Bibelstelle · EÜ 2016
Hebr 13,10
Der Hebräerbrief sagt: „Wir haben einen Altar, von dem zu essen die Diener des Zeltes keine Erlaubnis haben.“ Der Zusammenhang spricht von Speisevorschriften (Hebr 13,9) und vom Opfer Jesu, der außerhalb des Tores gelitten hat (Hebr 13,11–12); darum beziehen viele Ausleger den Altar auf das Kreuzesopfer Christi. Das „Essen“ von diesem Altar legt zugleich die Verbindung zum eucharistischen Mahl nahe, in dem die Kirche an diesem einen Opfer teilhat.
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Auszug
Auszug aus Hebr 13,10
Bibeltext
Wir haben einen Altar, von dem zu essen die Diener des Zeltes keine Erlaubnis haben.
Auszug aus Hebr 13,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Wer hier spricht und in welcher Lage
Am Ende des Hebräerbriefs reiht der Verfasser kurze Mahnungen aneinander: Die Gemeinde soll ihrer Vorsteher gedenken, die ihr das Wort Gottes verkündet haben, und sich nicht von fremden Lehren irreführen lassen, denn das Herz wird durch Gnade gefestigt, nicht durch Speisevorschriften (Hebr 13,7–9). Auf das Wort vom Altar folgt der Vergleich mit den Opfertieren, deren Leiber außerhalb des Lagers verbrannt werden, und mit Jesus, der außerhalb des Tores gelitten hat, um durch sein eigenes Blut das Volk zu heiligen (13,11–12). Der Abschnitt schließt mit dem Ruf, zu ihm vor das Lager hinauszuziehen, und mit dem Opfer des Lobes; auch Gutes tun und die Gemeinschaft nicht vernachlässigen nennt er Opfer, an denen Gott Gefallen hat (13,13–16).
In den Themen
Warum diese Stelle hier wichtig ist
Eine Stelle trägt oft mehr als eine Glaubensfrage. Bei jeder steht, was sie zum Argument beiträgt und wo das Argument weitergeht.
Verkündigung, Opfermahl und Altar
Die Stelle trägt die priesterliche und kultische Sprachwelt des Neuen Bundes bei.
Verwandte Bibelstellen
Stellen, die mit dieser zusammen gelesen werden
Quellen und HinweiseKKK 1536–1600
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKKK 1536–1600Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Der Katechismus behandelt Weihe, Priestertum und in KKK 1579–1580 die lateinische sowie die rechtmäßige ostkirchliche Ordnung des Zölibats.
Historische Primärquellen
- Didache4; 7; 8; 14Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühchristliche Tauf-, Gebets- und Bußpraxis.
- Erster Clemensbrief31–34; 42–44Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühchristliches Zeugnis für Rechtfertigung aus Glauben mit guter Frucht und für Amtsnachfolge in der Kirche von Rom und Korinth.
- Konzil von Trient, Sitzung XXII: Lehre und Kanones über das MessopferSessio XXII, 17. September 1562, Kapitel 1–2 und Kanones 1–9 (u. a. DH 1740–1743, 1751–1759)Transkription bei Hanover Historical Texts Collection
Englische Übersetzung von J. Waterworth (1848) zur tridentinischen Klärung des einen Kreuzesopfers und seiner sakramentalen Gegenwart in der Messe.