Das eine Opfer Christi
Der Hebräerbrief bezeugt, dass Christus sein Erlösungsopfer ein für alle Mal vollbracht hat und dass dieses Opfer nicht durch eine neue Opferhandlung ergänzt werden darf.
Kernaussage
Der Hebräerbrief bezeugt, dass Christus sein Erlösungsopfer ein für alle Mal vollbracht hat und dass dieses Opfer nicht durch eine neue Opferhandlung ergänzt werden darf.
Schlüsselfrage
Wer handelt in dieser sakramentalen Feier, wenn Christus allein der eine Hohepriester und die Kirche zugleich sein Leib ist?
Katholische Auslegung
Der Katechismus lehrt, dass das Erlösungsopfer Christi einmalig und ein für alle Mal vollzogen ist und dennoch im eucharistischen Opfer der Kirche gegenwärtig wird. Christus wird in der Messe nicht erneut geopfert; das eine Opfer wird sakramental dargestellt und gegenwärtig gemacht.
Im Zusammenhang
Aussage und Kontext
Hebräer stellt Christus als den bleibenden Hohenpriester dar und unterscheidet sein Opfer von den wiederholten Opfern des alten Bundes. Christus tritt mit seinem eigenen Blut ein und bringt durch ein einziges Opfer die Erlösung zur Vollendung.
Hier liegt der stärkste Einwand gegen die Messe als Opfer. Wenn Christus ein einziges Opfer dargebracht hat und dieses Opfer genügt, scheint jede weitere Opferhandlung seine Vollkommenheit zu gefährden. Der Hebräerbrief selbst nennt die Eucharistie nicht ausdrücklich und sagt nicht, dass sie ein Opfermahl ist. Die katholische Antwort unterscheidet zwischen dem Opfer Christi und seiner sakramentalen Vergegenwärtigung. Das Kreuzesopfer bleibt eines; in der Eucharistie wird es über die Zeiten hinweg gegenwärtig, ohne dass Christus erneut leidet oder stirbt. Die Messe fügt dem Kreuz keine neue Genugtuung hinzu. Sie ist nach katholischer Lehre dieselbe Hingabe Christi in einer anderen Weise des Darbringens.
Hebr 7–10
Christus bringt sein Opfer ein für alle Mal dar und bleibt der ewige Hohepriester.
Bibeltext in der EÜ 2016 öffnenLk 22,14–20
Jesus setzt das Mahl mit Leib und dem für die Menschen vergossenen Blut ein.
Bibeltext in der EÜ 2016 öffnen1 Kor 11,26–29
Die Feier verkündet den Tod des Herrn und verlangt, Leib und Blut ernst zu nehmen.
Bibeltext in der EÜ 2016 öffnenEinwand und Antwort
Den Einwand prüfen
Eine Vergegenwärtigung als Opfer klingt wie eine Wiederholung unter anderem Namen. Wenn die Messe wirklich Opfer ist, scheint sie Hebräer 10 zu widersprechen.
Katholische Antwort
Die katholische Lehre behauptet keine neue Kreuzigung und keinen zweiten Opferakt Christi. „Einmalig“ bezeichnet die Zahl und Vollkommenheit des Kreuzesopfers; „sakramental gegenwärtig“ bezeichnet die Weise, in der die Kirche an diesem einen Opfer teilnimmt. Diese Unterscheidung stammt aus der kirchlichen Synthese von Hebräer, Einsetzungsworten und Opfermahl.
Was die Kirche nicht meint
Der Hebräerbrief lehrt nicht ausdrücklich die Messe als Opfer. Er setzt die Grenze, innerhalb derer eine katholische Messopferlehre formuliert werden muss: Das Kreuz bleibt ein einziges, vollendetes Opfer.
Biblischer Zusammenhang
Die ganze Argumentation
Brot vom Himmel, Fleisch und Blut
Jesus spricht in Joh 6,50–58 von seinem Fleisch als wahrer Speise und seinem Blut als wahrem Trank. Die Reaktion seiner Hörer macht eine realistische Lesart plausibel, ohne dass Joh 6 allein die gesamte Eucharistielehre beweist.
„Das ist mein Leib“
Jesus identifiziert beim Letzten Abendmahl Brot und Wein mit seinem Leib und Blut und verbindet diese Gaben mit seiner Hingabe für viele.
Teilhabe am Leib und Blut Christi
Paulus beschreibt den Kelch und das Brot als Teilhabe am Blut und Leib Christi und vergleicht den Tisch des Herrn mit jüdischen und heidnischen Opfermahlzeiten.
Den Leib unterscheiden
Paulus verbindet den unwürdigen Empfang mit Schuld am Leib und Blut des Herrn und fordert dazu auf, den Leib zu unterscheiden.
Das geschlachtete und gegessene Paschalamm
Die Paschageschichte verbindet das geschlachtete Lamm, sein Blut und das Essen des Lammes; das Neue Testament deutet Christus als unser Paschalamm.
Das wahre Brot vom Himmel
Jesus stellt das Manna dem wahren Brot vom Himmel gegenüber und weist damit selbst auf eine Erfüllung der Wüsten- und Brotthematik in seiner Person hin.
Melchisedek und das ewige Priestertum
Die Schrift verbindet Melchisedek mit Brot und Wein und einem Priestertum des Höchsten Gottes; der Hebräerbrief bezieht die Ordnung seines Priestertums ausdrücklich auf Christus.
Das reine Opfer unter den Völkern
Maleachi kündigt nach der Kritik an den verunreinigten Opfergaben ein reines Opfer an, das unter den Völkern überall dargebracht wird.
Priester aus den Völkern
Jesaja verbindet die Sammlung der Völker mit Gottes Berufung einiger von ihnen zu Priestern und Leviten; Maleachi kündigt unabhängig davon ein reines Opfer unter den Völkern an.
Gemeinsames und geordnetes Priestertum
Die Schrift nennt das ganze Bundesvolk ein priesterliches Königreich; zugleich kennt der Bund besondere priesterliche Dienste. Petrus überträgt die Sprache vom königlichen Priestertum auf das christliche Volk.
Das eine Opfer Christi
Der Hebräerbrief bezeugt, dass Christus sein Erlösungsopfer ein für alle Mal vollbracht hat und dass dieses Opfer nicht durch eine neue Opferhandlung ergänzt werden darf.
Quellen und HinweiseKKK 74–1419, 1472–1553 · EÜ 2016 · KKK 1322–1419, 1544–1553
Schrift
- Einheitsübersetzung 2016EÜ 2016
Verlinkte Schriftgrundlage; geschützte Langzitate werden nicht übernommen.
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 74–1419, 1472–1553
Offizieller Gesamttext; die verwendeten Themenbereiche sind mit konkreten Absatzangaben verknüpft.
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 1322–1419, 1544–1553
Abschnitte zu Eucharistie, Opfer und Priestertum.
Konzilien und Lehramt
- Sacrosanctum ConciliumSC 47, 59–78
Lehramtliche Grundlage für Eucharistie, Sakramente und Liturgie.
- Sacrosanctum ConciliumSC 47
Das eucharistische Opfer als Gedächtnis und Ostermahl.
Bild
- BildhinweisKI-generierte Illustration
Redaktionell gestaltete Illustration, keine historische Fotografie oder Rekonstruktion.