Eucharistie
Die Eucharistie: Gegenwart Christi und das eine Opfer
Wer an eine Messe denkt, fragt zuerst nach dem, was dort geschieht: Ist Christus wirklich gegenwärtig, und was hat diese Feier mit dem Kreuz zu tun? Die Kirche bekennt beides: In der Eucharistie ist der gekreuzigte und auferstandene Herr wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig, und die Messe macht das eine Opfer seines Kreuzes gegenwärtig, statt es zu wiederholen. Beides ist verbindliche Glaubenslehre: Das Konzil von Trient hat 1551 die wahre, wirkliche und wesentliche Gegenwart des ganzen Christus und die Wandlung der ganzen Substanz von Brot und Wein definiert und 1562 gelehrt, dass die Messe ein wahres Opfer ist, in dem das Kreuzesopfer gegenwärtig wird (KKK 1374; 1376; 1366–1367). Wie die Kommunion gespendet wird und in welchen Formen das Sakrament ausgesetzt wird, ordnet die Kirche dagegen in ihrer liturgischen Disziplin. Die Bedeutung dieser Lehre reicht über die Feier hinaus: Aus der Gegenwart Christi lebt die Kirche, und aus dem einen Opfer empfängt sie ihr Heil. Der Weg beginnt bei den Worten des Herrn, die die Gabe einsetzen, fragt dann nach den Vorausbildern von Pascha und Manna, nach dem Priestertum und dem reinen Opfer, nach dem Verhältnis von Kreuz und Messe und nach dem Blut des Bundes, bis er bei der bleibenden Gegenwart und der Anbetung ankommt.
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Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Die Mitte Glaube und Überlieferung
Die Eucharistie ist Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens
In der Eucharistie hat das christliche Leben seinen Ursprung und sein Ziel.
Die Eucharistie ist Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens. Diesen Rang hat sie, weil in ihr das Heilshandeln Gottes selbst gegenwärtig wird. Auf die Frage nach der Gegenwart Christi antwortet die Kirche, dass er in den Gestalten von Brot und Wein wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig ist, mit seinem Leib und seinem Blut, nicht bloß als Zeichen. Auf die Frage nach dem Kreuz antwortet sie, dass die Feier kein neues Opfer neben das Kreuz stellt, sondern das eine Opfer Christi gegenwärtig macht. In dieser Feier fasst sich der Glaube zusammen: Wer wissen will, was die Kirche glaubt, findet hier das Ganze versammelt, das Geschenk des Heils wie die Gegenwart des Herrn.
Katechismus der Katholischen Kirche
KKK 1374
Abschnitte zu Eucharistie, Opfer und Priestertum.
Im heiligsten Sakrament der Eucharistie ist »wahrhaft, wirklich und substanzhaft der Leib und das Blut zusammen mit der Seele und Gottheit unseres Herrn Jesus Christus und daher der ganze Christus enthalten« (K. v. Trient: DS 1651).
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Aus dieser Gabe lebt die Kirche, und auf sie läuft alles zu, was sie tut und lehrt. Die Kirche feiert sie in jeder Messe als die Mitte ihres Lebens; schon in der Feier ist sie mit der himmlischen Liturgie verbunden und nimmt das ewige Leben vorweg. Was hier auf Erden gefeiert wird, reicht über die Stunde hinaus und führt die Gemeinde in die Gegenwart Gottes. Die Kirche beruft sich dabei auf die Worte des Herrn selbst: auf das, was Jesus über das Brot des Lebens sagt und was er beim letzten Mahl tut.
Unterthema 1 von 6 · Gegenwart und Einsetzung
Unter den Gestalten von Brot und Wein empfängt die Gemeinde Leib und Blut Christi
Gegenwart Bibel und Textverständnis
Wie Jesus seine wirkliche Gegenwart in der Eucharistie einsetzt
Die Feier der Kirche steht auf den Worten des Herrn selbst.
Wer zur Kommunion geht, steht vor einer konkreten Frage: Begegnet er dort dem lebendigen Herrn, oder hält die Feier nur die Erinnerung an ihn wach? Johannes 6 beginnt bei der Brotvermehrung und beim Manna und führt zum Glauben an Jesus als das Brot des Lebens. Dann spricht Jesus von seinem Fleisch als wahrer Speise und seinem Blut als wahrem Trank. Er hält diese Rede auch angesichts des Widerspruchs aufrecht, und viele Jünger wenden sich ab. Die Rede verbindet Glauben und Geist mit Essen und Trinken, Fleisch und Blut, wahrer Speise und wahrem Trank. Joh 6,63 weist dabei auf die Grenze eines bloß irdischen Verständnisses: Jesu Gabe wird geistlich empfangen, ohne dadurch weniger wirklich zu sein. Die Rede vom Brot des Lebens führt über den Glauben hinaus zu einer Gabe, deren eucharistische Gestalt die Einsetzungsberichte und die apostolische Feier bezeugen.
Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm.
Auszug aus Joh 6,55–56 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Die Frage an diesen Text
Jesus bezeichnet sein Fleisch als wahre Speise und sein Blut als wahren Trank und hält an dieser Rede trotz des Widerspruchs fest.
Die Einsetzungsworte beim letzten Mahl geben dieser angekündigten Gabe ihre konkrete Gestalt. Matthäus überliefert, dass Jesus das Brot mit seinem Leib und den Kelch mit seinem Blut des Bundes identifiziert und das Blut mit der Vergebung der Sünden verbindet. Markus bezeugt dieselbe Zuordnung von Brot und Kelch zu Leib und Blut des Bundes und damit die gemeinsame synoptische Einsetzungsüberlieferung. Zusammen tragen diese Worte die Lehre von der wirklichen Gegenwart und zeigen zugleich, dass Jesu Hingabe den Charakter einer Opfergabe hat. Die spätere Lehre von der Transsubstantiation präzisiert diese Gegenwart, und die vollständige Messopfertheologie entfaltet das Verhältnis von Hingabe, Kreuz und Feier weiter; beides ist in diesen Einsetzungsworten grundgelegt, ohne dort bereits in seiner späteren begrifflichen Ausarbeitung vorzuliegen.
Auszug aus Mt 26,26–28 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 26: Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib.
Vers 27: Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sagte: Trinkt alle daraus;
Vers 28: das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Was der Text unmittelbar zeigt
Jesus identifiziert Brot und Kelch mit seinem Leib und seinem Blut des Bundes und verbindet das Blut mit der Vergebung der Sünden.
Auszug aus Mk 14,22–24 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 22: Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib.
Vers 23: Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus.
Vers 24: Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.
Was der Text unmittelbar zeigt
Markus überliefert die Identifikation von Brot und Kelch mit Leib und Blut des Bundes.
Lukas verbindet die Einsetzungsworte mit dem Mahl, dem Bund und dem Auftrag: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Damit stiftet Jesus eine fortdauernde sakramentale Feier, in der die Kirche seine Hingabe erinnert und den Herrn selbst empfängt. Der Auftrag zum Gedächtnis bezeichnet deshalb die von Christus eingesetzte Feier; die Verbindung von Identifikation, Essen und Trinken, Bund, Hingabe und Vergebung gibt dem Gedächtnis seine wirkliche sakramentale Gestalt. Eine textkritische Gegenlesart nimmt an, dass Lk 22,19b–20 in dieser Form nicht zur ältesten Überlieferung gehört; die überlieferten Einsetzungsworte und die Grundaussage der Stiftung bleiben davon unberührt. Die katholische Kirche lehrt deshalb, dass Christus in der Eucharistie unter den Gestalten von Brot und Wein wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig ist; die Lehre von der Transsubstantiation präzisiert, wie diese Gegenwart zu verstehen ist. So tragen die Einsetzungsworte die Selbsthingabe Christi und seine bleibende Gabe und führen von der Stiftung der Feier zu ihrer späteren begrifflichen Ausarbeitung.
Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Auszug aus Lk 22,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Lukas überliefert die Einsetzungsworte mit dem Auftrag: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“.
Paulus beschreibt in 1 Kor 10, was die Gemeinde durch diese Gabe empfängt: „Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?“ Er stellt den Tisch des Herrn den Opfermahlzeiten Israels und den Tischen der Götzen gegenüber. Dadurch erscheint die Eucharistie als reale und kultische Gemeinschaft mit Christus und seiner Hingabe, die über ein bloß subjektives Erinnerungszeichen hinausführt. Diese Teilhabe ist zugleich Mahl und Opfergemeinschaft: Sie schenkt Anteil an Christus und formt die Gemeinde aus dem empfangenen Brot heraus als einen Leib. Die Einsetzungsworte und 1 Kor 11 führen den Gedanken weiter und zeigen, wie diese kultische Teilhabe mit der sakramentalen Feier von Leib und Blut verbunden ist. Die Stelle trägt damit den Schritt von der Teilhabe am Blut und Leib Christi zu ihrem Opferzusammenhang bei.
Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?
Auszug aus 1 Kor 10,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus nennt Kelch und Brot Teilhabe an Blut und Leib Christi und stellt den Tisch des Herrn den Opfermahlzeiten gegenüber.
In 1 Kor 11 zieht Paulus daraus die Folge für den Empfang. Wer unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn; deshalb soll die Gemeinde den Leib unterscheiden. Der soziale Zusammenhang bleibt dabei unverzichtbar: Paulus kritisiert die Spaltungen, den Hunger und die Demütigung armer Gemeindeglieder in Korinth. Gerade dadurch wird sichtbar, dass die Gabe Christi und die Einheit der Gemeinde zusammengehören. Der Umgang mit dem Bruder legt offen, wie das Mahl empfangen wird, weil die Gemeinde den Leib des Herrn nicht gegen die Gemeinde ausspielen kann. Die Warnung vor Schuld am Leib und Blut bezeugt die objektive Heiligkeit der Eucharistie und ihre sakramentale Gegenwart. „Leib“ bezeichnet im Zusammenhang auch die Gemeinde; diese ekklesiale Bedeutung tritt jedoch neben die eucharistische Bedeutung, die Paulus durch die Einsetzungsworte sowie durch den Zusammenhang von 1 Kor 10–11 bestimmt.
Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.
Auszug aus 1 Kor 11,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus verbindet unwürdigen Empfang mit Schuld am Leib und Blut des Herrn und fordert dazu auf, den Leib zu unterscheiden.
In der Eucharistie ist Christus selbst gegenwärtig, und die Gemeinde empfängt unter den Gestalten von Brot und Wein seinen Leib und sein Blut. Das ist der Ertrag dieser Zeugnisse in ihrer Ordnung. Diese Gegenwart hängt unmittelbar mit dem Geheimnis der Hingabe Christi zusammen und ist ganz auf ihn hingeordnet; Zeichen, Wort und Vollzug der Feier haben in ihr ihren Sinn. Darin liegt die Bedeutung dieser Gegenwart für den Gläubigen: Die Kommunion ist wirkliche Begegnung mit dem Herrn, die den Empfangenden in die Gemeinschaft mit ihm hineinnimmt. Wer so empfängt, lebt aus einer Gegenwart, die über den Augenblick der Feier hinausreicht.
Weiterführende Erklärungen
Vom Glauben an das Brot des Lebens zur Gabe von Fleisch und BlutUmstrittene AuslegungJohannes 6 hält an der wahren Speise und am wahren Trank fest, auch als viele Jünger sich abwenden. Die Einsetzungsworte zeigen, wie Jesus diese Gabe beim letzten Mahl stiftet: Er identifiziert Brot und Kelch mit seinem Leib und seinem Blut.
Was Jesus beim letzten Mahl gibtDirekter positiver BelegDie Einsetzungsworte deuten Brot und Kelch auf Jesu Leib und Blut. Paulus beschreibt, was die Gemeinde damit empfängt: Der Kelch und das Brot sind Teilhabe am Blut und Leib Christi.
Was Paulus mit der Teilhabe am Leib und Blut Christi meintUnterstützender positiver BelegPaulus nennt die Teilhabe am Leib Christi beim Namen. Aus dieser Gabe folgt für die Gemeinde die Mahnung, den Leib zu unterscheiden und den Empfang nicht zur Schuld werden zu lassen.
Den Leib unterscheiden heißt Christus und seine Gemeinde ernst nehmenUnterstützender positiver BelegUnterthema 2 von 6 · Pascha und Manna
Christus ist das Paschalamm und das Brot vom Himmel: In ihm sind Opfer und Mahl eins
Vorausbilder Bibel und Textverständnis
Wie verbinden Pascha und Manna in Christus Opfer und Mahl der Eucharistie?
Zwei Gaben des Alten Bundes weisen auf die Eucharistie voraus: das Lamm des Pascha und das Manna der Wüste. In Christus kommen das rettende Opfer und die Speise des Lebens zusammen.
Warum gehören Opfer und Mahl in der Eucharistie zusammen? Die Paschageschichte vom Auszug Israels verbindet das geschlachtete Lamm, sein Blut und das Essen seines Fleisches zu einer einzigen Rettung. Das Lamm wird in der Nacht der Rettung geschlachtet, sein Blut kennzeichnet die Häuser, und sein Fleisch wird zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern im Mahl genossen.
Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen. Über dem Feuer gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern soll man es essen.
Auszug aus Ex 12,1–14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Die Paschageschichte verbindet das geschlachtete Lamm, sein Blut und das Essen des Lammes.
Paulus führt diese Paschageschichte auf Christus zu: Als unser Paschalamm ist Christus geopfert worden. Damit bezeichnet er Jesus als das Lamm, dessen Opfer die Gemeinde prägt, und schafft die neutestamentliche Verbindung zwischen dem Pascha des Auszugs und der Passion Christi. Die Einsetzungsworte zeigen dann, wie Christus dieses Paschalamm als sakramentale Gabe im Mahl gibt.
Schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr neuer Teig seid! Ihr seid ja schon ungesäuertes Brot; denn als unser Paschalamm ist Christus geopfert worden.
Auszug aus 1 Kor 5,7 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus bezeichnet Christus als unser Paschalamm, das geschlachtet wurde.
Johannes bestätigt die Paschadeutung der Passion, indem er das ungebrochene Gebein des Gekreuzigten auf das Paschalamm bezieht. So führt die Schrift vom Lamm des Auszugs zu Christus, dem geopferten Paschalamm. Die Kirche liest Exodus 12 deshalb typologisch: Das Ereignis des Auszugs weist auf Christus voraus, und die Eucharistie feiert sakramental sein einmaliges Pascha. Die Einsetzungsworte verbinden diese Deutung mit der Feier von Brot, Kelch, Opfer und Mahl.
Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen.
Auszug aus Joh 19,36 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Johannes bezieht das ungebrochene Gebein des Gekreuzigten auf das Paschalamm.
Das zweite Vorausbild ist das Manna. In der Wüste gibt Gott seinem Volk Tag für Tag Brot vom Himmel. Es kommt von oben und bleibt reine Gabe, die Israel auf seinem Weg nährt. So bereitet das Manna die Frage nach der Speise vor, die Gott seinem Volk im neuen Bund selbst gibt.
Da sprach der HERR zu Mose: Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen.
Auszug aus Ex 16,1–18 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Gott gibt Israel in der Wüste Manna als Brot vom Himmel.
Jesus nimmt in Johannes 6 die Mannaerzählung auf und stellt der Wüstengabe das wahre Brot vom Himmel gegenüber. Dieses Brot führt zu seiner eigenen Person und zu seinem Fleisch: Wer sein Fleisch isst und sein Blut trinkt, hat das ewige Leben. Die Rede beginnt mit dem Glauben an Jesus und führt weiter zu seinem Fleisch als Speise. Damit führt Johannes 6 die Brot-vom-Himmel-Typologie auf Christus als Lebensgabe; die Einsetzungsberichte und Paulus ergänzen anschließend zu Brot und Fleisch den Kelch, das Opfer und das Mahl.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag.
Auszug aus Joh 6,54 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Jesus stellt das Manna dem wahren Brot vom Himmel gegenüber und verbindet dieses Brot mit seinem Fleisch.
Pascha und Manna laufen in Christus zusammen. Er ist das Paschalamm der Gemeinde, und er ist das Brot vom Himmel, das er selbst gibt; in ihm sind Opfer und Gabe eins. Daraus folgt die Antwort auf die Frage dieses Abschnitts: Die Kirche feiert die Eucharistie als Opfer und Mahl, weil beides in Christus seinen Grund hat. Dieser Zusammenhang erschließt, wovon die Kirche lebt, und gibt jedem Glied der Gemeinde einen einfachen Grund, die Eucharistie mit Dank und Ehrfurcht zu feiern.
Unterthema 3 von 6 · Priestertum und Opfer
Um das eine Opfer sammelt Gott in der Eucharistie aus allen Völkern ein priesterliches Volk
Priestertum Glaube und Überlieferung
Wie Christus das Priestertum der Völker und das eine Opfer in der Eucharistie erfüllt
Brot und Wein, das reine Opfer und ein Priestertum, in dem alle Völker am einen Opfer Christi teilhaben.
Melchisedek tritt in der Schrift als Priester des Höchsten Gottes und als König von Salem auf: Er bringt Brot und Wein heraus und segnet. Damit verbindet Genesis Priestertum, Brot und Wein in einer Person, die die Kirche als Vorausbild des Priestertums Christi liest. Psalm 110 verheißt ein ewiges Priestertum nach der Ordnung Melchisedeks, und der Hebräerbrief bezeugt Christus als den Hohepriester dieser Ordnung, der für die Menschen Gaben und Opfer darbringt. So entsteht der priesterliche Rahmen für die eucharistische Gabe: Melchisedeks Brot und Wein werden in der kirchlichen typologischen Zusammenschau zum Vorzeichen dessen, was Christus im Mahl gibt. Die ausdrückliche eucharistische Gestalt dieses Vorausbilds erschließt sich aus den Einsetzungsworten Jesu und der apostolischen Feier.
Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus. Er war Priester des Höchsten Gottes.
Auszug aus Gen 14,18–20 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Melchisedek bringt Brot und Wein heraus und ist Priester des Höchsten Gottes.
Der HERR hat geschworen und nie wird es ihn reuen: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.
Auszug aus Ps 110,4 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Der Psalm verheißt ein Priestertum nach der Ordnung Melchisedeks.
und wurde von Gott angeredet als Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks.
Auszug aus Hebr 5,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Der Hebräerbrief bezeugt Christi Priestertum nach der Ordnung Melchisedeks.
Maleachi verheißt nach seiner Kritik an verunreinigten Opfergaben ein reines Opfer, das vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang unter den Völkern dargebracht wird. Diese weltweite Weite des Opfers weist auf die Eucharistie, in der das eine Opfer Christi unter allen Völkern sakramental gegenwärtig ist. Jesus gibt diesem Opfer im Paschamahl seine Gestalt: »Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!« Mahl, Bund und Hingabe gehören dadurch zusammen. Paulus beschreibt den Kelch des Segens und das gebrochene Brot als Teilhabe am Blut und am Leib Christi und ordnet diese Feier in einen kultischen Zusammenhang ein. Wer unwürdig vom Brot isst und aus dem Kelch trinkt, macht sich nach seinem Zeugnis am Leib und am Blut des Herrn schuldig; so verkündet die Feier den Tod des Herrn und macht seinen Opfercharakter sichtbar. Der Hebräerbrief hält zugleich fest, dass wir durch die Hingabe des Leibes Jesu Christi ein für alle Mal geheiligt sind. Nach dem Glauben der Kirche macht die Eucharistie daher das eine, einmalige Kreuzesopfer sakramental gegenwärtig. Die Verheißung des reinen Opfers erhält so ihre universale und eucharistische Erfüllung.
Ja, vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang steht mein Name groß da bei den Völkern und an jedem Ort wird meinem Namen ein Rauchopfer dargebracht und eine reine Opfergabe; ja, mein Name steht groß da bei den Völkern, spricht der HERR der Heerscharen.
Auszug aus Mal 1,11 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Maleachi kündigt nach der Kritik an verunreinigten Gaben ein reines Opfer an, das unter den Völkern überall dargebracht wird.
Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Auszug aus Lk 22,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Die Einsetzungsworte verbinden Mahl, Bund und Hingabe.
Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?
Auszug aus 1 Kor 10,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus ordnet Kelch und Brot als Teilhabe an Blut und Leib Christi in einen kultischen Zusammenhang ein.
Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
Auszug aus 1 Kor 11,26 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus beschreibt die Feier des Herrenmahls als Verkündigung des Todes des Herrn.
Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Hingabe des Leibes Jesu Christi geheiligt - ein für alle Mal.
Auszug aus Hebr 10,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Der Hebräerbrief bezeugt das eine, einmalige Opfer Christi.
Bei Jesaja stehen die Sammlung aller Völker und Sprachen und Gottes Berufung einiger aus ihnen zu levitischen Priestern nebeneinander. Mit Maleachis Verheißung eines reinen Opfers unter allen Völkern kommt die Eucharistie als Opfer für alle Völker in den Blick: Gott sammelt die Völker und bereitet ein Volk, das ihm dient. Die Kirche liest diese prophetischen Elemente als typologische Vorbereitung auf ihre weltweite Sendung und den priesterlichen Dienst des neuen Bundes. Jesaja trägt dabei die Verbindung von Völkersammlung und priesterlichem Dienst bei. Die konkrete Gestalt dieses Dienstes empfängt die Kirche aus Christi Auftrag an die Apostel, der apostolischen Beauftragung und der Weitergabe des Dienstes. Jesajas unmittelbare Sicht bleibt die eschatologische Sammlung zum Zion und die Berufung von Priestern und Leviten; die Kirche erkennt darin den Hinweis auf Christi Sendung und die apostolische Amtseinsetzung.
Und auch aus ihnen nehme ich einige zu levitischen Priestern, spricht der HERR.
Auszug aus Jes 66,18–21 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Jesaja verbindet die Sammlung der Völker mit Gottes Berufung einiger von ihnen zu Priestern und Leviten.
Am Sinai nennt Gott Israel ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk. Der Erste Petrusbrief nimmt diese Würde auf und bezeichnet die Getauften als auserwähltes Geschlecht, königliche Priesterschaft, heiligen Stamm und Volk in Gottes besonderem Eigentum. Damit ist das gemeinsame Priestertum des ganzen Gottesvolkes biblisch begründet: Alle Getauften haben an Christi Priestertum Anteil und werden in der Eucharistie in sein Opfer hineingenommen. Die Kirche unterscheidet davon das amtliche Priestertum der geweihten Priester, die der Gemeinde vorstehen und den apostolisch weitergegebenen Dienst ausüben. Beide Formen der Teilhabe am Priestertum Christi unterscheiden sich ihrem Wesen und nicht bloß ihrem Grad nach und ordnen sich auf das eine Opfer hin. Die priesterliche Würde aller Gläubigen macht ein eigenes Amt nicht überflüssig; die Sendung der Apostel, ihre Beauftragung und die Handauflegung begründen den besonderen kirchlichen Dienst. So werden die Begriffe nicht gleichgesetzt, und die Sukzession wird nicht als schon fertig ausgeformte neutestamentliche Terminologie ausgegeben. Das gemeinsame Priestertum des Gottesvolkes und das amtliche Priestertum führen gemeinsam in die eine Eucharistie, in der Gott alle Völker sammelt und sich ein Volk zubereitet, das ihm dient. Diese Einheit bestimmt, wie über Kirche, Sendung und Sakramente zu sprechen ist.
Auszug aus Ex 19,5b–6a · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 5b: Mir gehört die ganze Erde,
Vers 6a: ihr aber sollt mir als ein Königreich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören.
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Gott nennt Israel ein priesterliches Königreich und ein heiliges Volk.
Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde.
Auszug aus 1 Petr 2,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Die Getauften werden als königliche Priesterschaft und heiliger Stamm bezeichnet.
Quellen zu dieser Frage 1
Das ganze Gottesvolk hat an diesem Priestertum Anteil; das gemeinsame Priestertum des Gottesvolkes und das amtliche Priestertum ordnen sich beide auf dieses eine Opfer hin. Darin laufen Gottes Heilshandeln und die Antwort der Kirche zusammen; von hier empfangen die Aussagen über Kirche, Sendung und Sakramente ihr Maß. Wo die Eucharistie gefeiert wird, zeigt sich, dass Gott alle Völker sammelt und sich ein Volk zubereitet, das ihm dient.
Weiterführende Erklärungen
Melchisedek und das ewige PriestertumUnterstützender positiver BelegMelchisedek bringt Brot und Wein dar; Psalm 110 und der Hebräerbrief beziehen seine priesterliche Ordnung auf Christus. Maleachi verheißt darüber hinaus ein reines Opfer, das unter den Völkern dargebracht wird.
Das reine Opfer unter den VölkernUnterstützender positiver BelegMaleachi erwartet das reine Opfer an jedem Ort. Jesaja zeigt, wie Gott die Völker sammelt und aus ihrer Mitte Priester und Leviten beruft.
Priester aus den VölkernUnterstützender positiver BelegJesaja verheißt Priester aus den Völkern. Exodus und der Erste Petrusbrief bezeichnen das ganze Gottesvolk als priesterliches Volk; von diesem gemeinsamen Priestertum unterscheidet die Kirche das amtliche.
Das priesterliche Volk und der Dienst der KircheUnterstützender positiver BelegUnterthema 4 von 6 · Kreuz und Messe
Kreuz und Messe sind ein einziges Opfer; nur die Weise der Darbringung ist verschieden
Das eine Opfer Glaube und Überlieferung
Wie das eine Opfer Christi in der Messe gegenwärtig wird
Das Kreuzesopfer bleibt das eine Opfer der Messe.
Wer die Messe mitfeiert, kann fragen: Wird Christus am Altar erneut geopfert? Die Feier macht Christi einmaliges Kreuzesopfer unter sakramentalen Zeichen wirklich gegenwärtig; Christus wird dabei nicht erneut geopfert. Die Messe bringt kein zweites Opfer neben dem Kreuz dar, sondern lässt die Feiernden an dem einen Opfer teilhaben, durch das Christus unser Heil gewirkt hat.
Der Hebräerbrief schützt die Einmaligkeit dieses Opfers: Christus hat sich durch die Hingabe seines Leibes „ein für alle Mal“ hingegeben. Sein Tod und seine Auferstehung sind das eine Geschehen, in dem das Heil der Welt liegt. Diese Einmaligkeit trägt die Lehre der Kirche, dass die Messe kein weiteres Opfer neben dem Kreuz ist. Wie dieses eine Opfer sakramental gegenwärtig wird, zeigen die Einsetzungsworte Jesu.
Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Hingabe des Leibes Jesu Christi geheiligt - ein für alle Mal.
Auszug aus Hebr 10,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Der Hebräerbrief schützt die Einmaligkeit des Opfers Christi.
Am letzten Abend gibt Jesus seinem Mahl die Gestalt seiner Hingabe: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Seine Worte verbinden Mahl, Bund und Opfer. Die Kirche feiert deshalb in jeder Messe das Opfer Christi, weil Christus selbst seine Hingabe in diese Feier hineingegeben und die Apostel beauftragt hat, sie zu seinem Gedächtnis zu vollziehen; „Gedächtnis“ meint dabei im Sinn der Schrift eine Feier, in der Gottes Heilstat gegenwärtig und wirksam wird (KKK 1363–1364). Die Einsetzungsworte führen die Einmaligkeit des Kreuzes in die sakramentale Gegenwart; die Verkündigung des Todes des Herrn macht sichtbar, wie die Gemeinde an dieser Hingabe teilnimmt.
Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Auszug aus Lk 22,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Die Einsetzungsworte verbinden Mahl, Bund und Hingabe.
Paulus beschreibt die Feier als Verkündigung des Todes des Herrn: Wer vom Brot isst und aus dem Kelch trinkt, steht dabei in einer wirklichen Beziehung zum Leib und zum Blut des Herrn. Die Gemeinde verkündet den Tod Christi nicht nur mit Worten, sondern feiert die von ihm eingesetzte Gabe und empfängt Anteil an dem einen Opfer. So verbinden die Einsetzungsworte, die Einmaligkeit des Kreuzes und die Verkündigung des Todes des Herrn die Feier der Eucharistie mit dem Erlösungswerk Christi.
Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
Auszug aus 1 Kor 11,26 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus beschreibt die Feier als Verkündigung des Todes des Herrn.
Das Opfer Christi und das Opfer der Eucharistie sind ein einziges Opfer: Die Opfergabe ist dieselbe, und derselbe Christus, der sich damals am Kreuz opferte, opfert sich jetzt durch den Dienst der Priester. Verschieden ist allein die Weise des Opferns: Am Kreuz brachte Christus sich ein für alle Mal blutig dar, in der Messe wird dasselbe Opfer unblutig und sakramental gegenwärtig (KKK 1367). Der Hebräerbrief legt dafür die Einmaligkeit des Opfers offen; die Worte Jesu zeigen seine sakramentale Gestalt; Paulus bezeugt die Verkündigung und den Empfang des Leibes und Blutes. Erst in diesem Zusammenspiel tritt die vollständige kirchliche Lehre hervor, die das Konzil von Trient und der Katechismus der Katholischen Kirche bezeugen. Damit ist der Zusammenhang von Kreuz und Messe benannt: In der Feier der Messe wird das eine Opfer Christi gegenwärtig und der Gemeinde zugewendet.
Quellen zu dieser Frage 1
Kreuz und Messe gehören zusammen. Was Christus am Kreuz für uns vollbracht hat, wird in der Eucharistie gegenwärtig, und die Gemeinde nimmt an dem einen Opfer teil, das unser Heil bewirkt hat. So bekennt die Kirche die Einheit des Heilswerkes Christi: In der Feier der Messe wird es gegenwärtig und den Gläubigen zugewendet. Wer so auf Kreuz und Messe blickt, erkennt die Messe als ein Geschenk, in dem Christus selbst handelt.
Weiterführende Erklärungen
Das eine Opfer Christi, ein für alle MalUnterstützender positiver BelegUnterthema 5 von 6 · Bund und Opfer
Das Kelchwort Jesu nimmt den Bund vom Sinai auf und nennt sein Blut das Blut des Neuen Bundes
Der Bund Glaube und Überlieferung
Das Blut des Bundes und das eine Opfer
Der Bund Gottes wird mit Blut eingeweiht; im Kelch des Herrn wird das Blut des neuen Bundes gegenwärtig.
Am Sinai schließt Gott seinen Bund mit Opferblut und bindet sein Volk an sich. Das Blut gehört zum Bund selbst und eröffnet den biblischen Zusammenhang von Blut, Bund und Opfer. Dieses Geschehen ist das Vorausbild, von dem her die Kirche Christi Hingabe und die Eucharistie als sakramentale Gegenwart seines einen Kreuzesopfers versteht.
Das ist das Blut des Bundes, den der HERR aufgrund all dieser Worte mit euch schließt.
Auszug aus Ex 24,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Mose bringt Opfer dar, besprengt das Volk mit Blut und nennt es das Blut des Bundes.
Beim Mahl vor seinem Leiden nimmt Jesus diese Sprache vom Bund auf. Er bezeichnet den Kelch als sein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird, und verbindet damit Bund, Hingabe und Opfer. Die Kirche bekennt darin die Stiftung des Neuen Bundes: Christus gibt sich hin, und diese Hingabe bleibt in der Eucharistie sakramental gegenwärtig. Die Einsetzungsworte selbst eröffnen damit den Weg; die vollständige Lehre von Eucharistie und Messopfer erschließt sich im Zusammenhang mit dem einmaligen Opfer Christi und der apostolischen Feier.
Auszug aus Mt 26,26–28 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 26: Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib.
Vers 27: Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sagte: Trinkt alle daraus;
Vers 28: das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Was der Text unmittelbar zeigt
Jesus bezeichnet den Kelch als sein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.
Auszug aus Mk 14,22–24 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 22: Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib.
Vers 23: Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus.
Vers 24: Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.
Was der Text unmittelbar zeigt
Markus überliefert das Kelchwort vom Blut des Bundes.
Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Auszug aus Lk 22,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Lukas überliefert das Kelchwort zusammen mit dem Gedächtnisauftrag.
Die drei Überlieferungen des letzten Mahles bezeugen diese Stiftung aus verschiedenen Blickwinkeln. Matthäus überliefert das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird; Markus bestätigt dieselbe Verbindung von Kelch, Blut und Bund; Lukas verbindet das Kelchwort mit dem Auftrag: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ So wird die fortdauernde Gedächtnisfeier in den Bund und in die Hingabe Christi eingeordnet. Die lukanische Fassung zeigt, wie die Kirche den Tod des Herrn in einer bleibenden Feier verkündet.
Der Hebräerbrief erinnert daran, dass auch der erste Bund mit Blut eingeweiht wurde. Damit gewinnt Jesu Kelchwort seinen Hintergrund im ersten Bund, und es wird sichtbar, wie eng Blut und Bund im biblischen Zeugnis zusammengehören. Der Rückblick auf den alten Bund erhält seine Bedeutung aus dem Zusammenhang: Zusammen mit den Einsetzungsworten und der apostolischen Feier zeigt er, wie Blut, Bund, Opfer und Eucharistie ineinandergreifen. Die Kirche versteht Christi Blut als Erfüllung dieses Bundesgeschehens.
Das ist das Blut des Bundes, den Gott geboten hat für euch.
Auszug aus Hebr 9,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Der Hebräerbrief erinnert ausdrücklich daran, dass auch der erste Bund mit Blut eingeweiht wurde.
Von dort führt der Hebräerbrief zum Neuen Bund und zu Christi einmaliger Selbstdarbringung. Christus geht mit seinem eigenen Blut ein für alle Mal in das Heiligtum ein und bewirkt ewige Erlösung. Hebräer 10 stellt dieser einmaligen Hingabe die wiederholten Opfer des alten Bundes gegenüber und bekennt: Durch ein einziges Opfer führt Christus die Geheiligten für immer zur Vollendung. Damit ist die Mitte des Neuen Bundes benannt: Die Eucharistie gehört zu dem von Christus gestifteten Bund und vergegenwärtigt sein Kreuzesopfer. Die Einsetzungsworte und die apostolische Feier verbinden diese einmalige Hingabe mit dem Mahl der Kirche. Das Messopfer fügt dem Kreuz keine weitere Erlösungstat hinzu; es ist ein wahres Opfer, in dem dieselbe Hingabe Christi gegenwärtig ist und dargebracht wird.
Nicht mit dem Blut von Böcken und jungen Stieren, sondern mit seinem eigenen Blut ist er ein für alle Mal in das Heiligtum hineingegangen und so hat er eine ewige Erlösung bewirkt.
Auszug aus Hebr 9,12 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Hebr 9–10 beschreibt Christi einmalige Selbstdarbringung als Mitte des Neuen Bundes.
Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt.
Auszug aus Hebr 10,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Hebr 10 stellt dem wiederholten Opfer des alten Bundes die einmalige Hingabe Christi gegenüber.
Paulus beschreibt die Feier des Herrenmahls als Verkündigung des Todes des Herrn. Wer vom Brot isst und aus dem Kelch trinkt, steht dabei in Beziehung zum Leib und Blut des Herrn. So verbindet die apostolische Überlieferung die fortdauernde Feier mit der Verkündigung des einen Opfers im Neuen Bund. Die Eucharistie heißt deshalb Opfer des Neuen Bundes, weil sie die eine Hingabe Christi vergegenwärtigt und die Gemeinde in den von ihm gestifteten Bund hineinführt. Das Opfer Christi wird nicht neben dem Kreuz vermehrt, sondern in der Feier des Neuen Bundes gegenwärtig.
Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
Auszug aus 1 Kor 11,26 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus beschreibt die Feier als Verkündigung des Todes des Herrn.
Der Bund führt zugleich in Gottes Gegenwart und in eine Ordnung heiliger Speise und priesterlichen Dienstes. Levitikus ordnet zwölf Brote als heilige Gabe vor dem Herrn an; sie gehören Aaron und seinen Söhnen, die sie an einem heiligen Ort essen. Die Geschichte von David und seinen Männern zeigt, wie der Priester heiliges Brot gibt, weil nur die Schaubrote vorhanden sind. Der Hebräerbrief nennt Tisch und Schaubrote unter den Gegenständen des ersten Zeltes und verbindet sie so mit dem Heiligtum. Diese Zeugnisse führen den Zusammenhang von heiliger Speise, Gottesgegenwart und priesterlichem Dienst typologisch weiter. Ihr Ort ist dieser biblische Hintergrund; die eucharistische Erfüllung dieses Zusammenhangs geschieht durch Christi Einsetzung, sein Opfer und die apostolische Eucharistiefeier.
Sie gehören Aaron und seinen Söhnen, die sie an einem heiligen Ort essen sollen.
Auszug aus Lev 24,5–9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Levitikus ordnet zwölf Brote als heilige Gabe vor dem Herrn an.
Da gab ihm der Priester heiliges Brot, denn es gab dort nur die Schaubrote.
Auszug aus 1 Sam 21,7 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
David und seine Männer essen die heiligen Schaubrote.
Es wurde nämlich ein erstes Zelt errichtet, in dem sich der Leuchter, der Tisch und die Schaubrote befanden; dieses wird das Heilige genannt.
Auszug aus Hebr 9,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Der Hebräerbrief nennt die Schaubrote unter den Gegenständen des ersten Zeltes.
Die Kirche lehrt daher, dass die Eucharistie zum Neuen Bund gehört, den Christus eingesetzt hat, und dass sie sein Kreuzesopfer vergegenwärtigt. Das eine Opfer Christi und das Opfer der Messe sind ein und dasselbe: Christus gibt sich ein für alle Mal hin, und die Kirche empfängt diese Hingabe in der Feier des Neuen Bundes. Diese Lehre wird im Katechismus der Katholischen Kirche, besonders in KKK 1365–1367, und im Konzil von Trient, Sessio XXII, ausdrücklich entfaltet. Die Schaubrote stehen dabei für die Heiligkeit und Gegenwart Gottes im biblischen Kult; KKK 2581 nennt sie unter den Zeichen der Heiligkeit und Herrlichkeit Gottes. Die Mystagogischen Katechesen, die Cyrill von Jerusalem zugeschrieben werden, stellen im 4. Jahrhundert den Schaubroten des Alten Bundes, die ein Ende hatten, das himmlische Brot und den Kelch des Heiles im Neuen Bund gegenüber (IV,5). So bleibt die Funktion jedes Zeugnisses sichtbar: Sinai und Hebräer eröffnen den Bundesrahmen, Jesu Kelchwort stiftet den Neuen Bund, das einmalige Opfer Christi bildet seine Mitte, die apostolische Feier verkündet es, und die heilige Speise weist typologisch in die Gegenwart Gottes.
Am Sinai schließt Gott seinen Bund mit Opferblut; das Kelchwort Jesu nimmt diesen Bund auf und nennt dieses Blut das Blut des Neuen Bundes. Der Hebräerbrief zeigt, wie dieser erste Bund mit Blut eingeweiht wurde, und von dort erwächst die Frage nach dem einen Opfer des Neuen Bundes. Christus setzt diesen Bund endgültig ein, indem er sich hingibt, und in diesem Licht bezeugt die Kirche die Eucharistie als das Opfer des Neuen Bundes: das eine Kreuzesopfer Christi, vergegenwärtigt, damit der Bund die Seinen erreicht. Heilige Speise steht in Gottes Gegenwart und in priesterlicher Ordnung; sie gehört zur Verehrung Gottes, wie die Schaubrote am Abschluss der Kette zeigen. Der Weg dieser Zeugnisse folgt dem Bund selbst: Das Blut am Sinai eröffnet ihn, das Kelchwort nennt ihn beim Namen, der Hebräerbrief zeigt seine Einweihung, das eine Opfer Christi vollendet ihn, und die heilige Speise führt die Seinen in seine Gegenwart. Diese Wahrheit trägt den christlichen Gottesdienst, weil in ihr das Kreuz die Glaubenden erreicht. So bleibt der Bund die Gestalt, in der Gott sich bindet und die Seinen nährt — mit dem Blut des Bundes.
Weiterführende Erklärungen
Das Blut des Bundes am SinaiDirekter positiver BelegAm Sinai wird der Bund mit Opferblut geschlossen und ausdrücklich Blut des Bundes genannt. Jesu Kelchwort nimmt diese Sprache auf und nennt seinen Kelch das Blut des Bundes.
Das Blut des Neuen BundesDirekter positiver BelegJesus stiftet den neuen Bund mit seinem Blut. Der Hebräerbrief erinnert daran, dass auch der erste Bund mit Blut eingeweiht wurde, und zeigt damit, wie sehr Blut und Bund zusammengehören.
Der erste Bund wurde mit Blut eingeweihtDirekter positiver BelegDie Einweihung des ersten Bundes mit Blut macht die Sprache des Bundes verständlich. Der Hebräerbrief führt von dort zum Neuen Bund: Christi einmalige Selbstdarbringung ist seine Mitte; die Eucharistie vergegenwärtigt dieses Opfer, ohne es zu wiederholen.
Der Neue Bund und das eine OpferUnterstützender positiver BelegDer neue Bund ruht auf dem einen Opfer Christi. Die Schaubrote zeigen, wohin dieser Bund die Seinen führt: in die Gegenwart Gottes und in eine Ordnung heiliger Speise und priesterlichen Dienstes.
Schaubrote und heilige SpeiseUnterstützender positiver BelegUnterthema 6 von 6 · Anbetung und eucharistischer Segen
Christi Gegenwart endet nicht mit dem Schlussgebet der Messe
Anbetung Glaube und Überlieferung
Warum Christus in der Eucharistie auch außerhalb der Messe angebetet wird
Christus bleibt im Sakrament gegenwärtig, und daraus wächst die Anbetung der Kirche.
Das Neue Testament bezeugt, dass Christus als der auferstandene Herr Anbetung empfängt: Menschen fallen vor ihm nieder, jedes Knie beugt sich vor seinem Namen, und das Lamm empfängt im himmlischen Gottesdienst Lob, Ehre und Herrlichkeit. Die Kirche lehrt, dass Jesus Christus als wahrer Gott und wahrer Mensch göttliche Anbetung empfängt. Diese Anbetungsszenen zeigen die Anbetungswürdigkeit des irdischen, auferstandenen und erhöhten Christus; die eucharistische Anbetung richtet sich auf denselben Herrn, der in der konsekrierten Hostie gegenwärtig ist, und auf keinen unabhängigen Gegenstand.
Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.
Auszug aus Mt 28,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Die Jünger fallen vor dem auferstandenen Jesus nieder.
Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.
Auszug aus Joh 9,38 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Der geheilte Blindgeborene bekennt seinen Glauben an Jesus und wirft sich vor ihm nieder.
Damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu.
Auszug aus Phil 2,9–11 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Vor dem Namen Jesu beugt sich jedes Knie; jede Zunge bekennt Jesus Christus als Herrn.
Ihm, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebühren Lob und Ehre und Herrlichkeit und Kraft in alle Ewigkeit.
Auszug aus Offb 5,8–14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Das Lamm empfängt Lob, Ehre und Anbetung im himmlischen Gottesdienst.
Die Kirche bekennt die wirkliche, wahrhafte und wesentliche Gegenwart Christi unter den Gestalten von Brot und Wein. Paulus nennt den Kelch des Segens Teilhabe am Blut Christi und das gebrochene Brot Teilhabe an seinem Leib; aus dem einen Brot empfängt die Gemeinde zugleich ihre Einheit. Damit hat die Lehre von der wirklichen Gegenwart ihren Rückhalt in der Schrift: Die Kirche empfängt in den Gaben Anteil an Christi Blut und Leib. Die Einsetzungsworte sagen, was Christus gibt: seinen Leib und sein Blut. Das Konzil von Trient hat verbindlich geklärt, wie diese Gegenwart zustande kommt: durch die Wandlung der ganzen Substanz von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi; die Kirche nennt diese Wandlung treffend Transsubstantiation (DS 1642; KKK 1374; 1376). Die begriffliche Klärung bewahrt die apostolische Aussage und erklärt, wie sie zu verstehen ist.
Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi?
Auszug aus 1 Kor 10,14–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus nennt den Kelch des Segens Teilhabe am Blut Christi und das gebrochene Brot Teilhabe am Leib Christi; aus dem einen Brot folgt die Einheit der vielen.
Mit der Konsekration beginnt die eucharistische Gegenwart Christi und dauert fort, solange die eucharistischen Gestalten bestehen (KKK 1377): Was durch die Wandlung Leib und Blut Christi geworden ist, bleibt es auch nach der Feier. Deshalb bewahrt die Kirche das konsekrierte Sakrament zunächst für die Kommunion der Kranken und Abwesenden auf (KKK 1379). Ihre Ordnung regelt, wie das Sakrament aufbewahrt und verehrt wird und welche Orte dafür vorgesehen sind (Mysterium fidei 56–57 und 68; CIC 934–944; Redemptionis Sacramentum 129). Aus diesem Glauben entwickelte sich später die eucharistische Anbetung als eigene liturgische Praxis.
Weil Christus in den eucharistischen Gestalten bleibend gegenwärtig ist, gebührt ihm auch außerhalb der Messe Anbetung. Diese Verehrung gilt demselben Herrn und bleibt auf die Feier des eucharistischen Opfers bezogen. Sie ersetzt weder die Messfeier noch die Kommunion, sondern bringt den Glauben an die bleibende Gegenwart Christi zum Ausdruck (Mysterium fidei 68; Ecclesia de Eucharistia 25; Sacramentum caritatis 66–68).
In der Aussetzung zeigt die Kirche die konsekrierte Hostie; mit dem Allerheiligsten erteilt sie den eucharistischen Segen. Beide Formen sind kirchlich geordnete Wege der Verehrung: Die Anbetung richtet sich auf Christus, der in der Eucharistie gegenwärtig ist, und der Segen wird mit dem aufbewahrten Sakrament erteilt. Die Kirche ordnet diese Ritusformen als Entfaltungen ihres Glaubens an die wirkliche Gegenwart (CIC 941–943; Mysterium fidei 68). Sie setzen die wirkliche Gegenwart Christi voraus und sind auf seine Anbetung gerichtet; ihre konkrete Form folgt aus der kirchlichen Ordnung und der überlieferten Feiergestalt.
Wer anbetet, antwortet auf die wirkliche Gegenwart des auferstandenen Herrn. Darum bewahrt die Kirche die konsekrierten Gaben auf, setzt sie aus, besucht Christus im Sakrament und erteilt den eucharistischen Segen.
Quellen zu dieser Frage 1
Die Anbetung außerhalb der Messe ruht auf demselben Grund wie die Messe: auf Christus, der in den Gestalten von Brot und Wein zugegen ist und dessen Gegenwart nicht mit dem Schlussgebet endet. Wer anbetet, antwortet damit auf die wirkliche Gegenwart. Die Anbetung ist der unmittelbare Ausdruck dieses Glaubens: der auferstandene Herr, gegenwärtig, geliebt, verehrt. Darum hat die Kirche Anbetung, Aussetzung und eucharistischen Segen geregelt. In der Stille wird sichtbar, was die Messe feiert: Christus ist da.
Weiterführende Erklärungen
Christus wird angebetetDirekter positiver BelegDas Neue Testament bezeugt, dass Christus als der auferstandene Herr Anbetung empfängt. Die Kirche bekennt, dass dieser Herr in der Eucharistie wirklich gegenwärtig ist, und erklärt die Weise dieser Gegenwart in ihrer Lehre.
Die wirkliche Gegenwart Christi in der EucharistieUnterstützender positiver BelegDie Kirche bekennt die wirkliche Gegenwart Christi. Diese Gegenwart beginnt mit der Konsekration und dauert fort, solange die Gestalten bestehen; darum bewahrt die Kirche das Sakrament für die Kranken und Abwesenden auf.
Christus bleibt gegenwärtig, solange die Gestalten bestehenUnterstützender positiver BelegDie Gegenwart Christi bleibt über die Feier hinaus. Weil sie bleibt, gebührt Christus auch außerhalb der Messe Anbetung.
Anbetung außerhalb der Messe gilt demselben HerrnUnterstützender positiver BelegDie Anbetung außerhalb der Messe richtet sich auf Christus in der aufbewahrten Eucharistie. Aussetzung und eucharistischer Segen sind die kirchlich geordneten Formen dieser Anbetung.
Aussetzung und eucharistischer SegenUnterstützender positiver BelegVerleugnet die Messe als Opfer das einmalige Opfer Christi?
Der Einwand
Lutherische und reformierte Christen bekennen das Abendmahl als Gabe Christi; das Augsburger Bekenntnis lehrt auch die wirkliche Gegenwart von Leib und Blut (Art. 10). Gemeinsam lehnen sie aber die Messe als Opfer ab: Christus hat sich „ein für alle Mal“ geopfert (Hebr 7,27; 10,10), und „wo also die Sünden vergeben sind, da gibt es kein Opfer für die Sünden mehr“ (Hebr 10,18). Eine Messe, die für Lebende und Tote dargebracht wird, verleugne deshalb das einzige Opfer Christi (Heidelberger Katechismus, Frage 80).
Die Antwort der Kirche
Die Kirche bringt kein weiteres BegriffOpferEin Opfer ist eine Gabe an Gott. Für Christen steht dabei das einmalige Selbstopfer Christi am Kreuz im Mittelpunkt. Die Messe ist ein wahres Opfer, aber kein neues oder zusätzliches: Derselbe Christus, der sich am Kreuz ein für alle Mal blutig dargebracht hat, bringt sich in der Eucharistie durch den Dienst der Priester unblutig dar. Kreuzesopfer und Messopfer sind ein einziges Opfer; nur die Weise der Darbringung ist verschieden (KKK 1366–1367).Glossareintrag öffnen neben dem Kreuz dar. Die BegriffHeilige MesseIn der Heiligen Messe wird das eine Opfer Christi sakramental gegenwärtig, und die Kirche empfängt Christus selbst in der Eucharistie.Glossareintrag öffnen ist dasselbe Opfer, das Christus am Kreuz dargebracht hat; verschieden ist allein die Weise des Opferns, am Kreuz blutig, in der Messe unblutig (Konzil von Trient; KKK 1367). Sie vergegenwärtigt das eine Opfer, ist sein Gedächtnis und wendet seine Frucht zu (KKK 1366); darum wird sie auch zur Vergebung der Sünden der Lebenden und der Toten dargebracht (KKK 1414). Hebr 10,18 schließt neue Opfer für die Sünden aus; die Messe ist kein neues Opfer, sondern das eine Opfer Christi, sakramental gegenwärtig, durch das die am Kreuz erworbene Vergebung die Menschen erreicht.
Was andere Christen dazu glauben
Die christlichen Traditionen vergleichen
Katholisch
- Offizielle Lehrposition
- Christus ist in der Eucharistie unter den Gestalten von Brot und Wein wahrhaft, wirklich und substanzhaft gegenwärtig, mit Leib und Blut, Seele und Gottheit; durch die Konsekration wird die ganze Substanz von Brot und Wein in seinen Leib und sein Blut gewandelt (Transsubstantiation). Die Messe ist das Gedächtnis und die sakramentale Vergegenwärtigung des einen Kreuzesopfers: Sie wiederholt es nicht, sondern bringt es unblutig dar und wendet seine Frucht zu.
Lutherisch
- Offizielle Lehrposition
- Lutherische Kirchen bekennen mit dem Augsburger Bekenntnis, dass „der wahre Leib und das wahre Blut Christi wirklich unter der Gestalt des Brotes und Weines im Abendmahl gegenwärtig ist“, und verwerfen die Gegenlehre (CA X). Die Konkordienformel beschreibt diese Gegenwart als Gegenwart „in, mit und unter“ Brot und Wein und lehnt die Wandlung der Substanz ab. Zugleich verwirft das Augsburger Bekenntnis die Auffassung, die Messe sei ein Werk, das die Sünden Lebender und Verstorbener tilge; Christi einmaliges Opfer genüge (CA XXIV). Der lutherische Widerspruch richtet sich daher gegen die Lehre vom Messopfer, nicht gegen die wirkliche Gegenwart.
Reformiert / calvinistisch
- Offizielle Lehrposition
- Die reformierte Tradition bejaht eine wirkliche geistliche Gegenwart Christi im Abendmahl. Christus ist nach reformierter Lehre mit seinem wahren Leib im Himmel zur Rechten des Vaters; im Abendmahl nährt er die Glaubenden durch den Heiligen Geist mit sich selbst, während Brot und Wein Brot und Wein bleiben (Heidelberger Katechismus, Fragen 76–80). Frage 80 verwarf die Messe als Verleugnung des einzigen Opfers Christi; das Moderamen des Reformierten Bundes erklärt heute, diese Verwerfung könne in dieser Form nicht aufrechterhalten werden, und sieht den bleibenden Unterschied darin, dass die Messe als Opfer, das Abendmahl als Mahl verstanden wird.
Anglikanisch
- Offizielle Lehrposition
- Die Artikel XXVIII und XXXI der Kirche von England bekennen das Abendmahl als Sakrament der Erlösung und als Teilhabe am Leib und Blut Christi für die gläubigen Empfänger, sprechen dabei von einer himmlischen und geistlichen Weise des Empfangs und verwerfen die Transsubstantiation sowie wiederholte Messopfer, die Christi einmalige Hingabe ergänzen würden.
Baptistisch
- Offizielle Lehrposition
- Nach der Baptist Faith and Message (2000) ist das Abendmahl ein symbolischer Gehorsamsakt, in dem die Glieder der Gemeinde mit Brot und der Frucht des Weinstocks des Todes des Erlösers gedenken und seine Wiederkunft erwarten (Artikel VII).
Pfingstlich / charismatisch
- Offizielle Lehrposition
- Die Assemblies of God zählen das Abendmahl zu den Ordnungen der Gemeinde: Brot und Frucht des Weinstocks sind das Symbol der Teilhabe an der göttlichen Natur Christi (2 Petr 1,4), ein Gedächtnis seines Leidens und Sterbens und eine Weissagung seiner Wiederkunft; die Feier ist allen Gläubigen aufgetragen, bis er kommt (1 Kor 11,26).
Methodistisch / wesleyanisch
- Offizielle Lehrposition
- Die methodistische Tradition behandelt Sakramente als wirksame Zeichen der Gnade und das Abendmahl als Sakrament der Erlösung und geistliche Teilhabe am Leib und Blut Christi. Christus wird nach den methodistischen Artikeln auf himmlische und geistliche Weise im Glauben empfangen; die Transsubstantiation und ein wiederholtes Opfer, das Christi einmalige Hingabe ergänzt, werden abgelehnt.
Orthodox / byzantinisch
- Offizielle Lehrposition
- Nach der Orthodoxen Kirche in Amerika versteht die orthodoxe Kirche die Eucharistie streng als wirkliche Gegenwart Christi: Sein wahrer Leib und sein wahres Blut sind in Brot und Wein mystisch gegenwärtig, die dem Vater in seinem Namen dargebracht und vom Heiligen Geist geheiligt werden. Die Liturgie nennt ihr Opfer ein geistiges und unblutiges Opfer. Erklärungen, wie Brot und Wein Leib und Blut Christi werden, seien in der Geschichte oft zu rationalistisch geraten. Die katholische Kirche erkennt an, dass die orthodoxen Kirchen „in der Kraft der apostolischen Sukzession das Priestertum und die Eucharistie“ besitzen (UR 15).
| Tradition | Offizielle Lehrposition | Quelle |
|---|---|---|
| Katholisch | Christus ist in der Eucharistie unter den Gestalten von Brot und Wein wahrhaft, wirklich und substanzhaft gegenwärtig, mit Leib und Blut, Seele und Gottheit; durch die Konsekration wird die ganze Substanz von Brot und Wein in seinen Leib und sein Blut gewandelt (Transsubstantiation). Die Messe ist das Gedächtnis und die sakramentale Vergegenwärtigung des einen Kreuzesopfers: Sie wiederholt es nicht, sondern bringt es unblutig dar und wendet seine Frucht zu. | Offizielle Quelle: Katholisch |
| Lutherisch | Lutherische Kirchen bekennen mit dem Augsburger Bekenntnis, dass „der wahre Leib und das wahre Blut Christi wirklich unter der Gestalt des Brotes und Weines im Abendmahl gegenwärtig ist“, und verwerfen die Gegenlehre (CA X). Die Konkordienformel beschreibt diese Gegenwart als Gegenwart „in, mit und unter“ Brot und Wein und lehnt die Wandlung der Substanz ab. Zugleich verwirft das Augsburger Bekenntnis die Auffassung, die Messe sei ein Werk, das die Sünden Lebender und Verstorbener tilge; Christi einmaliges Opfer genüge (CA XXIV). Der lutherische Widerspruch richtet sich daher gegen die Lehre vom Messopfer, nicht gegen die wirkliche Gegenwart. | Offizielle Quelle: Lutherisch |
| Reformiert / calvinistisch | Die reformierte Tradition bejaht eine wirkliche geistliche Gegenwart Christi im Abendmahl. Christus ist nach reformierter Lehre mit seinem wahren Leib im Himmel zur Rechten des Vaters; im Abendmahl nährt er die Glaubenden durch den Heiligen Geist mit sich selbst, während Brot und Wein Brot und Wein bleiben (Heidelberger Katechismus, Fragen 76–80). Frage 80 verwarf die Messe als Verleugnung des einzigen Opfers Christi; das Moderamen des Reformierten Bundes erklärt heute, diese Verwerfung könne in dieser Form nicht aufrechterhalten werden, und sieht den bleibenden Unterschied darin, dass die Messe als Opfer, das Abendmahl als Mahl verstanden wird. | Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch |
| Anglikanisch | Die Artikel XXVIII und XXXI der Kirche von England bekennen das Abendmahl als Sakrament der Erlösung und als Teilhabe am Leib und Blut Christi für die gläubigen Empfänger, sprechen dabei von einer himmlischen und geistlichen Weise des Empfangs und verwerfen die Transsubstantiation sowie wiederholte Messopfer, die Christi einmalige Hingabe ergänzen würden. | Offizielle Quelle: Anglikanisch |
| Baptistisch | Nach der Baptist Faith and Message (2000) ist das Abendmahl ein symbolischer Gehorsamsakt, in dem die Glieder der Gemeinde mit Brot und der Frucht des Weinstocks des Todes des Erlösers gedenken und seine Wiederkunft erwarten (Artikel VII). | Offizielle Quelle: Baptistisch |
| Pfingstlich / charismatisch | Die Assemblies of God zählen das Abendmahl zu den Ordnungen der Gemeinde: Brot und Frucht des Weinstocks sind das Symbol der Teilhabe an der göttlichen Natur Christi (2 Petr 1,4), ein Gedächtnis seines Leidens und Sterbens und eine Weissagung seiner Wiederkunft; die Feier ist allen Gläubigen aufgetragen, bis er kommt (1 Kor 11,26). | Offizielle Quelle: Pfingstlich / charismatisch |
| Methodistisch / wesleyanisch | Die methodistische Tradition behandelt Sakramente als wirksame Zeichen der Gnade und das Abendmahl als Sakrament der Erlösung und geistliche Teilhabe am Leib und Blut Christi. Christus wird nach den methodistischen Artikeln auf himmlische und geistliche Weise im Glauben empfangen; die Transsubstantiation und ein wiederholtes Opfer, das Christi einmalige Hingabe ergänzt, werden abgelehnt. | Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch |
| Orthodox / byzantinisch | Nach der Orthodoxen Kirche in Amerika versteht die orthodoxe Kirche die Eucharistie streng als wirkliche Gegenwart Christi: Sein wahrer Leib und sein wahres Blut sind in Brot und Wein mystisch gegenwärtig, die dem Vater in seinem Namen dargebracht und vom Heiligen Geist geheiligt werden. Die Liturgie nennt ihr Opfer ein geistiges und unblutiges Opfer. Erklärungen, wie Brot und Wein Leib und Blut Christi werden, seien in der Geschichte oft zu rationalistisch geraten. Die katholische Kirche erkennt an, dass die orthodoxen Kirchen „in der Kraft der apostolischen Sukzession das Priestertum und die Eucharistie“ besitzen (UR 15). | Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch |
30 Bibelstellen · Eucharistie
Was die Schrift selbst sagt
Alle Bibelstellen dieses Themas im Wortlaut, geordnet nach den Fragen, für die sie zeugen. Jede führt zu ihrer Erklärung.
Gegenwart und Einsetzung
Joh 6,25–71Vom Glauben an das Brot des Lebens zur Gabe von Fleisch und Blut
Jesus führt seine Brotrede bis zur Verbindung von ewigem Leben mit seinem Fleisch und Blut; viele Jünger wenden sich ab, während Petrus bei ihm bleibt. Die Kirche versteht diese Rede als Zeugnis für die Eucharistie.
Bibeltext
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag.
Auszug aus Joh 6,54 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Mt 26,26–29Was Jesus beim letzten Mahl gibt
Beim letzten Mahl bezeichnet Jesus Brot und Kelch als seinen Leib und sein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird. Die Kirche lehrt deshalb seine wahrhafte, wirkliche und wesentliche Gegenwart in der Eucharistie.
Bibeltext
Auszug aus Mt 26,26–28 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 26: Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib.
Vers 27: Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sagte: Trinkt alle daraus;
Vers 28: das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Mk 14,22–25Was Jesus beim letzten Mahl gibt
Markus überliefert, wie Jesus beim letzten Mahl das Brot als seinen Leib und den Kelch als sein Blut des Bundes gibt. Die Kirche versteht diese Einsetzungsworte als biblische Grundlage der wirklichen Gegenwart Christi in der Eucharistie.
Bibeltext
Auszug aus Mk 14,22–24 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 22: Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib.
Vers 23: Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus.
Vers 24: Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.
Lk 22,14–20Was Jesus beim letzten Mahl gibt
Beim letzten Mahl gibt Jesus seinen Jüngern Brot und Kelch mit den Worten: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“ und „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird“. Die Kirche feiert darin das Sakrament, in dem Christi Hingabe und der Neue Bund gegenwärtig sind.
Bibeltext
Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Auszug aus Lk 22,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
1 Kor 10,16–21Was Paulus mit der Teilhabe am Leib und Blut Christi meint
Paulus nennt Kelch und Brot eine wirkliche Teilhabe am Blut und Leib Christi und stellt den Tisch des Herrn anderen Opfermahlzeiten gegenüber. Die Kirche sieht darin die biblische Grundlage für die Eucharistie als Gemeinschaft mit Christus und seinem Opfer.
Bibeltext
Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?
Auszug aus 1 Kor 10,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
1 Kor 11,26–29Den Leib unterscheiden heißt Christus und seine Gemeinde ernst nehmen
Paulus erinnert die Gemeinde in Korinth an die Feier des Herrenmahls: Sooft sie von diesem Brot isst und aus dem Kelch trinkt, verkündet sie den Tod des Herrn, bis er kommt; wer unwürdig isst und trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn, und wer isst und trinkt, ohne den Leib zu unterscheiden, zieht sich das Gericht zu. Die Kirche lehrt, dass Christi Leib und Blut im Sakrament wirklich gegenwärtig sind und ein unwürdiger Empfang den Menschen schuldig macht.
Bibeltext
Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.
Auszug aus 1 Kor 11,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Pascha und Manna
Ex 12,1–14Warum das Paschalamm Opfer und Mahl verbindet
Israel soll das geschlachtete Paschalamm noch in derselben Nacht mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern essen. Die Kirche erkennt darin ein Vorausbild Christi, des Paschalammes, dessen Opfer in der Eucharistie sakramental gegenwärtig ist.
Bibeltext
Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen. Über dem Feuer gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern soll man es essen.
Auszug aus Ex 12,1–14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
1 Kor 5,7Warum das Paschalamm Opfer und Mahl verbindet
Paulus bezeichnet Christus ausdrücklich als das für die Gemeinde geschlachtete Paschalamm. Die Kirche versteht die Eucharistie als sakramentale Feier dieses einen Pascha Christi, an dessen Opfer die Gläubigen teilhaben.
Bibeltext
Schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr neuer Teig seid! Ihr seid ja schon ungesäuertes Brot; denn als unser Paschalamm ist Christus geopfert worden.
Auszug aus 1 Kor 5,7 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Joh 19,36Warum das Paschalamm Opfer und Mahl verbindet
Jesu Gebeine werden am Kreuz nicht gebrochen, wodurch sich das Schriftwort erfüllt. Die Kirche verbindet dieses Detail mit dem Paschalamm und versteht Christus als das wahre Paschalamm der neuen Heilsordnung.
Bibeltext
Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen.
Auszug aus Joh 19,36 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Ex 16,1–18Das wahre Brot vom Himmel
Gott verheißt Israel auf dem Weg durch die Wüste Brot vom Himmel und erhält sein Volk mit Manna. Die Kirche versteht diese Wüstenspeise als Vorausbild des wahren Brotes vom Himmel, in dem Christus selbst gegeben wird.
Bibeltext
Da sprach der HERR zu Mose: Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen.
Auszug aus Ex 16,1–18 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Priestertum und Opfer
Gen 14,18–20Melchisedek und das ewige Priestertum
Melchisedek tritt als König von Salem und Priester des Höchsten Gottes auf und bringt Abram Brot und Wein. Die Kirche sieht in ihm ein Vorausbild Christi und seines ewigen Priestertums und in seiner Gabe von Brot und Wein ein Vorzeichen ihrer eigenen Opfergabe.
Bibeltext
Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus. Er war Priester des Höchsten Gottes.
Auszug aus Gen 14,18–20 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Ps 110,4Melchisedek und das ewige Priestertum
Der HERR setzt den Messias zum Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks ein. Die Kirche bezieht diese Verheißung auf Christi ewiges Priestertum und auf den apostolischen Dienst, der an ihm Anteil hat.
Bibeltext
Der HERR hat geschworen und nie wird es ihn reuen: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.
Auszug aus Ps 110,4 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Hebr 5–7Melchisedek und das ewige Priestertum
Der Hebräerbrief bezieht das Priestertum nach der Ordnung Melchisedeks ausdrücklich auf Christus, den ewigen Hohenpriester (Hebr 5,6.10; 6,20). Die Kirche sieht in Melchisedek ein Vorausbild des Priestertums Christi.
Bibeltext
Jeder Hohepriester wird aus den Menschen genommen und für die Menschen eingesetzt zum Dienst vor Gott, um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen.
Auszug aus Hebr 5,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Mal 1,10–11Das reine Opfer unter den Völkern
Maleachi kritisiert verunreinigte Opfer und kündigt an, dass vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang an jedem Ort unter den Völkern dem Namen Gottes eine reine Opfergabe dargebracht wird. Die Kirche sieht diese Ankündigung in der weltweit gefeierten Eucharistie erfüllt und nennt die Messe das reine Opfer (KKK 1330; 1350).
Bibeltext
Ja, vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang steht mein Name groß da bei den Völkern und an jedem Ort wird meinem Namen ein Rauchopfer dargebracht und eine reine Opfergabe; ja, mein Name steht groß da bei den Völkern, spricht der HERR der Heerscharen.
Auszug aus Mal 1,11 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Hebr 7–10Das reine Opfer unter den Völkern
Der Hebräerbrief bezeugt, dass Christus sein Erlösungsopfer ein für alle Mal vollbracht hat und als ewiger Hohepriester bleibt. Die Kirche lehrt, dass dieses eine Opfer in der Eucharistie sakramental gegenwärtig wird, ohne wiederholt zu werden.
Bibeltext
Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Hingabe des Leibes Jesu Christi geheiligt - ein für alle Mal.
Auszug aus Hebr 10,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Jes 66,18–21Priester aus den Völkern
Gott sammelt Menschen aus allen Völkern und nimmt auch aus ihnen Priester und Leviten für seinen Dienst. Die Kirche erkennt darin eine Verheißung des weltweiten Gottesvolkes und seines geordneten Dienstes.
Bibeltext
Und auch aus ihnen nehme ich einige zu levitischen Priestern, spricht der HERR.
Auszug aus Jes 66,18–21 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Ex 19,6Das priesterliche Volk und der Dienst der Kirche
Gott bezeichnet ganz Israel als ein königliches Priestertum und ein heiliges Volk. Die Kirche verbindet damit die priesterliche Berufung aller Getauften und unterscheidet sie vom besonderen, geordneten Amtspriestertum.
Bibeltext
Auszug aus Ex 19,5b–6a · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 5b: Mir gehört die ganze Erde,
Vers 6a: ihr aber sollt mir als ein Königreich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören.
1 Petr 2,9Das priesterliche Volk und der Dienst der Kirche
Petrus nennt die Getauften ein auserwähltes Volk, eine königliche Priesterschaft und Gottes besonderes Eigentum. Die Kirche lehrt, dass alle Getauften am Priestertum Christi teilhaben und zugleich ein besonderes Amtspriestertum besteht.
Bibeltext
Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde.
Auszug aus 1 Petr 2,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Bund und Opfer
Ex 24,3–8Das Blut des Bundes am Sinai
Am Sinai wird der Bund durch Opferblut geschlossen, das Mose ausdrücklich Blut des Bundes nennt. Die Kirche versteht diese Bundesopfer als Vorbereitung auf Christi Hingabe und lehrt, dass sein einmaliges Kreuzesopfer in der Eucharistie sakramental gegenwärtig wird.
Bibeltext
Das ist das Blut des Bundes, den der HERR aufgrund all dieser Worte mit euch schließt.
Auszug aus Ex 24,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Hebr 9,18–22Der erste Bund wurde mit Blut eingeweiht
Der Hebräerbrief erinnert daran, dass auch der erste Bund mit Blut eingeweiht wurde. Die Kirche versteht Christi Blut als Erfüllung dieses Bundes: Seine einmalige Hingabe ist die Mitte des Neuen Bundes und wird in der Eucharistie sakramental gegenwärtig.
Bibeltext
Das ist das Blut des Bundes, den Gott geboten hat für euch.
Auszug aus Hebr 9,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Hebr 9–10Der Neue Bund und das eine Opfer
Der Hebräerbrief verbindet kultische Reinigung mit Christi einmaliger Selbstdarbringung und dem ewigen Heil. Die Kirche lehrt, dass die Eucharistie dieses Opfer nicht wiederholt, sondern im Neuen Bund sakramental vergegenwärtigt.
Bibeltext
Nicht mit dem Blut von Böcken und jungen Stieren, sondern mit seinem eigenen Blut ist er ein für alle Mal in das Heiligtum hineingegangen und so hat er eine ewige Erlösung bewirkt.
Auszug aus Hebr 9,12 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Hebr 10,1–18Der Neue Bund und das eine Opfer
Der Hebräerbrief bezeugt, dass Christus durch ein einziges Opfer die Geheiligten für immer vollendet und die wiederholten Sündopfer beendet. Die Kirche lehrt, dass die Eucharistie dieses eine Opfer im Neuen Bund vergegenwärtigt.
Bibeltext
Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt.
Auszug aus Hebr 10,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Lev 24,5–9Schaubrote und heilige Speise
Zwölf Schaubrote liegen als heilige Gabe vor dem Herrn und werden von Aaron und seinen Söhnen im Heiligtum gegessen. Der Katechismus zählt die Schaubrote zu den Zeichen der Heiligkeit und Herrlichkeit Gottes im Kult Israels (KKK 2581); als heilige Speise, die im priesterlichen Dienst empfangen wird, gehören sie zum biblischen Hintergrund der Eucharistie, die auf Christi Einsetzung und sein einmaliges Opfer gründet.
Bibeltext
Sie gehören Aaron und seinen Söhnen, die sie an einem heiligen Ort essen sollen.
Auszug aus Lev 24,5–9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
1 Sam 21,4–7Schaubrote und heilige Speise
Der Priester gibt David die heiligen Schaubrote, weil keine gewöhnliche Speise vorhanden ist. Jesus erinnert an diese Begebenheit, als die Pharisäer beanstanden, dass seine Jünger am Sabbat Ähren abreißen (Mk 2,23–26); zusammen mit Lev 24 zeigt sie heilige Speise vor Gottes Angesicht, die im priesterlichen Dienst ausgeteilt wird, und gehört so zum biblischen Hintergrund der Eucharistie.
Bibeltext
Da gab ihm der Priester heiliges Brot, denn es gab dort nur die Schaubrote.
Auszug aus 1 Sam 21,7 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Hebr 9,2Schaubrote und heilige Speise
Der Hebräerbrief beschreibt das erste Zelt mit Leuchter und Tisch samt Schaubroten. Er stellt dieses Heiligtum des ersten Bundes dem Dienst Christi gegenüber, der mit seinem eigenen Blut ein für alle Mal in das Heiligtum hineingegangen ist (Hebr 9,11–12); so gehören auch die Schaubrote zum biblischen Hintergrund, vor dem die Eucharistie verstanden wird.
Bibeltext
Es wurde nämlich ein erstes Zelt errichtet, in dem sich der Leuchter, der Tisch und die Schaubrote befanden; dieses wird das Heilige genannt.
Auszug aus Hebr 9,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Anbetung und eucharistischer Segen
Mt 28,9–20Christus wird angebetet
Die Frauen und Jünger fallen vor dem auferstandenen Jesus nieder, und er sendet seine Jünger zu allen Völkern. Die Kirche lehrt, dass Christus als auferstandener Herr göttliche Anbetung empfängt.
Bibeltext
Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.
Auszug aus Mt 28,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Joh 9,38Christus wird angebetet
Der geheilte Mann bekennt seinen Glauben an Jesus als Herrn und wirft sich vor ihm nieder. Die Kirche erkennt darin eine Anbetung Christi, die über bloße Ehrung hinausgeht und seiner göttlichen Würde entspricht.
Bibeltext
Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.
Auszug aus Joh 9,38 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Phil 2,9–11Christus wird angebetet
Vor dem Namen Jesu beugen sich alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde, und jede Zunge bekennt ihn als Herrn. Die Kirche versteht darin die universale Anbetung Christi und ruft in ihrem Segen seinen Namen an.
Bibeltext
Damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu.
Auszug aus Phil 2,9–11 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Offb 5,8–14Christus wird angebetet
Im himmlischen Gottesdienst empfängt das Lamm gemeinsam mit dem, der auf dem Thron sitzt, Lob, Ehre und Herrlichkeit. Die Kirche erkennt darin die Anbetung Christi als des auferstandenen Herrn.
Bibeltext
Ihm, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebühren Lob und Ehre und Herrlichkeit und Kraft in alle Ewigkeit.
Auszug aus Offb 5,8–14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
1 Kor 10,14–22Die wirkliche Gegenwart Christi in der Eucharistie
Paulus bezeichnet den Kelch des Segens als Teilhabe am Blut Christi und stellt ihn anderen Opfermahlen gegenüber. Die Kirche versteht die Eucharistie als Teilnahme am einen Opfer Christi und ihren geordneten Dienst als dessen Feier.
Bibeltext
Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi?
Auszug aus 1 Kor 10,14–22 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Wie die Kirche diese Frage durch die Jahrhunderte bezeugt
Kirchenväter, Konzilien und Kirchenlehrer zeigen, wie Christen die Schrift zu dieser Frage gelesen und gelebt haben. Ihr Wortlaut steht jeweils bei der Frage, die er stützt.
- Ignatius von AntiochienKirchenvater · ca. 107–110Cyrill von JerusalemKirchenlehrer · 4. JahrhundertDie Kirche bekennt die Gegenwart des Herrn unter den Gestalten von Brot und Wein.
- Justin der MärtyrerKirchenvater · ca. 150–160Die Kirche empfängt die Stiftung als reale Selbsthingabe Christi
- Irenäus von LyonKirchenlehrer · ca. 180Johannes 6 weist auf die Eucharistie voraus
- Irenäus von LyonKirchenlehrer · ca. 180Paulus ordnet die Eucharistie in den Zusammenhang des Opfermahls ein
Jede Frage zu Eucharistie einzeln geprüft
Jeder Schritt prüft eine Bibelstelle genau: was sie sagt, was sie zum Argument beiträgt und welcher Einwand sich an ihr festmacht.
Gegenwart und Einsetzung
Pascha und Manna
Priestertum und Opfer
Bund und Opfer
Die Begriffe dieses Themas kurz erklärt
Wo das Argument weiterführt
Betrachten und beten
Wenn Christus im Mahl wirklich gegenwärtig ist und sein einmaliges Opfer sakramental gegenwärtig wird, welche Haltung sollte das Kommen zum Tisch des Herrn prägen?
Herr Jesus Christus, schenke der Kirche Licht für die Wahrheit, Demut vor deinem Geheimnis, Liebe zu dir und zueinander und die Bereitschaft, jede Wahrheit anzunehmen, die du offenbarst. Lass die BegriffEucharistieDie Eucharistie ist das Sakrament, in dem Jesus Christus unter den Gestalten von Brot und Wein mit Leib und Blut, Seele und Gottheit wahrhaft, wirklich und substanzhaft gegenwärtig ist (KKK 1374). In ihr wird sein einmaliges Kreuzesopfer sakramental gegenwärtig, und die Gläubigen empfangen ihn in der Kommunion (KKK 1366–1367). Sie ist „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“ (LG 11; KKK 1324).Glossareintrag öffnen immer tiefer als Gabe deines einen Opfers erkannt und in dankbarer Liebe empfangen werden.