Hebräer 8,6–13
Der neue Bund und das Ende der levitischen Opferordnung
Der Hebräerbrief verbindet die Verheißung des Neuen Bundes mit den Worten Jeremias. Aus dieser Verheißung folgt, dass der erste Bund veraltet ist. Für das Priestertum heißt das: Der apostolische Dienst und der christliche Gottesdienst haben ihren Ort in der neuen Heilsordnung.
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Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Der neue Bund Bibel und Textverständnis
Indem die Schrift von einem neuen Bund spricht, erklärt sie den ersten für veraltet
Hebräer 8,6–13 nimmt die Verheißung eines Neuen Bundes auf und zieht daraus eine Folgerung, die den ersten Bund betrifft.
Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt.
Auszug aus Hebr 8,13 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Der neue Bund macht den ersten Bund veraltet.
Der Abschnitt führt die Verheißung des Neuen Bundes an, wie sie in den Worten Jeremias überliefert ist: Gott will sein Gesetz in das Denken seines Volkes legen, es in sein Herz schreiben und sein Volk in einer unmittelbaren Bundesbeziehung führen. Indem die Schrift von einem neuen Bund spricht, erklärt sie den ersten für veraltet.
Veraltet ist damit der erste Bund: Vers 13 sagt ausdrücklich, dass er seinem Verschwinden entgegengeht. Die alttestamentlichen Schriften werden dadurch nicht verworfen. Ihre Verheißung weist auf den Neuen Bund voraus.
Ende der levitischen Kultordnung Glaube und Überlieferung
Die Kirche liest die Stelle als Ende der levitischen Kultordnung
Mit dem Neuen Bund endet die kultische Ordnung des ersten Bundes; das christliche Priestertum und der christliche Gottesdienst empfangen in der neuen Heilsordnung ihren Ort.
Die Kirche liest Hebräer 8,6–13 als Zeugnis davon, dass die levitische Kultordnung, also die an die Priester aus dem Stamm Levi gebundene Ordnung des Gottesdienstes, mit dem ersten Bund endet und der Gottesdienst in der neuen Heilsordnung gründet. Gottes Treue zu Israel hebt der Vers damit nicht auf: Der Alte Bund ist nie widerrufen worden (KKK 121), denn „unwiderruflich sind die Gnadengaben und die Berufung Gottes“ (Röm 11,29).
Der apostolische Dienst wird durch Handauflegung und Nachbesetzung in der Sukzession bewahrt, das heißt in der Weitergabe des Amtes von den Aposteln an ihre Nachfolger, und bleibt auf Christus bezogen. Der Bund und das Opfer Christi bilden die Grundlage des kirchlichen Gottesdienstes; von dieser Grundlage her hat das Priestertum seinen Ort und lebt es. Offen ist, woher dieser Dienst seine Sendung empfängt: Christus selbst sendet seine Jünger, und aus dieser Sendung lebt das Amt der Kirche.