SCRIPTURA PLENA

Scriptura Plena

FaithOSUnterstützenImpressumDatenschutz

Hebräerbrief

Taufen und Handauflegung als unterscheidbare Grundlagen

Der Hebräerbrief zählt auf, was eine Gemeinde am Anfang gelernt hat. In dieser Aufzählung stehen die Taufen und die Handauflegung nebeneinander, und die Kirche liest sie zusammen mit der Apostelgeschichte.

2 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Zwei Apostel legen einem Getauften die Hände auf; Wasser, Muschel und eine herabkommende Flammenform bleiben getrennt erkennbar.
FirmungKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Grundlagen der Lehre Bibel und Textverständnis

Welche Lehren zählt der Hebräerbrief auf?

Der Brief nennt die Anfänge der christlichen Unterweisung.

Darum wollen wir beiseitelassen, was man zuerst von Christus verkünden muss, und uns dem Vollkommeneren zuwenden; wir wollen nicht noch einmal den Grund legen mit der Abkehr von toten Werken und dem Glauben an Gott, mit der Lehre über die Taufen und die Handauflegung, über die Auferstehung der Toten und das ewige Gericht; das wollen wir dann tun, wenn Gott es zulässt.

Auszug aus Hebr 6,1–3 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Hebräerbrief nennt neben der Lehre über die Taufen die Handauflegung als grundlegendes Thema der Unterweisung.

Hebr 6,2: Zusammenhang und Übersetzung

Der Verfasser beginnt das sechste Kapitel mit dem Wunsch, die Gemeinde möge über die Anfänge hinausgehen. Er zählt auf, was zu diesen Anfängen gehörte: Umkehr von toten Werken, Glaube an Gott, die Lehre über die Taufen, die Handauflegung, die Auferstehung der Toten und das ewige Gericht.

Was hier genannt wird, war Gegenstand der Unterweisung. Die Handauflegung gehört für den Verfasser zu diesem Grund, und er führt sie als eigenes Stichwort neben der Lehre über die Taufen. Der Verfasser reiht sie damit in das ein, was die Gemeinde von Anfang an empfangen hat.

Wie die Kirche den Vers liest Glaube und Überlieferung

Warum liest die Kirche diesen Vers mit der Apostelgeschichte?

Der Brief nennt Stichworte; die Kirche liest sie mit den Berichten der Apostelgeschichte und mit der Praxis, die sie von den Aposteln empfangen hat.

Man kann einwenden, Hebr 6,2 meine eine Handauflegung zur Heilung, zum Segen oder zur Beauftragung, wie das Neue Testament sie kennt (Apg 28,8; Mk 10,16; Apg 6,6; 13,3), und nicht eine Mitteilung des Geistes an alle Getauften. Der Brief zählt jedoch die Anfänge auf, die jeder Christ empfangen hat, und beschreibt die Getauften unmittelbar danach als Menschen, die „einmal erleuchtet worden sind“ und „Anteil am Heiligen Geist empfangen haben“ (Hebr 6,4).

Die Kirche liest das Verzeichnis deshalb mit den Berichten, in denen die Handauflegung der Apostel mit dem Empfang des Geistes verbunden ist: in Samarien bei Getauften, in Ephesus nach der Taufe auf den Namen Jesu, und mit der apostolischen Praxis, die sie seither weitergibt.

Gestützt auf dieses doppelte Zeugnis erkennt sie in der Handauflegung den Ursprung der Firmung und die Fortsetzung der pfingstlichen Geistgabe (KKK 1288). Die Firmung führt diesen Weg weiter: Sie stärkt die Taufgnade und gibt dem Getauften den Geist für seine Zugehörigkeit zu Christus, sein Zeugnis und seinen Dienst (KKK 1302–1304). Was diese Gabe für das Leben des Gefirmten bedeutet, beschreibt die Themenübersicht im Kapitel „Was folgt für das christliche Leben aus der Firmung?“.

Quellen zu dieser Frage 2
← Zur Übersicht: Firmung