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Sakrament des Heiligen Geistes

Firmung: Was die Kirche lehrt

Auf die Taufe folgt in der katholischen Kirche ein eigenes Sakrament des Heiligen Geistes. Vier Fragen führen durch das Geschenk selbst, seinen biblischen Weg, die Feier der Kirche und die Kraft für das christliche Leben.

Den Fragen nachgehen

4 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Zwei Apostel legen einem Getauften die Hände auf; Wasser, Muschel und eine herabkommende Flammenform bleiben getrennt erkennbar.
FirmungKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Das Geschenk Glaube und Überlieferung

Was gibt die Firmung?

Die Firmung teilt die Gabe des Heiligen Geistes mit und stärkt den Getauften für das christliche Zeugnis.

Die Kirche feiert die Firmung als Teil der christlichen Initiation: das ist der Weg, auf dem ein Mensch durch Taufe, Firmung und Eucharistie in die Kirche und in das Leben aus Gott hineingenommen wird. Die Taufe schenkt ihm das neue Leben in Christus; er wird Kind Gottes und Glied an seinem Leib und empfängt schon dort den Heiligen Geist.

Die Firmung vollendet diese Taufgnade. Die Propheten kündigten an, dass der Geist des Herrn auf dem Messias ruhen werde (Jes 11,2; 61,1); Jesus bezieht diese Verheißung in Nazaret auf sich (Lk 4,18.21). Diese Fülle des Geistes sollte dem ganzen Volk Gottes geschenkt werden (Joël 3,1; KKK 1286–1287): Christus hat den Geist verheißen und am Pfingsttag ausgegossen; die Apostel gaben ihn durch Gebet und Handauflegung weiter, und die Kirche spendet die Firmung als fortgesetzte pfingstliche Gabe. Der Gefirmte wird fester mit Christus und seiner Kirche verbunden und gestärkt für Zeugnis und Dienst.

Katechismus der Katholischen Kirche

KKK 1302

Firmung und christliche Initiation.

Die Liturgie verdeutlicht, daß das Sakrament der Firmung die Ausgießung des Heiligen Geistes in Fülle bewirkt, wie sie einst am Pfingsttag den Aposteln zuteil wurde.

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Die Feier umfasst Handauflegung, Salbung und Besiegelung. Der Bischof breitet die Hände über die Firmlinge aus und erbittet für sie die Gaben des Geistes, die Jesaja dem Messias zuschreibt (Jes 11,2; KKK 1299). Wesentlich für das Sakrament ist im lateinischen Ritus die Salbung der Stirn mit Chrisam unter Auflegen der Hand, verbunden mit den Worten „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“ (KKK 1300). Der Chrisam ist ein wohlriechendes Öl, das der Bischof weiht. Die Salbung bringt zum Ausdruck, dass der Gefirmte Anteil an der Salbung Christi erhält; das Siegel, dass er Christus gehört.

Braucht die Taufe eine Ergänzung?

Die Taufe ist auch ohne Firmung gültig und wirksam; ihre Gnade braucht keine nachträgliche „Bestätigung“, um zu wirken. Die christliche Initiation ist ohne Firmung und Eucharistie aber noch nicht vollendet. Darum lehrt die Kirche, dass der Empfang der Firmung zur Vollendung der Taufgnade notwendig ist, und verpflichtet jeden Getauften, sie rechtzeitig zu empfangen (KKK 1285; 1306). Die Firmung stärkt den Getauften in dem, was ihm geschenkt ist: in seiner Zugehörigkeit zu Christus, seiner Stellung in der Kirche und seiner Kraft zum Zeugnis.

Warum wird häufig im Jugendalter gefirmt?

Das Alter der Feier ist eine Ordnung der Kirche und kein Maß für die geistliche Reife eines Menschen. Die Vorbereitung führt Jugendliche tiefer in den Glauben der Kirche ein, und in der Feier erneuern sie ihr Taufversprechen und bekennen den Glauben; so tritt hervor, dass die Firmung an die Taufe anschließt (KKK 1298). Die Mitte der Feier ist aber die Gabe des Geistes und nicht das eigene Bekenntnis, das die evangelische Konfirmation prägt: Die Ostkirchen firmen schon Säuglinge unmittelbar nach der Taufe, und in Todesgefahr firmt auch die lateinische Kirche Kinder, die noch nicht zum Vernunftgebrauch gelangt sind (KKK 1307; 1318).

Quellen zu dieser Frage 5

Unterthema 1 von 1 · Geist und Handauflegung

Durch die Handauflegung der Apostel empfangen Getaufte die Gabe des Geistes, und die Kirche gibt sie in der Firmung weiter

Der biblische Weg Bibel und Textverständnis

Wie verbindet die Bibel Taufe, Handauflegung und die Gabe des Geistes?

Die Apostelgeschichte erzählt an zwei Stellen von Getauften, die durch Gebet und Handauflegung der Apostel den Heiligen Geist empfangen. Der Hebräerbrief nennt die Lehre über die Taufen und die Handauflegung nebeneinander als grundlegende Lehren des christlichen Glaubens.

In Samarien ist die Gemeinde bereits getauft, als Petrus und Johannes zu ihr kommen. Die Apostel beten für die Getauften und legen ihnen die Hände auf; darauf empfangen sie den Heiligen Geist (Apg 8,14–17). Der Bericht verbindet damit zwei Wirklichkeiten: Die Taufe ist geschehen, und durch das apostolische Gebet und die Handauflegung wird die Gabe des Geistes empfangen. Philippus, einer der Sieben, hatte in Samarien Christus verkündet, Zeichen gewirkt und getauft (Apg 6,5; 8,5–13); die Gabe des Geistes aber kam durch die Apostel aus Jerusalem. Darin erkennt die Kirche die Verbindung der Firmung mit dem Amt der Apostel, das die Bischöfe als ihre Nachfolger weitertragen. Ein weiterer Bericht zeigt dieselbe Verbindung in einer besonderen Situation.

Dann legten sie ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist.

Auszug aus Apg 8,14–17 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Gemeinde in Samarien ist bereits getauft; nach dem Gebet und der Handauflegung der Apostel empfängt sie den Geist.

Apg 8,14–17: Zusammenhang und Übersetzung

In Ephesus trifft Paulus Männer, die nur die Taufe des Johannes kennen. Nach seiner Unterweisung über Jesus werden sie auf den Namen Jesu getauft; dann legt Paulus ihnen die Hände auf, und der Heilige Geist kommt auf sie herab (Apg 19,1–6). Der Bericht unterscheidet die Johannestaufe, die christliche Taufe und die Handauflegung des Apostels. Die Vorgeschichte dieser Männer ist besonders; der Bericht schildert keinen gewöhnlichen Taufweg. Dennoch begegnet die Handauflegung auch hier nach der christlichen Taufe, und durch sie empfangen die Getauften die besondere Gabe des Geistes, wie sie den Aposteln an Pfingsten geschenkt wurde (KKK 1288; 1302).

Paulus legte ihnen die Hände auf und der Heilige Geist kam auf sie herab.

Auszug aus Apg 19,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Männer kannten nur die Taufe des Johannes; nach der Unterweisung über Jesus wurden sie auf seinen Namen getauft, Paulus legte ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Geist.

Apg 19,5–6: Zusammenhang und Übersetzung

So verschieden die Lage in Samarien und in Ephesus ist, die Abfolge ist dieselbe: Taufe, Handauflegung durch einen Apostel, Gabe des Geistes. Die Briefe des Paulus beschreiben, was Gott den Glaubenden durch Salbung, Siegel und Geistgabe schenkt.

Gott stärkt die Glaubenden auf Christus hin, salbt sie, drückt ihnen sein Siegel auf und gibt ihnen den Geist als ersten Anteil in ihre Herzen (2 Kor 1,21–22). Salbung und Siegel bezeichnen hier das Wirken Gottes und stehen mit der Gabe des Geistes in Verbindung. Der Epheserbrief führt weiter aus, was dieses Siegel für die Zugehörigkeit zu Christus bedeutet.

Gott aber ist es, der uns mit euch auf Christus hin stärkt und der uns gesalbt hat. Er hat uns auch sein Siegel aufgedrückt und als ersten Anteil den Geist in unsere Herzen gegeben.

Auszug aus 2 Kor 1,21–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Gott festigt die Glaubenden auf Christus hin, salbt sie, drückt ihnen sein Siegel auf und gibt ihnen den Geist als ersten Anteil.

2 Kor 1,21–22: Zusammenhang und Übersetzung

Wer zum Glauben an Christus kommt, empfängt das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes; dieser Geist ist der erste Anteil am Erbe und verbürgt die Verheißung (Eph 1,13–14). Paulus verwendet das Siegelbild hier für die von Gott geschenkte Zugehörigkeit zu Christus und die Sicherheit der Verheißung. Er spricht von der Besiegelung, die allen Glaubenden in der christlichen Initiation geschenkt wird; weil die Firmung diese Initiation vollendet, bezeichnet die Liturgie ihre Gabe mit seinem Wort als Siegel des Heiligen Geistes (KKK 1296; 1300).

in ihm habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr zum Glauben kamt.

Auszug aus Eph 1,13b · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Glaubenden haben das Siegel des verheißenen Geistes empfangen, der als erster Anteil das Erbe verbürgt.

Eph 1,13–14: Zusammenhang und Übersetzung

Der Hebräerbrief zählt die grundlegenden Lehren auf, die eine Gemeinde am Anfang gelernt hat. Dabei nennt er die Lehre über die Taufen und die Handauflegung nebeneinander (Hebr 6,1–2). Die Handauflegung erscheint damit als eigener Gegenstand der Unterweisung. Die stichwortartige Aufzählung lässt die genaue Verbindung der beiden Grundlagen offen; die Berichte aus Samarien und Ephesus konkretisieren sie durch ihr Zeugnis: Apostel teilen Getauften durch Handauflegung den Heiligen Geist mit. Die Kirche liest die Aufzählung des Hebräerbriefs daher zusammen mit diesen apostolischen Berichten und der überlieferten Praxis und sieht in dieser Handauflegung den Anfang des Firmsakraments, das die Pfingstgnade in der Kirche fortdauern lässt (KKK 1288).

Darum wollen wir beiseitelassen, was man zuerst von Christus verkünden muss, und uns dem Vollkommeneren zuwenden; wir wollen nicht noch einmal den Grund legen mit der Abkehr von toten Werken und dem Glauben an Gott, mit der Lehre über die Taufen und die Handauflegung, über die Auferstehung der Toten und das ewige Gericht; das wollen wir dann tun, wenn Gott es zulässt.

Auszug aus Hebr 6,1–3 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Hebräerbrief nennt neben der Lehre über die Taufen die Handauflegung als grundlegendes Thema der Unterweisung.

Hebr 6,2: Zusammenhang und Übersetzung

Die drei Schritte zeigen einen Zusammenhang, den die Kirche weiterführt. In Samarien und in Ephesus empfangen Getaufte den Heiligen Geist durch die Handauflegung der Apostel; der Hebräerbrief nennt die Handauflegung neben der Lehre über die Taufen. Die Kirche hat diese Vollmacht von den Aposteln empfangen und gibt in der Firmung die pfingstliche Gabe weiter. Sie stärkt die Taufgnade, verbindet den Getauften fester mit Christus und seiner Kirche und befähigt ihn zu Zeugnis und Dienst.

Weiterführende Erklärungen

Getaufte empfangen den Geist durch HandauflegungUnterstützender positiver Beleg

In Samarien empfangen bereits Getaufte den Geist durch die Handauflegung der Apostel. Die Apostelgeschichte zeigt dieselbe Verbindung in Ephesus: Auf die Taufe folgt die Handauflegung, und mit ihr kommt der Heilige Geist.

Handauflegung in Ephesus, Salbung und Siegel bei PaulusUnterstützender positiver Beleg

In Samarien und Ephesus tritt die Handauflegung zur Taufe hinzu. Der Hebräerbrief nennt die Lehre über die Taufen und die Handauflegung nebeneinander als grundlegende Lehren des christlichen Glaubens.

Taufen und Handauflegung als unterscheidbare GrundlagenUnterstützender positiver Beleg

Die Feier der Kirche Glaube und Überlieferung

Warum wird die Firmung getrennt von der Taufe gespendet?

Früher gehörten Taufe, Salbung und Eucharistie zu einem Gottesdienst; in der Westkirche entstand daraus eine eigene Feier.

In der frühen Kirche wurden Taufe, Salbung und Eucharistie in einem Gottesdienst gespendet; wie genau das ablief, war nicht überall gleich. Im Osten blieb diese gemeinsame Feier erhalten: Dort spendet der Priester die Salbung mit Chrisam, das der Bischof geweiht hat.

In der Westkirche entstand später eine eigene Feier. Ursprünglicher Spender der Firmung ist der Bischof (LG 26). Als Nachfolger der Apostel trägt er die Einheit der Gemeinden sichtbar; wie in Samarien Apostel zu den Getauften kamen, macht er deutlich, dass die Gabe des Geistes den Einzelnen in die eine Kirche und ihre apostolischen Ursprünge hineinstellt (KKK 1313). Als Kinder zu jeder Zeit des Jahres getauft wurden und sich die Landpfarreien vermehrten, konnte der Bischof nicht mehr bei allen Tauffeiern anwesend sein; weil man ihm die Vollendung der Taufe vorbehalten wollte, wurden im Westen die Zeitpunkte von Taufe und Firmung getrennt (KKK 1290). In der lateinischen Kirche spendet ein Priester die Firmung gültig, wenn er dazu vom Recht oder vom Bischof befugt ist, etwa bei der Taufe eines Erwachsenen oder in Todesgefahr (KKK 1312–1314).

Die spätere eigene Feier macht sichtbar, was die Firmung von Anfang an ist: die Vollendung der Taufgnade durch die Gabe des Geistes. Dass sie ein eigenes Sakrament ist, beruht auf dem Willen Christi: Er hat den Geist verheißen, und die Apostel teilten den Neugetauften gemäß seinem Willen durch Handauflegung die Gabe des Geistes mit (KKK 1288). Darum bekennt die Kirche die Firmung als eines der sieben Sakramente, die Christus eingesetzt hat; das Konzil von Trient hat diese Lehre 1547 gegen die Reformatoren als Dogma definiert (KKK 1114). Das Firmalter, die getrennte Feier im Westen und die Befugnis von Priestern gehören dagegen zur Ordnung der Kirche.

Quellen zu dieser Frage 2

Christliches Zeugnis Glaube und Überlieferung

Was folgt für das christliche Leben aus der Firmung?

Die Gabe des Geistes ist für das Leben der Kirche und für die Welt bestimmt.

Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, den ihr als Siegel empfangen habt für den Tag der Erlösung!

Auszug aus Eph 4,30 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus mahnt, den Geist nicht zu betrüben, mit dem die Glaubenden für den Tag der Erlösung versiegelt sind.

Eph 4,30: Zusammenhang und Übersetzung

Der Apostel Paulus verbindet das Siegel des Geistes mit einer Mahnung: Die Gabe beansprucht den ganzen Menschen.

Die Kirche beschreibt die Wirkung der Firmung: Die Verbindung mit Christus und seiner Kirche wird fester; die Kraft zum Zeugnis wächst; und der Gefirmte trägt ein Siegel, das ihn bleibend Christus zuordnet. Dieses Siegel nennt die Kirche Prägemal oder „Charakter“: Wie Taufe und Weihe prägt die Firmung ein unauslöschliches geistliches Zeichen ein, und darum wird sie nur einmal gespendet; das Konzil von Trient hat diese Lehre festgehalten (KKK 1121; 1304). Das Prägemal vervollkommnet das in der Taufe empfangene gemeinsame Priestertum der Gläubigen und gibt dem Gefirmten die Macht, den Glauben an Christus öffentlich „wie von Amtes wegen“ zu bekennen (KKK 1305). Sichtbar wird die Stärkung im Dienst am Nächsten und in der Treue zum übernommenen Auftrag.

Quellen zu dieser Frage 1

Ist die Firmung ein von Christus eingesetztes Sakrament?

Der Einwand

Die anglikanischen Artikel zählen die Firmung nicht zu den Sakramenten des Evangeliums, weil sie kein von Gott angeordnetes sichtbares Zeichen habe (Art. 25). Außerdem wird der Heilige Geist bereits in der Taufe gegeben; eine weitere Initiationshandlung scheint deshalb unnötig.

Die Antwort der Kirche

Die Schrift nennt ein sichtbares Zeichen, durch das Getaufte den Geist empfangen: Simon sieht, „dass durch die Handauflegung der Apostel der Geist verliehen wird“, und will diese Vollmacht kaufen (Apg 8,18–19; vgl. 19,6). Die Apostel vollzogen dieses Zeichen gemäß dem Willen Christi (KKK 1288); darin gründet das Bekenntnis der Kirche, dass Christus die BegriffFirmungDie Firmung ist das Sakrament, das die Taufgnade vollendet: Durch die Salbung mit Chrisam unter Auflegen der Hand schenkt der Heilige Geist eine besondere Kraft, Christus in Wort und Tat zu bezeugen, und prägt ein unauslöschliches Siegel ein; darum wird sie nur einmal gespendet (KKK 1285, 1300, 1303–1304).Glossareintrag öffnen eingesetzt hat (KKK 1114).

Die Taufe schenkt den Heiligen Geist; die Firmung tritt nicht neben sie, sondern vollendet ihre BegriffGnadeGnade ist die ungeschuldete Gunst und Hilfe Gottes, durch die er den Menschen zu seinem Kind macht und ihn am göttlichen Leben teilhaben lässt (KKK 1996–1997). Die heiligmachende Gnade, die in der Taufe geschenkt wird, ist ein bleibendes Geschenk, das die Seele von der Sünde heilt und heiligt; davon unterscheidet die Kirche die helfenden Gnaden, mit denen Gott zu Beginn der Bekehrung und auf dem Weg der Heiligung eingreift (KKK 1999–2000).Glossareintrag öffnen . Sie bewirkt die Ausgießung des Heiligen Geistes in Fülle, wie sie den Aposteln an Pfingsten zuteilwurde, verbindet fester mit Christus und der Kirche und stärkt zum Zeugnis (KKK 1285; 1302–1303).

Kennt Lukas überhaupt eine feste Ordnung der Geistgabe?

Der Einwand

An Pfingsten verheißt Petrus denen, die sich taufen lassen, die Gabe des Heiligen Geistes, ohne eine Handauflegung zu nennen: „Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung eurer Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen“ (Apg 2,38). Kornelius und sein Haus empfangen den Geist vor der Taufe, und Petrus fragt: „Kann jemand denen das Wasser zur Taufe verweigern, die ebenso wie wir den Heiligen Geist empfangen haben?“ (Apg 10,47). Hananias, der kein Apostel ist, legt Saulus die Hände auf, damit er wieder sieht und mit dem Heiligen Geist erfüllt wird; erst danach lässt Saulus sich taufen (Apg 9,17–18). Aus diesen drei Verläufen schließt die Gegenposition, Lukas kenne keine feste Ordnung, in der die Gabe des Geistes an Taufe und apostolische Handauflegung gebunden wäre; die Erzählungen ließen jede Reihenfolge zu.

Die Antwort der Kirche

Gott hat das Heil an das BegriffSakramentEin Sakrament ist ein von Christus eingesetztes und der Kirche anvertrautes wirksames Zeichen der Gnade, durch das göttliches Leben geschenkt wird; es bewirkt, was es bezeichnet (KKK 1131). Die Sakramente wirken „ex opere operato“, das heißt kraft des ein für alle Mal vollbrachten Heilswerkes Christi und nicht kraft der Heiligkeit des Spenders; ihre Frucht hängt aber auch von der inneren Verfassung des Empfängers ab (KKK 1128). Die Kirche kennt sieben Sakramente.Glossareintrag öffnen der Taufe gebunden, „aber er selbst ist nicht an seine Sakramente gebunden“ (KKK 1257). Dieser Satz erklärt die drei Erzählungen: Gott hat einen Weg gestiftet, auf dem er seine Gaben schenkt, und bleibt frei, diesem Weg vorauszugehen, wo er es will.

Kornelius und sein Haus empfangen den Geist, bevor sie getauft werden. Petrus selbst deutet das Ereignis später in Jerusalem als Gottes Zeichen, dass auch die Heiden aufgenommen werden: „Wer bin ich, dass ich Gott hindern könnte?“ (Apg 11,17); die Gemeinde antwortet: „Gott hat also auch den Heiden die Umkehr zum Leben geschenkt“ (Apg 11,18). Das Zeichen ersetzt die Taufe nicht, es öffnet ihr die Tür: „Und er ordnete an, sie im Namen Jesu Christi zu taufen“ (Apg 10,48).

Anders liegt der Fall bei Apg 2,38. Petrus ruft zu Umkehr und Taufe und verheißt, was Gott schenkt; die Art der Vermittlung beschreibt er nicht. Die Verheißung gilt „euch und euren Kindern … und all denen in der Ferne“ (Apg 2,39). Eine Ordnung der Geistgabe ist die Pfingstpredigt nicht; sie eröffnet eine Verheißung, die die ganze Kirche trägt.

Hananias handelt in einem besonderen Auftrag und nennt seinen Auftraggeber selbst: „der Herr hat mich gesandt“ (Apg 9,17). Bei der Berufung des Paulus fügt Gott die Ereignisse für diesen einen Menschen; die gewöhnliche Ordnung der Gemeinde ist daran nicht zu messen.

Wo Lukas dagegen schildert, wie Apostel Getauften bewusst den Geist mitteilen, nennt er die Handauflegung (Apg 8,17–18; 19,6). Lukas kennt also beides: die Ordnung, in der die Getauften die Gabe des Geistes durch die Handauflegung der Apostel empfangen und die die Kirche in der Firmung bewahrt (KKK 1288), und die Freiheit Gottes, in außerordentlichen Lagen vorauszugehen. Die Ausnahme ist an ihrer Stelle als Ausnahme erkennbar und hebt die Ordnung nicht auf.

Was andere Christen dazu glauben

Die christlichen Traditionen vergleichen

Katholisch

Offizielle Lehrposition
Die Firmung vollendet die Taufgnade und schenkt eine besondere Kraft des Heiligen Geistes. Ihren Anfang sieht die Kirche in der Handauflegung, durch die die Apostel den Neugetauften die Gabe des Geistes vermittelten (Apg 8,15–17).
Offizielle Quelle: Katholisch

Lutherisch

Offizielle Lehrposition
Die lutherischen Bekenntnisschriften zählen die Firmung nicht zu den Sakramenten; sie gilt als von den Vätern übernommener Ritus ohne Gebot Gottes (Apologie XIII).
Offizielle Quelle: Lutherisch

Reformiert / calvinistisch

Offizielle Lehrposition
Nach dem Heidelberger Katechismus hat Christus zwei Sakramente eingesetzt, Taufe und Abendmahl (Frage 68); die Firmung ist kein Sakrament.
Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch

Baptistisch

Offizielle Lehrposition
Nach der Baptist Faith and Message (2000) ist die Wiedergeburt ein Werk der Gnade Gottes, in dem der Heilige Geist das Herz erneuert; die Gemeinde hält zwei Ordnungen Christi, Taufe und Abendmahl. Eine Firmung als eigene Handlung gehört nicht dazu.
Offizielle Quelle: Baptistisch

Pfingstlich / charismatisch

Offizielle Lehrposition
Die Assemblies of God lehren eine Taufe im Heiligen Geist, die von der Erfahrung der neuen Geburt unterschieden ist und ihr folgt; sie berufen sich dafür auf Apg 8,12–17 und 10,44–46. Diese Geisttaufe schenkt Kraft für Leben und Dienst sowie die Gaben des Geistes und wird durch das Reden in anderen Zungen als erstes äußeres Zeichen bezeugt.
Offizielle Quelle: Pfingstlich / charismatisch

Methodistisch / wesleyanisch

Offizielle Lehrposition
Die methodistischen Articles of Religion kennen zwei von Christus eingesetzte Sakramente, Taufe und Abendmahl; die Firmung zählen sie nicht zu den Sakramenten des Evangeliums, weil ihr kein von Gott angeordnetes sichtbares Zeichen eignet (Art. XVI).
Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch

Anglikanisch

Offizielle Lehrposition
Die 39 Artikel der Kirche von England zählen die Firmung zu den fünf gemeinhin so genannten Sakramenten, die nicht als Sakramente des Evangeliums gelten, weil ihnen ein von Gott angeordnetes sichtbares Zeichen fehlt (Artikel XXV).
Offizielle Quelle: Anglikanisch

Orthodox / byzantinisch

Offizielle Lehrposition
Nach der Orthodoxen Kirche in Amerika besiegelt die Myronsalbung (Chrismation) das neue Leben in Christus: Der Getaufte empfängt das „Siegel der Gabe des Heiligen Geistes“, um die Kraft zum neuen Leben zu haben. Wie die Taufe sein Ostern ist, ist die Myronsalbung sein persönliches Pfingsten.
Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch
Lehrpositionen aus offiziellen Quellen sowie, wo gesondert belegt, heutige Praxis und innerkonfessionelle Unterschiede
TraditionOffizielle LehrpositionQuelle
KatholischDie Firmung vollendet die Taufgnade und schenkt eine besondere Kraft des Heiligen Geistes. Ihren Anfang sieht die Kirche in der Handauflegung, durch die die Apostel den Neugetauften die Gabe des Geistes vermittelten (Apg 8,15–17).Offizielle Quelle: Katholisch
LutherischDie lutherischen Bekenntnisschriften zählen die Firmung nicht zu den Sakramenten; sie gilt als von den Vätern übernommener Ritus ohne Gebot Gottes (Apologie XIII).Offizielle Quelle: Lutherisch
Reformiert / calvinistischNach dem Heidelberger Katechismus hat Christus zwei Sakramente eingesetzt, Taufe und Abendmahl (Frage 68); die Firmung ist kein Sakrament.Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch
BaptistischNach der Baptist Faith and Message (2000) ist die Wiedergeburt ein Werk der Gnade Gottes, in dem der Heilige Geist das Herz erneuert; die Gemeinde hält zwei Ordnungen Christi, Taufe und Abendmahl. Eine Firmung als eigene Handlung gehört nicht dazu.Offizielle Quelle: Baptistisch
Pfingstlich / charismatischDie Assemblies of God lehren eine Taufe im Heiligen Geist, die von der Erfahrung der neuen Geburt unterschieden ist und ihr folgt; sie berufen sich dafür auf Apg 8,12–17 und 10,44–46. Diese Geisttaufe schenkt Kraft für Leben und Dienst sowie die Gaben des Geistes und wird durch das Reden in anderen Zungen als erstes äußeres Zeichen bezeugt.Offizielle Quelle: Pfingstlich / charismatisch
Methodistisch / wesleyanischDie methodistischen Articles of Religion kennen zwei von Christus eingesetzte Sakramente, Taufe und Abendmahl; die Firmung zählen sie nicht zu den Sakramenten des Evangeliums, weil ihr kein von Gott angeordnetes sichtbares Zeichen eignet (Art. XVI).Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch
AnglikanischDie 39 Artikel der Kirche von England zählen die Firmung zu den fünf gemeinhin so genannten Sakramenten, die nicht als Sakramente des Evangeliums gelten, weil ihnen ein von Gott angeordnetes sichtbares Zeichen fehlt (Artikel XXV).Offizielle Quelle: Anglikanisch
Orthodox / byzantinischNach der Orthodoxen Kirche in Amerika besiegelt die Myronsalbung (Chrismation) das neue Leben in Christus: Der Getaufte empfängt das „Siegel der Gabe des Heiligen Geistes“, um die Kraft zum neuen Leben zu haben. Wie die Taufe sein Ostern ist, ist die Myronsalbung sein persönliches Pfingsten.Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch
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6 Bibelstellen · Firmung

Was die Schrift selbst sagt

Alle Bibelstellen dieses Themas im Wortlaut, geordnet nach den Fragen, für die sie zeugen. Jede führt zu ihrer Erklärung.

Geist und Handauflegung

Apg 8,14–17Getaufte empfangen den Geist durch Handauflegung

Die bereits Getauften in Samarien empfangen den Heiligen Geist, als die Apostel für sie beten und ihnen die Hände auflegen. Die Kirche erkennt darin die biblische Grundlage der Firmung als Vollendung und Stärkung der Taufgnade.

Bibeltext

Dann legten sie ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist.

Auszug aus Apg 8,14–17 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Apg 19,5–6Handauflegung in Ephesus, Salbung und Siegel bei Paulus

Auf die Taufe folgt die Handauflegung des Paulus, und die Betroffenen empfangen den Heiligen Geist. Die Kirche erkennt darin die biblische Grundlage der Firmung als eigenes Sakrament neben der Taufe.

Bibeltext

Paulus legte ihnen die Hände auf und der Heilige Geist kam auf sie herab.

Auszug aus Apg 19,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016
2 Kor 1,21–22Handauflegung in Ephesus, Salbung und Siegel bei Paulus

Gott stärkt die Glaubenden auf Christus hin; er hat sie gesalbt, ihnen sein Siegel aufgedrückt und als ersten Anteil den Geist in ihre Herzen gegeben. Paulus spricht von der Besiegelung, die allen Glaubenden in der christlichen Initiation geschenkt wird; die Liturgie der Firmung, die diese Initiation vollendet, nimmt Salbung und Siegel auf.

Bibeltext

Gott aber ist es, der uns mit euch auf Christus hin stärkt und der uns gesalbt hat. Er hat uns auch sein Siegel aufgedrückt und als ersten Anteil den Geist in unsere Herzen gegeben.

Auszug aus 2 Kor 1,21–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Eph 1,13–14Handauflegung in Ephesus, Salbung und Siegel bei Paulus

Wer in Christus glaubt, empfängt das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes, der als erster Anteil das Erbe verbürgt. Die Liturgie der Firmung, die die christliche Initiation vollendet, nennt ihre Gabe mit diesem Wort ein Siegel des Heiligen Geistes.

Bibeltext

in ihm habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr zum Glauben kamt.

Auszug aus Eph 1,13b · EÜ 2016 · © KBA 2016
Eph 4,30Handauflegung in Ephesus, Salbung und Siegel bei Paulus

Paulus mahnt, den Heiligen Geist nicht zu betrüben, mit dem die Glaubenden für den Tag der Erlösung besiegelt sind. Die Mahnung gilt allen, die das Siegel des Geistes tragen; die Kirche nimmt das Wort vom bleibenden Siegel in ihre Lehre über die Firmung auf.

Bibeltext

Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, den ihr als Siegel empfangen habt für den Tag der Erlösung!

Auszug aus Eph 4,30 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 6,2Taufen und Handauflegung als unterscheidbare Grundlagen

Der Hebräerbrief nennt Lehren über Taufen und Handauflegung nebeneinander als grundlegende Glaubenslehren. Die Kirche sieht darin eine biblische Unterscheidung zwischen Taufe und Firmung, die die Taufgnade vollendet und stärkt.

Bibeltext

Darum wollen wir beiseitelassen, was man zuerst von Christus verkünden muss, und uns dem Vollkommeneren zuwenden; wir wollen nicht noch einmal den Grund legen mit der Abkehr von toten Werken und dem Glauben an Gott, mit der Lehre über die Taufen und die Handauflegung, über die Auferstehung der Toten und das ewige Gericht; das wollen wir dann tun, wenn Gott es zulässt.

Auszug aus Hebr 6,1–3 · EÜ 2016 · © KBA 2016
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Wie die Kirche diese Frage durch die Jahrhunderte bezeugt

Kirchenväter, Konzilien und Kirchenlehrer zeigen, wie Christen die Schrift zu dieser Frage gelesen und gelebt haben. Ihr Wortlaut steht jeweils bei der Frage, die er stützt.

Jede Frage zu Firmung einzeln geprüft

Jeder Schritt prüft eine Bibelstelle genau: was sie sagt, was sie zum Argument beiträgt und welcher Einwand sich an ihr festmacht.

Die Begriffe dieses Themas kurz erklärt

Betrachten und beten

Welche Beziehung besteht zwischen empfangener Taufe, apostolischer Handauflegung und geistlicher Stärkung?

Heiliger Geist, stärke den Glauben, vollende die Taufgnade und mache die Kirche treu in ihrem Zeugnis für Christus. Amen.