Bibelstelle · EÜ 2016
Lk 22,14–20
Beim letzten Mahl gibt Jesus seinen Jüngern Brot und Kelch mit den Worten: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“ und „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird“. Die Kirche feiert darin das Sakrament, in dem Christi Hingabe und der Neue Bund gegenwärtig sind.
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Auszug
Auszug aus Lk 22,14–20
Bibeltext
Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Auszug aus Lk 22,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Wer hier spricht und in welcher Lage
Lukas erzählt, wie Jesus am Tag der Ungesäuerten Brote Petrus und Johannes das Paschamahl vorbereiten lässt und sich zur Stunde mit den Aposteln zu Tisch legt (Lk 22,7–14). Er sagt ihnen, er habe sich danach gesehnt, dieses Paschamahl vor seinem Leiden mit ihnen zu essen, und er werde es nicht mehr essen, bis es seine Erfüllung im Reich Gottes findet (22,15–18). Dann nimmt er Brot und nach dem Mahl den Kelch und deutet beide mit seinen eigenen Worten (22,19–20); unmittelbar darauf kündigt er an, dass einer am Tisch ihn ausliefern wird (22,21–23).
In den Themen
Warum diese Stelle hier wichtig ist
Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.
Was Jesus beim letzten Mahl gibt
Die lukanische Fassung verbindet Identifikation, Mahl, Bund und Gedächtnisauftrag und trägt damit die fortdauernde sakramentale Feier.
Das reine Opfer unter den Völkern
Die Einsetzung gibt der Verheißung aus Maleachi ihre eucharistische Gestalt; 1 Kor 10–11 führt die kultische Feier weiter.
Das eine Opfer Christi, ein für alle Mal
Sie liefern den Baustein für die Gegenwart des einen Opfers in der Feier und ergänzen die Einmaligkeit, die der Hebräerbrief bezeugt.
Eucharistie als Opfermahl und Gegenwart Christi
Die Stelle trägt die Stiftung der Eucharistie durch Christus und ihre sichtbaren Zeichen.
Das Blut des Neuen Bundes
Die lukanische Fassung verbindet das Blut des Bundes mit der fortdauernden Gedächtnisfeier.
Christus sendet seine Jünger in seine Sendung
Die Stelle trägt die Beauftragung der Jünger im Zusammenhang der Eucharistie.
Das eine Opfer und der Dienst der Eucharistie
Die Stelle trägt die Einsetzung der eucharistischen Feier durch Christus.
Beten mit dem Rosenkranz
In den Geheimnissen
- Lichtreicher Rosenkranz: Eucharistie
Verwandte Bibelstellen
Stellen, die mit dieser zusammen gelesen werden
Kirchliche Zeugen
Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte
Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.
Cyrill von Jerusalem
Die Jerusalemer Katechese lehrt die Neugetauften, dass Brot und Wein nach dem Wort des Herrn „Das ist mein Leib“ und „Das ist mein Blut“ Leib und Blut Christi sind: Was als Brot erscheint und wie Brot schmeckt, ist nicht Brot, sondern der Leib Christi, und was als Wein erscheint, ist das Blut Christi.
Betrachte also Brot und Wein nicht als bloße Elemente, denn sie sind nach der Erklärung des Herrn Leib und Blut Christi
Cyrill von Jerusalem: Mystagogische Katechese IV · Mystagogische Katechese IV,1.6.9 · Primärtext↗Einordnung der Quelle
Der Text zeigt: Die Katechese bezeugt im 4. Jahrhundert, dass Brot und Wein nach dem Wort des Herrn Leib und Blut Christi sind, und unterscheidet das, was erscheint und schmeckt, von dem, was die Gaben sind.
Die Grenze: Die Katechese spricht mit den Worten des Herrn und unterscheidet Erscheinung und Wirklichkeit; die Begriffe der Substanz und der Transsubstantiation, mit denen das Konzil von Trient denselben Glauben bestimmt, gehören einer späteren Sprache an (KKK 1376).
Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Die Mystagogischen Katechesen erklären den Neugetauften in Jerusalem die Sakramente, die sie empfangen haben; die vierte gilt dem Leib und Blut Christi und beginnt mit der Lesung aus 1 Kor 11,23. Sie stammen aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts und stehen unter dem Namen Cyrills von Jerusalem; einige Handschriften schreiben sie seinem Nachfolger Johannes von Jerusalem zu.
Historischer Text
Da er nun selbst über das Brot erklärt und gesagt hat: Das ist mein Leib, wer wird es dann noch wagen zu zweifeln? Und da er selbst bekräftigt und gesagt hat: Das ist mein Blut, wer wird je zögern und sagen, es sei nicht sein Blut? […] Betrachte also Brot und Wein nicht als bloße Elemente, denn sie sind nach der Erklärung des Herrn Leib und Blut Christi; denn auch wenn die Sinne dir dies nahelegen, soll dich der Glaube festigen. […] Du hast gelernt und bist fest davon überzeugt, dass das scheinbare Brot nicht Brot ist, auch wenn es dem Geschmack so vorkommt, sondern der Leib Christi, und dass der scheinbare Wein nicht Wein ist, auch wenn der Geschmack es so will, sondern das Blut Christi.
Vollständigen historischen Text öffnen: Cyrill von JerusalemWarum diese Stelle wichtig ist
Die Katechese verbindet die Einsetzungsworte des Herrn mit der Unterscheidung von Erscheinung und Wirklichkeit und lehrt damit vor jeder scholastischen Begrifflichkeit, dass die Gaben Leib und Blut Christi sind.
Quellen und HinweiseKKK 1322–1419, 1544–1553 · KKK 1113–1211 · KKK 1536–1600
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 1322–1419, 1544–1553Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Abschnitte zu Eucharistie, Opfer und Priestertum.
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 1113–1211Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Allgemeine Sakramentenlehre und Siebenzahl.
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 1536–1600Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Der Katechismus behandelt Weihe, Priestertum und in KKK 1579–1580 die lateinische sowie die rechtmäßige ostkirchliche Ordnung des Zölibats.
Konzilien und Lehramt
- Sacrosanctum ConciliumSC 47Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Das eucharistische Opfer als Gedächtnis und Ostermahl.
- Mysterium fideiNr. 56–57, 68Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Der Eucharistie gebührt Anbetung auch außerhalb der Messe; die bleibende Gegenwart bleibt, solange die Gestalten bestehen.
- Ecclesia de EucharistiaNr. 25Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Die Eucharistie ist Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens; die Anbetung entfaltet die Feier.
- Sacramentum caritatisNr. 66–68Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Anbetung außerhalb der Messe entfaltet und vertieft die Eucharistiefeier.
- Codex Iuris Canonici: Eucharistische Aussetzung und SegenCIC cc. 941–943Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Aussetzung und eucharistischer Segen folgen einer kirchlich geregelten liturgischen Ordnung.
- Sacrosanctum ConciliumSC 59–78Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Sakramente und Sakramentalien.
- Rosarium Virginis MariaeRVM 21Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Rosarium Virginis Mariae erschließt den Rosenkranz als Kurzfassung des Evangeliums und als Gebet der Betrachtung Christi.
Historische Primärquellen
- Brief an die Smyrnäer7–8Übersetzung · Primärtext / Edition
Ignatius verbindet Eucharistie und Inkarnation sowie die legitime Feier mit dem Bischof.
Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen
- Augsburger BekenntnisCA IV, VI, IX, X, XX, XXIVPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle
Offizielle lutherische Bekenntnisquelle zu Rechtfertigung, guten Werken, Taufe, Abendmahl und Messe.
- KonkordienbuchCA IV–VI, XII, XX; Formula of Concord SD IIIPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle
Lutherische Primärtexte zur forensischen Rechtfertigung, zu Werken als Frucht und zum möglichen Verlust.