Hebräer 7,24 · ἀπαράβατος
Ein Priestertum, das bleibt
Hebräer 7,24 bezeichnet das Priestertum Christi mit einem Wort, das sich im Deutschen nicht in einen einzigen Begriff fassen lässt. Wie hält die Kirche das bleibende Hohepriestertum Christi und die apostolische Sukzession zusammen?
2 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Das bleibende Priestertum Bibel und Textverständnis
Hebräer 7,24 bezeugt ein Priestertum, das bleibt
Der Hebräerbrief stellt Christi Priestertum sterblichen Priestern gegenüber und findet für dessen Bestand ein eigenes Wort.
Darum kann er auch die, die durch ihn vor Gott hintreten, für immer retten; denn er lebt allezeit, um für sie einzutreten.
Auszug aus Hebr 7,25 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Weil Christus allezeit lebt, kann er die, die durch ihn vor Gott hintreten, für immer retten und für sie eintreten.
Hebräer 7,11–28 stellt das Priestertum Christi Priestern gegenüber, deren Dienst mit ihrem Tod endet. Für den Bestand des Priestertums Christi gebraucht Hebräer 7,24 das griechische Wort ἀπαράβατος (aparabatos, etwa: a-pa-RA-ba-tos). Es lässt sich mit „unvergänglich“, „bleibend“ oder „nicht übertragbar“ wiedergeben.
Die Wiedergaben beleuchten den Sinn des Wortes von verschiedenen Seiten: Christi Priestertum bleibt unvergänglich und besitzt seine eigene, nicht auf andere übertragbare Würde. So bezeugt der Vers, dass das Priestertum Christi bleibt. Der Dienst der Nachfolge ist ein anderer: der von Christus gestiftete apostolische Dienst, der über die einzelne Person hinaus weitergeführt wird.
Weitergabe des Dienstes Glaube und Überlieferung
Die Kirche lehrt: Die Sukzession gibt einen Dienst weiter, nicht das Hohepriestertum Christi
Das bleibende Priestertum Christi und der von ihm gestiftete Dienst treten nicht gegeneinander.
Die Kirche lehrt: Das Priestertum Christi wird durch das Amtspriestertum gegenwärtig gemacht, ohne dass seiner Einzigkeit Abbruch geschieht – „allein Christus ist wahrer Priester, die anderen aber sind seine Diener“ (KKK 1545). Die apostolische Sukzession steht mit ihm in Einklang, weil sie einen von Christus gestifteten Dienst weitergibt, der an seinem Priestertum teilnimmt. Sie überträgt Christi ewiges Hohepriestertum nicht auf andere; sie bewahrt einen Dienst in Christi Vollmacht und Christi Auftrag.
Ebenso unterscheidet die Kirche am Apostelamt eine unübertragbare Aufgabe, erwählte Zeugen der Auferstehung und Fundamente der Kirche zu sein, von einer übertragbaren, die bis zum Ende der Zeiten fortdauert (KKK 860). Bleibend ist demnach das Hohepriestertum Christi in seiner eigenen Person; weitergereicht werden der Auftrag und die Vollmacht eines Dienstes, der aus ihm lebt. Offen bleibt, welchen Ort dieser Dienst neben der Berufung aller Getauften hat.