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Bibelstelle · EÜ 2016

Tit 1,5

Titus soll in jeder Stadt Älteste einsetzen und damit die Gemeinden geordnet leiten. Die Kirche versteht diese Einsetzung als biblische Grundlage eines kirchlichen Amtes, das in der apostolischen Sukzession weitergegeben wird.

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Auszug

Auszug aus Tit 1,5

Bibeltext

Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst und in den einzelnen Städten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe, wenn einer unbescholten und Mann einer einzigen Frau ist, mit gläubigen Kindern, die nicht unter dem Vorwurf der Liederlichkeit stehen oder ungehorsam sind.

Auszug aus Tit 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

In den Themen

Warum diese Stelle hier wichtig ist

Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.

  1. Starker GesamtbefundSchritt 7 von 7

    Weihe und apostolischer Dienst

    Die Stelle trägt die geordnete Einsetzung von Amtsträgern in den Gemeinden.

  2. Starker GesamtbefundSchritt 3 von 7

    Die Einsetzung der Ältesten

    Die Stelle trägt die Weitergabe geordneter Dienste über einzelne Gemeinden hinweg.

  3. Starker GesamtbefundSchritt 4 von 5

    Aus der Sendung der Apostel

    Die Stelle zeigt die geordnete Weitergabe und Einrichtung kirchlicher Dienste.

  4. Starker GesamtbefundSchritt 3 von 6

    Der apostolische Dienst wird geordnet weitergegeben

    Die Stelle zeigt die bewusste Einrichtung geordneter Dienste in den Gemeinden.

  5. Starker GesamtbefundSchritt 7 von 9

    Die apostolische Kirche gibt Dienste weiter

    Die Stelle trägt die Weitergabe geordneter Dienste in der apostolischen Kirche.

Verwandte Bibelstellen

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.

  • Frühchristliches Zeugnisca. 96

    1 Clemens

    Clemens bezeugt, dass die Apostel Amtsträger einsetzten und für die Zeit nach deren Tod die Übernahme ihres Dienstes durch andere bewährte Männer anordneten.

    Unsere Apostel wussten durch unseren Herrn Jesus Christus, dass es Streit um das Amt des Bischofs [ἐπισκοπή; episkopē, etwa: e-pi-sko-pe] geben würde. Deshalb setzten sie die bereits genannten Amtsträger ein und gaben später die Anweisung, dass nach ihrem Tod andere bewährte Männer ihren Dienst übernehmen sollten.

    Erster Clemensbrief · 1 Clemens 42–44 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Die Apostel setzten Bischöfe und Diakone ein und ordneten an, dass nach deren Tod andere bewährte Männer ihren Dienst übernehmen; die Amtsnachfolge erscheint als apostolisches Prinzip.

    Die Grenze: Eine namentliche Bischofsliste, wie sie Irenäus um 180 vorlegt, kennt Clemens noch nicht.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Der Erste Clemensbrief reagiert als Schreiben der römischen Gemeinde an Korinth auf Streit und die Absetzung von Amtsträgern. Die Kapitel verbinden apostolische Einsetzung, kirchliche Zustimmung und Vorsorge für die Zeit nach dem Tod der ersten Amtsträger.

    Historischer Text

    Die Apostel verkündeten das Evangelium in Ländern und Städten und setzten dort nach Prüfung durch den Geist die Erstlinge ihres Dienstes als Bischöfe [ἐπισκόπους; episkopous, Grundform: episkopos, etwa: e-pi-sko-pus] und Diakone [διακόνους; diakonous, Grundform: diakonos, etwa: di-a-ko-nos] ein. […] Unsere Apostel wussten durch unseren Herrn Jesus Christus, dass es Streit um das Amt des Bischofs [ἐπισκοπή; episkopē, etwa: e-pi-sko-pe] geben würde. Deshalb setzten sie die bereits genannten Amtsträger ein und gaben später die Anweisung, dass nach ihrem Tod andere bewährte Männer ihren Dienst übernehmen sollten. Wir sind der Meinung, dass Amtsträger, die von ihnen oder später von anderen angesehenen Männern mit Zustimmung der ganzen Kirche eingesetzt wurden und die der Herde Christi untadelig, demütig und uneigennützig gedient haben, nicht ohne gerechten Grund aus dem Dienst entfernt werden dürfen.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Der Brief zeigt sehr früh, dass apostolische Einsetzung und die geordnete Weitergabe eines kirchlichen Dienstes zusammengehören. Amtsträger werden geprüft, mit kirchlicher Zustimmung eingesetzt und nicht willkürlich entfernt.

    Quelle
    Erster Clemensbrief · 1 Clemens 42–44
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1896). Kapitel 43 ist sichtbar als Auslassung markiert, weil es den dazwischenliegenden Mose-Vergleich behandelt. Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: 1 Clemens
  • Kirchenlehrerca. 180

    Irenäus von Lyon

    Irenäus bezeugt die von den Aposteln herkommende Überlieferung und Verkündigung, die durch die Nachfolge der Bischöfe bis zu uns gelangt ist.

    Es liegt in der Möglichkeit aller, die in jeder Kirche die Wahrheit sehen wollen, die in der ganzen Welt sichtbare Überlieferung der Apostel zu betrachten und die Bischöfe aufzuzählen, die von den Aposteln in den Kirchen eingesetzt wurden, ebenso ihre Nachfolger bis in unsere Zeit.

    Gegen die Häresien, Buch III · Adversus haereses III,3,1–3 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Die Stelle nennt die apostolische Überlieferung und Verkündigung sowie ihre Weitergabe durch die Nachfolge der Bischöfe.

    Die Grenze: Irenäus spricht noch nicht in der Begriffssprache des Ersten Vatikanischen Konzils; die Kirche zitiert die Stelle als frühes Zeugnis dafür, dass wegen des besonderen Vorrangs Roms jede Kirche mit der römischen Kirche übereinstimmen muss (KKK 834; Pastor aeternus, Kap. 2).

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Irenäus führt die öffentliche Nachfolge der Bischöfe in apostolischen Kirchen gegen geheime gnostische Lehren an. Rom nennt er als alte, von Petrus und Paulus gegründete Kirche und führt ihre Bischofsnachfolge an.

    Historischer Text

    Es liegt in der Möglichkeit aller, die in jeder Kirche die Wahrheit sehen wollen, die in der ganzen Welt sichtbare Überlieferung der Apostel zu betrachten und die Bischöfe aufzuzählen, die von den Aposteln in den Kirchen eingesetzt wurden, ebenso ihre Nachfolger bis in unsere Zeit. […] Die sehr große, sehr alte und allbekannte Kirche, die in Rom von den ruhmreichsten Aposteln Petrus und Paulus gegründet und eingerichtet wurde, besitzt die von den Aposteln herkommende Überlieferung und die Verkündigung, die durch die Nachfolge der Bischöfe bis zu uns gelangt ist. […] Mit dieser Kirche muss wegen ihrer herausragenden Stellung [potentiorem principalitatem] jede Kirche übereinstimmen [convenire], das heißt die Gläubigen von überall. In ihr ist die von den Aposteln stammende Überlieferung von denen, die von überall her sind, stets bewahrt worden. […] Nachdem die seligen Apostel die Kirche gegründet und eingerichtet hatten, übergaben sie Linus das Bischofsamt zur Leitung der Kirche; auf ihn folgte Anacletus, und an dritter Stelle nach den Aposteln wurde Clemens Bischof. Es folgten Evaristus, Alexander, Sixtus, Telesphorus, Hyginus, Pius, Anicetus, Soter und Eleutherius.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Irenäus verbindet allgemeine apostolische Sukzession, öffentliche Bewahrung der Verkündigung und eine besondere Referenzstellung Roms. Die römische Bischofsliste macht die Nachfolge als sichtbare historische Ordnung greifbar.

    Quelle
    Gegen die Häresien, Buch III · Adversus haereses III,3,1–3
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus der lateinischen Überlieferung; die Schlüsselbegriffe „potentiorem principalitatem“ und „convenire“ stehen in eckigen Klammern im Text. Verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1885). Die lateinische Überlieferung und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Irenäus von Lyon
Quellen und HinweiseKKK 1113–1211 · KKK 1536–1600 · KKK 748–975

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Sacrosanctum ConciliumSC 59–78Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Sakramente und Sakramentalien.

  • Presbyterorum ordinisPO 2, 5Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Das Konzil beschreibt den priesterlichen Dienst als Anteil am Dienst Christi.

  • Lumen gentiumLG 10, 18–29Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Gemeinsames und amtliches Priestertum sowie apostolisches Amt.

Historische Primärquellen

  • Erster Clemensbrief31–34; 42–44Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühchristliches Zeugnis für Rechtfertigung aus Glauben mit guter Frucht und für Amtsnachfolge in der Kirche von Rom und Korinth.

  • Didache4; 7; 8; 14Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühchristliche Tauf-, Gebets- und Bußpraxis.

Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen

  • Westminster Confession of FaithWCF I.10; XI.1–3; XVI.2,5–6; XXV.1–6; XXXI.1–3Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle reformierte Bekenntnisquelle zu Rechtfertigung, guten Werken, Kirche, Schrift, Synoden und Konzilien.

Kirchenväter

  • Der heilige Irenäus von LyonGeneralaudienz vom 28. März 2007Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Benedikt XVI. erläutert Irenäus über apostolische Überlieferung und die Nachfolge der Bischöfe.