SCRIPTURA PLENA

Scriptura Plena

FaithOSUnterstützenImpressumDatenschutz

Bibelstelle · EÜ 2016

2 Tim 2,2

Paulus gibt die empfangene Lehre an Timotheus weiter, der sie zuverlässigen Lehrern anvertrauen soll. Die Kirche erkennt darin das biblische Grundmuster der Weitergabe, das sie in der apostolischen Nachfolge bewahrt sieht: Die Apostel haben Bischöfe als ihre Nachfolger zurückgelassen und ihnen ihr eigenes Lehramt übergeben (DV 7; KKK 77).

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Auszug

Auszug aus 2 Tim 2,2

Bibeltext

Was du vor vielen Zeugen von mir gehört hast, das vertraue zuverlässigen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren!

Auszug aus 2 Tim 2,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

In den Themen

Warum diese Stelle hier wichtig ist

Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.

  1. Starker GesamtbefundSchritt 3 von 4

    Weitergabe über zuverlässige Menschen an weitere Lehrer

    Stützt die geordnete Weitergabe apostolischer Lehre über mehrere Generationen.

  2. Starker GesamtbefundSchritt 3 von 3

    Die Lehre wird öffentlich weitergegeben

    Stützt die öffentliche und geordnete Weitergabe apostolischer Lehre.

  3. Direkter BelegSchritt 1 von 2

    Mündliche und schriftliche Überlieferung

    Der Text zeigt eine personale Weitergabe apostolischer Lehre über mehrere Generationen.

  4. Starker GesamtbefundSchritt 2 von 6

    Der Kanon wird in der apostolischen Kirche empfangen

    Baustein für geordnete Weitergabe; nächste Prämisse: 1 Tim 3,15.

  5. Starker GesamtbefundSchritt 4 von 5

    Aus der Sendung der Apostel

    Die Stelle zeigt die personale Weitergabe apostolischer Lehre über mehrere Generationen.

  6. Starker GesamtbefundSchritt 5 von 5

    Eine gemeinsame Bekenntnisformel

    Die Stelle zeigt die personale Kontinuität apostolischer Lehre.

  7. Starker GesamtbefundSchritt 4 von 6

    Die apostolische Überlieferung wird öffentlich bewahrt

    Die Stelle zeigt die geordnete personale Weitergabe des apostolischen Glaubens.

  8. Starker GesamtbefundSchritt 7 von 9

    Die apostolische Kirche gibt Dienste weiter

    Die Stelle trägt die geordnete Weitergabe apostolischer Lehre über mehrere Generationen.

Verwandte Bibelstellen

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.

  • Frühchristliches Zeugnisca. 96

    1 Clemens

    Clemens bezeugt, dass die Apostel Amtsträger einsetzten und für die Zeit nach deren Tod die Übernahme ihres Dienstes durch andere bewährte Männer anordneten.

    Unsere Apostel wussten durch unseren Herrn Jesus Christus, dass es Streit um das Amt des Bischofs [ἐπισκοπή; episkopē, etwa: e-pi-sko-pe] geben würde. Deshalb setzten sie die bereits genannten Amtsträger ein und gaben später die Anweisung, dass nach ihrem Tod andere bewährte Männer ihren Dienst übernehmen sollten.

    Erster Clemensbrief · 1 Clemens 42–44 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Die Apostel setzten Bischöfe und Diakone ein und ordneten an, dass nach deren Tod andere bewährte Männer ihren Dienst übernehmen; die Amtsnachfolge erscheint als apostolisches Prinzip.

    Die Grenze: Eine namentliche Bischofsliste, wie sie Irenäus um 180 vorlegt, kennt Clemens noch nicht.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Der Erste Clemensbrief reagiert als Schreiben der römischen Gemeinde an Korinth auf Streit und die Absetzung von Amtsträgern. Die Kapitel verbinden apostolische Einsetzung, kirchliche Zustimmung und Vorsorge für die Zeit nach dem Tod der ersten Amtsträger.

    Historischer Text

    Die Apostel verkündeten das Evangelium in Ländern und Städten und setzten dort nach Prüfung durch den Geist die Erstlinge ihres Dienstes als Bischöfe [ἐπισκόπους; episkopous, Grundform: episkopos, etwa: e-pi-sko-pus] und Diakone [διακόνους; diakonous, Grundform: diakonos, etwa: di-a-ko-nos] ein. […] Unsere Apostel wussten durch unseren Herrn Jesus Christus, dass es Streit um das Amt des Bischofs [ἐπισκοπή; episkopē, etwa: e-pi-sko-pe] geben würde. Deshalb setzten sie die bereits genannten Amtsträger ein und gaben später die Anweisung, dass nach ihrem Tod andere bewährte Männer ihren Dienst übernehmen sollten. Wir sind der Meinung, dass Amtsträger, die von ihnen oder später von anderen angesehenen Männern mit Zustimmung der ganzen Kirche eingesetzt wurden und die der Herde Christi untadelig, demütig und uneigennützig gedient haben, nicht ohne gerechten Grund aus dem Dienst entfernt werden dürfen.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Der Brief zeigt sehr früh, dass apostolische Einsetzung und die geordnete Weitergabe eines kirchlichen Dienstes zusammengehören. Amtsträger werden geprüft, mit kirchlicher Zustimmung eingesetzt und nicht willkürlich entfernt.

    Quelle
    Erster Clemensbrief · 1 Clemens 42–44
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1896). Kapitel 43 ist sichtbar als Auslassung markiert, weil es den dazwischenliegenden Mose-Vergleich behandelt. Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: 1 Clemens
  • Kirchenlehrerca. 180

    Irenäus von Lyon

    Irenäus bezeugt die von den Aposteln herkommende Überlieferung und Verkündigung, die durch die Nachfolge der Bischöfe bis zu uns gelangt ist.

    Es liegt in der Möglichkeit aller, die in jeder Kirche die Wahrheit sehen wollen, die in der ganzen Welt sichtbare Überlieferung der Apostel zu betrachten und die Bischöfe aufzuzählen, die von den Aposteln in den Kirchen eingesetzt wurden, ebenso ihre Nachfolger bis in unsere Zeit.

    Gegen die Häresien, Buch III · Adversus haereses III,3,1–3 · Primärtext
    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Die Stelle nennt die apostolische Überlieferung und Verkündigung sowie ihre Weitergabe durch die Nachfolge der Bischöfe.

    Die Grenze: Irenäus spricht noch nicht in der Begriffssprache des Ersten Vatikanischen Konzils; die Kirche zitiert die Stelle als frühes Zeugnis dafür, dass wegen des besonderen Vorrangs Roms jede Kirche mit der römischen Kirche übereinstimmen muss (KKK 834; Pastor aeternus, Kap. 2).

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Irenäus führt die öffentliche Nachfolge der Bischöfe in apostolischen Kirchen gegen geheime gnostische Lehren an. Rom nennt er als alte, von Petrus und Paulus gegründete Kirche und führt ihre Bischofsnachfolge an.

    Historischer Text

    Es liegt in der Möglichkeit aller, die in jeder Kirche die Wahrheit sehen wollen, die in der ganzen Welt sichtbare Überlieferung der Apostel zu betrachten und die Bischöfe aufzuzählen, die von den Aposteln in den Kirchen eingesetzt wurden, ebenso ihre Nachfolger bis in unsere Zeit. […] Die sehr große, sehr alte und allbekannte Kirche, die in Rom von den ruhmreichsten Aposteln Petrus und Paulus gegründet und eingerichtet wurde, besitzt die von den Aposteln herkommende Überlieferung und die Verkündigung, die durch die Nachfolge der Bischöfe bis zu uns gelangt ist. […] Mit dieser Kirche muss wegen ihrer herausragenden Stellung [potentiorem principalitatem] jede Kirche übereinstimmen [convenire], das heißt die Gläubigen von überall. In ihr ist die von den Aposteln stammende Überlieferung von denen, die von überall her sind, stets bewahrt worden. […] Nachdem die seligen Apostel die Kirche gegründet und eingerichtet hatten, übergaben sie Linus das Bischofsamt zur Leitung der Kirche; auf ihn folgte Anacletus, und an dritter Stelle nach den Aposteln wurde Clemens Bischof. Es folgten Evaristus, Alexander, Sixtus, Telesphorus, Hyginus, Pius, Anicetus, Soter und Eleutherius.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Irenäus verbindet allgemeine apostolische Sukzession, öffentliche Bewahrung der Verkündigung und eine besondere Referenzstellung Roms. Die römische Bischofsliste macht die Nachfolge als sichtbare historische Ordnung greifbar.

    Quelle
    Gegen die Häresien, Buch III · Adversus haereses III,3,1–3
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus der lateinischen Überlieferung; die Schlüsselbegriffe „potentiorem principalitatem“ und „convenire“ stehen in eckigen Klammern im Text. Verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1885). Die lateinische Überlieferung und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Irenäus von Lyon
  • Weitere historische Zeugnisse (3)
    • Kirchenlehrerca. 180

      Irenäus von Lyon

      Irenäus von Lyon beschreibt um 180 in Adversus haereses III,4,1–2 die von den Aposteln an die Kirchen übergebene Ordnung der Überlieferung.

      Wenn die Apostel uns keine Schriften hinterlassen hätten, müsste man dann nicht der Ordnung der Überlieferung folgen, die sie denen anvertrauten, denen sie die Kirchen übergaben? Dieser Ordnung stimmen viele Völker unter den Barbaren zu, die an Christus glauben und die Rettung durch den Geist ohne Papier und Tinte in ihren Herzen tragen.

      Gegen die Häresien, Buch III, Kapitel 4 · Adversus haereses III,4,1–2 · Primärtext
      Einordnung der Quelle

      Der Text zeigt: Apostolische Überlieferung wird den Kirchen anvertraut und auch ohne schriftliche Texte von vielen glaubenden Völkern aufgenommen.

      Die Grenze: Die Stelle selbst argumentiert mit der Ordnung der Überlieferung; die von den Aposteln eingesetzten Bischöfe und ihre Nachfolger zählt Irenäus im unmittelbar vorausgehenden Kapitel auf (III,3,1).

      Quelle im Zusammenhang lesen

      Worum es hier geht

      Irenäus verteidigt die öffentliche apostolische Überlieferung gegen geheime gnostische Lehren. Er beschreibt die Kirche als Schatzkammer, in die die Apostel die ganze Wahrheit gelegt haben, verweist im Streitfall auf die ältesten apostolischen Kirchen und fragt dann, wie die Kirche handeln müsste, wenn die Apostel keine Schriften hinterlassen hätten; als Beispiel nennt er Völker, die den Glauben ohne Papier und Tinte bewahren.

      Historischer Text

      Die Wahrheit kann man leicht von der Kirche empfangen, denn die Apostel haben wie in eine reiche Schatzkammer alles in größter Fülle in sie hineingelegt, was zur Wahrheit gehört, sodass jeder, der will, aus ihr den Trank des Lebens schöpfen kann. […] Wie aber, wenn auch nur über eine geringe Frage Streit entstünde: Müsste man dann nicht auf die ältesten Kirchen zurückgehen, in denen die Apostel gewirkt haben, und von ihnen in der strittigen Frage das Sichere und Klare empfangen? Wenn die Apostel uns keine Schriften hinterlassen hätten, müsste man dann nicht der Ordnung der Überlieferung folgen, die sie denen anvertrauten, denen sie die Kirchen übergaben? Dieser Ordnung stimmen viele Völker unter den Barbaren zu, die an Christus glauben und die Rettung durch den Geist ohne Papier und Tinte in ihren Herzen tragen. Sie bewahren die alte Überlieferung sorgfältig und glauben an den einen Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Christus Jesus, den Sohn Gottes. Obwohl ihre Sprache verschieden ist, bleibt die Überlieferung dieselbe; durch diese alte Überlieferung der Apostel bewahren sie ihren Glauben.

      Warum diese Stelle wichtig ist

      Irenäus beschreibt apostolische Überlieferung als öffentliche, kirchlich anvertraute und über verschiedene Völker hinweg erkennbare Glaubensordnung. Sein Argument richtet sich gegen geheime Sonderlehren.

      Quelle
      Gegen die Häresien, Buch III, Kapitel 4 · Adversus haereses III,4,1–2
      Textfassung und Rechte
      Eigene Übersetzung aus der lateinischen Überlieferung; verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1885). Die lateinische Überlieferung und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
      Vollständigen historischen Text öffnen: Irenäus von Lyon
    • Kirchenlehrerca. 375

      Basilius der Große

      Basilius unterscheidet schriftlich überlieferte Lehren und kirchliche Überlieferungen, die er apostolisch verortet.

      Von den bewahrten Lehren und Einrichtungen in der Kirche nehmen wir einige aus der schriftlichen Überlieferung, andere haben wir — von der apostolischen Überlieferung geheimnisvoll übergeben — im Glauben empfangen. Beide haben dieselbe Kraft für die Frömmigkeit, und niemand widerspricht ihnen, der auch nur ein wenig Erfahrung mit kirchlichen Angelegenheiten hat.

      Über den Heiligen Geist · De Spiritu Sancto 27,66–67 · Primärtext
      Einordnung der Quelle

      Der Text zeigt: Eine selbstverständliche Unterscheidung zwischen schriftlicher und ungeschriebener apostolischer Überlieferung.

      Die Grenze: Nicht jeder Brauch, den Basilius nennt, gehört zum unveränderlichen Glaubensgut; die Kirche unterscheidet die apostolische Überlieferung von kirchlichen Traditionen, die sie unter der Leitung des Lehramtes beibehalten, abändern oder aufgeben kann (KKK 83).

      Quelle im Zusammenhang lesen

      Worum es hier geht

      Basilius verteidigt in De Spiritu Sancto die Gottheit des Heiligen Geistes und begründet dabei, dass die Kirche neben den schriftlich überlieferten Lehren nicht-schriftliche apostolische Überlieferungen bewahrt.

      Historischer Text

      Von den bewahrten Lehren und Einrichtungen in der Kirche nehmen wir einige aus der schriftlichen Überlieferung, andere haben wir — von der apostolischen Überlieferung geheimnisvoll übergeben — im Glauben empfangen. Beide haben dieselbe Kraft für die Frömmigkeit, und niemand widerspricht ihnen, der auch nur ein wenig Erfahrung mit kirchlichen Angelegenheiten hat. Denn wollten wir die ungeschriebenen Bräuche verwerfen, als hätten sie nur geringe Bedeutung, so würden wir unversehens das Evangelium in seinen Hauptpunkten verletzen.

      Warum diese Stelle wichtig ist

      Basilius nennt liturgische Gebete, die Segnung von Taufwasser und Chrisam sowie das dreimalige Untertauchen bei der Taufe als ungeschriebene apostolische Überlieferung. Er unterscheidet sie von der Schrift und schreibt beiden dieselbe Kraft für die Frömmigkeit zu.

      Quelle
      Über den Heiligen Geist · De Spiritu Sancto 27,66–67
      Textfassung und Rechte
      Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Reihe Nicene and Post-Nicene Fathers (1895). Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zu dieser englischen Übersetzung.
      Vollständigen historischen Text öffnen: Basilius der Große
    • Kirchenvaterca. 434

      Vinzenz von Lérins

      Vinzenz unterscheidet echten Fortschritt des Glaubens von einer Veränderung in etwas Wesensfremdes.

      Soll es dann keinen Fortschritt in der Kirche Christi geben? Gewiss, aller möglicher Fortschritt. Denn wer ist so feindselig gegen die Menschen und so feindselig gegen Gott, dass er es verbieten wollte? Aber nur so, dass es echter Fortschritt sei, keine Veränderung des Glaubens. Denn Fortschritt verlangt, dass der Gegenstand in sich selbst vergrößert werde; Veränderung, dass er in etwas anderes verwandelt werde.

      Commonitorium (Merkbüchlein) · Commonitorium 23, §§ 54–59 · Primärtext
      Quelle im Zusammenhang lesen

      Worum es hier geht

      Vinzenz schreibt um 434, drei Jahre nach Ephesus, gegen die „profanen Neuerungen aller Häresien“ und entwickelt im Wachstumskapitel ein Kriterium für legitime Entwicklung des Glaubensguts.

      Historischer Text

      Soll es dann keinen Fortschritt in der Kirche Christi geben? Gewiss, aller möglicher Fortschritt. Denn wer ist so feindselig gegen die Menschen und so feindselig gegen Gott, dass er es verbieten wollte? Aber nur so, dass es echter Fortschritt sei, keine Veränderung des Glaubens. Denn Fortschritt verlangt, dass der Gegenstand in sich selbst vergrößert werde; Veränderung, dass er in etwas anderes verwandelt werde. ... Das Wachstum der Religion in der Seele sei dem Wachstum des Körpers gleich, das in den Jahren fortschreitet und seine volle Größe erreicht, doch derselbe bleibt. ... Die Kirche ändert nichts, vermindert nichts, fügt nichts Wesensfremdes hinzu; sie formt und poliert, was formlos war, festigt, was entwickelt war, und bewahrt, was bereits definiert war.

      Warum diese Stelle wichtig ist

      Vinzenz gibt die früheste ausgearbeitete Regel für legitime Dogmenentwicklung. Das Erste Vatikanische Konzil hat seine Formel in die Konstitution Dei Filius übernommen (Kap. 4, DH 3020); so ist sein Kriterium in die Lehre der Kirche eingegangen. Seine bekannte Regel, festzuhalten, „was überall, was immer und was von allen geglaubt wurde“ (Common. 2,3), steht im selben Werk und schließt dieses Wachstum nicht aus; sie verlangt, dass es derselbe Glaube bleibt.

      Quelle
      Commonitorium (Merkbüchlein) · Commonitorium 23, §§ 54–59
      Textfassung und Rechte
      Eigene Übersetzung aus dem Lateinischen; verglichen mit der englischen Übersetzung von C. A. Heurtley (1894). Der lateinische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
      Vollständigen historischen Text öffnen: Vinzenz von Lérins
Quellen und HinweiseKKK 74–100 · KKK 65–67, 84–95, 232–267, 464–469, 888–892 · KKK 101–141

Katechismus

Konzilien und Lehramt

  • Dei VerbumDV 7–10Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Gemeinsamer Ursprung und Überlieferung der Offenbarung.

  • Dei VerbumDV 4, 7–10Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Offenbarung, apostolische Überlieferung und Lehramt.

  • Lehrmäßiger Kommentar zur Professio fideiNr. 5–11Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Unterscheidung der lehramtlichen Verbindlichkeitsstufen.

  • Dei VerbumDV 7–10, 21Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Schrift in apostolischer Überlieferung und Kirche.

  • Nizäno-Konstantinopolitanisches GlaubensbekenntnisKKK 195Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Der Katechismus ordnet das Bekenntnis den ersten beiden ökumenischen Konzilien von 325 und 381 zu.

  • Dei VerbumDV 10Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Lehramt als Diener des Wortes Gottes.

  • Lumen gentiumLG 10, 18–29Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Gemeinsames und amtliches Priestertum sowie apostolisches Amt.

Fachdokumente und Studien

  • Das jüdische Volk und seine Heilige Schrift in der christlichen BibelNr. 16–18Sekundäranalyse · Offizielle kirchliche Quelle

    Offizielle historische Studie zur Entwicklung jüdischer und christlicher Schriftensammlungen.

  • Luther Bible 1534Apocrypha sectionSekundäranalyse · Wissenschaftliche Sekundärquelle

    Die vollständige Lutherbibel von 1534 druckt die deuterokanonischen Bücher gesondert als Apokryphen und verweigert ihnen denselben kanonischen Rang.

Historische Primärquellen

  • Konzil von Florenz, Cantate DominoDekret für die Jakobiten, 4. Februar 1442 (DH 1334–1336)Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Vor der Reformation bezeugte kirchliche Bestätigung des empfangenen Kanons.

  • Konzil von Trient, Sitzung IV4. Sitzung, 8. April 1546: Dekret über die kanonischen Schriften (DH 1501–1504)Transkription bei Hanover Historical Texts Collection

    Dogmatische Definition des empfangenen katholischen Kanons in der Reformationskontroverse.

  • Gegen die Häresien, Buch IIIIII,3,1–3Übersetzung · Primärtext / Edition

    Irenäus argumentiert mit öffentlicher apostolischer Sukzession und der besonderen Bedeutung Roms.

  • Gegen die Häresien, Buch III, Kapitel 4III,4,1Übersetzung · Primärtext / Edition

    Irenäus begründet die öffentliche apostolische Tradition der Kirche.

  • Didache4; 7; 8; 14Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühchristliche Tauf-, Gebets- und Bußpraxis.

Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen

  • Statement of Scriptural and Confessional PrinciplesThe Authority of Scripture; The Lutheran ConfessionsPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Lutherische Position zur höchsten Norm der Schrift und zu Bekenntnissen.

  • Westminster Confession of FaithWCF I.9–10Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Reformierte Position zur Auslegung der Schrift durch die Schrift.

  • Augsburger BekenntnisCA IV, VI, IX, X, XX, XXIVPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle lutherische Bekenntnisquelle zu Rechtfertigung, guten Werken, Taufe, Abendmahl und Messe.

  • Westminster Confession of FaithWCF I.10; XI.1–3; XVI.2,5–6; XXV.1–6; XXXI.1–3Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Offizielle reformierte Bekenntnisquelle zu Rechtfertigung, guten Werken, Kirche, Schrift, Synoden und Konzilien.

Kirchenväter

  • Der heilige Irenäus von LyonGeneralaudienz vom 28. März 2007Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Benedikt XVI. erläutert Irenäus über apostolische Überlieferung und die Nachfolge der Bischöfe.