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Fegefeuer

Was die Kirche über die Läuterung lehrt und warum sie für die Verstorbenen betet

Was geschieht mit einem Menschen, der in der Gnade und Freundschaft Gottes stirbt, aber noch nicht vollkommen geläutert ist? Die Kirche antwortet mit der Lehre von der letzten Läuterung: Gott vollendet die Heilung eines Menschen, bevor dieser ihn schaut. Diesen Reinigungsweg nennt die Kirche Fegefeuer. Der Weg dieser Seite führt von der Lehre der Kirche über die biblischen Zeugnisse zum Gebet der frühen Christen für ihre Verstorbenen und zur Hilfe, die die Lebenden den Toten erweisen.

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3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Im dunklen Vordergrund beten Menschen, während eine gerettete Gestalt durch reinigendes Licht auf eine offene, strahlende Tür zugeht.
FegefeuerKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Die Lehre Glaube und Überlieferung

Was geschieht mit denen, die in Gottes Gnade sterben?

Die Kirche lehrt eine letzte Reinigung für alle, die in Gottes Gnade sterben und dennoch nicht vollkommen geläutert sind.

Die Kirche lehrt, dass ein Mensch, der in der Gnade und Freundschaft Gottes stirbt und dennoch nicht vollkommen geläutert ist, eine letzte Reinigung empfängt. Diese Reinigung nennt die Kirche Fegefeuer: Gott vollendet in ihr die Liebe eines Menschen und führt ihn zur Heiligkeit, die nötig ist, um Gott zu schauen. Wer diesen Weg geht, ist in Gottes Gnade geborgen und von der Hoffnung auf die Anschauung Gottes getragen.

Katechismus der Katholischen Kirche

KKK 1030

Reinigung nach dem Tod und Gebet für Verstorbene.

Wer in der Gnade und Freundschaft Gottes stirbt, aber noch nicht vollkommen geläutert ist, ist zwar seines ewigen Heiles sicher, macht aber nach dem Tod eine Läuterung durch, um die Heiligkeit zu erlangen, die notwendig ist, in die Freude des Himmels eingehen zu können.

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Die Kirche beschreibt damit eine Vollendung, die Gott an einem Menschen wirkt, der schon zu ihm gehört. Diese Läuterung schließt die Gemeinschaft der Kirche ein: Die Lebenden begleiten die Verstorbenen mit ihrem Gebet. Für diese Lehre beruft sich die Kirche auf die Schrift und auf die Praxis des Gebets, das die Christen seit frühester Zeit für ihre Toten verrichten. Dass es diese Läuterung nach dem Tod gibt und dass den Verstorbenen die Fürbitten der Lebenden, besonders das Messopfer, helfen, gehört zum verbindlichen Glauben: Die Konzilien von Florenz (1439) und Trient (1563) haben es als Glaubenslehre formuliert (KKK 1031), und das Zweite Vatikanische Konzil hat ihre Beschlüsse erneut vorgelegt (LG 51). Wo, wie lange und auf welche Weise die Läuterung geschieht, hat die Kirche nicht festgelegt; das gilt auch für das Feuer, von dem das deutsche Wort „Fegefeuer“ spricht.

Quellen zu dieser Frage 2

Unterthema 1 von 1

Das Kreuz rettet, die Gnade vollendet

Die Zeugnisse Bibel und Textverständnis

Welche biblischen Zeugnisse sprechen von Läuterung und Gebet für die Toten?

Die Schrift kennt das Gebet für die Toten, ein prüfendes Feuer und eine Vergebung, die über den Tod hinausreicht.

Das älteste Zeugnis steht im zweiten Makkabäerbuch, im zwölften Kapitel. Judas Makkabäus lässt für gefallene Glaubensbrüder Geld sammeln und ein Sühnopfer darbringen. Er betet für die Verstorbenen und für die Vergebung ihrer Sünden; dabei denkt er an die Auferstehung. Der Bericht nennt das Gebet für die Toten einen heiligen und frommen Gedanken. Damit bezeugt der Bericht, dass Gebet und Sühne zugunsten Verstorbener als sinnvoll gelten. Der Blick richtet sich auf die kommende Welt, in der Gott die Seinen vollendet.

Vers 43: Er veranstaltete eine Sammlung, an der sich alle beteiligten, und schickte etwa zweitausend Silberdrachmen nach Jerusalem, damit man dort ein Sündopfer darbringe. Damit handelte er sehr schön und edel; denn er dachte an die Auferstehung.

Vers 44: Denn hätte er nicht erwartet, dass die Gefallenen auferstehen werden, wäre es überflüssig und sinnlos gewesen, für die Toten zu beten.

Vers 45: Auch hielt er sich den herrlichen Lohn vor Augen, der für die hinterlegt ist, die in Frömmigkeit entschlafen. Ein heiliger und frommer Gedanke! Darum ließ er die Toten entsühnen, damit sie von der Sünde befreit werden.

Auszug aus 2 Makk 12,43–45 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Judas lässt Sühnopfer darbringen und betet für die Gefallenen im Blick auf die Auferstehung.

2 Makk 12,43–45: Zusammenhang und Übersetzung

Die Kirche empfängt 2 Makk 12,43–45 als direktes Zeugnis für diese Praxis, und der Katechismus führt Vers 45 dafür an (KKK 1032). Die Stelle verbindet das Gebet für die Verstorbenen mit Auferstehung und Sühne; die Lehre von der abschließenden Reinigung entfaltet die Kirche aus dem weiteren biblischen Zeugnis und der Überlieferung. Ob 2 Makkabäer zum Kanon gehört, ist zwischen den Konfessionen strittig; für die Lehre der Kirche bleibt das Buch ein unmittelbares Zeugnis dafür, dass Gebet und Opfer für die Verstorbenen heilig und fromm sind. Das Gebet ist eine Hilfe innerhalb der von Christus geschenkten Erlösung; es eröffnet keinen zweiten Weg der Bekehrung und keinen neuen Heilsweg.

Ein umstrittenes Zeugnis steht im Zweiten Timotheusbrief. Paulus wünscht: „Dem Haus des Onesiphorus schenke der Herr sein Erbarmen, denn Onesiphorus hat mich oft getröstet und hat sich meiner Ketten nicht geschämt“ (2 Tim 1,16). Wenige Verse später gilt der Wunsch Onesiphorus selbst: „Der Herr gebe ihm, dass er beim Herrn Erbarmen findet an jenem Tag“ (2 Tim 1,18). Im Schlussgruß wird nur sein Haus gegrüßt, nicht er selbst (2 Tim 4,19). Manche Ausleger schließen daraus, Onesiphorus sei inzwischen gestorben, und lesen den Wunsch für jenen Tag als Fürbitte für einen Verstorbenen; die andere Lesart hält ihn für abwesend, aber lebend. Beide Lesarten haben ihren Anhalt am Wortlaut. Sichtbar wird in jedem Fall eine Fürbitte, die einen Menschen für jenen Tag dem Erbarmen des Herrn anbefiehlt.

Vers 8: Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft - Gott hat es geschenkt -,

Vers 9: nicht aus Werken, damit keiner sich rühmen kann.

Vers 10: Denn seine Geschöpfe sind wir, in Christus Jesus zu guten Werken erschaffen, die Gott für uns im Voraus bestimmt hat, damit wir mit ihnen unser Leben gestalten.

Auszug aus Eph 2,8–10 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus bezeugt die Rettung aus Gnade durch Glauben.

Eph 2,8–10: Zusammenhang und Übersetzung

Gerecht gemacht also aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Auszug aus Röm 5,1–11 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus beschreibt Frieden und Versöhnung mit Gott durch Jesus Christus.

Röm 5,1–11: Zusammenhang und Übersetzung

Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Hingabe des Leibes Jesu Christi geheiligt - ein für alle Mal.

Auszug aus Hebr 10,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Hebräerbrief bezeugt das einmalige Opfer Christi.

Hebr 7–10: Zusammenhang und Übersetzung

Woher die Vollendung kommt, zeigen die Zeugnisse von Gnade, Versöhnung und dem einmaligen Opfer Christi. Paulus beschreibt Frieden mit Gott durch Jesus Christus. Die Rettung geschieht aus Gnade durch den Glauben als Gottes Geschenk. Der Hebräerbrief bezeugt, dass die Hingabe des Leibes Jesu Christi heiligt und sein Opfer ein für alle Mal vollbracht ist. So schreibt die Schrift die Rettung ganz Christus zu: Am Kreuz ist vollbracht, was zur Rettung des Menschen gehört.

Trachtet nach Frieden mit allen und nach der Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird!

Auszug aus Hebr 12,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Hebräerbrief fordert Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird.

Hebr 12,14: Zusammenhang und Übersetzung

Aber nichts Unreines wird hineinkommen, keiner, der Gräuel verübt und lügt. Nur die im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind, werden eingelassen.

Auszug aus Offb 21,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Nichts Unreines kommt in das neue Jerusalem.

Offb 21,27: Zusammenhang und Übersetzung

Mit dieser Rettung verbindet die Schrift den Ruf zur Heiligkeit. Der Hebräerbrief sagt: „Trachtet nach Frieden mit allen und nach der Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird!“ Die Offenbarung bezeugt, dass nichts Unreines in das neue Jerusalem hineinkommt und dass nur die eingelassen werden, die im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind. Gnade und Heiligkeit gehören deshalb zusammen: Wer in Gottes Freundschaft stirbt, ist gerettet, und Gott vollendet an ihm die Heilung, die zur vollen Gemeinschaft mit Gott führt.

Die Kirche nennt diese abschließende Reinigung Fegefeuer. Sie betrifft Menschen, die in Gottes Gnade und Freundschaft sterben, aber noch nicht vollkommen geläutert sind. Der Katechismus beschreibt sie als letzte Reinigung: Im Anschluss an Schrifttexte wie 1 Kor 3,15 und 1 Petr 1,7 spricht die Überlieferung von einem Läuterungsfeuer, und mit einem Wort Gregors des Großen führt der Katechismus auch Mt 12,32 an (KKK 1031). Das Konzil von Florenz unterscheidet die nach dem Tod gereinigten Seelen von denen, die in tatsächlicher Todsünde sterben und unmittelbar in die Hölle kommen. Das Konzil von Trient hat diese Lehre bestätigt. Die späteren Konzilien sagen damit genauer, was aus dem biblischen Zeugnis und der Überlieferung der Kirche folgt; spekulative Ausmalungen gehören nicht zum Inhalt der Verkündigung.

Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch.

Auszug aus 1 Kor 3,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Das Werk wird geprüft; die Person wird gerettet, wie durch Feuer.

1 Kor 3,12–15: Zusammenhang und Übersetzung

Auf diesen Zusammenhang von Prüfung, Heiligkeit und Rettung weist Paulus im ersten Korintherbrief hin. Er beschreibt einen Bau auf dem einen Fundament Jesus Christus. Jeder baut mit eigenem Material, und der kommende Tag wird zeigen, welchen Wert es hat. Das Feuer prüft das Werk: Was standhält, bleibt; was verbrennt, ist verloren. Der Bauende erleidet Verlust, er selbst aber wird gerettet, wie durch Feuer hindurch. Der unmittelbare Zusammenhang ist der Aufbau der Gemeinde und die Arbeit der apostolischen Mitarbeiter. Gerade darin liegt der Beitrag dieser Stelle: Paulus unterscheidet das beschädigte Werk von der geretteten Person. Diese Verbindung von Prüfung, Verlust und Rettung bildet einen Baustein für die Lehre von der abschließenden Reinigung; die Kirche hat diese Stelle so in ihre Lehre aufgenommen.

Wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.

Auszug aus Mt 12,32 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus sagt, die Lästerung gegen den Geist werde weder in dieser noch in der kommenden Welt vergeben.

Mt 12,32: Zusammenhang und Übersetzung

Jesu Wort von der kommenden Welt fügt einen weiteren Hinweis hinzu. Jesus sagt, dass die Lästerung gegen den Heiligen Geist weder in dieser noch in der kommenden Welt vergeben wird. Der unmittelbare Gegenstand ist die endgültige Unvergebbarkeit dieser Sünde. Zugleich nennt Jesus die kommende Welt ausdrücklich. Wer sagt, eine Sünde werde auch in der kommenden Welt nicht vergeben, setzt voraus, dass andere Sünden dort vergeben werden können. So hat schon Papst Gregor der Große geschlossen, und der Katechismus übernimmt seinen Schluss (KKK 1031). Der Vers gehört zur Lehre, dass Menschen in Gottes Gnade sterben können, deren Reinigung noch nicht vollendet ist; das Zeugnis von 2 Makkabäer verbindet diese Vergebung mit dem Gebet für die Verstorbenen.

Das Gebet für die Toten steht im Horizont der Auferstehung; das prüfende Feuer zeigt die Unterscheidung zwischen dem Werk und der geretteten Person; Jesu Wort setzt Vergebung in der kommenden Welt voraus. In der Rangordnung des Glaubens gehört diese Lehre zu den letzten Dingen und bleibt ganz der Gnade und dem Kreuz Christi untergeordnet: Sie ist die Vollendung der Gnade und des Kreuzes am einzelnen Menschen.

Das Gebet Glaube und Überlieferung

Warum betet die Kirche für ihre Verstorbenen?

Die Kirche betet für ihre Verstorbenen und lehrt, dass dieses Gebet ihnen hilft.

Die frühen Christen haben für ihre Toten gebetet. Tertullian, Cyrill und Augustinus bezeugen diese Praxis. Wer für einen Verstorbenen betet, rechnet mit einer Gemeinschaft, die der Tod nicht beendet, und mit einer Hilfe, die den Toten erreicht.

Das Konzil von Trient hat diese Praxis in seine Lehre aufgenommen. In der fünfundzwanzigsten Sitzung lehrt es, gestützt auf die Heilige Schrift und die alte Überlieferung der Väter, dass es ein Purgatorium gibt, also eine Läuterung nach dem Tod, und dass den Seelen dort durch die Fürsprache der Gläubigen geholfen wird, besonders durch das Opfer des Altars. Fürsprache meint hier das betende Eintreten der Gläubigen füreinander. In der zweiundzwanzigsten Sitzung lehrt das Konzil, dass das Messopfer nach der Überlieferung der Apostel auch für die in Christus Verstorbenen dargebracht wird, „die noch nicht vollständig gereinigt sind“ (KKK 1371). Der Katechismus der Katholischen Kirche fasst dieselbe Lehre zusammen (KKK 1030–1032). Wer für einen Verstorbenen betet, rechnet damit, dass dieser weder schon vollendet noch verloren ist, sondern in Gottes Gnade noch geläutert werden kann; die Lehre spricht aus, was dieses Gebet von Anfang an voraussetzt.

Mit dem Gebet für die Verstorbenen hängt der Ablass zusammen. Er ist „Erlaß einer zeitlichen Strafe vor Gott für Sünden, die hinsichtlich der Schuld schon getilgt sind“ (KKK 1471); er vergibt also keine Schuld, und was mit zeitlicher Strafe gemeint ist, entfaltet der Schritt „Die Läuterung eines bereits geretteten Menschen“. Ablässe können den Lebenden und den Verstorbenen zugewendet werden (KKK 1471): Weil die verstorbenen Gläubigen auf dem Läuterungsweg Glieder der Gemeinschaft der Heiligen sind, können die Gläubigen ihnen auch dadurch zu Hilfe kommen, dass sie für sie Ablässe erlangen, und die Kirche empfiehlt Almosen, Ablässe und Bußwerke zugunsten der Verstorbenen (KKK 1479; 1032). Gerade hier ist es zu Missbräuchen gekommen, und die Kirche hat sie beim Namen genannt: Das Konzil von Trient hat im Dekret über die Ablässe angeordnet, jeden schändlichen Gewinn bei ihrer Erlangung ganz abzuschaffen, weil daraus sehr viele Missbräuche im christlichen Volk entstanden waren; im Dekret über das Fegefeuer trägt es den Bischöfen auf, alles zu verbieten, was nach schändlichem Gewinn riecht. Wie der Ablass gewährt wird und unter welchen Bedingungen, erklärt das Thema Beichte und Sündenvergebung.

Quellen zu dieser Frage 3

Die Rettung kommt ganz von Christus, und vor Gottes Heiligkeit besteht nichts Unreines. Darum vollendet Gott an dem, der in seiner Gnade stirbt, was noch unvollendet ist: Paulus spricht von dem Geretteten, der wie durch Feuer hindurchgeht, Jesus von Vergebung in der kommenden Welt, und schon Israel und die frühe Kirche begleiten ihre Toten mit Gebet und Opfer. Die Läuterung gehört zu den letzten Dingen und dient ganz dem Werk, das Christus am Kreuz vollbracht hat. Wer um einen Verstorbenen trauert, darf deshalb für ihn beten und auf Gottes Barmherzigkeit hoffen; wer an das eigene Sterben denkt, nimmt die Umkehr heute ernst.

Weiterführende Erklärungen

Die Läuterung eines bereits geretteten MenschenUnterstützender positiver Beleg

Römer 5, Epheser 2 und der Hebräerbrief weisen die Rettung ganz Christus zu, während Hebräer 12,14 und Offenbarung 21,27 die Heiligkeit verlangen. Paulus zeigt, wie beides zusammengeht: Das Werk des Menschen wird geprüft, er selbst aber wird gerettet.

Das Werk wird geprüft, die Person wird gerettetUnterstützender positiver Beleg

1 Korinther 3 unterscheidet zwischen dem geprüften Werk und der geretteten Person. Matthäus 12,32 lässt erkennen, dass Jesu Wort eine Vergebung auch in der kommenden Welt mitdenkt.

In dieser und in der kommenden WeltUnterstützender positiver Beleg

Jesu Wort setzt voraus, dass Sünden auch in der kommenden Welt vergeben werden können. Das zweite Buch der Makkabäer zeigt, was daraus für die Praxis folgt: das Gebet und das Sühnopfer für Verstorbene.

Gebet und Sühne für die Verstorbenen: was 2 Makkabäer bezeugtDirekter positiver Beleg

Die Schrift bezeugt Gebet und Sühne für Verstorbene. Die frühe Kirche führt diese Praxis weiter: Tertullian nennt Opfergaben für die Toten, Cyrill von Jerusalem und Augustinus das kirchliche Gedenken und die Fürbitte.

Gebet für Verstorbene in der frühen KircheUnterstützender positiver Beleg

Kommt der Gläubige im Tod nicht sofort zu Christus?

Der Einwand

Jesus verheißt dem Schächer: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lk 23,43), und Paulus will „aus dem Leib auszuwandern und daheim beim Herrn zu sein“ (2 Kor 5,8). Nach dem Westminster-Bekenntnis kennt die Schrift für die Seelen nach dem Tod nur zwei Orte, Himmel und Hölle (XXXII,1). Wer in Christus ist, ist durch sein Opfer vollkommen gereinigt; das Feuer von 1 Korinther 3 prüft am Tag des Gerichts das Werk der Lehrer und beschreibt keinen Zustand der Seelen.

Die Antwort der Kirche

Die Läuterung ist kein dritter Ort neben Himmel und Hölle, sondern der Weg in den Himmel für die, die in Christus sterben (KKK 1031). Auch sie ist Frucht des einen Opfers, durch das Christus „die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt“ hat (Hebr 10,14).

Die Lehre hängt an keinem wörtlich verstandenen Feuer: Die Überlieferung spricht im Anschluss an 1 Kor 3,15 von einem Läuterungsfeuer (KKK 1031), und Benedikt XVI. greift die Auffassung auf, dieses verbrennende und zugleich rettende Feuer sei Christus selbst, dessen Begegnung den Menschen umbrennt; die „Dauer“ dieses Umbrennens lasse sich „nicht mit Zeitmaßen unserer Weltzeit messen“ (Spe salvi 47). Darum steht das „Heute“ des Schächers der Läuterung nicht entgegen; der Katechismus sagt sogar: „Eine Bekehrung, die aus glühender Liebe hervorgeht, kann zur völligen Läuterung des Sünders führen“ (KKK 1472).

Wie kann eine Messe den Verstorbenen helfen, wenn Christus mit einem einzigen Opfer alles vollendet hat?

Der Einwand

Der Hebräerbrief stellt das eine Opfer Christi allen anderen Opfern gegenüber: „Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt“ (Hebr 10,14). Wenige Verse später heißt es: „Wo also die Sünden vergeben sind, da gibt es kein Opfer für die Sünden mehr“ (Hebr 10,18). In diesem Sinn hält der Heidelberger Katechismus der Messe vor, sie lehre, „die Lebendigen und die Toten“ hätten „nicht durch das Leiden Christi Vergebung der Sünden“, es sei denn, „daß Christus noch täglich für sie von den Meßpriestern geopfert werde“ (Frage 80). Das Augsburger Bekenntnis verwirft die Meinung, die Messe nehme durch den äußeren Vollzug die Sünden der Lebenden und der Toten hinweg, und beruft sich dafür auf dieselben Verse des Hebräerbriefs (CA XXIV). Wenn das Kreuz ein für allemal genügt, scheint eine Messe für Verstorbene das Opfer Christi entweder zu wiederholen oder zu ergänzen.

Die Antwort der Kirche

Die Messe fügt dem Kreuz kein zweites Opfer hinzu. Die Eucharistie „stellt das Opfer des Kreuzes dar (und macht es dadurch gegenwärtig), ist dessen Gedächtnis und wendet dessen Frucht zu“ (KKK 1366). „Das Opfer Christi und das Opfer der Eucharistie sind ein einziges Opfer“: Die Opfergabe ist dieselbe, und derselbe, der sich damals am Kreuz opferte, opfert jetzt durch den Dienst der Priester; allein die Weise des Opferns ist verschieden (KKK 1367). Darum wiederholt die Messe das Kreuz nicht und ergänzt es nicht; sie macht das eine, vollendete Opfer gegenwärtig und wendet seine Frucht zu.

Auch Hebr 10,18 bleibt in Kraft: In der Messe wird kein neues Opfer für noch unvergebene Sünden dargebracht; gegenwärtig wird der, der für die Sünden schon hingeopfert ist. Cyrill von Jerusalem sagt von der Feier, in der die Gemeinde für ihre Verstorbenen betet: „Wir opfern den für unsere Sünden hingeopferten Christus“ (KKK 1371). Wenn die Kirche die Messe für ihre Toten feiert, erbittet sie für sie die Frucht des einen Opfers, durch das Christus die Geheiligten für immer vollendet hat; sie bittet um nichts, was das Kreuz nicht schon erworben hätte.

Das Moderamen des Reformierten Bundes hat zu Frage 80 erklärt, diese Verwerfung lasse sich nach Inhalt und Sprache in dieser Form nicht aufrechterhalten, weil die Polemik gegen eine Wiederholung des einmaligen Opfers dem nicht gerecht werde, was im ökumenischen Gespräch an Verständigung erreicht wurde; als bleibenden Unterschied nennt es das Verständnis der Eucharistie als Opfer. Die Kirche hält an diesem Verständnis fest, weil es das Kreuz nicht verkleinert: Sie feiert die Messe für ihre Toten, weil das eine Opfer Christi groß genug ist, auch sie zu erreichen.

Was andere Christen dazu glauben

Die christlichen Traditionen vergleichen

Katholisch

Offizielle Lehrposition
Wer in Gottes Gnade stirbt, aber noch nicht vollkommen geläutert ist, ist seines ewigen Heils sicher und wird nach dem Tod geläutert, um in die Freude des Himmels einzugehen. Die Kirche nennt diese abschließende Läuterung der Auserwählten, die von der Bestrafung der Verdammten völlig verschieden ist, Purgatorium; sie hat diese Glaubenslehre vor allem auf dem Konzil von Florenz, das 1439 die Union mit den Griechen beschloss, und in Trient formuliert. Die Fürbitten der Lebenden, besonders das eucharistische Opfer, helfen den Verstorbenen.
Offizielle Quelle: Katholisch

Orthodox / byzantinisch

Offizielle Lehrposition
Die orthodoxe Kirche kennt kein Fegefeuer als dritten Zustand neben Himmel und Hölle und keine Ablässe; das Gebet für die Verstorbenen ist ihr mit der Westkirche gemeinsam (Benedikt XVI., Spe salvi 48).
Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch

Lutherisch

Offizielle Lehrposition
Die lutherischen Bekenntnisschriften verwerfen das Fegefeuer und die Messe als Opfer für Verstorbene, weil allein Christus und nicht Menschenwerk den Seelen helfe (Schmalkaldische Artikel II,2; CA XXIV). Das Gebet für die Toten verbietet die Apologie dagegen nicht; sie verwirft nur, dass das Abendmahl den Verstorbenen durch den bloßen Vollzug zugewendet werde (Apologie XXIV).
Offizielle Quelle: Lutherisch

Reformiert / calvinistisch

Offizielle Lehrposition
Die reformierten Bekenntnisse lehren, dass die Seelen der Gläubigen im Tod in der Heiligkeit vollendet und sogleich zu Christus genommen werden; einen dritten Zustand neben Himmel und Hölle kennen sie nicht, und das Gebet für Verstorbene lehnen sie ab (Westminster-Bekenntnis XXI,4; XXXII,1; Heidelberger Katechismus, Frage 57 in der älteren Fassung und Frage 80).
Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch

Baptistisch

Offizielle Lehrposition
Die Southern Baptist Convention lehrt kein Fegefeuer.
Offizielle Quelle: Baptistisch

Pfingstlich / charismatisch

Offizielle Lehrposition
Die Assemblies of God bekennen die Auferstehung der in Christus Entschlafenen bei seiner Wiederkunft als selige Hoffnung der Kirche und ein letztes Gericht; eine Läuterung nach dem Tod kennt ihr Bekenntnis nicht.
Offizielle Quelle: Pfingstlich / charismatisch

Methodistisch / wesleyanisch

Offizielle Lehrposition
Artikel XIV der United Methodist Church verwirft die römische Lehre vom Fegefeuer als in der Schrift nicht begründet und dem Wort Gottes zuwider.
Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch

Anglikanisch

Offizielle Lehrposition
Artikel XXII verwirft die römische Lehre vom Fegefeuer und von Ablässen als eitel erdachte Sache, die sich auf kein Zeugnis der Schrift gründet, sondern dem Wort Gottes vielmehr widerspricht.
Offizielle Quelle: Anglikanisch
Lehrpositionen aus offiziellen Quellen sowie, wo gesondert belegt, heutige Praxis und innerkonfessionelle Unterschiede
TraditionOffizielle LehrpositionQuelle
KatholischWer in Gottes Gnade stirbt, aber noch nicht vollkommen geläutert ist, ist seines ewigen Heils sicher und wird nach dem Tod geläutert, um in die Freude des Himmels einzugehen. Die Kirche nennt diese abschließende Läuterung der Auserwählten, die von der Bestrafung der Verdammten völlig verschieden ist, Purgatorium; sie hat diese Glaubenslehre vor allem auf dem Konzil von Florenz, das 1439 die Union mit den Griechen beschloss, und in Trient formuliert. Die Fürbitten der Lebenden, besonders das eucharistische Opfer, helfen den Verstorbenen.Offizielle Quelle: Katholisch
Orthodox / byzantinischDie orthodoxe Kirche kennt kein Fegefeuer als dritten Zustand neben Himmel und Hölle und keine Ablässe; das Gebet für die Verstorbenen ist ihr mit der Westkirche gemeinsam (Benedikt XVI., Spe salvi 48).Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch
LutherischDie lutherischen Bekenntnisschriften verwerfen das Fegefeuer und die Messe als Opfer für Verstorbene, weil allein Christus und nicht Menschenwerk den Seelen helfe (Schmalkaldische Artikel II,2; CA XXIV). Das Gebet für die Toten verbietet die Apologie dagegen nicht; sie verwirft nur, dass das Abendmahl den Verstorbenen durch den bloßen Vollzug zugewendet werde (Apologie XXIV).Offizielle Quelle: Lutherisch
Reformiert / calvinistischDie reformierten Bekenntnisse lehren, dass die Seelen der Gläubigen im Tod in der Heiligkeit vollendet und sogleich zu Christus genommen werden; einen dritten Zustand neben Himmel und Hölle kennen sie nicht, und das Gebet für Verstorbene lehnen sie ab (Westminster-Bekenntnis XXI,4; XXXII,1; Heidelberger Katechismus, Frage 57 in der älteren Fassung und Frage 80).Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch
BaptistischDie Southern Baptist Convention lehrt kein Fegefeuer.Offizielle Quelle: Baptistisch
Pfingstlich / charismatischDie Assemblies of God bekennen die Auferstehung der in Christus Entschlafenen bei seiner Wiederkunft als selige Hoffnung der Kirche und ein letztes Gericht; eine Läuterung nach dem Tod kennt ihr Bekenntnis nicht.Offizielle Quelle: Pfingstlich / charismatisch
Methodistisch / wesleyanischArtikel XIV der United Methodist Church verwirft die römische Lehre vom Fegefeuer als in der Schrift nicht begründet und dem Wort Gottes zuwider.Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch
AnglikanischArtikel XXII verwirft die römische Lehre vom Fegefeuer und von Ablässen als eitel erdachte Sache, die sich auf kein Zeugnis der Schrift gründet, sondern dem Wort Gottes vielmehr widerspricht.Offizielle Quelle: Anglikanisch
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9 Bibelstellen · Fegefeuer

Was die Schrift selbst sagt

Alle Bibelstellen dieses Themas im Wortlaut, geordnet nach den Fragen, für die sie zeugen. Jede führt zu ihrer Erklärung.

Das Kreuz rettet, die Gnade vollendet

2 Makk 12,43–45Gebet und Sühne für die Verstorbenen: was 2 Makkabäer bezeugt

Judas lässt für gefallene Soldaten ein Sühnopfer darbringen und betet für ihre Sünden im Blick auf die Auferstehung. Die Kirche erkennt darin ein Zeugnis für Gebet und Sühne zugunsten der Verstorbenen.

Bibeltext

Vers 43: Er veranstaltete eine Sammlung, an der sich alle beteiligten, und schickte etwa zweitausend Silberdrachmen nach Jerusalem, damit man dort ein Sündopfer darbringe. Damit handelte er sehr schön und edel; denn er dachte an die Auferstehung.

Vers 44: Denn hätte er nicht erwartet, dass die Gefallenen auferstehen werden, wäre es überflüssig und sinnlos gewesen, für die Toten zu beten.

Vers 45: Auch hielt er sich den herrlichen Lohn vor Augen, der für die hinterlegt ist, die in Frömmigkeit entschlafen. Ein heiliger und frommer Gedanke! Darum ließ er die Toten entsühnen, damit sie von der Sünde befreit werden.

Auszug aus 2 Makk 12,43–45 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Röm 5,1–11Die Läuterung eines bereits geretteten Menschen

Paulus verbindet die Rechtfertigung aus Glauben mit Frieden und Versöhnung mit Gott durch Jesus Christus. Die Kirche lehrt, dass die Rettung aus Gottes Gnade kommt und den Menschen in eine erneuerte Gemeinschaft mit ihm führt.

Bibeltext

Gerecht gemacht also aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Auszug aus Röm 5,1–11 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Eph 2,8–10Die Läuterung eines bereits geretteten Menschen

Der Epheserbrief nennt die Rettung ein Geschenk der Gnade durch den Glauben, „nicht aus Werken, damit keiner sich rühmen kann“, und bezeichnet die Geretteten zugleich als Gottes Geschöpfe, „in Christus Jesus zu guten Werken erschaffen“. Die Kirche liest darin, dass Gott die guten Werke im Voraus bestimmt, mit denen die Erlösten ihr Leben gestalten: Sie sind Frucht der neuen Schöpfung, nicht ihr Preis.

Bibeltext

Vers 8: Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft - Gott hat es geschenkt -,

Vers 9: nicht aus Werken, damit keiner sich rühmen kann.

Vers 10: Denn seine Geschöpfe sind wir, in Christus Jesus zu guten Werken erschaffen, die Gott für uns im Voraus bestimmt hat, damit wir mit ihnen unser Leben gestalten.

Auszug aus Eph 2,8–10 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 7–10Die Läuterung eines bereits geretteten Menschen

Der Hebräerbrief bezeugt, dass Christus sein Erlösungsopfer ein für alle Mal vollbracht hat und als ewiger Hohepriester bleibt. Die Kirche lehrt, dass dieses eine Opfer in der Eucharistie sakramental gegenwärtig wird, ohne wiederholt zu werden.

Bibeltext

Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Hingabe des Leibes Jesu Christi geheiligt - ein für alle Mal.

Auszug aus Hebr 10,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Hebr 12,14Die Läuterung eines bereits geretteten Menschen

Der Hebräerbrief verbindet den Frieden mit allen Menschen und das Streben nach Heiligung mit der Schau Gottes. Die Kirche lehrt, dass die endgültige Gemeinschaft mit Gott die Heiligkeit des Menschen voraussetzt.

Bibeltext

Trachtet nach Frieden mit allen und nach der Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird!

Auszug aus Hebr 12,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Offb 21,27Die Läuterung eines bereits geretteten Menschen

In das neue Jerusalem kommt nichts Unreines; eingelassen werden nur die, die im Lebensbuch des Lammes stehen. Die Kirche versteht dieses Bild als Hinweis darauf, dass die endgültige Gemeinschaft mit Gott vollkommene Heiligkeit verlangt.

Bibeltext

Aber nichts Unreines wird hineinkommen, keiner, der Gräuel verübt und lügt. Nur die im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind, werden eingelassen.

Auszug aus Offb 21,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Kor 3,12–15Das Werk wird geprüft, die Person wird gerettet

Das Feuer prüft das Werk des Bauenden: Das Werk kann verbrennen, während der Mensch selbst gerettet wird. Die Kirche liest diese Läuterung im Zusammenhang ihrer Lehre von der Reinigung derer, die in Gottes Gnade sterben.

Bibeltext

Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch.

Auszug aus 1 Kor 3,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016
1 Petr 1,7Das Werk wird geprüft, die Person wird gerettet

Petrus vergleicht den Glauben, der sich in Prüfungen bewährt, mit Gold, das im Feuer geprüft wird. Der Katechismus nennt die Stelle neben 1 Kor 3,15 unter den Schrifttexten, an die die Überlieferung der Kirche mit dem Läuterungsfeuer anschließt (KKK 1031).

Bibeltext

Dadurch soll sich eure Standfestigkeit im Glauben, der kostbarer ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde und doch vergänglich ist, herausstellen - zu Lob, Herrlichkeit und Ehre bei der Offenbarung Jesu Christi.

1 Petr 1,7 · EÜ 2016 · © KBA 2016
Mt 12,32In dieser und in der kommenden Welt

Jesus unterscheidet zwischen der Vergebung einer Lästerung in dieser Welt und in der kommenden Welt. Die Kirche erkennt darin einen Hinweis darauf, dass Schuld und Reinigung auch über das irdische Leben hinaus im Licht von Gottes Gericht zu verstehen sind.

Bibeltext

Wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.

Auszug aus Mt 12,32 · EÜ 2016 · © KBA 2016
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Wie die Kirche diese Frage durch die Jahrhunderte bezeugt

Kirchenväter, Konzilien und Kirchenlehrer zeigen, wie Christen die Schrift zu dieser Frage gelesen und gelebt haben. Ihr Wortlaut steht jeweils bei der Frage, die er stützt.

Jede Frage zu Fegefeuer einzeln geprüft

Jeder Schritt prüft eine Bibelstelle genau: was sie sagt, was sie zum Argument beiträgt und welcher Einwand sich an ihr festmacht.

Die Begriffe dieses Themas kurz erklärt

Betrachten und beten

Die Hoffnung auf die endgültige Heiligkeit ruht auf Christus. Er rettet den Menschen ganz und führt ihn auch zur Vollendung. Das Gebet für Verstorbene nimmt diese Hoffnung ernst: Gottes Barmherzigkeit wirkt über den Tod hinaus, und die Gemeinschaft der Kirche bleibt in Christus lebendig.

Herr Jesus Christus, du hast uns durch dein Kreuz erlöst und führst die Deinen zur vollkommenen Heiligkeit. Wir empfehlen dir die Verstorbenen und bitten um deine Barmherzigkeit für alle, die noch der Reinigung bedürfen. Vollende in ihnen dein Werk und schenke ihnen die Freude deiner Gegenwart. Lass auch uns in deiner BegriffGnadeGnade ist die ungeschuldete Gunst und Hilfe Gottes, durch die er den Menschen zu seinem Kind macht und ihn am göttlichen Leben teilhaben lässt (KKK 1996–1997). Die heiligmachende Gnade, die in der Taufe geschenkt wird, ist ein bleibendes Geschenk, das die Seele von der Sünde heilt und heiligt; davon unterscheidet die Kirche die helfenden Gnaden, mit denen Gott zu Beginn der Bekehrung und auf dem Weg der Heiligung eingreift (KKK 1999–2000).Glossareintrag öffnen treu bleiben und unser Leben auf deine Liebe hin ausrichten. Amen.