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Teilhabe am Leib und Blut Christi

Was Paulus mit der Teilhabe am Leib und Blut Christi meint

Paulus spricht vom Kelch und vom Brot des Herrn als einer Teilhabe am Blut und am Leib Christi. Im Zusammenhang mit Israels Opfermahl und den Tischen der Götzen wird sichtbar, welche Gemeinschaft die Eucharistie schenkt und warum sie die Gemeinde aus dem empfangenen Brot heraus als einen Leib formt.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Brot und Kelch liegen auf einem breiten Altartisch; Lamm, Priester und eine leuchtende Tür verbinden Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
EucharistieKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Kelch und Brot Bibel und Textverständnis

Der Empfang stiftet Gemeinschaft mit Christus

Paulus verbindet den gesegneten Kelch mit der Teilhabe am Blut Christi und das gebrochene Brot mit der Teilhabe am Leib Christi.

Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?

Auszug aus 1 Kor 10,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus nennt Kelch und Brot Teilhabe an Blut und Leib Christi und stellt den Tisch des Herrn den Opfermahlzeiten gegenüber.

1 Kor 10,16–21: Zusammenhang und Übersetzung

Paulus warnt die Gemeinde vor dem Götzendienst und beginnt bei den Gaben, die sie im Mahl des Herrn empfängt. Wer aus diesem Kelch trinkt und von diesem Brot isst, hat Anteil am Blut und am Leib Christi.

Damit beschreibt Paulus die Eucharistie als wirkliche Gemeinschaft, die durch den empfangenen Kelch und das empfangene Brot gegeben wird. Das Mahl setzt die Gemeinschaft mit Christus nicht bloß voraus und versieht sie anschließend mit einem religiösen Zeichen. Der Empfang der Gabe führt in diese Gemeinschaft hinein.

Ein Brot, ein Leib Bibel und Textverständnis

Aus dem einen Brot wächst die Einheit der Gemeinde

Viele Menschen werden zu einem Leib, weil sie alle an dem einen Brot Anteil haben.

Paulus führt seine Aussage über Kelch und Brot unmittelbar zur Einheit der Gemeinde weiter. Die Gemeinschaft mit Christus und die Gemeinschaft untereinander gehören in diesem Mahl zusammen.

Paulus führt vom Kelch und vom Brot zur Einheit des Leibes, und die Lehre der Kirche folgt dieser Reihenfolge. Die Eucharistie ist eine Gabe Christi, die den Empfangenden mit ihm verbindet und dadurch die Glieder seines Leibes enger zusammenschließt. Die Gemeinde bildet sich hier nicht aus einem bloßen gemeinsamen Bekenntnis zum Mahl; durch die Teilhabe an der einen Gabe wird die Gemeinde in eine gemeinsame Wirklichkeit hineingenommen.

Der Tisch des Herrn Glaube und Überlieferung

Paulus ordnet die Eucharistie in den Zusammenhang des Opfermahls ein

Der Vergleich mit Israels Altar und den Tischen der Götzen zeigt, dass ein Mahl wirkliche Bindung und Verehrung ausdrücken kann.

Paulus erinnert an Israel: Wer vom Opfer isst, tritt in die Gemeinschaft mit dem Altar ein. Anschließend stellt er den Tisch des Herrn den Tischen der Dämonen gegenüber. Die Warnung zielt deshalb auf die Unvereinbarkeit zweier Zugehörigkeiten: Die Gemeinde kann nicht am Kelch des Herrn und am Kelch der Dämonen teilnehmen.

Der Vergleich erklärt, welche Art von Gemeinschaft Paulus in der Eucharistie voraussetzt. Er spricht von einer durch das Mahl vollzogenen Bindung an den Herrn. Die Eucharistie ist damit in einen kultischen Zusammenhang gestellt, in dem empfangene Gaben, Verehrung und Gemeinschaft zusammengehören.

  • Kirchenlehrerca. 180

    Irenäus von Lyon

    Denn er hat den Kelch, der zu seiner Schöpfung gehört, als sein eigenes Blut anerkannt; ebenso hat er das Brot, das zu seiner Schöpfung gehört, als seinen eigenen Leib eingesetzt.

    Gegen die Häresien, Buch V · Adversus haereses V,2,2–3 · Primärtext

    Irenäus bezeugt, dass der eucharistische Kelch mit dem Blut Christi und das gebrochene Brot mit seinem Leib Gemeinschaft haben.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Irenäus wendet sich gegen die gnostische Leugnung der Auferstehung des Fleisches. Der Abschnitt ist ein Gegenargument: Aus der von den Gegnern behaupteten Unfähigkeit des Fleisches folgt nach Irenäus, dass auch die Eucharistie keine Gemeinschaft mit Christi Blut und Leib wäre. Dieser zurückgewiesenen Folgerung stellt er die tatsächliche Einsetzung von Kelch und Brot als Christi Blut und Leib gegenüber und führt den Gedanken bis zur Auferstehung des Fleisches.

    Historischer Text

    Wenn das Fleisch nicht an der Rettung teilhaben kann, dann hat der Herr uns auch nicht mit seinem Blut erlöst. Dann ist der Kelch der Eucharistie keine Gemeinschaft mit seinem Blut, und das Brot, das wir brechen, keine Gemeinschaft mit seinem Leib. Denn er hat den Kelch, der zu seiner Schöpfung gehört, als sein eigenes Blut anerkannt; ebenso hat er das Brot, das zu seiner Schöpfung gehört, als seinen eigenen Leib eingesetzt. Wenn daher der mit Wasser vermischte Kelch und das bereitete Brot das Wort Gottes empfangen und die Eucharistie aus dem Blut und dem Leib Christi entsteht, wie können sie dann behaupten, dass das Fleisch die Gabe Gottes nicht empfangen könne? Unser Fleisch, das von ihr genährt wird, wird zur bestimmten Zeit auferstehen.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Irenäus stellt Eucharistie, Leib und Blut Christi sowie die Auferstehung des Fleisches in einen gemeinsamen Argumentationsgang. Die geschaffenen Gaben werden durch das Wort Gottes zur Eucharistie, und gerade daraus begründet er die Hoffnung des Leibes. Die begriffliche Klärung dieser Wandlung gab später das Konzil von Trient.

    Quelle
    Gegen die Häresien, Buch V · Adversus haereses V,2,2–3
    Textfassung und Rechte
    Eigene deutsche Übertragung der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (Edition von 1885). Die lateinische Überlieferung und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Irenäus von Lyon

Eine andere Deutung versteht die Teilhabe als echte geistliche Gemeinschaft, ohne eine besondere Gegenwart Christi in den empfangenen Gaben vorauszusetzen. Diese Deutung nimmt den Gemeinschaftsgedanken des Wortes „Teilhabe“ ernst. Paulus' Vergleich führt jedoch weiter: Er nennt den Kelch und das Brot ausdrücklich als Teilhabe an Christi Blut und Leib und erklärt aus der Teilhabe an dem einen Brot die Einheit des Leibes. Der Vergleich mit den Opfermahlzeiten macht die Bindung real; die besondere Identität der christlichen Gabe empfängt sie aus der Einsetzung Christi, die Paulus hier voraussetzt. Damit stellt Paulus den Tisch des Herrn nicht auf eine Stufe mit den Tischen der Dämonen: Verglichen wird allein die Bindung an den, dem das Mahl gilt. Entscheidend ist die von Christus gegebene Gemeinschaft, die durch seinen Kelch und sein Brot empfangen wird.

Mahl und Opfer gehören in der Eucharistie zusammen: Sie schenkt die innige Vereinigung mit Christus und baut zugleich die Kirche als einen Leib auf. So gewinnt die paulinische Teilhabe ihre volle kirchliche Bedeutung: Wer an dem einen Leib Anteil hat, ist mit dem Herrn und mit seinen Brüdern verbunden. Von dieser Verbundenheit her schaut Paulus in 1 Kor 11 auf den Empfang und schärft die Unterscheidung des Leibes ein, in der Christus und seine Gemeinde ernst genommen sind.

Quellen zu dieser Frage 3
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