Sakramente
Die Taufe als Grundsakrament
Drei neutestamentliche Zeugnisse sprechen von der Taufe und nennen sie im Zusammenhang mit Rettung, Vergebung und Anteil an Christi Tod und Auferstehung. Die Kirche liest diese Zeugnisse zusammen und bekennt die Taufe als Grundsakrament des christlichen Lebens. Ein Einwand fragt, ob das Wasser selbst etwas bewirkt oder allein den Glauben öffentlich bekennt.
3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Wasser, Rettung und Eingliederung Bibel und Textverständnis
Die Taufzeugnisse verbinden Wasser und Taufe mit Rettung, Vergebung und Eingliederung in Christus
Die angeführten Stellen sprechen aus verschiedenen Zusammenhängen über die Taufe und verbinden das Wasser jeweils mit einem Heilsgeschehen.
Auszüge aus 1 Petr 3,20–21 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 20: Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noachs geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde; in ihr wurden nur wenige, nämlich acht Menschen, durch das Wasser gerettet.
Vers 21: Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet. … dient nicht dazu, den Körper von Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi.
Was der Text unmittelbar zeigt
Die Taufe steht im Zusammenhang mit der Rettung durch die Sintflut als Vorausbild.
Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung eurer Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
Apg 2,38 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Petrus verbindet Umkehr und Taufe mit der Vergebung der Sünden und der Gabe des Heiligen Geistes.
Auszug aus Röm 6,3–4 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 3: Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
Vers 4: Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln.
Was der Text unmittelbar zeigt
Die Getauften werden auf Christi Tod getauft und zu einem neuen Leben geführt.
Der erste Petrusbrief deutet die Rettung Noachs durch das Wasser als Vorausbild der Taufe. In der Apostelgeschichte verbindet Petrus Umkehr und Taufe mit der Vergebung der Sünden und der Gabe des Heiligen Geistes. Der Römerbrief beschreibt die Taufe als Eingliederung in Christi Tod, Begräbnis und Auferstehung.
Jede Stelle nennt einen eigenen Aspekt: Rettung, Vergebung, Geist, Anteil an Tod und Auferstehung Christi. Zusammen zeigen sie, dass das sichtbare Wasser in diesen Texten mit einem wirklichen Heilsgeschehen in Verbindung steht. Die Beobachtung ist damit umfassender als ein öffentliches Zeichen der Zugehörigkeit.
Die Taufe als Grundsakrament Glaube und Überlieferung
Die Kirche bekennt die Taufe als von Christus eingesetztes Grundsakrament des christlichen Lebens
Die Kirche liest die Zeugnisse der Schrift zusammen und erkennt in der Taufe das Grundsakrament, in dem Gott Gnade schenkt.
In dieser Zusammenschau ist das Wasser das sichtbare Zeichen, Christus der Handelnde, und die Gnade besteht in der Eingliederung in sein Leben. Deshalb bekennt die Kirche die Taufe als Grundsakrament des christlichen Lebens: als das Fundament, in dem das christliche Leben wurzelt, und als von Christus eingesetztes sichtbares Zeichen, durch das Gott Gnade schenkt. Durch die Taufe wird der Mensch in Christus eingegliedert, von der Sünde gereinigt und zum neuen Leben berufen, das die Kirche als Wiedergeburt bekennt.
Die Kirche verbindet dabei das sichtbare Wasser mit Gottes unsichtbarer Gnade; Christus handelt durch das sakramentale Zeichen, und das Wasser trägt diese Wirkung als das von Christus eingesetzte Zeichen mit sich, in der Kraft dessen, der durch es handelt. Eingesetzt hat Christus die Taufe mit dem Auftrag an die Apostel: „tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19; KKK 1257). Mit dem Wasser verbindet sich das Taufwort; Augustinus sagt: „Es tritt das Wort zum [materiellen] Element, und es wird ein Sakrament“ (zitiert in KKK 1228).
Quellen zu dieser Frage 2
Zeichen und Glaube Glaube und Überlieferung
Bewirkt das Wasser selbst etwas oder ist es nur ein öffentliches Bekenntnis des Glaubens?
Der Einwand betrifft das Verhältnis von äußerem Zeichen und innerem Glauben.
Der Einwand lautet: Die Taufe sei ein öffentliches Bekenntnis; der eigentliche Glaube entstehe im Herzen, und das Wasser bewirke von sich aus nichts.
Das persönliche Bekenntnis gehört zur christlichen Antwort, und der Glaube wächst im Herzen. Die Schrift schreibt der Taufe darüber hinaus eine rettende und eingliedernde Wirkung zu: Petrus sagt, die Taufe sei es, „die jetzt euch rettet“ (1 Petr 3,21), und verbindet sie mit der Vergebung der Sünden (Apg 2,38); Paulus verbindet sie mit dem Anteil an Christi Tod und Auferstehung (Röm 6,3–4), nennt sie das „Bad der Wiedergeburt“ (Tit 3,5) und schreibt: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen“ (Gal 3,27). Die Kirche erkennt darin das Muster eines Sakraments, eines sichtbaren Zeichens, das mit einer von Gott geschenkten Wirkung verbunden ist (KKK 1131). Was diese Zeugnisse tragen, ist die sakramentale Wirksamkeit der Taufe.