Sakramente
Woher die Siebenzahl der Sakramente kommt
Die katholische Kirche feiert sieben Sakramente und bekennt, dass Christus sie alle eingesetzt hat. Woher diese Siebenzahl kommt, zeigen die Heilige Schrift und die Geschichte der Kirche. Der Weg führt zuerst durch die biblischen Bezüge, dann zum Weihwasser als Beispiel der Sakramentalien, der heiligen Zeichen der Kirche, und schließlich zu der Frage, wie die Kirche die Siebenzahl als Ordnung erkannt hat.
3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Unterthema 1 von 3 · Sieben sakramentale Bezüge
Christus handelt in sieben Sakramenten, die den Menschen durch sein ganzes Leben begleiten
Sieben sakramentale Bezüge Bibel und Textverständnis
Sieben sakramentale Bezüge
Der erste Teil folgt den biblischen Texten, in denen die sieben Sakramente ihren Grund haben; die einzelnen Belegstellen stehen bei den Schritten dieses Weges.
Auszüge aus 1 Petr 3,20–21 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 20: Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noachs geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde; in ihr wurden nur wenige, nämlich acht Menschen, durch das Wasser gerettet.
Vers 21: Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet. … dient nicht dazu, den Körper von Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi.
Was der Text unmittelbar zeigt
Die Taufe steht im Zusammenhang mit der Rettung durch die Sintflut als Vorausbild.
Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung eurer Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
Apg 2,38 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Petrus verbindet Umkehr und Taufe mit der Vergebung der Sünden und der Gabe des Heiligen Geistes.
Auszug aus Röm 6,3–4 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 3: Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
Vers 4: Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln.
Was der Text unmittelbar zeigt
Die Getauften werden auf Christi Tod getauft und zu einem neuen Leben geführt.
Dann legten sie ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist.
Auszug aus Apg 8,14–17 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Getaufte Samariter empfangen durch die Handauflegung der Apostel den Heiligen Geist.
Paulus legte ihnen die Hände auf und der Heilige Geist kam auf sie herab.
Auszug aus Apg 19,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Auf die Taufe folgt die Handauflegung des Paulus und der Empfang des Heiligen Geistes.
Darum wollen wir beiseitelassen, was man zuerst von Christus verkünden muss, und uns dem Vollkommeneren zuwenden; wir wollen nicht noch einmal den Grund legen mit der Abkehr von toten Werken und dem Glauben an Gott, mit der Lehre über die Taufen und die Handauflegung, über die Auferstehung der Toten und das ewige Gericht; das wollen wir dann tun, wenn Gott es zulässt.
Auszug aus Hebr 6,1–3 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Die Handauflegung gehört zu den genannten Grundlagen der christlichen Lehre.
Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Auszug aus Lk 22,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Jesus gibt beim Mahl Brot und Kelch mit seinem Einsetzungswort.
Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?
Auszug aus 1 Kor 10,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Paulus bezeichnet Kelch und Brot als Teilhabe an Christi Blut und Leib.
Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.
Auszug aus 1 Kor 11,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Die Feier verkündet den Tod des Herrn; ihr Empfang verlangt, den Leib zu unterscheiden.
Ein Sakrament ist nach der Lehre der Kirche ein von Christus eingesetztes und der Kirche anvertrautes wirksames Zeichen der Gnade: Durch das sichtbare Zeichen schenkt Christus selbst die Gnade, die es bezeichnet (KKK 1127, 1131). Die neutestamentlichen Schriften zeigen eigenständige sakramentale Bezüge, die in der kirchlichen Ordnung zu sieben Sakramenten zusammengehören: Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Ehe und Weihe. Die Taufe verbindet Wasser mit Rettung, Vergebung, Wiedergeburt, der Gabe des Geistes und der Eingliederung in Christi Tod und Auferstehung. Taufe und apostolische Handauflegung werden voneinander unterschieden; zur Handauflegung gehört eine besondere Gabe des Heiligen Geistes. In den Einsetzungsworten, in der Teilnahme am Leib und Blut Christi und in der Warnung vor Schuld an Leib und Blut zeigt sich eine wirkliche sakramentale Teilhabe an Christus.
Auszug aus Joh 20,21–23 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 21: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Vers 22: Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Vers 23: Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.
Was der Text unmittelbar zeigt
Der Auferstandene sendet die Apostel, haucht ihnen den Geist ein und überträgt ihnen das Vergeben und Behalten von Sünden.
Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat.
Auszug aus 2 Kor 5,18 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Gott versöhnt in Christus und vertraut den Dienst der Versöhnung an.
Auszug aus Jak 5,14–15 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 14: Ist einer unter euch krank, dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben.
Vers 15: Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.
Was der Text unmittelbar zeigt
Die Ältesten sollen über den Kranken beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben; der Herr richtet ihn auf und vergibt ihm.
Auszug aus Mt 19,4–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 4: Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie am Anfang männlich und weiblich erschaffen hat
Vers 5: und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein?
Vers 6: Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Jesus führt die Ehe auf die Schöpfungsordnung zurück und erklärt die Verbindung zu einem Fleisch als von Gott gewirkt.
Auszug aus Eph 5,31–32 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 31: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein.
Vers 32: Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche.
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus bezieht die Ein-Fleisch-Einheit auf Christus und die Kirche und nennt sie ein tiefes Geheimnis.
Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten!
Auszug aus 1 Tim 4,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Timotheus empfängt eine Gabe durch prophetisches Wort und die Handauflegung des Presbyteriums.
Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist!
Auszug aus 2 Tim 1,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus erinnert Timotheus an die durch Handauflegung empfangene Gabe Gottes.
Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst und in den einzelnen Städten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe, wenn einer unbescholten und Mann einer einzigen Frau ist, mit gläubigen Kindern, die nicht unter dem Vorwurf der Liederlichkeit stehen oder ungehorsam sind.
Auszug aus Tit 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Titus soll in den Gemeinden Älteste einsetzen.
Zu diesen Bezügen treten weitere hinzu. Christus überträgt den Aposteln einen Dienst, der Vergebung, Zurückbehaltung, Binden und Lösen sowie Versöhnung umfasst. In einem kirchlichen Dienst an Kranken verbinden die Ältesten Gebet und Salbung mit Öl; der Text verheißt Aufrichtung und Vergebung. Jesus bestätigt die schöpfungsgemäße Einheit von Mann und Frau; Paulus verbindet diese Einheit mit Christus und der Kirche. Für den apostolischen Dienst zeigen die Schriften einen geordneten Dienst, eingesetzte Älteste und geistliche Gaben, die mit Handauflegung übertragen werden. So steht jeder Bezug für ein eigenes Zeichen und einen eigenen Dienst. Diese unterschiedlichen Zeichen und Dienste bilden die biblische Grundlage für die kirchliche Ordnung der sieben Sakramente.
Im Ganzen zeigt sich ein Zusammenhang: Die Sakramente begleiten den Menschen durch sein Leben und bleiben auf Christus hin geordnet, der in ihnen handelt; von ihm empfangen sie ihr Maß. Sie lassen sich gliedern: Taufe, Firmung und Eucharistie führen in das christliche Leben ein, Buße und Krankensalbung heilen es, Ehe und Weihe stehen im Dienst der Gemeinschaft und der Sendung; die Eucharistie ist Quelle und Höhepunkt.
Weiterführende Erklärungen
Die Taufe als GrundsakramentDirekter positiver BelegDie Taufe führt in das christliche Leben ein. Die Firmung setzt sie voraus und vollendet die in der Taufe geschenkte Gnade durch die Gabe des Heiligen Geistes.
Firmung und apostolische HandauflegungUnterstützender positiver BelegTaufe und Firmung führen in das Leben der Kirche ein. Die Eucharistie ist die Mitte dieses Lebens, weil in ihr Christus selbst gegenwärtig wird und die Gemeinde an seinem Opfer teilhat.
Eucharistie als Opfermahl und Gegenwart ChristiDirekter positiver BelegDie Eucharistie nährt das neue Leben; durch schwere Sünde kann der Getaufte es aber verlieren. Im Sakrament der Buße nimmt Christus den Sünder wieder in die Gemeinschaft mit Gott und der Kirche auf.
Der Dienst der VersöhnungDirekter positiver BelegDie Buße heilt die Schuld. Die Krankensalbung wendet sich dem Menschen zu, dessen leibliche Kräfte schwinden, und stärkt ihn in Krankheit und Todesnot.
Die Krankensalbung: Öl, Gebet und die Ältesten der GemeindeDirekter positiver BelegKrankensalbung und Buße begleiten den Menschen in Not und Schuld. Die Ehe ordnet das gemeinsame Leben von Mann und Frau und macht es zum Zeichen der Verbindung Christi mit der Kirche.
Die Ehe als Zeichen des Geheimnisses ChristiUnterstützender positiver BelegDie Ehe gehört zum Leben der Getauften. Die Weihe überträgt den Dienst, der das Volk Gottes im Namen Christi lehrt, heiligt und leitet; sie steht deshalb im Dienst aller Getauften.
Weihe und apostolischer DienstUnterstützender positiver BelegUnterthema 2 von 3 · Sakramentalien und Weihwasser
Das Weihwasser ist ein Sakramentale, das an die Taufe erinnert und zu ihr zurückführt
Sakramentalien und Weihwasser Glaube und Überlieferung
Wie führt das Weihwasser vom biblischen Wasserzeichen zur Tauferinnerung?
Dieses Kapitel wendet sich den heiligen Zeichen der Kirche zu, die zum Leben aus der Taufe gehören.
Sakramentalien sind heilige Zeichen der Kirche. Sie treten zu den Sakramenten hinzu, weisen auf sie hin und begleiten das Gebet der Kirche. Das Weihwasser ist ein solches Sakramentale: Geweihtes Wasser erinnert an die empfangene Taufe und ruft das Taufgedächtnis im Alltag wach. Anders als die Sakramente, die Christus eingesetzt hat, hat die Kirche dieses Zeichen selbst eingesetzt. Seine Wirkung beruht auf der Fürbitte der Kirche, die das Wasser segnet: Wer es im Glauben gebraucht, wird bereitet, die Gnade zu empfangen und mit ihr mitzuwirken (SC 60; KKK 1670).
Wer einen toten Menschen berührt, ist sieben Tage lang unrein. Am dritten Tag und am siebten Tag entsündigt er sich mit dem Reinigungswasser, dann wird er rein.
Auszug aus Num 19,11–12 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Das Reinigungsritual verbindet Wasser mit der kultischen Reinigung des Gottesvolkes.
Wasch meine Schuld von mir ab und mach mich rein von meiner Sünde!
Auszug aus Ps 51,3–12 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Der Beter bittet Gott um Waschung von Schuld und um ein reines Herz.
Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein.
Auszug aus Ez 36,25a · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Gott verheißt reines Wasser, ein neues Herz und seinen Geist.
Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus dem Wasser und dem Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.
Auszug aus Joh 3,5 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Jesus verbindet den Eintritt in das Reich Gottes mit der Geburt aus Wasser und Geist.
In der Heilsgeschichte, dem Gang Gottes mit seinem Volk durch die Geschichte, erscheint Wasser als Zeichen der Reinigung und der Erneuerung. Die Verheißung in Ez 36 greift beides auf: Gott gießt reines Wasser über sein Volk aus, schenkt ein neues Herz und gibt seinen Geist. Die Kirche erkennt darin die heilsgeschichtliche Vorbereitung auf die Taufe. In Joh 3,5 verbindet Jesus den Eintritt in das Reich Gottes mit der Geburt aus Wasser und Geist. So führt das Neue Testament die Sprache von Wasser, Reinigung, neuer Geburt und Geist in die Taufe hinein. Die Taufe ist das sichtbare Zeichen, durch das Gott die grundlegende sakramentale Reinigung schenkt.
Auszug aus Röm 6,4 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 4: Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln.
Was der Text unmittelbar zeigt
Die Taufe gliedert in Christi Tod ein und eröffnet ein neues Leben.
hat er uns gerettet – nicht aufgrund von Werken der Gerechtigkeit, die wir vollbracht haben, sondern nach seinem Erbarmen – durch das Bad der Wiedergeburt und die Erneuerung im Heiligen Geist.
Auszug aus Tit 3,5 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Paulus verbindet die Rettung mit dem Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist.
Auszüge aus 1 Petr 3,20–21 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 20: Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noachs geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde; in ihr wurden nur wenige, nämlich acht Menschen, durch das Wasser gerettet.
Vers 21: Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet. … dient nicht dazu, den Körper von Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi.
Was der Text unmittelbar zeigt
Petrus deutet die Sintflut als Vorausbild und bezeugt, dass die Taufe jetzt rettet.
Röm 6 beschreibt, wie die Taufe in Christi Tod eingliedert und ein neues Leben eröffnet. Tit 3,5 verbindet die Rettung mit dem Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist. In 1 Petr 3,20–21 liest Petrus die Sintflut als Vorausbild; er bezeugt, dass die Taufe jetzt rettet. Diese Texte bezeugen gemeinsam die Wirkung der Taufe in Christus: die Wiedergeburt, die Erneuerung im Heiligen Geist, die Eingliederung in Christus und die neutestamentliche Erfüllung des Wasser-Vorausbilds. Deshalb lehrt die Kirche die eine Taufe: Die Taufe reinigt durch Gottes Gnade, gliedert in Christus ein, wird nicht wiederholt und bleibt die Grundlage des christlichen Lebens. Die spätere Tauflehre und die Ordnung der sieben Sakramente entfaltet die Kirche aus dem gesamten biblischen und apostolischen Zusammenhang.
Weihwasser hat darin einen kleineren, aber wirklichen Platz. Es erinnert an die empfangene Taufe und begleitet das Gebet. Die Taufe schenkt die grundlegende Reinigung und die Eingliederung in Christus; Weihwasser hält diese Gnade im Gebet gegenwärtig und verweist auf sie. Wer Weihwasser im Gebet verwendet, richtet seinen Glauben auf Gottes Gnade und auf die bereits empfangene Eingliederung in Christus.
Die Wasser- und Reinigungssprache der Schrift findet ihre Erfüllung in der Taufe, in der Gott den Menschen reinigt und erneuert. Das Weihwasser ist ein Sakramentale, ein von der Kirche eingesetztes Zeichen, und kein Sakrament: Es weist auf die Taufe hin, hält sie dem Gläubigen vor Augen und führt ihn immer wieder zu ihr zurück.
Weiterführende Erklärungen
Biblische Wasser- und ReinigungsspracheUnterstützender positiver BelegDie Schrift gebraucht das Wasser als Zeichen der Reinigung und Erneuerung. Das Neue Testament führt diese Sprache zu ihrer Erfüllung: Die grundlegende Reinigung schenkt Gott in der Taufe.
Die Taufe als neutestamentliche Erfüllung der ReinigungDirekter positiver BelegDie Taufe ist die sakramentale Reinigung des Menschen. Das Weihwasser tritt nicht an ihre Stelle, sondern erinnert an sie und begleitet das Gebet der Kirche.
Weihwasser als Sakramentale und TaufgedächtnisUnterstützender positiver BelegUnterthema 3 von 3 · Die Siebenzahl der Sakramente
Alle sieben Sakramente sind von Christus eingesetzt; das Konzil von Trient hat dies als Glaubenssatz definiert
Ordnung der Siebenzahl Glaube und Überlieferung
Warum erkennt die Kirche sieben Sakramente als eine gemeinsame Ordnung?
Die sieben Sakramente bilden eine kirchlich erkannte Ordnung: Jedes hat sein eigenes Zeichen und seine eigene Gnadenwirkung, gemeinsam bezeugen sie das Handeln Christi in der Kirche.
Die Kirche bekennt sieben liturgische Feiern als die im eigentlichen Sinn vom Herrn eingesetzten Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Ehe und Weihe (KKK 1117). Sakramente sind die heiligen Zeichen des Herrn; Sakramentalien sind demgegenüber heilige Zeichen der Kirche. Die Siebenzahl bezeichnet die von der Kirche erkannte Ordnung dieser sieben Sakramente. Das Konzil von Florenz führt die sieben Sakramente 1439 im Decretum pro Armenis auf; das Konzil von Trient hat 1547 in der Sitzung VII als Glaubenssatz definiert, dass die Sakramente des Neuen Bundes alle von Jesus Christus eingesetzt sind und dass es sieben sind. Der Katechismus der Katholischen Kirche entfaltet diese Ordnung weiter.
Dass Christus durch sichtbare Zeichen handelt, hat seinen Grund in der Menschwerdung: In Jesus ist Gott sichtbar geworden, und „was an unserem Erlöser sichtbar war, ist in seine Mysterien übergegangen“ (Leo der Große, zitiert in KKK 1115). Die Mysterien des Lebens Jesu sind darum „die Grundlagen für das, was Christus nun durch die Amtsträger seiner Kirche in den Sakramenten spendet“ (KKK 1115). Schon im Evangelium geht das Heil leibhaft von ihm aus: „Im selben Augenblick fühlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausgeströmt war“ (Mk 5,30). Der Katechismus nennt die Sakramente deshalb „Kräfte“, die vom stets lebendigen und lebensspendenden Leib Christi ausgehen, und Taten des Heiligen Geistes, der in der Kirche wirkt (KKK 1116). Weil diese Kraft von Christus, dem Haupt, ausgeht und seinen Leib erreicht, sind die Sakramente Handlungen der Kirche: Sie sind „die Zeichen und Werkzeuge, durch die der Heilige Geist die Gnade Christi, der das Haupt ist, in der Kirche, die sein Leib ist, verbreitet“ (KKK 774). In diesem Zusammenhang nennt das Zweite Vatikanische Konzil die Kirche selbst „in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit“ (LG 1). Der Katechismus spricht dabei von einem analogen Sinn (KKK 774): Die Kirche ist kein achtes Sakrament neben den sieben, sondern in den Händen Christi „Werkzeug der Erlösung aller“ (KKK 776).
Im Epheserbrief nennt Paulus die auf Christus und die Kirche bezogene Ein-Fleisch-Einheit ein tiefes Geheimnis. So hat die sakramentale Rede einen biblischen Ausgangspunkt: Eine sichtbare Wirklichkeit verweist auf Christus und die Kirche.
Auszug aus Eph 5,31–32 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 31: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein.
Vers 32: Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche.
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus nennt die auf Christus und die Kirche bezogene Ein-Fleisch-Einheit ein tiefes Geheimnis.
Das griechische Wort μυστήριον (mystērion, etwa: müs-TE-ri-on) bezeichnet bei Paulus den verborgenen Heilsplan Gottes, der in Christus offenbar geworden ist (Eph 1,9; Kol 1,26–27). Die lateinische Bibel gab es mit mysterium und mit sacramentum wieder, so auch in Eph 5,32; in der späteren Deutung drückt sacramentum mehr das sichtbare Zeichen der verborgenen Heilswirklichkeit aus (KKK 774). Die Ostkirchen nennen die Sakramente bis heute „die heiligen Mysterien“. Aus diesem Sprachgebrauch entwickelte sich im Lauf der Jahrhunderte eine präzise Sakramentenlehre. Die Kirche feierte die Sakramente und gab sie weiter, lange bevor sie deren gemeinsame Struktur beschrieb.
Die Kirche begründet die Siebenzahl mit der Einsetzung durch Christus, die sie in Schrift und Überlieferung erkennt. Zum Verständnis weist der Katechismus auf eine „gewisse Ähnlichkeit“ mit dem natürlichen Leben hin: Die Sakramente geben dem Glaubensleben „Geburt und Wachstum, Heilung und Sendung“ (KKK 1210). Diese Entsprechung erschließt die Ordnung; ihr Grund bleibt die Einsetzung durch Christus. Eucharistie und Buße begleiten zudem das ganze christliche Leben. Zugleich hat diese Ordnung ihren Platz in der Hierarchie der Wahrheiten: Die Glaubenswahrheiten sind nach ihrem Gewicht auf Christus hin geordnet. So führt die erkannte Ordnung den einzelnen Gläubigen durch das Ganze des Glaubens.
Die Kirche hat die Siebenzahl als Vermächtnis Christi erkannt: Alle sieben Sakramente sind von ihm eingesetzt, und das Konzil von Trient hat Zahl und Einsetzung als Glaubenssatz definiert. Die gefeierte Wirklichkeit ging ihrer begrifflichen Klärung voraus. Jede der Feiern hat ihr eigenes Gesicht; zusammen bilden sie ein organisches Ganzes. In diesem Ganzen nimmt die Eucharistie als „Sakrament der Sakramente“ eine einzigartige Stellung ein: „Alle anderen Sakramente sind auf sie als auf ihr Ziel hingeordnet“ (KKK 1211).
Hat Christus nur Taufe und Abendmahl eingesetzt?
Der Einwand
Ein Sakrament im eigentlichen Sinn verlange ein sichtbares Zeichen, das Christus selbst mit einer Verheißung der Gnade angeordnet hat. Einen solchen Auftrag überliefere das Neue Testament nur für Taufe und Abendmahl (Mt 28,19; 1 Kor 11,24–25). So kennt das Westminster-Bekenntnis nur zwei von Christus im Evangelium eingesetzte Sakramente (27,4), und die anglikanischen Glaubensartikel zählen Firmung, Buße, Weihe, Ehe und Krankensalbung nicht zu den Sakramenten des Evangeliums, weil ihnen ein von Gott angeordnetes sichtbares Zeichen fehle (Art. XXV).
Die Antwort der Kirche
Das genannte Kriterium erfüllen die Texte auch jenseits von Taufe und Abendmahl: Gebet und Salbung mit Öl sollen den Kranken retten, und seine Sünden werden ihm vergeben (Jak 5,14–15); der Auferstandene haucht die Apostel an und gibt ihnen die Vollmacht, Sünden zu erlassen (Joh 20,22–23); durch die Handauflegung der Apostel empfangen Getaufte den Heiligen Geist (Apg 8,17), und Timotheus empfängt durch die Auflegung der Hände die BegriffGnadeGnade ist die ungeschuldete Gunst und Hilfe Gottes, durch die er den Menschen zu seinem Kind macht und ihn am göttlichen Leben teilhaben lässt (KKK 1996–1997). Die heiligmachende Gnade, die in der Taufe geschenkt wird, ist ein bleibendes Geschenk, das die Seele von der Sünde heilt und heiligt; davon unterscheidet die Kirche die helfenden Gnaden, mit denen Gott zu Beginn der Bekehrung und auf dem Weg der Heiligung eingreift (KKK 1999–2000).Glossareintrag öffnen Gottes (2 Tim 1,6). Dass keine Liste die sieben aufzählt, entspricht der Art der Schrift: Wie den Kanon der heiligen Schriften, den ebenfalls kein biblischer Vers aufzählt, hat die Kirche auch dieses „von Christus erhaltene kostbare Vermächtnis“ nach und nach erkannt (KKK 1117) und bekennt alle sieben Sakramente als von Christus eingesetzt (KKK 1114). Christus hat dabei das Wesentliche jedes Zeichens bestimmt; die Liturgie enthält „einen kraft göttlicher Einsetzung unveränderlichen Teil und Teile, die dem Wandel unterworfen sind“ (SC 21).
Was andere Christen dazu glauben
Die christlichen Traditionen vergleichen
Katholisch
- Offizielle Lehrposition
- Sieben Sakramente, alle von Christus eingesetzt und der Kirche anvertraut: wirksame Zeichen, durch die Christus selbst die Gnade schenkt, die sie bezeichnen. Zahl und Einsetzung hat das Konzil von Trient als Glaubenssatz definiert.
Orthodox / byzantinisch
- Offizielle Lehrposition
- Die orthodoxen Kirchen feiern Taufe, Myronsalbung (Chrismation), Eucharistie, Buße, Priestertum, Ehe und Krankensalbung als heilige Mysterien. Nach der Orthodoxen Kirche in Amerika versteht die orthodoxe Überlieferung alles in der Kirche als sakramental und hat die Mysterien traditionell nicht gezählt; die Siebenzahl sei erst spät unter römisch-katholischem Einfluss übernommen worden.
Lutherisch
- Offizielle Lehrposition
- Taufe und Abendmahl werden als von Christus eingesetzte Sakramente bekannt; die Apologie des Augsburger Bekenntnisses zählt auch die Absolution zu den wahren Sakramenten und kann die Ordination ein Sakrament nennen, wenn sie als Dienst am Wort verstanden wird (Apol. XIII). Die private Absolution soll in der Kirche beibehalten werden (CA XI).
Reformiert / calvinistisch
- Offizielle Lehrposition
- Nach dem Heidelberger Katechismus hat Christus im Neuen Testament zwei Sakramente eingesetzt, die Taufe und das Abendmahl (Frage 68).
Baptistisch
- Offizielle Lehrposition
- Nach der Baptist Faith and Message (2000) hält die Gemeinde zwei Ordnungen Christi, Taufe und Abendmahl: Die Taufe ist das Untertauchen eines Gläubigen als Gehorsamsakt und Glaubenszeichen, das Abendmahl ein symbolischer Gehorsamsakt zum Gedächtnis des Todes Christi in Erwartung seiner Wiederkunft.
Pfingstlich / charismatisch
- Offizielle Lehrposition
- Die Assemblies of God kennen zwei Ordnungen der Kirche, die Wassertaufe durch Untertauchen und das Abendmahl als Symbol, Gedächtnis und Weissagung der Wiederkunft Christi; daneben betonen sie die Taufe im Heiligen Geist und die göttliche Heilung.
Methodistisch / wesleyanisch
- Offizielle Lehrposition
- Die methodistischen Glaubensartikel kennen zwei von Christus im Evangelium eingesetzte Sakramente, Taufe und Abendmahl; Firmung, Buße, Weihe, Ehe und Krankensalbung zählen sie nicht zu den Sakramenten des Evangeliums (Art. XVI).
Anglikanisch
- Offizielle Lehrposition
- Die Glaubensartikel der Kirche von England kennen zwei vom Herrn im Evangelium eingesetzte Sakramente, Taufe und Abendmahl; Firmung, Buße, Weihe, Ehe und Krankensalbung zählen sie nicht zu den Sakramenten des Evangeliums, weil ihnen ein von Gott angeordnetes sichtbares Zeichen fehle (Art. XXV).
| Tradition | Offizielle Lehrposition | Quelle |
|---|---|---|
| Katholisch | Sieben Sakramente, alle von Christus eingesetzt und der Kirche anvertraut: wirksame Zeichen, durch die Christus selbst die Gnade schenkt, die sie bezeichnen. Zahl und Einsetzung hat das Konzil von Trient als Glaubenssatz definiert. | Offizielle Quelle: Katholisch |
| Orthodox / byzantinisch | Die orthodoxen Kirchen feiern Taufe, Myronsalbung (Chrismation), Eucharistie, Buße, Priestertum, Ehe und Krankensalbung als heilige Mysterien. Nach der Orthodoxen Kirche in Amerika versteht die orthodoxe Überlieferung alles in der Kirche als sakramental und hat die Mysterien traditionell nicht gezählt; die Siebenzahl sei erst spät unter römisch-katholischem Einfluss übernommen worden. | Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch |
| Lutherisch | Taufe und Abendmahl werden als von Christus eingesetzte Sakramente bekannt; die Apologie des Augsburger Bekenntnisses zählt auch die Absolution zu den wahren Sakramenten und kann die Ordination ein Sakrament nennen, wenn sie als Dienst am Wort verstanden wird (Apol. XIII). Die private Absolution soll in der Kirche beibehalten werden (CA XI). | Offizielle Quelle: Lutherisch |
| Reformiert / calvinistisch | Nach dem Heidelberger Katechismus hat Christus im Neuen Testament zwei Sakramente eingesetzt, die Taufe und das Abendmahl (Frage 68). | Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch |
| Baptistisch | Nach der Baptist Faith and Message (2000) hält die Gemeinde zwei Ordnungen Christi, Taufe und Abendmahl: Die Taufe ist das Untertauchen eines Gläubigen als Gehorsamsakt und Glaubenszeichen, das Abendmahl ein symbolischer Gehorsamsakt zum Gedächtnis des Todes Christi in Erwartung seiner Wiederkunft. | Offizielle Quelle: Baptistisch |
| Pfingstlich / charismatisch | Die Assemblies of God kennen zwei Ordnungen der Kirche, die Wassertaufe durch Untertauchen und das Abendmahl als Symbol, Gedächtnis und Weissagung der Wiederkunft Christi; daneben betonen sie die Taufe im Heiligen Geist und die göttliche Heilung. | Offizielle Quelle: Pfingstlich / charismatisch |
| Methodistisch / wesleyanisch | Die methodistischen Glaubensartikel kennen zwei von Christus im Evangelium eingesetzte Sakramente, Taufe und Abendmahl; Firmung, Buße, Weihe, Ehe und Krankensalbung zählen sie nicht zu den Sakramenten des Evangeliums (Art. XVI). | Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch |
| Anglikanisch | Die Glaubensartikel der Kirche von England kennen zwei vom Herrn im Evangelium eingesetzte Sakramente, Taufe und Abendmahl; Firmung, Buße, Weihe, Ehe und Krankensalbung zählen sie nicht zu den Sakramenten des Evangeliums, weil ihnen ein von Gott angeordnetes sichtbares Zeichen fehle (Art. XXV). | Offizielle Quelle: Anglikanisch |
23 Bibelstellen · Sakramente
Was die Schrift selbst sagt
Alle Bibelstellen dieses Themas im Wortlaut, geordnet nach den Fragen, für die sie zeugen. Jede führt zu ihrer Erklärung.
Sieben sakramentale Bezüge
1 Petr 3,20–21Die Taufe als Grundsakrament
Petrus deutet die Rettung Noachs durch das Wasser als Vorausbild der Taufe und verbindet die Taufe ausdrücklich mit Rettung. Die Kirche lehrt, dass die Taufe als Sakrament Gottes Gnade durch ein sichtbares Zeichen schenkt.
Bibeltext
Auszüge aus 1 Petr 3,20–21 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 20: Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noachs geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde; in ihr wurden nur wenige, nämlich acht Menschen, durch das Wasser gerettet.
Vers 21: Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet. … dient nicht dazu, den Körper von Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi.
Apg 2,38Die Taufe als Grundsakrament
Petrus verbindet Umkehr und Taufe mit der Vergebung der Sünden und der Gabe des Heiligen Geistes. Die Kirche lehrt deshalb, dass die Taufe ein wirksames Sakrament der Gnade und ein konkretes Heilsgeschehen ist.
Bibeltext
Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung eurer Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
Apg 2,38 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Röm 6,3–4Die Taufe als Grundsakrament
Paulus beschreibt die Taufe als Eingliederung in Christi Tod und als Beginn eines neuen Lebens. Die Kirche lehrt, dass dieses Sakrament den Getauften wirklich in Christus einfügt und ihn zu einem Leben aus der Gnade beruft.
Bibeltext
Auszug aus Röm 6,3–4 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 3: Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
Vers 4: Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln.
Apg 8,14–17Firmung und apostolische Handauflegung
Die bereits Getauften in Samarien empfangen den Heiligen Geist, als die Apostel für sie beten und ihnen die Hände auflegen. Die Kirche erkennt darin die biblische Grundlage der Firmung als Vollendung und Stärkung der Taufgnade.
Bibeltext
Dann legten sie ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist.
Auszug aus Apg 8,14–17 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Apg 19,5–6Firmung und apostolische Handauflegung
Auf die Taufe folgt die Handauflegung des Paulus, und die Betroffenen empfangen den Heiligen Geist. Die Kirche erkennt darin die biblische Grundlage der Firmung als eigenes Sakrament neben der Taufe.
Bibeltext
Paulus legte ihnen die Hände auf und der Heilige Geist kam auf sie herab.
Auszug aus Apg 19,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Hebr 6,2Firmung und apostolische Handauflegung
Der Hebräerbrief nennt Lehren über Taufen und Handauflegung nebeneinander als grundlegende Glaubenslehren. Die Kirche sieht darin eine biblische Unterscheidung zwischen Taufe und Firmung, die die Taufgnade vollendet und stärkt.
Bibeltext
Darum wollen wir beiseitelassen, was man zuerst von Christus verkünden muss, und uns dem Vollkommeneren zuwenden; wir wollen nicht noch einmal den Grund legen mit der Abkehr von toten Werken und dem Glauben an Gott, mit der Lehre über die Taufen und die Handauflegung, über die Auferstehung der Toten und das ewige Gericht; das wollen wir dann tun, wenn Gott es zulässt.
Auszug aus Hebr 6,1–3 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Lk 22,14–20Eucharistie als Opfermahl und Gegenwart Christi
Beim letzten Mahl gibt Jesus seinen Jüngern Brot und Kelch mit den Worten: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“ und „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird“. Die Kirche feiert darin das Sakrament, in dem Christi Hingabe und der Neue Bund gegenwärtig sind.
Bibeltext
Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Auszug aus Lk 22,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
1 Kor 10,16–21Eucharistie als Opfermahl und Gegenwart Christi
Paulus nennt Kelch und Brot eine wirkliche Teilhabe am Blut und Leib Christi und stellt den Tisch des Herrn anderen Opfermahlzeiten gegenüber. Die Kirche sieht darin die biblische Grundlage für die Eucharistie als Gemeinschaft mit Christus und seinem Opfer.
Bibeltext
Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?
Auszug aus 1 Kor 10,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
1 Kor 11,26–29Eucharistie als Opfermahl und Gegenwart Christi
Paulus erinnert die Gemeinde in Korinth an die Feier des Herrenmahls: Sooft sie von diesem Brot isst und aus dem Kelch trinkt, verkündet sie den Tod des Herrn, bis er kommt; wer unwürdig isst und trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn, und wer isst und trinkt, ohne den Leib zu unterscheiden, zieht sich das Gericht zu. Die Kirche lehrt, dass Christi Leib und Blut im Sakrament wirklich gegenwärtig sind und ein unwürdiger Empfang den Menschen schuldig macht.
Bibeltext
Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.
Auszug aus 1 Kor 11,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Joh 20,21–23Der Dienst der Versöhnung
Der Auferstandene sendet die Apostel, haucht ihnen den Heiligen Geist ein und überträgt ihnen die Vollmacht, Sünden zu vergeben oder zu behalten. Die Kirche erkennt darin die biblische Grundlage des Bußsakraments.
Bibeltext
Auszug aus Joh 20,21–23 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 21: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Vers 22: Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Vers 23: Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.
2 Kor 5,18Der Dienst der Versöhnung
Gott versöhnt die Menschen durch Christus und vertraut den Aposteln den Dienst der Versöhnung an. Die Kirche erkennt darin, dass Gott seine Versöhnung durch beauftragte Gesandte zuspricht; die Vollmacht zur sakramentalen Lossprechung gründet sie auf Joh 20,22–23.
Bibeltext
Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat.
Auszug aus 2 Kor 5,18 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Jak 5,14–15Die Krankensalbung: Öl, Gebet und die Ältesten der Gemeinde
Der Kranke ruft die Ältesten, die über ihm beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben; der Text verbindet dies mit Rettung, Aufrichtung und Vergebung. Die Kirche erkennt darin die biblische Grundlage der Krankensalbung als Sakrament.
Bibeltext
Auszug aus Jak 5,14–15 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 14: Ist einer unter euch krank, dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben.
Vers 15: Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.
Mt 19,4–6Die Ehe als Zeichen des Geheimnisses Christi
Jesus verweist bei der Frage nach der Scheidung auf die Schöpfung: Mann und Frau werden ein Fleisch und sind von Gott verbunden. Die Kirche lehrt deshalb die Ehe als von Gott gestifteten, einheitlichen und unauflöslichen Bund.
Bibeltext
Auszug aus Mt 19,4–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 4: Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie am Anfang männlich und weiblich erschaffen hat
Vers 5: und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein?
Vers 6: Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.
Eph 5,31–32Die Ehe als Zeichen des Geheimnisses Christi
Paulus verbindet die Ein-Fleisch-Einheit der Ehe mit Christus und der Kirche und nennt diesen Zusammenhang ein tiefes Geheimnis. Die Kirche versteht die Ehe deshalb als von Gott gestifteten Bund und als Sakrament.
Bibeltext
Auszug aus Eph 5,31–32 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 31: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein.
Vers 32: Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche.
1 Tim 4,14Weihe und apostolischer Dienst
Eine geistliche Gabe wird Timotheus im Zusammenhang mit der Handauflegung der Ältesten anvertraut. Die Kirche erkennt darin die Übertragung und Stärkung eines kirchlichen Dienstes innerhalb geordneter apostolischer Gemeinschaft.
Bibeltext
Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten!
Auszug aus 1 Tim 4,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
2 Tim 1,6Weihe und apostolischer Dienst
Paulus erinnert Timotheus an die geistliche Gabe, die durch seine Handauflegung verliehen wurde. Die Kirche sieht darin zusammen mit weiteren Stellen die biblische Grundlage eines geordneten, durch Handauflegung weitergegebenen kirchlichen Dienstes.
Bibeltext
Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist!
Auszug aus 2 Tim 1,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Tit 1,5Weihe und apostolischer Dienst
Titus soll in jeder Stadt Älteste einsetzen und damit die Gemeinden geordnet leiten. Die Kirche versteht diese Einsetzung als biblische Grundlage eines kirchlichen Amtes, das in der apostolischen Sukzession weitergegeben wird.
Bibeltext
Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst und in den einzelnen Städten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe, wenn einer unbescholten und Mann einer einzigen Frau ist, mit gläubigen Kindern, die nicht unter dem Vorwurf der Liederlichkeit stehen oder ungehorsam sind.
Auszug aus Tit 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Sakramentalien und Weihwasser
Num 19,1–22Biblische Wasser- und Reinigungssprache
Das Reinigungsritual verbindet Wasser mit der kultischen Reinigung Israels. Die Kirche erkennt darin zusammen mit weiteren biblischen Wasserbildern eine heilsgeschichtliche Vorbereitung auf die Taufe; Weihwasser erinnert an diese Taufe und begleitet das Gebet.
Bibeltext
Wer einen toten Menschen berührt, ist sieben Tage lang unrein. Am dritten Tag und am siebten Tag entsündigt er sich mit dem Reinigungswasser, dann wird er rein.
Auszug aus Num 19,11–12 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Ps 51,3–12Biblische Wasser- und Reinigungssprache
Der Beter bittet Gott, seine Schuld abzuwaschen, ihn von der Sünde zu reinigen und ihm ein reines Herz zu schenken. Die Kirche erkennt in diesem Wasserbild eine Vorbereitung auf die Taufe als Reinigung und Erneuerung durch Gottes Geist.
Bibeltext
Wasch meine Schuld von mir ab und mach mich rein von meiner Sünde!
Auszug aus Ps 51,3–12 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Ez 36,24–28Biblische Wasser- und Reinigungssprache
Gott verheißt seinem Volk reines Wasser, ein neues Herz und seinen Geist. Die Kirche versteht diese Verheißung als heilsgeschichtliche Vorbereitung auf die Taufe, in der Gott reinigt und den Menschen erneuert.
Bibeltext
Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein.
Auszug aus Ez 36,25a · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Joh 3,5Die Taufe als neutestamentliche Erfüllung der Reinigung
Jesus verbindet den Eintritt in Gottes Reich mit der Geburt aus Wasser und Geist. Die Kirche versteht dieses Wort als biblische Grundlage der Taufe, in der Gott durch ein sichtbares Zeichen neues Leben schenkt.
Bibeltext
Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus dem Wasser und dem Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.
Auszug aus Joh 3,5 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Röm 6,1–23Die Taufe als neutestamentliche Erfüllung der Reinigung
Paulus verbindet die Taufe mit dem Tod und der Auferstehung Christi und ruft zu einem neuen Leben ohne die Herrschaft der Sünde auf. Die Kirche versteht darin die Taufe als sakramentale Eingliederung in Christus.
Bibeltext
Auszug aus Röm 6,4 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 4: Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln.
Tit 3,5Die Taufe als neutestamentliche Erfüllung der Reinigung
Paulus verbindet Gottes Rettung mit dem Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist. Die Kirche lehrt, dass die Taufe diese Wiedergeburt aus Gnade wirkt und kein menschlicher Verdienst ist.
Bibeltext
hat er uns gerettet – nicht aufgrund von Werken der Gerechtigkeit, die wir vollbracht haben, sondern nach seinem Erbarmen – durch das Bad der Wiedergeburt und die Erneuerung im Heiligen Geist.
Auszug aus Tit 3,5 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Jede Frage zu Sakramente einzeln geprüft
Jeder Schritt prüft eine Bibelstelle genau: was sie sagt, was sie zum Argument beiträgt und welcher Einwand sich an ihr festmacht.
Sieben sakramentale Bezüge
- Zusammenhang: Sieben sakramentale Bezüge
- Die Taufe als Grundsakrament
- Firmung und apostolische Handauflegung
- Eucharistie als Opfermahl und Gegenwart Christi
- Der Dienst der Versöhnung
- Die Krankensalbung: Öl, Gebet und die Ältesten der Gemeinde
- Die Ehe als Zeichen des Geheimnisses Christi
- Weihe und apostolischer Dienst
Sakramentalien und Weihwasser
Die Begriffe dieses Themas kurz erklärt
Wo das Argument weiterführt
Betrachten und beten
Die sieben Sakramente bilden keine künstliche Sammlung voneinander unabhängiger Riten. In ihnen begegnen die Grundbewegungen des christlichen Lebens: Eintritt in Christus durch die Taufe, Stärkung durch den Geist, Teilhabe am Leib Christi, Versöhnung, Beistand in Krankheit, Dienst der apostolischen Sendung und die Heiligung des Ehebundes. Die Kirche erkennt diese Einheit, weil sie in den einzelnen Feiern dieselbe Bewegung sieht: Christus handelt durch sichtbare Zeichen, die er der Kirche der Apostel anvertraut hat. „Gott hat das Heil an das Sakrament der Taufe gebunden, aber er selbst ist nicht an seine Sakramente gebunden“ (KKK 1257). Die Zahl sieben benennt diese Einheit; ihre Begründung liegt in der Einsetzung durch Christus.
Herr Jesus Christus, du hast deiner Kirche sichtbare Zeichen deiner Gnade anvertraut. Lass sie die Taufe treu bewahren, die Eucharistie würdig feiern, Sünden vergeben, Kranke stärken, den Heiligen Geist weitergeben, apostolische Dienste ordnen und die Ehe als Bund deiner Liebe ehren. Führe die Kirche in der Einheit deiner Wahrheit und schenke ihr die Gnade, aus den Sakramenten zu leben. Amen.