SCRIPTURA PLENA

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Frühes Zeugnis

Rom wird früh mit Petrus und apostolischer Verantwortung verbunden

Rom gilt früh als Kirche der Apostel Petrus und Paulus und als Ort besonderer apostolischer Verantwortung. Diese Verbindung ist älter als die römische Bischofsliste, die Irenäus um 180 nennt: Schon das Neue Testament spricht vom Martyrium des Petrus und grüßt aus „Babylon“, und die ältesten Schreiben aus Rom und nach Rom erinnern an Petrus und Paulus. Verlangt die Übereinstimmung mit Rom eine rechtliche Unterordnung, und wie kann der Bischof von Rom Nachfolger Petri sein, wenn die ältesten Zeugnisse keinen einzelnen Bischof nennen?

5 Fragen · Quellen zum Prüfen

Ein Amtsträger steht auf einem Felsen und hält einen großen Schlüssel; hinter ihm liegen eine Tür und ein kleiner Schlüssel im Morgenlicht.
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Petrus im Neuen Testament Bibel und Textverständnis

Was sagt das Neue Testament über das Ende des Petrus und den Ort, von dem er schreibt?

Das Johannesevangelium überliefert das Wort Jesu über den Tod des Petrus; der erste Petrusbrief grüßt aus „Babylon“.

Die Frage nach dem römischen Bischofsamt hängt an einer geschichtlichen Voraussetzung: Hat Petrus in Rom gewirkt, und ist er dort gestorben? Irenäus nennt um 180 die römische Bischofsliste; was er voraussetzt, ist älter als seine Liste. Schon das Neue Testament spricht vom Ende des Petrus und von der Gemeinde, aus der der erste Petrusbrief grüßt.

Das Johannesevangelium überliefert das Wort, mit dem Jesus Petrus sein Ende voraussagt: „Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde.“ (Joh 21,18–19) Der Evangelist deutet das Wort selbst und belässt es nicht bei einer dunklen Andeutung: Es weist auf den Tod, durch den Petrus Gott verherrlichen wird. Das Martyrium des Petrus gehört so schon zum Zeugnis des Evangeliums, als ein Geschehen, das Jesus angekündigt hat.

Der erste Petrusbrief schließt mit dem Gruß: „Es grüßt euch die mitauserwählte Gemeinde in Babylon und Markus, mein Sohn.“ (1 Petr 5,13) „Babylon“ wird hier verbreitet als Deckname für Rom verstanden: Die Offenbarung nennt mit diesem Namen die große Stadt, „der die Herrschaft gehört über die Könige der Erde“ (Offb 17,5.18). Der Gruß bezeichnet eine konkrete Ortsgemeinde, ohne die Stadt beim Namen zu nennen, und fügt einen Markus hinzu, den der Verfasser seinen Sohn nennt.

Clemens und Ignatius Glaube und Überlieferung

Woran erinnern die ältesten Schreiben aus Rom und nach Rom?

Der erste Clemensbrief, ein Schreiben der römischen Gemeinde an Korinth, erinnert an das Zeugnis des Petrus; Ignatius von Antiochien stellt sich gegenüber den Römern unter Petrus und Paulus.

Der erste Clemensbrief ist ein Schreiben der römischen Gemeinde an die Gemeinde in Korinth. Er beginnt: „Die Kirche Gottes, die zu Rom in der Fremde lebt, an die Kirche Gottes, die zu Korinth in der Fremde lebt“ (1 Clem, Eingang). Im fünften Kapitel stellt er den Korinthern die Apostel vor Augen, die „Säulen“, die „Verfolgung und Kampf bis zum Tode getragen“ haben (1 Clem 5,2): „einen Petrus, der wegen ungerechter Eifersucht nicht ein oder zwei, sondern vielerlei Mühseligkeiten erduldet hat“ und nach seinem Zeugnis an den Ort der Herrlichkeit gelangt ist, der ihm gebührt (1 Clem 5,4). Ein Satz genügt dem Verfasser; die römische Gemeinde erinnert die Korinther an ein Ende, das sie kennen.

Ignatius von Antiochien schreibt an die Gemeinde in Rom und stellt sich dabei unter die Apostel: „Nicht wie Petrus und Paulus befehle ich euch. Jene waren Apostel, ich bin ein Verurteilter“ (An die Römer 4,3). Ignatius maßt sich gegenüber den Römern nicht die Vollmacht an, die Petrus und Paulus zukommt; sein Vergleich setzt voraus, dass die beiden Apostel der römischen Gemeinde mit ihrer Vollmacht gegenübergetreten sind. Die Erinnerung an Petrus und Paulus ist in Rom so lebendig, dass ein Bischof aus Syrien die beiden als Maßstab für den eigenen Rang gebrauchen kann.

Jedes dieser Zeugnisse trägt einen eigenen Teil: Das Johannesevangelium spricht vom Martyrium des Petrus, der erste Petrusbrief grüßt aus „Babylon“, die römische Gemeinde erinnert die Korinther an das Zeugnis des Petrus, und Ignatius setzt voraus, dass Petrus und Paulus der Gemeinde in Rom vorangegangen sind. Darauf gründet die spätere Rede von der Kirche, die Petrus und Paulus in Rom gegründet haben. Die Liste, die Irenäus um 180 nennt, ist darum nicht der Anfang der römischen Erinnerung, sondern ihre geordnete Gestalt.

Quellen zu dieser Frage 2

Rom, Petrus und Paulus Glaube und Überlieferung

Irenäus beschreibt Rom als die von Petrus und Paulus gegründete und geordnete Kirche

Die Kirche liest Irenäus als frühes Zeugnis dafür, dass Rom, Petrus, Paulus, die Sukzession und der apostolische Glaube zusammengehören.

Um das Jahr 180 beschreibt Irenäus in seinem Werk „Gegen die Häresien“ (lateinisch: Adversus haereses, abgekürzt Adv. haer.) die römische Kirche als von Petrus und Paulus gegründet und geordnet. Er führt ihre Bischöfe in apostolischer Sukzession an, das heißt in einer ununterbrochenen Folge, in der das Bischofsamt von den Aposteln her weitergegeben wird. Damit verbindet er die Übereinstimmung der Kirchen mit ihrer apostolischen Überlieferung.

Die Kirche empfängt Irenäus als frühes Zeugnis für die Verbindung von Rom, Petrus, Paulus, Sukzession und apostolischem Glauben. Die römische Kontinuität erscheint so als öffentlich erkennbarer Träger dieser Überlieferung und weist über einen bloßen Ehrenvorrang hinaus. Die ausgearbeitete Lehre über universale Jurisdiktion, also über eine rechtliche Leitungsgewalt für die ganze Kirche, und die Terminologie des Ersten Vatikanischen Konzils gehören zur späteren kirchlichen Lehre, die die Reichweite des römischen Dienstes auf der Grundlage dieses frühen Zeugnisses und der weiteren Überlieferung klärt.

  • Kirchenlehrerca. 180

    Irenäus von Lyon

    Die sehr große, sehr alte und allbekannte Kirche, die in Rom von den ruhmreichsten Aposteln Petrus und Paulus gegründet und eingerichtet wurde, besitzt die von den Aposteln herkommende Überlieferung und die Verkündigung, die durch die Nachfolge der Bischöfe bis zu uns gelangt ist. […] Mit dieser Kirche muss wegen ihrer herausragenden Stellung [potentiorem principalitatem] jede Kirche übereinstimmen [convenire], das heißt die Gläubigen von überall.

    Gegen die Häresien, Buch III · Adversus haereses III,3,2–3 · Primärtext

    Irenäus von Lyon bezeugt um 180 in Adversus haereses III,3,2–3 die von Petrus und Paulus gegründete und eingerichtete Kirche in Rom, die durch die Nachfolge der Bischöfe bis in seine Zeit gelangte apostolische Überlieferung und Roms herausragende Stellung als Bezugspunkt kirchlicher Übereinstimmung.

    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Irenäus bezeugt die von den Aposteln Petrus und Paulus in Rom gegründete und eingerichtete Kirche, die von den Aposteln herkommende Überlieferung, ihre Weitergabe durch die Nachfolge der Bischöfe (Linus, Anacletus, Clemens) und Roms herausragende Stellung als Bezugspunkt der Übereinstimmung aller Kirchen.

    Die Grenze: Irenäus bezeugt den Vorrang Roms als Maßstab der apostolischen Überlieferung; die rechtliche Gestalt dieses Vorrangs hat das Erste Vatikanische Konzil später bestimmt und dabei gerade dieses Wort aufgenommen (DS 3057; KKK 834).

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Irenäus argumentiert gegen geheime Lehren mit der öffentlichen apostolischen Überlieferung und der Bischofsnachfolge. In diesem kurzen Ausschnitt tritt die römische Kirche als besonderer Bezugspunkt seines Sukzessionsarguments hervor.

    Historischer Text

    Die sehr große, sehr alte und allbekannte Kirche, die in Rom von den ruhmreichsten Aposteln Petrus und Paulus gegründet und eingerichtet wurde, besitzt die von den Aposteln herkommende Überlieferung und die Verkündigung, die durch die Nachfolge der Bischöfe bis zu uns gelangt ist. […] Mit dieser Kirche muss wegen ihrer herausragenden Stellung [potentiorem principalitatem] jede Kirche übereinstimmen [convenire], das heißt die Gläubigen von überall. In ihr ist die von den Aposteln stammende Überlieferung von denen, die von überall her sind, stets bewahrt worden. […] Nachdem die seligen Apostel die Kirche gegründet und eingerichtet hatten, übergaben sie Linus das Bischofsamt zur Leitung der Kirche; auf ihn folgte Anacletus, und an dritter Stelle nach den Aposteln wurde Clemens Bischof.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Der Abschnitt nennt die von den Aposteln Petrus und Paulus gegründete und eingerichtete Kirche in Rom, die von den Aposteln herkommende Überlieferung, die Bischofsfolge Linus, Anacletus und Clemens und weist Rom innerhalb des öffentlichen Sukzessionsarguments eine herausgehobene Referenzstellung zu. Er zeigt damit, wie Rom im zweiten Jahrhundert als Bezugspunkt der einen apostolischen Verkündigung galt.

    Quelle
    Gegen die Häresien, Buch III · Adversus haereses III,3,2–3
    Textfassung und Rechte
    Eigene deutsche Übertragung aus der lateinischen Überlieferung („propter potentiorem principalitatem … convenire“); verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1885). Der Katechismus gibt den Satz über Rom so wieder: „Mit dieser Kirche nämlich muß wegen ihres besonderen Vorranges notwendig jede Kirche übereinstimmen“ (KKK 834). Die lateinische Überlieferung und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Irenäus von Lyon
Quellen zu dieser Frage 3

Übereinstimmung oder Unterordnung Glaube und Überlieferung

Fordert die Übereinstimmung der Kirchen eine rechtliche Unterordnung unter Rom?

Irenäus verlangt Übereinstimmung im apostolischen Glauben. Ob daraus eine rechtliche Unterordnung jeder Kirche unter den Bischof von Rom folgt, ist eine eigene Frage.

Der Einwand liest die Aussage über die Übereinstimmung so: Rom gilt wegen seiner apostolischen Überlieferung als zuverlässiger Zeuge, und der Text enthält keine Theorie, nach der jede Kirche der rechtlichen Leitung des römischen Bischofs untersteht. Auch die weiteren frühen Zeugnisse bleiben an diesem Punkt zurückhaltend. Der erste Clemensbrief, kurz 1 Clem, zeigt eine römische Intervention in Korinth. Ignatius von Antiochien hebt im Proömium, dem Vorwort seines Schreibens an die Römer, die römische Kirche hervor. Beide Zeugnisse belegen eine frühe römische Stellung als Ort des apostolischen Bezugs und der Intervention, aber noch keine unbestrittene, vollständig entwickelte universale Jurisdiktion des Bischofs von Rom.

Irenäus verlangt mehr als Achtung vor einem zuverlässigen Zeugen: Mit der Kirche von Rom muss jede Kirche „wegen ihres besonderen Vorranges“ übereinstimmen, und die Gemeinschaft mit ihr wird zum Prüfstein der apostolischen Lehre. Die Kirche nimmt gerade dieses Wort als Zeugnis eines wirklichen Vorrangs auf: Der Katechismus zitiert es zusammen mit dem Wort des Ignatius von der Kirche, „die den Vorsitz in der Liebe führt“, verweist auf seine Übernahme durch das Erste Vatikanische Konzil und folgert, dass die Teilkirchen im Vollsinn katholisch sind durch die Gemeinschaft mit der Kirche von Rom (KKK 834). Schon der erste Clemensbrief, den die römische Gemeinde an die Korinther schreibt, erwartet Gehorsam gegenüber dem, „was wir durch den Heiligen Geist (geleitet) geschrieben haben“ (1 Clem 63,2). Die ausgearbeitete Lehre über die Jurisdiktion gehört der späteren Klärung an; sie entfaltet, was bei Clemens, Ignatius und Irenäus bereits erkennbar ist.

Quellen zu dieser Frage 3

Nachfolge und Gestalt Glaube und Überlieferung

Wie kann der Bischof von Rom Nachfolger Petri sein, wenn die ältesten römischen Zeugnisse keinen einzelnen Bischof nennen?

Der erste Clemensbrief spricht im Namen der römischen Kirche, und Ignatius grüßt sie, ohne einen Bischof zu nennen; die Bischofsliste erscheint erst bei Irenäus. Die Kirche lehrt die Nachfolge in der Sendung des Petrus, nicht eine von Anfang an gleichbleibende Gestalt ihrer Ausübung.

Der Einwand stützt sich auf die ältesten Nachrichten aus Rom. Der erste Clemensbrief ist als Schreiben der Kirche Gottes in Rom an die Kirche Gottes in Korinth abgefasst (1 Clem, Eingang); nicht ein einzelner Amtsträger spricht in eigenem Namen, sondern die Gemeinde wendet sich an die Kirche von Korinth. Ignatius von Antiochien schreibt an die Römer, ohne einen römischen Bischof zu nennen; er grüßt die Kirche, „die auch den Vorsitz führt am Orte des römischen Bezirkes“ und „Vorsteherin ist des Liebesbundes“. Die Liste der römischen Bischöfe erscheint erst um 180 bei Irenäus. Zwischen dem Zeugnis der Gemeinde und dem Zeugnis der Liste liegen Jahrzehnte, in denen kein einzelner Leiter greifbar ist; darauf stützt sich der Einwand.

Das Erste Vatikanische Konzil hat 1870 definiert, dass Petrus nach Christi eigener Einsetzung im Primat über die ganze Kirche fortdauernde Nachfolger hat und dass der Bischof von Rom sein Nachfolger in diesem Primat ist (Pastor aeternus, Kap. 2 mit Kanon; DH 3058). Das ist verbindliche Lehre der Kirche, und sie betrifft die Nachfolge in der Vollmacht, die Petrus unter den Aposteln empfangen hat. Wer das Dogma so liest, als müsse die römische Kirche vom ersten Tag an einen einzelnen Bischof an ihrer Spitze gehabt haben, legt eine geschichtliche Erwartung in den Text, die er nicht enthält. Die Kirche unterscheidet die Sendung des Petrusamtes von der geschichtlichen Gestalt seiner Ausübung (UUS 95).

Die römische Kirche handelt in jenen Jahrzehnten als Ganze, und sie handelt mit apostolischer Vollmacht. Der erste Clemensbrief schreibt den Korinthern: „Wer aber ungehorsam ist gegen das, was er durch uns gesagt hat, der soll wissen, dass er sich in Sünde und nicht geringe Gefahr verstrickt“ (1 Clem 59,1). Ein Schreiben, das so spricht, verlangt Gehorsam in einer Frage der kirchlichen Ordnung. Der Plural „durch uns“ schwächt diesen Anspruch nicht ab: Die Gemeinde steht hinter dem Wort, und das Wort tritt mit einer Autorität auf, die über eine brüderliche Bitte hinausgeht.

Ignatius bezeugt dieselbe Gestalt: Er nennt keinen Bischof und spricht die Gemeinde als Kirche an, die den Vorsitz führt. Was der Einwand als Lücke liest, erscheint in diesen Texten als die Gestalt der Sache selbst: Der Vorrang ist da, und er tritt zunächst als Vorrang einer Kirche hervor.

Um 180 legt Irenäus eine Bischofsliste vor, die mit Linus, Anacletus und Clemens beginnt und auf die Apostel zurückgeführt wird; von Clemens sagt er, er habe die Apostel noch gesehen und mit ihnen verkehrt (Adv. haer. III,3,3). Irenäus trägt die Reihe als bekannte Überlieferung vor. Eine Reihe, die bei Männern der ersten Generation einsetzt, ist älter als der Text, in dem sie zum ersten Mal schriftlich greifbar wird: Die Gemeinde hat die Folge ihrer Leiter bewahrt, und Irenäus gibt sie in geordneter Form wieder.

Johannes Paul II. hat in Ut unum sint den Unterschied benannt, um den es hier geht. Er nimmt die an ihn gerichtete Bitte auf, „eine Form der Primatsausübung zu finden, die zwar keineswegs auf das Wesentliche ihrer Sendung verzichtet, sich aber einer neuen Situation öffnet“ (UUS 95). Das Wesentliche ist die Sendung; die Form ihrer Ausübung ist geschichtlich, und die Kirche rechnet damit, dass der Primat zu verschiedenen Zeiten verschieden ausgeübt wurde und ausgeübt werden kann. Die Nachfolge Petri meint die Fortdauer dieser Sendung: Der Bischof von Rom steht in der Vollmacht, die Petrus unter den Aposteln empfangen hat, und in den ersten Jahrzehnten ist sie in der Gestalt einer Kirche greifbar, die als Ganze spricht und den Vorsitz führt. Der Einwand trifft die Gestalt der Ausübung und lässt die Sendung stehen.

Quellen zu dieser Frage 5
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