Bibelstelle · EÜ 2016
Hebr 7–10
Der Hebräerbrief bezeugt, dass Christus sein Erlösungsopfer ein für alle Mal vollbracht hat und als ewiger Hohepriester bleibt. Die Kirche lehrt, dass dieses eine Opfer in der Eucharistie sakramental gegenwärtig wird, ohne wiederholt zu werden.
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Auszug
Auszug aus Hebr 7–10
Bibeltext
Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Hingabe des Leibes Jesu Christi geheiligt - ein für alle Mal.
Auszug aus Hebr 10,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
In den Themen
Warum diese Stelle hier wichtig ist
Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.
Das reine Opfer unter den Völkern
Er liefert den Baustein, der die Eucharistie als Gegenwart des einen Opfers und nicht als neues Opfer verstehen lässt.
Das eine Opfer Christi, ein für alle Mal
Diese Einmaligkeit stützt die katholische Lehre, dass die Messe kein weiteres Opfer ist; die sakramentale Gegenwart des einen Opfers bildet die nächste Prämisse.
Die Läuterung eines bereits geretteten Menschen
Baustein für die Einmaligkeit des Kreuzesopfers; nächste Prämisse: Röm 5,1–11.
Verwandte Bibelstellen
Stellen, die mit dieser zusammen gelesen werden
Kirchliche Zeugen
Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte
Die Zeugnisse von Kirchenvätern, Kirchenlehrern, Konzilien und dem Lehramt zeigen, wie die Kirche diese Stelle verstanden hat.
Irenäus von Lyon
Irenäus bezeugt, dass der eucharistische Kelch mit dem Blut Christi und das gebrochene Brot mit seinem Leib Gemeinschaft haben.
Denn er hat den Kelch, der zu seiner Schöpfung gehört, als sein eigenes Blut anerkannt; ebenso hat er das Brot, das zu seiner Schöpfung gehört, als seinen eigenen Leib eingesetzt.
Gegen die Häresien, Buch V · Adversus haereses V,2,2–3 · Primärtext↗Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Irenäus wendet sich gegen die gnostische Leugnung der Auferstehung des Fleisches. Der Abschnitt ist ein Gegenargument: Aus der von den Gegnern behaupteten Unfähigkeit des Fleisches folgt nach Irenäus, dass auch die Eucharistie keine Gemeinschaft mit Christi Blut und Leib wäre. Dieser zurückgewiesenen Folgerung stellt er die tatsächliche Einsetzung von Kelch und Brot als Christi Blut und Leib gegenüber und führt den Gedanken bis zur Auferstehung des Fleisches.
Historischer Text
Wenn das Fleisch nicht an der Rettung teilhaben kann, dann hat der Herr uns auch nicht mit seinem Blut erlöst. Dann ist der Kelch der Eucharistie keine Gemeinschaft mit seinem Blut, und das Brot, das wir brechen, keine Gemeinschaft mit seinem Leib. Denn er hat den Kelch, der zu seiner Schöpfung gehört, als sein eigenes Blut anerkannt; ebenso hat er das Brot, das zu seiner Schöpfung gehört, als seinen eigenen Leib eingesetzt. Wenn daher der mit Wasser vermischte Kelch und das bereitete Brot das Wort Gottes empfangen und die Eucharistie aus dem Blut und dem Leib Christi entsteht, wie können sie dann behaupten, dass das Fleisch die Gabe Gottes nicht empfangen könne? Unser Fleisch, das von ihr genährt wird, wird zur bestimmten Zeit auferstehen.
Vollständigen historischen Text öffnen: Irenäus von LyonWarum diese Stelle wichtig ist
Irenäus stellt Eucharistie, Leib und Blut Christi sowie die Auferstehung des Fleisches in einen gemeinsamen Argumentationsgang. Die geschaffenen Gaben werden durch das Wort Gottes zur Eucharistie, und gerade daraus begründet er die Hoffnung des Leibes. Die begriffliche Klärung dieser Wandlung gab später das Konzil von Trient.
Quellen und HinweiseKKK 1322–1419, 1544–1553 · KKK 1030–1032, 1472–1473
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 1322–1419, 1544–1553Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Abschnitte zu Eucharistie, Opfer und Priestertum.
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 1030–1032, 1472–1473Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Reinigung nach dem Tod und Gebet für Verstorbene.
Konzilien und Lehramt
- Sacrosanctum ConciliumSC 47Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Das eucharistische Opfer als Gedächtnis und Ostermahl.
- Mysterium fideiNr. 56–57, 68Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Der Eucharistie gebührt Anbetung auch außerhalb der Messe; die bleibende Gegenwart bleibt, solange die Gestalten bestehen.
- Ecclesia de EucharistiaNr. 25Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Die Eucharistie ist Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens; die Anbetung entfaltet die Feier.
- Sacramentum caritatisNr. 66–68Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Anbetung außerhalb der Messe entfaltet und vertieft die Eucharistiefeier.
- Codex Iuris Canonici: Eucharistische Aussetzung und SegenCIC cc. 941–943Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Aussetzung und eucharistischer Segen folgen einer kirchlich geregelten liturgischen Ordnung.
Historische Primärquellen
- Konzil von Trient, Sitzung XXVDekret über das FegefeuerTranskription bei Hanover Historical Texts Collection
Trient präzisiert die Lehre über die Hilfe der Fürbitten für die dort festgehaltenen Seelen.
- Zweites Konzil von Lyon1274, GlaubensbekenntnisTranskription bei Papal Encyclicals / Council texts
Spätere dogmatische Präzisierung der Lehre über die Läuterung.