Bibelstelle · EÜ 2016
Hebr 6,2
Der Hebräerbrief nennt Lehren über Taufen und Handauflegung nebeneinander als grundlegende Glaubenslehren. Die Kirche sieht darin eine biblische Unterscheidung zwischen Taufe und Firmung, die die Taufgnade vollendet und stärkt.
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Auszug
Auszug aus Hebr 6,2
Bibeltext
Darum wollen wir beiseitelassen, was man zuerst von Christus verkünden muss, und uns dem Vollkommeneren zuwenden; wir wollen nicht noch einmal den Grund legen mit der Abkehr von toten Werken und dem Glauben an Gott, mit der Lehre über die Taufen und die Handauflegung, über die Auferstehung der Toten und das ewige Gericht; das wollen wir dann tun, wenn Gott es zulässt.
Auszug aus Hebr 6,1–3 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
In den Themen
Warum diese Stelle hier wichtig ist
Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.
Firmung und apostolische Handauflegung
Die Stelle ordnet die Handauflegung als anerkannten Bestandteil der apostolischen Glaubenspraxis ein.
Taufen und Handauflegung als unterscheidbare Grundlagen
Der Brief führt die Handauflegung als eigenen Gegenstand der Lehre; wie sie sich zur Taufe verhielt, sagt er nicht.
Verwandte Bibelstellen
Stellen, die mit dieser zusammen gelesen werden
Kirchliche Zeugen
Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte
Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.
Cyrill von Jerusalem
Cyrill erklärt die Salbung mit Chrisam, die die Neugetauften direkt nach dem Aufsteigen aus dem Taufbecken empfingen, als Gabe des Geistes: Nachdem der Heilige Geist im Gebet über das Öl herabgerufen worden ist, ist es nicht mehr bloßes Öl, sondern Gnade Christi.
Während der Leib mit dem sichtbaren Öl gesalbt wird, wird die Seele durch den heiligen und lebenspendenden Geist geheiligt.
Mystagogische Katechese 3 · Mystagogische Katechese 3,3 · Primärtext↗Einordnung der Quelle
Der Text zeigt: In Jerusalem folgte auf die Taufe eine eigene Salbung mit Chrisam. Die Katechese unterscheidet das sichtbare Öl von der Gabe, die Gott durch es schenkt: Nachdem der Heilige Geist im Gebet über das Öl herabgerufen worden ist, ist es nicht mehr bloßes Öl, sondern Gnade Christi, so wie das eucharistische Brot nach der Anrufung des Geistes nicht mehr gewöhnliches Brot ist.
Die Grenze: Cyrill beschreibt die Salbung innerhalb der einen Feier der Eingliederung, wie die Ostkirchen die Firmung bis heute spenden; die zeitliche Trennung von Taufe und Firmung ist eine spätere Entwicklung der lateinischen Kirche (KKK 1290).
Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Cyrill erklärt den Neugetauften in der dritten Mystagogischen Katechese die Salbung, die sie unmittelbar nach dem Aufsteigen aus dem Taufbecken empfingen. Einige Handschriften schreiben die Mystagogischen Katechesen seinem Nachfolger Johannes von Jerusalem zu.
Historischer Text
Hüte dich zu meinen, dies sei bloßes Öl. Denn wie das Brot der Eucharistie nach der Anrufung des Heiligen Geistes nicht mehr bloßes Brot ist, sondern der Leib Christi, so ist auch dieses heilige Öl nach der Anrufung nicht mehr einfaches oder, wie man sagen könnte, gewöhnliches Öl, sondern Gnadengabe Christi. […] Während der Leib mit dem sichtbaren Öl gesalbt wird, wird die Seele durch den heiligen und lebenspendenden Geist geheiligt.
Vollständigen historischen Text öffnen: Cyrill von JerusalemWarum diese Stelle wichtig ist
Cyrill bezeugt die Chrisamsalbung direkt nach der Taufe als Gabe des Geistes, die geschenkt wird, nachdem der Geist im Gebet über das Öl herabgerufen worden ist, und verbindet sichtbares Zeichen und geistliche Wirklichkeit.
Quellen und HinweiseKKK 1113–1211 · KKK 1285–1321
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 1113–1211Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Allgemeine Sakramentenlehre und Siebenzahl.
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 1285–1321Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Firmung und christliche Initiation.
Konzilien und Lehramt
- Sacrosanctum ConciliumSC 59–78Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Sakramente und Sakramentalien.
Historische Primärquellen
- Über die Taufe8; 18Übersetzung · Primärtext / Edition
Tertullian beschreibt Taufe, Salbung und Handauflegung sowie die damalige Frage der Kindertaufe.
- Cyprian von Karthago: Brief 73 an JubaianusBrief 73,9 (in englischen Ausgaben Brief 72)Übersetzung · Primärtext / Edition
Cyprian bezieht um 256 die Handauflegung der Apostel in Samarien auf die Praxis seiner Kirche: Die in der Kirche Getauften empfangen durch Gebet und Handauflegung der Vorsteher den Heiligen Geist; deutsche Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen
- Articles of ReligionArticles XXV–XXXIPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle
Offizielle anglikanische Bekenntnisquelle; die inneranglikanische Breite bleibt sichtbar.