SCRIPTURA PLENA

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Petrus und der Papst

Der Fels und die Schlüssel

Hat Christus Petrus einen dauerhaften Leitungsdienst gegeben, oder war Petrus nur ein Apostel unter vielen? Die Kirche antwortet: Petrus hat einen eigenen Auftrag empfangen und bleibt doch ein Apostel unter Aposteln. Dieser Dienst wirkt in der Kirche weiter. Der Weg beginnt bei Jesus: der Fels der Kirche, die Schlüssel des Himmelreichs, die Stärkung der Brüder, der erste Eintritt am leeren Grab, der Auftrag, die Lämmer und Schafe zu weiden. Von dort führt der Weg nach Rom, in die geordnete Weitergabe apostolischer Verantwortung und zu den späteren Präzisierungen des Primats, also der Leitungsvollmacht in der Kirche.

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2 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Ein Amtsträger steht auf einem Felsen und hält einen großen Schlüssel; hinter ihm liegen eine Tür und ein kleiner Schlüssel im Morgenlicht.
PetrusKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Unterthema 1 von 2 · Petrusdienst

Christus gibt Petrus einen Dienst an Einheit und Lehre, der in der Kirche fortbesteht

Der Dienst des Petrus Bibel und Textverständnis

Petrusdienst

Die Evangelien und ihr prophetischer Hintergrund zeigen, wie Jesus Petrus in einen eigenen Dienst hineinnimmt.

Vers 18: Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Vers 19: Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 16,18–19 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Jesus gibt Simon den Namen Petrus, kündigt an, auf diesem Felsen seine Kirche zu bauen, und verheißt ihm die Schlüssel des Himmelreichs sowie die Vollmacht zu binden und zu lösen.

Mt 16,18–19: Zusammenhang und Übersetzung

Jesus gibt Simon den Namen Petrus und verbindet diesen Namen mit dem Felsen, auf dem die Kirche gebaut wird. Diesem Petrus verheißt er die Schlüssel des Himmelreichs und die Vollmacht zu binden und zu lösen. Was hier verheißen wird, ist ein Dienst an der ganzen Gemeinschaft, der von Christus selbst ausgeht. Dieses Wort fügt sich in einen breiten Befund des Neuen Testaments: Petrus steht in den Apostellisten an erster Stelle (Mt 10,2), der Auferstandene erscheint unter den Aposteln zuerst ihm (1 Kor 15,5; Lk 24,34), und Paulus reist nach Jerusalem, „um Kephas kennenzulernen“ (Gal 1,18).

Ich werde ihm den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter legen. Er wird öffnen und niemand ist da, der schließt; er wird schließen und niemand ist da, der öffnet.

Auszug aus Jes 22,20–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Eljakim erhält als Verwalter des Hauses Davids das Gewand, die Amtsgewalt und den Schlüssel des Hauses.

Jes 22,20–22: Zusammenhang und Übersetzung

Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du wieder umgekehrt bist, dann stärke deine Brüder!

Auszug aus Lk 22,31–32 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus betet für den Glauben des Petrus und beauftragt ihn, nach seiner Umkehr die Brüder zu stärken.

Lk 22,31–32: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 4: sie liefen beide zusammen, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab.

Vers 5: Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein.

Vers 6: Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein.

Auszug aus Joh 20,4–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der andere Jünger kommt zuerst am Grab an, tritt aber nicht ein; Petrus geht als Erster hinein. Danach tritt auch der andere Jünger ein und glaubt (Joh 20,8).

Joh 20,4–8: Zusammenhang und Übersetzung

Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! … Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! … Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

Auszug aus Joh 21,15–17 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der auferstandene Jesus beauftragt Petrus dreimal, seine Lämmer und Schafe zu weiden.

Joh 21,15–17: Zusammenhang und Übersetzung

Im davidischen Königtum zeigt Jes 22,20–22 einen Amtsverwalter, dem der Schlüssel des Hauses David übertragen ist. Dieses Muster erhellt, wie Christus Petrus einen abgeleiteten Leitungsdienst anvertraut. Die Evangelien zeichnen diese Zuwendung weiter: Jesus betet in besonderer Weise für Simon und beauftragt ihn, seine Brüder zu stärken. Am leeren Grab kommt der andere Jünger zuerst an, Petrus geht jedoch zuerst hinein; der andere Jünger folgt und glaubt. Und der Auferstandene überträgt Simon dreimal den Hirtenauftrag für Lämmer und Schafe.

Zusammengenommen zeigt sich ein Auftrag, der Petrus vorrangig vor den anderen und für die anderen gegeben wird: Anvertraut ist ihm ein Dienst an Einheit und Lehre. Dieser Auftrag reicht über Petrus hinaus, denn was ihm gegeben ist, wird in der Kirche weitergegeben und bleibt dort als Aufgabe bestehen. Der Petrusdienst ist ein Auftrag Christi, der die ganze Kirche angeht. In der Rangordnung der Wahrheiten, also in der Ordnung, in der die Glaubenswahrheiten aufeinander bezogen sind, steht dieser Dienst nach dem, worum es zuerst geht: dem Glauben an Jesus Christus, den Auferstandenen, und der Gemeinschaft mit ihm. Alles Weitere hängt an diesem Zentrum. So bleibt der Petrusdienst kein Ziel für sich: Er weist über sich hinaus auf den, der die Kirche trägt und ihr vorausgeht.

Weiterführende Erklärungen

Der Fels und die Schlüssel des HimmelreichsDirekter positiver Beleg

Jesus will seine Kirche auf Petrus bauen und verheißt ihm die Schlüssel. Der davidische Hausverwalter in Jesaja 22 liefert das Muster für einen solchen übertragenen Schlüssel- und Leitungsdienst.

Der Schlüssel des Hauses DavidUnterstützender positiver Beleg

Jesaja zeigt das Muster eines übertragenen Schlüsselamtes. Lukas 22 fügt einen weiteren Zug des Petrusdienstes hinzu: In der Stunde der Glaubensnot betet Jesus für Simon und trägt ihm auf, seine Brüder zu stärken.

Christus betet für Petrus und beauftragt ihn, die Brüder zu stärkenUnterstützender positiver Beleg

Der Auftrag, die Brüder zu stärken, gilt Petrus persönlich. Die Erzählung vom leeren Grab hebt ihn in der Abfolge von Ankunft und Eintritt hervor: Der andere Jünger kommt zuerst, Petrus geht zuerst hinein.

Petrus geht als Erster in das leere Grab hineinUnterstützender positiver Beleg

Die Grabesszene zeigt Petrus in hervorgehobener Stellung. Der Auferstandene überträgt ihm ausdrücklich den Hirtendienst an Lämmern und Schafen.

Der auferstandene Christus überträgt Petrus den Hirtenauftrag für Lämmer und SchafeUnterstützender positiver Beleg

Unterthema 2 von 2 · Von Petrus über Rom zum päpstlichen Primat

Der Primat des Petrus dauert im Bischof von Rom fort; die Kirche bekennt ihn als Glaubenssatz

Rom und der Primat Glaube und Überlieferung

Wie der Petrusdienst über Rom zum päpstlichen Primat führt

Wer nach dem päpstlichen Amt fragt, stößt auf drei zusammengehörige Fragen: Wie hängt der Papst mit Petrus zusammen, warum gerade Rom, und was bedeuten Primat und Unfehlbarkeit? Primat bezeichnet einen Vorrang in der Leitung der Kirche. Unfehlbarkeit meint die Zusage, dass der Papst unter genau bestimmten Bedingungen verbindlich und ohne Irrtum lehrt, wenn er einen definitiven Lehrakt setzt. Der Weg beginnt bei Jesus und führt über Petrus in der apostolischen Kirche, die geordnete Weitergabe apostolischer Verantwortung, die frühe Verbindung Roms mit Petrus und Paulus und die späteren dogmatischen Präzisierungen. So wird sichtbar, wie Christen Einheit und Wahrheit zusammenhalten und wie eine geistliche Vollmacht als Dienst auf Christus ausgerichtet bleibt.

In der apostolischen Kirche tritt Petrus als der hervor, der die Initiative ergreift, öffentlich verkündet und für das Apostelkollegium spricht. Zugleich bleibt er ein Apostel unter Aposteln, dessen persönliches Verhalten korrigierbar ist. Für die Frage nach einem bleibenden Petrusdienst sind deshalb die amtliche Sendung, die persönliche Fehlerhaftigkeit und die geschichtliche Fortführung dieses Dienstes voneinander zu unterscheiden.

Am Pfingsttag tritt Petrus mit den Elf hervor und erhebt öffentlich seine Stimme. Er deutet das Geschehen und verkündet das Evangelium. Diese Szene bezeugt seine herausgehobene Rolle in der apostolischen Verkündigung.

Katechismus der Katholischen Kirche

KKK 882

Petrusdienst und Bischofskollegium.

Der Papst, der Bischof von Rom und Nachfolger des hl. Petrus, ist »das immerwährende und sichtbare Prinzip und Fundament für die Einheit der Vielheit sowohl von Bischöfen als auch von Gläubigen« (LG 23).

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Da trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte!

Auszug aus Apg 2,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Petrus tritt mit den Elf vor und verkündet am Pfingsttag öffentlich die Deutung des Geschehens.

Apg 2,14: Zusammenhang und Übersetzung

Beim Apostelkonzil spricht Petrus darüber, wie Gott die Aufnahme der Heiden eröffnet hat, und wirkt an einer verbindlichen Lehrentscheidung mit. Seine Stimme steht dabei innerhalb des apostolischen Kollegiums: Jakobus formuliert den praktischen Vorschlag, und die Versammlung beschließt gemeinsam. Die Szene zeigt beides: eine gewichtige Petrusstimme und die gemeinsame Verantwortung der Apostel. Für die Gestalt des Primats ist anschließend zu klären, wie diese Stimme mit einer späteren römischen Sukzession verbunden wird.

Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge: Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!

Auszug aus Apg 15,28–29 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Apostel und Älteste teilen ihren gemeinsamen Beschluss als Entscheidung des Heiligen Geistes mit; zuvor hatte Petrus dargelegt, wie Gott die Aufnahme der Heiden eröffnet hat (Apg 15,7–11).

Apg 15,1–29: Zusammenhang und Übersetzung

Paulus widersteht Kephas in Antiochia öffentlich, weil dessen Verhalten gegenüber den Heiden der Wahrheit des Evangeliums widerspricht. Die Passage unterscheidet das apostolische Amt des Petrus von seinem persönlichen Verhalten, das irren und korrigiert werden kann. Darin liegt kein Widerspruch zum Primat: Der Papst ist nicht vor persönlicher Schuld und falschem Handeln bewahrt, wohl aber besitzt er kraft seines Amtes volle Vollmacht über die Kirche, die er immer frei ausüben kann (LG 22). Gewöhnlich handelt er in Gemeinschaft mit den Bischöfen, und das Bischofskollegium hat höchste Gewalt nur zusammen mit ihm als seinem Haupt (LG 22).

Als Kephas aber nach Antiochia gekommen war, habe ich ihm ins Angesicht widerstanden, weil er sich ins Unrecht gesetzt hatte.

Auszug aus Gal 2,11 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus tritt Kephas öffentlich entgegen, weil dessen Verhalten gegenüber den Heiden nicht der Wahrheit des Evangeliums entspricht.

Gal 2,11–14: Zusammenhang und Übersetzung

Die Kirche bewahrt apostolische Verantwortung durch geordnete Weitergabe. Apostelgeschichte 1 zeigt dieses Prinzip am verwaisten Aufsichtsamt des Judas: Die Apostel beziehen die Schrift auf die offene Stelle, beten und bestimmen Matthias zum Apostel. Apostolischer Dienst kann so über den Tod eines einzelnen Trägers hinaus geordnet fortgeführt werden. Dass gerade der Dienst des Petrus fortdauert, folgt aus seinem Zweck: Christus hat ihn als Fundament einer Kirche gegeben, die bis zum Ende der Zeiten besteht (Erstes Vatikanisches Konzil, Pastor aeternus, Kap. 2). Die Verbindung dieses Dienstes mit der Kirche von Rom bezeugen die frühen römischen Zeugnisse.

Sein Amt soll ein anderer erhalten!

Auszug aus Apg 1,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Apostel beziehen die Schrift auf das verwaiste Aufsichtsamt des Judas und bestimmen Matthias zum Apostel.

Apg 1,20–26: Zusammenhang und Übersetzung

In der frühen Kirche wird Rom mit den Aposteln Petrus und Paulus und mit einer besonderen apostolischen Verantwortung verbunden. Irenäus bezeugt die Verbindung von Rom, Petrus, Paulus, Sukzession und apostolischem Glauben. Dieses Zeugnis stellt Rom wegen seiner apostolischen Überlieferung in eine herausragende Beziehung zur Weitergabe des Glaubens und begründet eine frühe römische Autorität. Irenäus formuliert dabei noch keine ausgearbeitete Lehre über universale Jurisdiktion und verwendet nicht die Terminologie des Ersten Vatikanischen Konzils. Die spätere kirchliche Lehre führt seine Kategorien im Zusammenhang mit der weiteren Überlieferung weiter, ohne die späteren Begriffe rückwirkend in seine Worte einzutragen.

Die römische Verantwortung entwickelt sich in der alten Kirche zu einer Lehr- und Appellationsfunktion. Gemeinden wenden sich in Streitfragen an Rom; dadurch tritt eine Verantwortung hervor, die über einen bloßen Ehrenvorrang hinausreicht. Die Geschichte dieser Verantwortung kennt Zustimmung und Widerspruch. Konflikte mit Rom und abweichende Konzilsentscheidungen zeigen, dass die rechtliche Reichweite des römischen Vorrangs nicht zu allen Zeiten und an allen Orten einheitlich anerkannt wurde. Zugleich bleibt die wiederkehrende römische Leitungs- und Berufungsfunktion ein wesentlicher Teil der Überlieferung.

Die Schlüsselverheißung an den davidischen Hausverwalter bildet dafür eine typologische Vorausnahme. Der Schlüssel bezeichnet eine reale Leitungsverantwortung für das Haus und damit mehr als eine Ehrenstellung. Die Stelle ist ein Typus für die Schlüsselgewalt: Sie zeigt am davidischen Hausverwalter das Muster eines beauftragten Leitungshandelns, das auf den petrinischen Dienst vorausweist. Für den römischen Primat sind deshalb zusätzlich die historische Verbindung zu Rom und seine Anerkennung durch Ost und West zu betrachten.

Ich werde ihm den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter legen. Er wird öffnen und niemand ist da, der schließt; er wird schließen und niemand ist da, der öffnet.

Auszug aus Jes 22,20–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der davidische Hausverwalter erhält einen Schlüssel und eine verantwortliche Amtsgewalt für das Haus.

Jes 22,20–22: Zusammenhang und Übersetzung

Auf dieser Grundlage versteht die Kirche den römischen Vorrang als den geschichtlichen Ort des Petrusdienstes in der von Petrus und Paulus geprägten Kirche Roms. Das Erste Vatikanische Konzil präzisiert diese apostolische Überlieferung später als Primat der Jurisdiktion, also als volle und höchste, ordentliche und unmittelbare Leitungsgewalt des Bischofs von Rom über die ganze Kirche, über alle Hirten und Gläubigen (Pastor aeternus, Kap. 3; LG 22). Die Definition von 1870 klärt die Reichweite des Dienstes; sie wiederholt nicht wörtlich jede frühere Praxis. Die katholische Antwort ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Petruszeugnis, apostolischer Sukzession, römischer Rezeption und späterer dogmatischer Klärung.

Die Petrustexte der Evangelien bilden den biblischen Grund: Jesus verheißt Petrus eine besondere Stellung, die Schlüssel sowie die Binde- und Lösevollmacht. Die spätere kirchliche Lehre präzisiert, wie dieser Dienst geschützt und ausgeübt wird; die Terminologie der Unfehlbarkeit entfaltet diese Vollmacht in ihren Bedingungen.

Vers 18: Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Vers 19: Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 16,18–19 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus verheißt Petrus eine besondere Stellung beim Bau seiner Kirche, die Schlüssel sowie die Binde- und Lösevollmacht.

Mt 16,18–19: Zusammenhang und Übersetzung

Jesus betet für den Glauben des Petrus, damit der Glaube nicht erlischt, und beauftragt ihn, seine Brüder zu stärken. Die Passage verweist auf den Dienst des Petrus an der Festigung des apostolischen Glaubens. Die Kirche bestimmt später, unter welchen Bedingungen dieser Glaubensdienst vor Irrtum bewahrt bleibt.

Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du wieder umgekehrt bist, dann stärke deine Brüder!

Auszug aus Lk 22,31–32 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus betet für den Glauben des Petrus und beauftragt ihn, seine Brüder zu stärken.

Lk 22,31–32: Zusammenhang und Übersetzung

Das Erste Vatikanische Konzil lehrt die Unfehlbarkeit des römischen Papstes für einen genau bestimmten Lehrakt, den es „ex cathedra“ nennt: Der Papst handelt in Ausübung seines Amtes als Hirte und Lehrer aller Christen, kraft seiner höchsten apostolischen Autorität, und bestimmt eine Lehre über Glauben oder Sitten endgültig als von der ganzen Kirche festzuhalten. Eine solche Definition ist aus sich selbst und nicht erst durch die Zustimmung der Kirche unabänderlich. Die Kirche unterscheidet dabei Wahrheiten, die als von Gott geoffenbart vorgelegt werden, endgültig festzuhaltende Wahrheiten, die nicht formell geoffenbart sind, und die nicht endgültige authentische Lehrverkündigung, der religiöser Gehorsam des Willens und des Verstandes gilt. Die biblischen Texte bilden den Grund; die spätere Definition bestimmt die genaue dogmatische Reichweite.

Die Verurteilung des Honorius durch das Dritte Konzil von Konstantinopel (680–681) ist ein Fall aus einem historischen Lehrstreit. Die Konstitution Pastor aeternus behandelt diesen Fall nicht. Die Unfehlbarkeit ist auf den definierten Lehrakt begrenzt; politische, historische und private Äußerungen des Papstes fallen ebenso wenig darunter wie andere päpstliche Verlautbarungen. Die Schreiben des Honorius an Sergius, deretwegen ihn das Konzil verurteilte, waren keine Definitionen einer für die ganze Kirche festzuhaltenden Lehre; der Fall berührt die Definition von 1870 deshalb nicht.

So gehören Petrus, Rom und der päpstliche Primat zusammen: Jesus gibt Petrus unter den Zwölf eine besondere Verantwortung; diese Verantwortung bleibt in der apostolischen Kollegialität verankert, wird durch geordnete Weitergabe über die Generationen hinweg bewahrt und findet in Rom einen geschichtlichen Ort. Die spätere Lehre entfaltet daraus Primat und Unfehlbarkeit als Dienst an der Einheit und an der Lehre der Kirche. Darin liegt die Antwort auf die Frage nach Vollmacht und Machtanspruch: Die Vollmacht ist als Dienst gegeben, dem Glauben an Christus nachgeordnet und auf ihn ausgerichtet. Das Amt gewinnt sein Gewicht dadurch, dass es die Kirche in der apostolischen Verantwortung verbindet und über sich hinaus auf Christus verweist.

Quellen zu dieser Frage 3

Christus hat den Dienst an der Einheit seiner Kirche auf Dauer gegeben; darum gehören Petrus, Rom und der päpstliche Primat zusammen. Dass dieser Primat im Bischof von Rom fortdauert, bekennt die Kirche als Glaubenssatz; in der Rangordnung der Glaubenswahrheiten dient er dem Glauben an Christus, das Haupt der Kirche, und bleibt ihm nachgeordnet.

Weiterführende Erklärungen

Petrus in der apostolischen KircheUnterstützender positiver Beleg

Petrus wirkt in der apostolischen Kirche als Initiativfigur und öffentlicher Verkünder, bleibt aber ein korrigierbarer Apostel. Die Kirche bewahrt die apostolische Verantwortung durch geordnete Weitergabe; auch der Petrusdienst wird als bleibende Sendung verstanden.

Der Petrusdienst steht in der Weitergabe apostolischer ÄmterUnterstützender positiver Beleg

Die apostolische Verantwortung wird weitergegeben. In der frühen Kirche wird Rom mit Petrus und Paulus und mit einer besonderen apostolischen Verantwortung verbunden.

Rom wird früh mit Petrus und apostolischer Verantwortung verbundenUnterstützender positiver Beleg

Rom gilt früh als Kirche der Apostel Petrus und Paulus. Die römische Verantwortung entwickelt sich zu einer Lehr- und Appellationsfunktion, die über einen bloßen Ehrenvorrang hinausreicht.

Römische Verantwortung reicht über den Ehrenvorrang hinausUnterstützender positiver Beleg

Die römische Verantwortung umfasst mehr als Ehre. Das Erste Vatikanische Konzil präzisiert den Petrusdienst später als Primat der Jurisdiktion und als Unfehlbarkeit unter bestimmten Bedingungen.

Das Dogma der Unfehlbarkeit ist eine spätere PräzisierungUnterstützender positiver Beleg

Ist nicht Christus allein der Fels und das Haupt der Kirche?

Der Einwand

Christus ist der einzige Grund, den niemand ersetzen kann (1 Kor 3,11); die Kirche ist auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut (Eph 2,20). Darum meine der Fels in Matthäus 16 das Bekenntnis des Petrus oder Christus selbst, zumal Jesus die Vollmacht zu binden und zu lösen in Matthäus 18,18 auch den anderen Jüngern zusagt. Christus allein ist das Haupt der Kirche (Kol 1,18; Eph 1,22); ein irdisches Haupt trete an seine Stelle. So bekennt das Westminster-Bekenntnis, es gebe kein anderes Haupt der Kirche als den Herrn Jesus Christus (XXV,6). Ein Nachfolger des Petrus in Rom und der Titel Papst kommen im Neuen Testament nicht vor.

Die Antwort der Kirche

Die Kirche hält zusammen, was der Einwand trennt: Auf den Felsen des Glaubens, den Petrus bekannte, hat Christus seine Kirche gebaut, und auf dem Grund dieses Glaubens bleibt Petrus der unerschütterliche Fels der Kirche (KKK 424; 552). Jesus gibt Simon den Namen Kephas, das bedeutet Fels (Joh 1,42), spricht ihn mit „Du bist Petrus“ an und verheißt „dir“ die Schlüssel (Mt 16,18–19). Dass Christus der einzige Grund ist, schließt diesen von ihm eingesetzten Fels nicht aus: Paulus nennt die Apostel das Fundament der Kirche, deren Eckstein Christus Jesus selbst ist (Eph 2,20), und unter ihnen hat der Herr einzig Simon zum Felsen gemacht (KKK 881). Das Binden und Lösen aus Matthäus 18,18 ist dem mit Petrus als Haupt verbundenen Apostelkollegium zugeteilt; die Schlüssel hat Christus als einzigem Petrus übergeben (LG 22; KKK 553). Christus bleibt das Haupt seines Leibes (Kol 1,18; KKK 792). Der BegriffPapstDer Papst ist der Bischof von Rom und Nachfolger des heiligen Petrus, das immerwährende und sichtbare Prinzip und Fundament der Einheit von Bischöfen und Gläubigen (LG 23). Als Hirte der ganzen Kirche hat er kraft seines Amtes die volle, höchste und allgemeine Vollmacht über die Kirche (LG 22; KKK 882) und lehrt unter genau bestimmten Bedingungen unfehlbar. Diese Lehre über seinen Primat und sein unfehlbares Lehramt hat das Erste Vatikanische Konzil definiert; das Zweite Vatikanische Konzil legt sie allen Gläubigen erneut fest zu glauben vor (LG 18).Glossareintrag öffnen ist kein zweites Haupt neben ihm, sondern sein Stellvertreter und das sichtbare Haupt der ganzen Kirche (LG 18; KKK 882), so wie Petrus selbst die Ältesten als „Mitältester“ ermahnt und auf das Erscheinen des „obersten Hirten“ verweist (1 Petr 5,1.4). Der Titel „Papst“ ist jünger als dieser Dienst: Die Kirche begründet das Amt aus den Aufträgen Christi an Petrus und aus dem bleibenden Zweck des Felsens für eine Kirche, die bis zum Ende besteht; dass es im BegriffBischofEin Bischof ist ein geweihter Amtsträger in der Fülle des Weihesakramentes, Nachfolger der Apostel und Hirte eines Bistums.Glossareintrag öffnen von Rom fortdauert, bezeugen die frühen römischen Zeugnisse, und das Erste Vatikanische Konzil hat es als Glaubenssatz definiert.

Was andere Christen dazu glauben

Die christlichen Traditionen vergleichen

Katholisch

Offizielle Lehrposition
Christus hat Petrus den Primat verliehen; er dauert im Bischof von Rom fort, der kraft seines Amtes die volle, höchste und allgemeine Vollmacht über die Kirche besitzt (LG 22). Dieser Jurisdiktionsprimat und die Unfehlbarkeit des Papstes, wenn er eine Lehre über Glauben oder Sitten in einem endgültigen Akt verkündet, sind Glaubenssätze (Erstes Vatikanisches Konzil 1870; LG 18 und 25).
Offizielle Quelle: Katholisch

Orthodox / byzantinisch

Offizielle Lehrposition
Die Orthodoxe Kirche in Amerika (OCA) beschreibt einen Vorrang Roms in der alten Kirche als Ehrenprimat innerhalb der Synodalität, nicht als universale Jurisdiktion oder päpstliche Unfehlbarkeit.
Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch

Lutherisch

Offizielle Lehrposition
Nach den Schmalkaldischen Artikeln (II,4) und dem Traktat über Gewalt und Vorrang des Papstes (1537) ist der Papst nicht nach göttlichem Recht das Haupt der ganzen Christenheit. Melanchthon hielt einen Vorrang des Papstes nach menschlichem Recht um des Friedens willen für annehmbar, sofern der Papst das Evangelium zulässt. Das Augsburger Bekenntnis (Art. XXVIII) unterscheidet geistliche und weltliche Gewalt der Bischöfe.
Offizielle Quelle: Lutherisch

Reformiert / calvinistisch

Offizielle Lehrposition
Christus allein ist das Haupt der Kirche; einen Bischof von Rom als allgemeinen Hirten und Haupt der Kirche auf Erden lehnen die reformierten Bekenntnisse ab (Zweites Helvetisches Bekenntnis, Kap. XVII; Westminster-Bekenntnis XXV,6). Konzilien können irren und sind an der Schrift zu messen (Westminster-Bekenntnis XXXI).
Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch

Baptistisch

Offizielle Lehrposition
Nach der Baptist Faith and Message (2000) lebt jede Ortsgemeinde eigenständig unter der Herrschaft Christi (Artikel VI); ein Papstamt oder ein übergemeindliches Lehramt hat in dieser Ordnung keinen Platz.
Offizielle Quelle: Baptistisch

Anglikanisch

Offizielle Lehrposition
Die 39 Glaubensartikel binden kirchliche Autorität an die Schrift und sprechen dem Bischof von Rom jede Jurisdiktion in England ab (Art. XXXVII); auch die Kirche von Rom habe in Glaubensfragen geirrt (Art. XIX).
Offizielle Quelle: Anglikanisch
Lehrpositionen aus offiziellen Quellen sowie, wo gesondert belegt, heutige Praxis und innerkonfessionelle Unterschiede
TraditionOffizielle LehrpositionQuelle
KatholischChristus hat Petrus den Primat verliehen; er dauert im Bischof von Rom fort, der kraft seines Amtes die volle, höchste und allgemeine Vollmacht über die Kirche besitzt (LG 22). Dieser Jurisdiktionsprimat und die Unfehlbarkeit des Papstes, wenn er eine Lehre über Glauben oder Sitten in einem endgültigen Akt verkündet, sind Glaubenssätze (Erstes Vatikanisches Konzil 1870; LG 18 und 25).Offizielle Quelle: Katholisch
Orthodox / byzantinischDie Orthodoxe Kirche in Amerika (OCA) beschreibt einen Vorrang Roms in der alten Kirche als Ehrenprimat innerhalb der Synodalität, nicht als universale Jurisdiktion oder päpstliche Unfehlbarkeit.Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch
LutherischNach den Schmalkaldischen Artikeln (II,4) und dem Traktat über Gewalt und Vorrang des Papstes (1537) ist der Papst nicht nach göttlichem Recht das Haupt der ganzen Christenheit. Melanchthon hielt einen Vorrang des Papstes nach menschlichem Recht um des Friedens willen für annehmbar, sofern der Papst das Evangelium zulässt. Das Augsburger Bekenntnis (Art. XXVIII) unterscheidet geistliche und weltliche Gewalt der Bischöfe.Offizielle Quelle: Lutherisch
Reformiert / calvinistischChristus allein ist das Haupt der Kirche; einen Bischof von Rom als allgemeinen Hirten und Haupt der Kirche auf Erden lehnen die reformierten Bekenntnisse ab (Zweites Helvetisches Bekenntnis, Kap. XVII; Westminster-Bekenntnis XXV,6). Konzilien können irren und sind an der Schrift zu messen (Westminster-Bekenntnis XXXI).Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch
BaptistischNach der Baptist Faith and Message (2000) lebt jede Ortsgemeinde eigenständig unter der Herrschaft Christi (Artikel VI); ein Papstamt oder ein übergemeindliches Lehramt hat in dieser Ordnung keinen Platz.Offizielle Quelle: Baptistisch
AnglikanischDie 39 Glaubensartikel binden kirchliche Autorität an die Schrift und sprechen dem Bischof von Rom jede Jurisdiktion in England ab (Art. XXXVII); auch die Kirche von Rom habe in Glaubensfragen geirrt (Art. XIX).Offizielle Quelle: Anglikanisch
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9 Bibelstellen · Petrus

Was die Schrift selbst sagt

Alle Bibelstellen dieses Themas im Wortlaut, geordnet nach den Fragen, für die sie zeugen. Jede führt zu ihrer Erklärung.

Petrusdienst

Mt 16,18–19Der Fels und die Schlüssel des Himmelreichs

Auf das Bekenntnis des Simon antwortet Jesus mit der Verheißung: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“; er verspricht ihm die Schlüssel des Himmelreichs und die Vollmacht, zu binden und zu lösen. Die Kirche erkennt darin, dass Christus Petrus zum Felsen seiner Kirche bestimmt, und versteht von hier aus den bleibenden Petrusdienst für die Einheit der ganzen Kirche (KKK 881).

Bibeltext

Vers 18: Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Vers 19: Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 16,18–19 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Jes 22,20–22Der Schlüssel des Hauses David

Der davidische Hausverwalter erhält vom König den Schlüssel des Hauses und Vollmacht zum Öffnen und Schließen. Die Kirche versteht dieses Bild typologisch als Hintergrund für Christi Schlüsselübergabe an Petrus.

Bibeltext

Ich werde ihm den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter legen. Er wird öffnen und niemand ist da, der schließt; er wird schließen und niemand ist da, der öffnet.

Auszug aus Jes 22,20–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Lk 22,31–32Christus betet für Petrus und beauftragt ihn, die Brüder zu stärken

Jesus sagt Petrus, dass er für ihn gebetet hat, damit sein Glaube nicht erlischt, und beauftragt ihn, nach seiner Umkehr die Brüder zu stärken. Die Kirche erkennt darin eine besondere Verantwortung des Petrus für den Glauben seiner Brüder.

Bibeltext

Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du wieder umgekehrt bist, dann stärke deine Brüder!

Auszug aus Lk 22,31–32 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Joh 20,4–8Petrus geht als Erster in das leere Grab hinein

Am leeren Grab kommt der andere Jünger zuerst an, Petrus geht jedoch zuerst hinein; danach glaubt der andere Jünger. Die Szene fügt sich in die Osterberichte, die Petrus unter den Aposteln als ersten Zeugen der Auferstehung hervorheben (1 Kor 15,5; Lk 24,34).

Bibeltext

Vers 4: sie liefen beide zusammen, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab.

Vers 5: Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein.

Vers 6: Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein.

Auszug aus Joh 20,4–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Joh 21,15–17Der auferstandene Christus überträgt Petrus den Hirtenauftrag für Lämmer und Schafe

Der auferstandene Christus beauftragt Petrus, seine Lämmer und Schafe zu weiden. Die Kirche versteht darin den besonderen Petrusdienst, der unter Christus der Einheit der ganzen Kirche dient.

Bibeltext

Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! … Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! … Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

Auszug aus Joh 21,15–17 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Von Petrus über Rom zum päpstlichen Primat

Apg 2,14Petrus in der apostolischen Kirche

Petrus tritt mit den Elf vor, erhebt seine Stimme und verkündet öffentlich das Wort. Die Stelle zeigt seine herausgehobene Rolle in der apostolischen Verkündigung.

Bibeltext

Da trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte!

Auszug aus Apg 2,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 15,1–29Petrus in der apostolischen Kirche

Apostel und Älteste beraten in Jerusalem einen Lehrstreit und teilen den Gemeinden ihren gemeinsamen Beschluss als Entscheidung des Heiligen Geistes mit. Die Kirche erkennt darin das biblische Muster einer verbindlichen apostolischen Lehrentscheidung.

Bibeltext

Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge: Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!

Auszug aus Apg 15,28–29 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Gal 2,11–14Petrus in der apostolischen Kirche

Paulus widerspricht Kephas in Antiochia öffentlich, weil dessen Verhalten dem Evangelium widerspricht. Die Kirche unterscheidet deshalb zwischen dem Amt eines Apostels und der persönlichen Fehlerhaftigkeit seines Trägers.

Bibeltext

Als Kephas aber nach Antiochia gekommen war, habe ich ihm ins Angesicht widerstanden, weil er sich ins Unrecht gesetzt hatte.

Auszug aus Gal 2,11 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 1,20–26Der Petrusdienst steht in der Weitergabe apostolischer Ämter

Nach dem Ausscheiden des Judas besetzen die Apostel dessen Amt neu und ordnen die Nachfolge durch Gebet und Losentscheid. Die Kirche erkennt darin ein fortführbares apostolisches Amt und die geordnete Weitergabe kirchlicher Verantwortung.

Bibeltext

Sein Amt soll ein anderer erhalten!

Auszug aus Apg 1,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016
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Wie die Kirche diese Frage durch die Jahrhunderte bezeugt

Kirchenväter, Konzilien und Kirchenlehrer zeigen, wie Christen die Schrift zu dieser Frage gelesen und gelebt haben. Ihr Wortlaut steht jeweils bei der Frage, die er stützt.

Jede Frage zu Petrus einzeln geprüft

Jeder Schritt prüft eine Bibelstelle genau: was sie sagt, was sie zum Argument beiträgt und welcher Einwand sich an ihr festmacht.

Die Begriffe dieses Themas kurz erklärt

Betrachten und beten

Petrus empfängt seinen Dienst aus der Hand Christi und bleibt dabei ein Diener unter Dienern. Die Kirche bekennt, dass dieser Dienst im Bischof von Rom fortdauert und dass Christus ihn durch alle geschichtlichen Gestalten hindurch bewahrt hat. Wer Schrift, apostolische Überlieferung und die tatsächliche Geschichte gemeinsam liest, kann prüfen, wie dieser Dienst die Kirche in der Wahrheit und in der Einheit zusammenhält.

Herr Jesus Christus, du hast Petrus gestärkt und ihm aufgetragen, seine Brüder zu festigen und deine Herde zu weiden. Bewahre deine Kirche in der Wahrheit, schenke ihren Hirten Demut und Einheit und führe sie durch alle geschichtlichen Prüfungen hindurch.