SCRIPTURA PLENA

Scriptura Plena

FaithOSUnterstützenImpressumDatenschutz

Bibelstelle · EÜ 2016

Apg 1,20–26

Nach dem Ausscheiden des Judas besetzen die Apostel dessen Amt neu und ordnen die Nachfolge durch Gebet und Losentscheid. Die Kirche erkennt darin ein fortführbares apostolisches Amt und die geordnete Weitergabe kirchlicher Verantwortung.

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Auszug

Auszug aus Apg 1,20–26

Bibeltext

Sein Amt soll ein anderer erhalten!

Auszug aus Apg 1,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016

In den Themen

Warum diese Stelle hier wichtig ist

Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.

  1. Direkter BelegSchritt 1 von 7

    Ein apostolisches Amt wird weitergeführt

    Die Stelle trägt das Muster, dass ein apostolischer Dienst geordnet weitergeführt wird.

  2. Starker GesamtbefundSchritt 4 von 5

    Aus der Sendung der Apostel

    Die Stelle zeigt ein Muster bewusster Nachbesetzung apostolischen Dienstes.

  3. Starker GesamtbefundSchritt 2 von 5

    Der Petrusdienst steht in der Weitergabe apostolischer Ämter

    Die Stelle bezeugt apostolische Kontinuität durch die Weitergabe eines apostolischen Dienstes.

  4. Starker GesamtbefundSchritt 3 von 6

    Der apostolische Dienst wird geordnet weitergegeben

    Die Stelle zeigt die bewusste Nachbesetzung eines apostolischen Amtes.

  5. Starker GesamtbefundSchritt 7 von 9

    Die apostolische Kirche gibt Dienste weiter

    Die Stelle trägt die bewusste Weiterführung eines apostolischen Dienstes.

Verwandte Bibelstellen

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.

  • Kirchenlehrerca. 180

    Irenäus von Lyon

    Irenäus bezeugt die von den Aposteln herkommende Überlieferung und Verkündigung, die durch die Nachfolge der Bischöfe bis zu uns gelangt ist.

    Es liegt in der Möglichkeit aller, die in jeder Kirche die Wahrheit sehen wollen, die in der ganzen Welt sichtbare Überlieferung der Apostel zu betrachten und die Bischöfe aufzuzählen, die von den Aposteln in den Kirchen eingesetzt wurden, ebenso ihre Nachfolger bis in unsere Zeit.

    Gegen die Häresien, Buch III · Adversus haereses III,3,1–3 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Die Stelle nennt die apostolische Überlieferung und Verkündigung sowie ihre Weitergabe durch die Nachfolge der Bischöfe.

    Die Grenze: Irenäus spricht noch nicht in der Begriffssprache des Ersten Vatikanischen Konzils; die Kirche zitiert die Stelle als frühes Zeugnis dafür, dass wegen des besonderen Vorrangs Roms jede Kirche mit der römischen Kirche übereinstimmen muss (KKK 834; Pastor aeternus, Kap. 2).

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Irenäus führt die öffentliche Nachfolge der Bischöfe in apostolischen Kirchen gegen geheime gnostische Lehren an. Rom nennt er als alte, von Petrus und Paulus gegründete Kirche und führt ihre Bischofsnachfolge an.

    Historischer Text

    Es liegt in der Möglichkeit aller, die in jeder Kirche die Wahrheit sehen wollen, die in der ganzen Welt sichtbare Überlieferung der Apostel zu betrachten und die Bischöfe aufzuzählen, die von den Aposteln in den Kirchen eingesetzt wurden, ebenso ihre Nachfolger bis in unsere Zeit. […] Die sehr große, sehr alte und allbekannte Kirche, die in Rom von den ruhmreichsten Aposteln Petrus und Paulus gegründet und eingerichtet wurde, besitzt die von den Aposteln herkommende Überlieferung und die Verkündigung, die durch die Nachfolge der Bischöfe bis zu uns gelangt ist. […] Mit dieser Kirche muss wegen ihrer herausragenden Stellung [potentiorem principalitatem] jede Kirche übereinstimmen [convenire], das heißt die Gläubigen von überall. In ihr ist die von den Aposteln stammende Überlieferung von denen, die von überall her sind, stets bewahrt worden. […] Nachdem die seligen Apostel die Kirche gegründet und eingerichtet hatten, übergaben sie Linus das Bischofsamt zur Leitung der Kirche; auf ihn folgte Anacletus, und an dritter Stelle nach den Aposteln wurde Clemens Bischof. Es folgten Evaristus, Alexander, Sixtus, Telesphorus, Hyginus, Pius, Anicetus, Soter und Eleutherius.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Irenäus verbindet allgemeine apostolische Sukzession, öffentliche Bewahrung der Verkündigung und eine besondere Referenzstellung Roms. Die römische Bischofsliste macht die Nachfolge als sichtbare historische Ordnung greifbar.

    Quelle
    Gegen die Häresien, Buch III · Adversus haereses III,3,1–3
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus der lateinischen Überlieferung; die Schlüsselbegriffe „potentiorem principalitatem“ und „convenire“ stehen in eckigen Klammern im Text. Verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1885). Die lateinische Überlieferung und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Irenäus von Lyon
  • Kirchenvater251–256

    Cyprian von Karthago

    Cyprian verbindet den Ursprung der Einheit bei einem Einzigen mit der Gleichheit der Apostel in Ehre und Vollmacht.

    Auf einen baut er die Kirche. Und obwohl er allen Aposteln nach seiner Auferstehung eine gleiche Vollmacht gibt und sagt: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende auch ich euch: Empfangt den Heiligen Geist: Wem immer ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; und wem immer ihr sie behaltet, dem sind sie behalten; so ordnete er doch, um die Einheit darzustellen, durch seine Vollmacht den Ursprung dieser Einheit an, die bei einem Einzigen beginnt. Gewiss, die übrigen Apostel waren auch dasselbe, was Petrus war, ausgestattet mit einer gleichartigen Teilhabe sowohl an Ehre als auch an Macht; aber der Anfang geht von der Einheit aus, damit die Kirche Christi als eine erwiesen werde.

    Über die Einheit der Kirche (De unitate ecclesiae) · De unitate ecclesiae 4 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Cyprian bezeugt den Ursprung der Einheit bei einem Einzigen und die Gleichheit der Apostel in Ehre und Vollmacht.

    Die Grenze: Cyprian denkt die Einheit vom einen Bischofsamt her, an dem alle Bischöfe teilhaben. Zugleich heißt es in einer zweiten überlieferten Fassung dieses Kapitels ausdrücklich, Petrus werde der Primat gegeben, damit eine Kirche und ein Lehrstuhl gezeigt würden, und in Brief 59,14 nennt Cyprian Rom „den Stuhl Petri und die Hauptkirche, von der die Einheit des Priestertums ausgegangen ist“. Wie weit eine Entscheidung des Bischofs von Rom die anderen Bischöfe bindet, hat er im Streit um die von Häretikern gespendete Taufe bestritten.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Cyprian verbindet Petrus, die Einheit der Kirche und die Gleichheit der Apostel.

    Historischer Text

    Der Herr spricht zu Petrus und sagt: Ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Und ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; und was immer du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein, und was immer du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein. Und wiederum sagt er nach seiner Auferstehung zu demselben: Weide meine Schafe. Auf einen baut er die Kirche. Und obwohl er allen Aposteln nach seiner Auferstehung eine gleiche Vollmacht gibt und sagt: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende auch ich euch: Empfangt den Heiligen Geist: Wem immer ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; und wem immer ihr sie behaltet, dem sind sie behalten; so ordnete er doch, um die Einheit darzustellen, durch seine Vollmacht den Ursprung dieser Einheit an, die bei einem Einzigen beginnt. Gewiss, die übrigen Apostel waren auch dasselbe, was Petrus war, ausgestattet mit einer gleichartigen Teilhabe sowohl an Ehre als auch an Macht; aber der Anfang geht von der Einheit aus, damit die Kirche Christi als eine erwiesen werde.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Cyprian lässt die Einheit bei einem Einzigen beginnen, obwohl alle Apostel gleiche Ehre und Vollmacht empfangen. Wie beides zusammengehört, sagt Leo der Große: Unter den Aposteln war „bei der Ähnlichkeit ihrer Würde dennoch eine gewisse Verschiedenheit der Gewalt“, und nur einem war gegeben, „dass er über die Übrigen hervorragte“ (Brief 14,11).

    Quelle
    Über die Einheit der Kirche (De unitate ecclesiae) · De unitate ecclesiae 4
    Textfassung und Rechte
    Eigene deutsche Übertragung der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (Edition von 1886). Die Sätze „Auf einen baut er die Kirche“ und „damit die Kirche Christi als eine erwiesen werde“ fehlen dort; sie sind nach der lateinischen Überlieferung ergänzt, die auch die Bibliothek der Kirchenväter übersetzt. Die lateinische Überlieferung und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter, die beide Sätze enthält.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Cyprian von Karthago
Quellen und HinweiseKKK 1536–1600 · KKK 748–975

Katechismus

  • Katechismus der Katholischen KircheKKK 1536–1600Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Der Katechismus behandelt Weihe, Priestertum und in KKK 1579–1580 die lateinische sowie die rechtmäßige ostkirchliche Ordnung des Zölibats.

  • Katechismus der Katholischen KircheKKK 748–975Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Kirche und ihre Ämter.

Konzilien und Lehramt

  • Lumen gentiumLG 10, 18–29Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Gemeinsames und amtliches Priestertum sowie apostolisches Amt.

Historische Primärquellen

  • Erster Clemensbrief31–34; 42–44Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühchristliches Zeugnis für Rechtfertigung aus Glauben mit guter Frucht und für Amtsnachfolge in der Kirche von Rom und Korinth.

  • Didache4; 7; 8; 14Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühchristliche Tauf-, Gebets- und Bußpraxis.

Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen

  • Westminster Confession of FaithWCF I.10; XI.1–3; XVI.2,5–6; XXV.1–6; XXXI.1–3Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle reformierte Bekenntnisquelle zu Rechtfertigung, guten Werken, Kirche, Schrift, Synoden und Konzilien.

Kirchenväter

  • Der heilige Irenäus von LyonGeneralaudienz vom 28. März 2007Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Benedikt XVI. erläutert Irenäus über apostolische Überlieferung und die Nachfolge der Bischöfe.