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Priestertum und apostolische Sukzession

Eine besondere Berufung: Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen

Im Gespräch über die Ehe spricht Jesus von Menschen, die um des Himmelreiches willen ehelos leben. Er fügt hinzu: „Wer es erfassen kann, der erfasse es.“ Aus diesem Wort ergibt sich, was die Kirche als Zölibat versteht und wie sie diese Lebensform mit dem priesterlichen Dienst verbindet – und wo die Grenze dessen liegt, was die Stelle trägt.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Ein Amtsträger legt einem knienden Mann die Hände auf und reicht eine Lampe weiter; die Handlung führt über mehrere Gestalten zu Christus.
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Jesu Wort zur Ehelosigkeit Bibel und Textverständnis

Jesus bejaht eine Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen

Die Stelle bezeugt: Jesus bejaht die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen als persönlich empfangene Gabe.

Wer es erfassen kann, der erfasse es.

Auszug aus Mt 19,12 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Jesus nennt Menschen, die um des Himmelreiches willen ehelos leben.

Mt 19,10–12: Zusammenhang und Übersetzung

Im Gespräch über die Ehe spricht Jesus von Menschen, die sich selbst zur Ehelosigkeit gemacht haben – um des Himmelreiches willen. Er fügt hinzu: „Wer es erfassen kann, der erfasse es.“ Damit bezeugt die Stelle eine Ehelosigkeit, die aus geistlichen Gründen gewählt wird und den Menschen auf das Reich Gottes ausrichtet.

Jesus beschreibt diese Lebensform als besondere Berufung. Sie setzt eine Gabe voraus, die nicht jedem gegeben ist, und bleibt deshalb eine persönliche Antwort dessen, der sie empfängt. Jesus bejaht darin die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen als persönlich empfangene Gabe; als Zeugnis trägt die Stelle die biblische Grundlage einer freiwilligen, ehelosen Hingabe an das Himmelreich.

Zölibat als Gabe Gottes Glaube und Überlieferung

Die Kirche versteht den Zölibat als Gabe Gottes und verbindet ihn mit dem priesterlichen Dienst

Die Kirche bejaht die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen als Gabe und Berufung.

Die Kirche versteht die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen als eine besondere Gabe Gottes. Der Zölibat ist die Rechtsgestalt, in der die lateinische Kirche diese Lebensform mit dem priesterlichen Dienst verbindet und so die Bindung an Christus und den Dienst an der Kirche auf besondere Weise zum Ausdruck bringt.

Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) entfaltet den Zusammenhang zwischen der Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen und dem priesterlichen Dienst. Das kirchliche Gesetzbuch der lateinischen Kirche, der Codex Iuris Canonici (CIC), regelt diese Lebensform in can. 277 §1 als Rechtsnorm. Die Grundlage dieser Rechtsnorm liegt in Jesu Wort, das die Ehelosigkeit aus geistlichen Gründen bejaht und zugleich voraussetzt, dass ein Mensch diese Gabe persönlich empfängt.

Presbyterorum ordinis

PO 16

Das Konzil nennt die Ehelosigkeit ein Zeichen und einen Antrieb der Hirtenliebe und stellt fest, dass sie nicht vom Wesen des Priestertums gefordert ist.

Die Kirche hat die vollkommene und ständige Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen, die von Christus dem Herrn empfohlen, in allen Jahrhunderten bis heute von nicht wenigen Gläubigen gern angenommen und lobenswert geübt worden ist, besonders im Hinblick auf das priesterliche Leben immer hoch eingeschätzt. Ist sie doch ein Zeichen und zugleich ein Antrieb der Hirtenliebe und ein besonderer Quell geistlicher Fruchtbarkeit in der Welt. Zwar ist sie nicht vom Wesen des Priestertums selbst gefordert, wie die Praxis der frühesten Kirche und die Tradition der Ostkirchen zeigt, wo es neben solchen, die aus gnadenhafter Berufung zusammen mit allen Bischöfen das ehelose Leben erwählen, auch hochverdiente Priester im Ehestand gibt.

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Quellen zu dieser Frage 1

Verpflichtung zur Ehelosigkeit Glaube und Überlieferung

Begründet Jesu Wort eine Verpflichtung zur Ehelosigkeit für Priester?

Begründet Jesu Wort eine Verpflichtung zur Ehelosigkeit für Priester?

Jesu Wort steht im Gespräch über die Ehe. Es nennt Menschen, die um des Himmelreiches willen ehelos leben, und bezeugt damit die Ehelosigkeit als Gabe um des Himmelreiches willen. Diese Gabe hat in der Kirche ihren Ort im Dienst der Priester; die Verpflichtung, die dort mit dem Amt verbunden ist, ruht auf der Ordnung der Kirche.

Jesu Wort zeigt, dass eine freiwillige Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen dem Evangelium entspricht. Die lateinische Kirche verbindet diese von Jesus bejahte Lebensform rechtmäßig mit dem priesterlichen Dienst. Ihre Rechtsnorm nimmt damit eine im Evangelium bezeugte Möglichkeit auf: Sie knüpft die Verpflichtung an die Ordnung der Kirche, während Jesus selbst die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen als Gabe bejaht. Diese Gabe empfängt der Einzelne persönlich; in dieser Gestalt richtet sie ein Leben ganz auf Gottes kommende Herrschaft aus. Aus solcher Hingabe stellt sich die Frage, welchen Platz die Ehe daneben behält.

Quellen zu dieser Frage 2
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