Traditionen vergleichen
Priestertum und apostolische Sukzession
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Zum ThemaVergleich der Traditionen
Katholisch
- Offizielle Lehrposition
- Christus ist der einzige Hohepriester. Das gemeinsame Priestertum aller Getauften und das Amtspriestertum der Bischöfe und Priester sind einander zugeordnet, unterscheiden sich aber dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach (LG 10). Die Bischöfe geben als Nachfolger der Apostel das Weihesakrament in apostolischer Sukzession weiter; der geweihte Priester handelt nicht aus eigener Macht, sondern in der Person Christi, des Hauptes.
Lutherisch
- Offizielle Lehrposition
- Die Augsburgische Konfession bejaht ein geordnetes öffentliches Predigt- und Sakramentsamt. Sie verwirft die Messe, sofern sie als menschliches Werk zur Tilgung von Sünden Lebender oder Verstorbener verstanden wird; der Streit betrifft daher nicht die bloße Existenz eines Amtes. Das Zweite Vatikanische Konzil würdigt, dass die reformatorischen Gemeinschaften im Abendmahl die lebendige Gemeinschaft mit Christus bekennen, sieht bei ihnen aber „vor allem wegen des Fehlens des Weihesakramentes“ die volle Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt (UR 22).
Reformiert / calvinistisch
- Offizielle Lehrposition
- Die Westminster Confession bejaht geordnete kirchliche Amtsträger und das Herrenmahl, lehnt aber jede Vorstellung ab, die Messe sei ein wiederholtes oder wirklich sühnendes Opfer für Sünde.
Baptistisch
- Offizielle Lehrposition
- Die Baptist Faith and Message bejaht Pastor und Diakon als kirchliche Ämter und beschreibt das Herrenmahl als symbolischen Gehorsamsakt. Ein sakramentales Opferpriestertum wird nicht gelehrt.
Pfingstlich / charismatisch
- Offizielle Lehrposition
- Nach den Assemblies of God hat der Herr der Kirche einen von Gott berufenen und schriftgemäß ordinierten Dienst gegeben, der sie in Evangelisation, Gottesdienst, Auferbauung der Gläubigen und Dienst an Menschen in Not leitet. Von einem Weihesakrament in apostolischer Sukzession spricht ihr Bekenntnis nicht.
Methodistisch / wesleyanisch
- Offizielle Lehrposition
- Die methodistischen Articles of Religion zählen die Weihe nicht zu den Sakramenten des Evangeliums (Artikel XVI) und verwerfen Messopfer, in denen der Priester Christus für Lebende und Tote darbringe (Artikel XX); ihren Amtsträgern steht die Ehe frei (Artikel XXI).
Anglikanisch
- Offizielle Lehrposition
- Die 39 Artikel der Kirche von England bewahren Bischöfe, Priester und Diakone sowie ein öffentliches Amt. Ihre Kritik richtet sich gegen die in Artikel XXXI beschriebene Lehre von Messopfern, nicht gegen jedes kirchliche Amt. Die katholische Kirche erkennt die anglikanischen Weihen nicht als gültig an: Leo XIII. erklärte sie 1896 im Schreiben Apostolicae curae für ungültig, und die Glaubenskongregation zählt diese Erklärung zu den Wahrheiten, die endgültig zu halten sind (Lehrmäßiger Kommentar zur Professio fidei, 1998, Nr. 11).
Orthodox / byzantinisch
- Offizielle Lehrposition
- Die orthodoxe Kirche feiert das Priestertum als das Sakrament, das die Identität und Kontinuität der Kirche zu allen Zeiten und an allen Orten verbürgt, und bejaht die apostolische Sukzession und die Eucharistie als Mysterium; ihre Unterschiede zur katholischen Kirche betreffen vor allem Primat und Lehramt. Die katholische Kirche erkennt an, dass die orthodoxen Kirchen „in der Kraft der apostolischen Sukzession das Priestertum und die Eucharistie“ besitzen (UR 15).
| Tradition | Offizielle Lehrposition | Quelle |
|---|---|---|
| Katholisch | Christus ist der einzige Hohepriester. Das gemeinsame Priestertum aller Getauften und das Amtspriestertum der Bischöfe und Priester sind einander zugeordnet, unterscheiden sich aber dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach (LG 10). Die Bischöfe geben als Nachfolger der Apostel das Weihesakrament in apostolischer Sukzession weiter; der geweihte Priester handelt nicht aus eigener Macht, sondern in der Person Christi, des Hauptes. | Offizielle Quelle: Katholisch |
| Lutherisch | Die Augsburgische Konfession bejaht ein geordnetes öffentliches Predigt- und Sakramentsamt. Sie verwirft die Messe, sofern sie als menschliches Werk zur Tilgung von Sünden Lebender oder Verstorbener verstanden wird; der Streit betrifft daher nicht die bloße Existenz eines Amtes. Das Zweite Vatikanische Konzil würdigt, dass die reformatorischen Gemeinschaften im Abendmahl die lebendige Gemeinschaft mit Christus bekennen, sieht bei ihnen aber „vor allem wegen des Fehlens des Weihesakramentes“ die volle Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt (UR 22). | Offizielle Quelle: Lutherisch |
| Reformiert / calvinistisch | Die Westminster Confession bejaht geordnete kirchliche Amtsträger und das Herrenmahl, lehnt aber jede Vorstellung ab, die Messe sei ein wiederholtes oder wirklich sühnendes Opfer für Sünde. | Offizielle Quelle: Reformiert / calvinistisch |
| Baptistisch | Die Baptist Faith and Message bejaht Pastor und Diakon als kirchliche Ämter und beschreibt das Herrenmahl als symbolischen Gehorsamsakt. Ein sakramentales Opferpriestertum wird nicht gelehrt. | Offizielle Quelle: Baptistisch |
| Pfingstlich / charismatisch | Nach den Assemblies of God hat der Herr der Kirche einen von Gott berufenen und schriftgemäß ordinierten Dienst gegeben, der sie in Evangelisation, Gottesdienst, Auferbauung der Gläubigen und Dienst an Menschen in Not leitet. Von einem Weihesakrament in apostolischer Sukzession spricht ihr Bekenntnis nicht. | Offizielle Quelle: Pfingstlich / charismatisch |
| Methodistisch / wesleyanisch | Die methodistischen Articles of Religion zählen die Weihe nicht zu den Sakramenten des Evangeliums (Artikel XVI) und verwerfen Messopfer, in denen der Priester Christus für Lebende und Tote darbringe (Artikel XX); ihren Amtsträgern steht die Ehe frei (Artikel XXI). | Offizielle Quelle: Methodistisch / wesleyanisch |
| Anglikanisch | Die 39 Artikel der Kirche von England bewahren Bischöfe, Priester und Diakone sowie ein öffentliches Amt. Ihre Kritik richtet sich gegen die in Artikel XXXI beschriebene Lehre von Messopfern, nicht gegen jedes kirchliche Amt. Die katholische Kirche erkennt die anglikanischen Weihen nicht als gültig an: Leo XIII. erklärte sie 1896 im Schreiben Apostolicae curae für ungültig, und die Glaubenskongregation zählt diese Erklärung zu den Wahrheiten, die endgültig zu halten sind (Lehrmäßiger Kommentar zur Professio fidei, 1998, Nr. 11). | Offizielle Quelle: Anglikanisch |
| Orthodox / byzantinisch | Die orthodoxe Kirche feiert das Priestertum als das Sakrament, das die Identität und Kontinuität der Kirche zu allen Zeiten und an allen Orten verbürgt, und bejaht die apostolische Sukzession und die Eucharistie als Mysterium; ihre Unterschiede zur katholischen Kirche betreffen vor allem Primat und Lehramt. Die katholische Kirche erkennt an, dass die orthodoxen Kirchen „in der Kraft der apostolischen Sukzession das Priestertum und die Eucharistie“ besitzen (UR 15). | Offizielle Quelle: Orthodox / byzantinisch |