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Sakramente

Weihe und apostolischer Dienst

Drei Stellen aus dem Neuen Testament zeigen, wie der kirchliche Dienst übertragen, eingerichtet und in den Gemeinden ausgeübt wird. Die Kirche versteht darin die biblische Grundlage des Weihesakraments und unterscheidet das gemeinsame Priestertum aller Getauften vom Amtspriestertum.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Brot und Kelch stehen in der Mitte; darum gruppieren sich Wasser, Öl, Ringe, Salbung und Handauflegung, verbunden durch einen Lichtstrom.
SakramenteKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Handauflegung und geistliche Gabe Bibel und Textverständnis

Handauflegung, geistliche Gabe und geordnete Einsetzung kennzeichnen einen übertragenen Dienst

Was die angeführten Stellen bezeugen:

Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten!

Auszug aus 1 Tim 4,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Timotheus empfängt eine Gabe durch prophetisches Wort und die Handauflegung des Presbyteriums.

1 Tim 4,14: Zusammenhang und Übersetzung

Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist!

Auszug aus 2 Tim 1,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus erinnert Timotheus an die durch Handauflegung empfangene Gabe Gottes.

2 Tim 1,6: Zusammenhang und Übersetzung

Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst und in den einzelnen Städten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe, wenn einer unbescholten und Mann einer einzigen Frau ist, mit gläubigen Kindern, die nicht unter dem Vorwurf der Liederlichkeit stehen oder ungehorsam sind.

Auszug aus Tit 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Titus soll in den Gemeinden Älteste einsetzen.

Tit 1,5: Zusammenhang und Übersetzung

Paulus erinnert Timotheus an eine geistliche Gabe, die im Zusammenhang mit der Handauflegung empfangen wurde (1 Tim 4,14; 2 Tim 1,6). Titus soll in den Städten Älteste einsetzen, damit die Gemeinden geordnet geleitet werden (Tit 1,5). Schon in der Apostelgeschichte legen die Apostel den Sieben unter Gebet die Hände auf (Apg 6,6), und Paulus und Barnabas setzen in jeder Gemeinde Älteste ein (Apg 14,23). Was hier geschieht, ist die Übertragung und Einrichtung eines Dienstes, der in den Gemeinden dauerhaft ausgeübt wird.

Die Texte unterscheiden verschiedene Aufgaben innerhalb des einen Volkes Gottes. Handauflegung, geistliche Gabe und geordnete Einsetzung kennzeichnen einen Dienst, der einem Menschen anvertraut wird. Darin liegt der biblische Baustein für die Weihe als geordneten kirchlichen Dienst.

Offen ist noch, wie die Kirche diesen Dienst über die Zeit der Apostel hinaus bewahrt und überträgt; davon handelt ihre Lehre vom Weihesakrament.

Grundlage des Weihesakraments Glaube und Überlieferung

Die Kirche versteht diese Stellen als biblische Grundlage des Weihesakraments

Wie die Kirche diese Stellen liest:

Die Kirche versteht diese Stellen als biblische Grundlage des Weihesakraments. Durch die Weihe wird ein geordneter kirchlicher Dienst übertragen. Diesen Dienst bewahrt die Kirche durch die apostolische Sukzession, also durch die Weitergabe des apostolischen Amtes in der Kirche. Schon um das Jahr 96 bezeugt der erste Clemensbrief, dass die Apostel Nachfolger bestellten, die ihren Dienst übernehmen sollten (1 Clem 42; 44). Die Kirche kennt diesen Dienst in drei Stufen: Bischöfe, Priester und Diakone (LG 28; KKK 1554). Das Amtspriestertum dient dem Volk Gottes im Namen Christi durch Verkündigung, Leitung und Feier der Sakramente; es ist eines der Mittel, durch die Christus seine Kirche unablässig aufbaut und leitet (KKK 1547). Wie Taufe und Firmung verleiht die Weihe ein unauslöschliches Zeichen und wird nicht wiederholt (KKK 1582).

Quellen zu dieser Frage 3

Allgemeines Priestertum und Amt Glaube und Überlieferung

Braucht die Kirche neben dem allgemeinen Priestertum ein eigenes Weihesakrament?

Das allgemeine Priestertum schließe ein besonderes Amt aus: Wenn alle Getauften zu einem priesterlichen Volk gehören, brauche die Kirche kein eigenes Weihesakrament.

Die biblische Rede vom priesterlichen Volk hebt besondere Dienste nicht auf. Das allgemeine Priestertum bezeichnet die gemeinsame Zugehörigkeit aller Getauften zu Christus und ihre Berufung, ihr Leben Gott darzubringen. Das Amtspriestertum bezeichnet einen besonderen Dienst, der durch Handauflegung übertragen und für die Leitung und Heiligung der Kirche eingesetzt wird. Die Kirche versteht diesen Dienst als von Christus eingesetztes Weihesakrament.

Gemeinsames und amtliches Priestertum unterscheiden sich nach der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils „dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach“; zugleich sind sie „einander zugeordnet“, denn beide nehmen je auf besondere Weise am Priestertum Christi teil (LG 10). Das Amtspriestertum ist also keine höhere Stufe derselben Teilhabe: Es verleiht eine heilige Vollmacht zum Dienst an den Gläubigen (KKK 1592). Es steht im Dienst des gemeinsamen Priestertums und ersetzt es nicht.

Quellen zu dieser Frage 2
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