SCRIPTURA PLENA

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Themenüberblick

Vom Amt der Apostel zum bleibenden Hohenpriester

Schließt das allgemeine Priestertum aller Getauften ein besonderes Amtspriestertum aus? Die Kirche antwortet: Beides gehört zusammen. Alle Getauften sind ein priesterliches Volk, und zugleich stiftet Christus ein Amtspriestertum, den Dienst, den er seinen Aposteln weitergibt; beide unterscheiden sich dem Wesen nach (LG 10). Auch die reformatorischen Bekenntnisse kennen ein von Gott eingesetztes Predigtamt und verlangen für seinen Dienst eine ordnungsgemäße Berufung (CA V; XIV). Umstritten sind die Sakramentalität der Weihe, das Bischofsamt und die Vollmacht, Leib und Blut des Herrn darzubringen und Sünden zu vergeben. Dass die Weihe ein von Christus eingesetztes Sakrament ist, das ein unauslöschliches Prägemal verleiht, dass es im Neuen Bund dieses sichtbare Priestertum gibt und dass die Hierarchie aus Bischöfen, Priestern und Dienern auf göttlicher Anordnung beruht, hat das Konzil von Trient 1563 als Glaubenssatz festgehalten, also als geoffenbarte und im Glauben festzuhaltende Wahrheit (KKK 1581–1583). Das Zweite Vatikanische Konzil lehrt, dass die Bischöfe an die Stelle der Apostel getreten sind und die Bischofsweihe die Fülle des Weihesakraments überträgt (LG 20–21; KKK 1557). Dass nur getaufte Männer die Weihe empfangen, trägt die Kirche als endgültig zu haltende Lehre vor (KKK 1577; Ordinatio sacerdotalis 4); der Zölibat dagegen gehört zur Ordnung der lateinischen Kirche und nicht zum Wesen der Weihe (PO 16). Seinen Rang unter den Glaubenswahrheiten erhält das Amt von Christus, dem bleibenden Hohenpriester: Durch das geweihte Amt handelt er selbst in den Sakramenten für seine Kirche (KKK 1120).

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3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Ein Amtsträger legt einem knienden Mann die Hände auf und reicht eine Lampe weiter; die Handlung führt über mehrere Gestalten zu Christus.
PriestertumKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Unterthema 1 von 3 · Amt und Weitergabe

Das Amt der Apostel wird unter Handauflegung weitergegeben und dient dem einen Hohenpriester Christus

Weitergabe des Apostelamtes Bibel und Textverständnis

Amt und Weitergabe

Die Schrift zeigt, wie der apostolische Dienst weitergeht und welche Stellung das priesterliche Volk Gottes hat.

Sein Amt soll ein anderer erhalten!

Auszug aus Apg 1,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Die Apostel berufen einen anderen an die Stelle des Judas.

Apg 1,20–26: Zusammenhang und Übersetzung

Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten.

Auszug aus Apg 14,23 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus und Barnabas setzen in den Gemeinden Älteste ein.

Apg 14,23: Zusammenhang und Übersetzung

Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst und in den einzelnen Städten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe, wenn einer unbescholten und Mann einer einzigen Frau ist, mit gläubigen Kindern, die nicht unter dem Vorwurf der Liederlichkeit stehen oder ungehorsam sind.

Auszug aus Tit 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Titus soll in den einzelnen Städten Älteste einsetzen.

Tit 1,5: Zusammenhang und Übersetzung

Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten!

Auszug aus 1 Tim 4,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Timotheus empfängt eine geistliche Gabe durch prophetisches Wort und die Handauflegung des Presbyteriums.

1 Tim 4,14: Zusammenhang und Übersetzung

Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist!

Auszug aus 2 Tim 1,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus erinnert Timotheus an die durch Handauflegung empfangene Gabe Gottes.

2 Tim 1,6: Zusammenhang und Übersetzung

Das Amt des Judas wird nach seinem Ausscheiden neu besetzt (Apostelgeschichte 1,20–26). Damit geht der apostolische Dienst weiter. Paulus und seine Mitarbeiter setzen in den Gemeinden Älteste ein (Apostelgeschichte 14,23; Titus 1,5). Älteste sind die Vorsteher einer Gemeinde. Eine geistliche Gabe erscheint im Zusammenhang mit der Handauflegung und mit einem Dienst, der einem seiner Mitarbeiter anvertraut wird (1 Timotheus 4,14; 2 Timotheus 1,6). So formt die Sendung der Apostel Dienste, die durch Handauflegung weitergegeben werden. Diese Weitergabe des apostolischen Dienstes in ununterbrochener Folge trägt den Namen apostolische Sukzession.

Vers 5b: Mir gehört die ganze Erde,

Vers 6a: ihr aber sollt mir als ein Königreich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören.

Auszug aus Ex 19,5b–6a · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Israel soll ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.

Ex 19,6: Zusammenhang und Übersetzung

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde.

Auszug aus 1 Petr 2,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Getauften werden als königliche Priesterschaft und heiliges Volk bezeichnet.

1 Petr 2,9: Zusammenhang und Übersetzung

Und auch aus ihnen nehme ich einige zu levitischen Priestern, spricht der HERR.

Auszug aus Jes 66,18–21 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Gott sammelt Menschen aus den Völkern und nimmt auch aus ihnen priesterliche Dienste.

Jes 66,18–21: Zusammenhang und Übersetzung

Jeder Hohepriester wird aus den Menschen genommen und für die Menschen eingesetzt zum Dienst vor Gott, um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen.

Auszug aus Hebr 5,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Hohepriester wird aus den Menschen genommen und für die Menschen vor Gott eingesetzt.

Hebr 5–7: Zusammenhang und Übersetzung

Jeder Hohepriester wird aus den Menschen genommen und für die Menschen eingesetzt zum Dienst vor Gott, um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen.

Auszug aus Hebr 5,1–10 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Hohepriester wird für die Menschen zum Dienst vor Gott eingesetzt und bringt Gaben und Opfer dar.

Hebr 5,1–10: Zusammenhang und Übersetzung

Dieser Dienst steht in einem Volk, das selbst priesterlich ist. Gott nennt Israel sein priesterliches Volk (Exodus 19,6), und der erste Petrusbrief nimmt dieses Wort für die Getauften auf (1 Petrus 2,9). Jesaja 66,18–21 zeigt Völker und Priester, die zum Herrn kommen. In der Mitte des priesterlichen Volkes steht das Amtspriestertum. Der Hebräerbrief bezeugt, dass das Priestertum auf Gottes Berufung ruht (Hebräer 5,1–10); über allem steht Christus, der von Gott eingesetzte und bleibende Hohepriester des neuen Bundes (Hebräer 7,23–28).

Aus den Zeugnissen wächst ein zusammenhängendes Bild: Ein Amt wird weitergeführt und neu besetzt, die Weihe bleibt an die Wahl Christi gebunden, Gemeinden empfangen eingesetzte Älteste, der Dienst wird unter Handauflegung übertragen und mit der geistlichen Gabe verbunden, und die Bischöfe führen ihn als Nachfolger der Apostel mit Priestern und Diakonen fort; getragen ist all das von dem einen Hohenpriester, der in Ewigkeit bleibt und sein Opfer ein für alle Mal dargebracht hat. Christus ist das Zentrum; ihm dient die Weitergabe des Amtes, wie sie dem Volk zugutekommt, das er sich erwählt. Das geordnete Amt und die Gleichheit der Getauften gehören zusammen: In dieser Gemeinschaft sind alle Getauften gleich, und in ihr trägt das Volk den Dienst mit, den Gott in ihm bestellt. Ihren Rang unter den Glaubenswahrheiten erhält die Lehre vom Weiheamt von Christus her: Durch das geweihte Amt handelt er selbst in den Sakramenten für seine Kirche (KKK 1120; vgl. UR 11).

Weiterführende Erklärungen

Ein apostolisches Amt wird weitergeführtDirekter positiver Beleg

Das Apostelamt wird nach dem Ausscheiden des Judas geordnet neu besetzt, und die Apostel suchen den Nachfolger unter den Männern, die mit ihnen gewesen waren. Wem die Kirche die Weihe spenden kann, bestimmt sie im Blick auf diese Wahl Christi und der Apostel.

Die Weihe folgt der Wahl ChristiUnterstützender positiver Beleg

Christus wählt die Zwölf, und die Kirche bleibt an diese Wahl gebunden. Von den Aposteln gehen die Dienste aus, die die Gemeinden erreichen: Paulus und seine Mitarbeiter setzen Älteste ein.

Die Einsetzung der ÄltestenUnterstützender positiver Beleg

Die eingesetzten Ältesten stehen den Gemeinden vor. Der Dienst wird nicht nur übertragen, sondern mit einer geistlichen Gabe verbunden, die durch Handauflegung vermittelt wird.

Eine geistliche Gabe wird durch Handauflegung vermitteltUnterstützender positiver Beleg

Die Handauflegung gibt die Gabe weiter, aus der der Dienst lebt. In der Kirche geht diese Gabe weiter: Die Bischöfe treten an die Stelle der Apostel, und die Weihe kennt drei Stufen (KKK 1536).

Bischöfe, Priester und Diakone führen den Dienst der Apostel fortUnterstützender positiver Beleg

Bischöfe, Priester und Diakone geben den Dienst der Apostel weiter. Dieser Dienst hat seinen Grund nicht in sich selbst: Christus bleibt der eine Hohepriester, der in Ewigkeit für sein Volk eintritt.

Der eine Hohepriester und der priesterliche Dienst der KircheUnterstützender positiver Beleg

Christus trägt den Dienst, den die Kirche weitergibt. Zugleich steht dieser Dienst in einem Volk, das selbst priesterlich ist: Das geordnete Amt hebt das gemeinsame Priestertum der Getauften nicht auf, sondern dient ihm.

Ein priesterliches Volk und ein besonderer DienstUnterstützender positiver Beleg

Unterthema 2 von 3 · Zölibat und Hingabe

Die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen ist dem Priestertum in vielfacher Hinsicht angemessen

Zölibat als Hingabe Glaube und Überlieferung

Warum verbindet die Kirche priesterlichen Dienst und eheloses Leben?

In der lateinischen Kirche trägt die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen den Namen Zölibat; sie ist eine Gestalt der Hingabe, die das ganze Leben prägt.

Jesus nennt Menschen, die um des Himmelreiches willen ehelos leben, und fügt hinzu: „Wer es erfassen kann, der erfasse es.“ Darin liegt die Möglichkeit einer freiwilligen ehelosen Hingabe an den Dienst für das Himmelreich. Jesu Wort zeigt diese Berufung als eine dem Evangelium entsprechende Lebensform. Die Stelle selbst trägt die Berufung zur ehelosen Hingabe; dass die lateinische Kirche ihre Priester normalerweise aus Männern wählt, die zölibatär leben, beruht auf ihrer kirchlichen Ordnung (KKK 1579).

Katechismus der Katholischen Kirche

KKK 1579

Der Katechismus behandelt Weihe, Priestertum und in KKK 1579–1580 die lateinische sowie die rechtmäßige ostkirchliche Ordnung des Zölibats.

Mit Ausnahme der ständigen Diakone werden alle geweihten Amtsträger der lateinischen Kirche normalerweise aus den gläubigen Männern gewählt, die zölibatär leben und den Willen haben, den Zölibat „um des Himmelreiches willen“ (Mt 19,12) beizubehalten.

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Wer es erfassen kann, der erfasse es.

Auszug aus Mt 19,12 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Jesus nennt Menschen, die um des Himmelreiches willen ehelos leben.

Mt 19,10–12: Zusammenhang und Übersetzung

Paulus beschreibt diese Berufung als eigene Gnadengabe Gottes. Der Unverheiratete kann sich mit ungeteilter Sorge der Sache des Herrn widmen: „Dies sage ich zu eurem Nutzen: nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr, damit ihr euch in rechter Weise und ungestört immer an den Herrn haltet.“ Zugleich nennt Paulus Ehe und Ehelosigkeit unterschiedliche Gnadengaben und sagt doch: Wer nicht heiratet, „handelt besser“ (1 Kor 7,38). Die Ehe gehört zur guten Ordnung der Schöpfung und bleibt eine von Gott gestiftete, in Christus sakramentale Berufung; auch ein verheirateter Priester kann aus ganzer Hingabe dienen. Die zölibatäre Lebensform macht die ungeteilte Hingabe auf eigene Weise sichtbar und erhält ihren Wert aus der Anhänglichkeit an den Herrn.

Dies sage ich zu eurem Nutzen: nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr, damit ihr euch in rechter Weise und ungestört immer an den Herrn haltet.

Auszug aus 1 Kor 7,35 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Paulus unterscheidet zwischen Verheirateten und Unverheirateten und beschreibt die ungeteilte Sorge des Unverheirateten für den Herrn.

1 Kor 7,7–8.32–35: Zusammenhang und Übersetzung

Die Kirche versteht den Zölibat als besondere Gabe Gottes, durch die der geistliche Amtsträger Christus mit ungeteiltem Herzen anhängt und sich freier dem Dienst an Gott und den Menschen widmet. In der lateinischen Kirche übernimmt der Kleriker diese Ehelosigkeit frei, wenn er sich weihen lässt; sie ist die Ordnung dieser Kirche. Das Wesen des Priestertums liegt in der Weihe und im Dienst an Wort und Sakrament, während die Ehelosigkeit diesem Dienst als Gabe zugeordnet ist. In den Ostkirchen werden rechtmäßig auch verheiratete Männer zu Diakonen und Priestern geweiht, während die Bischöfe aus den Unverheirateten gewählt werden (KKK 1580).

Weiteres kirchliches Zeugnis: Codex Iuris Canonici: Zölibatspflicht

Codex Iuris Canonici: Zölibatspflicht

CIC can. 277 §1

Der Canon formuliert die lateinische Zölibatspflicht und begründet sie mit ungeteiltem Herzen und freierem Dienst.

Die Kleriker sind gehalten, vollkommene und immerwährende Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen zu wahren; deshalb sind sie zum Zölibat verpflichtet, der eine besondere Gabe Gottes ist, durch welche die geistlichen Amtsträger leichter mit ungeteiltem Herzen Christus anhangen und sich freier dem Dienst an Gott und den Menschen widmen können.

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Weiteres kirchliches Zeugnis: Presbyterorum ordinis

Presbyterorum ordinis

PO 16

Das Konzil unterscheidet sakramentales Wesen, geschichtliche Rechtsbindung und die geistlichen Gründe des Zölibats.

Zwar ist sie nicht vom Wesen des Priestertums selbst gefordert, wie die Praxis der frühesten Kirche und die Tradition der Ostkirchen zeigt, wo es neben solchen, die aus gnadenhafter Berufung zusammen mit allen Bischöfen das ehelose Leben erwählen, auch hochverdiente Priester im Ehestand gibt.

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Weiteres kirchliches Zeugnis: Codex Iuris Canonici: Weihealter und ständiger Diakonat

Codex Iuris Canonici: Weihealter und ständiger Diakonat

CIC can. 1031 §2

Der Canon belegt die rechtmäßige Zulassung verheirateter Männer zum ständigen Diakonat.

Ein unverheirateter Kandidat für den ständigen Diakonat darf zu diesem Diakonat frühestens nach Vollendung des fünfundzwanzigsten Lebensjahres zugelassen werden, ein verheirateter Kandidat frühestens nach Vollendung des fünfunddreißigsten Lebensjahres und mit Zustimmung der Ehefrau.

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Weiteres kirchliches Zeugnis: Codex Iuris Canonici: Übernahme der Zölibatsverpflichtung

Codex Iuris Canonici: Übernahme der Zölibatsverpflichtung

CIC can. 1037

Der Canon bestimmt Zeitpunkt und öffentliche Form der Zölibatsverpflichtung vor der Diakonenweihe.

Ein unverheirateter Weihebewerber für den ständigen Diakonat und ebenso ein Weihebewerber für den Presbyterat dürfen zur Diakonenweihe erst zugelassen werden, wenn sie nach dem vorgeschriebenen Ritus öffentlich vor Gott und der Kirche die Zölibatsverpflichtung übernommen bzw. die ewigen Gelübde in einem Ordensinstitut abgelegt haben.

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Weiteres kirchliches Zeugnis: Pastores dabo vobis

Pastores dabo vobis

PDV 29

Das Schreiben entfaltet Gabecharakter, bräutliche Hingabe und eschatologische Bedeutung.

Dabei ragt die kostbar göttliche Gnadengabe hervor, die der Vater einigen gibt (vgl. Mt 19,11; 1 Kor 7,7), die Jungfräulichkeit oder der Zölibat, in dem man sich leichter ungeteilten Herzens (vgl. 1 Kor 7,32-34) Gott allein hingibt.

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Jesu Antwort auf die Frage nach der Ehe in der Auferstehung weist auf das Leben bei Gott: „Denn nach der Auferstehung heiratet man nicht, noch wird man geheiratet, sondern die Menschen sind wie Engel im Himmel.“ In der Auferstehung wird nicht geheiratet. Dieser eschatologische Hinweis verbindet sich mit Jesu freiwilliger eheloser Hingabe und mit der kirchlichen Lehre vom Zölibat: Eine ehelos hingegebene Lebensform kann auf die kommende Welt vorausweisen. Der Vers begründet die kirchliche Zölibatsordnung nicht und macht den Zölibat nicht zu einem Bestandteil des Sakraments; er gibt vielmehr den Inhalt an, auf den dieses Zeichen verweist.

Denn nach der Auferstehung heiratet man nicht, noch wird man geheiratet, sondern die Menschen sind wie Engel im Himmel.

Auszug aus Mt 22,30 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

In der Auferstehung wird nicht geheiratet.

Mt 22,30: Zusammenhang und Übersetzung

Darum versteht die Kirche den Zölibat als sichtbares Zeichen der kommenden Welt und der Auferstehung. Das Zweite Vatikanische Konzil nennt ihn ein Zeichen und einen Antrieb der Hirtenliebe sowie eine besondere Quelle geistlicher Fruchtbarkeit. In dieser Lebensform wird eine bräutliche Selbsthingabe an Christus und an die Kirche sichtbar; sie wird zum Weg geistlicher Vaterschaft. Die lateinische kirchliche Ordnung verbindet so die Hoffnung auf das Leben der Auferstehung mit ungeteilter Hingabe und priesterlicher Hirtenliebe.

Zölibat und Hingabe gehören zusammen: Die Kirche bejaht mit Jesus die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen und hat diese Lebensform mit dem priesterlichen Dienst verbunden. Die lateinische Kirche gibt der Ehelosigkeit diesen Ort in ihrem Amt; das Konzil nennt den Zölibat „in vielfacher Hinsicht dem Priestertum angemessen“, und die Ostkirchen weihen rechtmäßig auch verheiratete Männer zu Priestern (PO 16). Diese Berufung schenkt die Freiheit zu einer ungeteilten Hingabe an den Herrn, und in der Gemeinde wird darin die kommende Welt und die Auferstehung sichtbar. Der Zölibat gehört in diese Nachfolge; in ihr sind alle Lebensformen auf Christus ausgerichtet. Das Wesen des priesterlichen Dienstes liegt im Dienst an Wort und Sakrament, und die Ehelosigkeit ist diesem Dienst als Gabe zugeordnet. Von dieser Mitte empfängt sie ihre Kraft. Seinem Rang nach ist der Zölibat eine Ordnung der lateinischen Kirche, die eine von Christus empfohlene Gabe in den Dienst des Amtes stellt.

Weiterführende Erklärungen

Eine besondere Berufung: Ehelosigkeit um des Himmelreiches willenDirekter positiver Beleg

Jesus bejaht die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen. Paulus zeigt, wozu diese Berufung befreit: zu einer ungeteilten Hingabe an die Sache des Herrn.

Ungeteilt für den HerrnDirekter positiver Beleg

Die ungeteilte Hingabe gehört zu diesem Weg. In der Auferstehung wird sichtbar, worauf die Ehelosigkeit hinweist: Sie ist ein Zeichen der kommenden Welt, in der die Menschen nicht mehr heiraten.

Zeichen der kommenden WeltUnterstützender positiver Beleg

Unterthema 3 von 3 · Christus und das Priestertum des Neuen Bundes

Christus bleibt der eine Hohepriester, an dessen Priestertum alle Getauften Anteil haben

Christus als Hohepriester Glaube und Überlieferung

Christus und das Priestertum des Neuen Bundes

Der Hebräerbrief richtet den Blick auf Christus, den bleibenden Hohenpriester. Von ihm empfängt die Kirche ihren Dienst: Sie gibt ihn weiter, feiert die Eucharistie und lebt als priesterliches Volk.

Gegen ein priesterliches Amt in der Kirche wird eingewandt: Der levitische Opferdienst endet nach Hebräer 7–10 in Christi bleibendem Priestertum und seinem einmaligen Opfer. Alle Christen sind Priester; der zerrissene Vorhang öffnet den Zugang zu Gott, und Christus ist der einzige Mittler. Das Neue Testament kennt Älteste, Aufseher und Diakone, nennt Gemeindeleiter aber nicht regelmäßig Kultpriester. Darum bejahen lutherische, reformierte, anglikanische und baptistische Kirchen geordnete Ämter, lehnen jedoch ein sakramentales Opferpriestertum und ein weiteres Messopfer ab.

Mit Christus erreicht die levitische Opferordnung ihr Ziel. Sein eigenes Blut erwirkt ein für alle Mal die ewige Erlösung; durch das eine Opfer führt er die Geheiligten zur Vollendung. Damit endet der alte Kult als wiederholte Opferordnung, während die Hingabe Christi die bleibende Grundlage des neuen Gottesdienstes bildet.

Mit seinem eigenen Blut ist er ein für alle Mal in das Heiligtum hineingegangen und so hat er eine ewige Erlösung bewirkt.

Auszug aus Hebr 9,11–14 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Christus geht mit seinem eigenen Blut ein für alle Mal in das Heiligtum ein.

Hebr 9,11–14: Zusammenhang und Übersetzung

Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt.

Auszug aus Hebr 10,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Christus bringt ein einziges Opfer für die Sünden dar und setzt sich zur Rechten Gottes.

Hebr 10,1–18: Zusammenhang und Übersetzung

Christus selbst bleibt der eine und ewige Hohepriester. Ein Hohepriester ist der Priester, der für das ganze Volk vor Gott steht. Die Verheißung eines Priesters auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks findet in ihm ihre Erfüllung: Er bringt Gebet und Gehorsam vor Gott dar, sitzt zur Rechten des Vaters im wahren Heiligtum und tritt bleibend für sein Volk ein. Sein Priestertum vergeht nicht und braucht keinen Nachfolger, der es übernimmt; deshalb lebt der Dienst der Kirche aus seiner lebendigen Gegenwart. Die Einzigkeit seiner Mittlerschaft schließt eine von ihm abhängige Teilnahme nicht aus, „sondern erweckt sie“ (LG 62).

Der HERR hat geschworen und nie wird es ihn reuen: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.

Auszug aus Ps 110,4 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Der Herr setzt einen Priester für immer nach der Ordnung Melchisedeks ein.

Ps 110,4: Zusammenhang und Übersetzung

Jeder Hohepriester wird aus den Menschen genommen und für die Menschen eingesetzt zum Dienst vor Gott, um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen.

Auszug aus Hebr 5,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Jeder Hohepriester wird aus den Menschen genommen und für sie vor Gott eingesetzt; diese Bestimmung erfüllt Christus.

Hebr 5–7: Zusammenhang und Übersetzung

Er aber hat, weil er in Ewigkeit bleibt, ein unvergängliches Priestertum.

Auszug aus Hebr 7,24 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Im Unterschied zu den levitischen Priestern hat Christus, weil er in Ewigkeit bleibt, ein unvergängliches Priestertum.

Hebr 7,11–28: Zusammenhang und Übersetzung

Wir haben einen solchen Hohepriester, der sich zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel gesetzt hat.

Auszug aus Hebr 8,1–2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Christus dient als Hoherpriester im wahren Heiligtum, das der Herr errichtet hat.

Hebr 8,1–2: Zusammenhang und Übersetzung

Sein einziges Hohepriestertum hebt die priesterliche Berufung des Gottesvolkes nicht auf. Schon Israel wird als Königreich von Priestern und heiliges Volk bezeichnet, und in Christus sind die Getauften eine königliche Priesterschaft, die ihr Leben als lebendiges und heiliges Opfer darbringt. Den „neuen und lebendigen Weg“ in das Heiligtum hat Christus allen Getauften erschlossen (Hebr 10,19–20). Das gemeinsame Priestertum aller Getauften ist deshalb wirklich und aktiv; zugleich lässt diese gemeinsame Berufung Raum für einen besonderen, geordneten Dienst in ihrer Mitte.

Vers 5b: Mir gehört die ganze Erde,

Vers 6a: ihr aber sollt mir als ein Königreich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören.

Auszug aus Ex 19,5b–6a · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Israel wird als Königreich von Priestern und heiliges Volk bezeichnet.

Ex 19,6: Zusammenhang und Übersetzung

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde.

Auszug aus 1 Petr 2,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Die Getauften sind eine königliche Priesterschaft und ein heiliges Volk.

1 Petr 2,9: Zusammenhang und Übersetzung

Ihm, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut, der uns zu einem Königreich gemacht hat und zu Priestern vor Gott, seinem Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen.

Auszug aus Offb 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Christus macht die Seinen zu einem Königreich und zu Priestern vor Gott.

Offb 1,5–8: Zusammenhang und Übersetzung

Ich ermahne euch also, Brüder und Schwestern, kraft der Barmherzigkeit Gottes, eure Leiber als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darzubringen – als euren geistigen Gottesdienst.

Auszug aus Röm 12,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Paulus ruft die Christen auf, ihren Leib als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darzubringen.

Röm 12,1: Zusammenhang und Übersetzung

Der neue Bund gibt dem Verhältnis von gemeinsamem Priestertum und besonderem Dienst seine Gestalt. Der Hebräerbrief erklärt den ersten Bund für veraltet, weil Gott in Christus den neuen Bund stiftet; dabei verwirft die Kirche nicht die alttestamentlichen Schriften, sondern liest ihre Verheißungen in der neuen Heilsordnung erfüllt. Beim letzten Mahl beauftragt Jesus seine Jünger, die Feier zu seinem Gedächtnis zu vollziehen, und nach seiner Auferstehung sendet er sie, wie der Vater ihn gesandt hat, mit der Vollmacht, Sünden zu vergeben.

Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt.

Auszug aus Hebr 8,13 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Der neue Bund macht den ersten Bund veraltet.

Hebr 8,6–13: Zusammenhang und Übersetzung

Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!

Auszug aus Lk 22,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Jesus gibt seinen Jüngern beim Mahl den Auftrag: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“

Lk 22,14–20: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 21: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Vers 22: Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Vers 23: Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Auszug aus Joh 20,21–23 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Der Auferstandene sendet die Jünger, haucht ihnen den Geist ein und überträgt ihnen Vollmacht zur Vergebung und zum Behalten von Sünden.

Joh 20,21–23: Zusammenhang und Übersetzung

Die apostolische Kirche behandelt diesen Auftrag als einen Dienst, der weitergegeben werden soll. An die Stelle des Judas tritt ein anderer, Gemeinden wählen und empfangen Diener durch Gebet und Handauflegung, Barnabas und Saulus werden nach Fasten und Gebet ausgesandt, und Älteste werden in den Gemeinden eingesetzt. Der Heilige Geist bestellt Aufseher für die Herde; Timotheus empfängt eine geistliche Gabe durch Handauflegung, soll sie treu bewahren und zuverlässigen Menschen anvertrauen, die wiederum andere lehren können, während Titus Älteste in den einzelnen Städten einsetzt. Auch der Dienst der Ältesten an den Kranken gehört zu dieser geordneten Sendung, die im Gebet geschieht. So bleiben Sendung, Lehre und sakramentaler Dienst durch die apostolische Sukzession verlässlich erhalten.

Sein Amt soll ein anderer erhalten!

Auszug aus Apg 1,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Ein anderer wird an die Stelle des Judas berufen.

Apg 1,20–26: Zusammenhang und Übersetzung

Sie ließen sie vor die Apostel hintreten und diese legten ihnen unter Gebet die Hände auf.

Auszug aus Apg 6,1–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Gemeinde wählt Männer, die von den Aposteln unter Gebet und Handauflegung eingesetzt werden.

Apg 6,1–6: Zusammenhang und Übersetzung

Als sie zu Ehren des Herrn Gottesdienst feierten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Wählt mir Barnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie berufen habe.

Auszug aus Apg 13,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Barnabas und Saulus werden nach Fasten, Gebet und Handauflegung ausgesandt.

Apg 13,1–3: Zusammenhang und Übersetzung

Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten.

Auszug aus Apg 14,23 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

In den Gemeinden werden Älteste eingesetzt.

Apg 14,23: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 17: Von Milet aus schickte er jemanden nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen.

Auslassung im Bibeltext.

Vers 28: Gebt Acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Vorstehern bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche des Herrn sorgt, die er sich durch sein eigenes Blut erworben hat!

Auszug aus Apg 20,17.28 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus spricht zu den Ältesten von Ephesus, die der Heilige Geist zu Vorstehern bestellt hat, damit sie als Hirten für die Kirche des Herrn sorgen.

Apg 20,17.28: Zusammenhang und Übersetzung

Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten!

Auszug aus 1 Tim 4,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Timotheus empfängt eine Gabe durch prophetisches Wort und die Handauflegung des Presbyteriums.

1 Tim 4,14: Zusammenhang und Übersetzung

Lege keinem vorschnell die Hände auf und mach dich nicht mitschuldig an fremden Sünden; bewahre dich rein!

Auszug aus 1 Tim 5,22 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Timotheus soll niemandem vorschnell die Hände auflegen.

1 Tim 5,22: Zusammenhang und Übersetzung

Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist!

Auszug aus 2 Tim 1,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus erinnert Timotheus an die durch Handauflegung empfangene Gabe.

2 Tim 1,6: Zusammenhang und Übersetzung

Was du vor vielen Zeugen von mir gehört hast, das vertraue zuverlässigen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren!

Auszug aus 2 Tim 2,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Timotheus soll Empfangendes zuverlässigen Menschen anvertrauen, die andere lehren können.

2 Tim 2,2: Zusammenhang und Übersetzung

Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst und in den einzelnen Städten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe, wenn einer unbescholten und Mann einer einzigen Frau ist, mit gläubigen Kindern, die nicht unter dem Vorwurf der Liederlichkeit stehen oder ungehorsam sind.

Auszug aus Tit 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Titus soll in den Städten Älteste einsetzen.

Tit 1,5: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 14: Ist einer unter euch krank, dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben.

Vers 15: Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.

Auszug aus Jak 5,14–15 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Ältesten der Gemeinde beten über den Kranken, salben ihn mit Öl, und der Herr richtet ihn auf und vergibt ihm.

Jak 5,14–15: Zusammenhang und Übersetzung

Der apostolische Dienst trägt dabei priesterliche Züge, auch wenn das Neue Testament die Ältesten nicht regelmäßig mit einem eigenen Priester-Titel bezeichnet. Paulus beschreibt seine Verkündigung unter den Völkern als einen priesterlichen Dienst am Evangelium und die Völker als Opfergabe; der Kelch des Segens und das Brot der Eucharistie schenken Teilhabe am Blut und Leib Christi. Die Rede vom Altar gehört in dieselbe kultische Welt. Dadurch wird die priesterliche Funktion des apostolischen Dienstes sichtbar: Er verkündet das Evangelium, dient der Heiligung und steht der eucharistischen Feier vor.

damit ich als Diener Christi Jesu für die Heiden wirke und das Evangelium Gottes wie ein Priester verwalte; denn die Heiden sollen eine Opfergabe werden, die Gott wohlgefällig ist, geheiligt im Heiligen Geist.

Auszug aus Röm 15,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus beschreibt seinen Dienst am Evangelium mit priesterlicher Sprache und die Völker als Opfergabe.

Röm 15,15–16: Zusammenhang und Übersetzung

Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi?

Auszug aus 1 Kor 10,14–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Kelch und das Brot der Eucharistie werden als Teilhabe am Blut und Leib Christi in einen Opfermahl-Zusammenhang gestellt.

1 Kor 10,14–22: Zusammenhang und Übersetzung

Wir haben einen Altar, von dem zu essen die Diener des Zeltes keine Erlaubnis haben.

Auszug aus Hebr 13,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Hebräerbrief spricht von einem Altar, von dem nicht essen dürfen, die dem Zelt dienen.

Hebr 13,10: Zusammenhang und Übersetzung

Die Eucharistie steht ganz im Zeichen des einen Opfers Christi. Der Bundesschluss mit Blut bildet den alttestamentlichen Hintergrund für Mahl, Blut und kultischen Dienst; im Mahl des Herrn gibt Jesus seinen Leib und seinen Kelch mit dem Auftrag, dies zu seinem Gedächtnis zu tun. Wer vom Brot isst und aus dem Kelch trinkt, nimmt am Leib und Blut des Herrn teil, und die Feier verkündet seinen Tod. Die Messe ist darum kein weiteres Opfer neben dem Kreuz, sondern dasselbe Opfer: Derselbe Christus, der sich am Kreuz dargebracht hat, opfert jetzt durch den Dienst der Priester, nur die Weise des Opferns ist verschieden (KKK 1367). Als Opfer wird die Eucharistie auch zur Vergebung der Sünden dargebracht (KKK 1414); der geweihte Priester handelt dabei in der Person Christi, des Hauptes (KKK 1548), und dient so dem bleibenden Priestertum Christi.

Das ist das Blut des Bundes, den der HERR aufgrund all dieser Worte mit euch schließt.

Auszug aus Ex 24,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Mose verkündet die Worte des Bundes, und Blut wird über das Volk gesprengt.

Ex 24,3–8: Zusammenhang und Übersetzung

Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.

Auszug aus 1 Kor 11,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Feier verkündet den Tod des Herrn; ihr Empfang verlangt, den Leib zu unterscheiden.

1 Kor 11,26–29: Zusammenhang und Übersetzung
Quellen zu dieser Frage 2

Der neue Bund ist die Gemeinschaft, die Gott in Christus mit den Menschen stiftet. In ihm fügt sich alles zu einem Ganzen: Mit der levitischen Opferordnung endet der alte Kult, und Christus bleibt der eine Hohepriester, der bleibend für sein Volk eintritt. Sein Priestertum bleibt, und neben dem besonderen Dienst steht das gemeinsame Priestertum aller Getauften, in dem jeder Getaufte mit Christus Gott sein Leben darbringt. Im neuen Bund sendet Christus seine Jünger in seine eigene Sendung; die apostolische Kirche gibt die Dienste weiter, die sie von ihm empfangen hat. In Verkündigung, Opfermahl und Altar nimmt der Gottesdienst der Kirche Gestalt an, und die Eucharistie, die Feier der Kirche, verkündet und vergegenwärtigt das eine Opfer, aus dem der Dienst der Kirche lebt.

In der Rangordnung der Glaubenswahrheiten steht im Zentrum, wer Christus ist und was er wirkt; das Amtspriestertum hat seinen Platz als Dienst, durch den der eine Hohepriester sein Volk in Wort und Sakrament erreicht.

Weiterführende Erklärungen

Was mit dem levitischen Priestertum endetDirekter positiver Beleg

Mit der levitischen Opferordnung endet der alte Kult, weil Christi Selbstopfer ein für alle Mal gilt. Derselbe Hebräerbrief bezeugt, dass Christus als Hohepriester bleibt und bleibend für sein Volk eintritt.

Christus bleibt der ewige HohepriesterDirekter positiver Beleg

Christi Priestertum bleibt, weil er in Ewigkeit lebt. Der Hebräerbrief sagt damit nicht, Christus gebe sein Hohepriestertum an Nachfolger weiter; er unterscheidet sein bleibendes Priestertum von den sterblichen Priestern.

Ein Priestertum, das bleibtDirekter positiver Beleg

Christus bleibt der eine Hohepriester. Daneben kennt die Schrift ein priesterliches Volk und besondere Dienste, sodass das gemeinsame Priestertum der Getauften einen geordneten Dienst nicht ausschließt.

Das gemeinsame Priestertum und der besondere Dienst stehen nebeneinanderDirekter positiver Beleg

Offen ist, wie sich gemeinsames Priestertum und besonderer Dienst zum neuen Bund verhalten. Der Hebräerbrief zeigt, warum die levitische Opferordnung nicht bleibt: Indem er von einem neuen Bund spricht, erklärt er den ersten für veraltet.

Der neue Bund und das Ende der levitischen OpferordnungDirekter positiver Beleg

Mit dem neuen Bund endet die levitische Opferordnung. In diesem neuen Bund sendet Christus seine Jünger: Beim letzten Mahl und nach Ostern beauftragt er sie, in seiner eigenen Sendung zu handeln.

Christus sendet seine Jünger in seine SendungDirekter positiver Beleg

Christus sendet seine Jünger und verbindet den Auftrag mit Vollmacht. Die apostolische Kirche führt diesen Auftrag weiter, indem sie Diener auswählt, sendet und ihnen unter Handauflegung ihren Dienst anvertraut.

Die apostolische Kirche gibt Dienste weiterUnterstützender positiver Beleg

Die Kirche gibt die Dienste weiter, die sie empfangen hat. Paulus beschreibt seinen Dienst mit priesterlicher Sprache und ordnet ihn so dem kultischen Zusammenhang zu, in dem die Eucharistie steht.

Verkündigung, Opfermahl und AltarUnterstützender positiver Beleg

Der apostolische Dienst spricht priesterlich und verweist auf das Opfermahl. Der Hebräerbrief wahrt zugleich die Einmaligkeit des Opfers: Die Eucharistie verkündet und vergegenwärtigt Christi Opfer, ohne ihm ein weiteres hinzuzufügen.

Das eine Opfer und der Dienst der EucharistieUnterstützender positiver Beleg

Widersprechen verheiratete Amtsträger im Neuen Testament dem Zölibat?

Der Einwand

1 Tim 3,2 nennt den Bischof „Mann einer einzigen Frau“, und Tit 1,6 setzt bei einem Ältesten ebenfalls Ehe und gläubige Kinder voraus. Auch Kephas und die übrigen Apostel nahmen eine Frau mit (1 Kor 9,5), und der Erste Timotheusbrief sagt von Irrlehrern: „Sie verbieten die Heirat“ (1 Tim 4,3). Mit solchen Stellen verteidigt das Augsburger Bekenntnis die Ehe der Priester (CA XXIII). Sie zeigen verheiratete Amtsträger in der frühen Kirche und scheinen einer zölibatären Ordnung zu widersprechen.

Die Antwort der Kirche

Das Neue Testament bezeugt zunächst beide Formen: 1 Tim 3,2 und Tit 1,6 nennen verheiratete Amtsträger, Mt 19,10–12 und 1 Kor 7,7–8.32–35 die freiwillige Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen, die Paulus selbst lebte. „Mann einer einzigen Frau“ setzt der Ehe eines Amtsträgers eine Grenze, schreibt sie aber nicht vor. Die Kirche verbietet niemandem die Ehe, wie es 1 Tim 4,3 den Irrlehrern vorhält: Sie hält die Ehe für ein Sakrament, und der BegriffZölibatDer Zölibat ist die Ehelosigkeit „um des Himmelreiches willen“ (Mt 19,12). In der lateinischen Kirche werden die geweihten Amtsträger außer den ständigen Diakonen gewöhnlich aus Männern gewählt, die zölibatär leben und sich ungeteilt dem Herrn widmen wollen; so ist der Zölibat Zeichen des neuen Lebens und des Reiches Gottes (KKK 1579). Er ist nicht vom Wesen des Priestertums gefordert, ihm aber in vielfacher Hinsicht angemessen (PO 16); in den Ostkirchen können verheiratete Männer zu Diakonen und Priestern geweiht werden (KKK 1580), und auch die lateinische Kirche kennt rechtmäßige Ausnahmen.Glossareintrag öffnen wird vor der BegriffWeihesakramentDas Weihesakrament weiht Diakone, Priester und Bischöfe zum Dienst an Wort, Sakrament und Leitung der Kirche.Glossareintrag öffnen frei und öffentlich übernommen (CIC can. 1037). Er ist „nicht vom Wesen des Priestertums selbst gefordert, wie die Praxis der frühesten Kirche und die Tradition der Ostkirchen zeigt“ (PO 16). Die lateinische Kirche wählt ihre BegriffPriesterEin Priester (Presbyter) ist ein durch das Sakrament der Weihe bestellter Mitarbeiter des Bischofs. Die Weihe macht ihn Christus, dem Priester, gleichförmig, sodass er in der Person Christi, des Hauptes, handelt: Er verkündet das Evangelium, feiert die Eucharistie, vergibt in der Beichte die Sünden, spendet die Krankensalbung und leitet die Gemeinde (KKK 1562–1566, 1461, 1516).Glossareintrag öffnen normalerweise unter Männern, die um des Himmelreiches willen ehelos leben wollen (KKK 1579); die Ostkirchen weihen rechtmäßig auch verheiratete Männer zu Diakonen und Priestern, und in Ost und West kann nach der Weihe niemand mehr heiraten (KKK 1580).

Was andere Christen dazu glauben

Die christlichen Traditionen vergleichen

Katholisch

Offizielle Lehrposition
Christus ist der einzige Hohepriester. Das gemeinsame Priestertum aller Getauften und das Amtspriestertum der Bischöfe und Priester sind einander zugeordnet, unterscheiden sich aber dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach (LG 10). Die Bischöfe geben als Nachfolger der Apostel das Weihesakrament in apostolischer Sukzession weiter; der geweihte Priester handelt nicht aus eigener Macht, sondern in der Person Christi, des Hauptes.
Offizielle Quelle: Katholisch

Lutherisch

Offizielle Lehrposition
Die Augsburgische Konfession bejaht ein geordnetes öffentliches Predigt- und Sakramentsamt. Sie verwirft die Messe, sofern sie als menschliches Werk zur Tilgung von Sünden Lebender oder Verstorbener verstanden wird; der Streit betrifft daher nicht die bloße Existenz eines Amtes. Das Zweite Vatikanische Konzil würdigt, dass die reformatorischen Gemeinschaften im Abendmahl die lebendige Gemeinschaft mit Christus bekennen, sieht bei ihnen aber „vor allem wegen des Fehlens des Weihesakramentes“ die volle Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt (UR 22).
Offizielle Quelle: Lutherisch

Reformiert / calvinistisch

Offizielle Lehrposition
Die Westminster Confession bejaht geordnete kirchliche Amtsträger und das Herrenmahl, lehnt aber jede Vorstellung ab, die Messe sei ein wiederholtes oder wirklich sühnendes Opfer für Sünde.
Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch

Baptistisch

Offizielle Lehrposition
Die Baptist Faith and Message bejaht Pastor und Diakon als kirchliche Ämter und beschreibt das Herrenmahl als symbolischen Gehorsamsakt. Ein sakramentales Opferpriestertum wird nicht gelehrt.
Offizielle Quelle: Baptistisch

Pfingstlich / charismatisch

Offizielle Lehrposition
Nach den Assemblies of God hat der Herr der Kirche einen von Gott berufenen und schriftgemäß ordinierten Dienst gegeben, der sie in Evangelisation, Gottesdienst, Auferbauung der Gläubigen und Dienst an Menschen in Not leitet. Von einem Weihesakrament in apostolischer Sukzession spricht ihr Bekenntnis nicht.
Offizielle Quelle: Pfingstlich / charismatisch

Methodistisch / wesleyanisch

Offizielle Lehrposition
Die methodistischen Articles of Religion zählen die Weihe nicht zu den Sakramenten des Evangeliums (Artikel XVI) und verwerfen Messopfer, in denen der Priester Christus für Lebende und Tote darbringe (Artikel XX); ihren Amtsträgern steht die Ehe frei (Artikel XXI).
Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch

Anglikanisch

Offizielle Lehrposition
Die 39 Artikel der Kirche von England bewahren Bischöfe, Priester und Diakone sowie ein öffentliches Amt. Ihre Kritik richtet sich gegen die in Artikel XXXI beschriebene Lehre von Messopfern, nicht gegen jedes kirchliche Amt. Die katholische Kirche erkennt die anglikanischen Weihen nicht als gültig an: Leo XIII. erklärte sie 1896 im Schreiben Apostolicae curae für ungültig, und die Glaubenskongregation zählt diese Erklärung zu den Wahrheiten, die endgültig zu halten sind (Lehrmäßiger Kommentar zur Professio fidei, 1998, Nr. 11).
Offizielle Quelle: Anglikanisch

Orthodox / byzantinisch

Offizielle Lehrposition
Die orthodoxe Kirche feiert das Priestertum als das Sakrament, das die Identität und Kontinuität der Kirche zu allen Zeiten und an allen Orten verbürgt, und bejaht die apostolische Sukzession und die Eucharistie als Mysterium; ihre Unterschiede zur katholischen Kirche betreffen vor allem Primat und Lehramt. Die katholische Kirche erkennt an, dass die orthodoxen Kirchen „in der Kraft der apostolischen Sukzession das Priestertum und die Eucharistie“ besitzen (UR 15).
Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch
Lehrpositionen aus offiziellen Quellen sowie, wo gesondert belegt, heutige Praxis und innerkonfessionelle Unterschiede
TraditionOffizielle LehrpositionQuelle
KatholischChristus ist der einzige Hohepriester. Das gemeinsame Priestertum aller Getauften und das Amtspriestertum der Bischöfe und Priester sind einander zugeordnet, unterscheiden sich aber dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach (LG 10). Die Bischöfe geben als Nachfolger der Apostel das Weihesakrament in apostolischer Sukzession weiter; der geweihte Priester handelt nicht aus eigener Macht, sondern in der Person Christi, des Hauptes.Offizielle Quelle: Katholisch
LutherischDie Augsburgische Konfession bejaht ein geordnetes öffentliches Predigt- und Sakramentsamt. Sie verwirft die Messe, sofern sie als menschliches Werk zur Tilgung von Sünden Lebender oder Verstorbener verstanden wird; der Streit betrifft daher nicht die bloße Existenz eines Amtes. Das Zweite Vatikanische Konzil würdigt, dass die reformatorischen Gemeinschaften im Abendmahl die lebendige Gemeinschaft mit Christus bekennen, sieht bei ihnen aber „vor allem wegen des Fehlens des Weihesakramentes“ die volle Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt (UR 22).Offizielle Quelle: Lutherisch
Reformiert / calvinistischDie Westminster Confession bejaht geordnete kirchliche Amtsträger und das Herrenmahl, lehnt aber jede Vorstellung ab, die Messe sei ein wiederholtes oder wirklich sühnendes Opfer für Sünde.Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch
BaptistischDie Baptist Faith and Message bejaht Pastor und Diakon als kirchliche Ämter und beschreibt das Herrenmahl als symbolischen Gehorsamsakt. Ein sakramentales Opferpriestertum wird nicht gelehrt.Offizielle Quelle: Baptistisch
Pfingstlich / charismatischNach den Assemblies of God hat der Herr der Kirche einen von Gott berufenen und schriftgemäß ordinierten Dienst gegeben, der sie in Evangelisation, Gottesdienst, Auferbauung der Gläubigen und Dienst an Menschen in Not leitet. Von einem Weihesakrament in apostolischer Sukzession spricht ihr Bekenntnis nicht.Offizielle Quelle: Pfingstlich / charismatisch
Methodistisch / wesleyanischDie methodistischen Articles of Religion zählen die Weihe nicht zu den Sakramenten des Evangeliums (Artikel XVI) und verwerfen Messopfer, in denen der Priester Christus für Lebende und Tote darbringe (Artikel XX); ihren Amtsträgern steht die Ehe frei (Artikel XXI).Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch
AnglikanischDie 39 Artikel der Kirche von England bewahren Bischöfe, Priester und Diakone sowie ein öffentliches Amt. Ihre Kritik richtet sich gegen die in Artikel XXXI beschriebene Lehre von Messopfern, nicht gegen jedes kirchliche Amt. Die katholische Kirche erkennt die anglikanischen Weihen nicht als gültig an: Leo XIII. erklärte sie 1896 im Schreiben Apostolicae curae für ungültig, und die Glaubenskongregation zählt diese Erklärung zu den Wahrheiten, die endgültig zu halten sind (Lehrmäßiger Kommentar zur Professio fidei, 1998, Nr. 11).Offizielle Quelle: Anglikanisch
Orthodox / byzantinischDie orthodoxe Kirche feiert das Priestertum als das Sakrament, das die Identität und Kontinuität der Kirche zu allen Zeiten und an allen Orten verbürgt, und bejaht die apostolische Sukzession und die Eucharistie als Mysterium; ihre Unterschiede zur katholischen Kirche betreffen vor allem Primat und Lehramt. Die katholische Kirche erkennt an, dass die orthodoxen Kirchen „in der Kraft der apostolischen Sukzession das Priestertum und die Eucharistie“ besitzen (UR 15).Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch
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42 Bibelstellen · Priestertum

Was die Schrift selbst sagt

Alle Bibelstellen dieses Themas im Wortlaut, geordnet nach den Fragen, für die sie zeugen. Jede führt zu ihrer Erklärung.

Amt und Weitergabe

Apg 1,20–26Ein apostolisches Amt wird weitergeführt

Nach dem Ausscheiden des Judas besetzen die Apostel dessen Amt neu und ordnen die Nachfolge durch Gebet und Losentscheid. Die Kirche erkennt darin ein fortführbares apostolisches Amt und die geordnete Weitergabe kirchlicher Verantwortung.

Bibeltext

Sein Amt soll ein anderer erhalten!

Auszug aus Apg 1,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Mk 3,13–19Die Weihe folgt der Wahl Christi

Jesus steigt auf einen Berg, ruft die zu sich, die er selbst will, und setzt zwölf ein, damit sie mit ihm seien und er sie aussende, zu verkünden und mit Vollmacht Dämonen auszutreiben; Markus nennt die Zwölf mit Namen. Die Kirche erkennt in dieser freien Wahl den Ursprung des Kollegiums der Apostel und weiß sich an sie gebunden, wenn sie das Sakrament der Weihe spendet (KKK 1577).

Bibeltext

Vers 13: Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er selbst wollte, und sie kamen zu ihm.

Vers 14: Und er setzte zwölf ein, damit sie mit ihm seien und damit er sie aussende, zu verkünden

Vers 15: und mit Vollmacht Dämonen auszutreiben.

Mk 3,13–15 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Gal 3,28Die Weihe folgt der Wahl Christi

Paulus sagt den Getauften: Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; alle sind einer in Christus Jesus. Der Satz folgt unmittelbar auf das Wort von der Taufe, in der die Glaubenden Christus angezogen haben (Gal 3,27), und spricht von der Einheit aller Getauften in Christus.

Bibeltext

Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.

Gal 3,28 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 14,23Die Einsetzung der Ältesten

Auf dem Rückweg durch Lystra, Ikonion und Antiochia setzen die Apostel Paulus und Barnabas in jeder Gemeinde Älteste ein und empfehlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn (Apg 14,14.21–23). Die Kirche sieht darin einen besonderen, von den Aposteln übertragenen Dienst, der dem gemeinsamen Priestertum aller Getauften dient.

Bibeltext

Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten.

Auszug aus Apg 14,23 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Tit 1,5Die Einsetzung der Ältesten

Titus soll in jeder Stadt Älteste einsetzen und damit die Gemeinden geordnet leiten. Die Kirche versteht diese Einsetzung als biblische Grundlage eines kirchlichen Amtes, das in der apostolischen Sukzession weitergegeben wird.

Bibeltext

Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst und in den einzelnen Städten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe, wenn einer unbescholten und Mann einer einzigen Frau ist, mit gläubigen Kindern, die nicht unter dem Vorwurf der Liederlichkeit stehen oder ungehorsam sind.

Auszug aus Tit 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Tim 4,14Eine geistliche Gabe wird durch Handauflegung vermittelt

Eine geistliche Gabe wird Timotheus im Zusammenhang mit der Handauflegung der Ältesten anvertraut. Die Kirche erkennt darin die Übertragung und Stärkung eines kirchlichen Dienstes innerhalb geordneter apostolischer Gemeinschaft.

Bibeltext

Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten!

Auszug aus 1 Tim 4,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016
2 Tim 1,6Eine geistliche Gabe wird durch Handauflegung vermittelt

Paulus erinnert Timotheus an die geistliche Gabe, die durch seine Handauflegung verliehen wurde. Die Kirche sieht darin zusammen mit weiteren Stellen die biblische Grundlage eines geordneten, durch Handauflegung weitergegebenen kirchlichen Dienstes.

Bibeltext

Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist!

Auszug aus 2 Tim 1,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Phil 1,1Bischöfe, Priester und Diakone führen den Dienst der Apostel fort

Paulus und Timotheus grüßen alle Heiligen in Christus Jesus in Philippi mit ihren Vorstehern und Helfern. Neben der ganzen Gemeinde nennt Paulus Menschen mit einem bestimmten Dienst; das Zweite Vatikanische Konzil führt die Stelle unter den Zeugnissen für die Helfer der Apostel im Dienstamt an (LG 20).

Bibeltext

Paulus und Timotheus, Knechte Christi Jesu, an alle Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind, mit ihren Vorstehern und Helfern.

Phil 1,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Tim 3,1–5Bischöfe, Priester und Diakone führen den Dienst der Apostel fort

Paulus nennt unter den Anforderungen an einen Bischof, „Mann einer einzigen Frau“ zu sein und seinem eigenen Haus gut vorzustehen. Die Stelle zeigt, dass in den frühen Gemeinden verheiratete Männer Bischöfe werden konnten, und verlangt von ihnen die Bindung an eine einzige Ehe; eine Pflicht zur Ehe folgt daraus nicht, denn Paulus lebt selbst ehelos und empfiehlt diese Lebensform um des ungeteilten Dienstes willen (1 Kor 7,7–8.32–35). Die Kirche kennt darum beide Ordnungen: In den Ostkirchen können verheiratete Männer zu Diakonen und Priestern geweiht werden, während die lateinische Kirche ihre Priester in der Regel aus Männern wählt, die ehelos leben (KKK 1579–1580).

Bibeltext

Mann einer einzigen Frau.

Auszug aus 1 Tim 3,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Tit 1,5–9Bischöfe, Priester und Diakone führen den Dienst der Apostel fort

Titus soll in den Gemeinden Älteste einsetzen, die untadelig sind und als Mann einer einzigen Frau ihre Familie gut führen. Die Stelle nennt damit verheiratete Amtsträger im Dienst der frühen Gemeinden.

Bibeltext

Mann einer einzigen Frau.

Auszug aus Tit 1,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 5–7Der eine Hohepriester und der priesterliche Dienst der Kirche

Der Hebräerbrief bezieht das Priestertum nach der Ordnung Melchisedeks ausdrücklich auf Christus, den ewigen Hohenpriester (Hebr 5,6.10; 6,20). Die Kirche sieht in Melchisedek ein Vorausbild des Priestertums Christi.

Bibeltext

Jeder Hohepriester wird aus den Menschen genommen und für die Menschen eingesetzt zum Dienst vor Gott, um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen.

Auszug aus Hebr 5,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 5,1–10Der eine Hohepriester und der priesterliche Dienst der Kirche

Der Hebräerbrief beschreibt den Hohenpriester als einen aus den Menschen genommenen und für sie eingesetzten Diener vor Gott. Die Kirche versteht diese priesterliche Sendung im größeren biblischen Zusammenhang als auf Christus und seinen Opferdienst hingeordnet.

Bibeltext

Jeder Hohepriester wird aus den Menschen genommen und für die Menschen eingesetzt zum Dienst vor Gott, um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen.

Auszug aus Hebr 5,1–10 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Tim 2,1–7Der eine Hohepriester und der priesterliche Dienst der Kirche

Paulus bekennt einen Gott und den einen Mittler zwischen Gott und den Menschen: den Menschen Christus Jesus. Der Abschnitt stellt damit Christi einzigartige Vermittlung und seine Hingabe für alle Menschen in den Mittelpunkt.

Bibeltext

Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und Menschen: der Mensch Christus Jesus.

Auszug aus 1 Tim 2,5 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Ex 19,6Ein priesterliches Volk und ein besonderer Dienst

Gott bezeichnet ganz Israel als ein königliches Priestertum und ein heiliges Volk. Die Kirche verbindet damit die priesterliche Berufung aller Getauften und unterscheidet sie vom besonderen, geordneten Amtspriestertum.

Bibeltext

Vers 5b: Mir gehört die ganze Erde,

Vers 6a: ihr aber sollt mir als ein Königreich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören.

Auszug aus Ex 19,5b–6a · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Petr 2,9Ein priesterliches Volk und ein besonderer Dienst

Petrus nennt die Getauften ein auserwähltes Volk, eine königliche Priesterschaft und Gottes besonderes Eigentum. Die Kirche lehrt, dass alle Getauften am Priestertum Christi teilhaben und zugleich ein besonderes Amtspriestertum besteht.

Bibeltext

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde.

Auszug aus 1 Petr 2,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Jes 66,18–21Ein priesterliches Volk und ein besonderer Dienst

Gott sammelt Menschen aus allen Völkern und nimmt auch aus ihnen Priester und Leviten für seinen Dienst. Die Kirche erkennt darin eine Verheißung des weltweiten Gottesvolkes und seines geordneten Dienstes.

Bibeltext

Und auch aus ihnen nehme ich einige zu levitischen Priestern, spricht der HERR.

Auszug aus Jes 66,18–21 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Zölibat und Hingabe

Mt 19,10–12Eine besondere Berufung: Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen

Jesus spricht von Menschen, die um des Himmelreiches willen ehelos leben, und schließt mit dem Ruf: Wer es erfassen kann, soll es erfassen. Die Kirche versteht die Ehelosigkeit als besondere Gabe und Berufung Gottes.

Bibeltext

Wer es erfassen kann, der erfasse es.

Auszug aus Mt 19,12 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 7,7–8.32–35Ungeteilt für den Herrn

Paulus beschreibt die Ehelosigkeit als Gabe, durch die ein Christ dem Herrn ungeteilt dienen kann. Die Kirche versteht den Zölibat als Lebensform, die geistlichen Amtsträgern eine freiere Hingabe an Christus und die Menschen ermöglicht.

Bibeltext

Dies sage ich zu eurem Nutzen: nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr, damit ihr euch in rechter Weise und ungestört immer an den Herrn haltet.

Auszug aus 1 Kor 7,35 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Mt 22,30Zeichen der kommenden Welt

Jesus sagt, dass die Menschen nach der Auferstehung nicht mehr heiraten, sondern wie die Engel im Himmel sein werden. Die Kirche versteht den Zölibat als Zeichen dieser kommenden Welt und als bräutliche Hingabe an Christus und die Kirche.

Bibeltext

Denn nach der Auferstehung heiratet man nicht, noch wird man geheiratet, sondern die Menschen sind wie Engel im Himmel.

Auszug aus Mt 22,30 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Christus und das Priestertum des Neuen Bundes

Hebr 7,11–28Was mit dem levitischen Priestertum endet

Der Hebräerbrief stellt Christi bleibendes Priestertum und sein einmaliges Opfer dem wiederholten levitischen Opferdienst gegenüber. Die Kirche versteht das kirchliche Amt als Dienst, der durch Handauflegung in der apostolischen Sukzession an Christi Priestertum teilhat.

Bibeltext

Er aber hat, weil er in Ewigkeit bleibt, ein unvergängliches Priestertum.

Auszug aus Hebr 7,24 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 8,1–2Was mit dem levitischen Priestertum endet

Christus ist der Hohepriester, der zur Rechten Gottes im wahren, himmlischen Heiligtum dient. Die Kirche lehrt, dass das kirchliche Amt aus Christi bleibendem Priestertum lebt und durch apostolische Sukzession an ihm teilhat.

Bibeltext

Wir haben einen solchen Hohepriester, der sich zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel gesetzt hat.

Auszug aus Hebr 8,1–2 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 9,11–14Was mit dem levitischen Priestertum endet

Christus geht mit seinem eigenen Blut ein für alle Mal in das Heiligtum ein und bewirkt ewige Erlösung. Die Kirche versteht sein einmaliges Opfer als Grundlage des Neuen Bundes und die Eucharistie als sakramentale Gegenwart dieses Opfers.

Bibeltext

Mit seinem eigenen Blut ist er ein für alle Mal in das Heiligtum hineingegangen und so hat er eine ewige Erlösung bewirkt.

Auszug aus Hebr 9,11–14 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 10,1–18Was mit dem levitischen Priestertum endet

Der Hebräerbrief bezeugt, dass Christus durch ein einziges Opfer die Geheiligten für immer vollendet und die wiederholten Sündopfer beendet. Die Kirche lehrt, dass die Eucharistie dieses eine Opfer im Neuen Bund vergegenwärtigt.

Bibeltext

Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt.

Auszug aus Hebr 10,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Ps 110,4Christus bleibt der ewige Hohepriester

Der HERR setzt den Messias zum Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks ein. Die Kirche bezieht diese Verheißung auf Christi ewiges Priestertum und auf den apostolischen Dienst, der an ihm Anteil hat.

Bibeltext

Der HERR hat geschworen und nie wird es ihn reuen: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.

Auszug aus Ps 110,4 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Offb 1,5–8Das gemeinsame Priestertum und der besondere Dienst stehen nebeneinander

Christus hat die Seinen zu einem Königreich und zu Priestern vor Gott gemacht. Die Kirche lehrt deshalb das gemeinsame Priestertum aller Getauften und das besondere Amtspriestertum als aufeinander bezogene Teilhabe am einen Priestertum Christi.

Bibeltext

Ihm, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut, der uns zu einem Königreich gemacht hat und zu Priestern vor Gott, seinem Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen.

Auszug aus Offb 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Röm 12,1Das gemeinsame Priestertum und der besondere Dienst stehen nebeneinander

Paulus ruft die Gläubigen auf, ihren Leib als lebendiges und heiliges Opfer Gott darzubringen. Die Kirche versteht darin das gemeinsame Priestertum aller Getauften, das neben dem besonderen Amtspriestertum steht und auf Christus bezogen ist.

Bibeltext

Ich ermahne euch also, Brüder und Schwestern, kraft der Barmherzigkeit Gottes, eure Leiber als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darzubringen – als euren geistigen Gottesdienst.

Auszug aus Röm 12,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Mt 27,45–54Das gemeinsame Priestertum und der besondere Dienst stehen nebeneinander

Beim Tod Jesu reißt der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei, und der Hauptmann bekennt mit seinen Männern: „Wahrhaftig, Gottes Sohn war dieser!“ Der Hebräerbrief deutet den Vorhang auf den neuen und lebendigen Weg, den Jesus durch sein Fleisch allen Glaubenden erschlossen hat (Hebr 10,19–20).

Bibeltext

Und siehe, der Vorhang riss im Tempel von oben bis unten entzwei.

Auszug aus Mt 27,51 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 8,6–13Der neue Bund und das Ende der levitischen Opferordnung

Der Hebräerbrief verheißt den Neuen Bund und erklärt den ersten Bund für veraltet. Die Kirche versteht ihren Gottesdienst und ihr Priestertum aus diesem Neuen Bund und bewahrt den apostolischen Dienst durch Handauflegung und Sukzession.

Bibeltext

Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt.

Auszug aus Hebr 8,13 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Lk 22,14–20Christus sendet seine Jünger in seine Sendung

Beim letzten Mahl gibt Jesus seinen Jüngern Brot und Kelch mit den Worten: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“ und „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird“. Die Kirche feiert darin das Sakrament, in dem Christi Hingabe und der Neue Bund gegenwärtig sind.

Bibeltext

Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!

Auszug aus Lk 22,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Joh 20,21–23Christus sendet seine Jünger in seine Sendung

Der Auferstandene sendet die Apostel, haucht ihnen den Heiligen Geist ein und überträgt ihnen die Vollmacht, Sünden zu vergeben oder zu behalten. Die Kirche erkennt darin die biblische Grundlage des Bußsakraments.

Bibeltext

Vers 21: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Vers 22: Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Vers 23: Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Auszug aus Joh 20,21–23 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 6,1–6Die apostolische Kirche gibt Dienste weiter

Die Gemeinde wählt sieben Männer aus ihrer Mitte; die Apostel beten über ihnen und legen ihnen die Hände auf. Die Kirche erkennt darin ein biblisches Muster geordneter Beauftragung, in dem die Mitwirkung der Gemeinde und die Einsetzung durch die Apostel zusammengehören.

Bibeltext

Sie ließen sie vor die Apostel hintreten und diese legten ihnen unter Gebet die Hände auf.

Auszug aus Apg 6,1–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 13,1–3Die apostolische Kirche gibt Dienste weiter

Der Heilige Geist beruft Barnabas und Saulus; die Propheten und Lehrer der Gemeinde von Antiochia fasten, beten, legen ihnen die Hände auf und senden sie aus. Die Kirche erkennt darin die geordnete Weitergabe kirchlicher Dienste durch Berufung, Gebet und Handauflegung.

Bibeltext

Als sie zu Ehren des Herrn Gottesdienst feierten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Wählt mir Barnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie berufen habe.

Auszug aus Apg 13,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 20,17.28Die apostolische Kirche gibt Dienste weiter

Der Heilige Geist hat die Ältesten von Ephesus zu Vorstehern bestellt; sie sollen auf sich selbst und auf die ganze Herde achten und als Hirten für die Kirche des Herrn sorgen. Die Kirche erkennt darin die Verantwortung geordneter Amtsträger für die Gemeinde und ihre Einbindung in die apostolische Sendung.

Bibeltext

Vers 17: Von Milet aus schickte er jemanden nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen.

Auslassung im Bibeltext.

Vers 28: Gebt Acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Vorstehern bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche des Herrn sorgt, die er sich durch sein eigenes Blut erworben hat!

Auszug aus Apg 20,17.28 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Tim 5,22Die apostolische Kirche gibt Dienste weiter

Paulus warnt Timotheus davor, jemandem vorschnell die Hände aufzulegen und sich dadurch an fremder Schuld zu beteiligen. Die Kirche erkennt darin die Verantwortung und Prüfung, die mit der Beauftragung kirchlicher Diener verbunden sind.

Bibeltext

Lege keinem vorschnell die Hände auf und mach dich nicht mitschuldig an fremden Sünden; bewahre dich rein!

Auszug aus 1 Tim 5,22 · EÜ 2016 · © KBA 2016
2 Tim 2,2Die apostolische Kirche gibt Dienste weiter

Paulus gibt die empfangene Lehre an Timotheus weiter, der sie zuverlässigen Lehrern anvertrauen soll. Die Kirche erkennt darin das biblische Grundmuster der Weitergabe, das sie in der apostolischen Nachfolge bewahrt sieht: Die Apostel haben Bischöfe als ihre Nachfolger zurückgelassen und ihnen ihr eigenes Lehramt übergeben (DV 7; KKK 77).

Bibeltext

Was du vor vielen Zeugen von mir gehört hast, das vertraue zuverlässigen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren!

Auszug aus 2 Tim 2,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Jak 5,14–15Die apostolische Kirche gibt Dienste weiter

Der Kranke ruft die Ältesten, die über ihm beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben; der Text verbindet dies mit Rettung, Aufrichtung und Vergebung. Die Kirche erkennt darin die biblische Grundlage der Krankensalbung als Sakrament.

Bibeltext

Vers 14: Ist einer unter euch krank, dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben.

Vers 15: Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.

Auszug aus Jak 5,14–15 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Röm 15,15–16Verkündigung, Opfermahl und Altar

Paulus beschreibt seinen Dienst an den Heiden mit priesterlicher Sprache und das Evangelium als seine kultische Aufgabe. Die Kirche versteht Evangelium, Eucharistie und priesterlichen Dienst als aufeinander bezogene Bausteine ihres apostolischen Amtes.

Bibeltext

damit ich als Diener Christi Jesu für die Heiden wirke und das Evangelium Gottes wie ein Priester verwalte; denn die Heiden sollen eine Opfergabe werden, die Gott wohlgefällig ist, geheiligt im Heiligen Geist.

Auszug aus Röm 15,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 10,14–22Verkündigung, Opfermahl und Altar

Paulus bezeichnet den Kelch des Segens als Teilhabe am Blut Christi und stellt ihn anderen Opfermahlen gegenüber. Die Kirche versteht die Eucharistie als Teilnahme am einen Opfer Christi und ihren geordneten Dienst als dessen Feier.

Bibeltext

Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi?

Auszug aus 1 Kor 10,14–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 13,10Verkündigung, Opfermahl und Altar

Der Hebräerbrief sagt: „Wir haben einen Altar, von dem zu essen die Diener des Zeltes keine Erlaubnis haben.“ Der Zusammenhang spricht von Speisevorschriften (Hebr 13,9) und vom Opfer Jesu, der außerhalb des Tores gelitten hat (Hebr 13,11–12); darum beziehen viele Ausleger den Altar auf das Kreuzesopfer Christi. Das „Essen“ von diesem Altar legt zugleich die Verbindung zum eucharistischen Mahl nahe, in dem die Kirche an diesem einen Opfer teilhat.

Bibeltext

Wir haben einen Altar, von dem zu essen die Diener des Zeltes keine Erlaubnis haben.

Auszug aus Hebr 13,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Mal 1,10–11Verkündigung, Opfermahl und Altar

Maleachi kritisiert verunreinigte Opfer und kündigt an, dass vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang an jedem Ort unter den Völkern dem Namen Gottes eine reine Opfergabe dargebracht wird. Die Kirche sieht diese Ankündigung in der weltweit gefeierten Eucharistie erfüllt und nennt die Messe das reine Opfer (KKK 1330; 1350).

Bibeltext

Ja, vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang steht mein Name groß da bei den Völkern und an jedem Ort wird meinem Namen ein Rauchopfer dargebracht und eine reine Opfergabe; ja, mein Name steht groß da bei den Völkern, spricht der HERR der Heerscharen.

Auszug aus Mal 1,11 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Ex 24,3–8Das eine Opfer und der Dienst der Eucharistie

Am Sinai wird der Bund durch Opferblut geschlossen, das Mose ausdrücklich Blut des Bundes nennt. Die Kirche versteht diese Bundesopfer als Vorbereitung auf Christi Hingabe und lehrt, dass sein einmaliges Kreuzesopfer in der Eucharistie sakramental gegenwärtig wird.

Bibeltext

Das ist das Blut des Bundes, den der HERR aufgrund all dieser Worte mit euch schließt.

Auszug aus Ex 24,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 11,26–29Das eine Opfer und der Dienst der Eucharistie

Paulus erinnert die Gemeinde in Korinth an die Feier des Herrenmahls: Sooft sie von diesem Brot isst und aus dem Kelch trinkt, verkündet sie den Tod des Herrn, bis er kommt; wer unwürdig isst und trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn, und wer isst und trinkt, ohne den Leib zu unterscheiden, zieht sich das Gericht zu. Die Kirche lehrt, dass Christi Leib und Blut im Sakrament wirklich gegenwärtig sind und ein unwürdiger Empfang den Menschen schuldig macht.

Bibeltext

Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.

Auszug aus 1 Kor 11,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016
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Wie die Kirche diese Frage durch die Jahrhunderte bezeugt

Kirchenväter, Konzilien und Kirchenlehrer zeigen, wie Christen die Schrift zu dieser Frage gelesen und gelebt haben. Ihr Wortlaut steht jeweils bei der Frage, die er stützt.

Jede Frage zu Priestertum einzeln geprüft

Jeder Schritt prüft eine Bibelstelle genau: was sie sagt, was sie zum Argument beiträgt und welcher Einwand sich an ihr festmacht.

Die Begriffe dieses Themas kurz erklärt

Betrachten und beten

Wie können allgemeine priesterliche Berufung und besonderer kirchlicher Dienst zugleich bestehen?

Herr Christus, bewahre deine Kirche in der Treue zum apostolischen Dienst und schenke allen Getauften Mut zu ihrer priesterlichen Berufung. Amen.