Traditionen vergleichen
Eucharistie und Messopfer
Die Aussagen stammen aus denselben geprüften Quellen wie die Themen- und Traditionsseiten. Heutige Praxis und innerkonfessionelle Unterschiede sind eigens gekennzeichnet.
Zum ThemaVergleich der Traditionen
Katholisch
- Offizielle Lehrposition
- Die Eucharistie ist das Gedächtnis des einen Opfers Christi. In diesem Mahl gibt Christus sich als wahre Speise und wahrer Trank; sein einmaliges Kreuzesopfer wird sakramental gegenwärtig, ohne wiederholt zu werden.
Lutherisch
- Offizielle Lehrposition
- Lutherische Kirchen bejahen die sakramentale Gegenwart Christi im Abendmahl. Brot und Wein bleiben Brot und Wein, und Christus ist nach lutherischem Verständnis in, mit und unter diesen Gaben gegenwärtig. Zugleich lehnt das Augsburger Bekenntnis die Vorstellung ab, eine Messe könne als äußerliches Werk die Sünden Lebender oder Verstorbener tilgen; Christi einmaliges Opfer genügt. Der lutherische Einwand richtet sich daher vor allem gegen die katholische Opferdeutung und ihre mögliche Auffassung als rechtfertigendes Werk, nicht gegen eine baptistische Erinnerungslehre.
Reformiert / calvinistisch
- Offizielle Lehrposition
- Die reformierte Tradition bejaht eine wirkliche geistliche Gegenwart Christi im Abendmahl. Christus wird nach dieser Lesart im Glauben empfangen und nährt die Gläubigen geistlich; Brot und Wein bleiben dabei Brot und Wein. Das Abendmahl ist mehr als ein leerer Erinnerungsakt, ohne dass daraus eine leibliche Gegenwart Christi in den Elementen oder ein Messopfer folgt. Die scharfe historische Formulierung des Heidelberger Katechismus zur Messe darf wegen ihrer innerreformierten Rezeptionsgeschichte nicht pauschal als einheitliche heutige reformierte Sprache ausgegeben werden.
Anglikanisch
- Offizielle Lehrposition
- Die anglikanische Tradition umfasst eine breite sakramentale Spannweite. Die Artikel XXVIII und XXXI bekennen das Abendmahl als Sakrament der Erlösung und als Teilhabe am Leib und Blut Christi für die gläubigen Empfänger, sprechen dabei von einer himmlischen und geistlichen Weise des Empfangs und verwerfen die Transsubstantiation sowie wiederholte Messopfer, die Christi einmalige Hingabe ergänzen würden. In der anglikanischen Praxis und Theologie finden sich zugleich unterschiedliche Formen der Realpräsenzlehre. Eine pauschale memorialistische Einordnung wird dieser Bandbreite nicht gerecht.
Baptistisch
- Offizielle Lehrposition
- Das Abendmahl wird in der Southern Baptist Convention als symbolischer Gehorsamsakt verstanden, in dem die Gemeinde des Todes Christi gedenkt und seine Wiederkunft erwartet. Die Elemente sind Zeichen; der Akzent liegt auf Erinnerung, Verkündigung und gemeinschaftlichem Gehorsam. Der baptistische Einwand lautet, dass Jesu Worte „Das ist mein Leib“ bildlich zu verstehen seien und die Messe als Opfer der Einmaligkeit des Kreuzes widerspreche.
Pfingstlich / charismatisch
- Offizielle Lehrposition
- Die Assemblies of God verstehen das Abendmahl als eine von Christus gegebene Verordnung. Brot und Frucht des Weinstocks sind Symbole der Teilhabe an Christus; die Feier erinnert an sein Leiden und seinen Tod und verkündet seine Wiederkunft. Diese Position ist von einem sakramentalen Verständnis zu unterscheiden: Die Elemente vermitteln nach dieser Lehre nicht kraft einer sakramentalen Wandlung Christi Gegenwart. Die Einordnung bezieht sich auf die Assemblies of God USA und nicht auf jede charismatische Gemeinschaft.
Methodistisch / wesleyanisch
- Offizielle Lehrposition
- Die methodistische Tradition behandelt Sakramente als wirksame Zeichen der Gnade und das Abendmahl als Sakrament der Erlösung und geistliche Teilhabe am Leib und Blut Christi. Christus wird nach den methodistischen Artikeln auf himmlische und geistliche Weise im Glauben empfangen; die Transsubstantiation und ein wiederholtes Opfer, das Christi einmalige Hingabe ergänzt, werden abgelehnt. Methodisten sind deshalb nicht pauschal mit striktem Memorialismus gleichzusetzen.
| Tradition | Offizielle Lehrposition | Quelle |
|---|---|---|
| Katholisch | Die Eucharistie ist das Gedächtnis des einen Opfers Christi. In diesem Mahl gibt Christus sich als wahre Speise und wahrer Trank; sein einmaliges Kreuzesopfer wird sakramental gegenwärtig, ohne wiederholt zu werden. | Offizielle Quelle ↗ |
| Lutherisch | Lutherische Kirchen bejahen die sakramentale Gegenwart Christi im Abendmahl. Brot und Wein bleiben Brot und Wein, und Christus ist nach lutherischem Verständnis in, mit und unter diesen Gaben gegenwärtig. Zugleich lehnt das Augsburger Bekenntnis die Vorstellung ab, eine Messe könne als äußerliches Werk die Sünden Lebender oder Verstorbener tilgen; Christi einmaliges Opfer genügt. Der lutherische Einwand richtet sich daher vor allem gegen die katholische Opferdeutung und ihre mögliche Auffassung als rechtfertigendes Werk, nicht gegen eine baptistische Erinnerungslehre. | Offizielle Quelle ↗ |
| Reformiert / calvinistisch | Die reformierte Tradition bejaht eine wirkliche geistliche Gegenwart Christi im Abendmahl. Christus wird nach dieser Lesart im Glauben empfangen und nährt die Gläubigen geistlich; Brot und Wein bleiben dabei Brot und Wein. Das Abendmahl ist mehr als ein leerer Erinnerungsakt, ohne dass daraus eine leibliche Gegenwart Christi in den Elementen oder ein Messopfer folgt. Die scharfe historische Formulierung des Heidelberger Katechismus zur Messe darf wegen ihrer innerreformierten Rezeptionsgeschichte nicht pauschal als einheitliche heutige reformierte Sprache ausgegeben werden. | Offizielle Quelle ↗ |
| Anglikanisch | Die anglikanische Tradition umfasst eine breite sakramentale Spannweite. Die Artikel XXVIII und XXXI bekennen das Abendmahl als Sakrament der Erlösung und als Teilhabe am Leib und Blut Christi für die gläubigen Empfänger, sprechen dabei von einer himmlischen und geistlichen Weise des Empfangs und verwerfen die Transsubstantiation sowie wiederholte Messopfer, die Christi einmalige Hingabe ergänzen würden. In der anglikanischen Praxis und Theologie finden sich zugleich unterschiedliche Formen der Realpräsenzlehre. Eine pauschale memorialistische Einordnung wird dieser Bandbreite nicht gerecht. | Offizielle Quelle ↗ |
| Baptistisch | Das Abendmahl wird in der Southern Baptist Convention als symbolischer Gehorsamsakt verstanden, in dem die Gemeinde des Todes Christi gedenkt und seine Wiederkunft erwartet. Die Elemente sind Zeichen; der Akzent liegt auf Erinnerung, Verkündigung und gemeinschaftlichem Gehorsam. Der baptistische Einwand lautet, dass Jesu Worte „Das ist mein Leib“ bildlich zu verstehen seien und die Messe als Opfer der Einmaligkeit des Kreuzes widerspreche. | Offizielle Quelle ↗ |
| Pfingstlich / charismatisch | Die Assemblies of God verstehen das Abendmahl als eine von Christus gegebene Verordnung. Brot und Frucht des Weinstocks sind Symbole der Teilhabe an Christus; die Feier erinnert an sein Leiden und seinen Tod und verkündet seine Wiederkunft. Diese Position ist von einem sakramentalen Verständnis zu unterscheiden: Die Elemente vermitteln nach dieser Lehre nicht kraft einer sakramentalen Wandlung Christi Gegenwart. Die Einordnung bezieht sich auf die Assemblies of God USA und nicht auf jede charismatische Gemeinschaft. | Offizielle Quelle ↗ |
| Methodistisch / wesleyanisch | Die methodistische Tradition behandelt Sakramente als wirksame Zeichen der Gnade und das Abendmahl als Sakrament der Erlösung und geistliche Teilhabe am Leib und Blut Christi. Christus wird nach den methodistischen Artikeln auf himmlische und geistliche Weise im Glauben empfangen; die Transsubstantiation und ein wiederholtes Opfer, das Christi einmalige Hingabe ergänzt, werden abgelehnt. Methodisten sind deshalb nicht pauschal mit striktem Memorialismus gleichzusetzen. | Offizielle Quelle ↗ |