dem Gebet als frühe Buß- und Bekenntnispraxis.

    Die Grenze: Wer der Versammlung vorsteht und die Versöhnung zuspricht, sagt die Didache an diesen Stellen nicht; die spätere Einzelbeichte beschreibt sie noch nicht.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Die Didache führt am Ende des Zwei-Wege-Traktats das Bekenntnis der Übertretungen in der Gemeinde als Voraussetzung reinen Gebets an; Kapitel 14 verbindet es mit der sonntäglichen Eucharistiefeier. Die Didache wird meist um das Jahr 100 datiert; der genaue Zeitpunkt ist umstritten.

    Historischer Text

    In der Kirche sollst du deine Übertretungen bekennen, und du sollst nicht zum Gebet mit einem schlechten Gewissen herantreten. Dies ist der Weg des Lebens. ... Am Herrentag aber versammelt euch, brecht Brot und sagt Dank, nachdem ihr zuvor eure Übertretungen bekannt habt, damit euer Opfer rein sei.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Die Didache bezeugt das Sündenbekenntnis als festen Bestandteil der kirchlichen Versammlung und Eucharistie und ist damit einer der frühesten Zeugen kirchlicher Bußpraxis.

    Quelle
    Didache · Didache 4,14; 14,1
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1886). Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Didache
  • Kirchenlehrerca. 180

    Irenäus von Lyon

    Irenäus von Lyon bezeugt um 180 in Adversus haereses III,3,2–3 die von Petrus und Paulus gegründete und eingerichtete Kirche in Rom, die durch die Nachfolge der Bischöfe bis in seine Zeit gelangte apostolische Überlieferung und Roms herausragende Stellung als Bezugspunkt kirchlicher Übereinstimmung.

    Die sehr große, sehr alte und allbekannte Kirche, die in Rom von den ruhmreichsten Aposteln Petrus und Paulus gegründet und eingerichtet wurde, besitzt die von den Aposteln herkommende Überlieferung und die Verkündigung, die durch die Nachfolge der Bischöfe bis zu uns gelangt ist. […] Mit dieser Kirche muss wegen ihrer herausragenden Stellung [potentiorem principalitatem] jede Kirche übereinstimmen [convenire], das heißt die Gläubigen von überall.

    Gegen die Häresien, Buch III · Adversus haereses III,3,2–3 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Irenäus bezeugt die von den Aposteln Petrus und Paulus in Rom gegründete und eingerichtete Kirche, die von den Aposteln herkommende Überlieferung, ihre Weitergabe durch die Nachfolge der Bischöfe (Linus, Anacletus, Clemens) und Roms herausragende Stellung als Bezugspunkt der Übereinstimmung aller Kirchen.

    Die Grenze: Irenäus bezeugt den Vorrang Roms als Maßstab der apostolischen Überlieferung; die rechtliche Gestalt dieses Vorrangs hat das Erste Vatikanische Konzil später bestimmt und dabei gerade dieses Wort aufgenommen (DS 3057; KKK 834).

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Irenäus argumentiert gegen geheime Lehren mit der öffentlichen apostolischen Überlieferung und der Bischofsnachfolge. In diesem kurzen Ausschnitt tritt die römische Kirche als besonderer Bezugspunkt seines Sukzessionsarguments hervor.

    Historischer Text

    Die sehr große, sehr alte und allbekannte Kirche, die in Rom von den ruhmreichsten Aposteln Petrus und Paulus gegründet und eingerichtet wurde, besitzt die von den Aposteln herkommende Überlieferung und die Verkündigung, die durch die Nachfolge der Bischöfe bis zu uns gelangt ist. […] Mit dieser Kirche muss wegen ihrer herausragenden Stellung [potentiorem principalitatem] jede Kirche übereinstimmen [convenire], das heißt die Gläubigen von überall. In ihr ist die von den Aposteln stammende Überlieferung von denen, die von überall her sind, stets bewahrt worden. […] Nachdem die seligen Apostel die Kirche gegründet und eingerichtet hatten, übergaben sie Linus das Bischofsamt zur Leitung der Kirche; auf ihn folgte Anacletus, und an dritter Stelle nach den Aposteln wurde Clemens Bischof.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Der Abschnitt nennt die von den Aposteln Petrus und Paulus gegründete und eingerichtete Kirche in Rom, die von den Aposteln herkommende Überlieferung, die Bischofsfolge Linus, Anacletus und Clemens und weist Rom innerhalb des öffentlichen Sukzessionsarguments eine herausgehobene Referenzstellung zu. Er zeigt damit, wie Rom im zweiten Jahrhundert als Bezugspunkt der einen apostolischen Verkündigung galt.

    Quelle
    Gegen die Häresien, Buch III · Adversus haereses III,3,2–3
    Textfassung und Rechte
    Eigene deutsche Übertragung aus der lateinischen Überlieferung („propter potentiorem principalitatem … convenire“); verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1885). Der Katechismus gibt den Satz über Rom so wieder: „Mit dieser Kirche nämlich muß wegen ihres besonderen Vorranges notwendig jede Kirche übereinstimmen“ (KKK 834). Die lateinische Überlieferung und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Irenäus von Lyon
  • Weitere historische Zeugnisse (6)
    • Kirchenvaterca. 200

      Tertullian

      Tertullian beschreibt die kirchliche Exomologesis als öffentliche Bußhandlung mit Sündenbekenntnis, Genugtuung und Fürbitte der Brüder.

      Diese Handlung, die gewöhnlich mit einem griechischen Namen bezeichnet und ausgesprochen wird, ist die Exomologesis, durch die wir dem Herrn unsere Sünden bekennen — nicht als ob er sie nicht kennte, sondern weil durch das Bekenntnis die Genugtuung geregelt wird, aus dem Bekenntnis die Buße geboren wird, durch die Buße Gott versöhnt wird.

      Über die Buße · De paenitentia 9,2–4 · Primärtext
      Einordnung der Quelle

      Der Text zeigt: Eine zweite, nur einmal mögliche Buße nach der Taufe, die öffentlich vor den Presbytern geleistet wird und die Tertullian bereits mit dem Begriff der Genugtuung (satisfactio) verbindet.

      Die Grenze: Tertullian beschreibt noch nicht die spätere, wiederholbare Einzelbeichte mit Lossprechungsformel; die von ihm bezeugte Buße ist öffentlich und nur einmal möglich.

      Quelle im Zusammenhang lesen

      Worum es hier geht

      Tertullian behandelt in De paenitentia die zweite Bußmöglichkeit nach der Taufe und beschreibt in Kapitel 9 die kirchliche Exomologesis als öffentliche Bußhandlung.

      Historischer Text

      Diese Handlung, die gewöhnlich mit einem griechischen Namen bezeichnet und ausgesprochen wird, ist die Exomologesis, durch die wir dem Herrn unsere Sünden bekennen — nicht als ob er sie nicht kennte, sondern weil durch das Bekenntnis die Genugtuung geregelt wird, aus dem Bekenntnis die Buße geboren wird, durch die Buße Gott versöhnt wird. ... Sie gebietet, das Gebet häufig durch Fasten zu stärken, zu seufzen, zu weinen und Tag und Nacht zum Herrn zu rufen, vor den Presbytern niederzufallen, vor den Lieblingen Gottes die Knie zu beugen und alle Brüder um ihre Fürbitte zu bitten.

      Warum diese Stelle wichtig ist

      Tertullian bezeugt die kirchliche Vermittlung der Vergebung zwischen Taufe und Tod als geordneten Prozess mit Bekenntnis, Genugtuung und Fürbitte der Brüder.

      Quelle
      Über die Buße · De paenitentia 9,2–4
      Textfassung und Rechte
      Eigene Übersetzung aus dem Lateinischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1885). Der lateinische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
      Vollständigen historischen Text öffnen: Tertullian
    • Kirchenvater251–256

      Cyprian von Karthago

      Cyprian verbindet den Ursprung der Einheit bei einem Einzigen mit der Gleichheit der Apostel in Ehre und Vollmacht.

      Auf einen baut er die Kirche. Und obwohl er allen Aposteln nach seiner Auferstehung eine gleiche Vollmacht gibt und sagt: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende auch ich euch: Empfangt den Heiligen Geist: Wem immer ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; und wem immer ihr sie behaltet, dem sind sie behalten; so ordnete er doch, um die Einheit darzustellen, durch seine Vollmacht den Ursprung dieser Einheit an, die bei einem Einzigen beginnt. Gewiss, die übrigen Apostel waren auch dasselbe, was Petrus war, ausgestattet mit einer gleichartigen Teilhabe sowohl an Ehre als auch an Macht; aber der Anfang geht von der Einheit aus, damit die Kirche Christi als eine erwiesen werde.

      Über die Einheit der Kirche (De unitate ecclesiae) · De unitate ecclesiae 4 · Primärtext
      Einordnung der Quelle

      Der Text zeigt: Cyprian bezeugt den Ursprung der Einheit bei einem Einzigen und die Gleichheit der Apostel in Ehre und Vollmacht.

      Die Grenze: Cyprian denkt die Einheit vom einen Bischofsamt her, an dem alle Bischöfe teilhaben. Zugleich heißt es in einer zweiten überlieferten Fassung dieses Kapitels ausdrücklich, Petrus werde der Primat gegeben, damit eine Kirche und ein Lehrstuhl gezeigt würden, und in Brief 59,14 nennt Cyprian Rom „den Stuhl Petri und die Hauptkirche, von der die Einheit des Priestertums ausgegangen ist“. Wie weit eine Entscheidung des Bischofs von Rom die anderen Bischöfe bindet, hat er im Streit um die von Häretikern gespendete Taufe bestritten.

      Quelle im Zusammenhang lesen

      Worum es hier geht

      Cyprian verbindet Petrus, die Einheit der Kirche und die Gleichheit der Apostel.

      Historischer Text

      Der Herr spricht zu Petrus und sagt: Ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Und ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; und was immer du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein, und was immer du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein. Und wiederum sagt er nach seiner Auferstehung zu demselben: Weide meine Schafe. Auf einen baut er die Kirche. Und obwohl er allen Aposteln nach seiner Auferstehung eine gleiche Vollmacht gibt und sagt: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende auch ich euch: Empfangt den Heiligen Geist: Wem immer ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; und wem immer ihr sie behaltet, dem sind sie behalten; so ordnete er doch, um die Einheit darzustellen, durch seine Vollmacht den Ursprung dieser Einheit an, die bei einem Einzigen beginnt. Gewiss, die übrigen Apostel waren auch dasselbe, was Petrus war, ausgestattet mit einer gleichartigen Teilhabe sowohl an Ehre als auch an Macht; aber der Anfang geht von der Einheit aus, damit die Kirche Christi als eine erwiesen werde.

      Warum diese Stelle wichtig ist

      Cyprian lässt die Einheit bei einem Einzigen beginnen, obwohl alle Apostel gleiche Ehre und Vollmacht empfangen. Wie beides zusammengehört, sagt Leo der Große: Unter den Aposteln war „bei der Ähnlichkeit ihrer Würde dennoch eine gewisse Verschiedenheit der Gewalt“, und nur einem war gegeben, „dass er über die Übrigen hervorragte“ (Brief 14,11).

      Quelle
      Über die Einheit der Kirche (De unitate ecclesiae) · De unitate ecclesiae 4
      Textfassung und Rechte
      Eigene deutsche Übertragung der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (Edition von 1886). Die Sätze „Auf einen baut er die Kirche“ und „damit die Kirche Christi als eine erwiesen werde“ fehlen dort; sie sind nach der lateinischen Überlieferung ergänzt, die auch die Bibliothek der Kirchenväter übersetzt. Die lateinische Überlieferung und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter, die beide Sätze enthält.
      Vollständigen historischen Text öffnen: Cyprian von Karthago
    • Konzil343–344

      Konzil von Sardica

      Sardica regelt allgemein, dass ein verurteilter Bischof sich an den Bischof von Rom wenden kann, und begründet das mit dem Gedenken an den Apostel Petrus.

      Zur Ehre des Gedenkens an den Apostel Petrus sollen diejenigen, die das Urteil gefällt haben, an Julius, den Bischof von Rom, schreiben, damit der Fall, wenn es nötig ist, von den Bischöfen der benachbarten Provinzen erneut verhandelt wird und er Schiedsrichter ernennt; wenn aber nicht gezeigt werden kann, dass sein Fall von solcher Art ist, dass er einen neuen Prozess erfordert, soll das einmal ergangene Urteil nicht aufgehoben werden, sondern wie zuvor bestehen bleiben.

      Kanones von Sardica · Konzil von Sardica, Kanon 3 · Primärtext
      Einordnung der Quelle

      Der Text zeigt: Sardica bezeugt eine römische Appellationsrolle mit petrinischer Begründung.

      Die Grenze: Sardica regelt die erneute Prüfung eines Bischofsurteils und verbindet sie mit dem Bischof von Rom; die volle Leitungsgewalt über die ganze Kirche hat das Erste Vatikanische Konzil später bestimmt.

      Quelle im Zusammenhang lesen

      Worum es hier geht

      Sardica regelt die erneute Prüfung eines Bischofsurteils und die Rolle des Bischofs von Rom.

      Historischer Text

      Wenn also ein Bischof in irgendeiner Sache verurteilt worden ist und seinen Fall nicht für schlecht, sondern für gut hält, soll die Frage, wenn es eurer Liebe gut erscheint, wieder aufgenommen werden. Zur Ehre des Gedenkens an den Apostel Petrus sollen diejenigen, die das Urteil gefällt haben, an Julius, den Bischof von Rom, schreiben, damit der Fall, wenn es nötig ist, von den Bischöfen der benachbarten Provinzen erneut verhandelt wird und er Schiedsrichter ernennt; wenn aber nicht gezeigt werden kann, dass sein Fall von solcher Art ist, dass er einen neuen Prozess erfordert, soll das einmal ergangene Urteil nicht aufgehoben werden, sondern wie zuvor bestehen bleiben.

      Warum diese Stelle wichtig ist

      Der Text bezeugt eine mit Petrus begründete römische Berufungsfunktion, verbindet sie aber mit einem örtlichen Verfahren zur erneuten Verhandlung.

      Quelle
      Kanones von Sardica · Konzil von Sardica, Kanon 3
      Textfassung und Rechte
      Eigene deutsche Übertragung der englischen Übersetzung der Reihe Nicene and Post-Nicene Fathers (Edition von 1900). Die englische Übersetzung von 1900 ist gemeinfrei; der Link führt zu dieser englischen Übersetzung.
      Vollständigen historischen Text öffnen: Konzil von Sardica
    • Kirchenlehrerca. 396/397

      Augustinus

      Augustinus verbindet weltweite Übereinstimmung, Alter, Sukzession vom Sitz Petri und kirchliche Autorität mit dem Zugang zum Evangelium.

      Die Zustimmung der Völker und Nationen hält mich in der Kirche; so auch ihre Autorität, begründet durch Wunder, genährt durch Hoffnung, erweitert durch Liebe, gefestigt durch Alter. Die Sukzession der Priester hält mich, beginnend vom Stuhle des Apostels Petrus, dem der Herr nach seiner Auferstehung auftrug, seine Schafe zu weiden, bis zum gegenwärtigen Episkopat. ... Ich sollte das Evangelium nicht glauben, wenn mich nicht die Autorität der katholischen Kirche dazu bewegt hätte.

      Gegen den „Fundament-Brief“ der Manichäer · Contra epistulam Manichaei 4,5; 5,6 · Primärtext
      Einordnung der Quelle

      Der Text zeigt: Augustinus nennt, was ihn in der katholischen Kirche hält: die Zustimmung der Völker, ihre durch das Alter gefestigte Autorität und die Bischofsfolge seit dem Stuhl Petri. Diese Autorität der Kirche hat ihn zum Glauben an das Evangelium bewogen; der Katechismus zitiert diesen Satz (KKK 119).

      Die Grenze: Dass das Evangelium nur gelte, weil die Kirche es sage, behauptet Augustinus damit nicht; die Sukzession vom Sitz Petri dient ihm als historisches Argument gegen die Neuheit Manis.

      Quelle im Zusammenhang lesen

      Worum es hier geht

      Augustinus schreibt um 396/397 gegen die Manichäer, die sich mit Manis „Fundament-Epistel“ als wahre Kirche Christi ausgeben. Er zählt die Gründe, die ihn in der katholischen Kirche halten, und wendet sie argumentativ gegen den Neuheitsanspruch Manis.

      Historischer Text

      Die Zustimmung der Völker und Nationen hält mich in der Kirche; so auch ihre Autorität, begründet durch Wunder, genährt durch Hoffnung, erweitert durch Liebe, gefestigt durch Alter. Die Sukzession der Priester hält mich, beginnend vom Stuhle des Apostels Petrus, dem der Herr nach seiner Auferstehung auftrug, seine Schafe zu weiden, bis zum gegenwärtigen Episkopat. ... Ich sollte das Evangelium nicht glauben, wenn mich nicht die Autorität der katholischen Kirche dazu bewegt hätte.

      Warum diese Stelle wichtig ist

      Augustinus verbindet weltweite katholische Übereinstimmung, Alter, Sukzession vom Sitz Petri und kirchliche Autorität mit dem Zugang zum Evangelium — Evangelium und Kirche erscheinen nicht isoliert.

      Quelle
      Gegen den „Fundament-Brief“ der Manichäer · Contra epistulam Manichaei 4,5; 5,6
      Textfassung und Rechte
      Eigene Übersetzung aus dem Lateinischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Reihe Nicene and Post-Nicene Fathers (1887). Der lateinische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zu dieser englischen Übersetzung.
      Vollständigen historischen Text öffnen: Augustinus
    • Kirchenlehrer440–461

      Leo der Große

      Leo beschreibt einen Anspruch universaler Sorge kraft göttlicher Einsetzung und überträgt Vollmacht in einem Stellvertretungsverhältnis.

      Denn da meine Vorgänger gegenüber den euren so handelten, habe auch ich, Geliebter, ihrem Beispiel folgend, meine Vollmacht an dich übertragen, damit du, indem du unsere Milde nachahmst, uns bei der Sorge hilfst, die wir kraft göttlicher Einsetzung vor allem allen Kirchen schulden, und damit du bis zu einem gewissen Grad unsere persönliche Gegenwart ersetzt, indem du jene Provinzen besuchst, die von uns weit entfernt sind.

      Brief 14 an Anastasius von Thessaloniki · Leo der Große, Epistula 14, 1 (um 446) · Primärtext
      Einordnung der Quelle

      Der Text zeigt: Leo bezeugt übertragene Vollmacht zur Unterstützung der Sorge, die kraft göttlicher Einsetzung allen Kirchen geschuldet wird.

      Die Grenze: Leo begründet die Sorge für alle Kirchen mit göttlicher Einsetzung und übt sie in einem Stellvertretungsverhältnis aus; die rechtliche Fassung dieser Vollmacht für die ganze Kirche hat das Erste Vatikanische Konzil später bestimmt.

      Quelle im Zusammenhang lesen

      Worum es hier geht

      Leo beschreibt die von ihm delegierte Vollmacht des Anastasios von Thessaloniki im Rahmen einer Sorge für die Kirchen.

      Historischer Text

      Denn da meine Vorgänger gegenüber den euren so handelten, habe auch ich, Geliebter, ihrem Beispiel folgend, meine Vollmacht an dich übertragen, damit du, indem du unsere Milde nachahmst, uns bei der Sorge hilfst, die wir kraft göttlicher Einsetzung vor allem allen Kirchen schulden, und damit du bis zu einem gewissen Grad unsere persönliche Gegenwart ersetzt, indem du jene Provinzen besuchst, die von uns weit entfernt sind.

      Warum diese Stelle wichtig ist

      Der Text zeigt die Entwicklung eines römischen Anspruchs auf eine universale kirchliche Sorge, die durch delegierte Stellvertretung ausgeübt wird.

      Quelle
      Brief 14 an Anastasius von Thessaloniki · Leo der Große, Epistula 14, 1 (um 446)
      Textfassung und Rechte
      Eigene deutsche Übertragung der englischen Übersetzung der Reihe Nicene and Post-Nicene Fathers (Edition von 1895). Die englische Übersetzung von 1895 ist gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
      Vollständigen historischen Text öffnen: Leo der Große
    • Konzil451

      Konzil von Chalcedon

      Kanon 28 begründet die Vorrechte des alten Rom mit seiner kaiserlichen Stellung und gewährt dem Neuen Rom aus derselben Erwägung gleiche Vorrechte.

      Denn die Väter gewährten dem Sitz des alten Rom mit Recht Vorrechte, weil es die kaiserliche Stadt war. Und die einhundertfünfzig frommsten Bischöfe gaben, von derselben Erwägung bewegt, dem heiligsten Sitz des Neuen Rom gleiche Vorrechte, da sie zu Recht urteilten, dass die Stadt, die durch die Herrschaft und den Senat geehrt wird und gleiche Vorrechte wie das alte kaiserliche Rom genießt, auch in kirchlichen Angelegenheiten ebenso verherrlicht werden und unmittelbar nach ihm rangieren soll.

      Konzil von Chalcedon · Konzil von Chalcedon, Kanon 28 (451) · Primärtext
      Einordnung der Quelle

      Der Text zeigt: Chalcedon führt die Vorrechte des alten Rom auf seine Stellung als Kaiserstadt zurück und gewährt dem Neuen Rom aus derselben Erwägung gleiche Vorrechte.

      Die Grenze: Kanon 28 ordnet Konstantinopel unmittelbar nach Rom ein und begründet diese Rangfolge politisch; er bestreitet den Vorrang Roms nicht, gibt ihm aber einen anderen Grund als die Nachfolge Petri.

      Quelle im Zusammenhang lesen

      Worum es hier geht

      Kanon 28 behandelt die Vorrechte Roms und Konstantinopels innerhalb der kirchlichen Rangordnung.

      Historischer Text

      Indem wir in allem den Entscheidungen der heiligen Väter folgen und den Kanon anerkennen, der soeben verlesen wurde, nämlich den Kanon der einhundertfünfzig gottgeliebten Bischöfe, die sich in der kaiserlichen Stadt Konstantinopel, dem Neuen Rom, zur Zeit des Kaisers Theodosius seligen Andenkens versammelt hatten, bestimmen und beschließen auch wir dasselbe über die Vorrechte der heiligsten Kirche von Konstantinopel, dem Neuen Rom. Denn die Väter gewährten dem Sitz des alten Rom mit Recht Vorrechte, weil es die kaiserliche Stadt war. Und die einhundertfünfzig frommsten Bischöfe gaben, von derselben Erwägung bewegt, dem heiligsten Sitz des Neuen Rom gleiche Vorrechte, da sie zu Recht urteilten, dass die Stadt, die durch die Herrschaft und den Senat geehrt wird und gleiche Vorrechte wie das alte kaiserliche Rom genießt, auch in kirchlichen Angelegenheiten ebenso verherrlicht werden und unmittelbar nach ihm rangieren soll.

      Warum diese Stelle wichtig ist

      Kanon 28 zeigt, dass im Osten der Rang der Bischofssitze auch mit der politischen Bedeutung der Städte begründet wurde. Rom hat diese Begründung nicht angenommen: Leo der Große verweigerte dem Kanon die Zustimmung und hielt an der Ordnung von Nizäa fest.

      Quelle
      Konzil von Chalcedon · Konzil von Chalcedon, Kanon 28 (451)
      Textfassung und Rechte
      Eigene deutsche Übertragung der englischen Übersetzung der Reihe Nicene and Post-Nicene Fathers (Edition von 1900). Die englische Übersetzung von 1900 ist gemeinfrei; der Link führt zu dieser englischen Übersetzung.
      Vollständigen historischen Text öffnen: Konzil von Chalcedon
Quellen und HinweiseKKK 880–887 · KKK 65–67, 84–95, 232–267, 464–469, 888–892 · KKK 1420–1498

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Lumen gentiumLG 18–23Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Hierarchische Verfassung und Petrusamt.

  • Dei VerbumDV 4, 7–10Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Offenbarung, apostolische Überlieferung und Lehramt.

  • Lumen gentiumLG 25Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Grenzen und Träger der kirchlichen Unfehlbarkeit.

  • Lehrmäßiger Kommentar zur Professio fideiNr. 5–11Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

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  • Lumen gentiumLG 8, 10–11, 14–15, 18–29, 49–69Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Lehramtliche Grundlage zu sichtbarer und geistlicher Kirche, voller und unvollkommener Gemeinschaft, Amt, Heiligen und Maria.

  • Konzil von Trient, Sitzung XIVSessio XIV, Kap. VIII–IXTranskription bei Konzil von Trient / Hanover Historical Texts Collection

    Trient erläutert die kirchliche Lehre über Buße und Genugtuung.

  • Indulgentiarum doctrina§§1–2, 5–10; Normen 1–3Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Paul VI. entfaltet biblische Grundlage, kirchliche Entwicklung, Schatz der Kirche und die Definition des Ablasses.

  • Lumen gentiumLG 18–29Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Apostolisches Amt und Bischöfe.

  • Unitatis redintegratioUR 1–3, 7, 11Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Einheit, Trennung, heutige Christen, Umkehr und Wahrheit im ökumenischen Dialog.

Fachdokumente und Studien

  • Johann Tetzel, Sermon on IndulgencesSermon on Indulgences, ca. 1517Sekundäranalyse · Wissenschaftliche Sekundärquelle

    Historische Quellenedition eines Tetzel zugeschriebenen Ablasssermons.

Historische Primärquellen

  • Martin Luther, Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum95 Thesen, 1517Primärtext · Primärtext / Edition

    Luthers Primärtext zur Kritik an Ablasspredigt und kirchlicher Praxis.

  • Pastor aeternus, Erstes Vatikanisches KonzilPastor aeternus, Kap. 4, 18. Juli 1870 (Definition: DH 3074)Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Offizieller lateinischer Originaltext der späteren Definition päpstlicher Unfehlbarkeit unter bestimmten Bedingungen.

  • Drittes Konzil von KonstantinopelDrittes Konzil von Konstantinopel (680–681), Sitzung XIIITranskription bei New Advent

    Englische Übersetzung der Konzilsakten aus der Reihe Nicene and Post-Nicene Fathers (1900), keine amtliche kirchliche Ausgabe. Sitzung XIII verurteilt Honorius namentlich und verbindet ihn mit Sergius’ verurteilter Lehre.

  • Leo II. bestätigt Konstantinopel IIIHefele V, §§323–324Primärtext · Primärtext / Edition

    Öffentliche Transkription der Clark-Übersetzung von Hefele. Leo II. bestätigt das Anathema gegen Honorius und beschreibt dessen Schuld; die lateinische und griechische Überlieferung unterscheiden sich im Wortlaut.

  • Gegen die Häresien, Buch IIIIII,3,1–3Übersetzung · Primärtext / Edition

    Irenäus argumentiert mit öffentlicher apostolischer Sukzession und der besonderen Bedeutung Roms.

Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen

  • KonkordienbuchCA IV, VI, XXPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Lutherische Bekenntnistexte zur Rechtfertigung aus Glauben und zu guten Werken als Frucht.

  • Westminster Confession of FaithWCF XI.1–3; XVI.2,5–6Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Reformierte Bekenntnistexte zu Rechtfertigung, guten Werken und gnadenhaftem Lohn.

  • Basis des GlaubensGlaubensbasis 2018Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Evangelikale gemeinsame Glaubensbasis; konkrete Gemeinden und Traditionen können abweichen.